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Cleaner von silverbird
Inhalt:

Lord Dwayne Carington ist der Anführer einer Vampirgruppe, die sich die Cleaner nennen. Ihr Wirkungskreis ist in New York. Er uns eine Mitstreiter bekämpfen die Sekhmet. Eine uralte Vampirrasse mit unbezähmbaren Blutdurst, die zudem aus purer Lust tötet.

 


Fandom(s): Originale Pairing(s): Dwayne Carington
Story-Genre: Abenteuer, Drama, Hurt/Comfort
Lšnge der Story: Mehrteiler
Story-Typ: Hetero - M/F, Slash - M/M
Warnungen: Keine
Challenges:
Serie: Keine
Kapitel: 13 Story vollendet: Ja Anzahl der Wörter: 37875 Wörter Gelesen: 20388 Mal Datum der Veröffentlichung: 27.08.10 Letztes Update: 08.01.11
Kommentar:

 

Alle Charaktere und Elemente sind mein Eigentum und dürfen ohne meine Erlaubnis nicht weiterverwendet werden. Es besteht keinerlei Bezug zu realen Personen, sollte es Ähnlichkeiten geben waren diese nicht beabsichtigt.

Zur Hilfestellung findet ihr Hier ein paar Hintergrundinformationen.

Storypic: Silentthunder

Betas: Silentthunder und Lorias

 

 

 

Kapitel - Ankunft von silverbird
  

 

„Nun bin ich hier, wo ich niemals sein wollte, mit einer Aufgabe, die ich nie übernehmen wollte. New York, der Big Apple, die Stadt, die niemals schläft. Fein. Ich hasse meinen Job. Beide Jobs, um genau zu sein. Als ob wir mit unseren Job als Cleaner nicht schon genug zu tun hätten, muss ich auch noch ein Antiquitätengeschäft führen, wofür ich wirklich keine Zeit habe. Was mich zu meinem nächsten Problem bringt. Ich habe nicht genug Leute. Für das Geschäft ist das kein Problem. Darum wird sich eigentlich ohnehin Travis kümmern, aber ohne Zweifel brauchen wir mehr Cleaner. Aaran ist bisher mein einziger Mitstreiter und das reicht für diese große Stadt bei weitem nicht.“

„Hätten Mylord die Güte uns zur Hand zu gehen? Oder anders ausgedrückt. Schwing deinen verdammten Arsch herunter, Dwayne. Ich habe keine Lust, alleine den Packesel zu spielen.“

„Aaran“, rief Dwayne erfreut, stand auf und lief zur Treppe. „Da bist du ja endlich“, begrüßte er den Freund, der ihm schwer bepackt entgegenkam.

„Aye. Live, in Farbe und eben angekommen“, entgegnete der blonde Hüne, dessen graue Augen vergnüglich blitzten. „Ich habe meinen Kram dabei und das, was du von zu Hause haben wolltest. Und ich wette um deine beste Flasche Glenfiddich, dass ich mein Zeug schneller abgeladen habe als du deines.“

„Seit 200 Jahren der gleiche Kindskopf“, murmelte Dwayne und schnappte sich zwei Kartons von dem Lastwagen, der in der Einfahrt stand. Dann rannte er Aaran im Blitztempo hinterher. Schließlich konnte er es nicht zulassen, dass irgendeiner schneller war als er.

Nachdem sie alle Kartons ausgeladen und vorläufig in der Halle abgestellt hatten, saßen die beiden Freunde in Dwaynes großem Arbeitszimmer auf der weichen, kognakfarbigen Ledergarnitur.

„In einer Woche kommen Martha und Paul. Sie bringen noch weiteres Personal mit. Das Haus ist zu groß, um den Beiden die ganze Arbeit alleine aufzuhalsen. Martha und Paul sind meine guten Geister. Du wirst sie mögen, schon alleine wegen Marthas Kochkünste.“

„Essen“, Aaran klopfte sich auf den Bauch. „Ich brauche echt bald was. Aber noch halte ich es aus, denn ich hatte unterwegs einen hübschen Snack. Ne Rothaarige. Ich liebe Autostopperinnen. Übrigens, Indigo müsste bald eintreffen und wenn wir noch andere rekrutieren können, ist die Bude bald voll“, überlegte Aaran.

Aaran redete wieder einmal ohne Punkt und Komma und Dwayne runzelte die Stirn. „Wer ist Indigo?“

„Unser erster Rekrut. Perfekt für...“

Ein lautes Fluchen, gefolgt von einem Poltern unterbrach das Gespräch der Beiden. Zugleich zogen sie ihre Glocks und eilten kampfbereit zur Treppe.

„Das ist die mieseste Camouflage, die ich je gesehen habe.“

Dwayne starrte mit großen Augen auf die schlanke Gestalt, die mitten in seiner Halle stand. Was er sah, war eine Frau, oder besser gesagt eine Vampirin. Fast 1 Meter 80 groß, langes, schwarzes, seidiges Haar mit lila Strähnen, und genau dieser Farbton wiederholte sich in ihren Augen. Sie trug ein schwarzes Seidenshirt, helle Jeans und eine Lederjacke. Ihre Füße steckten in hohen Jeansstiefel. Neben ihren Beinen standen ein riesiger Koffer und eine Laptoptasche.

Was Dwayne nicht bemerkte war, dass er von Indigo indessen ebenso genau gemustert wurde. 'Geborene Vampire sind zwar generell gut aussehend, aber dieser Lord schlägt die meisten. Ich schätze mal, er ist über eins neunzig. Tolle Haare, könnten für meinen Geschmack länger sein. So viele verschiedene Brauntöne, habe ich in der Art noch nie gesehen und es ist nicht gefärbt, dafür habe ich einen Blick. Und die Augen. Ungewöhnlich. Türkis mit braunen Sprenkeln. Aber trotz der aristokratischen Nase nicht mein Typ', schloss Indigo ihre gedankliche Analyse ab.

Aaran holte Dwayne sowie auch Indigo aus ihren Gedanken. „Dann ist es ja gut, dass du endlich da bist, um dich darum zu kümmern“, sagte er lachend, lief die Treppe hinunter und umarmte die Freundin herzlich. Dann wandte sich Aaran zu Dwayne. „Das ist Indigo, wie du dir vermutlich denken kannst. Indigo, unser Lord. Dwayne Carington“, stellte er die Beiden einander vor.

Indigo neigte kurz den Kopf und Dwayne ging auf sie zu. Du bist eine Frau“, sagte er und bemerkte sogleich, dass diese Aussage nicht gerade geistreich klang.

„Ich weiß“, entgegnete sie lächelnd, woraufhin auch Dwayne lächeln musste. „Sorry, es kam für mich nur unerwartet, da Aaran das nicht erwähnt hatte.“

Indigos Augenbrauen schnellten in die Höhe. „Ist das ein Problem? Ich dachte, in diesem Zeitalter sind wir endlich raus aus diesem Schemadenken.“

„Ich war in diesem Zeitalter nie drinnen“, erklärte Dwayne und sie erkannte in seinen Augen, dass er die Wahrheit sagte.

Indigo nickte zufrieden. „Gut, dann hätten wir das geklärt.“

„Haben wir“, stimmte Dwayne zu. „Da Aaran dich empfohlen hat, bist du willkommen. Er behauptet übrigens, du bist ein technisches Genie.“

„Die Beste“, erwiderte Indigo selbstsicher.

„Dann hoffe ich, du bist so gut wie dein Ego.“

Indigo grinste. „Besser. Und was ich so sehen konnte, braucht ihr mich dringend. Worum es genau geht, hat mir Aaran nicht gesagt. Er erwähnte nur noch, dass es was mit den Cleanern zu tun hat.“

Dwayne hob seine Augenbrauen und schaute Aaran an, der zuckte mit den Schultern. „Ich dachte, wenn sie erst mal hier ist, wirst du ihr die Details schon verklickern, Mylord.“

„Hör auf mich so zu nennen“, knurrte Dwayne. Dann wandte er sich dann an Indigo. „Gehen wir ins Arbeitszimmer. Ich habe einige Fragen an dich, die entscheidend dafür sind, ob du den Job bekommst.“

Nachdem sie auf der schweren Ledergarnitur Platz genommen und Aaran jedem das Glas mit Whisky gefüllt hatte, fragte Dwayne: „Wie genau bist du über die Cleaner informiert?“

Indigo antwortete ruhig. „Mein Vater hat von den Cleanern erzählt und wie der Bund entstanden ist. Vor einigen Jahrhunderten wurde unsere Art fast ausgerottet und es ist unbestritten, dass es unsere eigene Schuld war. Hätten unsere Vorfahren nur so viel Blut von den Menschen getrunken, wie sie brauchten, anstatt sie zu töten, wären wir wahrscheinlich nie entdeckt worden. Aber durch ihre Kräfte hielten sie sich für unbesiegbar und den Menschen weit überlegen. Ein Fehler, der vielen unserer Art das Leben kostete. Denn die Menschen hatten mit der Zeit erkannt, was wir waren und wie man uns vernichten konnte. Feuer, oder wenn wir den Kopf verlieren.

Und so griffen sie zum Schwert statt zur Schlinge und die Frauen wurden dem Feuer übergeben. Die Hexenverbrennung ist nur eines der Beispiele der Jagd nach uns.

Es sind auch viele unschuldige Menschen durch diesen Verfolgungswahn gestorben und das hätte verhindert werden können, wenn sich unsere Vorfahren anders verhalten hätten. Das erkannten sie dann auch und fassten den Beschluss ihrerseits keine Menschen mehr zu töten. Um dieses Gesetz zu sichern, wurde der Bund der Cleaner gegründet. Diesem Bund beitreten zu dürfen war für jeden Vampir eine Ehre und nur wer besondere Voraussetzungen hatte, wurde ausgewählt.

Dazu musste man zumindest;

1.    ein geborener Vampir sein

2.    ein Lord, oder dessen Nachkomme sein und

3.    seinen Blutdurst im Griff haben.

 

Dwayne nickte. „Das ist unsere Geschichte, doch sie sagt nichts über die Aufgaben der Cleaner aus. Dazu muss ich weiter ausholen.“

 

„Oder auch nicht. Wir Cleaner sorgen dafür, dass unsere Gesetze eingehalten werden. Anders ausgedrückt, wer nicht pariert, krepiert“, warf Aaran grinsend ein.

 

„Toller Slogan“, bemerkte Indigo trocken und nahm einen großen Schluck aus ihrem Glas.

 

Dwayne schnaubte ungehalten. „Wir sind keine Killertruppe, Aaran.“

 

Aaran zuckte mit den Schultern. „Irgendwie schon.“

„Nun ja, das ist nicht ganz zu widerlegen. Aber darüber reden wir später.“ Dwayne wandte sich wieder Indigo zu. „Bisher waren die Cleaner Nomaden. Die abtrünnigen Vampire, wir nennen sie Sekhmet, das ist der Name des Gottes, von dem sie angeblich abstammen sollen. Er wandelte auf Erden und nährte sich auf grausamste Weise vom Blut der Menschen. So wird zumindest in den alten Schriften berichtet und das ist auch ein Teil der Geschichte der Cleaner. Doch dazu ein anderes Mal mehr. Jedenfalls, diese Sekhmet werden immer mehr, daher hat der Ältestenrat beschlossen in allen großen Städten dieser Welt Fixstationen einzurichten. Ich übernehme New York und suche deswegen passende Mitstreiter mit unterschiedlichem Können. Deswegen brauche ich auch jemanden der sich hauptsächlich um die Camouflage und den ganzen technischen Kram kümmert. Doch das ist nicht alles. Derjenige sollte auch draußen, auf den Strassen, einsetzbar sein und die dazu nötige Kampferfahrung haben“, erklärte Dwayne.

 

Indigo richtete sich kerzengerade auf und entgegnete aufgeregt. „Ich würde fast alles tun, um dem Bund anzugehören und ich erfülle alle Voraussetzungen. Technisch bin ich wie gesagt ein Ass und kann auch problemlos eine bessere, nein, perfekte Camouflage um das Haus legen. Ich bin ein geborener Vampir und im Griff habe ich mich auch. Außerdem habe ich vier Brüder. Wenn ich da nicht gelernt hätte sie umzuhauen, wäre ich aus unserem Shelter nie rausgekommen. Frag Aaran, ich habe ihn schon öfter von den Beinen gefegt. Wenn du mir nicht glaubst, kann ich dir gerne eine Demonstration.....“

 

Dwayne unterbrach sie lachend. „Schon gut, ich glaube dir. Andernfalls hätte dich Aaran gar nicht erst angeworben.“ Doch dann wurde Dwaynes Gesichtsausdruck ernst. „Allerdings macht mir dein Enthusiasmus Sorgen. Ich hoffe, du bist dir bewusst, was auf dich zukommt.“

 

„Mylord, mir ist völlig klar, dass ein Cleaner zu sein kein Job ist, sondern eine Berufung und du kannst mit meinem vollen Einsatz rechnen.“ Indigo sagte das sehr ernsthaft und für Dwayne absolut glaubhaft. Daher nickte er. „Gut, diese Einstellung erwarte ich von allen meinen Kriegern“, antwortete er und schaute dabei auch Aaran streng an. „Hey, ich bin Highlander und somit von Geburt an ein loyaler Kämpfer. Einer der Besten, möchte ich betonen.“

 

„Ich weiß, Aaran scheint eine gute Wahl getroffen  zu haben“, entgegnete Dwayne und schlug Aaran freundschaftlich auf die Schulter.

 

Dwayne stand auf. „Dann sind wir uns einig. In drei Tagen werde ich das Ritual vollziehen.“

 

„Ritual?“ Indigo schaute Aaran fragend an, doch der zuckte nur mit den Schultern. „Sicher irgendetwas Kindisches mit Blut. Es geht ja immer um Blut.“

 

„Du bist mein Freund, Aaran, trotzdem dulde ich es nicht, dass du abfällig über das Ritual sprichst. Es bedeutet mehr als nur zum Bund zu gehören. Sei dir dessen bewusst“, rügte Dwayne seinen Freud.

 

Aaran hob beschwichtigend die Hände. „Schon klar. Das heißt, eigentlich ist gar nichts klar. Das ist ja das Unheimliche. Ich weiß von den Cleanern, dem Bund und so weiter, aber alle Cleaner die ich kenne, einschließlich du, Mylord“, sagte er tadelnd,“ haben anscheinend ein Schweigegelübde abgelegt. Keiner sagt was, wenn man fragt.“

 

„Das ist eine der Regeln des Bundes. Stell dich darauf ein, diesbezüglich deine Klappe zu halten“, verlangte Dwayne schmunzelnd. Aaran trug sein Herz auf der Zunge, aber Dwayne kannte ihn lange und gut genug, um zu wissen, dass auf ihn 100 Prozent Verlass war. Auch was seine Verschwiegenheit anbelangte, wenn es um wichtige Dinge ging.

 

„Was? Noch mehr Regeln? Kriegen wir da so ein Handbuch zum auswendig lernen, das wir dann essen müssen, damit es der Feind nicht in die Hände kriegt? Apropos essen. Ich halte es nicht aus, bis deine guten Geister kommen. Noch jemand Pizza?“ Aaran schaute Indigo und Dwayne fragend an, doch die schüttelten die Köpfe.

 

„Du kannst dir eine aus der Stadt mitnehmen. Das Haus ist faktisch leer, daher gibt es vieles, das wir besorgen müssen“, sagte Dwayne. „doch zuerst sucht euch euer Zimmer aus und macht euch eine Liste, was ihr so braucht. Alles. Mobiliar, das ihr ersetzen wollt  und so weiter. Indigo, du kümmerst dich um die Technik, die wir brauchen. Aaran, du bestückst den Trainingsraum. Nachdem ihr euer Zimmer gefunden habt, treffen wir uns hier wieder und besichtigen das Haus, um die nötigen Listen zu erstellen.“

 

Aaran salutierte und grinste. „Zu Befehl, Mylord.“

 

Als Dwayne ungehalten schnaubte, ging Aaran lachend davon. Indigo folgte ihm und Dwayne seufzte, während er sich den verspannten Nacken rieb. Er war müde, aber zum Schlafen war keine Zeit. Erst war es wichtig, dass die Camouflage verstärkt wurde. Darum würde er sich, trotz Indigos Angebot, selbst kümmern, bevor sie das Haus verließen. Es würde bestimmt eine Woche dauern, bis das Haus fertig eingerichtet war, aber die technischen Sicherheitsvorrichtungen wollte Dwayne aber spätestens morgen fertig haben. Wenn Indigo so gut war, wie sie behauptete, würde das klappen und das Haus war sicher.

 

Doch ihnen lief die Zeit davon. New York hatte sich zu einer Hochburg für die Sekhmet

entwickelt, denen dringend Einhalt geboten werden musste, bevor die Menschen bemerkten, dass es nicht nur sie, sondern auch andere Vampire gab. 'Viele andersartige Wesen gibt', berichtigte sich Dwayne und dachte daran, dass eine größere Gruppe Lykanthropen am Rande der Stadt lebten. 'Und früher oder später werden wir aufeinander treffen. Ihre Spezies und meine können sich nicht riechen und ich hoffe, es kommt nicht auch noch mit ihnen zu einer Eskalation. Aber darüber kann ich mir Gedanken machen, wenn es soweit ist. Jetzt muss ich mich um andere Dinge kümmern.' Dwayne begann Notizen auf verschiedene Zettel zu schreiben und kaum war er fertig, betraten Indigo und Aaran das Arbeitszimmer.

 

„Die Zimmer sind nicht schlecht und großteils eingerichtet, wobei ich einiges raus schmeißen werde, das ist dir doch klar. Gar nicht mein Stil. Ich dachte, du kennst mich besser“, beschwerte sich Aaran sofort.

 

„Ich habe das Haus mit Inventar übernommen. Es ist zwar schon älter, wie ihr sicher bemerkt habt, aber sehr solide gebaut. Ideal für unsere Zwecke. Dennoch muss es modernisiert werden und ihr könnt eure Bereiche natürlich so abändern, wie ihr es wollt. Machen wir nun den Rundgang, damit ihr euch ein Gesamtbild machen könnt. Ich bin auch erst kurz vor euch eingetroffen und habe mich nur kurz umgesehen. Allerdings scheint alles den Bildern und Informationen zu entsprechen, die ich per Mail bekommen habe. Zumindest, was die oberirdischen Stockwerke betrifft“, erklärte Dwayne, während er den Aufzug betrat. „Zwei Stockwerke sind unterirdisch. In einem von ihnen befindet sich unter anderem ein Schutzbunker. Vielleicht können wir ihn für irgendetwas verwenden.“ Dwayne zuckte mit den Schultern. Der Lift hielt und sie stiegen aus.

 

Indigo runzelte die Stirn. „Das ist Felsgestein“, sagte sie und glitt mit den Fingern über raue Seitenwand.

 

„Ja, offenbar wurden die zwei Stockwerke aus dem Fels geschlagen. Die erste Etage ist eine Garage. Wir sind jetzt in der Zweiten.“ Dwayne ging den Flur entlang und öffnete eine Flügeltüre. Ein runder Raum war zu sehen, dessen Wände mit Blattsilber ausgekleidet waren. Dicke Teppiche bedeckten das edle Parkett und ein schwerer runder Holztisch stand in der Mitte das Saales, umsäumt von hohen Stühlen.

 

„Was ist denn das? Arthurs Rittersaal, oder was?“, wollte Aaran wissen und trat ein. Interessiert ging er auf die Bücherregale zu, die einen Teil der Wände füllten.

 

„Keine Ahnung, wozu dieser Raum diente. Über die unteren Stockwerke gibt es keinerlei Informationen. Irgendwann sollten wir das erforschen. Kommt, sehen wir uns die anderen Räume noch an“, forderte Dwayne.

 

In diesem untersten Stockwerk befand sich noch ein sehr großer, quadratischer Raum, der sich als Trainingsraum anbot, da sich gleich daneben drei Bäder befanden. Das nächste Zimmer beanspruchte Indigo für sich. Der ideale Raum für die Computeranlagen und anderes technisches Zeug, befand sie.

 

Die anderen Räume waren unspektakulär und so beendeten sie ihre Besichtigung und landeten wieder im Arbeitszimmer.

 

„Hier“, Dwayne reichte die Zettel weiter. „Bei diesen Adressen bekommt ihr alles, was wir so brauchen. Sind alles Leute von uns, aber lasst trotzdem nichts liefern. Wir holen alles selbst ab. Je weniger Leute von diesem Haus wissen, desto besser.“

 

Die beiden nickten und Dwayne stand auf und wandte sich an Indigo. „Geld spielt keine Rolle. Nimm von allem das Beste, das es derzeit auf dem Markt gibt.“

 

„Das hätte ich ohnehin getan. Ich arbeite nicht mit altem Schrott“, erklärte sie unumwunden.

 

Dwayne ging nicht weiter darauf ein. Erst wollte er sehen, ob sie wirklich so gut arbeitete, wie sie behauptete. „Gut, erledigt jetzt eure Aufträge und nehmt den Lieferwagen. Wenn ihr fertig seid, dann kommt zu der Adresse, die als letztes auf eurem Zettel steht.“

 

Nachdem Indigo und Aaran das Grundstück verlassen hatten, fuhr Dwayne mit dem Fahrstuhl hinunter in die Garage. Lautlos öffnete sich die Lifttür und Dwayne betrachtete grinsend seinen Fuhrpark.

 

~ C ~

 

Über der Tür des Antiquitätengeschäfts hing eine silberne Tafel, in die ein einfaches, schwarzes ~ C ~ eingestanzt war. Es stand für Carington und Dwayne betrachtete den Buchstaben, während ihm kurz die Entstehungsgeschichte durch den Kopf ging.

Die Caringtons waren schon seit jeher Sammler von Kunstgegenständen gewesen. In Zeiten der Verfolgung und der diversen Kriege hatte so manches wertvolles Stück das Überleben des Clans gesichert. Menschen waren zum Glück bestechlich. Das galt damals genauso wie heute.

Dwayne wandte den Blick zur Tür. „Nun, dann sollte ich wohl mal reingehen“, murmelte er und drückte die Klinke hinunter.

 

 

 

 

 

 

 

 

  
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