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Changes III / Sentebale von silverbird
Inhalt: Dean und Sam freuen sich auf ihren Kurzurlaub. Doch bevor sie ihn antreten können, verschwindet Sam.
Fandom(s): Originale Pairing(s): Dean Wilson/Sam Hensen
Story-Genre: Romanze
Lšnge der Story: Mehrteiler
Story-Typ: Slash - M/M
Warnungen: Keine
Challenges:
Serie: Changes
Kapitel: 16 Story vollendet: Nein Anzahl der Wörter: 23241 Wörter Gelesen: 1320 Mal Datum der Veröffentlichung: 22.02.13 Letztes Update: 14.07.13
Kapitel 16 von silverbird

Ebenso wie Dean, hing auch Sam seinen Gedanken nach. Doch seine gingen in eine andere Richtung, obwohl sie sich um den Mann neben sich drehten. Seinen Geliebten, den er fast verloren hätte. Die ganzen letzten Stunden hatte er an nichts anderes denken können, und es hatte ihn in eine Art von Schockzustand versetzt, der ihn einfach nicht loslassen wollte. Der Gedanke Dean nicht mehr bei sich zu haben, ihn nicht halten, ihn nicht lieben zu können, war etwas, das für Sam völlig unvorstellbar war. Das Erlebnis der letzten Tage hatte ihm klar gemacht, dass er ohne Dean einfach nicht mehr leben konnte. Existieren vielleicht, mehr aber nicht.

Zudem hatte Sam durch dieses afrikanische Abenteuer zumindest teilweise begriffen, wie gefährlich und hart Deans Leben gewesen war, bevor sie zusammen gekommen waren. Darüber hatte er sich zuvor nie wirklich Gedanken gemacht. Doch nun begriff er, warum Dean immer wieder Albträume hatte. Auch wenn sich Sam nur vage vorstellen konnte, was er von frühester Jugend an erlebt haben musste, so konnte er nun, nachdem er selbst für kurze Zeit als Agent tätig gewesen war, einiges besser verstehen.

Auch deswegen verfestigte sich sein Entschluss alles zu tun, damit Dean die Schrecken seiner Vergangenheit vergaß und glücklich wurde. Sam würde ihm zeigen, wie sehr er ihn liebte und das er immer an erster Stelle bei ihm stand. Dean hatte das mehr als verdient und es war ja nicht so, als würde Sam ein Opfer bringen. Im Gegenteil. Es war auch für ihn das größte Glück, mit einem Menschen zusammen sein zu können, den er über alles liebte. Dean liebte ihn ebenso. Das wusste Sam, auch wenn sein Partner es nie ausgesprochen hatte und inzwischen machte es ihm auch nichts mehr aus, diese berühmten drei Worte nie von ihm gehört zu haben.

Es war einfach nicht mehr wichtig, denn Dean hatte es oft genug gezeigt und bewiesen. Das genügte Sam inzwischen völlig. Er sehnte sich so sehr nach Dean und seinen Berührungen, dass es ihn körperlich wehtat. Deswegen würde er mit ihm endlich zu der Hütte fahren, zu der sie gewollt hatten, bevor er rekrutiert worden war.

Sie würden schließlich alleine sein und Zeit für sich haben. Gleich nachdem er mit seinen Eltern gesprochen und ihnen alles erzählt hatte. Dean würde sicher begeistert zustimmen und ihre Arbeit konnte die paar Tage auch noch warten. Es galt Prioritäten zu setzen und seine war Dean. Unbestritten.

Gerade als Sam Dean wegen der Hütte ansprechen wollte, hielt der plötzlich den Wagen an. Sam hatte gar nicht bemerkt, dass sie schon auf dem Farmgelände waren und Dean vor dem Haus angehalten hatten.

„Klär du mal alles mit deiner Familie. Ich fahre kurz in mein Büro und gucke nach dem Rechten", erläuterte Dean mit ruhiger, emotionsloser Stimme, woraufhin Sam alarmiert zu seinem Partner schaute. „Alles klar bei dir Dean?", wollte er besorgt wissen.

Doch statt einer Antwort zog Dean Sam plötzlich fest an sich und küsste ihn erst ganz sanft, und dann immer leidenschaftlicher. Dieser atemberaubende Kuss vertrieb sofort Sams Sorge, mit Dean könnte etwas nicht stimmen. Er seufzte zufrieden und erwiderte den Kuss voller Inbrunst.

„Du musst jetzt los", forderte Dean Sam auf, nachdem er den Kuss beendet hatte. Sam nickte und seufzte bedauernd, bevor er sich schweren Herzens von ihm löste.

„Bis dann", sagte er leise und lächelte Dean verliebt an. Er öffnete die Tür und stieg aus. Bevor er von dem Auto zurücktreten konnte, bemerkte er, dass er das Fenster runter gelassen hatte. Sam bückte sich und guckte fragend zu Dean, der sich gerade über den Beifahrersitz beugte. „Ich liebe dich, Sammy", erklärte er leise und lächelte ein wenig.

 Doch bevor Sam etwas erwidern konnte, hatte sich Dean schon wieder zurückgezogen, gab Gas und fuhr davon.

Sam hatte keine Zeit, die Worte seines Freundes auf sich wirken zu lassen, denn in diesem Augenblick stürmte schon seine Schwester aus der Tür und fiel ihm um den Hals. Die anderen Familienmitglieder folgten und wenig später wurde er ins Haus gezerrt.

~*~

Dean war nicht zum Sheriffbüro gefahren. Stattdessen saß er nun auf dem Bett im Schlafzimmer über der Redaktion und starrte vor sich hin. Am liebsten hätte er geschrieen vor Schmerz, der in seiner Brust tobte. Aber so etwas tat ein Dean Wilson nicht. Man ertrug, lebte damit und versuchte zu verdrängen, so gut es möglich war. Alles womit Dean sich trösten konnte, war, dass er sie hatte erleben dürfen. Die Liebe. Das war nicht vielen vergönnt und schon gar nicht mir so einem besonderen Menschen wie Sam. Dean würde den Rest seines Lebens Erinnerungen haben, die ihm niemand wegnehmen konnte. Etwas, woran er sich festhalten würde bis er den verdammten Löffel abgeben würde.

~*~

Sam musste Fragen beantworten, die von allen Seiten auf ihn einstürmten. Während Anna ihm einen riesigen Teller mit Kuchen hinstellte und ihn nötigte zu essen. Schließlich sei er nur noch Haut und Knochen behauptete sie, was Sam zum Lächeln brachte. Denn es war eine typische Aussage von der Perle des Hauses. Bei ihr fiel jeder vom Fleisch, der nicht täglich von ihr kulinarisch verwöhnt wurde. Um ihr eine Freude zu machen, spießte er sich ein Stück der süßen Köstlichkeit auf die Gabel. Bei dem Anblick auf den Kuchen musste er zwangsläufig an sein Schleckermaul denken und unerwartet hielt er mitten in der Bewegung inne. ‚Ich liebe dich‘, hörte er Deans Worte plötzlich in seinem Kopf, sah das Gesicht vor sich, dass er gemacht hatte, als er das sagte. Und er begriff schlagartig, was das wirklich bedeutet hatte. „Er hat sich von mir verabschiedet", murmelte er betroffen, dann sprang er von seinem Stuhl auf.

„Ich muss weg. Keine Sorge, es ist soweit alles in Ordnung", sagte Sam noch rasch, als er die besorgten Gesichter seiner Familie sah. „Ich muss nur dringend mit Dean reden. Ich melde mich", hing er noch an, dann stürmte er aus dem Haus und rannte zu seinem Wagen. In einem Affentempo raste er dann auf die Stadt zu und stellte einen neuen Geschwindigkeitsrekord auf, bevor er 20 Minuten später mit quietschenden Reifen vor der Redaktion anhielt. Als er aus dem Auto sprang, entdeckte er, wie er es erwartet hatte, Deans Wagen. Im Laufschritt eilte er ins Haus und die Treppe hoch. Kurz hielt er inne, doch er musste nicht lange überlegen, wo er Dean finden würde. Denn wenn er in seiner Vermutung richtig lag, würde Dean im Schlafzimmer sein, um seine Sachen zu packen. Dort fand er ihn dann auch vor. Auf dem Bett sitzend, seine Reisetasche vor den Füßen.

Sams Herz krampfte sich zusammen und er musste ein paar Mal schlucken, bevor er reden konnte. „Es ist meine Schuld." Seine Frage war gleichzeitig Antwort.

Dean zuckte zusammen. Er war so in Gedanken gewesen, dass er gar nicht gemerkt hatte, wie Sam den Raum betreten hatte und er wandte den Blick zur Tür wo Sam stand, bevor er irritiert fragte: „Was?"

„Das du gehst. Es ist meine Schuld", wiederholte Sam leise und deprimiert.

Dean stand auf, drehte sich Sam zu und schaute ihm fragend in die Augen. „Wie kommst du denn auf diese Idee?"

„Du hast gesagt, dass du mich liebst. Das hast du noch nie gesagt. Abgesehen davon glaube ich dir sogar, dass du es tust, aber nicht genug, um bei mir zu bleiben. Nachdem du es gesehen hast, mein zweites Gesicht." Sams Worte waren immer leiser geworden. Er hatte den Blick auf den Boden gesenkt, da er es nicht mehr ertragen konnte, Dean in die Augen zu schauen.

Doch plötzlich war Dean ganz nah bei ihm, umschloss sein Gesicht mit beiden Händen und hob seinen Kopf. „Schau mich an, Sammy. Bitte", fügte er noch hinzu, als Sam seiner Aufforderung nicht gleich nach kam. Unsicher hob Sam seinen Blick und war sofort gefangen von Deans Augen, die ihn warmherzig empfingen.

„Nichts ist deine Schuld. Du bist wundervoll und konntest nichts dafür, was Clemens mit dir gemacht hat. Aber ich habe Schuld. Du realisiert es wahrscheinlich nur noch nicht, weil das Erlebte erst vor sehr kurzer Zeit passiert ist", erklärte Dean resigniert.

Verwirrt runzelte Sam die Stirn. „Was meinst du? Ich verstehe dich nicht."

„Denk nach, Sammy. Du hast es doch gesehen. Mich im Einsatz erlebt. Gesehen, wie ich skrupellos Menschen erschossen habe. Schau genau hin, Sam. Denn das ist es was ich bin, was mich ausmacht. Das ist das Monster, in das du glaubst, dich verliebt zu haben."

Sam sah Dean einige Minuten lang in die Augen und der brach fast zusammen unter diesem prüfenden Blick. Dennoch hielt er eisern stand, wenigstens das war er Sam schuldig, dachte er.

Der lächelte plötzlich, küsste Dean ganz kurz und sagte dann: „Du bist so ein Idiot und blind bist du außerdem."

Deans Augenbrauen zogen sich verwirrt zusammen. „WAS? Du weißt ja nicht, was du da von dir..."

„Sei einfach mal still und lass mich reden, bevor du noch mehr Unsinn von dir gibst. Denn ich werde dir mal erklären, was ich sehe. Nah...", mahnte Sam streng, als Dean wieder den Mund aufmachen wollte und ihn daraufhin verlegen grinsend schloss.

Sam lächelte zufrieden und nahm Deans Hände in die seinen, bevor er zu reden anfing. „Gut. Also. Abgesehen davon, dass ich den Mann sehe den ich liebe, sehe ich einen Helden, meinen Helden, der um die halbe Welt gereist ist, um mich zu retten. Still, du bist noch nicht dran", mahnte Sam wieder, da er merkte, dass Dean was sagen wollte. „Du hast viele Jahre auf ein Leben verzichtet, dass du sicher gerne geführt hättest, nur um unser Land zu schützen. Dafür ständig dein Leben aufs Spiel gesetzt und deinen Kopf für Sesselkleber hingehalten, denen es völlig egal war, ob du bei einer Mission drauf gehst oder nicht. So jemand ist kein Monster, also sag das nie wieder über dich. Denn es stimmt nicht. Du bist gutherzig und aufmerksam. Liebevoll und besorgt um die, die du gern hast. Ich liebe dich, Dean. Alles an dir. Bitte verlass mich nicht, nur weil du glaubst, nicht gut genug für mich zu sein, wo ich doch froh bin, wenn ich gut genug für dich bin."

Dean waren vor Rührung die Tränen in die Augen gestiegen. Er konnte es kaum glauben, was Sam gerade gesagt hatte und seiner Stimme kaum mächtig, zog er seinen Geliebten fest in die Arme, vergrub sein Gesicht in dessen Halsbeuge und murmelte fassungslos dessen Namen.

~*~

„Dean!" Sams ganzer Körper spannte sich an, er bäumte sich auf und es dauerte eine Weile, bis er wieder von der Wolke schwebte, auf die Dean ihn gerade katapultiert hatte. „Wow", nuschelte er und schmiegte sich noch fester in seine Umarmung. Der grinste selbstgefällig und genoss ebenso wie Sam die Nachbeben ihres Orgasmus. „Ja, das trifft es. Ich hab dir doch mal versprochen dir sämtliche Steigerungen von wow zu zeigen und es gibt noch viele Orte hier, wo ich das tun werde. Aber erst essen", fügte er hinzu, worauf sein Magen auch sofort zu knurren anfing.

Sam musste daraufhin laut lachen und wand sich aus Deans Armen. „Okay, du wirfst den Grill an. Ich hole das Fleisch und mach den Salat, und sobald mein Raubtier gefüttert ist, zeige ich dir was wow wirklich bedeutet", erklärte er frech grinsend und wollte aufstehen. Dean hielt ihn zurück, um sich noch einen raschen Kuss zu stehlen, bevor er erwiderte: „Ich steh drauf, wenn du so dominant wirst."

„Ich weiß", entgegnete Sam lächelnd. Dann erhob er sich endgültig und ging, nackt wie er war, den kurzen Weg vom Bett zu der kleinen Küchenzeile. Dean schaute ihm nach und sog diesen herrlichen Anblick, der sich ihm bot, mit allen Sinnen in sich auf.

‚Alles meins‘, dachte er und konnte sein Glück immer noch nicht recht fassen. Seit zwei Tagen waren sie nun schon in der Hütte von Sams Vater und sie genossen jede Sekunde.

Dean seufzte zufrieden, dann stand er auf, um den Sack mit der Grillkohle zu holen, die an der Tür neben der Küchenzeile lehnte. Als er ihn aufnahm, begegnete sein Blick Sams und da war sie wieder, diese Wärme die seinen Körper durchflutete. ‚Ich bin zuhause. Endlich‘, dachte Dean glückselig und lächelte Sam zu, bevor er sich, fröhlich vor sich hin pfeifend, die Kohle schnappte und nach draußen ging.

 

Ende!
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