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Redress von silverbird
Inhalt: Buffy und Spike haben einen Zusammenstoß mit Santa Claus.
Fandom(s): Buffy the Vampire Slayer / Angel the Series Pairing(s): Buffy/Spike
Story-Genre: Allgemeine Story, Alternatives Universum, Romanze
Lšnge der Story: Mehrteiler
Story-Typ: Hetero - M/F
Warnungen: Keine
Challenges:
Serie: Keine
Kapitel: 4 Story vollendet: Ja Anzahl der Wörter: 6960 Wörter Gelesen: 2116 Mal Datum der Veröffentlichung: 15.01.10 Letztes Update: 15.01.10
Kommentar:

Diese Story habe ich für Silentthunders Adventkalender 2009 geschrieben.

Storypic: Silentthunder

Beta: Lorias

1. Kapitel 1 von silverbird

2. Kapitel 2 von silverbird

3. Kapitel 3 von silverbird

4. Kapitel 4 von silverbird

Kapitel 1 von silverbird

„Es gießt wie aus Kübeln, mir ist kalt und dieses Monster ist nicht totzukriegen. Ich habe echt keine Lust mehr", schimpfte Buffy und blieb einfach im Matsch sitzen.

„Verdammt, Slayer, heb deinen faulen Hintern und nimm endlich seine Beine. Wir müssen ihn so hoch wie möglich in die Luft schleudern. Nur so löst er sich auf." Mit großer Anstrengung hielt Spike den Xabanan-Dämon an den Schultern umklammert. Der schüttelte sich wie ein wilder Stier und versuchte den Vampir abzuschütteln.

Buffy rappelte sich keuchend auf und stürmte erneut wild entschlossen auf den Dämon zu. „Wehe, das stimmt nicht, dann bist du es, der sich auflöst", versprach sie dem Vampir und packte dann den Xabanan-Dämon an den Füßen.

„Mit Schwung und bei drei loslassen", wies Spike sie an. Buffy nickte und sie und der Vampir schaukelten den Dämon hoch, bis Spike zu zählen begann. „Loslassen", brüllte er und gleich darauf flog der Dämon hoch in die Luft.

Sein Schrei mischte sich mit einem anderen und Buffy und Spike schauten sich verwundert an.

Doch gleich darauf platschte eine glibberige grüne Masse auf die beiden und Buffy keifte angewidert: „DAS nennst du auflösen? Jetzt bin ich nicht nur bis auf die Haut nass, sondern sehe auch noch aus, als wäre ich in Wackelpudding gefallen. Du bist so was von tot."

„Falls du es vergessen hast, ich bin schon tot. Und mach nicht so einen Aufstand. Sei froh, dass..."

Neben den beiden fiel plötzlich ein großes, rot gekleidetes Etwas in den Matsch und schimpfte und jammerte abwechselnd. „Au, au, aua. Mein Bein, meine Schulter. Ahh. Schmerz. Spike. Natürlich, wer sonst kommt auf die Idee, mich mit einem Dämon vom Himmel zu schießen."

„Hey, wie hätten wir wissen sollen, dass du da oben herum fliegst? Ich sehe zwar gut, aber so gut auch wieder nicht. Du hättest ja ausweichen können, als der Dämon geflogen kam. Oder hast du es wieder Rudi überlassen, hinzurennen, wo er will? Dann, selber schuld", behauptete Spike ungerührt und holte seine Zigaretten aus der Manteltasche.

„Du bist noch genauso unverschämt wie vor 50 Jahren, aber auch diesmal wirst du wieder gutmachen, was du angestellt hast. Jetzt hilf mir endlich auf, Vampir, bevor ich ungemütlich werde", entgegnete der dicke Mann mit bedrohlicher Stimme und Buffy beobachtete amüsiert, wie Spike schnell seine Zigaretten in der Manteltasche verschwinden ließ und sich rasch bemühte, dem Befehl Folge zu leisten.

Jedoch fruchteten alle Bemühungen nicht. Zudem sah es so komisch aus, wie Spike immer wieder versuchte, den Dicken hochzuhieven, der es partout nicht schaffte aufzukommen, weil sie immer wieder in dem Gemisch von Schlamm und der Masse, die einmal ein Xabanan-Dämon war, ausrutschten. Zudem jammerte der Alte ununterbrochen und Buffy konnte nicht mehr anders, als in schallendes Gelächter auszubrechen.

„Soviel zu Big Bad und seinem dicken Freund, der zudem einen Schneider hat, den man verklagen müsste", kicherte sie, als die beiden Männer letztendlich nebeneinander am Boden saßen.

„Du wagst es mich auszulachen, obwohl du ebenso viel Schuld hast wie William? Buffy Summers, das wird ein Nachspiel haben, denn du wirst William helfen und mit ihm mehr als nur meine Aufgabe übernehmen."

„Huhu, jetzt habe ich aber Angst. Wenn Spike glaubt, irgendwelche Dinge für Sie erledigen zu müssen, dann ist das seine Sache. Mich können Sie vergessen. In zwei Tagen ist Weihnachten und ich habe weder Zeit noch Lust für irgendwelche Spielchen. Abgesehen davon, wer sind Sie überhaupt und woher kennen Sie meinen Namen?"

„Das müsstest du doch wissen. Mich kennt jeder. Ich bin der Santa Claus und weiß alles über dich, Buffy Summers."

„Aber sicher doch und gleich kommt der Osterhase um die Ecke. Für wie blöd halten Sie mich? Jeder weiß doch, dass diese fiktiven Figuren nur die Erfindung der Eltern sind, um ihre Kinder unter Kontrolle zu halten. Ich gehe jetzt nach Hause und nehme eine heiße Dusche. Viel Spaß noch euch beiden." Buffy wandte sich ab und strebte dem Ausgang zu.

„Kein guter Plan", brummte Spike und er sollte Recht behalten, denn der Weihnachtsmann bewegte seinen kleinen Finger und schon stand Buffy wie angewurzelt da.

„Was soll denn das?", fragte Buffy verärgert, nachdem sie vergeblich versucht hatte, ihre Füße vom Boden zu heben. „Ich dachte immer, Santa Claus ist einer von den Guten und jetzt wollen Sie, dass ich mir den Tod hole mit dem ganzen nassen Zeug am Körper? Ganz toll."

„Ich dachte, du glaubst nicht an mich", erwiderte dieser listig und schmunzelte.

„Wenn ich dadurch endlich unter die Dusche komme, glaube ich, an was Sie wollen. Außerdem, vor ein paar Jahren glaubte ich auch nicht, dass es Vampire und andere Dämonen gibt, geschweige denn, dass ich diejenige bin, die diese Monster jagen wird. Also soll es von mir aus auch Sie, den Osterhasen, Schneewittchen und, was auch sonst immer Sie wollen, geben. Sind Sie jetzt zufrieden? Kann ich jetzt gehen?" Buffy rollte genervt die Augen und schaute Santa auffordernd an, doch der schüttelte den Kopf. „Mitgehangen, mitgefangen. Du wirst Spike helfen."

„Auf keinen Fall. Ich werde nicht in diesen ekligen Matsch steigen, um euch da rauszuziehen.

„Glaub mir, Slayer, wenn es nur das wäre, was wir tun müssten, hätten wir ein Riesenglück", murmelte Spike seufzend.

„Was meinst du damit?" Buffy schaute Spike Stirn runzelnd an, doch da sagte Santa in zufriedenem Tonfall: „Sehr gut, unser Taxi ist da. Auf Rudolf ist wirklich immer Verlass."

„Ganz toll", grummelte Spike erneut und ließ sich resigniert nach hinten in den Matsch fallen.

„Was? Rede endlich mit mir, Spike. Was hat das alles zu bedeuten und Sie", Buffy deutete auf Santa, „ich will mich endlich wieder von der Stelle bewegen können."

„Gleich, meine Liebe. Nur noch einen Augenblick Geduld." Der alte Mann lächelte und da in diesem Augenblick ein großer Schlitten, der von neun Rentieren gezogen wurde, neben Santa anhielt, blieb Buffy die wütende Erwiderung, welche sie von sich geben wollte, im Hals stecken.

„Hallo Rudi. Ich freue mich NICHT dich zu sehen", sagte Spike mürrisch, krabbelte aus dem Matsch, ging auf Santa zu, ignorierte dessen Jammern, schaffte es letztendlich, ihn hoch zu hieven und schleppte den verletzten Mann zum Schlitten.

„Du bist verletzt", erkannte Rudolf, das Rentier, besorgt, als er sah, wie Santa humpelte und schaute Spike tadelnd an. „Was hast du angestellt, William?"

„Hey, das sollte ich wohl dich fragen. Du bist schließlich der Leithammel dieses Ungetümes von Schlitten, der in die Flugbahn des Dämons geflogen ist, den wir vernichtet haben. Also erspare mir deine verdammten Beschuldigungen und bring deinen Boss dorthin, wo er auch immer hin will oder muss und lass mich in Ruhe."

„Netter Versuch, aber du solltest wissen, dass du dich da jetzt nicht raus winden kannst und du sollst nicht fluchen", verlangte Santa streng.

Spike knurrte, bevor er ungehalten brüllte: „Ich bekämpfe inzwischen das verfluchte Böse, verdammt. Das musst du doch wissen und anerkennen. Also nimm von mir aus den Slayer mit und lass mich da raus."

„Steigst du freiwillig ein?", war alles, was Santa lächelnd erwiderte und Spike kletterte, leise vor sich hin fluchend, in den Schlitten.

„Kluge Entscheidung und nun du, Buffy Summers." Santa bewegte den Finger und im selben Augenblick konnte Buffy sich wieder von der Stelle bewegen.

„Sicher nicht. Ich steige weder in fremde Autos, noch in fremden Schlitten. Santa Claus hin oder her. Das können Sie vielleicht mit Spike machen, wobei ich nicht verstehe, wieso er tut, was Sie sagen, aber das ist seine Sache, ich..."

Noch bevor Buffy ihre Rede beenden konnte, saß sie neben Spike im Schlitten.

„Rudolf, Dasher, Dancer, Prancer, Vixen, Comet, Cupid, Donner und Blitzen, nach Hause", befahl Santa und Sekunden später sausten sie in den nächtlichen Himmel.

Buffy war zuerst vor Schock sprachlos. Nach einer Weile fragte sie jedoch Spike: „Jetzt erklär mir mal, was ist hier los? Und wohin bringt er uns? Und woher kennst du ihn? Ist er wirklich das, was er sagt, das er ist? Dann können wir ihn nicht bekämpfen. Das alles ist unheimlich", flüsterte Buffy und schluckte, als sie erkannte, wie Sunnydale immer kleiner unter ihnen wurde.

„Genau", antwortete Spike einsilbig. Er hatte sich inzwischen in die weichen Felle zurück gelehnt und beschlossen, es einfach zu nehmen, wie es war. Denn aus Erfahrung wusste er, sie konnten es nicht ändern.

„Was heißt hier genau?", zischte die Jägerin ungehalten, die endlich Antworten wollte. „Klär mich endlich auf, wenn du nicht Staub werden willst."

„Würde Santa nicht zulassen. Nicht, dass es dir überhaupt gelingen würde, möchte ich gleich klar stellen."

„Spike!"

„Okay, okay", murmelte der Vampir resigniert. „Also, wir fliegen zum Nordpol. Ich habe Santa vor 50 Jahren kennengelernt, warum, geht dich nichts an. Ja, es gibt ihn und es ist alles echt und nein, wir können ihn nicht killen, glaub mir, ich hab's versucht. Jetzt halt die Klappe und genieße den Flug."

Spike nahm eines der großen Felle vom Sitz, wickelte Buffy, die offensichtlich fror, damit ein und verschränkte dann die Arme vor der Brust, um zu verdeutlichen, dass das Thema nun für ihn erledigt war.

Buffy lächelte ob seiner Fürsorge, fragte dann aber erneut stur. „Spike, was ist damals passiert? Rede, ich will es wissen."

„Verdammt, Slayer, lass mich in Ruhe. Das geht dich verflucht nichts an. Jägerinnen müssen nicht alles wissen."

Für Spike war eines sicher. Keine Macht der Welt, auch nicht unter der schlimmsten Folter, würde aus ihm herauskriegen, was damals geschehen war. Dabei war es nicht einmal Spikes Schuld gewesen, sondern Drusillas. Trotzdem war es wieder einmal an Spike gewesen, der es hatte ausbaden müssen und das kam so.

Seine schwarze Königin und er waren auf Beutezug unterwegs gewesen, als sie Santa Claus durch ein Fenster beobachtet hatten, wie er Spielzeug unter einem Christbaum verteilte. Drusilla hatte eine Puppe entdeckt und war sofort begeistert von ihr gewesen. „Spike? Ich will sie haben. Schenkst du sie mir?"

Spike, der immer alles für seine Dru tat, um sie glücklich zu machen, hatte nicht eine Sekunde gezögert, war in das Haus eingebrochen und hatte die Puppe schon in der Hand, als Santa plötzlich vor ihm stand und ihn durchdringend anschaute. „William, was für eine schändliche Tat, einem Kind das Weihnachtsgeschenk zu stehlen. Das verlangt nach Wiedergutmachung. Deshalb wirst du mich jetzt begleiten."

Spikes Argumentation, es bleibe ja ein Geschenk, nur halt für seine Drusilla, deswegen solle sich der Dicke nicht so anstellen, kam bei Santa nicht so gut an, wie der Vampir wenig später bemerkte, als er plötzlich neben Santa Claus im Schlitten saß und der von ihm verlangte, ihm zu helfen, die Weihnachtsgeschenke bei den Kindern abzuliefern.

Selbstredend, dass Spike sich weigerte, was nicht sein bester Plan war. Er musste zwar keine Geschenke in Kamine werfen, konnte den Schlitten aber auch nicht verlassen, weil er plötzlich nicht mal mehr den kleinen Finger rühren konnte. Letztendlich musste er Santa Claus auch noch zum Nordpol begleiten. Bei der Arbeit, die er dann dort verrichten musste, wurde Spike heute noch schlecht. Denn er malte Puppengesichter an, zwei ganze Monate lang.

Aber damit nicht genug, Santa lobte ihn auch noch ob seiner guten Arbeit und schenkte ihm eine Puppe für Drusilla. Die Existenz dieser Puppe währte jedoch nur kurz, denn als er zu Drusilla zurückkehrte und sie ihn lächelnd fragte, wie seine Reise zu den Sternen gewesen war, zerschlug er die Puppe auf dem Kopf seiner, in dem Moment überhaupt nicht so geliebten, Königin.

~*~

„Wir sind gleich da", verkündete Santa und riss somit Spike aus seinen unschönen Gedanken.

„Na toll, aber ich male nichts an, damit das klar ist", erklärte Spike nachdrücklich und ignorierte Buffys fragenden Blick.

Santa lächelte unergründlich. „Wir werden schon eine passende Aufgabe für dich finden, William, da bin ich sicher."

Tbc..

Kapitel 2 von silverbird

Vor einem lang gestreckten Gebäude, welches mit roten Schindeln gedeckt war, setzten die Rentiere den Schlitten in den Schnee. Sekunden später war der Schlitten von zig Weihnachtselfen umringt, die alle zugleich auf Santa einredeten. Nur einer der Elfen, welcher eine rote Schärpe über seiner grünen Jacke trug, wandte sich direkt an Spike und fragte streng: „Was hast du angestellt, Vampir?"

„Gibt es auf diesem verdammten Planeten jemanden, der mir NICHT die Schuld für alles gibt? Hast du in den letzten 50 Jahren keinen anderen getroffen, den du beschuldigen kannst. Soll ich dir was sagen, Phemoel? Du kannst mich mal!"

Buffy schaute neugierig zwischen den beiden hin und her, doch noch, bevor sie etwas sagen konnte, breitete sich ein Lächeln auf Spikes Gesicht aus und er sprang aus dem Wagen. Er eilte auf eine kleine, dickliche Elfe zu und umarmte sie herzlich. „Flo! Es tut so gut, dich zu sehen. Wie geht es dir?"

Buffy hörte nicht mehr, was die kleine Frau antwortete, denn sie zog Spike mit sich und die beiden verschwanden in dem Gebäude.

Gleichzeitig kümmerte sich ein Teil der anderen Elfen um Santa Claus und trugen ihn davon, während der andere Teil sich um die Rentiere kümmerte.

Buffy war nicht nur frustriert, sondern auch ziemlich sauer. Nicht nur, dass noch immer die eklige Masse an ihr klebte und zum Teil auch noch angetrocknet war, es schien sich auch keiner bemüßigt zu fühlen, sich um die Jägerin zu kümmern.

„Da rette ich wer weiß wie oft die Welt, war sogar zwei Mal tot und wen schert es? Niemanden. Selbst Spike ist einfach so abgehauen. Mit dieser kleinen... Frau und auch, wenn das jetzt völlig unverständlich für mich ist, frage ich mich, was hat sie, was ich nicht habe? Okay, darüber werde ich sicher nicht nachdenken, denn es ist... abartig. Nicht, dass sie eine Konkurrenz für mich wäre, denn Spike und ich, das wird nie mehr passieren. Das habe ich hinter mir. Ich liebe ihn nicht, ich habe ihn nur benutzt. Und das ist Geschichte. Ein für alle Mal vorbei. Ja, genauso ist es. Daher kann er mit Dicken, Dünnen, Großen oder Kleinen, Schwarzhaarigen oder Frauen jeglicher nur erdenklicher Haarfarbe rummachen. Genau!"

Warum nur tat es weh, dort wo Buffys Herz schlug? Und warum verspürte sie plötzlich den Drang, Spike zu schlagen und gleichzeitig zu küssen?

Zu Buffys Glück wurde sie in dem Moment abgelenkt, denn der Elf, der Spike bei der Ankunft angesprochen hatte, zog ihr das Fell weg, welches Spike so fürsorglich über sie gebreitet hatte, und forderte Buffy auf mit ihm zu kommen.

„Ich kann es ja versuchen", murmelte sie, unsicher, ob Santas Zauber noch wirkte und sie somit den Schlitten nicht verlassen konnte. Zu ihrer Freude jedoch gab es damit kein Problem und so folgte sie dem Elf, der sie ins Haus führte. Während sie die breite Treppe hoch schritten, erklärte Phemoel: „Oben sind die Wohnräume. Ich bringe dich in dein Zimmer, damit du dich frisch machen kannst. Du... ähm... stinkst nämlich."

„Danke, das weiß ich selber und wenn mich dieser Santa Claus nicht entführt hätte, läge ich schon längst frisch geduscht in meinem warmen Bett", entgegnete Buffy patzig.

„Nun, alles, was unser Boss tut, hat seinen Grund. Hier entlang bitte."

Buffy ging automatisch hinter dem Elf her, der plötzlich eine Tür öffnete und die Jägerin bat einzutreten.

Mit allem hatte Buffy gerechnet, nur nicht mit so einem Zimmer. Die Wände waren mit hellgrüner Seide ausgeschlagen und im weichen, hellroten Teppichboden versank Buffy fast bis zu den Knöcheln. Ein Himmelbett, von weißen Wolkenvorhängen umsäumt, stand an einer der Wände. Gegenüber eine entzückende Frisierkommode, die sofort Buffys Herz eroberte, da sie mit kleinen Parfumflakons und vielen anderen Utensilien, die eine Frau so dringend brauchte, bestückt war. Ein dreiteiliger Spiegelschrank vervollständigte die Zimmerausstattung und hinter der Tür daneben vermutete Buffy das Badezimmer, was ihr Phemoel auch bestätigte. „In einer Stunde gibt es Essen. Wir erwarten dich pünktlich in der Halle", sagte er, bevor er das Zimmer verließ.

Buffy registrierte diese Worte nur am Rande, denn alles, woran sie denken konnte, war, endlich den klebrigen Dreck von ihrem Körper zu bekommen. Sie öffnete daher die Badezimmertür und verharrte erstmal sprachlos auf der Schwelle. „Dusche, Badewanne, flauschige Badetücher." Buffy quietschte vor Begeisterung, schloss die Tür hinter sich und schälte sich aus ihren ruinierten Klamotten. Dann drehte sie das Wasser für die Wanne auf, schnüffelte an den verschiedenen Badezusätzen, die auf der Konsole standen und entschied sich dann für eine belebenden Mandarinenduft.

Während die Wanne voll lief, beschloss die Jägerin sich rasch zu duschen und die Haare zu waschen, um erstmal all den Dreck loszuwerden. Erst dann wollte sie sich zur Entspannung in die Badewanne legen.

Als sie bald darauf mit geschlossenen Augen in der Wanne lag und sich wohlig räkelte, fand sie es auf einmal gar nicht so schlecht, entführt worden zu sein.

„Wo bleibst du, Slayer? Verdammt, wir warten schon eine Ewigkeit auf dich!"

„WAS?" Erschrocken riss Buffy die Augen auf, denn anscheinend war sie eingeschlafen und blickte nun in das grinsende Gesicht Spikes. „Was fällt dir ein? Verschwinde auf der Stelle aus meinem Badezimmer."

„Erstens ist es nicht dein Bad und zweitens..." der Badeschwamm, den Buffy ihm mitten ins Gesicht schleuderte, stoppte die Rede des Vampirs. Trotzdem lachte er, griff nach einem der flauschigen Badetücher, wischte sich damit das Gesicht ab und breitete es dann zwischen seinen Händen aus: „Kommst du freiwillig raus, Liebes, oder soll ich dich holen?"

Buffy seufzte und erwiderte mit müder Stimme. „Bitte Spike, geh mir einfach mal nicht auf die Nerven. Ich bin müde und hungrig und was all das hier soll, weiß ich auch nicht. Wir haben doch nur einen bösen Dämon vernichtet und dafür werden wir bestraft? Das verstehe ich nicht und wir werden an Weihnachten nicht zu Hause sein und das ist doch das wichtigste Familienfest und..."

Die hohe Dämonenaktivität der letzten Zeit in Sunnydale forderte ihren Tribut und Buffy war mit ihren Nerven völlig fertig. Gerade deswegen hatte sie sich so auf das Fest mit ihrer Familie gefreut. Wenn alle Menschen, die sie liebte, um sie herum versammelt waren und sie gemeinsam feierten, war das wenigstens ein kleines Stück Normalität, nach dem sich Buffy oft so sehr sehnte.

Spike wusste genau, was in Buffy vorging und er hätte ohne Zögern sein Leben geopfert, um ihr all das zu geben, was sie sich so sehr wünschte. Ein normales Leben. Doch das stand nicht in seiner Macht, aber er konnte etwas anderes tun, daher legte er das Badetuch zur Seite und sagte er entschlossen. „Lass dir Zeit, ich regle das schon mit dem Dicken, denn ich habe einen Plan."

Noch bevor Buffy etwas erwidern konnte, war Spike wieder verschwunden.

Buffy schaute ihm verwundert nach, beschloss dann aber, doch die Wanne zu verlassen. Denn Spike und seine Pläne, das waren so eine Sache.

ooo

„Es ist aber wichtig, also lass mich zu ihm, verdammt."

Phemoel schüttelte stur den Kopf. „Der Boss braucht Ruhe. Zudem solltest du nicht vergessen, dass es deine Schuld war, dass er jetzt in diesem Zustand ist. Außerdem habe ich gesagt, du sollst im Lager helfen. Also mach deine Arbeit."

„Ich sagte später. Jetzt geh mir aus dem Weg, sonst bist du ein toter Elf. Verstanden?"

„Treib es nicht zu weit, Vampir, sonst..."

Ach, halt die Klappe." Spike packte den Elf einfach, klemmte ihn sich unter den Arm und betrat so das Zimmer von Santa Claus.

„Boss, du musst etwas unternehmen. Ich bin der Abteilungsleiter der Versandstelle, aber Spike tut nicht, was ich sage und bringt alles durcheinander." Phemoel zappelte und wandte sich verzweifelt, was Spike einfach ignorierte und zu Santa Claus sagte: „Ich muss mit dir reden. Alleine! Jetzt."

Santa schaute Spike ungehalten an und runzelte die Stirn, was Spike dazu veranlasste, ein gequältes „Bitte", herauszuquetschen.

Santa Claus unterdrückte daraufhin ein Schmunzeln. „Nun gut, aber erst lass Phemoel los. Nicht fallen lassen. Vorsichtig abstellen", verlangte Santa streng und Spike fügte sich, frustriert seufzend.

Als der Elf wieder sicher am Boden stand und gleich darauf wieder zu zetern beginnen wollte, stoppte ihn Santa. „Keine Sorge, ich werde das mit Spike klären. Jetzt lass uns bitte alleine."

Nicht wirklich mit der Aussage seines Bosses zufrieden, verließ der Elf den Raum und Spike atmete unnötiger Weise auf. „Er bewacht dich ja wie ein Höllenhund. Ich sollte ihn in Zukunft Zerberus nennen."

„Er will für mich nur das, was du für Buffy willst", entgegnete Santa und Spike grummelte etwas Unverständliches, bevor er laut sagte. „Da du anscheinend sowieso alles zu wissen glaubst, ist das mein Stichwort. Ich schlage dir einen Deal vor."

ooo

Als Buffy aus dem Badezimmer kam, wartete die Elfe auf sie, welche Spike mit Flo angesprochen hatte. „Ich habe deine Arbeitskleidung bereitgelegt, meine Liebe. Liegt alles hinter dem Paravent. Bitte ziehe dich an, dann werde ich dir unseren Arbeitsbereich zeigen. Dort bekommst du auch etwas zu essen, da du unser gemeinsames Dinner versäumt hast."

„Ganz toll", seufzte Buffy und begab sich hinter den Raumteiler, um eine Sekunde später mit einem grünen, kurzem Kleid in der Hand wieder hervorzuschnellen. „Das ist jetzt nicht Ihr Ernst. So etwas ziehe ich auf keinen Fall an."

„Warum denn nicht?", fragte Flo verwundert. „Es steht dir sicher ausgezeichnet und du wirst deinem Freund William darin bestimmt sehr gefallen." Die kleine Elfe zwinkerte Buffy zu und die Wangen der Jägerin färbten sich in einem hübschen Rot, worüber sie sich allerdings sehr ärgerte und entgegnete: „Spike ist nicht mein Freund. Okay, er ist eine Art Freund, aber nicht so einer. Was ich sagen will, er und ich, wir sind nicht zusammen. Wir waren es mal, aber das ist definitiv vorbei, weil es nicht geht. Er ist ein Vampir, ich die Jägerin und... meine Freunde... es geht nicht."

„Manchmal verstehe ich euch Menschen einfach nicht. So wenigen von euch begegnet die wahre Liebe und anstatt dieses kostbare Geschenk mit ganzem Herzen anzunehmen und festzuhalten, kümmert ihr euch darum, was andere sagen oder denken könnten oder stoßt euch an Nichtigkeiten wie Hautfarbe, Geschlecht, Alter, oder eben in deinem Fall, dass William ein Vampir ist. Wieso begreift ihr Menschen nicht, dass Liebe das Einzige ist, das zählt?" Die Weihnachtselfe schüttelte verständnislos den Kopf. „Ich erwarte dich in fünf Minuten an der Treppe."

Eine Weile starrte Buffy auf die Tür, die Flo hinter sich geschlossen hatte, weigerte sich jedoch über die Worte der Elfe nachzudenken, doch sie hatte zumindest ein paar Fragen an Flo. Daher zog sie sich rasch an und lief aus dem Zimmer.

„Wenn ich das richtig verstanden habe, war Ihre letzte Begegnung mit Spike vor 50 Jahren. Er war damals ein böser, blutrünstiger Vampir, trotzdem mochten Sie ihn. Wieso?", wollte Buffy wissen.

„Dazu möchte ich weiter ausholen. William hat in manchen Dingen einiges mit dir gemeinsam", entgegnete Flo, während sie die Treppe hinunter gingen und durch eine riesige Schwingtüre traten. „Zum Beispiel für andere so zu sein, wie sie ihn haben wollen. Auch er wollte, dass ihn seine Vampirfamilie akzeptierte. Ich will seine Taten nicht schönreden. Es ist schrecklich, was er getan hat, das steht außer Frage. Allerdings war er ein seelenloser Dämon, der so etwas wie Gewissen nicht kannte und er lebte nach den Regeln seines Clans. Doch seine Menschlichkeit hat er trotzdem nie ganz verloren und in besonderen Momenten brach sie durch. Ich habe einen solchen Moment erlebt und das war ein Grund für mich, ihn nie aufzugeben. Und wie ich heute sehen konnte, hat es sich gelohnt. So, meine Liebe", wechselte die Elfe plötzlich das Thema. „Hier ist unsere Produktions- und Verpackungsabteilung. Wie du siehst, läuft alles auf Hochtouren und Spike belädt schon den Schlitten. Dann geht's bald los." Flo zeigte mit dem Finger nach vorne, wo Phemoel auf Spike einredete.

„Nein auf den anderen Stapel, William, und ein bisschen schneller bitte, in 30 Minuten ist Abfahrt."

Phemoel machte es sichtlich Spaß, Spike zu befehligen und der Vampir knurrte vor sich her. „Wichteliger Sklaventreiber. Du wirst dich noch wundern. Nächstes Jahr bin ich ohne Jägerin hier und dann drehe ich dir deinen hässlichen, faltigen, dürren Hals um und zwar langsam, gaaaanz langsam, damit wir beide etwas davon haben. Und ich werde es genießen, wenn dir die Augen aus den Höhlen quellen. Wenn du dich windest und um dich trittst. Und wenn dein ganzer Körper letztendlich den letzten Zuckungen erliegt, dann bin ich es, der zuletzt lacht. Bloody hell, das wird ein Spaß. Und selbst, wenn mich Santa bis in alle Ewigkeit Puppengesichter anmalen lässt, das ist es mir wert."

Flo und Buffy beobachteten die beiden eine Weile. „Spike arbeitet? Das kann nur bedeuten, dass er sich wirklich vor Santa fürchtet", gluckste Buffy, doch Flo stemmte ihre Hände in die Hüften und schaute die Jägerin tadelnd an. „Buffy Anne Summers! Langsam frage ich mich, ob du es überhaupt wert bist, was er alles für dich getan hat und immer noch bereit ist zu tun."

Wütend stapfte die Elfe davon und ließ eine verblüfft dreinschauende Jägerin zurück. „Was meint sie denn damit? Oh." Buffy wurde bewusst, dass die Elfe anscheinend genau wusste, was sich auf der Erde abspielte. „Spanner", murmelte sie und war einerseits wütend darüber, andererseits war es ihr peinlich.

Doch bevor sie sich weiter darüber aufregen konnte, sah sie, dass Spike mit seiner Arbeit fertig war und die Halle verließ. Zugleich kamen auf Buffy Phemoel und eine junge Elfe zu, die einen großen Teller mit Kuchen und Keksen trug.

Tbc..

Kapitel 3 von silverbird

„Du musst etwas essen, du hast einige anstrengende Nächte vor dir. Und keine Angst, du wirst kein Gramm zunehmen, dafür ist gesorgt", erklärte der Elf lächelnd, der den besorgten Blick Buffys auf den Teller sehr wohl bemerkt hatte. „Geh jetzt mit Sariella. Sie zeigt dir, wo du essen kannst, bevor Santa Claus dich sehen will."

Phemoel wartete keine Antwort ab und eilte zurück zum Schlitten. Somit blieb Buffy nichts anderes übrig, als Sariella zu folgen, die sie über eine Treppe wieder nach oben führte und ununterbrochen plapperte.

Buffy bekam nicht viel davon mit, nur, dass Flo eigentlich Florance hieß und Spike sie damals vor einem Yasik-Dämon gerettet hatte. Erst da wurde Buffy hellhörig. „Was ist passiert?"

„Dasher war krank geworden und Florance verbrachte die Nächte im Stall, um sich um das kranke Tier zu kümmern, als plötzlich eine kleine Horde Yasik-Dämonen bei den Ställen auftauchte. Du musst wissen, sie kommen sonst nie in unsere Gegend, aber der Winter war in diesem Jahr so streng. Nun, wie auch immer, Spike hatte die Yasik bemerkt, als er vor dem Haus eine Zigarette rauchte. Er stürmte in den Stall und verarbeitete die Yasik zu Hackfleisch, wie Flo später erzählte, und rettete damit nicht nur sie, sondern auch unsere Rentiere. Seitdem hat William einen riesigen Stein bei unserer Chefin im Brett und immer, wenn sie in all den Jahren die Geschichte erzählt, erwähnt sie, dass William, obwohl er ein Vampir ist, mit den anderen seiner Gattung nicht zu vergleichen und etwas Besonderes ist."

Die beiden erreichten das obere Stockwerk, in der Santas Wohnung lag und Sariella blieb stehen. „Der Boss ist noch beschäftigt. Bitte setz dich und warte ein bisschen, er wird dich rufen, sobald er fertig ist. Ich muss wieder hinunter, um zu helfen, die Zeit drängt."

„Oder Spike ist mit ihm beschäftigt", murmelte Buffy leise, da sie den Vampir durch die Tür fluchen hörte.

Sarielle kicherte, sagte aber nichts weiter dazu, sondern stieg die Treppe wieder eilig hinab.

Kaum war die Elfe verschwunden, schlich Buffy zur Tür. Da drinnen ging es ganz schön ab und sie konnte sich nicht beherrschen und musste einfach lauschen.

„Nope, auf keinen verdammten Fall. Nein!", hörte sie Spike brüllen.

„Soweit ich mich aber erinnere, haben wir einen Deal, William. Und du warst es, der vorgeschlagen hat, mich zu vertreten und das zwei Weihnachten hindurch, wenn ich Buffy das schönste Weihnachtsfest ermögliche, das sie je gehabt hat. Also was ist jetzt mit unserer Abmachung?"

„Geht das nicht ohne, dass ich mich optisch zum Trottel mache?", fragte Spike fast bettelnd, doch Santa erwiderte bedauernd: „Es tut mir Leid, William, aber das geht nicht. Stell dir mal vor, dich würde eines der Kinder entdecken. Wie willst du das dann erklären?"

„Gar nicht, ich esse es einfach?"

„WILLIAM!!"

„Bloddy hell, reg dich nicht so auf, war ja nur Spaß. Also gib schon her den Fummel", brummte Spike resigniert. Buffy zog sich schnell von ihrem Lauschposten zurück und setzte sich rasch wieder auf den Stuhl.

Kurz darauf rief Santa die Jägerin herein und obwohl sie Spike nicht beachtete, bluffte er sie schon an. „Kein Wort, Slayer, sonst sage ich dir, wie du aussiehst, verstanden?"

Die Jägerin schaute sofort unsicher auf ihr Outfit und maulte frustriert: „Gerade hatte ich für einen Augenblick vergessen, wie bescheuert ich aussehe, aber du musstest mich ja daran erinnern. Vielen Dank, Spike!"

„Blödsinn, du siehst absolut heiß aus. Ich meine süß? Nett? ..ähm...Elfenhaft? ", verbesserte er schnell, da Buffy ihm einen vernichtenden Blick zuwarf.

„Ach, sei doch einfach still." Buffy seufzte gespielt, freut sich aber insgeheim über Spikes Kompliment. Dazu kam, dass es sie sehr rührte, was Spike für sie tun wollte, nur um ihr ein schönes Weihnachtsfest zu bescheren.

Unwillkürlich musste sie an Florences Worte denken und fand es plötzlich gar nicht mehr so falsch, was sie gesagt hatte. Daher schaute sie Spike direkt an und... biss sich auf die Lippen, um nicht laut aufzulachen. Spike trug ein Weihnachtsmannkostüm, doch das war noch nicht das Schlimmste. Was Buffy wirklich witzig fand, war der lange, weiße Rauschebart, der Spike bis über den Bauch hing und das wallende, lange weiße Haar, das unter der Mütze hervorquoll.

Spike knurrte: „Ich habe dich gewarnt. Sobald wir hier weg sind, bist du meine dritte tote Jägerin."

„Und wenn ich dir sage, dass du sehr se.."

„Sag jetzt nicht süß, Jägerin, sonst schwöre ich, bist du gleich Futter."

„Lass mich doch ausreden, sehr seriös und beeindruckend, nur ein bisschen zu dünn für deine Rolle, aber sonst, toll."

Die Kinder, die ihn sehen, werden ihn so wahrnehmen, wie sie sich einen Weihnachtsmann vorstellen", sagte Santa zu Buffy gewandt. Dann richtete er sein Wort an Spike. „Du darfst nicht vergessen, die Kekse zu essen und die Milch zu trinken. Das ist wichtig, sonst sind die Kleinen enttäuscht."

Spike verdrehte die Augen. „Toll, kann ich nicht...?"

„NEIN!", riefen Santa und Buffy synchron und Spike murmelte: „Ich frag ja nur."

*~*~*

„Wo bleibt denn dieser Vampir? Ich wusste, er ist nicht verlässlich!", schimpfte Phemoel und lief unruhig vor dem Schlitten auf und ab.

Florance stellte sich dem Elf in den Weg und lächelte ihm beruhigend zu. „Keine Sorge, er wird bestimmt bald da sein."

„Du bist nicht objektiv, was diesen Vampir betrifft, sicher hat er sich davon gemacht und..."

„Hat er nicht, sondern deinen Job erledigt, denn soweit ich weiß, wäre es deine Aufgabe gewesen, dafür zu sorgen, dass Buffy alles hat, was sie für die Reise braucht." Grimmig dreinschauend schritt Spike auf den Elf zu, der unwillkürlich die Schultern einzog, aber dennoch selbstsicher entgegnete: „Das habe ich getan. Es ist alles bereits im Schlitten. Die Pakete, der Baum und alles was dazu gehört."

„Halloho, ich sagte Reise. Deine Ohren müssten groß genug sein, um deutlich zu hören und deine Glubschaugen, um zu sehen, dass sie nicht weiter als dieses dünne Kostüm trägt. Wo sind die Felle, ihr Umhang, die Mütze? Soll ich sie als Eiszapfen zu Hause abliefern, oder was?"

„Oh, ..daaas, es... tut mir Leid", stotterte der Elf, und sowohl Buffy als auch Flo kicherten.

„Davon wird ihr auch nicht wärmer", maulte Spike weiter und breitete einige Felle im Schlitten aus. Dann reichte er Buffy einen Umhang, der innen mit warmem Pelz gefüttert war und außen die gleiche Farbe wie ihr Kostüm hatte.

Allerdings mied er es, Buffy dabei in die Augen zu schauen. Es war schon schlimm genug, dass er bei ihr zum absoluten Weichei mutierte, er wollte nicht auch noch den Spott in ihren Augen sehen. Umso verwunderter war er, als Buffy mit sanfter Stimme sagte: „Vielen Dank, Spike. Es ist schön, so verwöhnt zu werden."

„Kann keine kranke Jägerin, oder in dem Fall Weihnachtselfe gebrauchen", brummte Spike und setzte sich neben Buffy auf den Schlitten.

Buffy lächelte nur und kuschelte sich eng an Spike, der erst verwundet die Augenbrauen hob, sich dann aber dachte, die ungewohnte Nähe seiner Jägerin einfach zu genießen, auch wenn es vermutlich nur an der Weihnachtstimmung lag.

Er räusperte sich um seiner Stimme einen festen Klang zu geben, bevor er rief: „Los, Rudi und ihr anderen, trabt an, damit wir den ganzen schwachsinnigen Krempel so schnell wie möglich loswerden."

„Mehr Respekt, Vampir. Das ist eine ehrenvolle Aufgabe, die du verrichten darfst und ich erwarte..."

„Klappe, Wichtel, das ist das, was ich von dir erwarte." „Auf geht's Jungs", wandte sich Spike wieder an die Rentiere. „Und wenn ihr ganz zufällig diesen verkleideten Gartenzwerg niedertrampelt, bekommt ihr das beste Futter, das ich auftreiben kann. Ich verspreche es."

„Manchmal hat der Vampir richtig gute Ideen", murmelte Rudolf, dem Phenomels ständiger Befehlston ebenfalls auf die Nerven ging und die anderen Rentiere nickten dazu, bevor sie los galoppierten.

Mit rasender Geschwindigkeit ging es über den Sternenhimmel. Die Rentiere kannten den Weg und Buffy hakte jedes Mal den Namen auf ihrer langen Liste ab, nachdem Spike ein Paket in den Kamin geworfen hatte. Allerdings standen auf der Liste auch Kinder, denen sich Spike in seiner Verkleidung zeigen musste und darüber fluchte er ausführlich, bevor er im Kamin verschwand.

Buffy wäre zu gerne dabei gewesen, doch es gelang ihr einfach nicht, durch den Kamin zu schlüpfen, daher gab sie nach dem zweiten Versuch frustriert auf, machte sich aber so ihre Gedanken. Sie war zwar ziemlich sicher, dass Spike keinem der Kinder ein körperliches Leid zufügen würde, doch traute sie ihm durchaus zu, den Kleinen einen Schock fürs Leben zu versetzen, oder sie zumindest Schimpfwörter zu lehren, dass selbst die Eltern dieser Kinder rote Ohren bekamen.

Mit dem Wissen, leider nichts dagegen tun zu können, lehnte sie sich im Schlitten zurück und seufzte.

Tbc..

Kapitel 4 von silverbird

„Würdest du gerne sehen, was William so treibt?", fragte Rudolf und zwinkerte Buffy zu.

Sofort beugte sich die Jägerin neugierig nach vorne. „Geht das denn?"

„Tut es", erklärte das Rentier. „siehst du die kleinen Knöpfe vorne am Schlitten? Drück mal den dritten von Rechts."

Buffy tat wie ihr geheißen. Plötzlich schob sich ein Stück der Holzverkleidung zur Seite, gab einen kleinen Bildschirm frei und Buffy sah Spike, der nun die Fülle des Weihnachtsmannes hatte und mit einem kleinen, dunkelhaarigen Jungen sprach, der ihn traurig anschaute.

„Keine Sorge, du hörst sie, aber sie können nicht hören, was wir reden. Der Kleine heißt David und hat einen besonderen Wunsch", erläuterte Rudolf. „Wir sind alle gespannt, wie William das hinkriegen wird."

Rudolf und die anderen Rentiere gaben kichernde Laute von sich, doch Buffy bemerkte es nicht, sondern konzentrierte sich ganz auf das Geschehen am Bildschirm.

„Sie kommen morgen, um das Weihnachtsfest mit uns zu feiern und ich mag ihn sicher nicht", erzählte der Kleine und hielt Santa Spike höflich das Milchglas hin.

Spike griff danach und nahm einen Schluck. „O-positiv?", murmelte er verwundert, schaute auf die weiße Flüssigkeit und versuchte vorsichtig noch mal. „Jepp, ich mag den Job", stellte er schmunzelnd fest und trank das Glas in einem Zug leer.

„Hörst du mir überhaupt zu?", fragte der Kleine empört und hatte sofort Spikes Aufmerksamkeit.


„Jepp, was denkst du denn? Ich kann Blu... ähm Milch trinken UND zuhören UND ich weiß von deinem Problem."

Spike wunderte sich kurz, warum er das plötzlich wusste, doch dann fiel ihm ein, wer er zurzeit war, und als Santa Claus wusste er natürlich über die Sorgen und Nöte der Kinder Bescheid, daher sprach er weiter. „Wie kannst du wissen, ob du ihn nicht magst, wenn du ihn gar nicht kennst?"

„Sicher mag er mich nicht", gab David nun kleinlaut zu und Santa Spike lächelte über das tatsächliche Problem des Kleinen, da er auch das wusste und daher erwiderte:„Ich bin ganz sicher, dass er dich mag. Er wünscht sich schon lange einen Bruder wie dich und ich weiß, dass du dir auch einen Bruder wünschst."

„Wenn meine Mutter seinen Vater heiratet, ist er aber trotzdem nicht mein richtiger Bruder", erklärte David altklug.

Bilder aus der Zukunft der Kinder tauchten vor Spikes Gesicht auf und er hob erstaunt seine vernarbte Augenbraue. 'Wie ich sehe, ist das auch besser so, ‘ dachte er, bevor er sagte: „Ein guter Freund kann oft mehr als Familie sein, aber das verstehst du jetzt noch nicht. Doch glaub mir, du wirst ihn mögen, sehr sogar. Ich kenne den kleinen James. Manchmal wird er dir mächtig auf die Nerven gehen, aber niemand wird wichtiger sein für ihn als du und er für dich. Und ihr werdet viel Spaß miteinander haben, immer zusammenhalten und ihr werdet gemeinsam viele Streiche aushecken. Du wirst sehen, er ist etwas ganz Besonderes, genauso wie du etwas ganz Besonderes bist. Du musst dir also keine Sorgen machen."

„Wirklich?", fragte David unsicher.

„Da kannst du verdammt sicher sein, Kleiner", erklärte Spike bestimmt.

„Das darf man nicht sagen."

„Was denn nicht, zur Hölle?", wollte Spike Stirn runzelnd wissen.

„Verdammt", flüsterte der Kleine und schaute sich unsicher um.

„Da hast du recht, also sag es nicht", erwiderte Spike lachend und zwinkerte dem Kleinen zu. Der lachte nun auch, ging plötzlich auf Santa Spike zu und umarmte ihn glücklich. „Ich bin froh, dass ich jetzt weiß, dass James mich mögen wird. Dankeschön, Santa Claus."

„Schon gut, schon gut." Spike klopfte dem Kleinen unbeholfen auf den Rücken.

„Jetzt Abmarsch ins Bett. Schließlich willst du morgen ausgeschlafen sein und ich muss noch den verflu... den ganzen Kram... also alles vorbereiten. Baum und so weiter."

Der Kleine nickte, drückte Spike ein Küsschen auf die Wange und rannte glückstrahlend die Treppe in sein Zimmer hoch.

„Na endlich, noch fünf Minuten und ich hätte ihn gegessen", brummelte Spike, nicht wirklich davon überzeugt, was er sich einzureden versuchte und lachte dann in typischer Santa Claus Manier.

Das erschreckte ihn sehr und er beschloss, sich wieder auf seine Arbeit zu konzentrieren, machte eine Handbewegung und schon stand ein geschmückter Baum im Zimmer. Rasch drapierte Spike die Geschenke herum und saß Sekunden später wieder neben Buffy im Schlitten.

„Was?", fragte er, da sie ihn so seltsam anschaute.

„Nichts", antwortete die Jägerin und lächelte Spike liebevoll an.

Der zuckte irritiert die Schultern, murmelte „Weiber" und rief dann den Rentieren zu. „Rudolf, Dasher, Dancer, Prancer, Vixen, Comet, Cupid, Donner und Blitzen, auf geht's."

So leerte sich der Schlitten schnell, wurde nach jeder Rückkehr zum Nordpol blitzartig wieder aufgeladen und es ging erneut los.

Buffy und Spike hatten jedes Zeitgefühl verloren und langsam stellte sich Müdigkeit bei den beiden ein.

„Eine Ladung noch, dann ist es geschafft", erklärte Phemoel nun wesentlich freundlicher, da er sehr zufrieden mit der Arbeit der beiden war. Während die Elfen den Schlitten beluden, verlangte Phenomel: „Wenn die letzte Fahrt erledigt ist, hast du, Buffy, deine Pflicht getan und dich, William, sehen wir im nächsten Jahr wieder."

„Ja, das weiß ich, verdammt. Du musst mich nicht daran erinnern", brummte Spike und griff nach den Zügeln.

Nicht lange und die Rentiere hielten am Dach des Hauses der Summers und Buffy riss überrascht die Augen auf.

„Endstation! Alles ausladen und aussteigen", verlangte Rudolf und kicherte leise.

Buffy hüpfte glücklich aus dem Schlitten, rannte nach vorn zu den Rentieren und umarmte jeden einzelnen. „Ich danke euch vielmals. Das war toll. Bitte grüß Santa und die anderen von mir und sag ihm, ich komme nächstes Jahr wieder", flüsterte sie Rudolf noch ins Ohr.

„Kommt ihr alleine zurück, ohne Spike? Ich will ihn nämlich behalten", erklärte sie noch, ebenso leise.

„Sicher, kein Problem", zwinkerte Rudolf ihr wissend zu.

Spike bekam von alledem nichts mit, da er die Pakete in den Kamin stopfte, wissend, dass sie ihren Platz neben dem Baum von selbst finden würden.

Gerade, als Spike sich wieder in den Schlitten schwingen wollte, wurde er von Buffy am Arm zurückgehalten. „Ich möchte, dass du mit mir, uns, Weihnachten feierst", sagte sie und lächelte Spike liebevoll an.

„Dir ist wohl der ganze Weihnachtskram zu Kopf gestiegen, Slayer. Falls du vergessen hast, was du mir immer wieder predigst. Ich Vampir, du Jägerin. Ich bin böse, du hasst mich und so weiter. Außerdem wollen mich deine Freunde nicht bei diesem Fest haben, sie wollen überhaupt nicht, dass ich da bin und das weißt du."

Spike hatte den Kopf gesenkt und schien sich nur für seine Stiefelspitzen zu interessieren, doch Buffy ließ sich davon nicht irritieren. Sie hatte inzwischen verstanden, was Flo versucht hatte zu erklären. Daher nahm sie sein Gesicht in beide Hände und zwang ihn, sie anzusehen. „ICH will dich aber Weihnachten bei mir haben. Dieses, nächstes, übernächstes und so weiter und auch die ganze Zeit dazwischen."

Spikes intensiver, forschender Blick verunsicherte Buffy plötzlich. „Ich meine nur, wenn du das auch willst. Ich kann verstehen, dass du nicht mehr willst, weil, schließlich habe ich Dinge gesagt und getan und... aber... das war, weil... also, was ich sagen will, ich war blöd und...!"

Spikes Kuss unterbrach Buffys Rede und auch denken konnte sie nicht mehr, denn Spike küsste sie so intensiv, dass sie alles um sich herum vergaß.

Beide bemerkten daher auch nicht, dass sich die Rentiere inzwischen in den Himmel erhoben hatten und nach Hause strebten.

„Wenn du deine Meinung aber wieder änderst, sorge ich dafür, dass du den Rest deines Lebens Puppengesicher anmalst, das schwöre ich dir", erklärte Spike sanft, nachdem sie den Kuss abgebrochen hatten.

„Wie meinst du das denn jetzt?", wollte Buffy verständnislos wissen.

„Ach vergiss es, Liebes, und hilf mir lieber aus diesem peinlichen Fummel, denn so setze ich keinen Fuß in dein Haus."

„Und wenn ich dich ganz lieb bitte?" Buffy klimperte mit den Wimpern.

„Nein, auf keinen verfluchten Fall. Nope."

Ich habe ja auch ein Elfenkostüm an und es stört mich nicht", versuchte sie Spike erneut zu überreden.

„Kein Wunder, du siehst ja auch atemberaubend darin aus", maulte Spike und zerrte an seinem Bart.

„Und du siehst unglaublich sexy in diesem roten Kostüm aus. Lass es an, Spike, ja? Für mich."

„Sexy? Unglaublich sexy?", fragte Spike nach und wackelte mit den Augenbrauen.

„Ja und wie", hauchte Buffy und schmiegte sich an Spike.

„Okay", seufzte Spike ergeben, knurrte dann jedoch warnend: „Aber wenn einer deiner Freunde lacht, ist er tot. Ich reiß demjenigen den Kopf ab. Mindestens. Ich schwöre! Ich bin böse, wie du weißt und..."

„Halt die Klappe, Spike, und küss mich einfach noch mal."

Ende!

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