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Blowing Snow von silverbird
Inhalt: Angel gehört zu einer Gruppe junger Leute, die sich auf Kosten ihrer reichen Väter ein schönes Leben machen. Die Gruppe beschließt in Jackson Hole Ski - Urlaub zu machen. Dort geraten Angel und der Ski - Lehrer Spike immer wieder aneinander. Als Angels Vater den Geldhahn abdreht, hat Angel ein Problem. Wie soll er seine Hotelrechnung bezahlen? Es bleibt ihm nur eine Möglichkeit. Er muss sich einen Job suchen. Doch der einzige freie Job ist in Spikes Ski - Schule.
Fandom(s): Buffy the Vampire Slayer / Angel the Series Pairing(s): Spike/Angel
Story-Genre: Allgemeine Story, Alternatives Universum
Lšnge der Story: Mehrteiler
Story-Typ: Slash - M/M
Warnungen: Keine
Challenges:
Serie: Keine
Kapitel: 6 Story vollendet: Ja Anzahl der Wörter: 15483 Wörter Gelesen: 4635 Mal Datum der Veröffentlichung: 20.12.09 Letztes Update: 24.12.09
Kommentar:

Diese Story wurde für den Adventkalender 2009 geschrieben.

1. Kapitel 1 von silverbird

2. Kapitel 2 von silverbird

3. Kapitel 3 von silverbird

4. Kapitel 4 von silverbird

5. Kapitel 5 von silverbird

6. Kapitel 6 von silverbird

Kapitel 1 von silverbird
 

„Berg-Ski, Mrs. Fletcher, Sie müssen den Berg-Ski belasten. NEIN! Berg-Skiiiiiiiiii. Das. Ist. Der. Ski. Der. Zum. Berg. Zeigt!"

„Den Linken? ...ahhhhhhhhh..." Wumm, Mrs. Fletcher krachte in den Schnee.

'Toll und wieder ein Krater, den ich zuschaufeln muss, falls ich es schaffe dieses Monstrum noch mal hoch zuheben. Meine Arme haben schon affenartige Ausmaße angenommen. Schließlich habe ich sie schon wer weiß wie oft hochgezogen. Ob es auffällt, wenn ich sie einfach einbuddle? Shit geht nicht, ich brauche die verdammte Kohle. Also ran an den Speck und das meine ich wörtlich', dachte Spike und fuhr, leise vor sich hin fluchend, zu der Frau, die wie eine Schildkröte hilflos im Schnee zappelte.

„Okay, Mrs. Fletcher, Ski parallel zum Hang, wie wir es gelernt haben. Ja gut so uuund hoch mit ihnen."

Spike schnaufte fast genauso heftig wie Mrs. Fletcher, nachdem sie wieder wackelig auf den Beinen stand.

„Bei Ihnen sieht das immer so leicht aus, William. Ich befürchte, das schaffe ich nie", seufzte die ältere Dame und kam wieder ins Rutschen. Rasch packte Spike zu und verhinderte somit einen weiteren Sturz.

„Ach was, Sie packen das schon, noch zehn bis fünfzehn Stunden und jede Wette, Sie sausen im Schneepflug-Stil die Piste runter."

„Denken Sie wirklich? Ach William, ohne Sie würde ich das nie durchstehen. Sie sind ein so hervorragender Lehrer." Mrs. Fletcher klimperte mit ihren falschen Wimpern und lächelte Spike an.

Spike lächelte gequält zurück und dachte. 'Ohne deine Moneten würdest du das nicht durchstehen, denn dann hätte ich dich schon längst gekillt.'

~*~

Einige Stunden später stellte Spike seine Skier in den Schuppen und ging dann ins Haus.

„Ski-Schuhe ausziehen, Spike. Ich habe keine Lust im ganzen Haus die Pfützen aufzuwischen."

„Ich hatte heute einen Scheißtag, also geh mir bloß nicht auf die Nerven, Krümel", rief Spike zurück, schlüpfte aber brav aus seinen Schuhen, bevor er zu seiner Schwester Dawn in die Küche ging.

„Das Monstrum?", fragte sie mitfühlend und stellte einen dampfenden Teller Suppe vor ihren Bruder hin.

„Das Monstrum", bestätigte er. „Aber wenigstens gibt sie ein ordentliches Trinkgeld."

„Wieso tust du dir das an, Spike. Ich kann genauso gut auf ein College hier in der Nähe gehen."

„Nope, ich will, dass du die beste Ausbildung kriegst, die möglich ist. Du kennst mich, ich mach nichts ohne Hintergedanken."

„Aber sicher doch. Wer's glaubt", entgegnete Dawn lachend.

Spike schaute seine Schwester entrüstet an. „Du glaubst mir nicht? Also gut, dann verrate ich dir meinen bisher geheimen Plan. Sobald du dein Studium beendet und einen Job hast der jede Menge Kohle einbringt, rühre ich keinen Finger mehr und lass mich von dir aushalten." Spike grinste und wackelte mit seinen Augenbrauen, sodass Dawn in lautes Lachen ausbrach. „Okay Brüderchen, dann haben wir einen Deal."

~*~

Später, als Dawn in ihrem Bett lag, machte es sich Spike mit einem Bier auf der Couch bequem und dachte, dass er eigentlich ganz zufrieden mit seinem Leben war. Auch Dawn schien glücklich zu sein. Nächstes Jahr würde sie aufs College gehen und Spike war stolz darauf, ihr das ermöglichen zu können. Dafür nahm er es gern in Kauf, völlig untalentierten Leuten das Ski fahren beibringen zu müssen. Für ihn war es die Hauptsache die Kasse stimmte und das tat es. Spike hatte inzwischen genug auf der hohen Kante, um sich auch seinen größten Wunsch erfüllen zu können. „Morgen werde ich den Vertrag unterzeichnen und dann gehört die Ski-Schule mir." Spike grinste zufrieden vor sich hin.

Er hatte für den kommenden Abend einen Tisch im besten Restaurant der Stadt bestellt um seinen Kauf zu feiern und er freute sich schon auf das Gesicht seiner Schwester, wenn er ihr diese Neuigkeit erzählen würde. Ihr Deal war natürlich hinfällig, aber das hatte ebenfalls zu Spikes Plan gehört.

~*~

„Gar nicht schlecht hier, Angel." Zufrieden schlug Doyle seinem Freund auf die Schulter, während er sich umschaute.

„Was hast du erwartet? Du weißt doch, das Beste ist für mich gerade gut genug. Und was das Wichtigste ist, hier gibt's den besten Schnee."

„Kann schon sein, aber ich wollte Shoppen und Apres-Ski ist hier auch nicht", maulte eine der anderen sechs Personen, die Angel dazu überredet hatte mit ihm nach Jackson zu fahren."

„Du wolltest doch unbedingt mitkommen, Cordelia, also komm klar damit", erwiderte Angel jedoch kalt. „Wir sind zum Ski fahren hier. Wenn du shoppen, oder aufgetackelt durch die Gegend stolzieren willst, hättest du nach Aspen fahren müssen, was du immer noch tun kannst."

„Du hast ja wieder eine Laune. Wenn ich das gewusst hätte, wäre ich nicht mitgekommen. Ich gehe auf mein Zimmer." Mit hoch erhobenem Kopf schritt Cordelia auf den Lift zu und rief über die Schulter nach ihrer Freundin Harmony, die ihr sofort wie ein Hündchen folgte. Willow schaute sich unschlüssig um, und erst als Cordy ihren Namen zischte, folgte sie den Beiden eilig.

„Ich passe auf Xander auf", erklärte Anya ernsthaft. „Wenn er mit Angel und Doyle zusammen ist, dann gehen sie trinken und ich muss wieder ewig warten, bis wir Sex haben können."

„Xander bekam einen hochroten Kopf, murmelte ein verärgertes; „Anya", legte dann aber seinen Arm um ihre Schultern.

„Weiber", brummte Doyle grinsend.

Angel zuckte die Schultern. „Cordy wollte unbedingt mit. Nun muss sie damit klar kommen. Und zu Anya? Xander muss es echt nötig haben."

„Hey, das habe ich gehört", protestierte Xander und Doyle lachte wieder. „Kommt, holen wir uns einen Pistenplan und sehen, was sie uns hier sonst noch alles bieten können."

Vom Concierge mit einem Packen Prospekte ausgestattet, begaben sie sich in die Bar um bei einem Glas Whisky Pläne für die nächsten Tage zu machen. Xander wurde jedoch von Anya zur Treppe geschleift, die zu den Zimmern führte.

~*~

„JA. Ja. JA." Dawn war von ihrem Sessel aufgesprungen und hüpfte aufgeregt auf und ab, bevor sie Spike überschwänglich umarmte. „Ich freu mich so für dich. Wieso hast du mir nie ein Wort verraten?"

„Du kennst ja Giles, erst sagt er, er gibt die Schule auf, dann wieder nicht. Ich wollte sicher sein und den Vertrag in der Tasche haben, bevor ich dir etwas sage. Und heute Morgen hat Giles unterzeichnet. Die Ski-Schule gehört jetzt offiziell mir." Spike grinste über das ganze Gesicht und drückte seine Schwester fest an sich. Dann lösten sie sich voneinander und Dawn setzte sich wieder. Sofort fing sie wieder zu plappern an. „Hast du schon mit DEINEN Leuten gesprochen?" Sie betonte das Deinen besonders. „Bleiben sie alle und was wirst du alles ändern?"

Noch bevor Spike antworten konnte, betraten sieben Personen das Restaurant, die die Aufmerksamkeit aller Anwesenden erregten. Sie alle waren nach der neuesten Mode gekleidet und bis auf eine der vier Frauen waren sie, für Spikes Geschmack, mehr als overdressed.

'Apres-Ski-Touristen', dachte Spike und verdrehe innerlich die Augen. 'Nein, ich bin jetzt Geschäftsmann, also sind das potentielle Kunden', korrigierte er sich und verzog seinen Mund zu einem Grinsen.

Willy, der Besitzer des Restaurants schien das auch so zu sehen, denn er scharwenzelte um seine Gäste herum, führte sie zu einem Tisch und winkte seine Kellnerin Tara heran, die die Speisekarten brachte.

Eine der Frauen, mit langen braunen Haaren, nahm die Karte mit spitzen Fingern entgegen und beachtete Tara gar nicht.

„Wow, sind die toll angezogen. Solche Kleider möchte ich auch mal haben", flüsterte Dawn und beobachtete die Neuankömmlinge sehnsüchtig.

„Dann arbeiten wir mal an der Vermehrung der Moneten", entschied Spike, erhob sich und schlenderte zu dem Tisch mit den Touristen.

„Hallo Leute", grüßte Spike freundlich. „Falls ihr einen Ski-Lehrer sucht, dann empfehle ich euch die Magic-Ski-Schule Die Beste hier in der Gegend. Wir organisieren auch die berüchtigte Corbet's Couloir Abfahrt, Tree-skiing und einiges mehr.

Snowboard-Kurse bieten wir auch an. Also wenn ihr Interesse habt?"

„Danke Blondie, aber ich bin sicher besser als alle Ski-Lehrer hier. Und jetzt würde ich gerne in Ruhe weiter essen, wenn es recht ist", entgegnete Angel überheblich und wandte sich wieder seinem Steak zu.

Spike ballte die Fäuste so fest, dass sich seine Fingernägel tief ins Fleisch bohrten. Denn nur dieser Schmerz hielt ihn davon ab, diesem eingebildeten Schnösel seine Meinung zu sagen. Aber Unfreundlichkeit konnte er sich einfach nicht leisten, daher wandte er sich ab um zu seinem Tisch zurückzukehren. Doch kaum hatte er sich ein paar Schritte entfernt, hörte er eine weibliche Stimme. „Hey, du. Komm zurück. Ich hätte Interesse an deinen diversen...Angeboten."

Spike drehte sich um. Eine der hübschen Frauen lächelte ihn verführerisch an und Spike grinste zurück. „Okay. Morgen um 10 Uhr vor deinem Hotel. Dann sehen wir was ich dir so alles...bieten kann", antwortete Spike und wackelte anzüglich mit den Augenbrauen.

„Abgemacht, ich bin übrigens Cordy", stellte sie sich vor. „Wie willst du mich denn finden? Es gibt ja schließlich mehr als ein Hotel in diesem Ort."

Spike ergriff die dargebotene Hand und entgegnete. „Schönheiten zu finden ist meine Spezialität, unter anderem." Spike zwinkerte Cordy zu. „Ich heiße William Pratt, aber du darfst mich Spike nennen. Bis morgen, Beauty." Spike schenkte der jungen Frau sein schönstes Lächeln und während er nun endgültig zu seinem Tisch zurückkehrte, bemerkte er mit Genugtuung, dass der dunkelhaarige Schnösel vor Wut kochte. 'Die Kleine will ihn offensichtlich eifersüchtig machen. Großartig. Es wird mir ein Vergnügen sein, ihr dabei zu helfen', dachte er grimmig.

„Wozu brauchst du einen Kurs? Du fährst doch ausgezeichet Ski. Und überhaupt, geh shoppen. Irgendwo wird es schon ein Schuhgeschäft geben", grummelte Angel und säbelte brutal an seinem Steak herum.

„Der Hirsch ist schon tot, toter wird er nicht", kicherte Doyle, der seinen Freund beobachtete,

Angel schnaubte. „Halt einfach deine Klappe. Wenn ich gewusst hätte wie nervig ihr seid, hätte ich euch gar nicht erst mitgenommen."

„Du bist nur eifersüchtig", erklärte Cordy ungerührt und spießte ein Salatblatt auf. Gleichzeitig warf sie Doyle einen raschen blick zu, doch der starrte stumm auf seinen Teller.

„Auf Mr. Peroxyd? Sei nicht lächerlich. Der ist keine Konkurrenz für mich."

„Ich finde ihn süß", warf Hamrony ein, die ständig zu Spike rüberschaute.

„Dein Hirn befindet sich ja auch zwischen deinen Beinen, daher ist das kein Wunder. Ein paar Muskeln und schon bist du hin und weg." Angel war mehr als angepisst. Was fanden diese dummen Puten nur an dem blonden Kerl? Nur weil seine Augen von einem Blau waren, das man mit nichts vergleichen konnte und dieses...dieses...Lächeln, war das noch lange kein Grund um derart auszuflippen.

Cordelia seufzte indessen genervt. „Jetzt krieg dich mal wieder ein, Angel. Spike hat höflich seine Dienste als Ski-Lehrer angeboten, sonst nichts. Wozu also der Aufstand?"

Doch Angel wollte sich nicht beruhigen. „Spike, alleine schon der Name. So nennt man höchstens seinen Hund. Und den Ruf von Ski-Lehrern kennt man ja."

„Also doch eifersüchtig", grinste Cordy und die anderen schauten ebenso grinsend und interessiert zwischen den beiden hin und her, gespannt, wie die Diskussion weiter laufen würde, die Angel allerdings abrupt beendete. Er warf sein Besteck auf das restliche Steak und stand langsam auf. „Ich habe keine Lust mir den Abend von euch verderben zu lassen und schon gar nicht ein Gespräch über jemanden zu führen der ein Nichts ist. Tut was ihr wollt, ich amüsiere mich auf meine Weise."

„Und weg ist er", Doyle stieß frustriert die Luft aus und lehnte sich zurück.

„Ich verstehe nicht, wieso er sich wegen diesem Spike so aufregt. Es kann ihm doch egal sein, ob Cordy mit Spike fährt. Schließlich seid ihr nicht zusammen", stellte Willow, zu Cordy gewandt, fest.

„Genau", sagte Harmony und nickte. „Er wird vermutlich jeden Tag die wildesten Pisten runtersausen. Da können wir ohnehin nicht mit."

„Nicht mal ich habe Lust seine Verrücktheiten mitzumachen. Aber ich kann mir schon denken, wieso er so angepisst ist."

Die drei Frauen schauten Xander neugierig an. „Na dann erzähl mal, Xander Harris", forderte Cordelia den Freund auf.

„Angel hat Sex mit--"

„Anya!", fuhr Xander dazwischen. „Was haben wir besprochen?" Xanders Freundin zuckte mit den Schultern. „Was ist den schon dabei? Irgendwann erfahren sie es sowieso und solange er die Finger von--"

„Wir gehen." Xander packte seine Freundin an der Hand und schleifte sie aus dem Lokal.

„Du bist doch Angels bester Freund. Sicher weißt du was Xanders Andeutung zu bedeuten hat." Cordedlia schenkte Doyle ihr schönstes Lächeln.

Doyle zuckte mit den Schultern und schaute ahnungslos drein. „Keine Ahnung. Wenn du was wissen willst, musst du ihn schon selbst fragen. Und übrigens hat Angel recht, wozu der Kurs, Cordy? Den hast du echt nicht nötig."

„Natürlich brauche ich keinen Unterricht", erklärte Cordelia pikiert. „Aber ich habe beschlossen mich zu amüsieren. Mit euch Trantüten ist ja nichts zu machen, also werde ich mir Spike schnappen."

„Na wenn du meinst", murmelte Doyle leise und starrte zu Boden.

Cordy seufzte und verdrehte die Augen.

Tbc..

 
Kapitel 2 von silverbird

Angel stapfte durch den Schnee und hielt nach einer Bar Ausschau. Er wusste selbst nicht, wieso er so wütend war. Der blonde Ski-Lehrer war eigentlich nett und höflich gewesen und es war Angel völlig egal, ob und mit wem Cordelia Ski fuhr, oder was auch immer sie sonst machte.

Vermutlich lag es daran, das ihm die Clique schon seit einiger Zeit auf die Nerven ging und er sich fragte, wieso er immer noch mit ihnen herumhing. Sie langweilten ihn, genauso wie ihn sein Leben immer mehr anödete. Angel- und die Leute mit denen er hier war, zählten zu den reichen Kindern von L.A. Okay, sie waren schon lange keine Kinder mehr, doch sie alle lebten nach wie vor von ihren großzügigen Vätern. Angel hatte sich zwar in der Universität eingeschrieben, aber dort glänzte er nur durch Abwesenheit, was seinen Vater dazu gebracht hatte, ihm ein Ultimatum zu stellen. Entweder Angel nahm sein Studium ernst und beendete es in der vorgeschriebenen Zeit, oder er musste in Papas Firma arbeiten und zwar von der Pieke auf.

Angel erinnerte sich mit Schaudern an den lautstarken Streit, den er deswegen mit seinem Vater gehabt hatte. „Was bildet sich der Alte überhaupt ein? Glaubt er ernsthaft ich stelle mich in einer seiner Läden und verkaufe Stoffe? Großhandel hin oder her, dazu habe ich wirklich keine Lust", grummelte Angel vor sich hin. „Ich bin der Sohn vom Boss. Entweder er holt mich in die Chefetage, oder er kann sich seinen Job sonst wohin schieben."

Gleich nach der Auseinandersetzung mit seinem Vater, war Angel in den Club gegangen, wo er auf seine Freunde traf und sie dazu verdonnerte mit ihm weg zu fahren. So waren sie im Jackson Hole gelandet. Dem einzigen Ski-Gebiet, das um diese Jahreszeit noch nicht ausgebucht gewesen war. Und Angel war es egal gewesen. Hauptsache er musste Weihnachten nicht mit seinem Vater verbringen. Selbst wenn seine Freunde zu den Feiertagen nach Hause fahren würden, Angel war entschlossen zu bleiben.

Angel fand endlich was er suchte und nachdem er sich einige Gläser Whisky genehmigt hatte, fühlte er sich besser und besser. Er wurde leutselig, quatschte mit ein paar anderen Touristen, flirtete mit einem von ihnen und so kam es, dass er ein paar Stunden später in einem fremden Hotelbett landete.

~*~

Spike parkte seinen Jeep vor dem Eingang der Teton Mountain Lodge. „Hoffentlich kommt die Tussi überhaupt. Kann gut sein, dass sie ihrem Schnösel-Freund nur eins auswischen wollte und sie legen jetzt versöhnt in der Kiste. Oder auch nicht", erkannte Spike, da er sah, wie der eben genannte Schnösel rasch die Straße entlang ging und auf den Hoteleingang zusteuerte. Er sah müde aus und ziemlich ramponiert, bemerkte Spike. Denn der Mann trug noch die gleiche Kleidung wie am Abend zuvor und seine Haare standen wirr vom Kopf ab. Offensichtlich fror er auch, denn er hatte die Schultern hochgezogen und die Hände tief in seinen Hosentaschen vergraben.

Spike stieg aus und stellte sich dem Mann in den Weg. „Lange Nacht gehabt? Das wird deiner Freundin nicht gefallen", konnte er sich nicht verkneifen zu sagen.

„Erstens geht dich das nichts an und zweitens, ist sie nicht meine Freundin. Und jetzt geh mir aus dem Weg, Blondie, bevor ich sauer werde." Wütend starrte Angel den Blonden an. Angel hatte schon bei ihrer ersten Begegnung mit Spike das Gefühl gehabt, dass sie an einander geraten würden. Der Blonde strahlte etwas aus, das Angel verunsicherte und dieses Gefühl mochte er so gar nicht. Doch Angel konnte nicht genau definieren, was ihn an dem Mann nervös machte. Wahrscheinlich ging er ihm einfach nur auf die Nerven.

„Dann hast du dich also anderweitig vergnügt. Nun, wie auch immer. Geht mich ja nichts an, wie du so schön knurrtest." Spikes Grinsen wurde größer und Angel wurde immer wütender. Gleichzeitig überlegte er, ob er dem Blonden einen Kinnhaken verpassen sollte. Wieso er aber auf dessen Mund starrte und sich fragte wie diese vollen Lippen sich anfühlten, ließ ihn vollends ausflippen. „Geh mir aus dem Weg, Kleiner. Sofort", zischte Angel drohend und machte einen Schritt auf Spike zu.

Spike bewegte sich keinen Zentimeter und verschränkt stur die Arme vor der Brust. Dieser Angel hatte etwas an sich, das Spike herausforderte. Es reizte ihn einfach, den Schnösel zu ärgern. Daher war es kein Wunder, dass er seinen Mund nicht halten konnte. „Aha, die Nacht war doch nicht so gut. Falsche Wahl, nehme ich an. Tja, so kanns kommen, wenn man sich für den Größten hält."

Schneller als Spike gucken konnte, hatte Angel ihn an den Aufschlägen seines Anoraks gepackt. „Ich sagte. Geh. Mir. Aus. Dem. Weg", knurrte Angel und schubste Spike zur Seite in den Schnee.

„Wie erbärmlich", rief Spike und rappelte sich auf. Er schätze seine Möglichkeiten ab und beschloss dann, dass es kein gutes Bild machen würde einen Touristen zu schlagen. Vor ein paar Jahren wäre ihm das egal gewesen und er hätte sich mit Freuden in den Kampf gestürzt, aber jetzt trug er die Verantwortung für Dawn. Kurz bedauerte er es, vernünftig sein zu müssen, aber zumindest wollte er seine Klappe nicht halten. „Verbal unfähig, also zuschlagen. Dabei tust du so vornehm und bist doch nichts weiter als ein armseliger Schlägertyp", stieß Spike daher verächtlich aus.

Spike bemerkte das betroffene Gesicht Angels und plötzlich fiel ihm auf, wie traurig dessen Augen waren. Doch der Moment war rasch vorüber, denn Angel erwiderte barsch: „Nein, das bin ich nicht, aber bei so einer Nervensäge wie dir flippt jeder aus. Daher, geh mir in Zukunft besser aus dem Weg."

„Vergiss es du Poofter. Das hier ist meine Stadt und..."

„Hallo Jungs, wie ich sehe, habt ihr euch angefreundet." Cordy kam mit ihrem schönsten Lächeln auf die Beiden zu und sagte, zu Spike gewandt: „Können wir los? Ich bin schon sehr gespannt, was du mir so alles beibringen wirst." Dabei klimperte sie mit ihren Wimpern und hakte sich bei Spike unter.

„Ich bin sicher, da wird mir so einiges einfallen", entgegnete Spike charmant, bedachte Angel noch mit einem dreckigen Grinsen und führte Cordy zu seinem Auto.

Angel konnte ein Knurren nur mühsam unterdrücken. Vor seinem geistigen Auge sah er wie sich seine Hände um Spike legten. Angel drückte langsam und genüsslich zu, und...wieso war es plötzlich Cordelias Gesicht, aus dem die Augen hervorquollen?

Erschrocken schüttelte Angel das Bild ab und beschloss, dass er dringend einen großen Pott Kaffee brauchte.

~*~

„Das reicht. Ich bin auf und auf voll mit diesem feinen Schnee." Cordy schüttelte sich und der Schnee fiel ganz leicht von ihr ab.

Spike lachte. „Das ist feinster Pulverschnee, Liebes. Den gibt es sonst nirgends und deswegen kommen die Leute hier her. Dabei ist diese Piste noch harmlos."

„Ich bin nicht wegen des Schnees hier. Ich bin ,.. ach, ich weiß auch nicht."

Spike betrachtete den Gesichtsausdruck Cordys, der verärgert und zugleich unglücklich wirkte.

„Dieser düstere Prinz macht dir wohl das Leben schwer. Vergiss den Kerl, er ist es nicht wert. Du kriegst einen Besseren als den."

„Düstere Prinz?". Cordy schaute Spike erst fragend an, dann lachte sie herzlich. „Du meinst Angel. So hat ihn noch niemand genannt, aber diese Bezeichnung ist treffend für ihn. Aber nein, ihn meine ich nicht. Es geht um Doyle. Ach, es ist alles so kompliziert, also lassen wir das Thema", erklärte sie seufzend.

„Komm Liebes, wir fahren jetzt zu Max. Der betreibt eine Hütte gleich hier in der Nähe. Er macht da so ein Getränkt aus seiner Heimat, das wird dich aufmuntern." Spike zwinkerte Cordy zu und gemeinsam glitten sie durch den Schnee, über eine kleine Anhöhe, hinter der eine Holzhütte stand. Weißer Rauch quoll dünn aus dem gemauerten Kamin und als sie schwungvoll vor der Hütte abbremsten, erkannte Cordy das warme Licht, das durch die Fenster schimmerte. Es sah gemütlich und anheimelnd aus. Sie schnallten ihre Skier ab und Spike lehnte die Bretter zum Abtropfen an die Wand. Dann betraten sie den einzigen Raum und Cordelia wunderte sich, dass sie sich sofort wohl fühlte.

„Bring uns bitte zwei Becher von deinem Glühwein, Max", bat Spike den Wirt, der nickte und Spike führte Cordy zu einem der derben Holztische.

Als das heiße Weingetränk vor ihnen stand, schnupperte Cordy daran und runzelte die Stirn. „Riecht eigenartig."

„Das kommt davon, dass du es nicht kennst. Probier einfach", forderte Spike sie auf und Cordelia kostete. Erst zog sie die Augenbrauen hoch, dann lächelte sie, bevor sie einen weiteren Schluck nahm. „Nicht übel." Weitere Schlucke folgten und ihre Wangen färbten sich, von dem heißen Alkohol.

„Vorsicht Liebes. Das Zeug ist stark und steigt schnell zu Kopf", warnte Spike grinsend.

„Und wenn schon." Cordy war nicht zu bremsen und nach dem dritten Becher erzählte sie Spike von ihrem Kummer. Nach dem Vierten konnte Spike kaum noch etwas verstehen von dem was sie sagte und seufzend überlegte er, wie er sie in diesem Zustand ins Hotel schaffen sollte.

Mit den Skier war das auf keinen Fall mehr möglich und auf diese Hütte kam man nur mit einer Pistenraupe. Allerdings hatte Spike keine Lust Cordy in diesem Zustand im Hotel abzuliefern.

Kurz dachte er nach und grinste, als ihm eine Idee kam. „Bin gleich wieder da", sagte er zu Cordy, die ihm daraufhin zuwinkte, kicherte und sich wieder ihrem Becher widmete.

Spike ging zu Max, redete kurz mit ihm und begab sich dann wieder zurück zum Tisch. „Gib mir mal dein Handy, Liebes", forderte er Cordelia auf. Sie schaute ihn verständnislos an und als er seinen Satz wiederholte, versuchte sie den Zip ihrer Anoraktasche zu öffnen. Nachdem ihr das nach einigen Versuchen nicht gelang, seufzte Spike und griff ein. Eine Minute später durchsuchte er das Telefonbuch ihres Handys. Nachdem er den Namen gefunden hatte, den er suchte, drückte er die entsprechende Taste um den Teilnehmer anzurufen.

~*~

„Kann ich euch noch etwas bringen?", fragte Tara mit einem schüchternen Blick auf Willow.

„Nein, danke. Aber ich würde mir gerne die Stadt ansehen. Kennst du jemanden der mich herumführen könnte?"

„Ja, so jemanden suche ich auch. Kannst du mir diesen blonden Kerl besorgen? Diesen Spike, na du weißt schon. Du kennst ihn sicher. In so einem Dorf kennt ja jeder jeden. Ruf ihn an und sorge dafür, dass er herkommt." Harmony schaute die Kellnerin auffordernd an, die geschockt zu Boden schaute. „Sp..Spike ist nicht so einer. Ich meine man kann ihn nicht mieten. Also schon, a... a... aber nur als Ski-Lehrer. E... er..."

„Lass den Blödsinn, Harmony. Wenn du dir einen Kerl aufreißen willst, dann mach das gefälligst alleine und lass Tara in Ruhe."

Harmony schaute ihre Freundin verwundert an. „So kenne ich dich gar nicht, Will. Sonst bist du immer still und freundlich. Was ist den auf einmal los mit dir?"

„Ich kann es einfach nicht leiden, wie ihr alle, du, Angel, oder Cordy, mit den Leuten umgeht. Das sind nicht eure Angestellten uns selbst wenn, so redet man mit niemanden, Harm", sagte Willow erbost und wandte sich dann mit einem Lächeln Tara zu. „Normaler Weise bin ich nicht so, aber manchmal geht es mit mir durch, wenn jemand ungerecht oder, ...oder eben so ist wie Harmony. Ignoriere sie einfach", erklärte Willow, über sich selbst erschrocken. Doch dann lächelte sie Tara wieder an. „Also, hättest du vielleicht Lust mir die Sehenswürdigkeiten dieser Stadt zu zeigen? Ich suche auch einen Buchladen um einen Bildband von dieser Gegend zu kaufen."

„Ich.. ich.. müsste auch in den Buchladen, also, wenn du magst, kann ich dich hinführen. Ich habe heute Nachmittag frei und wenn du willst..."

„Gerne." Willow strahlte Tara an und die lächelte schüchtern zurück.

~*~

„Angel? Angel verdammt, mach auf." Doyle hämmerte an die Tür von Angels Hotelzimmer, aus der jetzt ein lautes Fluchen und gleich darauf ein Poltern kamen.

Wenig später öffnete Angel die Tür und Doyle musste bei dem Anblick, den sein Freund bot, laut lachen. Angel sah völlig fertig aus. Seine Haare standen in allen Richtungen ab und die Augen waren völlig verquollen. Seine Boxershorts saß mehr schlecht als Recht auf den Hüften und er trug nur an einem Fuß eine Socke. „Wenn du mit deinem dämlichen Gegackere fertig bist, dann komm auf den Punkt. Ich hoffe du hast einen guten Grund, denn sonst ist dein Leben keinen Cent mehr wert", knurrte Angel wütend.

Tbc..

Kapitel 3 von silverbird
„Zieh dich an. Ich brauche deine Hilfe, oder vielmehr Cordy. Sie ist auf einer Hütte, irgendwo in den Bergen. Spike hat angerufen und was davon gelabert, sie wäre abgestürzt und wir sollen sie abholen. Ein gewisser Charles Gunn kommt in zehn Minuten mit einer Pistenraupe und bringt uns rauf. Also beeile dich", verlangte Doyle und drängte Angel zurück ins Zimmer. Dort eilte er zum Schrank, suchte ein paar Klamotten heraus und warf sie Angel zu, der sie reflexartig auffing.

Doch dann schmiss er das Kleiderbündel auf das Bett. Er ließ sich daneben fallen und erwiderte: „Was geht mich Cordelia an. Du stehst auf sie, also kannst du dich auch alleine um sie kümmern. Ich schlafe noch eine Runde, war eine lange Nacht. Und jetzt verschwinde."

Angel versuchte wieder unter die Decke zu krabbeln, doch Doyle riss sie ihm weg. „Nichts da, du kommst mit. Für Cordelia existiere ich nicht. Sie will dich, nicht mich. Das ist offensichtlich und wenn sie auf einen hört, dann auf dich. Also mach kein Theater und steh endlich auf. Wir müssen uns beeilen. Spike hat nicht gesagt wie schwer Cordy verletzt ist."

Angel seufzte gequält, erhob sich jedoch. Doyle mache sich echte Sorgen, das war ihm anzusehen und auch wenn Angel immer so tat, als wäre ihm alles und jeder egal, so stimmte das nicht. Dennoch antwortete er: „Du weißt ich kann mit ihr nichts anfangen. Ich muss noch schnell duschen, solange wird sie schon noch überleben."

„Dafür reicht die Zeit nicht mehr", rief Doyle sichtlich entnervt. „Der Mann mit der Pistenraupe ist jeden Moment da. Wir müssen los. Jetzt."

Entrüstet verschränkte Angel die Arme vor der Brust. „Du erwartest von mir ungeduscht aus dem Haus zu gehen? Bist du noch zu retten?"

„Angel, bitte. Ich mach mir große Sorgen." Der leidende Gesichtsausdruck Doyles und die verzweifelte Stimme, brachte Angel dazu doch nachzugeben. „Okay, du gehst runter, und hältst den Kutscher dieser Raupe auf. Ich komme in zehn Minuten nach. Verschwinde jetzt."

Ein erleichtertes „Danke", murmelnd, eilte Doyle davon und Angel lief ins Bad um sich wenigstens notdürftig zu waschen und sich die Zähne zu putzen. Und wirklich, zehn Minuten später, schlüpfte er neben Doyle und diesen Charles in die Kabine der Pistenraupe.

~*~

„Bist du noch zu retten? Wir denken Cordy ist verletzt, oder Schlimmeres, dabei ist sie nichts weiter als Sturz betrunken. Konntest du dich nicht klarer ausdrücken?", keifte Angel Spike an, während Doyle versuchte die kichernde Cordelia in ihren Anorak zu verpacken.

„Ich sagte abgestürzt, was so viel heißt wie, völlig zu, besoffen, Alkleiche. Jeder weiß was das heißt, außer ihr Stadt-Schnösel Wenn sie ernsthaft verletzt gewesen wäre, hätte ich die Bergrettung oder den Hubschrauber angefordert. Ist ja wohl logisch, Kumpel", entgegnete Spike ungerührt.

„Du warst es, der sie in diese Einöde geschleppt hat, also wäre es auch deine Aufgabe gewesen, sie wieder zum Hotel zu bringen."

„Hallo? Wie hätte ich den wissen sollen, dass sie so eine Schnapsdrossel ist? Hast du schon mal versucht sie von etwas abzuhalten? Sicher hast du das", beantwortete Spike seine Frage gleich selbst, nach einem Blick in Angels Gesicht. „Also weißt du sehr gut, dass das unmöglich ist."

„Rede nicht so über Cordy", mischte sich jetzt Doyle ein. „Sie ist keine Trinkerin."

Cordelia kicherte wieder, grinste dämlich und fiel Doyle um den Hals. „Cordy will noch einen Glüüüüühwein. Guuuter Stoff."

„Genau, sie hasst Alkohol, daher vernichtet sie ihn, wo er ihr begegnet", stellte Spike grinsend fest und ignorierte Angels Schnauben, der gleich darauf knurrend befahl: „Bringen wir sie ins Hotel, bevor ich es mir noch anders überlege und sie in den nächsten Schneehaufen schmeiße."

„Ja, ja, der wahre Freund beweist sich in der Not", sagte Spike daraufhin zu Angel gewandt. „Und wie heißt es so schön, wenn Blicke töten könnten, würde ich jetzt tot umfallen. Hast wohl keine Hand frei um mich zu schubsen."

„Das so eine Nervensäge wie du es bist noch niemand umgebracht hat, ist das reinste Wunder", konterte Angel und zerrte Cordy, zur Tür.

Mit vereinten Kräften schafften sie es letztendlich die junge Frau über die hohen Stufen in die Pistenraupe zu verfrachten. Doyle setzte sich neben sie, um sie zu stützen, doch als Angel einsteigen wollte, schüttelte Charles den Kopf. „Kein Platz mehr."

„Was soll das heißen? Ich kann ja wohl kaum hier bleiben. Also rückt gefälligst zusammen, dann wird es schon gehen", verlangte Angel und stieg auf die erste Stufe."

Doch Charles erwiderte scharf: „Ich sagte Nein und jetzt runter mit dir, sonst bekommst du eine Flugstunde."

„Das wird deine letzte Fahrt gewesen sein, wenn ich mit deinem Boss gesprochen habe. Das versichere ich dir", schnaubte Angel wütend, doch Charles zuckte nur mit den Schultern „Tu dir keinen Zwang an. Mein Boss ist William Pratt. Er ist in der Hütte. Aber das weißt du vermutlich."

Ungerührt startete Charles das Fahrzeug und tuckerte los, einen verblüfften Angel zurücklassend.

Doch er fing sich schnell und seine kurze Ratlosigkeit schlug in wilden Zorn um. Wie konnte es dieses Bergvolk wagen ihn, Angel Galway so zu behandeln. Wutentbrannt stapfte er daher in die Hütte zurück und baute sich vor Spike auf.

„Was ist mein Großer, sind die die Felle davon geschwommen", fragte Spike mit Unschuldsmiene, sehr wohl wissend, wie Charles den Transport in seinem Fahrzeug handhabte.

„Nein, eine Raupe ist mir davongerobbt", zischte Angel und schoss imaginäre Giftpfeile aus seinen Augen.

„Ha, du bist witzig. Okay, nicht wirklich, aber mit etwas Übung..."

Weiter kam Spike nicht, denn Angel packte ihn an der Jacke. „Ich bin nicht zu deiner Erheiterung hier. Wie komme ich jetzt hier weg? Außerdem erwarte ich, dass du diesen Pistenpiraten entlässt. Auf der Stelle."

„Zum Ersten, ich finde dich schon komisch, auf eine gewisse Art. Zum Zweiten; du kannst doch angeblich sooo gut Ski fahren. Jetzt kannst du es beweisen. Zum Dritten; Charles Gunn ist ein verantwortungsvoller Fahrer und weiß was er tut. Wenn er also seine Passagierzahl beschränkt, ist das seine Sache. Daher, vergiss es."

Angel ließ Spike los und atmete tief durch. Einen kurzen Augenblick wünschte sich Angel, er wäre zu Hause geblieben. Keine Konfrontation mit seinem Vater war ja so nervig gewesen wie eine mit diesem Spike. Angels Plan den ganzen Tag Ski zu fahren und sonst nichts als Spaß zu haben, machte dieser Ski-Lehrer völlig zunichte. Er ließ sich nicht einschüchtern und gab Kontra, zu allem was Angel sagte. 'Ihn als Freund zu haben, muss die reinste Hölle sein. Freund? Wie komme ich auf diese absurde Idee? Höchstens als Feind kommt dieses blonde Gift in Frage', korrigierte Angel schnell seine Gedanken. Und dann dachte er darüber nach, wie er Spike zumindest so beeindrucken könnte, dass er vor Bewunderung seine freche Klappe halten würde.

„Was ist jetzt, Kumpel. Kannst du so gut Ski fahren wie du behauptest, oder soll ich dir Gunn nochmal hoch schicken, damit er dich abholt?", wollte Spike grinsend wissen.

Angel grinste ebenfalls, denn da war sie, die Gelegenheit. Angel würde diesem Möchtegern-Ski-Lehrer zeigen, was es hieß sich mit Angel Galway anzulegen. Nicht umsonst hatte er einige Pokale gewonnen- und das auf fast allen Pisten Amerikas. „Okay, ich bin dabei. Da wäre nur noch das Problem der Ski-Schuhe und Skier."

Spike betrachtete kurz die Füße Angels. „Ich frag mal Max, er dürfte die gleiche Monstergröße haben wie du."

„Das sind normale Männerfüße für einen Mann meiner Größe", maulte Angel hinter Spike her, der schon auf dem Weg in die Küche war um Max seine Ski-Schuhe abzuschwatzen. Trotzdem grinste Spike, denn er hatte Angels Protest sehr wohl gehört.

'Wir sind noch nicht fertig, mein Hübscher, ich kanns noch besser. Wenn wir beide miteinander fertig sind, wirst du es sein, der vor mir auf dem Boden liegt', dachte Spike diabolisch, sich an die Szene vor dem Hotel und im Restaurant erinnernd.

Wenig später kam Spike zu Angel zurück und drückte ihm ein paar abgewetzte Ski-Schuhe in die Hand.

Angel erkannte sofort, dass es zwar ein älteres Modell, aber von besonderer Markenqualität war. Auch die Größe stimmte und Angel fragte sich, wie Spike das so genau hatte abschätzen können. Aber die Blöße danach zu fragen wollte Angel sich nicht geben, daher setze er sich und zog die Schuhe wortlos an. Die Schnallen ließ er aber wie Spike offen, so konnten sie besser gehen. Spike ging voran und führte Angel zu dem Ski-Stall, aus dem er ein Paar Ski nahm und sie Angel grinsend überreichte.

„Damen-Ski?" Angel war der Schock ins Gesicht geschrieben. Gleichzeitig kam Wut in ihm hoch. Er würde sich auf keinen Fall so verarschen lassen.

„Andere habe ich nicht. Das sind die, mit denen Cordelia her gefahren ist. Nimm sie, oder lass es", entgegnete Spike ungerührt. Doch damit wollte Angel sich nicht abfinden. Kurz überlegte er und gleich darauf erschien ein teuflisches Lächeln auf seinem Gesicht. „Du bist ein größerer Feigling als ich dachte", sagte er und in diesem Augenblick sah Spike rot. Ein tiefes Knurren drang aus seiner Kehle, während er sich auf Angel stürzte und ihn zu Boden riss. Gleich darauf rammte er Angel die Faust ins Gesicht und schrie: „Nenne mich nie wieder Feigling, du elender Bastard und jetzt sieh zu, wie du den Berg runter kommst. Ich werde dir sicher nicht den Weg zeigen."

Angel war zu verblüfft um gleich zu reagieren, außerdem tat ihm sein Kinn höllisch weh. 'Der Kleine ist wesentlich stärker als er aussieht', dachte Agnel nicht ohne Bewunderung. Doch dann rappelte er sich schnell auf und sagte: „Okay, du bist also kein Feigling, also krieg dich wieder ein. Wir sind quitt, würde ich sagen."

Es war purer Eigennutz, dass Angel sich so verhielt, denn ihm war durchaus klar, wie gefährlich es sein konnte in einem unwegsamen und zudem unbekannten Gebiet alleine abzufahren. Außerdem wurde es bald dunkel. Das Risiko sich zu verirren und schlimmer noch, bei den eisigen Temperaturen in der Nacht umher zu irren, war einfach zu groß.

Spike war unsicher wie er reagieren sollte, daher blaffte er Angel an. „Von jetzt an sag ich wo es lang geht, verstanden?"

„Okay", war alles was Angel mit ernstem Gesichtsausdruck erwiderte.

Sofort war Spike misstrauisch. "Ich lass dich zurück. Irgendwo in der Schneepampa, wenn du wieder Zoff machst."

"Werde ich nicht, versprochen. Außerdem, denkst du ernsthaft, dass du mir davon fahren könntest?", wollte Angel überheblich wissen.

„Okay, das wars, Kumpel. Du kannst es einfach nicht lassen. Also leck mich." Spike stieg in die Bindung und sie rastete ein.

„Interessantes Angebot. Vielleicht komme ich darauf zurück", entgegnete Angel lächelnd und stellte sich Spike in den Weg.

Spike blieb kurz der Atem weg. Der Blick mit dem Angel ihn bedachte und dieses Lächeln, raubte Spike die Luft und er war unfähig eine flapsige Antwort zu geben, so wie er es eigentlich vorgehabt hatte. Doch dann fasste er sich schnell wieder. Er kannte Typen wie Angel. Reiche Schnösel, die dachten nur weil sie Geld hatten könnten sie sich alles erlauben. „Geh mir aus dem Weg, du Trottel, ich habe echt keine Lust mehr auf deine Spielchen. Du glaubst der Größte zu sein und denkst mit jedem machen zu können was dir gefällt. Vergiss es, bei mir läuft das nicht", sagte Spike kalt und machte Anstalten mit den Skiern zu wenden.

Angel erkannte erneut, dass Spike anders war, als die Leute mit denen er es sonst zu tun hatte und dass es in seiner jetzigen Situation besser war, das nicht zu vergessen. 'Nun gut, mein Charme wirkt auf ihn offensichtlich nicht, dann halt eine andere Taktik. Ich krieg ihn schon dorthin wo ich ihn will', dachte Angel, wieder selbstsicher und gab sich reumütig. „Tut mir Leid, Spike, das ist heute einfach nicht mein Tag. Aber das ist kein Grund dich blöd an zumachen. Nimmst du meine Entschuldigung an?"

Wieder dieser Blick und Spike kapitulierte innerlich. Aber er hütete sich das zu zeigen. „Ja, zur Hölle. Also organisieren wir dir andere Ski, die von Cordy sind schon wegen der Bindung für dich nicht brauchbar."

Seufzend stieg Spike wieder aus der Bindung und trottete zurück in die Hütte. Angel grinste hinterher. „Na wer sagt's denn. Gut gemacht Angel", lobte er sich selbst.

~*~

Inzwischen war es empfindlich kalt geworden. Der Schnee knirschte unter den Skiern der zwei Gestalten, die in eleganten Schwüngen die Hänge hinunter sausten. Obwohl Angel einen ihm fremden Ski fuhr, hielt er recht gut mit Spike mit. Spike fuhr allerdings langsamer, als sonst, wenn er alleine diese Strecke benutze. Denn es würde bald stockdunkel sein, daher war das keine Zeit für ein Wettrennen. Spike selbst hätte diese Strecke im Schlaf fahren können. Er kannte jede Kuppe und jeden Felsen und nicht jeder war so dick mit Schnee bedeckt um keine Gefahr darzustellen. Tiefschnee konnte tückisch sein und Spike hatte keine Lust, Angel von einem dieser Felsen zu klauben. Mal ganz davon abgesehen, dass sie die Nacht bei dieser Kälte kaum überlegen würden.

Angel wusste nichts von Spikes Gedanken. Der Rausch der Geschwindigkeit hatte ihn erfasst. Das Adrenalin raste durch seine Adern. Der eisige Fahrtwind und der aufstobende Schnee, der sich wie feine Nadelstiche in seinem Gesicht anfühlte, peitschten ihn zusätzlich auf. 'Das ist es. Endlich fühle ich mich lebendig', schoss es Angel durch den Kopf. Er fühlte sich so frei, dass er am Liebsten vor Vergnügen laut geschrien hätte. Das war der Kick den er brauchte. Ungewollt fiel ihm sein Vater ein. Er verstand das nicht und würde es nie verstehen. Angel war nun mal kein Bürohengst. Bei ihm musste sich etwas bewegen, vorzugsweise er selbst.

„Hey Kumpel, aufpassen", schrie Spike plötzlich und riss damit Angel aus seinen Gedanken. Gleichzeitig reagierte er und wich, gerade noch so, einer Erhebung aus, bevor er ein paar Meter neben Spike zum Stehen kam, der offensichtlich auf ihn wartete. „Willst du dir den Hals brechen? Ich sagte, bleib in meiner Spur. Was war daran unklar?", blaffte Spike Angel an.

Angel hatte eine scharfe Erwiderung auf der Zunge, doch dann beherrschte er sich. Spike hatte vor der Abfahrt erklärt, wieso Angel seine Spur halten sollte und Angel hatte sich ablenken lassen. Als erfahrener Ski-Fahrer hätte ihm das nicht passieren dürfen, daher zeigte er sich auch dementsprechend reumütig. „Sorry, ich habe nicht richtig aufgepasst. Der fantastische Schnee und die Umgebung..."

„Bloody Hell, ihr Stadtpflanzen seid echt anstrengend. Ein bisschen Natur und schon schnappt ihr über. Los jetzt, wir sind gleich unten."

Tbc

Kapitel 4 von silverbird
Die nächsten Tage verbrachte Angel fast ausschließlich auf den Pisten. Hin und wieder wurde er von den anderen begleitet, aber selbst Doyle und Xander konnten mit dem Tempo und der Besessenheit, die Angel an den Tag legte, nicht mithalten.

Cordelia und Hamony hatten sich schon nach dem ersten Tag ausgeklinkt und Willow beteiligte sich erst gar nicht an diesen verrückten Aktionen. Sie verbrachte nicht einmal mehr die Abende mit der Gruppe, da sie an einem Workshop teilnahm, zu dem ihre neue Freundin Tara sie animiert hatte.

Angel bekam das alles nur am Rande mit. Alles was ihn interessierte und was er wollte, war Ski zu fahren. Er konnte einfach nicht genug davon bekommen. Hier in Jackson Hole war das mit Abstand anspruchsvollste Ski-Gebiet der gesamten USA, das stand für Angel außer Frage.

Nirgends sonst gab es so herrlichen Pulverschnee und Schwierigkeitsgrade die wirklich allen Ansprüchen gerecht wurde.

Angel verdrängte den Gedanken, dass seine Freunde den übernächsten Tag nach Hause zurückkehren würden. Er selbst würde bleiben. Allerdings hatte er vor, das Hotel zu wechseln und in das kleine Hoteldorf Teton Village zu ziehen. Es lag etwa 15 Kilometer von Jackson Hole entfernt, dafür aber direkt an den Pisten, die Angel noch befahren wollte. So musste er sich nicht jeden Tag einen Wagen mieten. Morgen würde es daher das letzte Mal sein, dass er ein Auto brauchte, um nach Snowbird zu kommen um dort den berühmten Utah-Powder zu genießen. Trockener Pulverschnee, der einmalig auf der Welt war. Angel konnte es kaum erwarten.

Weder Xander noch Doyle würden morgen mitkommen. Aber das war Angel sehr recht, so würde er ungestört sein.

~*~

Angel stand am nächsten Tag auf dem Berg und schaute voller Vorfreude hinunter auf die weite, weiße Ebene, die sich unendlich vor ihm erstreckte. Angel war gleich nach Sonnenaufgang aufgebrochen, denn der jungfräuliche Schnee sollte ganz ihm gehören und wie er es sich gedacht hatte, war weit und breit niemand zu sehen.

Mehr als zufrieden darüber, überprüfte er, ob die Skibindung ordentlich eingerastet war. Dann zog er den Zipp seiner Anorakjacke ganz nach oben, setzte die Skibrille auf schlüpfte in die Handschuhe. „Auf geht's", murmelte er und setzte die Stöcke in den Schnee um sich abzustoßen.

„Na großartig. Da stehe ich extra so früh auf, um endlich mal Ruhe von den Touristen zu haben und was passiert? Natürlich krebst einer rum auf den ich jetzt wieder aufpassen muss."

„Spike." Erbost drehte Angel sich um, schob seine Skibrille hoch und schaute den Ski-Lehrer wütend an.

„Jepp, in voller Größe und Schönheit. Und ziemlich sauer. Was zur Hölle willst du alleine hier?"

„Ich wusste es. Wasserstoff verätzt das Gehirn. Was glaubst du was ich hier ALLEINE mache!", brüllte Angel unkontrolliert.

Spike zuckte ungerührt mit den Schultern. „Auf mich warten, was sonnst?"

„NEIN, verdammt noch mal. Die Betonung liegt auf ALLEINE! Also VERSCHWINDE!"

„Tja Kumpel, dann hat MEIN Wasserstoff wohl DEIN Hirn verätzt. Denn jeder Idiot weiß, dass man nicht alleine, die Betonung liegt auf alleine, so eine Abfahrt macht. Also sag Dankeschön Spike, dass du dich bereit erklärst auf mich auf zu passen."

Angel hatte in diesem Augenblick nur einen Wunsch, Spike sein dreckiges Grinsen aus dem Gesicht zu schlagen. Er knurrte wütend und riss sich die Handschuhe von den Händen. Dann warf er seine Skistöcke zur Seite und machte Anstalten seine Skier abzuschnallen, als Spikes leises Lachen Angel innehalten ließ.

„Das Lachen wird dir noch vergehen, wenn ich mit dir fertig bin", rief Angel wütend, doch Spike zuckte wieder mit den Schultern. „Du überschätzt dich und was noch schlimmer ist, du hast keine Fantasie. Alles was dir einfällt ist dich zu prügeln? Wie erbärmlich."

Spike wusste selbst nicht genau, warum er einer körperlichen Konfrontation mit Angel aus dem Weg ging. Denn eigentlich wich er einer netten Prügelei nie aus. Spike hatte einige Erfahrung was das Kämpfen betraf und war ziemlich sicher, mit dem größeren Mann fertig zu werden. Das Zauberwort hieß Wendigkeit, man musste schneller als der Andere sein und als Erster zuschlagen. All das waren Bedingungen, die Spike beherrschte. Trotzdem, Angel zur Weißglut zu treiben, machte einfach mehr Spaß, obwohl sie vermutlich irgendwann doch die Fäuste sprechen lassen würden.

„Okay, du Großmaul", sagte Angel plötzlich und hatte gleich wieder Spikes Aufmerksamkeit. „Ich kann auch anders, und das werde ich dir beweisen. Ich schlage dir ein Wettrennen vor. Das wirst du wohl kaum ablehnen, Super-Ski-Lehrer der du bist", entgegnete Angel sarkastisch.

„Bin dabei, Kumpel. Was ist der Preis?", wollte Spike wissen.

„Preis?"

„Jepp." Spike nickte heftig. „Für den Gewinner muss es doch eine Belohnung geben."

„Da stimme ich dir ausnahmsweise zu. Aber ich will großzügig sein. Du darfst morgen meinen Umzug ins Teton Village übernehmen", erklärte Angel überheblich.

„Träum weiter. Da ich gewinne, darfst du meinen Ski-Stall aufräumen und alle Skier wachsen. Los geht's." Spike rammte seien Skistöcke in den Schnee um sich Schwung zu geben und raste auch schon los.

„Hinterhältiger Bastard", rief Angel hinterher und flitzte Spike nach.

Hohe Fontänen feinsten Pulverschnees stoben um die Beiden, die in langen, eleganten Schwüngen den jungfräulichen Schnee durchpflügten. Die Zwei kämpften verbissen darum, die Führung zu übernehmen, doch keinem von beiden gelang es, länger vorne zu bleiben. Nach zwei Drittel der Strecke war immer noch nicht klar, wer als Sieger hervorgehen würde. Sie passierten gerade nebeneinander eine Kuppe, als sie schräg vor ihnen eine Person stehen sahen, die verzweifelt mit beiden Armen winkte und irgendetwas rief.

Ohne nachzudenken stoppten sowohl Spike als auch Angel ihre rasante Fahrt und kamen in einem großen Schwung zum Stehen.

„Da braucht anscheinend jemand Hilfe", erkannte Angel und Spike antwortete mit einem knappen: „Jepp."

Kaum bei der Person angekommen, die sich als Frau entpuppte, plapperte sie auch schon aufgeregt los. „Was für ein Glück, dass Sie vorbei gekommen sind. Mein Freund, er ist gestürzt, das Bein, er kann sich nicht mehr bewegen. Helfen Sie ihm. Bitte!"

„Bringen Sie uns hin", verlangte Angel. Die Frau nickte nur, wendete, und führe die zwei Männer zu einer kleinen Baumgruppe unter der ein Mann lag und leise wimmerte.

Spike stieg aus seinen Skiern und kniete sich zu dem Verletzten. „Wadenbeinbruch", stellte er gleich darauf fest und griff nach seinem Handy. „Kein Netz", brummte er, nachdem er sich ein paar Meter von der Baumgruppe entfernt hatte und herumgewandert war.

„Dann müssen wir wohl improvisieren", entgegnete Angel und Spike nickte, während er seine Jacke auszog. „Deine brauche ich auch und Ihre", wandte sich Spike an den Verletzen.

„Aber dann wird er erfrieren", protestierte die Frau sofort.

Angel merkte, dass die Frau kurz davor war durchzudrehen und wandte sich an sie, während er seinen Anorak auszog und Spike zuwarf. „Wie heißen Sie? Und wie ist das passiert?"

Sie schaute Angel irritiert an, antwortete jedoch: „Anne, mein Name ist Anne und das ist mein Freund Riley. Wir sind..."

Spike war wirklich froh, dass Angel sofort kapiert hatte und Anne ablenkte. Er konnte jetzt keine hysterische Frau gebrauchen, die ihn von seiner Arbeit abhielt, denn es war wichtig, rasch zu handeln. Der Mann war schon unterkühlt und sie mussten ihn rasch ins Tal bringen.

Spike hörte, wie Angel beruhigend auf die Frau einredete, ihr erklärte, dass Spike wisse was er tut, was Spike kurz aus dem Konzept brachte, denn mit allem hatte er gerechnet, nur nicht mit einem Lob von Angel.

Das Wimmern Rileys brachte Spike wieder dazu sich auf seine Aufgabe zu konzentrieren. Er verband durch die Zipps die Anoraks miteinander und zog seine Skistöcke durch zwei der Ärmel. Dasselbe machte er auch mit Rileys Sachen. Als er damit fertig war, fragte er Angel: „Schon mal einen Akia gefahren?"

Der schüttelte den Kopf. „Nein. Aber alles macht man das erste Mal. Was muss ich tun?"

„Es ist nur ein Provisorium das ich gebastelt habe, daher müssen wir langsam und vorsichtig fahren. Aber erst brauchen wir noch eine Schiene, für das Bein."

Mit einem Ski Rileys ging Spike zu einem starken Baum und schlug den Ski dagegen. Er krachte zwar, brach aber, trotz mehrmaligen Zuschlagens nicht. Spike schnaubte wütend und holte erneut aus. Wieder nichts.

„Lass mich mal", verlangte Angel und nahm Spike den Ski aus der Hand. Angel holte Schwung und mit einem lauten Krachen brach der Ski entzwei. „So macht man das", erklärte Angel grinsend.

„Pha, das war leicht, schließlich habe ich die ganze Vorarbeit geleistet", gab Spike maulend zurück.

Weiterhin grinsend reichte Angel Spike das Stück ohne Bindung. „Spar dir deine Ausreden und schiene besser das Bein."

Spike murmelte etwas in seinen nicht vorhandenen Bart und machte sich an die Arbeit. Dann holte Spike eine Rettungsdecke aus seiner Gürteltasche, wickelte Riley damit ein und mit Angels Hilfe hievten sie den Verletzten in den gebastelten Akia. Rasch erklärte Spike Angel was er zu tun hatte, gab Anne Anweisung langsam hinterher zu fahren und der Abtransport begann.

Angel kapierte rasch wie er sich verhalten musste, und passte sich perfekt Spikes Fahrstil an. So kamen sie gut voran und nach zwei Kilometern versuchte Spike noch mal Verbindung mit seinem Handy zu kriegen. Es klappte. „Die Rettungsmannschaft wird schon warten, wenn wir unten sind. Übrigens, gute Arbeit", sagte Spike anerkennend an Angel gewandt.

Angel war außer Stande etwas zu erwidern. Für Arbeit war er noch nie gelobt worden. 'Kommt vielleicht daher, dass ich noch nie gearbeitet habe', dachte Angel erkennend. Doch bevor er weiter darüber nachdenken konnte, riss ihn Spike mit einem „Weiter", aus seinen Gedanken.

~*~

Dawn gehörte als freiwillige Helferin zum Rettungsteam. Für sie war es eine gute Übung, da sie später einmal Ärztin werden wollte. Allerdings war sie mit dem eigenen Auto gekommen, damit Spike gleich nach Hause fahren konnte.

Nachdem Riley notversorgt worden war und er, sowie Anne, im Rettungswagen weggebracht worden waren, wandte Dawn sich an Spike und Angel. „Ihr seid total durchgefroren. Das habe ich mir schon gedacht und schon mal die Sauna aufgeheizt. Ich bin übrigens Dawn, Spikes Schwester", erklärte sie, an Angel gewandt.

„Adoptiert, nehme ich an. Du kannst unmöglich mit Mr. Peroxyd Bluts verwandt sein." Angel lächelte charmant und schüttelte Dawn die Hand.

Dawn runzelte die Stirn und sah zu Angel hoch. „Pass auf was du sagst, denn ich kann es nicht leiden, wenn jemand abfällig über meinen Bruder redet. Daher habe ich kein Problem damit, wenn du dir was abfrierst, weil ich dich hier zurück lasse."

„Kein Grund sich gleich aufzuregen nur weil ich einen Witz gemacht habe." Angel hob abwehrend die Hände.

„Ich mag keine Witze auf Kosten meines Bruders", stellte Dawn klar. „Und jetzt los, einsteigen."

„Meine Güte, die Pratt-Familie ist aber schnell auf die Palme zu bringen", murmelte Angel noch leise und setzte sich in das Auto. Er war müde nach der anstrengenden Abfahrt und hatte keine Lust sich noch herumzustreiten.

Spike lachte belustigt und stieg ebenfalls ein. Die Fahrt verlief wortlos und als Dawn vor ihrem Haus hielt, mussten sie Angel aufwecken.

„Was?" Erschrocken riss Angel die Augen auf und schaute in das grinsende Gesicht Spikes. „Doch nicht der so harte Kerl, der du vorgibst zu sein. Komm schon, aussteigen. Wir sind da."

„Ich sollte besser in mein Hotel", brummte Angel während er sich steif aus dem Auto schälte. Er war verärgert über sich selbst, weil er einfach so eingeschlafen war und auf Spike, weil er...ja wieso eigentlich?

„Bullshit. Du bist über eine Stunde nur mit dem dünnen Pullover in der Kälte gefahren. Wenn du keine Erkältung bekommen willst, tust du was ich dir sage. Also stell dich nicht so an und komm mit", verlangte Spike.

Angel überlegte nicht lange. Das letzte was er wollte, war seinen Urlaub im Bett zu verbringen. Daher folgte er Spike, der ihn ins Haus führte. Dort zogen sie auf Anweisung Dawns die Ski-Schuhe aus und begaben sich in den Keller.

„Handtücher, Bademäntel, Duschgel. Nimm dir was du brauchst", sagte Spike und öffnete einen Schrank. „Die Dusche ist rechts von der Saunakabine. Mach es dir schon mal gemütlich. Ich bin gleich zurück."

Erst jetzt bemerkte Angel wie kalt ihm war und er schlüpfte rasch aus seinen Kleidern. Kurz inspizierte er die verschiedenen Duschgels in dem Regal, entschied sich für einen Zitrusduft, nahm ein großes Badetuch an sich und begab sich dann in die Duschkabine.

Das heiße Wasser war sehr wohltuend und als er sich gewaschen hatte, musste er sich überwinden die Dusche zu verlassen. Doch die Aussicht, sich in der heißen Sauna so richtig aufzuwärmen, erleichterte seine Entscheidung. Daher drehte er das Wasser ab und schlang er sich das Badetuch um die Hüften.

Als er die Saunakabine betrat, saß Spike schon auf der obersten Stufe, den Aufgussbottich in der Hand. „Na endlich. Das hat ja gedauert", sagte er, stand auf und goss mit einem Schöpflöffel das angereicherte Wasser über die heißen Steine. Beißender Dampf stieg auf und Angel schnappte kräftig nach Luft, um gleich darauf heftig zu husten. „Was, zur Hölle, ist das?"

Keuchend ließ Angel sich auf der untersten Stufe nieder.

„Schnapsaufguss", erklärte Spike lachend. „Der tötet jeden Virus ab."

„Ja und uns vermutlich gleich mit", murmelte Angel und lehnte sich zurück.

„Entspann dich. Das reicht nicht mal für einen ordentlichen Rausch." Spike begab sich wieder auf die oberste Stufe und legte sich hin.

Angel schielte so unauffällig wie möglich nach oben um Spike, der die Augen geschlossen hatte, zu betrachten. Schon als Angel die Sauna betreten hatte, war ihm aufgefallen, was für einen wohl proportioniert Körper. Spike hatte. Plötzlich bedauerte Angel, dass sie Handtücher um die Hüften trugen. Er hätte gerne alles von Spike gesehen. Stellte sich vor, wie es sich an fühlte, mit den Händen über die Rippenbögen zu streichen, hinunter zu der Stelle, wo sie sich verjüngten. Angel fragte sich, wie Spike reagieren würde, wenn Angel seine Zunge in den Bauchnabel tauchen würde und wie Spikes Stöhnen klingen würde, wenn er, Angel, tiefer ging, das Handtuch entfernte und..."

Tbc..

Kapitel 5 von silverbird

„Ich habe genug." Angel erhob sich hastig, eilte aus der Sauna und rannte in die Dusche. Dort stellte er das Wasser kalt ein und erst nach ein paar Minuten unter dem eisigen Wasserstrahl konnte er wieder normal durchatmen. Das lag allerdings nicht an dem kalten Wasser, sondern an seinen Fantasien, die mit ihm durchgegangen waren.

'Es liegt nicht an Spike, sondern nur daran, dass ich auf Männer stehe. Spike war nur zufällig da. Jeder andere Mann hätte die gleiche Reaktion in mir hervorgerufen. Das ist ganz normal. Es liegt nicht an Spike. Ich kann ihn nicht leiden, also war es nur eine hormonelle Reaktion. Nichts weiter. Mir ihm? Nein, auf keinen Fall. Erstens weiß ich nicht einmal ob er schwul ist - und selbst wenn. Die Vorstellung mit ihm...und dann kommt eine seiner blöden Bemerkungen, daraufhin krieg ich womöglich keinen mehr hoch und was dann von ihm käme, kann ich mir gut vorstellen. Nein. Danke.'

Das Angel überhaupt solche Gedanken hegte wunderte ihn. Bisher war es ihm immer egal gewesen, was jemand von ihm dachte und Erektionsprobleme waren für ihn noch nie ein Thema gewesen. „Ich muss hier raus. Sofort."

„Jepp, du bist schon ganz schrumpelig. Überall." Spike lachte leise und Angel zuckte erschrocken zusammen. Er hatte nicht bemerkt, dass Spike hinter ihm stand. Rasch wollte Angel nach dem Handtuch greifen, aber es war nicht mehr dort, wo er es hingelegt hatte.

Kein Wunder, denn Spike hielt es in der Hand und reichte es nun grinsend an Angel weiter. Der riss es Spike wütend aus der Hand. Kurz überlegte Angel sich das Handtuch wieder umzubinden, ließ es dann aber, denn sein Potential sich lächerlich zu machen, hatte er heute schon mehr als erreicht. Und so schlenderte er, hoch erhobenen Hauptes, zu dem Hocker, auf dem seine Kleider lagen.

Spike betrachtete die Rückenansicht Angels und zog seine Unterlippe zwischen die Zähne, um nicht anerkennend zu pfeifen.

'Hölle, schaut der Kerl gut aus. Und einen Hintern hat er. Shit, ich fange gleich an zu sabbern. Kaltes Wasser, sehr, sehr kaltes Wasser. Sofort.' Rasch stieg Spike unter die Dusche und seufzte erleichtert, als es seine Wirkung tat.

Als sich alles bei Spike beruhigt hatte und er aus der Dusche stieg, war Angel gerade fertig angezogen.

„Geh schon mal rauf. Wie ich Dawn kenne, steht die Suppe schon auf dem Tisch", erklärte Spike, während er in den Bademantel schlüpfte.

Doch Angel knurrte: „Danke, verzichte." Dann eilte er davon.

Stirnrunzelnd schaute Spike ihm nach. „Was war das jetzt?"

~*~

Angel stand am Tresen und wartete, dass der Rezeptionist seine Rechnung fertig machte, als Willow neben ihn trat. „Jetzt sind sie weg", bemerkte sie ein wenig betrübt.

„Du siehst sie ja bald wieder. Außerdem hast du jetzt Tara", entgegnete Angel Augen zwinkernd und Willow errötete. „Ich freue mich nun echt auf Weihnachten und bin gespannt, wie das hier gefeiert wird. Da du ganz alleine bist, laden wir dich herzlich ein. Wir feiern bei..."

„Sorry, ich habe es nicht so mit Weihnachten. Aber viel Spaß euch beiden", würgte Angel die Einladung ab und legte dem Rezeptionist seine Kreditkarte hin.

„Schade, aber wenn du es dir noch anders überlegen solltest, die Einladung steht." Willow lächelte Angel an, dann ging sie davon.

„Entschuldigen Sie Mr. Galway, aber diese Karte ist gesperrt", erklärte der Rezeptionist etwas verlegen.

„Was? Das ist nicht möglich. Versuchen Sie es noch einmal."

„Tut mir Leid, ich habe es schon zwei Mal versucht. Aber vielleicht haben Sie eine andere Karte?"

Angel nickte und holte eine andere Karte heraus, doch auch die wurde abgelehnt. „Das verstehe ich nicht. Einen Augenblick bitte. Ich muss rasch telefonieren." Schnell begab er sich in eine der Telefonkabinen des Hotels und wählte die Nummer seines Vaters.

Keine fünf Minuten später, knallte er die Tür der Telefonkabine zu und blieb plötzlich ratlos stehen. Sein Vater hatte alle Kreditkarten sperren lassen und auch Angels Konto eingefroren.

Außerdem hatte er Angel ein Ultimatum gestellt. Entweder er kam umgehend nach Hause zurück und begann in dem Betrieb seines Vaters zu arbeiten, oder Angel würde keinen Cent mehr erhalten. Für eine Antwort hatte Angel zwei Tage Zeit.

„Nicht mit mir", knurrte Angel zornig und stampfte in sein Zimmer um seine Lage zu überdenken.

Eine Stunde später klopfte er an Willows Tür und erklärte seine missliche Lage. „Ich hätte dich nicht belästigt, aber ich kann weder Doyle, noch Xander erreichen. Selbstverständlich zahle ich dir jeden Cent zurück, sobald ich wieder flüssig bin."

Es war Angel anzusehen, wie unangenehm es ihm war, Willow um Geld zu bitten. Die gutmütige Willow war daher durchaus bereit Angel zu helfen. Allerdings waren ihre finanziellen Mittel begrenzt und das sagte sie Angel auch. „Ich kann maximal deine Hotelrechnung übernehmen, mehr aber auch nicht. Meine Eltern sind nicht so großzügig wie Eure. Also dein Vater nun jetzt ja nicht mehr. Was ich sagen will ist, das..."

Angel winkte ab. „Danke Willow. Ich bin schon froh, wenn du mir mit der Hotelrechnung aus der Patsche hilfst. Inzwischen wird mir schon etwas einfallen."

„Vielleicht solltest du über den Vorschlag deines Vaters..."

„NEIN! Das kommt nicht in Frage. Bevor das passiert, nehme ich hier die nächst beste Arbeit an, die ich finden kann", entgegnete Angel entschlossen.

„Wenn das dein Ernst ist, frage ich Tara, ob sie eine Arbeit weiß."

„Gut, mach das. Ich nehme alles, denn ich werde meinem Vater nicht zu Kreuze kriechen."

Die Beiden beschlossen sich am nächsten Tag zum Mittagessen zu treffen. Bis dahin würde Willow wissen, ob jemand eine Arbeitskraft suchte.

~*~

„Er wird ablehnen, da bin ich ganz sicher."

„Das ist der einzige Job, der derzeit zu haben ist. Mich wundert ohnehin, dass Spike bereit ist Angel einzustellen. Nachdem was Dawn uns erzählt hat, kann er Angel nicht leiden."

„Er wird ablehnen", sagte Willow erneut, doch bevor Tara ihr antworten konnte, trat Angel an ihren Tisch und setzte sich. „Hallo ihr Zwei. Um gleich mit der Tür ins Haus zu fallen", wandte er sich sorgenvoll an Tara. „Hast du einen Job für mich auftreiben können? Ich kann mir zwar noch immer nicht vorstellen zu arbeiten. Aber vielleicht ist es gar nicht so übel."

„Na ja, kommt darauf an, was man unter Übel versteht", murmelte Willow und Angel schaute sie Stirn runzelnd an. „Das klingt nicht gut. Was ist es? Kellner? Schnee-Schaufler? Kofferträger?"

Tara und Wilow schüttelten gleichzeitig den Kopf und Tara entgegnete leise. „Ski-Lehrer?"

Angels Gesicht erhellte sich und er antwortete freudig. „Skilehrer? Wunderbar. Das ist ja perfekt für mich. Wann kann ich anfangen? Wo muss ich mich vorstellen?"

„Vorstellen kannst du dich noch heute", erklärte Willow mit ernstem Gesicht. Doch das fiel Angel in seiner Freude nicht auf.

'Das ist viel besser gelaufen, als ich je geglaubt hatte. Meine Sorgen und die Nachdenkerei die ganze Nacht waren völlig sinnlos. Und was das Beste ist, mein Vater kann mir den Buckel runterrutschen mit seinem Ultimatum', dachte Angel, bevor er laut sagte. „Tara, du bist die Beste, du natürlich auch Willow", beeilte er sich zu sagen. „Wo also, kann ich mich vorstellen? Ich hoffe, ich komme zu Fuß dorthin. Ein Mietwagen sprengt derzeit mein Budget.

„Nein, nein. Keine zehn Minuten von hier, die Straße runter."

„Fein. Wie heißt der Laden?" Angel war schon aufgestanden und schaute Tara erwartungsvoll an.

„Magic-Ski-Schule", entgegnete sie kaum hörbar.

„Magic-Ski. Okay, dann gehe ich gleich los." Angel lief ein paar Schritte, dann blieb er abrupt stehen und eilte zu den zwei Frauen zurück, in seinem Gesicht ein Ausdruck des Schreckens. „Magic-Ski? Spikes Magic-Ski-Schule?"

„Ähm ... ja?", flüsterte nun auch Willow.

„NEIN!" Geschockt ließ Angel sie wieder auf den Stuhl fallen.

Aber Spike würde dich einstellen und du liebst es Ski zu fahren", versuchte Willow Angel zu überzeugen.

„Nein, nein, nein", keuchte Angel erneut.

„Aber warum denn nicht? Du könntest es schlechter treffen. Zum Beispiel, wenn du in der Firma deines Vaters arbeiten würdest."

„Es muss doch in diesem verdammten Nest irgendeine andere Arbeit geben. Zum Beispiel bei... bei...der Müllabfuhr?" Angel war offenbar zu allem bereit, nur nicht, bei Spike zu arbeiten, erkannte Willow. „Versuchs doch wenigstens ein paar Tage. Es ist besser als nichts und vielleicht finden wir inzwischen etwas anderes."

„Ich überlege es mir", murmelte Angel deprimiert, stand auf und verließ das Lokal. Willow und auch Tara schauten ihm besorgt nach.

~*~

Angel ging langsam die Straße entlang und dachte nach. 'Das wäre ein Desaster. Spike mein Boss? Das geht nicht. Da ist mein Vater noch die bessere Option. Nein, ist es nicht. Alles ist besser als unter der Fuchtel meines Vaters zu stehen. Mein Leben wäre zu Ende. Und mein schlimmster Alptraum ist, so zu werden, wie mein Vater und letztendlich wie er, als verbitterter Despot zu enden. Nein. Wenn ich aus dem Schatten meines Vaters treten will, muss ich es jetzt tun, selbst wenn ich dafür Spike in Kauf nehmen muss.'

Entschlossen und festen Schrittes eilte Angel die Straße entlang und betrat wenig später Spikes Schule.

Spike war nur ungern auf Taras Bitte eingegangen. Aber nachdem auch Willow, Taras neue Freundin, auf ihn eingeredet hatte und auch noch Dawn die beiden jungen Frauen unterstützte, waren Spikes Chancen abzulehnen, gleich Null gewesen. Allerdings überlegte Spike die ganze Zeit, wie er Angel gegenüber auftreten sollte, falls er überhaupt kam.

„Ähm... hallo Spike."

'Und da ist er schon', dachte Spike und fühlte sich so unsicher, wie Angel aussah. Zum Glück redete Angel gleich weiter. „Tara meinte, du könntest jemanden... ich brauche Arbeit, weil... es ist ... kompliziert." Angel fuhr sich mit gespreizten Fingern nervös durch die Haare und Spike fand das einfach nur niedlich. 'Wenn diese „mir geht alles am Arsch vorbei"- Maske weg ist, könnte man ihn fast mögen', dachte er und lächelte.

Angel verstand Spikes Reaktion völlig falsch. „Okay, das war eine blöde Idee, ich dachte mir schon, dass du das komisch finden würdest. Ich gehe mal besser wieder", sagte er und drehte sich zur Tür.

Spike schnaubte ungehalten. „Was soll das jetzt? Weißt du nicht was du willst? Oder interpretierst du absichtlich immer alles falsch? Willst du den verdammten Job, dann hör auf rumzuzicken. Und bilde dir nicht ein, dass ich Tara, oder dir damit nur einen Gefallen tun will. Es ist einfach so, dass ich mehr Personal brauche. Also was ist jetzt?"

„Ookay? Wann... soll ich anfangen?"

„Kannst gleich da bleiben. Ich erkläre dir, wie es bei uns läuft und dann gibst du um 11 Uhr deine erste Stunde", antwortete Spike und unterdrückte ein fieses Grinsen, während er Angel in den Nebenraum führte.

„Ich soll gleich heute meinen ersten Unterricht geben?" Angel war sehr erstaunt. Er wusste, dass Spike ihn nicht leiden konnte.

'Spike nimmt offensichtlich jeden den er kriegen kann, sonst hätte ich den Job mit Sicherheit nie gekriegt und dann auch noch gleich unterrichten. Ich habe echt Glück', dachte Angel, bemühte sich aber seine Erleichterung nicht zu zeigen.

„Jepp, sag ich doch. Du kannst Ski fahren und gar nicht so schlecht. Also ist diese Stunde gleichzeitig deine Aufnahmeprüfung. Kriegst du es hin, hast du einen Job für diese Saison. Alles andere besprechen wir, wenn deine Schülerin überlebt hat und ich keine negativen Rückmeldungen höre."

„Wirst du nicht. Ich kann das." Angel war von der Einfachheit seiner Aufgabe überzeugt.

„Übrigens, ich zicke nicht."

„Tust du doch."

„Tue ich nicht!"

„Doch!"

„Nein!"

~*~

„Berg-Ski, Mrs. Fletcher, Sie müssen den Berg-Ski belasten. NEIN! Berg-Skiiiiiiiiii. Das. Ist. Der. Ski. Der. Zum. Berg. Zeigt!"

„Den Linken? ...ahhhhhhhhh..." Wumm, Mrs. Fletcher krachte in den Schnee.

'Ich hasse, hasse, hasse ihn. Er ist kein Mensch. Er ist ein Monster. Ein bösartiger, hinterhältiger Dämon. Anders kann es gar nicht sein. Ich hätte wissen müssen, dass er jede Gelegenheit nutzen würde um mich fertig zu machen. Und ich muss zugeben, er hat es sehr geschickt angestellt, in dem er mir diese, diese...Frau aufgehalst hat. Aber da hat er sich verrechnet. Ich bringe ihn um. Das ist beschlossene Sache. Ich schleife ihn an seinen wasserstoffblonden Haaren zur nächsten Gletscherspalte, schmeiße ihn rein und werde es genießen, wenn er um Gnade bettelt. Und wenn er heiser vor lauter Flehen und Betteln ist, sprenge ich die Spalte mit Dynamit, damit er ja nie wieder rauskommt.'

„Ach, Sie sind so stark, Angel. Da fühle ich mich gleich viel sicherer. William hatte da manchmal so seine Schwierigkeiten. Aber Sie, ich denke bei Ihnen werde ich es lernen", flötete Mrs. Fletcher, als Angel sie aus ihrem selbst erschaffenen Krater hievte.

Angel ignorierte den schmachtenden Blick von Mrs. Fletcher und stellte sie entschlossen wieder auf die Ski. „William hat Sie bisher unterrichtet? Das erklärt einiges", murmelte Angel grimmig.

„Wie meinen Sie das?" Mrs. Fletcher war offensichtlich irritiert.

„Nichts von Bedeutung. Aber wir Beide werden jetzt eine neue Methode ausprobieren. Angel erinnerte sich daran, wie er als Kind Ski fahren gelernt hatte und hoffte, mit der Methode auch bei Mrs. Fletcher Erfolg zu haben.

'Den Triumph gönne ich ihm nicht. Ich bringe dieser alten Fregatte das Ski fahren bei und wenn es das Letzte ist was ich tue. Halt. Nein. Falsch. Spike - Gletscherspalte. Das ist das letzte was ich tue', dachte Angel grimmig und drückte Mrs. Fletcher das Ende seiner Ski-Stöcke in die Hände.

Tbc...

Kapitel 6 von silverbird

Angel stellte seine Ski in die Halterung und griff dann in seine Jackentasche. Spike verstand es offensichtlich die Leute auszunehmen, denn die Summe, die Angel in der Hand hielt war auf jeden Fall zu hoch für eine Unterrichtsstunde. Angels Wut auf Spike steigerte sich dadurch noch. Nicht weil Spike Mrs. Fletcher eine hübsche Summe für den Unterricht abnahm, von der Angel nichts hatte, sondern weil Spike Angel diesen hoffnungslosen Fall untergejubelt hatte.

„Natürlich, was habe ich erwartet. Es war klar, dass er meine Notsituation ausnützen würde. Noch ein Grund es durchzuziehen. Weder Spike noch mein Vater werden mich klein kriegen."

Mit grimmiger Entschlossenheit betrat Angel den kleinen Geschäftsraum der Schule und ging zum Tresen, hinter dem Dawn saß und offensichtlich lernte. Angel fasste in die Tasche und legte das Geld, das er von Mrs. Fletcher bekommen hatte auf das Pult.

Dawn runzelte erst die Stirn, dann grinste sie. „Du scheinst da was missverstanden zu haben. Du musst nicht fürs Unterrichten bezahlen, du wirst dafür bezahlt."

„Was du nicht sagst", entgegnete Angel mürrisch. „Das ist von Mrs. Fletcher. Sie hat die Stunde bezahlt."

Dawn schüttelte den Kopf. „Wieder falsch. Die Kurse werden im voraus bezahlt. Alles was du von deinen Schülern bekommst ist dein Trinkgeld. Aber erwarte von den anderen nicht so viel. Nur Mrs. Fletcher ist so großzügig."

„Trinkgeld", murmelte Angel und langsam dämmerte es ihm. Natürlich, wieso hatte er daran nicht gedacht? Schließlich hatte er für Dienstleistungen auch immer reichlich Trinkgeld gegeben. Da er nun ebenfalls Dienstleister war, musste er sich erst an die umgekehrte Situation gewöhnen. 'Es fühlt sich... eigenartig an', dachte Angel. 'Aber nicht so unangenehm wie ich befürchtet habe. Eigenes Geld zu verdienen fühlt sich eigentlich... gut an', stellte Angel erstaunt fest. Gleichzeitig fragte er sich, wieso Spike seine potentiellste Schülerin an ihn, Angel, abgetreten hatte. Lag es nur daran, dass sie sehr anstrengend war, oder steckte da mehr dahinter?

„Wie ging's dir mit Fletcher? Ich weiß, sie lernt es nie und ist nervig, aber das Geld stimmt und Spike dachte, du könntest den Mammon gut gebrauchen." Dawn zuckte plötzlich zusammen und schaute Angel geschockt an. „Ups, das hätte ich nicht verraten dürfen. Bitte sag ihm bloß nichts, sonst macht er mich einen Kopf kürzer."

Angel nickte automatisch und war verwirrt. Wieso tat Spike das? Angel wusste nun überhaupt nicht mehr, wie er das Verhalten seines derzeitigen Bosses einordnen sollte. 'Wir mögen uns wirklich nicht besonders. So ist es doch, oder? Okay, sooo unsympathisch ist er mir auch wieder nicht. Aber was mich irritiert, warum macht er das alles? Gibt mir einen Job und dann auch noch die großzügigste Schülerin.' Angel überlegte hin und her, dann kam ihm die Erkenntnis. 'Klar doch. So steht er vor seiner Schwester und den beiden anderen Mädels gut da. Und je mehr ich verdiene umso schneller ist er mich los. So schlägt er zwei Fliegen mit einer Klappe', dachte Angel und wunderte sich, wieso ihn das plötzlich traurig stimmte.

Doch Angel wurde abgelenkt, denn Spike und die anderen Skilehrer trafen nach und nach ein, begrüßten Angel und behandelten ihn so, als würde er immer schon zu ihnen gehören.

Für Angel war diese Art Gemeinschaft unbekannt, aber er fühlte sich wohl in dieser Runde.

„Wo wohnst du?", wollte Faith, eine hübsche, braunhaarige, geradeheraus wissen.

„Im Teton Mountain Lodge", entgegnete Angel und Faith zog die Augenbrauen hoch. „Wenn du dir den Schuppen leisten kannst, wieso arbeitest du dann als Skilehrer?"

„Ist nur vorübergehend, bis ich was anderes gefunden habe", antwortete Angel schnell und gleichzeitig wurde ihm bewusst, dass er wirklich eine andere Bleibe brauchte. Das Geld, das er als Skilehrer verdiente, würde nicht einmal für die Hotelrechnung reichen, vom Essen ganz zu schweigen.

„Du kannst bei uns wohnen. Ich wäre sogar froh darüber. Bald bin ich weg und dann ist Spike nicht alleine im Haus, wenn du einziehst."

„Dawn, was soll das? Ich kann gut alleine wohnen", knurrte Spike seine Schwester an und warf gleichzeitig einen bösen Blick in die Runde seiner kichernden Freunde.

„Schon gut, ich finde schon etwas. Aber danke, Dawn", brummte Angel. Er kam sich blöd vor und stellte fest, fast kein Geld mehr zu haben war unangenehmer, als er gedacht hatte.

„Unsinn, wir haben Platz, also hol später deinen Krempel. Jetzt wieder an die Arbeit Leute", befahl Dawn.

„Ich dachte du bist der Boss, Spike." Gunn klopfte Spike lachend auf die Schulter und der erwiderte mürrisch. „Nur auf dem Papier, wie es aussieht."

~*~

Am Abend zog Angel mit seinen Koffern in das Pratt-Haus. Spike hatte Angel das Zimmer im Dachgeschoss zugewiesen und Angel fluchte über die schrägen Wände und die niederen Türzargen, an denen er sich andauernd den Kopf anstieß. Nun saß er auf dem Bett und grübelte vor sich hin. Hauptsächlich über Spike.

„Dieser hinterhältige Bastard. War ja zu erwarten, dass er mich in das kleinste Loch steckt, das dieses Haus hat. Dieser blonde Teufel will mich fertig machen. Aber da hat er sich geschnitten. Ich bin stärker. Er wird mich nicht unterkriegen, genauso wenig wie mein Vater. Das hier, der Job und alles, sind nur Übergangslösungen bis ich weiß was ich in Zukunft machen werde.

Angel hatte im Grunde keine Ahnung, wie seine Zukunft aussehen würde. Er wusste nur eines ganz genau, er wollte auf eigenen Beinen stehen, auch wenn der Weg noch so hart sein würde.

Doch im Augenblick war er einfach nur müde. All die neuen Eindrücke und die für ihn ungewöhnlichen Arbeiten, hatten ihn geschafft. Daher dauerte es nicht lange, bis er eingeschlafen war.

~*~

„Hey Faulpelz, aufstehen. Du hast 20 Minuten."

Angel schlug erschrocken die Augen auf und sah gerade noch, wie Spike das Zimmer verließ.

Angel brauchte einen Augenblick um sich zu orientieren, gleichzeitig tastete er mit den Fingerspitzen übe seine Wange. „Spike, er hat mich berührt und... Unsinn, ich habe geträumt. Ich habe von Spike geträumt!" Völlig geschockt saß Angel plötzlich kerzengerade im Bett und starrte mit weit aufgerissenen Augen vor sich hin.

„15 Minuten", brüllte Spike und Angel schnaufte genervt. Dann schälte er sich aber, jeden Gedanken seines Traums verdrängend, aus de Decke und schleppte sich müde in das winzige Badezimmer. Für Angel in Rekordzeit, duschte er, putzte sich die Zähne und zog sich an, bevor er zur Tür stolperte.

„Pass auf, die Tür--"

„Aua!", hörte Spike Angel auch schon.

„--zarge", vollendete Spike das Wort grinsend und nippte an seinem Kaffee.

Sich die Stirn reibend schlurfte Angel in die Küche und verlangte herrisch. „Frühstück!"

„Aber sicher doch. Was darf es denn sein? Spiegeleier, kross gebratener Speck, Croissants und selbst gemachte Edbeermarmelade? Hallo? Was glaubst du Morgenmuffel, wo du hier bist? Das hier ist das reale Leben. Wenn du etwas willst, dann mach es dir gefälligst selbst. Und um eines gleich mal klar zu stellen. Wohnen kannst du hier umsonst, aber für alles andere wirst du genauso deinen Beitrag leisten wie wir. Jetzt komm in die Hufe, die Arbeit wartet."

Spike stapfte wütend hinaus und Angel schaute zornig hinterher. Kurz überlegte er alles hinzuschmeißen, doch dann tauchte das Gesicht seines Vaters vor seinem geistigen Auge auf. Er lachte selbstgefällig und Angel hörte ihn sagen. „Ich wusste es gleich, du bist nicht fähig dein Leben selbst in die Hand zu nehmen. Ohne mich kannst du nicht existieren. Sieh es doch ein."

Angel lachte grimmig. „Das hättest du wohl gerne. Niemals!"

„Was zur Hölle brabbelst du da? Willst du deinen Job nun behalten, oder nicht?", hörte Angel Spike aus dem Flur rufen.

Angel zuckte erschrocken zusammen. Es war ihm nicht bewusst gewesen, dass er laut mit seinem nicht vorhandenen Vater gesprochen hatte. 'Mist, ich MACH  mich noch total zum Trottel und das ausgerechnet bei Spike', dachte er zornig, bevor er ungehalten rief. „Sicher will ich, aber einen Kaffee werde ich wohl noch trinken dürfen."

~*~

Angel hatte gleich am Morgen wieder Mrs. Fletcher als Schülerin und trotz des hohen Trinkgeldes war er ziemlich fertig, als er kurz vor Mittag die Lobby der Skischule betrat.

„Du hast noch eine Gruppe um zwei Uhr. Fortgeschrittenenkurs, acht Leute", erklärte Dawn und stellte Angel eine Tasse dampfenden Kaffee und zwei Croissants auf den Tresen.

Verwundert hob Angel die Augenbrauen, dann lächelte er. „Danke, sehr nett von dir."

„Ist nicht von mir. Spike hat sie geholt. Tut er sehr selten und ich habe keine Ahnung wie wir heute zu dieser Ehre kommen." Dawn grinste und nahm sich ebenfalls eines der köstlichen Hörnchen.

'Kann es sein, dass Spike meinetwegen...? Sicher Angel, träum nur weiter', dachte Angel und schüttelte den Kopf über sich selbst.

~*~

„Wie geht es Angel?" Willow saß mit Dawn in einem kleinen Cafe. Sie warteten auf Tara um mit ihr gemeinsam die Weihnachtsfeier zu planen.

„Frag mich besser wie es Spike geht. Seit Angel bei uns eingezogen ist, benimmt sich mein lieber Bruder echt eigenartig." Dawn kicherte und zog an ihrem Strohalm, bevor sie weiter sprach. „Er hat Angel sein geliebtes Dachzimmer überlassen und heute gab's Croissants. Ich bekam sogar den Auftrag mindestens zwei davon für Angel zu reservieren. Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich sagen, er führt sich auf wie eine Glucke, die auf ihr Junges aufpasst. Und er benutzt Eau de Toilette."

„Oh, du denkst also dein Bruder hat Interesse an Angel? Das wäre vielleicht gut für ihn", überlegte Willow.

Dawn runzelte die Stirn. „Die Frage ist nur, ist Angel auch gut für Spike? Dass Angel Männer mag, weiß ich, weil ich ihn gesehen habe. Am Tag eurer Ankunft in Jackson bin ich abends noch mal ins Magic, weil ich die Abrechnung dort vergessen hatte. Auf dem Rückweg nach Hause, sah ich Angel mit einem Mann in einem Hotel verschwinden und es war nicht das in dem er wohnte."

„Ja", erwiderte Willow. „Angel nimmt es mit seinen Bettgeschichten nicht so genau. Bisher zumindest. Aber ich könnte mir gut vorstellen, dass sich das ändert, wenn er den Richtigen trifft. Angel verheimlicht, dass er schwul ist. Ich weiß es nur von Xander. Er und ich sind die besten Freunde, schon seit dem Kindergarten. Wie auch immer, zurück zu Angel. Alle unsere Freunde denken, er hat ein tolles Leben, aber so ist es nicht. Sein Vater ist ein Despot und will Angel völlig unter Kontrolle haben.

Angel rebelliert natürlich dagegen. Ich denke mal, dass er deswegen oft so unausstehlich ist und auch aus diesem Grund sein wahres Ich verheimlicht. Vielleicht hat er jetzt endlich die Nase voll davon, sich zu verstellen und ist nun bereit, so zu leben wie er es sich vorstellt. Ich würde ihm wünschen, dass es ihm gelingt. Manchmal ist er nämlich richtig nett und hilfsbereit."

„Möglich, dass du recht hast. Aber wenn er Spike weh tut, wird er bereuen jemals nach Jackson Hole gekommen zu sein", entgegnete Dawn grimmig.

~*~

Spike starrte in die Ferne. „Ich bin ein Idiot. Wann ist das überhaupt passiert? Und außerdem, er wird ohnehin nicht bleiben und selbst wenn, mich will er sicher nicht. Shit. Es ist echt besser, wenn er sich bald vom Acker macht, sonst drehe ich noch durch. Ich träume schon von ihm, wie erbärmlich ist das. Verfluchte Hölle, ich habe keine Ahnung, was ich tun soll. Blöder Schnösel. Alles seine Schuld." Spike fluchte noch eine Weile vor sich hin, dann rammte er seine Skistöcke in den Schnee, stieß sich ab und jagte in einem Höllentempo über die Piste, um so seinen Frust abzubauen.

~*~

Angel strich das T-Shit glatt und faltete es so, wie Dawn es ihm gezeigt hat. Er hatte in den paar Tagen viel gelernt. Angel hatte erkennen müssen, dass er von dem, was man „normales" Leben nennt, kaum Ahnung hatte und die Umstellung fiel ihm schwer. Alles selbst machen zu müssen, war ermüdend. Doch gleichzeitig erfüllte es Angel mit Stolz, nach und nach immer selbstständiger zu werden.

Erst war er wütend gewesen, als Dawn und Spike verlangten, dass er, Angel seine Pflichten im Haushalt beizutragen habe. Einer der Gründe war gewesen, dass Angel nicht wusste, wie eine Waschmaschine, oder ein Staubsauger funktionierte. Das war kein Wunder. Sein einziger Job bisher war es gewesen Sohn zu sein. Es war ihm mehr als peinlich gewesen, vor Dawn und vor allem vor Spike zugeben zu müssen, nichts von dem zu können, was für diese Menschen völlig normale Arbeiten waren. Doch zu Angels Verwunderung, verspotteten ihn die Geschwister nicht deswegen, sondern zeigten und erklärten ihm alles ganz selbstverständlich.

Natürlich fiel es Angel sehr schwer auf all die Annehmlichkeiten zu verzichten, die er gewohnt war.

Aber Jackson Hole war ein guter Ort für einen Neustart. Angel mochte die Leute und zu seiner Verwunderung, machte ihm die Arbeit immer größeren Spaß.

'Spike', Angel dachte über seinen Boss nach, wie schon so oft in den letzten Tagen. 'Er benimmt sich mir gegenüber jetzt anders. Nicht freundlicher, oh nein, eher das Gegenteil. Er ist mürrischer denn je. Doch anstatt mich anzumotzen, verschwindet er, sobald ich auftauche. Manchmal schaut er mich auch so eigenartig an und er beobachtet mich, wenn er denkt ich sehe es nicht.

Er kann mich vermutlich immer weniger leiden und das Schlimme dabei ist, dass ich wünschte, es wäre anders. Aber was habe ich erwartet? So wie ich ihn anfangs behandelt habe, wundert es mich immer noch, dass er mir nicht nur einen Job gegeben hat, sondern mich auch noch bei sich wohnen lässt. Wobei diese ...Kammer wirklich unter jeder Kritik ist. Aber zumindest hat sie ein eigenes Bad und auch die Balkon ist toll. Die Aussicht ist fantastisch und im Sommer muss es herrlich sein draußen zu sitzen.'

Angel nahm das nächste Shirt aus dem Korb und schüttelte es aus. Er bemerkte, dass es sich um eines von Spike handelte, das sich unter Angels Wäsche geschlichen hatte. Angels Blick verklärte sich und er drückte das Shirt in sein Gesicht.

~*~

Mr. Galway stieg aus dem Taxi und zog die Schultern hoch. Wind war aufgekommen und dichtes Schneetreiben. Mr. Gallway spürte jeden Knochen. Er schnaubte ungehalten und betrachtete das Schild mit der Aufschrift *Magic Ski*.

„Hier also ist mein Sohn gestrandet. Tiefer kann man wohl nicht sinken. So wie er auch. Dachte mein Herr Sohn ich finde ihn nicht? Er müsste mich besser kennen. Wozu gibt es Kreditkartenabrechnungen." Entschlossen ging Angels Vater auf den Laden zu und trat ein.

Sogleich wurde er von einem blonden Mann begrüßt, der sich als William Pratt vorstellte.

„Ich will mit Angel sprechen. Sofort", verlangte Mr. Galway, ohne Spike noch weiter zu Wort kommen zu lassen.

Spike wurde sofort misstrauisch. Außerdem kam ihm der Ton dieses ungehobelten Klotzes irgendwie bekannt vor. „Was wollen Sie von Angel?"

„Das geht Sie nichts an. Also? Wo ist er?", entgegnete der Mann rüde.

In dem Augenblick wusste Spike an wen der Mann, in seinem edlen Outfit, ihn erinnerte. An...

„Angel, da bist du ja endlich."

„Jepp, genau an diese Person dachte ich", brummte Spike, als Angel genau in diesem Moment in Begleitung von Gunn den Laden betrat.

„Vater." Angel erstarrte und sein Gesicht war urplötzlich vor Schock gezeichnet.

„Erstaunlich, dass du mich noch erkennst. Und jetzt, pack auf der Stelle deine Sachen und mach Schluss mit dem ganzen Unsinn. Du kommst sofort mit nach Hause."

Dieser Befehlston war es, der Angel aus seiner Starre riss. „Nein. Ich gehe nirgendwo mit dir hin. Ich weiß nicht, wie du mich gefunden hast und es ist mir auch egal. Du hast den Weg jedenfalls umsonst gemacht, denn ich bleibe hier. Ich bin genau da, wo ich sein will. Daher gehst du am Besten gleich wieder."

„Treib es nicht zu weit Junge. Solltest du bei deiner Meinung bleiben, werde ich dich enterben", grollte Angels Vater, doch Angel lächelte nur spöttisch. „Ob du es glaubst oder nicht, das ist mir völlig egal. Und um dir deine Entscheidung noch leichter zu machen, bekommst du eine weitere Information. Ich bin schwul. Darf ich also vorstellen", Angel trat zu Spike, legte den Arm um ihn und küsste Spike so plötzlich, dass der zu keiner Reaktion fähig war. „Das ist mein Freund Spike, mit dem ich Tisch und Bett teile. Jetzt entschuldige uns bitte, wir haben noch etwas vor. Du findest selbst hinaus." Angel packte Spike bei der Hand und zog ihn hinter sich her, aus dem Laden. Erst als sie das Haus umrundet hatten, ließ Angel Spikes Hand los. Dann atmete er tief durch und lachte plötzlich befreiend. „Das war Kino-reif", kicherte Angel, nachdem er seinen Lachanfall überwunden hatte. „Hast du sein Gesicht gesehen, als ich behauptet habe, du bist mein Freund? Ich hätte zu gerne ein Foto von dem Gesichtsausdruck meines Erzeugers, als ich dich geküsst habe. Sicher hat er geschaut wie..."

Den Kinnhaken, den Spike Angel verpasste, war so heftig, dass Angel rücklings in den Schnee fiel. „Du bist ein verdammter Bastard", presste Spike wütend hervor, dann stürmte er davon.

Erschrocken schaute Angel Spike nach, während er sich das schmerzende Kinn rieb. Doch dann wurde ihm bewusst, was er getan hatte. „Gott, wie konnte ich nur", murmelte Angel entsetzt. Rasch erhob er sich und rannte zurück zur Schule.

„Du bist ein rücksichtsloser Trottel", wurde Angel sogleich von Dawn begrüßt, die ihm einen heftigen Schlag auf die Brust versetzte. „Pack deinen Krempel und verschwinde. Auf. Der. Stelle! Heim zu Daddy. Wenn du Glück hast, erwischt du ihn noch. Ihr passt sooo gut zusammen", sagte sie ätzend.

Zerknirscht und mit seinem besten Dackelaugen-Blick schaute Angel Dawn an. „Es tut mir so leid. Ehrlich. Ihr habt mich so nett aufgenommen und ich habe mich benommen wie ein..."

„Rücksichtsloser Volltrottel", fiel Dawn ihm wütend ins Wort.

„Ja, das sagtest du schon", murmelte Angel geknickt.

Gunn kicherte. „Wenn es um ihren Bruder geht, wird Dawn zur Furie, daher rechne nicht damit, dass du hier lebend herauskommst."

„Es tut mit leid. Es tut mir ja so leid. Ich hätte Spike nicht benutzen dürfen, nur um meinen Vater eins auszuwischen. Spike hasst mich und hat mir trotzdem eine Chance gegeben und ich..."

„Hör auf mit deiner Mitleidstour, das zieht bei mir nicht. Und du bist nicht nur blöd, sondern auch blind. Denn wenn Spike dich nur hassen würde, hätte ihn dein Verhalten nicht so treffen können." Dawn verschränkte die Arme vor der Brust und schaute Angel herausfordernd an.

„Huh?"Angel runzelte die Stirn und bei seinem verwirrten Gesichtsausdruck verdrehte Dawn die Augen. „Kapierst du denn gar nichts? Oder bist du so auf deinem Egotrip, dass du nicht merkst, was um dich herum passiert? Er hat sich in dich verknallt und frag mich bloß nicht warum. Bisher hatte er eigentlich immer einen guten Geschmack, zumindest was Männer angeht."

Angels Augen wurden riesig. „Er hat was?"

„Toll, taub bist du auch noch. Er. Steht. Auf. Dich. Hast du das jetzt verstanden? Und jetzt verschwinde, bevor du ihm noch mehr wehtust. RAUS. HIER!", rief Down ungehalten und zeigte mit dem Finger zur Tür.

Angel ignoriere ihre Geste und murmelte fassungslos: „Das hätte ich nie gedacht. Wieso habe ich das nicht bemerkt, wo ich ihn doch auch... oh Gott, ich bin wirklich ein Idiot." Angel raufte sich verzweifelt die Haare. „Wo ist er. Ich muss ihn finden. Ich muss mit ihm reden... ihm sagen... Dawn, bitte, hilf mir, ich muss... ich will... bitte sag mir wo er ist."

Prüfend schaute Dawn Angel an.

„Bitte", flehte Angel leise.

Doch Dawn war nach wie vor wütend. „Ich befürchte, er ist rauf zu Hütte von Max und das ist deine Schuld. Denn falls du es noch nicht bemerkt hast, es steht ein Schneesturm bevor und wenn Spike etwas passiert, wird dir klar werden, dein Vater ist ein Weisenknabe gegen mich."

Angel bekam Dawns Drohung überhaupt nicht mit, alles was er denken konnte war, 'Schneesturm. Spike.' „Großer Gott", rief Angel und rannte auch schon zur Tür, die zum Ski-Stall führte, um wenige Minuten später, voll ausgerüstet, wieder durch die Lobby zu rennen, auf die Ausgangtür zu.

„Was wird das?", fragte Gunn, der sich Angel in den Weg stellte.

„Lass mich sofort vorbei, ich muss ihm nach", verlangte Angel böse knurrend, doch Gunn schüttelte den Kopf. „Vergiss es, die Lifte sind wegen des bevorstehenden Sturms eingestellt und mit den Skiern schaffst du den Aufstieg auch nicht. Selbst wenn das Wetter nicht umgeschlagen wäre, es wird in einer halben Stunde dunkel."

Doch Angel blieb stur. „Das ist mir egal. Irgendwie schaffe ich das schon. Also, geh mir aus dem Weg."

Gunn lachte leise und schloss seine Anorakjacke. „Du bist entweder völlig verrückt, oder hoffnungslos verliebt. Wobei das fast das Gleiche ist. Also gut, ich bringe dich mit der Schneeraupe rauf, bevor du dich verirrst, erfrierst - und Spike mir letztendlich noch den Kopf abreißt. Los jetzt, ich will zurück sein, bevor der Sturm so richtig zu toben anfängt."

Kaum hatten Gunn und Angel den Raum verlassen, griff Dawn zu ihrem Handy.

~*~

Gunn hielt sein Fahrzeug ein paar Meter vor Max Hüte an. „Eines noch mein Freund", sagte er zu Angel, als der aussteigen wollte. „Spike ist nicht nur mein Boss, sondern auch mein Freund. Also versau es nicht, sonst binde ich dich hinten an mein Baby und schleife dich bis nach L.A., zu deinem reizenden Vater. Verstanden?"

Angel nickte nur und murmelte ein „Danke fürs Bringen." Dann stolperte er hastig aus der Raupe und rannte zur Tür der Hütte. Der Wind blies schon ziemlich heftig und Angel musste sich dagegen stemmen. Seine Gedanken rotierten, denn auch wenn er von Dawn wusste, dass er Spike nicht gleichgültig war, spürte Angel instinktiv, dass er dieses Wissen in dieser, kommenden Situation, besser nicht benutzte.

Als er die Hütte erreichte, drückte er entschlossen die Klinke hinunter und bemerkte, dass abgeschlossen war. Davon aber wollte Angel sich nicht aufhalten lassen. „Spike? Ich bin's, Angel. Mach bitte auf", rief er laut.

„Was willst du?", kam es von der anderen Seite der Tür zurück.

„Ich muss mit dir reden."

„Dann rede."

„Lass mich erst rein."

„Nope."

„Bitte. Es ist Schweine-kalt."

„Von mir aus frier dir deinen verdammten Arsch ab."

„Komm schon Spike, ich will mich bei dir entschuldigen."

Spike riss die Tür auf und ließ Angel aber eintreten.

„Mach es kurz, ich habe zu tun. Wichtige Dinge", brummte Spike, ohne Angel anzuschauen.

„Okay, also...ich will mich entschuldigen. Sagte ich schon, oder?" Angel war nun doch nervös. Irgendwie hatte er sich das leichter vorgestellt. Er atmete tief durch und begann erneut. „Es tut mir ehrlich leid. Ich weiß das reicht nicht, aber ich hoffe du gestehst mir mildernde Umstände zu. Ich bin ausgerastet, als ich meinen Vater sah und wusste nicht was ich tat. Nein, alles falsch. So meine ich das nicht", sagte Angel schnell, als er Spikes Gesichtsausdruck bemerkte. „Was ich sagen will... ich hoffe ... wünsche mir, dass all das was ich meinem Vater gesagt habe eintreffen würde ... wird."

Spike hob fragend seine Augenbrauen. „Klartext. Was genau willst du mir sagen?"

Angel seufzte genervt über sein eigenes, unverständliches Gestottere. „Das kann ich besser", murmelte er und begann erneut. „Ich wusste es erst genau, als ich dich in der Schule geküsst habe." Angel trat nun nahe an Spike heran und schaute ihm offen in die Augen. „Spike, ich möchte gerne Tisch und Bett mit dir teilen, genauso wie ich es zu meinem Vater gesagt habe."

Angels weicher Blick traf Spike mitten ins Herz und es tat weh. Deswegen konnte er sich nicht verkneifen zu sagen, wobei er todernst blieb: „Du machst mir also einen Antrag."

Erschrocken wich Angel einen Schritt zurück. „Was? Nein, so meinte ich das nicht."

„Du meinst es also nicht ernst?" Spike lobte sich im Geiste selbst, seiner schauspielerischen Fähigkeiten und er genoss es, wie Angel sich wand.

„Doch, schon. Aber sollten wir uns nicht vorher etwas besser kennen lernen? Wir haben uns bisher doch nur geküsst. Da ist ein einen Antrag doch noch etwas verfrüht, oder?"

Spike konnte nicht mehr und brach in schallendes Gelächter aus, was Angel sehr verwirrte.

„Krieg dich wieder ein Angel, das ist echt das Letzte was ich mit vorstellen kann."

Nach einer kurzen Pause sprach Spike plötzlich sehr ernst weiter. „Ich glaube dir kein verdammtes Wort. Nein, lass mich ausreden, verflucht", rief Spike ungehalten, als Angel etwas erwidern wollte.

„Es kann ja sein, dass du jetzt alles glaubst was du gesagt hast. Ich aber glaube, dass du mich nur benutzt hast, um deinem Vater eine reinzuwürgen. Für solche Spielchen bin ich mir zu schade, also verschwinde einfach wieder."

Bedrückt schaute Angel Spike an. „Ich kann verstehen, dass du das annimmst, aber das was ich für dich empfinde, hat überhaupt nichts mit dem Auftritt vor meinem Vater zu tun. Ich habe dich geküsst, weil ich es wirklich wollte."

„So etwas nennst du einen Kuss?" Spikes Augen blitzten zornig, als er auf Angel zutrat, ihm am Nacken packte und ihn zu sich herunterzog. Fest presste Spike seinen Mund auf Angels, entfernte sich ein winziges Stück um mit der Zunge zart über Angels Lippen zu streichen. Der öffnete seinen Mund sofort willig und Spike eroberte was er schon lange begehrte.

Als Angel sehnsuchtsvoll aufstöhnte und sich enger an Spike drücken wollte, ließ Spike von Angel ab und trat einen Schritt zurück. „DAS ist ein Kuss", murmelte er und bereute es sogleich Angel geküsst zu haben. 'Blöde Idee, ganz blöde Idee. Warum tue ich mir das an? Ich bin echt ein Masochist', dachte Spike und stampfte, wütend auf sich selbst hinter den Tresen um sich irgendetwas Starkes zu trinken zu suchen.

Währenddessen stand Angel immer noch wie angewurzelt auf der Stelle, an der Spike ihn hatte stehen lassen und versuchte sich zu beruhigen. Denn Spikes Kuss hatte nicht nur Angels Innerstes aufgewühlt.

Doch noch bevor sich Angel darüber weitere Gedanken machen konnte, schlug einer der Fensterläden krachend an die Wand. Erschrocken zuckten beide Männer zusammen. Spike fing sich als Erster. „Jetzt bricht der Sturm richtig los. Wir müssen alles dicht machen und das rasch. Kann sein, dass wir ein paar Tage hier aushalten müssen. Aber zumindest hat Max genug zu Essen gelagert und drei Gästezimmer gibt's im ersten Stockwerk auch", erklärte Spike sachlich, während sie aus dem Haus gingen.

Zehn Minuten später war das Haus so gut es ging gesichert und die Beiden kehrten frierend ins Haus zurück. Mit klammen Fingern legte Spike ein paar Holzscheite in den Kamin um das Feuer erneut anzufachen. „Das kann dauern. Der Sturm baut sich erst auf", bemerkte er seufzend. „Wenn wir Pech haben, dauert es sogar eine Woche."

„Pech? Glück würde ich sagen. Jetzt kann ich dir beweisen wie sehr ich dich will." Angel pirschte sich an Spike heran, doch der wich zurück. „Vergiss es. Ich will keinen Sex mit dir."

Angel folgte Spike unbeirrt und nahm Spike fest in die Arme. Spike wehrte sich nur halbherzig, wie Angel zufrieden fest stellte und er flüsterte Spike ins Ohr: „Das will ich auch nicht, ich will mehr. Da gibt es erhebliche Unterschiede."

'Der Schnösel, mein Schnösel hat recht, er gibt erhebliche Unterschiede. Und ich glaube, Angel hat sich wirklich geändert. Selbst Dawn ist davon überzeugt. Sie hat mir vor einer halben Stunde am Telefon geschildert, wie fertig Angel war. Meine Schwester erkennt sofort, ob ihr jemand ein Theater vorspielt und sie sagte, bei Angel war das sicher nicht der Fall. Das ist verdammt großartig.' Spike lächelte und es war ihm egal, wie lange der Schneesturm dauerte. Und Spike wusste, Angel dachte genauso.

Spike schloss die Augen und die Wärme und Geborgenheit in Angels Armen breitete sich bis in sein Herz aus.

Ende!

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