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Septemberregen von silverbird
Inhalt: Cordelia und Lilah begegnen sich zufällig und besondere Umstände führen dazu, dass sie sich näher kennen lernen...
Fandom(s): Buffy the Vampire Slayer / Angel the Series Pairing(s): Lilah/Cordelia
Story-Genre: Alternatives Universum
Lnge der Story: Mehrteiler
Story-Typ: Slash - F/F
Warnungen: Keine
Challenges:
Serie: Keine
Kapitel: 6 Story vollendet: Ja Anzahl der Wörter: 16595 Wörter Gelesen: 11555 Mal Datum der Veröffentlichung: 22.07.08 Letztes Update: 22.07.08
Kommentar:
Das ist mein erster Versuch einer F/F Story, und als absoluter Angel(us)/Spike-Shipper war es nicht leicht. *g*
Aber ich wollte einer Freundin einen Wunsch damit erfüllen, und wie sie sagte, habe ich ihr eine große Freude damit gemacht.
Das Bild ist von anja25ive.

1. Kapitel 1 von silverbird

2. Kapitel 2 von silverbird

3. Kapitel 3 von silverbird

4. Kapitel 4 von silverbird

5. Kapitel 5 von silverbird

6. Kapitel 6 von silverbird

Kapitel 1 von silverbird

Cordelia schlenderte durch das Einkaufszentrum. Sie hatte ihren Gehaltsscheck von Angel bekommen, und wollte sich mit einem Teil davon etwas Schönes gönnen, Gucci Schuhe vielleicht oder eine Tasche von Dolce& Gabana. Ein bisschen Luxus für ihre einsame Seele.

Draußen hatte es zu regnen begonnen. Typisch für diese Jahreszeit. Ab September musste man immer mit tagelangem Regen rechnen und Cordy hasste ihn. Sie schlenderte an den Auslagen vorbei, entdeckte ein blass-lila Seidenshirt, das gut zu ihrem flaschengrünen Kostüm passen würde, welches sie sich letzten Monat gekauft hatte und betrat das Geschäft. Die Verkäuferin eilte herbei, um sie nach ihren Wünschen zu fragen. Auf Cordys Bitte ihr das Shirt zu zeigen, brachte sie ihr das Gewünschte und die Seherin betrat die Umkleidekabine zur Anprobe.

„Es ist mir vollkommen egal, ob es eine andere Kundin probiert. Sie haben mir versprochen es wegzulegen. Ich bin seit Jahren Stammkundin in diesem Laden. Holen Sie mir den Geschäftsführer." Eine erboste Stimme, die Cordelia irgendwie bekannt vorkam, schimpfte lautstark mit der Verkäuferin, die sich immer wieder entschuldigte.

Cordy zog sich in Ruhe um. „So eine eingebildete Tussi, die führt sich ja auf", dachte sie, und trat aus der Kabine. Sie begab sich langsam zur Kasse, um zu fragen was das Teil kosten würde, als ihr plötzlich jemand auf die Schulter klopfte. „Verzeihen Sie, aber das ist mein Kleidungsstück. Die Verkäuferin hat sich geirrt und..."

Cordelia drehte sich um und hob erstaunt die Augenbrauen. „Sie mal an, Lilah Morgan. Sie wollen also mein Seidenshirt? Vergessen Sie's. Suchen Sie sich ein anderes. Das gehört mir - und nun, einen schönen Tag noch."

Cordy ging mit hoch erhobenem Haupt zur Kasse und grinste vor sich hin. Und wenn es mehr kosten würde, als sie sich leisten konnte, allein schon, um Lilah eins auszuwischen, würde sie es kaufen. Cordy hörte hinter sich das Klappern der Stöckelschuhe der Anwältin, die mit raschen Schritten das Geschäft verließ und geräuschvoll die Tür zuschmiss.

Lächelnd zahlte Cordelia das Teil, welches nicht so teuer gewesen war, wie sie zuerst befürchtet hatte und schlenderte weiter, um noch irgendwo eine Kleinigkeit zu essen. Sie entschied sich für Sushi und saß bald darauf in einem kleinen Japanischen Lokal. Bei einer Tasse Jasmintee sitzend, genoss den herrlichen Duft, der ihr aus der filigranen Tasse entgegenströmte, als der Kellner an sie herantrat. „Darf ich noch jemanden zu Ihnen setzen? Wir sind ziemlich besetzt heute."

Cordy nickte lächelnd. Sie war rundherum zufrieden mit dem heutigen Tag und daher war eine nette Unterhaltung vielleicht ein guter Abschluss, bevor sie nach Hause in ihre leere Wohnung ging. Sie hörte hinter sich den Kellner mit der Person reden, die er gleich darauf an ihren Tisch führte. Als sie hochsah, blickte sie in das perplexe Gesicht von Lilah Morgan und musste plötzlich lachen. „Ist nicht so ganz ihr Tag heute, Lilah."

Die Anwältin schnappte nach Luft, drehte sich empört weg und knickte durch die schnelle Bewegung mit einem Fuß um. Mit einem Aufschrei sank sie auf einen Stuhl und griff stöhnend an ihren Knöchel. Der Absatz war abgebrochen, der Fuß tat höllisch weh, ihr gegenüber saß eine Feindin, und Mister Holland hatte sie heute zur Schnecke gemacht. Das war zuviel für einen Tag. Tränen schossen ihr in die Augen, und sie schluchzte kurz auf. Erstaunt sah Cordy sie an. „Was ist denn los mit Ihnen? So kenne ich Sie ja gar nicht."

„Nichts, es ist nichts", murmelte die Anwältin mit Tränen erstickter Stimme und versuchte sich in den Griff zu kriegen, was ihr aber nicht gelang und wieder kam ein Schluchzen aus ihrer Kehle.

Cordelia schob ihr die Tasse mit dem Tee hin. „Hier, trinken Sie, das wird Ihnen gut tun", forderte Cordelia ihr Gegenüber auf und Mitleid stieg in ihr hoch. Die ach so coole Anwältin schien ebenso Probleme zu haben, wie jeder andere, überlegte Cordelia, schwieg aber. Lilah nickte dankbar und nahm einige Schlucke. „Danke, es geht schon wieder." Sie versuchte aufzustehen, sackte durch den versetzten Fuß aber gleich wieder zusammen. „Was mach ich bloß, mein Fuß. So kann ich unmöglich mit meinem Auto nach Hause fahren - und bei diesem Regen ist sicher kein Taxi zu kriegen, verflixter Tag", murmelte sie resigniert vor sich hin.

Cordy überlegte kurz, bevor sie sagte: „Ich bin zwar ein Helfer der Hilflosen, aber Sie sind ein Biest. Gut, momentan ein hilfloses Biest, aber was soll's. Ich bring Sie nach Hause." Die Seherin erhob sich, bezahlte ihren Tee und schaute zu Lilah, die sie erstaunt anblickte.

„Was ist? Kommen Sie schon, bevor ich es mir anders überlege." Cordy hielt ihr die Hand hin, um ihr aufzuhelfen. Zögernd ergriff Lilah den angebotenen Arm und erhob sich. Auf Cordelia gestützt humpelte sie zum Lift, um in die Tiefgarage zu kommen, wo ihr Wagen stand.

Dort angekommen, gab sie ihr misstrauisch den Autoschlüssel. Irgendwie traute sie der Sache nicht so ganz. Cordys Gesicht war vollkommen emotionslos, sie schloss das Auto auf, half Lilah auf den Sitz und fuhr los. Als sie aus der Garage kamen, goss es in Strömen und Lilah dirigierte Cordelia durch die Straßen zu ihrer Wohnung. Die Fahrt dauerte ziemlich lange, da man kaum etwas sehen konnte, durch die dicken Regentropfen, die der Scheibenwischer kaum bändigen konnte. Endlich vor Lilahs Wohnung angekommen erklärte Cordelia: „Ich bring Sie noch hoch und rufe mir dann ein Taxi, anders komme ich von hier nicht nach Hause, bei diesem Wetter.

Lilah nickte und sie legten das Stück vom Parkplatz zum Haus so schnell es eben mit dem verletzten Fuß ging zurück. Völlig durchnässt erreichten sie die Tür. Cordy fluchte leise, schimpfte sich selbst eine Idiotin, wegen ihrer Gutmütigkeit und nahm Lilah den Schlüssel ab, den diese, vor lauter Zittern nicht ins Schloss brachte. Endlich in der Wohnung angekommen, ließ sich die Anwältin auf das Sofa fallen und schloss kurz die Augen. „Ich danke Ihnen, aber glauben Sie nicht, dass ich Ihnen etwas schuldig bin. Ich kann Sie nach wie vor nicht leiden", bemerkte Lilah hochmütig und blickte Cordy mit hochgezogenen Augenbrauen an.

„Beruht ganz auf Gegenseitigkeit. Jetzt da Sie zu Hause sind, scheint die alte Lilah wieder da zu sein. Wissen Sie was? Sie sind mir viel zu selbstsüchtig, arrogant, kaltherzig und eingebildet, um mich länger mit Ihnen unterhalten zu wollen. Also wo ist das Telefon, ich will mir endlich ein Taxi rufen. Ich bin total durchnässt, mir ist kalt und ich will nach Hause."

Lilah zeigte stumm auf den Apparat und Cordelia wählte die Nummer der Taxizentrale. Nach ein paar Minuten schmiss sie den Hörer auf die Gabel. „Mist, bei diesem Regen ist es aussichtslos. Ich werde wohl zu Fuß gehen müssen - das hab ich nun davon." Cordy nahm ihre Einkaufstüten und ihre Tasche und ging zu Tür.

„Unsinn", sagte Lilah, es ist September und schon sehr kühl. Sie würden sich eine schlimme Erkältung holen. So selbstsüchtig, arrogant und kaltherzig wie Sie glauben, bin ich nicht. Sie können im Gästezimmer übernachten. Morgen ist Sonnabend, da wird sicher leichter ein Taxi zu bekommen sein."

Cordelia sah erstaunt zu der Anwältin. War es tatsächlich Trauer und Resignation, die sie in deren Stimme bemerkte? Nein, das konnte nicht sein. Lilah war ein gefühlloses, karrierebesessenes Weib. Keine Freunde, keine Liebe, nur ihr berufliches Weiterkommen war ihr wichtig, dessen war die Seherin sich sicher. Sie sah zwar unwahrscheinlich gut aus, aber sie hatte einen Stein, dort wo andere ein Herz hatten. Obwohl, wenn sie die Anwältin ansah, kribbelte es plötzlich in ihrem Bauch. Cordy rief sich schnell zur Ordnung und schob das eigenartige Gefühl auf die nasse Kleidung an ihrem Körper.

„In Ordnung, mir bleibt sowieso keine Wahl, wenn ich nicht durch den Regen laufen will. Kann ich heiß duschen, um mich etwas aufzuwärmen?" Cordy war nicht gerade begeistert die Nacht in Lilahs Wohnung zu verbringen, aber immer noch besser als völlig durchnässt nach Hause zu laufen.

„Selbstverständlich, dort rechts ist das Badezimmer. Im Regal finden sie Handtücher. Und bitte beeilen Sie sich, ich brauche auch eine Dusche um mich aufzuwärmen." Lilah schloss wieder die Augen und beachtete Cordelia nicht weiter. Diese legte ihren Mantel ab und begab sich ins Bad. Erstaunt blickte sie sich in dem luxuriösen Pflegeraum um. Königsblaue Fliesen an Wand und Boden, waren mit goldfarbenen Verzierungen versehen. Flauschige weiße Badetücher hingen an einer beheizten Halterung. Grünpflanzen und elegante Kerzenhalter vervollständigten das Bild. „Der Job bei W&H bringt ganz schön was ein", dachte die Seherin, zog sich aus und legte die nasse Kleidung auf einen Hocker. Sie suchte sich von den verschiedenen Duschgels einen Duft aus, der ihr besonders gut gefiel und drehte den vergoldeten Wasserhahn auf eine angenehme Temperatur. Sie stieg in die Dusche und genoss das warme Wasser auf ihrer Haut. Langsam begann sie sich einzuseifen und schloss die Augen.

„Wie lange brauchen Sie denn noch? Ich will schließlich auch keine Erkältung bekommen, also beeilen Sie sich, bitte", hörte Cordy die barsche Stimme der Anwältin durch die Tür und spülte frustriert die Gelreste von ihrem Körper. „Bin gleich fertig", rief sie zurück, drehte das Wasser ab und rubbelte sich rasch trocken. Schnell schlang sie ein großes Badetuch um ihren Körper und verließ das Badezimmer. Lilah stand schon vor der Tür und drängelte sich humpelnd an Cordy vorbei.

„Wie höflich", spottete Cordelia und setzte sich auf das Sofa um zu warten, bis Lilah zurückkam um ihr das Gästezimmer zu zeigen.

Plötzlich hörte sie einen Schrei aus dem Badezimmer. Erschrocken sprang sie auf und eilte zur Tür, um anzuklopfen. „Lilah? Alles in Ordnung?", fragte die Seherin. Als keine Antwort kam, öffnete sie die Tür und sah die Anwältin in der Dusche liegen. Sie hielt sich stöhnend den Kopf und Cordelia beugte sich zu ihr. „Was ist passiert?"

„Ich bin ausgerutscht, weil ich nur ein Bein richtig belasten kann und jetzt komme ich nicht mehr hoch", erklärte Lilah und kreuzte die Arme über der nackten Brust.

Als Cordy Lilah unter die Arme fassen wollte, um ihr aufzuhelfen, wehrte diese ab. „Nein, nicht, ich... geben Sie mir ein Handtuch." Lilah versuchte verlegen ihren Körper mit den Händen zu bedecken, was natürlich nur mit den Händen unmöglich war.

„Stellen Sie sich nicht so an, ich weiß wie eine nackte Frau aussieht, los versuchen Sie aufzustehen. Ich helfe Ihnen." Cordy hatte mühe ihre Stimme emotionslos klingen zu lassen, bei dem Anblick des perfekten Körpers von Lilah. Sie half ihr hoch, ihre Augen glitten über die prallen festen Brüste, den flachen Bauch und bleiben kurz an den dunklen Locken zwischen den formvollendeten Schenkeln hängen. Cordys Hals wurde trocken und  sie versuchte das Kribbeln, das ihren Körper erfasste zu ignorieren. Verwirrt schüttelte sie den Kopf. Sie hatte noch nie etwas für Frauen empfunden, wieso waren da auf einmal diese Gefühle? Schnell nahm sie ein Badetuch aus dem Regal, legte es Lilah um die Schultern und führte sie aus dem Bad.

„Wohin?" Fragend blickte Cordy die Anwältin an.

„Dort, die linke Tür." Lilah hielt sich an Cordelia fest und diese umfasste sie vorsichtig um ihre schlanke Taille. So erreichten sie langsam das Schlafzimmer und Lilah ließ sich aufs Bett sinken. Ihr verletztes Bein gab nach, sie klammerte sich Halt suchend an Cordelia und beide fielen auf das große Bett. Cordy kam auf Lilah zu liegen und war unfähig sich zu rühren. „Tut mir Leid", flüsterte sie nach einer Weile und wollte sich erheben. „Mir nicht." Lilah lächelte plötzlich und zog Cordys Kopf langsam zu sich herunter. Sie berührte vorsichtig mit ihren Lippen die der Seherin und küsste sie zart. Gleich darauf  liebkoste Lilah mit ihrer Zunge die zarten Lippen Cordelias. Diese schloss verwirrt die Augen und ließ es geschehen. Als die Zunge der Anwältin ihre Lippen teilte, öffnete sie zögernd ihren Mund und lies sie ein. Ein unbekanntes Gefühl überflutete ihren Körper, als Lilah ihren Mund erforschte und sie gleichzeitig mit den Händen zu streicheln begann. Zaghaft erwiderte Cordy den Kuss und stöhnte leise, weil Lilah mit den Händen ihren Nacken und die Schultern hauchzart berührte. Als sie aus Luftmangel den Kuss unterbrechen mussten, stotterte Cordelia verwirrt. „Ich habe noch nie mit einer Frau, ich weiß nicht, ich glaube nicht, das..

„Shhhh.., du bist so schön, schon lange begehre ich dich, ich werde dich verwöhnen wie kein Mann es kann, lass dich fallen, bitte erlaube mir dich zu Lieben. Bitte", flüsterte Lilah mit sinnlicher Stimme, streichelte Cordy immer weiter und sah sie mit liebevollen Augen an.

Die Seherin konnte keinen klaren Gedanken mehr fassen, die Gefühle übermannten sie durch die Zärtlichkeiten Lilahs, welche langsam ihr Handtuch entfernte und sie auf den Rücken drehte. Wieder begann Lilah Cordy zu küssen und zu streicheln. Mit so einer Zartheit, das Cordy erschauderte. Lilahs Hände glitten über ihren Körper federleicht, kaum spürbar und doch so erregend, das Cordelias Körper vor Erwartung zitterte. Lilahs Hände erforschten den wunderschönen Körper der Seherin, glitten zärtlich den Hals entlang, um an ihren vollen Brüsten zu verweilen. Sie streichelte die prallen Hügel, ließ ihre Lippen folgen, und leckten sanft über die rosa Nippel, die sich unter Lilahs feuchter Zunge hart aufrichteten. Cordy keuchte verhalten und verspannte sich, unsicher und verwirrt von den sie überflutenden Gefühlen.

„Lass los, Liebes - entspanne dich und genieße einfach", murmelte Lilah und rutschte hoch, um Cordelia hingebungsvoll zu küssen. Sie begann wieder ihren Mund zu erforschen, stupste ihre Zunge spielerisch gegen Cordys und liebkoste ihren Körper fortwährend, bis sich die Seherin ihren Streicheleinheiten hingab. Lilahs Kuss wurde fordernder. Das Zungenspiel heftiger, ein Stöhnen entwich der Anwältin als sich die Zungen der beiden Frauen heftig duellierten und auch Cordelia sie zögernd zu berühren begann. Lilahs Mund und Zunge begann die Reise über Cordys Körper wieder aufzunehmen. Sie zog eine feuchte Spur vom Hals bis zu den Brüsten der Seherin, neckte die Brustwarzen erneut und streichelte ihren Bauch, glitt zu den weichen Locken, weiter über die zarte Innenseite der Schenkel. Sie saugte zart an den rosa Nippeln, zuerst links, dann rechts, um sich dann dem Bauchnabel zu widmen. Sie leckte herum, um kurz darauf die Zungenspitze einzutauchen. Stöhnend krallte Cordy ihre Hände in das Laken, als Lilah gleichzeitig mit ihren Fingern über ihre Klitoris strich, die heiße Spalte entlangfuhr und einen Finger in ihre feuchte Höhle versenkte.

Ein zweiter Finger folgte, und begann in trägen Rhythmus aus und ein zu gleiten, während Lilahs Mund an dem empfindliche Nervenbündel zwischen Cordelias Beinen saugte und immer wieder mit der Zunge dagegen schnalzte. Die Finger wurden schneller. Und Cordy bäumte sich auf, schrie in Extasse Lilahs Namen, bevor sie ihren Höhepunkt erreichte und über die Klippe sprang. Zitternd und erschöpft sank sie zurück in die Kissen. Lilah krabbelte zu ihr hoch und nahm sie zärtlich in den Arm, streichelte und küsste sie, bis die Nachbeben abebbten und flüsterte ihr Liebesworte ins Ohr.

Als Cordy sich beruhigt hatte, schmiegte sie sich eng an die Anwältin.

„Ich wusste nicht, dass so etwas möglich ist. Noch nie habe ich so gefühlt", flüsterte Cordy verlegen.

„So könnte es immer sein, wenn du mich lässt", unsicher blickte Lilah Cordelia an, die leise seufzte und erklärte: „Ich weiß nicht, es ist schwer, wir sind eigentlich Feinde, wie sollen wir... ich meine.. ich möchte schon. Ich mag dich, aber du stehst auf der anderen Seite, du gehörst zu W& H, und ich zu Angel Investigation, das würde niemals gut gehen."

Lilah zeichnete die Konturen des Gesichtes der Seherin mit dem Zeigefinger nach. Lange sagte sie nichts, doch dann begann sie schüchtern zu sprechen. „Ich liebe dich. Nein, sag jetzt nichts, lass mich zu Ende sprechen", bat Lilah, als Cordy sie unterbrechen wollte.

„Erst dachte ich, dass ich dich hasse, weil ich immer so eigenartige Gefühle bekam, wenn ich dich sah. Ich ließ dir diese schrecklichen Visionen schicken, hoffte, wenn ich dich verletze oder Schlimmeres, dass diese Gefühle verschwinden würden. Als ich plötzlich erkannte, das ich mich in dich verliebt hatte, war ich völlig verwirrt, wusste nicht wie ich mich dir gegenüber verhalten sollte und versteckte mich wie immer, wenn ich nicht weiter weiß, hinter meinem Eispanzer. Als wir uns heute gleich zwei Mal gegenüberstanden und du mir so selbstlos geholfen hast, war ich total verzweifelt. Du warst mir so nah, und doch so fern. Mein Fuß, der Regen, eines ergab das andere und als wir dann im Bett aufeinander lagen, konnte ich nicht mehr anders. Ich riskierte es dich zu küssen, auch wenn du mich zurückstoßen würdest, ich konnte einfach meine Gefühle nicht mehr unterdrücken.

Wenn du mich ein bisschen lieb haben kannst, werde ich alles tun, um dich glücklich zu machen und wir werden auch für alles andere eine Lösung finden, wenn du es nur willst." Lilah senkte ihren Blick und wartete ängstlich auf Cordelias Reaktion.

Bedrückendes Schweigen füllte den Raum, bis Cordy sich etwas aufrichtete und lächelnd sagte: „Von heute an werde ich ihn lieben!

„Wen?", fragte Lilah erstaunt.

Cordy küsste zart Lilahs Lippen und flüsterte: „Den Septemberregen."

Tbc
Kapitel 2 von silverbird
Eng umschlungen schliefen sie ein und als Cordy am nächsten Tag in Lilahs Armen aufwachte, schmiegte sie sich noch enger in diese wundervolle Umarmung.

 

Nach einer Weile löste sie sich seufzend von der noch immer schlafenden Frau, schlüpfte vorsichtig, um Lilah nicht zu wecken, aus dem Bett und betrat leise das Badezimmer. Suchend sah sie sich um, erblickte den Bademantel, der an einem Haken hinter der Tür hing und zog ihn an.

Ebenso leise verließ sie den Raum wieder, um in die Küche zu gehen. Sie suchte in den verschiedenen Schränken, fand den Kaffe und füllte die Kanne. Dann setzte sie sich auf den Stuhl am Küchentresen und starrte vor sich hin.

So fand Lilah sie wenig später, legte den Arm um sie und küsste zärtlich ihr Haar. Erschrocken, aus ihren Gedanken gerissen, zuckte Cordy zusammen. „Sch... Liebes, ich bin es nur", flüsterte die Anwältin lächelnd und streichelte Cordelia beruhigend über den Rücken. „Woran denkst du?", fragte sie sanft.

„An dich, an uns, was wir weiterhin tun sollen. Du bist bei W&H. Ich arbeite für Angel. Wir sind eigentlich Feinde und nun? Was sind wir nun?"

Cordys Stimme klang unsicher und leicht panisch, als sie sich umdrehte und Lilah in die Augen blickte.

„Komm wieder ins Bett, wir haben heute noch den ganzen Tag Zeit, um darüber nachzudenken. Las uns einen schönen Tag verbringen, wir haben Zeit, so viel Zeit", schmeichelte die Anwältin und küsste und streichelte Cordy, bis ihr Widerstand schmolz und sie sich willig von Lilah zum Bett führen ließ.

Den ganzen Tag verbrachten sie dort. Liebten sich, bestellten Pizza und aßen sie gleich im Bett. Liebten sich wieder und Lilah zeigte Cordelia, was nur Frauen über ihren Körper wussten, was nur Frauen geben konnten und Cordy, ihre gelehrige Schülerin, brachte Lilah in ihren ganz persönlichen Himmel, als sie in völliger Extase ihren Namen schrie.

Als der Tag zu Ende ging, erhob sich Cordelia seufzend. „Es tut mir Leid Liebste, aber ich muss gehen." Sie holte ihre Kleider und zog sich an.

„Du könntest doch bei Wolfram und Hart arbeiten. Ich bin sicher, dass Mister Manners einen Job für dich hat, wenn ich ihn darum bitte. Du würdest gut, sehr gut verdienen und nicht so schuften müssen, wie bei Angel. Für die paar Dollar die er dir zahlt, arbeitest du bei uns höchstens drei Stunden am Tag. Wohnen könntest du bei mir - und dein Geld für hübsche Kleider ausgeben. Komm schon Liebes, überleg nicht lange, was bist du denn bei Angel Investigations schon? Ein Mädchen für alles. Sie nützen dich nur aus. Ich bin sicher, du bist bei W& H viel besser aufgehoben, als meine persönliche Sekretärin, wenn du willst." Lilah stellte sich hinter Cordy, küsste ihren Hals und versuchte ihr den Job schmackhaft zu machen.

„Was hätte ich denn da zu tun? Kaffee kochen? Akten ablegen? Für dich Botendienste erledigen?", fragte Cordelia besonders freundlich.

„Genau das Liebste, alles was du bei Angel auch tust, nur das du besser bezahlt wirst, viel besser." Lilah freute sich, das Cordelia ihr Angebot anscheinend wohlwollend in Betracht zog.

„Und ich sitze dann in einem Großraumbüro, mit fünfzig anderen Mitarbeitern, ohne das ich jemanden kenne, oder mich jemand kennt?", fragte Cordy weiter.

„Anfangs schon, aber du wärst meine persönliche Sekretärin." Die Anwältin hatte das Gefühl, das es nicht ganz so lief, wie sie es sich vorgestellt hatte.

„Weißt du was Lilah? Ich mag bei Angel Investigation vielleicht ein Mädchen für alles sein. Ich verdiene auch nicht annähernd so viel, wie möglicherweise bei Wolfram und Hart, aber bei A.I. bin ich ein Mensch. Ein wertvoller, geliebter Mensch. Dort wissen sie wer und was ich bin. Sie sorgen sich um mich, schützen mich, weil ich ihnen etwas bedeute und nicht, weil ich für die Firma nützlich bin.

Du begreifst es einfach nicht. Du verstehst nicht, dass die wirklichen Dinge im Leben einfach mit Geld nicht zu bezahlen sind. Ich hoffe du erkennst rechtzeitig, wie falsch dein Weg ist, Lilah, bevor du als einsame, alte Frau, ohne Freunde und ohne Liebe in deiner Luxuswohnung sitzt und es für dich zu spät ist." Cordy sprach ruhig und emotionslos, nahm ihre Tasche, schlüpfte in den vom Regen zerknitterten Mantel und ging zur Tür.

„Du bist ja nur neidisch, weil du nie so sein wirst wie ich, niemals haben wirst was ich habe. Du bist nicht weiter als eine kleine, selbstgefällige, dumme Person", rief die Anwältin aufgebracht, sprang aus dem Bett und schlang sich das Laken um ihren nackten Körper.

Langsam drehte sich Cordelia um, maß Lilah von oben bis unten mit kaltem Blick und meinte ruhig: „Soll ich dir etwas sagen? Du tust mir einfach nur leid."

Mit hocherhobenem Kopf verließ sie die Wohnung und warf die Tür hinter sich zu.

„Was bildet sich diese kleine Schlampe eigentlich ein?", schimpfte Lilah hinterher. „Ich tue ihr leid? Pha. Ich habe mehr Geld als sie jemals zu Gesicht bekommen wird. Ich habe Macht und Einfluss. Eine gute, sehr gute Position bei einer renommierten Anwaltskanzlei, und sie? Was hat sie? Nichts, gar nichts. Nicht einmal genügend Kleider, um täglich anders angezogen zu sein. Sie ist eine kleine Bürokraft bei einer noch kleineren Detektei und hat ab und zu Visionen. Arbeitet mit einem Vampir und einem verschrobenen Engländer zusammen, die allesamt froh sein können, dass der alte Kasten, den sie Hotel nennen nicht über ihren Köpfen zusammenbricht. Und ausgerechnet sie sagt: Ich. Tue. Ihr. Leid. Da kann ich ja nur lachen." Lilah brach in lautes gekünsteltes Gelächter aus, das jedoch nach wenigen Minuten in ein verzweifeltes Schluchzen überging. Sie ließ sich auf das Bett fallen und weinte hemmungslos in die Kissen.

Cordy stand auf der Straße und starrte vor sich hin. Immer wieder stießen Menschen, die an ihr vorbei gingen, an sie an. Sie merkte es nicht einmal. Ein alter Mann tippte ihr auf die Schulter, sie zuckte erschrocken zusammen und sah auf. „Geht es Ihnen nicht gut, junge Frau?", fragte er mit besorgtem Blick.

„Wie? Nein... doch... äh danke, alles in Ordnung", murmelte sie und ging mit schnellem Schritt weiter. Sie bog um die Ecke, lehnte sich erschöpft an die Wand und schloss für einen Moment die Augen. „Ich hätte es wissen müssen. Wie zum Teufel, konnte ich so dumm sein? Wie blöd kann man sein, um sich auf Lilah einzulassen? Ich verstehe mich selbst nicht mehr. Was ist mir nur eingefallen, dass ich sie überhaupt nach Hause gebracht habe? Und was noch schlimmer ist, ich habe ihr erlaubt mich zu verführen. Mich! Ich bin doch sonst nicht so. Es waren ihre Augen. Ja. Ich glaube es waren ihre traurigen, sehnsuchtsvollen, einsamen Augen, die mich so sehr an mich erinnerten, dass ich aufhörte zu denken. So muss es gewesen sein. Aber ich brauche sie nicht. Ich habe Freunde, jawohl. Ich habe Angel, Wesley und Gunn und... ich habe niemanden mit dem ich die einsamen Stunden verbringen kann. In der Zeit, die ich nicht im Büro verbringe, sitze ich alleine zu Hause. Gut, nicht ganz alleine. Immerhin ist Dennis da, aber den sehe ich ja nicht mal. Und Lilah... es war wundervoll, einfach wundervoll. Die Nacht mit ihr, das gemeinsame Aufwachen, der Tag im Bett, mit essen, lachen, lieben. Aber ich brauche sie nicht. Nein, sie ist böse und eingebildet und ..und ..ich werde nie vergessen wie lieb sie sein kann. Aber es ist vorbei, definitiv. Und Angel darf es nie erfahren. Das wurde er mir nie verzeihen. Niemals."

Cordelia stieß sich von der Wand ab, ging zurück auf die Hauptstraße und hielt ein Taxi an. Sie nannte dem Fahrer die Adresse ihrer Wohnung, lehnte sich in die Polsterung zurück und wischte sich die einsame Träne vom Gesicht, die über ihre Wange lief.

~*~

Cordy bezahlte das Taxi und betrat ihre Wohnung. Seufzend legte sie den Mantel ab und streifte die Schuhe von den Füssen. Sie ging ins Bad, ließ Wasser in die Wanne laufen und gab Badeöl dazu, das nach Pfirsichen duftete. Sie brauchte unbedingt etwas das sie von dem herrlichen Geruch des teuren Parfum Lilahs ablenkte. Cordy griff nach dem Bademantel und begab sie sich zurück in den Wohnraum. Dort entkleidete sie sich vollständig und warf sämtliche Kleidungsstücke in den Wäschekorb. Sie hängte sich den Bademantel um die Schultern und ging zurück in das kleine Badezimmer. Legte den Mantel auf den Hocker und ließ sich in das warme Wasser gleiten. Normalerweise genoss sie es, in dem duftenden Nass zu entspannen, doch diesmal ließ ihre Anspannung einfach nicht nach. Immer wieder drifteten ihre Gedanken zu dem Wochenende, das sie mit der Anwältin verbracht hatte. Krampfhaft versuchte sie an etwas anderes zu denken, als an die sanften Hände, wundervollen Küsse und erregenden Finger Lilahs. „Verdammt. Es war nur Sex. Einmal. Gut, mehr als einmal, aber es wird nie, nie, nie wieder passieren. Ich liebe sie nicht, sie liebt mich nicht, also was solls. Ich vergesse es einfach. Ich tu so, als wäre es nie passiert, genau. Ich war einsam, sie war einsam, mehr war nicht."

Frustriert tauchte sie mit dem Kopf unter, um ihre Haare nass zu machen, dann griff sie nach dem Shampoo und verteilte einen ordentlichen Klecks auf dem feuchten Haar. Sie rubbelte so kräftig, das die Kopfhaut schmerzte, um den Schmerz in ihrem Herzen zu übertönen, doch es gelang ihr leider nicht. Schluchzend schlug sie ihre Hände vors Gesicht und weinte hemmungslos. Plötzlich spürte sie eine sanfte Berührung auf ihrem Rücken und blickte über ihre Schulter. „Ach Dennis, du bist so lieb", schniefte sie zu ihrem Hausgeist, der ihr mit einem Schwamm sanft über den Rücken strich.

~*~

An nächsten Tag betrat Lilah perfekt gestylt, jedoch mit Sonnenbrille auf der Nase, das Bürogebäude von Wolfram und Hart. Sie wollte nicht, dass jemand ihre verheulten Augen bemerkte. Sie begab sich in ihr Büro und setzte sich hinter ihre Schreibtisch. Seufzend starrte sich vor sich hin. Sie dachte an Cordelia. Sie war einfach nicht im Stande, die braunhaarige Schönheit aus ihrem Kopf zu verbannen. Immer wieder sah sie Cordy vor sich. Ihren wunderbaren Körper, das bezaubernde Lächeln und ihr vor Lust verzerrtes Gesicht, wenn sie in Ekstase Lilahs Namen rief.

Das Telefon läutete und die Anwältin schreckte auf. „Mister Manners wünscht sie in fünf  Minuten zu sehen", sagte eine weibliche Stimme und Lilah stand mit einem mulmigen Gefühl auf, um dem Befehl ihres Bosses nachzukommen. An dessen Tür angekommen, atmete sie tief durch, strich ihren Rock glatt und klopfte. "Kommen Sie herein", hörte sie die tiefe Stimme ihres Bosses durch die Tür.

„Miss Morgan. Das hier ist Phil Logan. Er wird ihnen zur Seite stehen, da sie anscheinend Schwierigkeiten haben, die Aktivitäten von Angel Investigations gegen unsere Firma einzustellen, oder zumindest einzudämmen. Mister Logan ist Experte bei, sagen wir mal, Auflösung gewisser Firmen, die uns nicht wohlgesinnt sind. Ich erwarte, dass sie mit ihm zusammenarbeiten. Mister Logan hat sich die Akten angesehen und schon einen Vorschlag gemacht. Bitte Phil, Sie haben das Wort."

Manners lehnte sich in seinem Sessel zurück und blickte überheblich zu Lilah.

Diese versuchte ihren Ärger zu unterdrücken und sah den angeblichen Experten an.

„Nun Miss. Morgan. Laut den Akten gibt es mehrere Mitarbeiter bei Angel Investigations. Ich denke da könnte man ansetzen. Das schwächste Glied ist meiner Meinung nach, diese Cordelia Chase. Mit einer drastischeren Maßnahme, als Sie bisher gegen diese Frau vorgegangen sind. Ich gebe zu, ihr diese Visionen zu schicken war ja recht nett Miss Morgan, aber nicht effektiv genug, um diesen Angel dementsprechend unter Druck zu setzen. Daher würde ich vorschlagen genau das zu tun. Wir werden sie entweder gefangen nehmen, oder in einer anderen Weise manipulieren. Somit können wir an Angel herankommen und ihn dazu veranlassen, unserer Firma keine weiteren Schäden zuzufügen", meinte Logan herablassend.

„Es dürfte Ihrer Aufmerksamkeit entgangen sein, Mister Logan, das Angel ein Vampir ist. Menschen bedeuten ihm nichts, es ist ihm vollkommen egal, ob Cordy, ich meine Miss Chase, manipuliert, entführt, oder auch einfach getötet wird. Menschen sind für ihn ersetzbar, Mister Logan." Lilah sagte das völlig emotionslos, innerlich zitternd, da jemand Cordy etwas antun wollte. Sie würde mit allen Mitteln versuchen, das zu verhindern.

„Und Ihrer Aufmerksamkeit, Miss Morgan, durfte es entgangen sein, das Chase ein Medium - und daher wichtig für diese Institution, somit auch für Angel ist", antwortete der Mann überheblich.

„Er ist gefährlich, ich muss aufpassen was ich sage", dachte Lilah leicht panisch, bevor sie wieder das Wort an ihn richtete. „Das ist so nicht richtig. Sie ist jederzeit ersetzbar. Sie ist nicht die Erste - und wird auch nicht die Letzte sein, die seherische Fähigkeiten hat. Schon vorher gab es jemanden, der in dieser Hinsicht für Angel tätig war und ebenso wird es nach Miss Chase jemanden geben."

Lilah versuchte zu verhindern, das Cordy etwas passierte, wobei sie eigentlich nicht wusste warum. Cordelia hatte sie beleidigt, gedemütigt und verletzt. Sie hatte normalerweise keine Veranlassung sich schützend vor die Seherin zu stellen, und doch...

„Ich bin ganz Phils Meinung. Zumindest würde es eine Weile dauern, bis ein neues Medium erwählt wird, sollte Miss Chase einen, sagen wir Unfall erleiden, wenn dieser Angel uneinsichtig sein sollte. Also Lilah, geben Sie Phil alle Informationen und Unterlagen die Sie haben und unterstützen Sie ihn, wo sie können. Sollte eine örtliche Veränderung, oder ähnliches, von Miss Chase bei Angel nicht den gewünschten Erfolg bringen, das heißt, dass er nicht bereit ist unsere Forderungen zu erfüllen, wird dieses Fräulein diese Welt verlassen. Ich hoffe Sie haben mich verstanden, Lilah?"

Manners wandte sich den Papieren auf seinem Schreibtisch zu, und somit waren Lilah und Logan entlassen.

~*~

Am Abend betrat Cordelia mit Sonnenbrille das Hyperion. „N`Abend", murmelte sie und legte die Tasche auf ihren Schreibtisch.

„Falls es deiner Aufmerksamkeit entgangen ist, die Sonne ist bereits vor einer Stunde untergegangen - und im Hotel scheint sowieso keine", bemerkte Wesley schmunzelnd.

„"Ich habe irgendwie Kopfschmerzen, da tut es gut, eine Sonnenbrille aufzuhaben", erklärte Cordy lahm und setzte sich auf ihren Stuhl.

„Hattest du eine Vision?", wollte Wes wissen und ging besorgt auf die Seherin zu.

„Nur Kopfschmerzen, keine Vision, einfach nur leichte Kopfschmerzen, Wes, weiter nichts", antwortete sie ungehalten. Cordy wollte einfach nur in Ruhe arbeiten. Keine Fragen, keine Antworten, kein Nachdenken. Nur so viel wie möglich arbeiten, damit sie nicht denken musste. Nicht an Lilah denken musste.

Wesley ging wortlos, auf seinen Platz zurück und widmete sie seinen Büchern.

Cordy begann wie wild auf den Laptop einzuhämmern, als Angel aus seiner Wohnung kam.

„Hallo Leute. Cordy. Warum trägst du eine Sonnenbrille im Haus?", fragte er verwundert.

Cordelia seufzte frustriert auf. „Ich. Habe. Kopfschmerzen. Keine. Vision. Nur. Leichte. Kopfschmerzen. Also lasst mich in Ruhe, ja?"

Angel sah erstaunt über Cordys Ton zu Wes, der zuckte mit den Schultern und Angel meinte: „Ist ja schon gut. Ich dachte nur..."

„Nein, es ist nichts weiter, und jetzt muss ich die Berichte auf die Reihe kriegen." Sie versuchte sich zu konzentrieren, was ihr nur schwer gelang, da immer wieder eine schöne dunkelhaarige Frau durch ihr Gehirn huschte, doch sie verscheuchte die Bilder und versenkte sich in ihre Schreibarbeiten.

Wenig später kam Gunn und er und Angel machten sich auf den Weg um einen relativ unbedeutenden Auftrag zu erfüllen. Aber es brachte wenigstens ein wenig Geld.

~*~

„Ich bin nach wie vor dagegen. Meiner Meinung bringt es uns nicht ans gewünschte Ziel. Wir sollten Mister Manners einen anderen Vorschlag machen, Mister Logan."

Lila verschränkte ihre Arme vor der Brust und blickte ihren Konkurrenten mit hochgezogenen Augenbrauen ins Gesicht.

„Nennen Sie mich Phil", bat der lächelnd.

„Nennen sie mich Miss Morgan, Phil", lächelte sie ebenso süffisant zurück.

„Nun gut. So kommen wir nicht weiter. Manners hat genaue Anweisungen gegeben und ich denke wir tun gut daran sie zu befolgen." Logan war sichtlich verärgert.

‚Da rinnt noch viel Wasser den Colorado River hinunter mein Lieber, bis du mir das Wasser reichen kannst', dachte Lilah und grinste innerlich.

„Ich habe Kontakt zu zwei, unserer Firma verpflichteten Quertin- Dämonen hergestellt. Sie sind im Stande jemanden die..."

„Ich weiß was sie können", unterbrach Lilah in schroff. „Nur was wollen sie damit bewirken?"

„Zum Einen, Cordelia Chase wird ihren Kollegen nicht mehr mitteilen können, was sie in ihren Visionen sieht. Und zum anderen werden wir so diesen Angel dazu zwingen, sich von unserer Firma in Zukunft fern zu halten", lachte Logan selbstsicher.

~*~

Ich geh dann mal nach Hause. Cordy klappte den Laptop zu und erhob sich. Müde streckte sie ihre Glieder. Die Sonnenbrille hatte sie schon vor Stunden abgenommen, sobald sie festgestellt hatte, dass ihre Augen nicht mehr verschwollen waren.

„Ja sicher, geh nur, für heute ist nichts mehr zu tun. Ich sag Angel bescheid, wenn er zurückkommt. Aber willst du nicht warten, bis es hell wird? Du weißt, Angel hat es nicht gerne, wenn du im Dunkeln nach Hause gehst." Wesley sah besorgt auf die Freundin.

„Ach was, ich nehme mir ein Taxi. Macht euch keine Sorgen. Wir sehen uns dann heute Abend." Cordy griff nach ihrer Tasche und verließ nach einem kurzen Gruß das Hyperion.

Eine halbe Stunde später betraten Angel und Gunn das Hotel.

„Alles erledigt. Waren nur drei Galkos-Dämonen, leicht zu besiegen, wenn man weiß wie. Der Besitzer der Bar war so dankbar, dass er mehr Kohle herausgerückt hat, als vereinbart war." Lachend ließ sich Charles auf das Sofa fallen.

„Wo ist Cordy?" Angel sah sich suchend um.

„Sie hatte genug für heute Nacht. Ich denke ihr Kopf ist noch nicht ganz in Ordnung", erklärte Wes und als er sah, das Angel finster schaute, sprach er schnell weiter. „Ich hab ihr gesagt, dass du nicht willst, dass sie im Dunkeln nach Hause geht, aber sie wollte nicht hören. Sie nimmt sich ein Taxi, soll ich dir sagen und du sollst dir keine Sorgen ma..."

Das Telefon klingelte und Wesley nahm ab.

„Lassen sie Cordelia Chase nicht aus den Augen. Sie ist in Gefahr."

Wes wurde blass und starrte auf den Telefonhörer, der nur noch ein tutendes Geräusch von sich gab.

„Wer war das? Was ist los?" Angel sah alarmiert auf seinen Freund und Mitarbeiter.

„Eine Frau. Es geht um Cordy", flüsterte der ehemalige Wächter tonlos.

„Los, wir gehen." Angel stürmte aus der Tür, gefolgt von Gunn und dem geschockten Wesley.

Tbc..

 

Kapitel 3 von silverbird
Cordy verließ fast fluchtartig das Hotel, um in eine kleine einsame Seitengasse einzubiegen. Sie hatte so lange wie möglich durchgehalten, aber jetzt ging es nicht mehr. Sie begann zu rennen, aber nach ein paar Metern lehnte sie sich erschöpft an die Wand und ließ den Tränen freien Lauf, die sie schon den ganzen Tag unterdrückt hatte. Sie schlug ihre Hände vor das Gesicht und rutschte, von einem Weinkrampf geschüttelt, die Mauer entlang. Überrollt von dem Schmerz und der Einsamkeit, drückte sie sich eng an die Wand, verschmolz mit deren Schatten und weinte, bis sie keine Tränen mehr hatte.

 

~*~

Lilah lief nervös in ihrem Büro hin und her. Mit zitternden Fingern fuhr sie sich durchs Haar und versuchte einen klaren Gedanken zu fassen.

Immer wieder geisterten ihr Bilder durch den Kopf. Cordelia, wie sie von den Quertin-Dämonen angegriffen wurde. Cordy wie sie verletzt wurde, wie sie fiel. Die Anwältin sah sich selbst, wie sie zu der von ihr geliebten Frau rannte, sie in die Arme nahm und diese, mit einem Lächeln auf den Lippen, in ihren Armen starb. Die Bilder waren einfach nicht zu verdrängen, immer und immer wieder sah sie diese furchtbare Vision vor sich.

Es war natürlich Unsinn. Quertin-Dämonen töteten nicht, sie lähmten ihre Opfer, sodass sie sich nicht mehr bewegen konnten. Der ganze Körper wurde gefühllos und unbeweglich. Einzig die Augen hatten noch die Möglichkeit sich mitzuteilen. Aber auch das war ein schrecklicher Gedanke. Wenn Cordelia sich nie mehr bewegen, kein Wort mehr sprechen, sondern nur noch mit verzweifeltem Blick vor sich hinstarrte, wie sollte sie das ertragen? Es gab ihres Wissens kein Gegenmittel. Niemals war eines der Opfer gerettet worden. Sie verhungerten, da sie nicht schlucken konnten, oder wurden so lange künstlich ernährt, bis sie wahnsinnig wurden und letztendlich doch starben.

Blass und mit zitternden Knien, ließ Lilah sich auf ihren Bürostuhl fallen. Ihr war klar, dass Cordy sie nicht liebte, dass es für die Seherin nur eine kurze Wochenend-Episode war, und doch... Lilah war bereit alles zu tun, um zu verhindern, dass Cordy zu Schaden kam. Lilah konnte einfach nicht anders. Sie hatte sich verliebt. In die wundervollste Frau, die es für sie auf dieser Erde gab.

Und das erste Mal in ihrem Leben waren ihr die Konsequenzen egal.

Egal, ob sie ihren lukrativen Job verlor. Egal ob sie sich weiterhin ihr Luxusleben finanzieren konnte. Sie hatte erkannt, dass es wichtigere Dinge im Leben gab als Geld. Lilah lachte bitter auf. „Ich bin verrückt. Ich bin doch tatsächlich bereit, all das aufzugeben, für eine Frau die mich verachtet, für einen Menschen, der mich nie lieben wird, und trotzdem kann ich nicht anders. Ich würde für sie diesen Job aufgeben. Es würde mir schwer fallen, sehr schwer sogar, aber Cordelia wäre es wert. Alles wäre sie wert zu tun, wenn sie mich nur lieben könnte." Lilah schluckte die aufsteigenden Tränen hinunter und steckte ihr Handy ein.

Entschlossen erhob sie sich, nahm ihre Tasche, zog ihre Kostümjacke an und verließ das Gebäude der Firma Wolfram und Hart und machte sich auf den Weg zur Wohnung von Cordelia Chase, um die Frau zu warnen, die sie liebte.

~*~

Langsam richtete sich Cordy auf und starrte vor sich hin ohne sich zu bewegen.

„Ich sollte gehen. Ja, das sollte ich, einfach nach Hause gehen. Aber da war niemand. Sie hatte Angst in die leere verlassen Wohnung zurückzukehren. Hätte sie doch niemals in Lilahs Armen gelegen, niemals diese Geborgenheit gefühlt, dann wäre es leichter, viel leichter, denn was man nicht kennt kann einem nicht fehlen. Dieser alte Spruch fiel ihr ein, doch das half auch nicht. Sie überlegte wieder ins Hyperion zurückzugehen, verwarf den Gedanken aber sogleich wieder, denn ihre Freunde würden Fragen stellen. Fragen, die sie nicht beantworten wollte, nicht konnte. Cordelia versuchte den Befehl, sich vorwärts zu bewegen an ihre Beine weiterzugeben, doch die reagierten nicht und so stand sie einfach da, mit leerem Kopf und leerem Herzen, einsam und verlassen in der Dunkelheit.

~*~

Angel stürmte, gefolgt von Wes und Gunn, die Treppe zu Cordelias Wohnung hoch. Er drosch mit der Faust gegen die Tür und rief laut ihren Namen.

Gegenüber öffnete sich die Tür und eine ältere Dame steckte ihren Kopf heraus. „Was soll der Lärm, wie können sie es wagen so herumzuschreien, eine Frechheit ist das, ich werde die Polizei rufen. und..."

Mit einem Satz war Angel bei ihr und ließ kurz sein Gameface aufblitzen. „Sie gehen jetzt zurück in ihre Wohnung und keinen Wort mehr, haben sie mich verstanden?", knurrte er leise.

Die Frau erschrak gehörig, nickte, trat rasch zurück und schloss schnell die Tür.

Wesley räusperte sich und sah den Vampir vorsichtig an. „Ähm, Angel, das war nicht sehr klug, wenn sie jetzt die Polizei ruft?"

„Was interessiert mich das. Cordy ist in Gefahr, das ist alles was zählt", sagte Angel aufgebracht.

„Schlüssel. Du hast doch einen Schlüssel für Notfälle von Cordelia bekommen, oder?" Gunn sah Angel fragend an.

"Äh, ja eigentlich müsste ich ihn in der Tasche..." Angel kramte in seiner Jackentasche und holte kurz darauf den Wohnungsschlüssel hervor. Verlegen kratzte er sich am Hinterkopf und schloss rasch die Tür auf.

Die Drei stürmten durch die Räume und riefen nach der Seherin. Doch sie war nirgends zu finden. Ratlos blickten sie sich an.

„Dennis, weist du wo Cordy ist? War sie hier, war sonst jemand da?" Wes versuchte Kontakt mit dem Hausgeist aufzunehmen, um vielleicht irgendeinen Hinweis zu bekommen.

Plötzlich schwebte ein Stift durch den Raum auf den Tisch zu, und begann auf dem dort liegenden Zettel zu schreiben.

Cordy traurig.

Geweint.

Arbeiten gegangen.

Nicht zurückgekommen.

Betroffen sahen sich die drei Männer an, um dann mit raschen Schritten die Wohnung zu verlassen.

Wesley drehte sich an der Tür noch mal um. „Da... danke Dennis", nuschelte er, irgendwie war ihm der gute Geist Cordelias suspekt, aber seine gute Erziehung gebot ihm, sich trotzdem zu bedanken.

„So und was machen wir jetzt?" Ratlos sah Gunn sich um.

„Wir teilen uns auf. Wes, du nimmst den Wagen und fährst zu Lorne ins Caritas. Vielleicht hat er etwas gehört. Irgendwelche Aktivitäten von Dämonen. Gunn, bitte trommle deine Gang zusammen und hört euch um. Ich werde die nähere Umgebung des Hyperions absuchen, möglicherweise finde ich sie, oder einen Hinweis. Wir treffen uns in zwei Stunden im Hotel." Angel nickte den Beiden zu und verschmolz in Sekundenschnelle mit der Dunkelheit.

„Kannst du mich ein Stück mitnehmen, dann brauch ich nicht so weit zu laufen". fragend schaute Gunn zu Wesley.

„Aber sicher, steig ein, liegt ja auf dem Weg", entgegnete der ehemalige Wächter und startete vorsichtig Angels Wagen.

~*~

Lilah stieg aus dem Taxi, bezahlte den Fahrer, atmete tief durch und drehte sich zu dem Haus in dem Cordelia wohnte. Als sie eine schwarze Limousine einige Meter entfernt bemerkte zuckte sie zusammen. Sie kannte jeden Wagen von W&H - und das war definitiv eines der Firmenautos. Sie straffte ihre Schultern und schritt auf den Wagen zu, worauf sich die Autotür öffnete und Phil Logan ausstieg.

„Sie scheinen sich nicht an die Anweisungen von Mr. Holland zu halten, Phil. Wir sollen zusammenarbeiten lauteten seine Anweisungen. Ich sagte Ihnen bereits, versuchen Sie nicht mich zu hintergehen. Haben Sie ernsthaft gedacht, Sie könnten das alleine durchziehen und mich aus meiner Position verdrängen?" Lilah ging sofort in den Angriff über, so war es unverdächtiger und sie musste ihre Anwesenheit vor Cordys Haus nicht rechtfertigen. Sie war gut in ihrem Job, das wusste sie und sie konnte sich schnell neuen Situationen anpassen.

„Ich wollte nur einmal die Lage sondieren, natürlich hatte ich vor Ihnen Bescheid zu geben, Miss. Morgen", antwortete der Mann und lächelte sie kalt an.

„Aber sicher doch, davon bin ich überzeugt." Lilah lächelte genauso falsch zurück und setzte sich unaufgefordert in den Wagen. „Und? Was haben Sie zu berichten?"

„Leider nichts, diese Frau ist bis jetzt noch nicht aufgetaucht", entgegnete Phil und zuckte mit den Achseln.

Lilah bot all ihre Beherrschung auf, um nicht erleichtert aufzuatmen, und bemerkte erst jetzt den Quertin-Dämon, der ihr gegenüber in dem Fond saß.

„Das ist Sakar, er wird uns bei dieser Sache behilflich sein", sagte der *Experte* und deutete auf das blauhäutige Monster, der grüßend den Kopf senkte. Die Anwältin ignorierte ihn völlig, lehnte sich in die Polsterung zurück und bemerkte, zu Phil gewandt: „Soviel zu nur die Lage sondieren."

„Was machen wir jetzt, weiter warten?", fragte Logan, ohne auf Lilahs Bemerkung einzugehen.

„Ich denke nicht, dass es noch Sinn macht. Wir sollten es Morgen wieder versuchen, bevor sie ins Büro geht. Ich vermute der Zeitpunkt wäre günstiger."

‚So gewinne ich Zeit um Cordelia zu warnen', dachte Lilah, doch Logan war ein: „So verlieren wir aber wieder einen Tag."

„Tja, Sie werden lernen müssen, dass auch Geduld zu diesem Geschäft gehört, mein Lieber", antwortete die Anwältin und warf ihm einen arroganten Blick zu.

„Ich denke wir sollten doch den Weg von diesem Haus zu dem Hotel dieser Angel Detektei abfahren." Logan ließ nicht locker und Lilah musste, um sich nicht verdächtig zu machen, zustimmen.

Langsam nahm der Wagen an Fahrt zu und näherte sich dem Hyperion.

~*~

Cordy straffte die Schultern. Es war vorbei, definitiv zu Ende. Je früher sie das einsah desto besser. Lilah war ein arrogantes, selbstherrliches, egozentrisches und egoistischen Frauenzimmer und würde niemals auf ihren luxuriösen Lebensstil verzichten, schon gar nicht für sie, der kleine Büroangestellten Cordelia Chase, die Lilah höchstens als ihre Sekretärin in Betracht zog. Die Anwältin würde sich weder als Freundin oder Lebenspartnerin, noch in beruflicher Hinsicht, auf Cordelias Niveau begeben. Sie waren einfach zu verschieden. Also war es das Beste, so schnell wie möglich das ganze zu vergessen. Müde betrat sie wieder die Hauptstraße und ging mit langsamen Schritten in die Richtung ihrer Wohnung.

~*~

Langsam hielt eine schwarze Limousine am Straßenrand und beobachtete die Frau die den Bürgersteig entlangging.

~*~

Angel ging auf der anderen Straßenseite und blickte sich um, als er 50 Meter vor sich Cordelia kommen sah. Erleichtert stieß er die Luft aus, die er nicht brauchte und beschleunigte seine Schritte.

~*~

Die Türen des schwarzen Wagens öffneten sich und eine blaue Gestalt stieg aus, um auf die Frau, die im Gedanken versunken vor sich hinstarrte, zu warten.

Tbc...

 

 

Kapitel 4 von silverbird
Lilah rannte los, schrie Cordelias Namen und lief auf sie zu. Cordy schreckte aus ihren Gedanken hoch, sah Lilah auf sich zulaufen, blieb stehen und blickte ihr verwirrt entgegen.

 

Sie hörte irgendjemanden ihren Namen rufen. Erkannte in 30 Metern Abstand Angel, der ebenso auf sie zulief, ein hellblauer Lichtstrahl erhellte plötzlich die Dunkelheit. Lilah warf sich auf Cordy und beide fielen zu Boden.

Angel erfasste die Situation sofort und handelte nach seiner Bestimmung. Die kurze Distanz zu dem Fahrzeug, vor dem der Dämon stand, wurde von ihm rasch überwunden, er packte den Dämon und schleuderte ihn an die Mauer eines Hauses. Immer wieder schlug er dessen Kopf an die Wand, bis der tot zusammenbrach und sich in eine blaue Masse auflöste. Knurrend drehte der Vampir sich um und fixierte Phil Logan mit gelben Augen, bevor er langsam auf ihn zuging. Der hastete in den Fond des Autos, brüllte den Fahrer an, der mit quietschenden Reifen losfuhr.

Angel versuchte sich zu beruhigen und zwang sich dazu, seinen Dämon zu beherrschen, bevor er sich zu den beiden Frauen drehte. Er hatte gesehen, wie der giftige Strahl auf Cordy zuschoss, und er hatte Angst vor dem Anblick, der sich ihm bieten würde. Zu genau wusste er über die Auswirkungen des Giftes Bescheid und der Gedanke an das langsame Sterben, das nun auf seine Angestellte und Freundin zukommen würde, schnürte ihm die Kehle zu. Langsam hob er seinen Blick, bevor er auf die Zwei zuging.

~*~

Wesley war inzwischen ins Hyperion zurückgekommen und setzte Kaffee auf, als gerade Gunn durch die Hintertür das Hotel betrat.

„Und?", fragend sah er den ehemaligen Wächter an.

„Nichts." Wes schüttelte betrübt den Kopf. „Alles was Lorne wusste ist, das ein Quertin-Dämon in der Stadt ist, der von einer Anwaltsfirma einen Auftrag hat, mehr wusste er leider nicht."

„Anwaltsfirma? Das kann nur Wolfram und Hart sein. Und wenn es um uns geht, dann steckt diese Hexe Lilah Morgan dahinter. Dieses hinterhältige Weibstück hat uns schon genug Schwierigkeiten bereitet. Irgendwer sollte sie zu Hölle jagen", schimpfte Gunn und schlug mit der Faust auf den Tisch.

„Es ist nicht gesagt, das der Dämon unseretwegen in der Stadt ist. W&H hat viele Gegner", versuchte Wesley Gunn zu beruhigen.

„Dein Wort in Gottes Ohr. Wollen wir es hoffen. Das können wir jetzt wirklich nicht gebrauchen, wo wir gerade mit der Vampir-Rockerbande genug am Hals haben. Meine Leute haben das Nest gefunden. Sie hausen in der alten Lederfabrik am Santa Monica Pier und wir müssen schnell handeln. Sie verwandeln täglich neue Menschen. Vermutlich wollen sie ihre Bande erheblich vergrößern. Sobald wir Cordelia gefunden haben, müssen wir uns darum kümmern." Charles nahm sich eine Tasse Kaffee und setzte sich zum Tresen.

„Hoffentlich hat Angel etwas erreicht", entgegnete Wes mit sorgenvoller Stimme.

~*~

„Cordy! Gott sei Dank. Dir ist nichts passiert." Erleichtert stieß Angel die Luft aus, die er nicht brauchte. Mit raschen Schritten war er bei den beiden Frauen und blickte auf die regungslose Lilah in Cordelias Armen. Lilah lag da, auf Cordys Schoß. Die Seherin strich ihr durchs Haar.

Der Anwältin gingen träge Gedanken durch den Kopf. ‚Wie in meinen Traum. Nur das ich hier liege, und das ist gut so. Einmal in meinem Leben habe ich etwas für einen anderen getan, und ich durfte es für Cordy tun. Ich fühle mich gut, soo gut', dachte sie, bevor sie das Bewusstsein verlor.

„Angel, bitte hilf mir."

Der Vampir hob erstaunt die Augenbrauen, als er die Verzweiflung in Cordelias Stimme bemerkte.

„Das ist Lilah, Cordy, sie wollte dir schaden. Warum also machst du dir Sorgen? Wenn du willst, rufe ich bei Wolfram und Hart an, die sollen sie abholen und wir gehen nach Hause." Er griff in seine Tasche nach seinem Handy.

„Nein, Angel, bitte. Sie... sie hat sich schützend vor mich gestellt und W&H würden ihr das sicher nicht verzeihen und wer weiß was sie mit ihr anstellen. Bitte, Angel. Bitte. Ich möchte das sie mit ins Hotel kommt, ruf nicht an, bitte." Cordy war den Tränen nahe und Angel sah es mit Verwunderung. Er verlor jedoch kein Wort darüber, beugte sich hinunter und hob Lilah auf seine Arme.

„Was weißt du über Quertin-Dämonen?", fragte er vorsichtig, während sie auf das Hotel zugingen und bemerkte, das Cordy die Hand von Lilah hielt. Irgendetwas war zwischen den beiden Frauen und das bereitete ihm große Sorgen.

„Nichts, eigentlich. Ich habe heute das erste Mal so einen Dämon gesehen. Wie gefährlich ist es, was sie machen?"

„Äh, am Besten Wes erklärt dir das genau", sagte Angel, und schimpfte innerlich mit sich selbst, weil er zu feige war ihr zu sagen, was mit Lilah passieren würde. Aber es gab eine Verbindung zwischen den beiden Frauen, das fühlte er. Und so wollte er lieber abwarten und sehen wie sich alles entwickelte.

Sie erreichten nach wenigen Minuten das Hotel und Cordelia hielt Angel die Tür weit auf, sodass er ungehindert mit Lilah auf dem Arm das Gebäude betreten konnte.

„Was ist passiert? Hey, das ist ja die Anwaltstussi. Angel, wieso schleppst du sie hierher? Sie hat hier nichts zu suchen, macht nur Ärger, und..."

„Halt die Klappe, Gunn. Sie ist verletzt und braucht Hilfe, also halt einfach deinen Mund und geh aus dem Weg", motzte Cordy ihn an und folgte Angel die Treppe hinauf. „In mein Zimmer Angel, das ist das Beste, weil es bewohnbar ist. Später sehen wir weiter", sagte sie schnell, als Angel in das nächstbeste Zimmer gehen wollte.

Angel nickte und betrat das Zimmer der Seherin, um Lilah dort auf das Bett zu legen. Fürsorglich deckte Cordelia sie zu und Lilah öffnete plötzlich die Augen.

„Ich bleibe hier und komme dann später hinunter." Cordy sah Angel bittend an und er nickte wieder bevor er das Zimmer verließ.

Der Vampir ging in die Lobby und erklärte seinen beiden Mitarbeitern was geschehen war.

Wesley schüttelte besorgt den Kopf. „Das ist übel Angel, und du weißt das. Es gibt meines Wissens kein Gegenmittel, um die Strahlen eines Quertin-Dämons im Körper eines Menschen zu neutralisieren. Und was ich noch nicht verstehe, warum sorgt sich Cordelia so um Lilah Morgan?"

„Ja, warum?", fragte nun auch Gunn verständnislos. „Sie hat uns immer nur geschadet. Hat uns Schwierigkeiten bereitet, wo immer sie konnte. Was also soll das jetzt?"

„Das kann ich euch auch nicht sagen. Ich finde es selbst etwas eigenartig. Aber Cordy weiß was sie tut. Und sie wird uns sagen was los ist, wenn sie soweit ist", entgegnete Angel bestimmend und ging in sein Büro.

Gunn und Wes zuckten mit den Schultern. Angel hatte entschieden, und somit gab es nichts mehr zu sagen. Gunn ging nachdenklich hin und her und Wes beobachtete erstaunt das Tun des Freundes. „Was hast du Charles?", wollte er neugierig wissen.

„Nicht das ich es verstehe, aber wenn es für Cordy so wichtig ist, werd ich mich mit meinen Jungs umhören. Vielleicht finden wir irgendwelche Dämonen, die näheres über diesen Quertin wissen." Er nickte Wes zu und verließ das Hotel. Wesley setzte sich an seinen Schreibtisch, um vielleicht doch etwas in den Büchern über Quertin-Dämonen herauszufinden.

~*~

„Warum hast du das getan Lilah? Ich verstehe das nicht. Ich bin für dich doch nur eine arme, kleine Bürokraft, mit der du nur ein vergnügliches Wochenende hattest. Welche Hintergedanken trieben dich zu dieser Handlung? Der Strahl war für mich bestimmt, du wusstest das, und trotzdem..." Cordy würgte die aufsteigenden Tränen hinunter und blickte in Lilahs Augen, die sie verzweifelt anschauten und ihr versuchten etwas mitzuteilen.

Cordy seufzte, da sie nicht die geringste Ahnung hatte was sie tun sollte. Immer wieder rollte Lilah mit den Augen und hob und senkte die Lieder.

„Es tut mir leid, ich verstehe nicht was du mir sagen willst. Ich gehe schnell zu Wes, der weiß möglicherweise Bescheid. Bin gleich wieder da."

Als Lilah ihr einen flehenden Blick zuwarf, brach es Cordy fast das Herz.

„Ich beeile mich, versprochen. Obwohl ich für dich nur ein Spielzeug war, verspreche ich dir alles zu tun, um dir zu helfen", flüsterte die Sehrein und konnte nicht umhin, Lilah einen Kuss auf die Stirn zu drücken.

Mit raschen Schritten verließ sie ihr Zimmer und eilte in die Lobby.

„Wes? Wesley bist du da?", rief sie schon von der Treppe und war erleichtert, als er auf ihr Rufen antwortete.

Sie lief zu seinem Schreibtisch und setzte sich auf die Kante desselben. „Was weißt du über diesen blauen Dämonen, Quie.. Quewr.., oder so."

„Quertin, sie heißen Quertin", erklärte Wes ruhig.

„Wie auch immer, was kannst du mir über sie sagen, und wie kann man jemanden heilen, wenn der Strahl ihn getroffen hat", fragte sie ungeduldig.

„Man kann gar nichts tun. Es gibt keine Heilung, meines Wissens. Gut, das Lilah getroffen wurde und nicht du. Sie hat nur endlich bekommen was sie verdient. Und um ehrlich zu sein, nachdem was sie uns schon angetan hat, weine ich ihr keine Träne nach", erklärte Wesley hart.

„Wesley Wyndham Pryce, du bist ein egoistischer, gemeiner, bösartiger, verabscheuungswürdiger... Engländer, jawohl, das bist du und du solltest dich schämen, jemanden der Hilfe braucht so zu behandeln... und..."

Cordelia brach in Tränen aus und rannte zu Angel ins Büro, der ihr schon entgegenkam, weil er sie bereits gehört hatte, als sie zu schimpfen begonnen hatte. Behutsam nahm er sie in die Arme und strich ihr über den Rücken. „Sch, ist schon gut, wir werden schon eine Lösung finden, ganz ruhig, es wird schon wieder." Er warf Wesley einen bösen Blick zu, führte seine Seherin ins Büro und schloss die Tür.

„Was ist los Cordy, sprich mit mir, bitte", flüsterte der Vampir und wiegte sie hin und her.

„Es ist,.. ich hab..", schluchzte sie an seiner Brust.

„Beruhige dich erst mal, und dann erzähl es mir, wenn du willst. Okay?"

Cordy brauchte eine ganze Weile, bis sie sich beruhigt hatte, dann löste sie sich aus Angels Armen und begann stockend zu erzählen. Wie sie Lilah kennen gelernt hatte, das sie ein Wochenende zusammen verbracht hatten und das sie im Streit auseinander gegangen waren. Ihre Stimme wurde immer leiser, es war ihr sichtlich peinlich, Angel das alles zu erzählen, aber sie hatte niemanden, dem sie so vertraute wie ihm und es tat gut, sich alles von der Seele reden zu können.

Mit gesenktem hochrotem Kopf stand sie vor dem Vampir, der sie forschend anblickte.

„Du liebst sie?"

„Weiß nicht", flüsterte Cordy und sah ihn immer noch nicht an.

Angel hob ihr Kinn mit dem Zeigefinger hoch und sah ihr tief in die Augen.

„Du liebst sie!", stellte er ernst fest und seufzte.

Sie blickte ihn unsicher und verlegen an. „Vielleicht, aber sie liebt mich nicht, doch ich kann nicht anders, ich muss etwas für sie tun. Angel bitte, hilf mir", bat sie verzweifelt.

„Zum ersten Cordelia: Ich mag Lilah nicht. Das will ich gleich klarstellen. Sie ist gefährlich, arrogant, kalt und unberechenbar. Aber ich denke doch, das sie Gefühle für dich hat, gute Gefühle, denn eine Lilah Morgan würde niemals so etwas selbstloses tun und ihr eigenes Leben gefährden, um jemanden zu schützen, an dem ihr nichts liegt. Und ich bin absolut sicher, dass sie sehr wohl wusste, was dieser Dämon anrichtet. Und zum Zweiten, wird der alte Angel jetzt jemanden einen Besuch abstatten. Und du gehst jetzt zu deiner... was auch immer, und versuchst mit ihr zu reden. Stelle Fragen, die sie mit ja, oder nein beantworten kann. Denn mit den Augen kann sie sich verständlich machen. Zum Beispiel einmal die Augen schließen, heißt ja, zweimal, nein. Los Mädchen, tu was dein Boss sagt." Er lächelte sie beruhigend an, nahm seine Jacke und ging aus dem Büro.

Zur selben Zeit eilte Cordy die Treppe hinauf, um Lilah ein paar Fragen zu stellen.

Tbc...

Kapitel 5 von silverbird
Cordelia stoppte vor der Tür und atmete tief durch, bevor sie den Türgriff entschlossen hinunterdrückte. Sie trat ein, schloss die Tür leise hinter sich, und ging langsam auf das Bett zu. „Hi. Alles okay?" ‚Eine blödere Frage hätte ich nicht stellen können', dachte sie wütend auf sich selbst, und setzte sich auf den Stuhl neben dem Bett.

 

„Ähm... Lilah, ich möchte dir ein paar Fragen stellen. Antworte mir bitte. Ich weiß von Angel, dass du die Augen bewegen kannst. Also werde ich nur Sachen fragen, die du mit ja, oder nein beantworten kannst. Verstehst du mich soweit? Entschuldige, natürlich weißt du, was ich meine. Ich bin nur etwas nervös. Also, lass uns anfangen. Einmal die Augen schließen heißt ja, zweimal nein, okay?"

Cordy knetete die Finger in ihrem Schoß und räusperte sich. „Warum hast du das getan?"

Verzweifelt blickte Lilah sie an.

„Sorry, falsch. Noch mal. Du weißt, was der Dämon anrichtet, wenn sein Strahl jemanden trifft?" Gespannt wartete Cordy auf Lilahs Antwort, die mit einmal Augenklimpern antwortete.

„Du weißt es also? Und trotzdem hast du dich schützend vor mich gestellt?"

Wieder bewegte die Anwältin ihre Augenlider einmal.

„Das verstehe ich nicht, du hast doch gesagt, ich... magst du mich vielleicht doch?", wisperte die Seherin und wagte kaum Lilah anzusehen, tat es aber trotzdem gebannt.

Wieder schloss Lilah die Augen, diesmal länger und Cordy wartete zitternd ab, ob sie es nochmals tun würde, doch deren Augen blieben nach dem ersten Mal offen.

„Gut, das klären wir später." Cordy stieß hörbar die Luft aus.

„Wir werden versuchen ein Gegengift zu finden. Angel ist schon auf dem Weg um Informationen einzuholen. Ja, ich weiß, dass es angeblich keines gibt, aber wir werden nicht aufgeben", sagte Cordy schnell, als Lilah heftig mit den Wimpern zwinkerte.

„Mach dir keine Sorgen, uns wird schon etwas einfallen. Es dauert vielleicht ein bisschen, aber wir schaffen das. Und nun ruh dich aus und schlaf etwas. Inzwischen gehe ich zu Wes, er recherchiert auch und uns muss etwas einfallen, um dich zu ernähren, vor allem brauchst du Flüssigkeit, dein Körper wird nicht lange durchhalten. Ohne zu essen hältst du länger durch, aber ohne Wasser nicht. Ich bin bald wieder da, bleib ganz ruhig. Ich stehe in deiner Schuld, und werde dir helfen, so gut ich kann." Cordy erhob sich beugte sich über die Anwältin, fast sah es so aus, als wollte sie sie küssen, doch sie strich ihr nur die Locken aus dem Gesicht und streichelte aufmunternd ihre Wange.

~*~

Lilah war wieder allein. So alleine, wie sie es eigentlich immer war. Cordelia hatte ihr zwar Mut zugesprochen, doch sie wusste, das es kein Gegengift gab.

Gut, sie hatte nicht viele Informationen über diesen Dämon. W&H hatte noch nie mit einem solchen zusammengearbeitet, bevor dieser Logan mit dem Quertin-Dämon dahergekommen war, aber das was sie über ihn wusste genügte. Es gab nichts, das sie heilen konnte. Und selbst wenn, warum sollte Angel ihr, der Feindin helfen? Das wäre absurd.

Aber ihr, Lilah war es das wert gewesen. Cordy war gerettet. Ihre Cordy würde weiterleben. Und wieder war sie sich sicher, das richtige getan zu haben. Ein einziges Mal in ihrem Leben war sie erfüllt von Glück gewesen, ein ganzes Wochenende lang war sie vollkommen glücklich gewesen, mit der wundervollsten Frau, die es für sie gab. Und das sie das erleben durfte, war es wert nun zu sterben. Den einzigen Wunsch, den sie noch hatte war, das Cordelia sie noch einmal küssen würde, ihr noch einmal sagen würde, dass sie sie zumindest mochte, wenn sie sie schon nicht liebte. Sie noch einmal berühren zu dürfen, das wäre der Himmel, aber Lilah wusste, das ihre Zeit bald vorbei sein würde, dass sie nie mehr Cordys herrliche Lippen küssen, oder ihren makellosen Körper berühren würde. Wenn sie könnte würde sie weinen, ihre Sehnsucht in die Welt hinaus schreien, doch nicht einmal das war ihr vergönnt, und so würde sie versuchen durchzuhalten, solange sie nur irgendwie konnte. Sie hoffte, in den letzten Augenblicken ihres Lebens in die Augen des geliebten Menschen sehen zu können, die alles für sie war, für die sie ihr Leben gab, für die Liebe ihres Lebens. Cordelia!

~*~

Phil Logan saß in seinem neuen Büro und grinste vor sich hin. Das war ja besser gelaufen, als er es sich vorgestellt hatte. Lilah Morgan hatte sich schützend vor diese Seherin gestellt. Was für eine Närrin. Sie hatte somit ihn und vor allem die Firma verraten, was wiederum Mister Holland so sehr missfiel, das er mit den Worten: „Miss Morgan arbeitet nicht mehr für unsere Firma, ich denke Sie sollten ihren Platz einnehmen", ihn, Phil Malcolm Logan, zum offiziellen Nachfolger dieser eingebildeten Anwältin ernannt hatte und ihm erlaubte das Büro von Lilah zu übernehmen. Noch am selben Tag hatte er alles aus dem Zimmer entfernen lassen, das auch nur im Geringsten an die Anwältin erinnerte, und es erfüllte ihn mit Genugtuung, das sich diese eingebildete Ziege selbst aus dem Rennen geschossen hatte. Warum sie es getan hatte, war ihm allerdings ein Rätsel, aber wie auch immer, er war sie los, nur das zählte. Doch er würde wachsam sein. Sich schützen. Er hatte sich einen besonderen Beschützer zuteilen lassen, einen der ihn Tag und Nacht bewachen würde, denn man konnte ja nie wissen...

~*~

„Du kannst das, ich weiß, dass du es kannst, bitte Wes." Cordelia stand in der Lobby und blickte Wesley flehend an. In einer Hand hielt sie den Beutel mit den Flaschen, die Lilah Flüssigkeit zuführen sollte, in der anderen einen Infusionsständer.

Wes seufzte. „Also gut Cordy, aber gerne tue ich das nicht." Wes schaute griesgrämig drein und nahm ihr die Infusionen ab.

„Hauptsache du machst es", entgegnete sie erleichtert und eilte hinter dem ehemaligen Wächter her. Sie betraten Cordys Zimmer und die Seherin trat leise ans Bett. „Hallo, da bin ich wieder und ich habe Wes mitgebracht. Sei ganz ruhig, er wird dir eine Infusion setzen, damit du nicht austrocknest. Sie setzte sich aufs Bett und nahm zärtlich Lilahs Hand. Sie schob den Ärmel hoch, um den Arm für Wes herzurichten. Lilah blickte ihr in die Augen und Cordy lächelte ihr zu.

„Ich bleib noch", erklärte sie als Wesley fertig war und zur Tür ging. „Okay, ich sag dir bescheid wenn Angel zurück ist", entgegnete er nur und verließ den Raum.

Lange sahen sie sich in die Augen, bevor Cordelia leise zu sprechen begann. „Angel meint ich bedeute dir etwas, sonst hättest du mich nicht gerettet, ist das so?" Sie schloss die Augen, schluckte und wagte es erst dann Lilah wieder anzuschauen. Lilah sah sie unverwandt an und als Cordy wieder den Blick auf sie richtete, schloss sie einmal kurz die Augen. „Ja? Heißt das ja?", fragte die Seherin hoffnungsvoll und wieder schloss die Anwältin einmal die Augen.

„Wir... wir reden später, wenn... ich... ich werde nachsehen, ob die... nein doch nicht." Cordy war total verwirrt. Einerseits wollte sie so gerne glauben, das Lilah die Wahrheit sagte, andererseits dachte sie immer an die zynischen Worte, die sie ihr entgegengeschleudert hatte, damals. Cordy stand auf, überprüfte die Flasche, den Ständer, ob Lilah ordentlich zugedeckt war, da sie nicht wusste, wie sie sich verhalten sollte. Als sie sich wieder setzte, bemerkte sie, dass Lilah eingeschlafen war. Das Mittel, das in der Flasche war schien zu wirken und die Anwältin hatte einen entspannten Gesichtsausdruck. Vorsichtig legte sich Cordy zu Lilah ins Bett und rückte ganz nah an sie. Sie streichelte ihre Wange und drückte einen hauchzarten Kuss darauf, suchte die Hand unter der Decke und verknotete sie mit ihrer. „Ich mag dich auch", flüsterte sie und schmiegte ihren Kopf an Lilahs Haar, bevor sie die Augen schloss und erschöpft einschlief.

~*~

Angel wartete geduldig vor dem Gebäude der Firma Wolfram und Hart. Er hatte noch sechs Stunden Zeit bevor die Sonne aufging, bis dahin hoffte er, dass Phil Logan das Haus verlassen würde. Und dann würde er ihn fragen, welches Gegenmittel es gab, um Lilah zu retten. Nicht das er sie retten wollte, er würde es für Cordy tun. Angel war durchaus bewusst, dass, falls es etwas gab, das Lilah gesund machen würde, Cordelia vor einer schwierigen Entscheidung stand. Und wenn sie sich für Lilah entscheiden würde, dann... Noch bevor er seine Gedanken zu Ende führen konnte, verließ Phil Logan das Bürogebäude von W&H. Angel lächelte als er sah, das Logan mit einem Bodyguard, der sich aufmerksam umsah, zu seinem Wagen ging. Angel trat mit raschen Schritten auf die beiden zu, und der Beschützer Logans drehte sich knurrend herum.

„Sie sollten wissen, dass der sie vor mir nicht schützen kann." Angel schlug auf den Bodyguard ein. Er was fast genau so groß wie er selbst, nur noch breitschultriger, bulliger, hatte das Aussehen eines Boxers. Angel hatte sofort erkannt, dass es sich um einen Taskadämonen handelte, als der auch schon seine messerscharfen Krallen ausfuhr. Geschickt wich Angel aus, packte die Krallenhand und verdrehte sie so, dass sie brach. Der Dämon jaulte auf und ging in die Knie, als Angel den Arm noch mehr verdrehte. „Konnten sie niemand besseren finden, als diese lächerliche Kreatur?", spottete Angel, und brach dem Bodyguard mit einem Ruck das Genick.

Logan wich ängstlich zurück und versuchte mit zitternden Fingern den Autoschlüssel ins Schloss zu stecken.

„Na, na, das wollen wir doch schön lassen. Bringt ja doch nichts." Angel umklammerte Phils Hals mit einer Hand und drückte ihn an den Wagen. „Lassen sie mich los, ich werde schreien." Der angebliche Spezialist zitterte am ganzen Leib.

„Sie sind ja ein echter Komiker, denken sie wirklich ich erlaube ihnen zu schreien?" Angels Hand drückte etwas fester zu, und Logan keuchte. „Und nun mein Lieber, erzählen sie mir alles, wirklich alles, was sie über die Quertins wissen", sagte Angel und verwandelte sein Gesicht zu seinem Dämon, um seinen Worten Nachdruck zu verleihen. „Sie, sie lähmen mit ihrem Strahl, und..."

„Nichts was ich schon weiß, das Gegengift, was ist es. Ich bin sicher, sie wissen es, denn ich halte sie nicht für dumm. Sie haben sich keinen Dämon geholt, ohne zu wissen wie sie sich Notfalls vor ihm schützen können." Angel lockerte die Hand um Logans Hals etwas, da der schon verdächtig blau im Gesicht wurde.

Phil nickte, schluckte, hustete, bevor er wieder sprechen konnte. „Ja, aber die Morgan kann nicht gerettet werden, denn nur das Blut eines Vampirs, eines Meisters, gemischt mit dem Blut eines Menschen, der den, oder diejenige aus ganzem Herzen liebt, kann sie retten. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass diese Frau von irgendjemand geliebt wird", keuchte Logan.

Angel stieß den Mann verachtend von sich und sein Gesicht wurde wieder menschlich.

„Sie tun mir nichts?", fragte Phil verwundert, als Angel ihn endgültig losließ.

„Sie werden einen anderen Richter finden, da bin ich sicher", meinte der Vampir ruhig, ging zu seinem Wagen und stieg ein.

~*~

Cordy erwachte, als sie leicht an der Schulter gerüttelt wurde. Verwirrt öffnete sie die Augen und blickte in Angels. „Komm", flüsterte der Vampir: „Wir müssen reden." Cordelia löste ihre Finger von Lilahs und erhob sich leise um Angel zu folgen.

Auf dem Flur blieb Angel stehen und sah seine Seherin ernst an, als die sich, nachdem sie die Tür geschlossen hatte, zu ihm drehte.

„Cordelia.", begann der Vampir zu sprechen. „Sag mir, wie wichtig ist dir Lilah Morgan?"

„Sehr, ich weiß, es hört sich verrückt an, aber..."

„Nein, tut es nicht, ich bin sehr alt und habe viel gesehen und erlebt, aber was ich wissen muss. Liebst du sie, wirklich und wahrhaftig, aus ganzem Herzen?"

Cordy schwieg lange, sah den Vampir unsicher an, bevor sie sagte. „Ich weiß, dass du das nicht hören möchtest, aber ich kann nicht anders, ich liebe sie, frag mich nicht warum, ich kann es mir selbst nicht erklären, es ist einfach so."

„Ja, gegen die Liebe kannst du nicht an, sie überfällt dich einfach, macht dich vollkommen hilflos, wehrlos, glücklich, unglücklich, und trotzdem ist sie das Wunderbarste, das es im Universum gibt, und wenn du das Erleben darfst und es jemanden gibt, der dich genauso liebt, ist es die Erfüllung, der Sinn deines Daseins und es gibt nichts, das es annähernd Wert wäre alles dafür zu tun, alles zu riskieren und alles zu opfern. Nichts!", flüsterte Angel, und seine Stimme war voller Trauer, als er mit verzweifelten Blick zu der Seherin schaute.

Cordy schluckte und sah ihn voller Mitleid an. „Es tut mir so leid", flüsterte sie und strich ihm über den Arm, sehr wohl wissend, dass er auch über sich selbst gesprochen hatte.

„Schon gut", wehrte er rasch ab, versuchte sich wieder in den Griff zu kriegen und sprach dann emotionslos weiter. „Also, du kannst Lilah retten, wenn es so ist wie du sagst und du sie wirklich liebst." Der Vampir straffte seine Schultern und sah ihr intensiv in die Augen.

„Ja? Wie?" Cordys Augen begannen zu leuchten.

„Dein und mein Blut sind der Schlüssel. Ein Mensch, der sie liebt und ein Vampir, Meister-Vampir um genau zu sein", sagte er nicht ganz ohne Stolz: „müssen die gleiche Menge Blut vermischen und es ihr verabreichen. Wesley soll uns Blut abzapfen, und wir geben es ihr, dann heißt es abwarten. Wenn es funktioniert Cordelia, müssen wir darüber reden, wie es weitergeht, das weißt du, denn in unserer Branche lässt sich Beruf und Privatleben kaum trennen."

„Ja, ich weiß das." Cordy senkte betrübt den Kopf.

„Lass den Kopf nicht hängen, wir finden schon eine Lösung. Jetzt geben wir Lilah erst mal das Blut, und dann sehen wir weiter", tröstete Angel sie und umarmte sie freundschaftlich.

Sie gingen in die Lobby, wo Wes ihnen unter Protest natürlich, Blut abnahm. Dann eilten sie in Cordys Zimmer und Wesley injizierte die rote Flüssigkeit in Lilahs Arm. Daraufhin wurde Lilah wach, sah sich verwirrt um, bis ihr Blick auf die Seherin fiel.

Plötzlich lächelte sie. „Cordelia", hauchte sie, und in diesem einen Wort war so viel Liebe, das Angel und Wes sich verstehend anblickten und leise den Raum verließen.

„Lilah, Liebste", flüsterte nun auch Cordy und strich ihr zärtlich über das Haar. Lilah wollte es ihr gleich tun, doch ihr Arm versagte als sie ihn heben wollte. „Ich kann mich nicht bewegen"

Panisch sah sie Cordy an. „Das wird schon wieder, keine Sorge, das dauert noch ein Weilchen. Ich halte dich, bis du wieder ganz gesund bist." Die Seherin krabbelte zu Lilah ins Bett, legte sich an ihre Seite, nahm sie in den Arm und drückte sie an sich. Beide lächelten und sahen sich glücklich in die Augen.

~*~

„Und jetzt, wie geht es nun weiter, Angel?" Wesley war ehrlich besorgt, da er erkannt hatte, wie sehr Cordy um Lilah bemüht war.

„Wenn ich das wüsste. Warten wir ab, was Cordelia zu sagen hat, dann werden wir gemeinsam besprechen was zu tun ist." Angel ging in sein Büro um etwas zu arbeiten und Wes beschloss einen Eintrag über Quertin-Dämonen zu machen.

~*~

Langsam kamen Lilahs Kräfte zurück und sie legte vorsichtig ihren Arm um Cordy. „Ich liebe dich, Cordelia Chase", flüsterte sie und wagte es nicht Cordy anzusehen. „Ich weiß, dass du das nicht tust, aber ich denke du magst mich zumindest, sonst hättest du mir nicht geholfen."

„Den Quertin-Dämon, weißt du wie man sein Gift besiegen kann?" Lächelnd strich Cordelia der Anwältin, die mit ihrem Kopf auf ihrer Schulter lag über das Haar. Lilah schüttelte den Kopf, ohne aufzublicken.

„Das Blut eines Meister-Vampirs ist dazu notwendig."

„Eines Meisters, wieso hat Angel das getan? Ich kann es nicht glauben." Erstaunt richtete Lila sich auf und sah Cordy an.

„Lassen sie mich ausreden Frau Anwältin. Also eines Meister-Vampirs und eines Menschen, der die infizierte Person über alles liebt. Dieses gemischte Blut ist es, das den Giftstrahl neutr--" Cordy wurde von Lilah unterbrochen.

„Du?.. Du liebst mich? Über alles?... Du... Du, oh Gott, oh mein Gott." Lilah stürzte sich in die Arme von Cordy und hielt sie ganz fest.

„Ich hab es gesagt und sage es immer wieder, Anwälte reden zu viel und küssen zu wenig", lachte Cordy leise und glücklich. Sie umklammerte Lilah genauso fest, bis die sich löste. „Dieses Vorurteil werde ich sofort berichtigen." Lilah näherte sich Cordys Lippen und küsste sie mit aller Zärtlichkeit, die sie fähig war. Sie liebkoste mit ihrer Zunge die Lippen ihrer Liebsten, bat um Einlass, der ihr auch sofort gewährt wurde und die Beiden begannen mit ihren Zungen das ewige Spiel der Liebe und Verbundenheit, bis sie beide dringend Luft benötigten. Ein leises Wimmern kam aus ihren Kehlen, als sie sich trennen mussten.

„Lilah, wir müssen reden. Du bist jetzt wieder gesund, und wir sind immer noch... na ja, du stehst auf der anderen Seite, sozusagen und..."

„Bitte Cordy nicht reden, nicht jetzt, erst noch einen Kuss, bitte ich hab das so vermisst. Ich hab dich so sehr vermisst." Lilah kannte sich selbst nicht mehr. Wo war ihr Zynismus, ihre Härte, ihr scharfer Verstand geblieben? Nichts mehr von alldem war vorhanden. Sie hatte diesen Schutzpanzer abgelegt, denn sie brauchte ihn nicht mehr, nicht wenn Cordy bei ihr war, denn sie liebte, und wurde wieder geliebt, das war alles was zählte. Und solange das so war, verlor alles andere jede Bedeutung. Sie näherte sich wieder Cordelias Lippen und die hieß sie willkommen.

Ihre Küsse wurden leidenschaftlicher, intensiver, voller Verlangen. Sie begannen sich gegenseitig zu streicheln, zogen nach und nach ihre Kleider aus, ohne zu realisieren, das jederzeit jemand den Raum betreten konnte, ohne nachzudenken wo sie waren. Nackt schmiegten sie ihre Körper aneinander, sich festhaltend, als hätten sie Angst sich wieder zu verlieren. Lilah verließ Cordys Mund um ihren Hals zu küssen, ihr Schlüsselbein, um weiter eine feuchte Spur zwischen ihre herrlichen Hügel zu ziehen. Ihre Hände glitten über den Körper der Geliebten, streichelten und neckten sie, bis sich die Seherin stöhnend zurück fallen ließ und sich ganz in die Hände der Anwältin gab. Und Lilah widmete ihre Aufmerksamkeit dem zarten Brustspitzen Cordelias, indem sie sie leckte und daran saugte, zart hinein biss und mit einer Hand die andere Brust stimulierte. Die andere Hand glitt über Cordys makellosen Körper, strich über ihren straffen Bauch, hinunter zum Venushügel, weiter zu Cordys empfindlichsten Punkt. Der Mund Lilahs folgte der Hand und bald lösten ihre Lippen die Finger ab und saugten an der verhärteten, geschwollenen Klitoris, während zwei ihrer Finger Cordys Eingang ertasteten und vorsichtig eindrangen.

Cordy erschauderte und bäumte sich stöhnend auf. Lilahs Bemühungen verstärkten sich, sie bewegte Zunge und Finger schneller. Sie wollte ihre Geliebte zu einem Höhepunkt bringen wie sie ihn noch nie gehabt hatte, ihr Lust und Erfüllung schenken. Cordelia schrie leise auf, warf den Kopf hin und her, krallte ihre Hände in das Laken, als sie sich der Klippe näherte.

~*~

Angel dachte es wäre an der Zeit, nach den beiden Frauen zu sehen und so verließ er das Büro, um nach oben zu gehen. Als er in der oberen Etage ankam, ging er zielstrebig auf Cordys Zimmer zu, er legte die Hand auf den Türknauf...

 

TBC

 

 

Kapitel 6 von silverbird
Angel erstarrte, als er die Geräusche hinter der Tür vernahm und löste in Zeitlupentempo seine Hand von dem Türknauf. Erschrocken stieß er die Luft aus die er nicht brauchte und dankte, wem auch immer, für sein Vampirgehör.

 

Langsam drehte er sich um und ging den Flur entlang. Er war nicht gerade erfreut über den Verlauf der Dinge, aber er wusste, dass es Cordelias Entscheidung war. Jedoch würde nun alles schwieriger, komplizierter werden. Lilah Morgen war nicht zu trauen und wie weit ihre Liebe zu Cordy reichte, wenn es um ihre Gier nach Macht und Einfluss ging, konnte er nicht beurteilen. Dass sie Cordy gerettet hatte, war möglicher Weise eine reine Reflexhandlung gewesen. Und Angel wollte diese Frau so schnell wie möglich aus dem Haus haben, denn es gab hier Papiere und Unterlagen, die sie auf keinen Fall zu Gesicht bekommen sollte und wenn sie einen unerwarteten Auftrag bekamen und rasch das Hotel verlassen mussten, würde die Anwältin alleine zurückbleiben.

Das musste er verhindern. Also sollte sie schnell wieder in ihre Wohnung. Er würde Gunn anrufen, damit er sie dorthin brachte. Das wiederum würde Streit mit Cordelia bedeuten, denn sie würde argumentieren, das Lilah dort nicht mehr sicher war, weil sie angeblich Wolfram & Hart verraten hatte, was er immer noch anzweifelte.

Angel seufzte frustriert. Er und die Frauen, das war schon immer ein schwieriges Kapitel gewesen. Doch es half nichts. Sobald die Beiden herunterkamen, musste es zu einem klärenden Gespräch kommen.

~*~

„Wir müssen aufstehen, Liebste", flüsterte Cordy und strich Lilah über das Haar, deren Kopf auf Cordelias Schulter ruhte.

„Ja, ich weiß", seufzte die Anwältin. So sehr sie sich auch wünschte für immer hier liegen bleiben zu können. Ihr war durchaus bewusst, dass sie sich nun dem Alltag stellen mussten und ein mulmiges Gefühl machte sich in ihrer Magengegend breit. Doch sie war immer schon eine Frau gewesen, die sich den gegebenen Tatsachen stellte und so setzte sie sich auf küsste Cordy noch einmal und stieg aus dem Bett, um sich sofort wieder hinzusetzten und sich benommen den Kopf zu halten.

„Was ist los?" Erschrocken krabbelte Cordelia auf sie zu und nahm sie in den Arm.

„Ich bin doch noch nicht so fit wie ich dachte", murmelte die Anwältin und ließ sich von Cordy halten, glücklich darüber, das sie nun jemand hatte der ihr Halt gab, wann immer sie ihn brauchte.

„Lass dir Zeit. Ich helfe dir beim Anziehen und wir machen schön langsam, ja?" Die Seherin drückte sie liebevoll an sich, gab ihr einen Kuss auf die Stirn, um dann aufzustehen und die Kleider auf dem Boden aufzusammeln. Sie lachte leise, während sie das tat.

„Was ist so lustig?", lachte nun auch Lilah und betrachtete den wundervollen, nackten Körper vor sich, der sich anmutig bewegte.

„Ich dachte gerade Lilah Morgan, die immer korrekt gekleidete Anwältin, schmeißt einfach ihre Sachen auf den Boden, und kümmert sich einen Dreck darum ob sie zerknittert oder staubig sind."

„Ja, wenn es um dich geht Liebste, höre ich eben auf zu denken", sagte Lilah weich und erhob sich langsam.

„Das ist schön." Cordy strahlte sie mit Augen voller Liebe an.

„Ja, das ist es, es ist wundervoll. Du bist wundervoll", murmelte Lilah, zog Cordelia an sich und küsste sie zärtlich.

„Jetzt müssen wir aber." Cordy schmiegte sich enger an Lilah.

„Ich wäre ja schon längst nach unten gegangen, aber du lässt mich ja nicht", kicherte Lilah wie ein Teenager und hielt Cordy ganz fest an sich gedrückt.

„Ach? Es ist also meine Schuld?", nuschelte die Seherin und bedeckte Lilahs Gesicht mit vielen kleinen Küssen.

„Ja, weil du so schön, so süß und so unglaublich sexy bist." Die Anwältin nahm Cordelias Gesicht in ihre Hände und blickte ihr tief in die Augen.

„So? Bin ich das?", meinte Cordy verlegen und wurde rot.

„Ja, das bist du und ich liebe dich. So und nun stellen wir uns dem Monster." Entschlossen nahm sie Cordelia bei der Hand und ging zur Tür.

„Monster? Welchem Monster denn?", fragte Cordy verständnislos.

„Angel!", flüsterte Lilah leise.

Cordy brach in schallendes Gelächter aus. „Angel ist kein Monster. Na ja, schon, irgendwie, aber nicht für jemanden, den er liebt. Für seine Freunde geht er durchs Feuer. Und er akzeptiert meine Entscheidung. Das hat er mir gesagt."

„Ich bin nicht sein Freund. Wir sind Feinde von Anfang an. Ich weiß natürlich, das ich nur durch ihn gerettet wurde, und durch dich natürlich mein Herz. Aber er hat es nur für dich getan. Ich bin sicher er wünscht mich zum Teufel und er würde mich sogar selbst dahin schicken, wenn du nicht wärst." Lilah machte sich nichts vor. Sie wusste genau wie Angel und die anderen von Angel Investigations über sie dachte.

„Okay, dann stellen wir uns eben dem Monster", meinte Cordy leise, und sie wusste Lilah hatte Recht, es würde schwer werden.

Sie schritten die Treppe hinab. Wesley sah kurz auf. „Hallo Cordy. Lilah", presste er den Namen der Anwältin hinterher. Diese nickte nur.

„Wo ist Angel?" Cordelia sah ihn fragend an.

„Hier bin ich." Angel kam aus seinem Büro, da er nicht wollte, das Lilah diesen Raum betrat. „Ich habe Gunn angerufen. Er wird gleich da sein und Lilah nach Hause fahren", sagte er in einem Ton der keinen Widerspruch duldete.

„Aber sie kann nicht zu sich nach Hause. Was wenn Wolfram & Hart jemanden dort hingeschickt haben um auf sie zu warten und..."

„Schon gut, Cordelia. Ich gehe." Lilah senkte die Augen unter Angels kaltem Blick. Sie konnte ihn verstehen. An seiner Stelle würde sie nicht anders handeln.

„Dann komme ich mit", meinte die Seherin entschlossen.

„Das ist deine Entscheidung. Wesley, schicke bitte Gunn zu mir wenn er kommt." Angel drehte sich um und ging ohne ein weiteres Wort an Cordy zurück in sein Büro.

„Aber er hat doch gesagt..." Cordelia sah verwirrt zu Wes.

„Nein, hat er nicht. Er hat dir geholfen, wie er es immer tut. Und er hat euch, beziehungsweise Lilah sein Blut gegeben. Mehr kannst du wirklich nicht erwarten." Wesley konnte Cordy einfach nicht verstehen. Das sie alles aufgab und sich ihrer Feindin zuwandte, das war zu viel für ihn. Tiefe Enttäuschung breitete sich in seiner Brust aus und er wandte sich, ohne die Frauen weiter zu beachten seinen Büchern zu.

Gunn betrat das Hotel und ging nach einem Gruß in Angels Büro, nachdem Wes ihm sagte, das Angel ihn sehen möchte.

„Schließ bitte die Tür, ich muss mit dir reden", sagte Angel, und Charles machte die Tür hinter ihm zu und setzte sich ihm gegenüber.

Wenig später kam er zurück in die Lobby.

„Los Mädels, wir können", sagte er und ging zum Ausgang. Wortlos folgten ihm die beiden Frauen.

Gunn steuerte zielsicher die Wohnung Lilahs an, hielt vor dem Haus und stieg aus. Verwundert sahen die Beiden ihn an.

„Ich komme mit, wollte immer schon mal ein Luxusapartment von innen sehen", grinste er und hielt ihnen die verchromte Glastür auf.

„Sie wünschen?" Der Portier des Hauses sah die drei fragend an.

„Sie sind neu hier, wie ich sehe. Ich will in meine Wohnung", erwiderte Lilah und ging zum Aufzug.

„Wie ist ihr Name Miss?" Der Hauswächter lief ihr hinterher.

„Morgan, Lilah Morgan." Sie drückte auf den Liftknopf.

„Tut mir Leid meine Dame, aber hier wohnt keine Lilah Morgan."

„Das können sie nicht wissen. Ich wohne schon seit drei Jahren hier. Sehen sie auf ihre Liste", meinte Lilah ungehalten. „Immer diese Neuen", dachte sie genervt.

„Tut mir Leid Miss. Aber hier steht niemand mit diesem Namen", sagte er bedauernd.

„Was? Geben sie her, das muss ein Irrtum sein." Sie entriss ihm die Mappe und sah die Namen durch.

„Das geht nicht. Sie können nicht einfach...", protestierte der Portier.

„Doch sie kann", mischte sich Gunn ein. „Und nun halt die Füße still."

„Ich werde den Sicherheitsdienst rufen, wenn sie nicht sofort gehen", meinte der Wächter mit einem ängstlichen Blick auf Charles, der ihn finster musterte.

„Ich steh nicht drauf. Ich stehe tatsächlich nicht auf der Liste. Neben meiner Apartment Nummer steht... Phil Logan", keuchte Lilah wütend.

„Los, wir gehen", meinte Charles entschlossen, und schob die Zwei zum Ausgang.

Sie begaben sich zu Gunns Wagen und stiegen ein.

„Was mach ich jetzt?" Lilah war momentan völlig verunsichert, was eher selten vorkam.

„Wir fahren zu mir. Dann sehen wir weiter." Cordy strich ihr beruhigend über den Arm.

„Nein, tun wir nicht. Wir fahren zurück ins Hotel." Charles startete den Wagen und fuhr los.

„Nicht zurück ins Hotel, Angel--" Charles unterbrach Cordelia und sagte.

„Angel hat mich beauftragt euch sofort zurück zu bringen, wenn mir etwas verdächtig vorkommt. Und das ist verdächtig, mehr als das. Also keine Widerrede", befahl er bestimmend und gab Gas.

Die beiden Frauen blickten sich erstaunt an bis Cordy lächelte: "Siehst du?", flüsterte sie. „Mein Boss ist ein süßes Monster."

„Na, ich weiß nicht", murmelte Lilah leise, und verstand die Welt, insbesondere Angel, nicht mehr.

Kurze Zeit später betraten sie wieder das Hyperion. Demonstrativ hielt Cordy Lilahs Hand, als sie vor Angel standen, der mit verschränkten Armen Gunns Bericht lauschte. Als der fertig war, drehte er sich den beiden Frauen zu. „Gut. Es war ja zu erwarten, das W&H etwas unternehmen."

„Es ist Phil Logan, er steckt dahinter", meinte Lilah und sah Angel direkt in die Augen.

„Logan, dieser Dreckskerl, ich hätte ihn... Okay. Mach mir einen Vorschlag, Lilah. Was können wir tun?" Skeptisch blickte er die Anwältin an und wartete auf irgendeine lahme Ausrede, doch sie überrasche ihn.

„Ich würde gerne euren Laptop benutzen, wenn ich darf. Zuerst möchte ich meine Konten überprüfen, um zu sehen was er damit angestellt hat, denn er wird sich sicherlich nicht nur mit meiner Wohnung begnügen. Dann werden wir, falls die Codes noch nicht geändert sind, in ihr Computersystem eindringen, und Phil wird verfluchen mich unterschätzt zu haben.

Und anschließend werde ich euch alle Dämonen bekannt geben, von denen ich weiß, dass sie für Wolfram und Hart arbeiten. Jede Information kannst du von mir kriegen Angel, die nur im Entferntesten mit W&H, oder ihren Partnern zu tun haben und wenn du es erlaubst, würde ich gerne für Angel Investigations arbeiten. Ich bin eine gute Anwältin und kann sicher hilfreich sein. Ich gebe offen zu, ich tue das für Cordelia, und für meine Rache. Ich weiß natürlich, dass ihr alle mir nicht über den Weg traut, aber..."

„Ich schon", sagte Cordy mit fester Stimme, worauf Wesley die Augen verdrehte und Gunn lächelte.

„Danke", erwiderte Lilah gerührt, weil Cordy das offen vor all ihren Freunden sagte.

„Gut, wir werden sehen, wie weit es stimmt, was du sagst", sagte Angel noch nicht wirklich überzeugt: „Cordelia! Du lässt Lilah mit dem Laptop arbeiten und bleibst bei ihr. Ich verlass mich auf dich. Ich hab noch im Büro zu tun."

Er begab sich in sein Büro und Wesley sowie Gunn folgten ihm.

„Warum vertraust du mir? Ich an deiner Stelle würde es nicht tun." Lilah sah Cordelia fragend an.

„Doch, das würdest du. Ich denke über diese Frage sind wir inzwischen hinaus. Wir haben uns entschieden. Beide. Es ist wie es ist. Wir lieben uns. Das ist keine Frage, das ist eine Tatsache. Für mich jedenfalls, und..." Lilah zog sie mit Tränen in den Augen an sich. „Für mich auch. Ich liebe dich so sehr. Ich bin so dankbar, dass du mich liebst, dass ich dafür keine Worte finde. Ich bete dich an meine liebste, liebste Cordy. Und ich werde dich nicht enttäuschen, das verspreche ich, das schwöre ich", flüsterte sie und konnte die Tränen nicht mehr zurückhalten.

Gott war ihr Zeuge. Sie würde alles tun, was in ihrer Macht stand damit dieses himmlische Wesen, das sie in ihren Armen halten durfte für immer bei ihr blieb, alles, damit sie auch weiterhin von ihr geliebt wurde. Sie hatte die Chance bekommen endlich etwas Nützliches mit ihrem Leben anzufangen, und das an der Seite des wundervollsten Menschen, den sie je in ihrem Leben getroffen hatte.

~*~

„Du traust ihr doch nicht etwa?", fragte Wesley, gleich nach dem er hinter Gunn die Tür von Angels Büro hinter ihnen geschlossen hatte.

„Nein, aber Cordelia tut es." Angel lehnte sich in seinem Sessel zurück.

„Cordy ist nicht zurechnungsfähig. Sie ist verliebt. In eine Frau, was schon absurd genug ist. Doch das sie es ausgerechnet in Lilah Morgan ist, lässt mich wirklich an ihrem Verstand zweifeln." Wesley war außer sich, das war deutlich zu merken.

„Es ist unwichtig ob Cordy eine Frau oder einen Mann liebt. Das Geschlecht spielt dabei keine Rolle. Es ist oft so, dass gleichgeschlechtliche Partner eine vollkommene Beziehung führen, weil sie gleiche Wünsche und Bedürfnisse haben. Wenn die Menschen mehr Verständnis und Toleranz diesbezüglich hätten, ginge es wesentlich friedlicher auf dieser Welt zu", sagte Angel mehr zu sich, als zu seinen beiden Mitarbeitern.

„Und das sagt Angel, der Vampir", lachte Gunn.

„Nein, das sage ich, weil ich in 250 Jahren schon so einiges gesehen und erlebt habe. Aber das tut hier nichts zur Sache. Was mir Sorgen macht, ist, dass sie sich ausgerechnet in Lilah verliebt hat. Wir werden Lilah nicht einen Augenblick alleine lassen, äh... ich meine hier unten in der Lobby. Sonst ist ja Cordy mit ihr..." Angel fiel ein, das er beinahe in Cordelias Zimmer geplatzt wäre, als die Beiden...

„Also wir passen auf und überprüfen alles, soweit es uns möglich ist, was sie uns an Informationen gibt. Dann werden wir ja sehen, ob sie die Wahrheit gesagt hat. Und danach können wir immer noch entscheiden, ob wir sie in unsere Crew aufnehmen."

„Ich bin dagegen", erklärte Wesley bestimmt.

„Ich denke sie ist ganz okay", sagte Gunn. Er und Wes sahen Angel fragend an und jeder hoffte für sich, das er ihnen zustimmen würde.

„Und ich sage, wir warten ab", erwiderte der Vampir ernst. „Und nun seid bitte so freundlich und holt ein paar Sachen aus Cordelias Wohnung. Kleidung und was die Beiden halt so brauchen. Ich möchte, dass sie hier bleiben, bis die Sache geklärt ist. Denn ich befürchte auch Cordys Wohnung wird von W&H überwacht."

Worauf Wes und Gunn wenig begeistert über ihren Auftrag das Büro, und letztendlich das Hotel verließen.

~*~

„Das gibt es doch nicht. Dieser hinterhältige Schuft. Ich habe nicht einen einzigen Cent mehr auf meinem Konto. Keine Kreditkarten, kein nichts. Mich gibt es praktisch nicht mehr. Das wird er mir büßen." Lilah hämmerte auf den Laptop ein und fragte ihre Konten nochmals ab, doch auch nach der zweiten Abfrage war sie arm wie eine Kirchenmaus.

„Willkommen im Club derer, die jeden Cent umdrehen müssen", lachte Cordelia leise.

„Das ist nicht witzig, Cordy", fauchte Lilah.

„Das weiß ich. Tut mir Leid", sagte Cordy geknickt. Schließlich wusste sie genau, wie es war, plötzlich kein Geld mehr zu haben. Sie erinnerte sich gut daran wie es damals war, in Sunnydale, als ihre Familie plötzlich pleite war.

„Nein mein Herz. Mir tut es Leid, das ich dich so angeschnauzt habe. Ich wusste natürlich, dass sie etwas unternehmen werden. Und es war mir auch völlig klar, das die Maßnamen gegen mich sehr drastisch ausfallen, aber ich bin trotzdem etwas geschockt." Lilah gab wieder irgendetwas auf dem Laptop ein.

„Du bereust es, nicht wahr?", fragte Cordelia leise und senkte den Kopf um Lilah nicht in die Augen sehen zu müssen. Sie wollte nicht sehen was darin stand.

Die Anwältin lachte fröhlich auf und umfasste Cordys Gesicht und zwang sie ihr in die Augen zu sehen. "Nein, meine allerliebste Cordelia. Ich bereue vieles in meinem Leben. Aber das sicher nicht. Das... nein, DU bist das Beste das mir jemals passieren konnte. Und ich bin jede Sekunde unendlich dankbar dafür. Alles andere was vorher war, hat keinen Wert mehr für mich. Kleider, Geld, Macht. Ich dachte das wäre das Wichtigste, das einzig Erstrebenswerte. Bis ich in deine Augen sah, damals, als der Septemberregen auf uns fiel, da fühlte ich das erste Mal, dass etwas in meinem Leben nicht stimmte. Das ich so nicht mehr leben wollte. Und wie du dann in Gefahr warst, weil der Quertin-Dämon dich angriff, zögerte ich keinen Augenblick, denn alles was ich wollte, wirklich und wahrhaftig wollte, war dich zu schützen mit allem was mir zur Verfügung stand. Und als du mir später sagtest, das du mich auch liebst... ich kann nicht mit Worten beschreiben wie ich mich gefühlt habe."

„Man schwebt, immerzu. Ständig klingen wundervolle Lieder im Kopf, und die Schmetterlinge im Bauch hören niemals auf zu flattern. Es genügt nur an den anderen zu denken und die Welt leuchtet in den wunderbarsten Farben. Ich... ich kann es auch nicht beschreiben...", brach Cordelia verlegen ab.

„Du hast es wundervoll beschrieben. Ich liebe dich so sehr, so sehr das es weh tut", flüsterte Lilah und küsste Cordelia so zärtlich, das sie alles um sich herum vergaßen.

~*~

Angel lächelte traurig. Er hatte gehört, was Lilah sagte und er gönnte den Beiden ihr Glück. Denn es war das Einzige, das wirklich Wert hatte. Das Einzige, das zählte. Die Liebe. Lilah hatte das erkannt und er war froh darüber, für Cordelia, denn sie hatte es verdient geliebt zu werden. Sie war wie eine kleine Schwester für ihn und er wünschte ihr alles Glück der Erde.

Und sein totes Herz zog sich zusammen, als er sich einen kurzen Augenblick erlaubte, sich seiner Einsamkeit und seiner Sehnsucht nach jemanden, der auch ihn liebte bewusst zu werden. Doch er wusste, das würde niemals geschehen. Seine Schuld an der Menschheit war zu groß, um jemals die Gnade der Liebe zu erfahren, um jemals geliebt zu werden, oder lieben zu dürfen. Mit einem tiefen Seufzer erhob er sich und ging hinaus in die Lobby.

„Ähm...", räusperte sich der Vampir, als er in die noch immer bestehende Umarmung der Beiden platzte.

Erschrocken fuhren die beiden Frauen auseinander.

„Es ist nicht so, wie.. ich meine...", stotterte Cordy und wusste nicht, wo sie hinschauen sollte.

„Doch, genau so ist es. Und es ist okay", lächelte Angel. Damit war das Thema für ihn erledigt und er wandte sich an Lilah. „Wie gut bist du mit dem Ding?" Er zeigte auf den Laptop, der für ihn eines der unerklärlichsten Dinge dieser Erde waren, und er staunte jedes Mal was man damit alles anstellen konnte.

„Ziemlich. Was willst du wissen?", fragte die Anwältin neugierig.

„Na ja. Ich dachte, wenn du die Codes, oder wie das heißt von Wolfram & Hart kennst und das alles, könntest du doch ein wenig Unordnung in ihr System bringen."

Lilahs Miene hellte sich auf: „Jaaa, und ich könnte es so aussehen lassen, als wenn mein spezieller Freund Logan daran Schuld hätte." Ein teuflischer Ausdruck überzog ihr Gesicht, und Angel dachte, ein bisschen bösartige Lilah ist gar nicht schlecht, wenn sie es richtig einsetzt. „Gut, dann mach mal. Es ist schon dunkel draußen, ich werde kurz auf Streife gehen." Mit diesen Worten verließ er das Haus und ließ die beiden Frauen allen.

„Hilfst du mir, mein Herz?" Lilah strahlte Cordy an.

„Wenn ich vorher einen Kuss kriege?", lächelte diese verführerisch.

„Ich würde dir so gerne viel mehr geben als das, aber wir müssen rasch arbeiten, bevor sie ihr System blockieren", meinte Lilah bedauernd.

„Ja, ich weiß", seufzte Cordelia frustriert und starrte auf Lilahs Mund, der sich dem ihren langsam näherte. Ihre Lippen trafen sich, berührten sich zärtlich. Cordys Zungenspitze glitt heraus, teilte bittend Lilahs Lippen und drang in ihre Mundhöhle, um sie zu erforschen. Ihre Zungen stießen aneinander, stupsten sich an, umschlangen sich voller Verlangen. Beide stöhnten leise in den Mund der anderen, sie pressten ihre Körper aneinander, drängend, fordernd, bis Lilah den Kuss unterbrach und Cordy von sich schob. „Geh weg, geh ganz weit weg, denn sonst weiß ich nicht mehr was ich tue", keuchte sie erregt. „Ach ja?", grinste Cordelia und strich ihr mit den Fingerspitzen über den Hals.

„Bitte Cordy, du machst mich verrückt, das halt ich einfach nicht mehr aus", murmelte die Anwältin und riss ihre Geliebte an sich um sie wieder leidenschaftlich zu Küssen. Doch diesmal war es Cordelia, die den Kuss unterbrach. „Du hast Recht. Wir müssen vernünftig sein, wir haben jede Menge Zeit, nachher. Es ist wie du sagst, wir müssen schnell handeln. Und damit wir nicht mehr übereinander herfallen, werde ich mich auf die andere Seite des Tisches setzen, so schwer es mir auch fällt. Sehen wir zu das wir das Ganze schnell hinter uns bringen", erwiderte sie entschlossen.

„Ich hasse das", grummelte Lilah und ließ sich frustriert auf den Stuhl fallen, worauf Cordy kicherte. Doch dann begannen die zwei Frauen zu arbeiten, professionell und konzentriert. Lilah hämmerte auf die Tasten, lud vom Netz, und Cordelia druckte aus, Blatt für Blatt.

Wes und Gunn kamen und brachten Cordelias Sachen, die beiden Frauen registrierten es kaum. Angel kam zurück, stellte ihnen frischen Kaffee hin, sie dankten mit einem Nicken, ohne von ihrer Arbeit aufzusehen, und Angel lächelte zufrieden. Langsam war er überzeugt, dass  s e i n e Cordelia eine gute Wahl getroffen hatte.

Wesley beäugelte die Beiden argwöhnisch. Er würde der Anwältin niemals trauen. Nach wie vor hielt er sie für eine Spionin von W&H, obwohl, er war sich nicht mehr so ganz sicher.

Der Morgen graute und Gunn, sowie Wes, verließen das Hotel um nach Hause zu gehen. Die Mädchen arbeiteten noch immer. Angel ging in seine Wohnung, um seinen vampirischen Trieb um Schlaf nachzugeben und endlich eine Stunde später schaltete Lilah den Laptop aus. „Fertig", murmelte sie erschöpft, aber glücklich.

„Ja, fix und fertig", meinte auch Cordy und streckte sich stöhnend. Sie erhob sich und trug die ausgedruckten Blätter in Angels Büro, kam rasch zurück und setzte sich wieder auf ihren Stuhl.

„Tut mir Leid Liebste, das es so lange gedauert hat, aber Wolfram & Hart ist ein großes Unternehmen und hat viele Partner und ich wollte es wirklich gründlich machen", lächelte Lilah entschuldigend.

„Das hast du. Es war ein Genuss dir zuzusehen und ich würde zu gerne Logans Gesicht sehen, wenn Holland ihn rufen lässt und sie das ganze Ausmaß des Chaos erkennen, das du beziehungsweise Logan angerichtet hat", kicherte Cordelia.

„Ja, ich bin ein böses, böses Mädchen", lachte Lilah leise.

„Ja, das bist du", hauchte Cordy und ging um den Tisch herum, auf ihre Geliebte zu. „Zeigst du mir wie böse du bist? In meinem Zimmer?", wisperte sie und streifte mit ihren Lippen leicht die von Lilah.

„Bist du nicht zu müde?", neckte sie die Anwältin.

„Dafür bin ich nie zu müde", kicherte Cordy, nahm sie bei der Hand und zog sie schnell die Treppe hoch in ihr Zimmer.

Rasch schloss sie die Tür hinter sich und sperrte sicherheitshalber ab, man wusste ja nie. Obwohl, es war ja nur Angel im Haus, und der würde niemals ihr Zimmer betreten, warum auch. Sie schubste Lilah auf das Bett und beugte sich über sie. „Aber du wirst müde sein. So fleißig wie du warst", ,vermutete Cordy mit einem hintergründigen Lächeln. Als Lilah protestieren wollte, legte ihr Cordy den Finger auf die Lippen. „Schh.. lass mich ausreden, mein Herz. Du wirst müde sein, und darum möchte ich, dass du dich entspannst und alles mir überlässt. Ich möchte dich verwöhnen, so wie du es gestern bei mir gemacht hast." Und das tat sie dann auch, bis ein lauter erlösender Schrei Lilahs Kehle entwich, und unten im Keller setzte sich ein Vampir erschrocken in seinem Bett auf.

„Verfluchtes Vampirgehör", murmelte er frustriert und stand auf. Bei diesem Krach war sowieso nicht mehr an Schlaf zu denken, und so stand er auf, um in seinem Büro noch etwas zu arbeiten. Er hoffte das würde ihn von seiner eigenen Einsamkeit ablenken. Arbeit half immer, meistens... manchmal...

„Ich liebe dich", flüsterte Lilah und kuschelte sich enger in Cordys Arme.

„Ich liebe dich auch", hauchte die Seherin und zog die Decke über sie beide.

Sich fest in den Armen haltend schliefen sie glücklich lächelnd ein, mit dem Wissen, das eine wundervolle Zukunft auf sie wartete.

Unten im Büro saß Angel und studierte den Berg Blätter den Cordelia auf seinen Schreibtisch gelegt hatte. „Ich wusste, das Lilah gut ist, aber das ist wesentlich mehr, als ich erwartet habe", murmelte er vor sich hin. Als er nach Stunden das letzte Blatt weglegte, lehnte er sich zufrieden zurück. Diese Blätter enthielten mehr Informationen über Dämonen und W&H als er jemals im Laufe der Jahre mit seinen Freunden zusammen tragen hätte können und ersparte ihnen eine Menge Zeit und Arbeit.

Wenn das alles stimmte und das nahm er an, und wenn Lilah weiterhin bereit war so offen zu sein, würde er sie gerne als neues Mitglied von Angel Investigations begrüßen, mit Vorbehalt, allerdings.

~*~

Mister Holland Manners drückte mit hochrotem Kopf die Taste der Gegensprechanlage zu seiner Sekretärin. „Informieren sie zwei Wachleute. Sie sollen mir diesen verdammten Logan herbringen.

Und zwar SOFORT."

Ende!

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