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Changes von silverbird
Inhalt:

Doc Aldin Hensen betreut Menschen mit einem Trauma. Die Meisten von ihnen sind Soldaten. Ein Neuankömmling kommt aber aus einem anderen Grund auf Hensons Farm.


Fandom(s): Originale Pairing(s): Dean Wilson/Sam Hensen
Story-Genre: Abenteuer, Allgemeine Story, Krimi, Romanze
Lšnge der Story: Mehrteiler
Story-Typ: Slash - M/M
Warnungen: Keine
Challenges:
Serie: Changes
Kapitel: 18 Story vollendet: Ja Anzahl der Wörter: 38569 Wörter Gelesen: 25776 Mal Datum der Veröffentlichung: 02.07.12 Letztes Update: 04.11.12
Kapitel 2 von silverbird

Sam hatte die spärlichen Informationen an seine Schwester weitergegeben. Natürlich war sie über das Wenige entsprechend enttäuscht, doch Tessa wurde rasch abgelenkt, weil ihr Handy klingelte. Ihre beste Freundin rief an und somit war Sam in dem Zimmer nicht mehr erwünscht, was er schmunzelnd hinnahm. Daher begab er sich in sein Apartment und räumte noch ein paar Gegenstände weg. Währenddessen dachte er an den unhöflichen Neuen. Da stand seinem Vater eine schwere Aufgabe bevor, da war Sam sich sicher. Da er aber vor hatte eine Zeit lang zu bleiben, würde er ebenfalls immer wieder mit diesen Leuten konfrontiert werden. Inzwischen war er aber richtig wütend auf den Neuen und auch auf sich selbst, weil er sich so hatte abfertigen lassen. Diesen Fehler würde er korrigieren und zwar gleich am nächsten Morgen. Dem Neuen mußte von Anfang an klargemacht werden, wer hier das Sagen hatte und auch, dass es Regeln gab, die strikt einzuhalten waren.

Wie es sich Sam am Tag zuvor vorgenommen hatte, machte er sich morgens auf den Weg zu den Garagen. Kurz bevor er zur Tür gelangte, wurde sie aufgestoßen und der Neue trat ins Freie. „Hey, ich wollte gerade zu dir", erklärte er, blieb vor Sam stehen und räusperte sich. „Also wegen gestern. Sorry, daß ich so unfreundlich war. Lange Fahrt. Schon ewig nicht mehr geschlafen. Na wie auch immer. Ich bin Dean. Hoffe, wir kommen gut miteinander aus." Er streckte Sam die Hand entgegen und lächelte entwaffnend.

Sam hätte später nicht sagen können ob es das Lächeln, die versöhnliche Geste, oder die faszinierenden grünen Augen waren, daß es ihm plötzlich unmöglich machte so zu agieren wie er es vorgehabt hatte. Jedenfalls ergriff er Deans Hand und schüttelte sie. „Okay, du scheinst es ehrlich zu meinen. Also Schwamm drüber. Du bist früh aufgestanden. Frühstück gibt's erst in eine Stunde, daher kann ich dir inzwischen die Farm zeigen. Für welche Arbeiten du eingeteilt wirst, sagt dir mein Vater. Kommt darauf an was du so kannst und ob es etwas ist, das hier auf der Farm gebraucht wird. Ich war selbst die letzten paar Jahre nur selten hier, aber ich glaube nicht, daß Vater sein System inzwischen geändert hat. Aber wie gesagt, das besprichst du mit meinem Vater. Fangen wir mir der Besichtigungstour an."

Gerade als sie losgehen wollten, wurde Sam von seiner Schwester gerufen und das mit ziemlich ungehaltener Stimme. Besorgt wandte sich Sam um und lief mit raschen Schritten auf das Haupthaus zu. Tessa hatte sich aus dem Fenster gelehnt und als ihr Bruder sich näherte, schimpfte sie ungehalten. „Dieser blöde, alte Krempel. Nichts funktioniert in diesem Haus. Jetzt ist auch noch der Drucker hinüber. Dabei müßte ich was für mein Projekt ausdrucken. Kannst du mir sagen, was ich jetzt machen soll? Ich muß in einer Stunde los und wenn ich meine Arbeit nicht abliefern kann, macht mich Mrs. Callin zur Schnecke."

 „Tut mit leid, Schwesterchen. Ich verstehe von diesen Geräten auch nicht viel."

„Ich kenn mich mit solchen Dingern aus und könnte mir den Drucker anschauen", meldete sich Dean zu Wort und erst dadurch bemerkte Sam, das der Neue ihm gefolgt war.

Sam überlegte, was er tun sollte. Es war eine verzwickte Situation. Einerseits wollte er Dean nicht im Haus haben, aber andererseits wollte er auch seiner Schwester helfen. Schließlich kannte er Mrs. Callin noch aus seiner eigenen Schulzeit und dieser alte Drachen konnte einen wirklich fertig machen. Trotzdem schüttelte er den Kopf, als er sich zu Dean umdrehte. „Das ist keine so gute Idee. Ich...."

„Sam! Laß ihn bitte helfen. Du weißt wie Mrs. Callin sein kann", rief Tessa und da sie echt verzweifelt klang, beschloß Sam seufzend nachzugeben. „Okay, dann komm mit. Vielleicht kriegst du das Ding wirklich zum Laufen." Er führte Dean ins Haus. Dort begaben sie sich ins Büro, wo Tessa schon stand und auf den Drucker deutete. „Er tut nichts außer blöd zu blinken. Dabei ist er neu. Sicher ist das Fax schuld. Das geht auch nicht und der Computer spinnt natürlich ebenfalls. Keine Ahnung was da los ist", grummelte sie grantig und verschränkte die Arme vor der Brust.

Dean kommentierte das nicht und schaute sich stattdessen das Gerät an. Kurz darauf bemerkte er: „Liegt bestimmt am PC. Ich schau ihn mir gleich an und ebenso alle Zuleitungen. Mal sehen, woran es letztendlich liegt. Ich habe Werkzeug dafür dabei und hole es schnell aus meinem Wagen." Daraufhin eilte er davon, bevor Sam etwas erwidern konnte.

Im Nu war Dean zurück, einen Stromprüfschraubendreher in der Hand, mit dem er auch sogleich die Spannung der Steckdose überprüfte. Er schüttelte den Kopf, da auch dort offenbar alles in Ordnung war und wandte sich dann dem Computer zu, um sich an diesem Gerät zu schaffen zu machen. Gleich darauf erklärte er: „Ihr habt ein Verbindungsproblem. Ich muß mir mal die Leitungen anschauen, wenn es recht ist?"

Dabei schaute er Sam fragend an. Der überlegte kurz, dann nickte er zögernd. „Mein Vater sagte mir schon, dass es ein Problem mit der Leitung gibt. Ich weiß allerdings weder wo die Leitungen verlaufen, noch wo der Schaltkasten dafür ist", gab er zu.

Dean winkte ab und erklärte locker. „Kein Problem. Das finde ich schon." Er verließ das Haus und begab sich an dessen Rückseite. Dort sah er sich aufmerksam um, bevor er die kleine Metalltür entriegelte, hinter der sich die Telefonschaltungen befanden. Er entfernte zwei Klammern, die an einem kleinen Kästchen befestigt waren und steckte sie in seine Jackentasche. Dann steckte zwei lose Kabel wieder an ihrem Platz in der Schaltung, schraubte sie fest und schloß den Deckel. Natürlich wußte niemand, daß er schon eine Woche zuvor hier auf der Farm gewesen war, um die Telefon und Computerverbindung für seine Zwecke zu präparieren, weil das alles zu seinem Plan gehörte.

‚Okay. Die Auswertung mach ich später und gleichzeitig habe ich mir Zutritt ins Haus verschafft. Der nächste Schritt ist gemacht. Jetzt schaue ich mich dort mal um, und in den nächsten Tagen kommen die anderen Gebäude dran. Mit etwas Glück finde ich bald was ich suche und bin rasch wieder weg', dachte er und erreichte ein paar Minuten später wieder den Haupteingang, trat durch die Tür und rief: „Da bin ich wieder."

Dean winkte demonstrativ mit dem Leatherman Werkzeug und machte sich dann am Computer zu schaffen. Er tat so, als ändere er ein paar Einstellungen und wandte sich dann an das Mädchen. „Lag an der Leitung. Ich habe den PC jetzt auch noch konfiguriert. Jetzt müßte er wieder funktionieren", erklärte er und trat zur Seite, um ihr Platz zu machen. Tessa startete gleich einen Versuch und strahlte Dean an, weil alles anstandslos funktionierte.

„Der Computer braucht ein Update und ein vernünftiger Virenschutz sollte auch drauf", bemerkte Dean ruhig zu Sam. „Wenn du willst, kann ich mir noch das Faxgerät ansehen", bot er noch an.

Auch diesmal überlegte Sam, kam aber zu dem Schluß, daß es nichts schaden konnte. Eher das Gegenteil. ‚Denn wenn Dean das hinkriegt, und davon gehe ich aus nachdem was ich jetzt gesehen habe, und dann bekomme ich Informationen über ihn, die mich brennend interessieren, wie ich zugeben muß. In dem Kerl steckt offenbar mehr als ich angenommen habe', dachte Sam und so stimmte er zu. Er deutete zu dem Fax, das auf einer langen Anrichte links vom Schreibtisch stand. „Einen Versuch ist es wert."

„Das Fax geht schon längere Zeit nicht", warf Tessa Schulter zuckend ein. „Monty, das ist der Mann, der in unserer Gegend diesen ganzen technischen Kram repariert, ist im Krankenhaus und wird auch noch eine Weile dort bleiben. Herzinfarkt", erklärte sie Sam. „Er ist halt schon alt", fügte sie noch lakonisch hinzu.

„E ist doch erst 43, oder?", fragte Sam Stirn runzelnd nach.

Tessa zuckte erneut mit den Schultern. „Eben. Alt. Sag ich ja."

Dean lachte plötzlich leise, bevor er an Sam gewandt meinte. „In ihrem Alter sind alle Leute über 30 uralt."

„Scheint so und wenn ich darüber nachdenke, habe ich mit 15 auch so gedacht. Wird bei dir nicht anders gewesen sein", entgegnete Sam, während er beobachtete, wie Dean sein Leatherman Werkzeug erneut aus seiner Hosentasche nahm und begann das Faxgerät aufzuschrauben. Antwort gab er ihm keine, deswegen vermutete Sam, daß Dean sich nur auf seine Arbeit konzentrierte.

So war es aber nicht. Dean hatte ihn sehr wohl gehört. Aber was hätte er antworten sollen? Daß er das was andere Kindheit und Jugend nannten, völlig anders erlebt hatte als andere und daher auch keine Gedanken an solch marginale Dinge verschwendet hatte? Nein, denn das würde eventuell Fragen aufwerfen, dessen Antworten keinen etwas angingen.

„Da ist eine Klemme abgegangen die zwei Kabel verbindet, Ich hab sicher noch ein paar im Wagen. Bin gleich zurück", sagte er stattdessen und war auch schon verschwunden.

„Wow, der sieht ja wie ein Model aus", behauptete Tessa schwärmerisch und Sam zog mißmutig die Augenbrauen zusammen. „Denk nicht mal dran, kleine Schwester", sagte er warnend. „Wenn du schon solche Gedenken hegst, dann halte dich gefälligst an Jungs in deinem Alter. Wir haben strenge Regeln und..."

„Jaaaaaa, ich weiß", unterbrach ihn Tessa, seufzte und verdrehte die Augen. „Also nerv nicht. Ich guck ja nur, und Tatsache ist nun mal, daß er klasse aussieht. Das wird man wohl noch bemerken dürfen", entgegnete sie eingeschnappt.

Im Geiste stimmte Sam ihr natürlich zu. Der Kerl sah wirklich umwerfend gut aus. Aber das würde er ihr ganz sicher nicht sagen und wenn die Umstände andres gewesen wären, ja dann....aber so. Sam seufzte lautlos und griff, um sich abzulenken, nach den Blättern, die Tessa eben ausgedruckt hatte.

~*~

Dean hielt die zwei Klemmen in die Höhe um sie zeigen und ging dann vor dem Fax in die Hocke, um gleich darauf zischend einen Schmerzenslaut von sich zu geben, während er rasch wieder aufstand und leise fluchte.

„Was ist?", wollte Sam erschrocken wissen, dem natürlich nicht entgangen war, daß der Neue offenbar Schmerzen hatte.

Der winkte auch sogleich ab. „Nichts Besonderes. Nur eine Verletzung am Rücken, an die ich gerade nicht gedacht habe, sonst hätte ich mich anders bewegt."

„Oh. Ein Unfall?"

„Neugierig bist du wohl gar nicht", brummte Dean sichtlich genervt und ging diesmal vorsichtiger in die Knie und vermied es so, daß sich die Rückenmuskeln zu stark spannten.

„Nein bin ich nicht. Das nennt man Mitgefühl, falls du das Wort überhaupt kennst", gab Sam bissig zurück.

Dean lachte sarkastisch auf. „Ja klar. Mitgefühl. Erzähl nicht so einen Mist. Du kennst mich noch nicht mal ein paar Stunden."

„Seit wann muß man dafür jemanden länger kennen? Aber lassen wir das. Es führt zu nichts. Ich werde keine Fragen mehr stellen, keine Sorge."

„Dann wäre das ja geklärt", gab Dean emotionslos zurück und wechselte auch gleich das Thema. „An der Klemme alleine liegt es nicht. Ich schau mir mal die Zuleitung an, die durchs Haus zum Telefonkasten führen und die mit dem Fax verbundenen Telefone, wenn recht ist."

„Viel Hoffnung hab ich zwar nicht, daß du es hinkriegst. Aber von mir aus versuch es weiter. Du hast 30 Minuten", erklärte Sam bestimmt und wartete bis Dean das Arbeitszimmer verließ. Da er sich blöd vorkam, den Neuen auf Schritt und Tritt zu folgen, ging Sam in die Küche, um sich einen Kaffee zu machen. Er nahm sich aber vor Dean genau anzusehen, wenn er zurückkam, um fest zu stellen, ob der etwas von den Gegenständen im Haus eingesteckt hatte.

Dean inspizierte jeden Raum genau, während er so tat, als würde er die Leitungen und Telefonapparate überprüfen. Fünfzehn Minuten später hatte er alles gesehen was ihn interessierte und so begab er sich wieder nach unten, hantierte am Faxgerät herum und stellt es richtig ein. Dann rief er nach Sam, der ihm mit einem „Hier" antwortete, woraufhin Dean der Stimme folgte und in der Küche landete.

Sam schob eine Tasse über den Tresen auf Dean zu, doch bevor der dazu etwas sagen konnte, erklärte Sam auch schon. „Das ist bloß Kaffee. Ohne Hintergedanken. Ohne Mitgefühl und auch kein Bestechungsversuch."

Dean mußte unweigerlich lachen. Der Kerl war einfach tough und hatte ein derart gewinnendes Wesen, daß man ihm schwer widerstehen konnte. Dabei glaubte Dean, daß ihm das nicht mal bewußt war und selbst wenn, Dean war sowieso völlig immun. Keiner hatte ihn bisher knacken können und so würde es auch bleiben. Das hatte er schon vor vielen Jahren entschieden, oder lernen müssen. Kam ganz darauf an wie man es betrachtete. Trotzdem verstand er es, seine Ressourcen geschickt zu nutzen, wenn es seinen Plänen dienlich war. Auch das hatte er in seiner Ausbildung gelernt. Daher gehörte es dazu, ein paar unbedeutende Details von sich Preis zu geben. „Sie waren zu dritt. Einer hatte ein Messer, aber ich habe sie trotzdem platt gemacht. Ende der Geschichte", berichtete er daher in knappen Worten und nahm einen Schluck aus der Tasse. Dabei schaute er Sam an und der hatte genauso reagiert, wie er erwartet hatte. Sein Gesicht war vor Schock gezeichnet. „Soldaten sind nicht überall beliebt", fügte Dean deswegen noch erklärend hinzu.

Sams Hals war plötzlich staubtrocken. Er räusperte sich und nahm hastig einen Schluck Kaffe, bevor er wissen wollte. „Wie...wieso hast du sie angegriffen?"

„Nicht ich sie. Sie mich. Wie schon gesagt. Soldaten sind nicht überall beliebt."

„Du bist nach wie vor in der Armee?" Sam war sichtlich verwundert und Dean war fasziniert wie man die Emotionen in Sams Gesicht lesen konnte. Der war ziemlich erleichtert darüber, daß der Neue offensichtlich auf der Seite der Guten stand.

Dean schüttelte den Kopf. „Nicht mehr. Ich muß nicht mehr zurück, wenn ich hier fertig bin. Aber das steht alles in den Papieren, die euch zugeschickt worden sind. ‚In den gefälschten Papieren', schob Dean gedanklich hinterher.

„Sind noch nicht da. Das Fax, du erinnerst dich?", entgegnete Sam erklärend.

Dean grinste schelmisch. „Ah ja, nun, das hat sich inzwischen ja erledigt."

„Allerdings. Doch jetzt muß ich los. Ich bringe dich noch schnell zum Vorarbeiter. Du kannst dann die anderen beim Frühstück kennen lernen. Bin in einer Stunde wieder zurück."

~*~

Eine Stunde später schlenderte Dean die Stallungen entlang. Er hatte die acht anderen Männer kennen gelernt. Einer davon der Vorarbeiter mit Namen Keith Pering. Dean konnte er nach so kurzer Zeit noch nicht so recht einordnen. Von den sieben anderen waren fünf der Männer Soldaten gewesen. Dean hatte das mit einem Blick erkannt. Wobei das für ihn einfach gewesen war. Schließlich hatte er selbst eine ganze Weile diesem Verein angehört. Doch wie auch immer. Er würde sich bei allen Leuten auf dieser Ranch beliebt machen, oder noch besser. Unentbehrlich. Um sein Ziel zu erreichen, war das genau der richtige Plan.

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