File 2: stories/1/3.txtFile 2: stories/1/4.txtFile 2: stories/1/5.txtFile 2: stories/1/6.txtFile 2: stories/1/7.txtFile 2: stories/1/8.txtFile 2: stories/1/9.txtFile 2: stories/1/10.txtFile 2: stories/1/11.txtFile 2: stories/1/12.txtFile 2: stories/1/13.txt
6 Tage, 7 Nchte von silverbird
Letzte lesenswerte GeschichteInhalt: Cordelia "überredet" Angel dazu, sie auf eine Reise zu begleiten. Um einen lukrativen Auftrag für seine Firma an Land zu ziehen, muss er zwecks Verhandlungen eine Stadt in der Wüste aufzusuchen und Spike soll ihn hinbringen.
Fandom(s): Buffy the Vampire Slayer / Angel the Series Pairing(s): Spike/Angel
Story-Genre: Abenteuer, Adaption, Alternatives Universum, Challenge Story, Romanze
Lnge der Story: Mehrteiler
Story-Typ: Slash - M/M
Warnungen: Keine
Challenges:
Serie: Keine
Kapitel: 11 Story vollendet: Ja Anzahl der Wörter: 38023 Wörter Gelesen: 14960 Mal Datum der Veröffentlichung: 22.07.08 Letztes Update: 22.07.08
Kommentar:
MovieChallenge zu "6 Tage 7 Nächte". Ich habe mir "6 Tage 7 Nächte" als Vorlage ausgesucht, weil mich die Akteure des Films mit ihren "Streitereien" sehr an Angel und Spike erinnerten. Wie meistens jedoch ist meine Fantasie mit mir durchgegangen, und so ist von dem ursprünglichen Film kaum mehr etwas zu erkennen. Ich hoffe allerdings, mir ist trotzdem eine unterhaltsame Story gelungen.
Die schönen Storypics sind von Anja und SpikesChild, wofür ich beiden herzlich danke.
Beta gelesen hat diesmal Spikes_Slayer und auch ihr ein herzliches Dankeschön.

1. Kapitel 1 von silverbird

2. Kapitel 2 von silverbird

3. Kapitel 3 von silverbird

4. Kapitel 4 von silverbird

5. Kapitel 5 von silverbird

6. Kapitel 6 von silverbird

7. Kapitel 7 von silverbird

8. Kapitel 8 von silverbird

9. Kapitel 9 von silverbird

10. Kapitel 10 von silverbird

11. Kapitel 11 von silverbird

Kapitel 1 von silverbird

„Okay Wesley, war’s das oder gibt es noch etwas zu besprechen? Cordelia erwartet mich, sie will sich in einer Stunde mit mir im Caritas zum Essen treffen. Ich habe nicht die geringste Ahnung warum, aber ich hoffe sie will mich anschließend nicht wieder auf eine ihrer *ich treffe dort wichtige Leute, Angel, ich muss dort hin und du begleitest mich* Partys schleppen“, bemerkte der dunkelhaarige Mann und machte ein unglückliches Gesicht dabei.

Der andere Mann lachte leise, da er genau wusste, warum Cordy Angel treffen wollte und befürwortete es, weil es durchaus sein konnte, dass es mit ihren neuen Plänen zusammenpasste, sagte aber nur: „Dann würde ich mich beeilen, denn Cordelia zu verärgern ist nicht ratsam.“ 

Wesley war Angel Liams Prokurist, aber auch sein bester Freund und das schon seit der Studienzeit. Angel hatte vor einigen Jahren das Architekturbüro seines Vaters übernommen, als dieser sich zur Ruhe setzte, und da Wes ein ausgezeichneter Statiker war und auch etwas von Management verstand, bot Angel seinem Freund damals an, die Prokura der Firma zu übernehmen.

Obwohl sich die Beiden nicht immer einig waren, arbeiteten sie ausgezeichnet zusammen, denn Wesleys Genauigkeit und seine nüchterne Betrachtungsweise ergänzten sich wunderbar mit Angels künstlerischer Ader, die sich in seinen bemerkenswerten Bauten niederschlug, sodass sie in dieser Branche einen guten Namen hatten.

„Gut, übrigens die Baupläne für die Touristenanlage in Gath habe ich vor vier Tagen  abgeschickt, und der Auftraggeber müsste sich demnächst melden. Sag ihm bitte, dass ich auch bereit bin vor Ort zu kommen, wenn er es wünscht, um die Einzelheiten zu besprechen. Wenn wir den Auftrag bekommen, haben wir international Fuß gefasst und das wäre ein großartiger Schritt für unsere Firma. Es ist mir zwar schleierhaft, warum jemand in dieser Gegend eine Anlage mit 12 Bungalows bauen will, aber uns kann es egal sein. Also ich gehe dann, wir sehen uns morgen.“ Mit einem Gruß verabschiedete Angel sich und eilte aus dem Büro.

Um diese Zeit ein Taxi zu bekommen war so gut wie unmöglich, denn zur Rushhour  verwandelten sich die Straßen von Los Angeles in einen menschlichen Ameisenhaufen, da die Büros der Stadt nahezu zur selben Zeit geschlossen wurden, also beschloss Angel die zwei Blocks zum Restaurant zu Fuß zu gehen.

Zehn Minuten später betrat er das Caritas und wurde von Lorne, dem Besitzer, freudig begrüßt: „Angel mein Süßer, dein Sahnetortchen wartet schon, komm ich bringe dich zu ihr.“

Lorne hatte zwar eine eigenartige Sprechweise, doch Angel schätzte ihn als guten Freund, der ihm schon so manchen förderlichen Ratschlag in privaten Belangen gegeben hatte.

„Danke Lorne, was machen die Geschäfte?“ erwiderte Angel, um etwas Smalltalk zu betreiben und ließ sich von dem Freund zu dem Tisch führen, an dem Cordy schon wartete.

„Der Laden ist voll, ich bin zufrieden. Ich bringe euch gleich etwas zu trinken. Das Übliche?“

Auf Angels Nicken, verschwand Lorne und Angel wandte sich Cordy zu.

„Na endlich, ich warte schon eine Ewigkeit auf dich“, begrüßte sie ihn, während Angel ihr einen Kuss auf die Wange drückte.

„Wie du weißt, war ich bei einem Casting“, begann Cordelia gleich zu erzählen, „und ob du es glaubst oder nicht, ich habe die Hauptrolle bekommen, der Regisseur ist begeistert von mir. Aber das ist ja nicht weiter verwunderlich, schließlich bin ich eine sehr gute Schauspielerin, wie wir wissen. Jedenfalls, die Dreharbeiten beginnen in zwei Tagen und du wirst mich begleiten, weil die Filmcrew schon dort ist und ich nicht alleine fliegen will. Wesley meinte, das wäre sogar gut wegen irgendeines Auftrags“, endete sie etwas atemlos und nippte an ihren Drink, den Lorne ihr wortlos hingestellt hatte.

Perplex starre Angels sie an. „Das… das geht nicht. Ich… wir haben einen wichtigen Kunden, Wes und Lilah heiraten bald, wieso hat mir Wes mir verschwiegen, dass er bescheid weiß und überhaupt…“

„Die Beiden heiraten in drei Wochen und Wesley weiß bescheid, weil er die Flüge buchen musste, schließlich könnt ihr das als Dienstreise von der Steuer absetzten, wieso soll ich da meinen Flug zahlen. Sag einfach du hattest deine Sekretärin mit. Außerdem hat Wes alles so organisiert, dass du in kurzer zeit vor Ort sein kannst, wenn der Kunde direkt mit dir verhandeln will und ein paar Tage Urlaub werden dir auch gut tun, du hattest seit Jahren keinen, daher spar dir deine Ausreden, denn wir fliegen nach Tripolis und zwar morgen Abend für sechs Tage und sieben Nächte. Basta.“

~*~

Angel fluchte leise, als er die Gepäckstücke Cordelias vom Förderband nahm. Wieder war es ihr gelungen ihn zu überreden, obwohl es unter Umständen auch ihm, beziehungsweise seiner Firma, zu Gute kam in Tripolis zu sein, aber seine Begeisterung, mit Cordy zu reisen, hielt sich in Grenzen, denn meistens musste alles nach ihrem Kopf gehen und wie immer hatte sie wieder eine Menge Koffer und Taschen dabei und natürlich war weit und breit kein Gepäckträger zu sehen, was für Angel bedeutete, ihren und auch seinen Kram selbst zu schleppen. Er ärgerte sich, dass auch er den Hang besaß viel zu viel mitzunehmen, wenn sie eine Reise unternahmen, und hoffte, wenigstens ein Taxi aufzutreiben, dass sie ins Hotel brachte, als er den Transportwagen nach draußen schob.

Zum Glück schienen die Menschen dieses Landes freundlich und um Touristen bemüht zu sein, denn gleich mehrere Taxifahrer boten ihre Dienste an und im Nu war das Gepäck verstaut. Wenig später checkten sie im besten Hotel von Tripolis ein und wurden in ihre Suite geführt, die Cordelia genauestens inspizierte. Zufrieden mit den Räumen, schenkte sie ihrem Begleiter ein kleines Lächeln. „Ich nehme das Zimmer mit dem Balkon, die Aussicht auf das Mittelmeer ist einfach traumhaft und wenn ich Drehfrei habe, kann ich mich hier sonnen. Es macht dir doch nichts aus, Angel?“

Der Angesprochene nickte gottergeben und folgte dem Pagen, der auf Cordelias Anweisung hin die Koffer in Angels Zimmer trug. Kaum war der Bedienstete des Hotels, nachdem er ein ordentliches Trinkgeld kassiert hatte, verschwunden, ließ sich Angel aufatmend auf das breite Bett fallen und beschloss, die paar Tage einfach zu genießen.

Immerhin war Tripolis für seine Architektonischen Denkmäler bekannt und er wollte sich unbedingt den berühmten Marc Aurel-Bogen ansehen.

Cordelia stimmte überraschenderweise zu, als er sie fragte, ob sie ihn begleiten wolle und da sie bis zum Dinner noch Zeit hatten, schlenderten sie wenig später durch die beeindruckende Altstadt von Tripolis.

Als sie nach einigen Stunden ins Hotel zurückkehrten, wurden sie schon von dem Portier erwartet, der Angel mit den Worten „Mr. Liam, ein Mr. Pryce hat mehrmals angerufen und er wartet dringend Ihren Rückruf“ begrüßte.

Cordelia verdrehte die Augen und schimpfte. „Wir sind kaum ein paar Stunden da und Wesley nervt schon, kann er denn gar nichts alleine auf die Reihe kriegen? Das ist mein letzter Abend mit dir, denn morgen beginnen die Dreharbeiten und dann werde ich keine Zeit mehr für dich haben. Schließlich wollte ich mich bei dir erkenntlich zeigen, weil du mich begleitet hast, sonst wäre ich ehrlich gesagt mit dir auch nicht stundenlang durch diese alten Gemäuer gerannt.“

„Ich weiß dein Opfer zu würdigen“, lachte Angel aufgrund ihrer Aussage. „Geh dich schon mal umziehen, ich telefoniere inzwischen und wir treffen uns an der Bar, okay?“

„Na meinetwegen, aber beeil dich bitte“, entgegnete Cordy und begab sich zu den Liften, während Angel sich von einem Pagen zu den Telefonnischen führen ließ.

„Architekturbüro Liam, was kann ich für Sie tun?“ meldete sich die Sekretärin, nachdem die Verbindung hergestellt war.

„Harmony, geben Sie mir bitte Wesley“, wies Angel die junge Frau an, die ihn daraufhin sofort weiterverband und Wes sich mit „Pryce“ meldete.

„Angel hier, du hast versucht mich zu erreichen.“

Erleichtert atmete Wesley auf. „Gott sei dank, dass du dich meldest. Wie ich hörte, ist es in arabischen Ländern nicht immer möglich zu telefonieren und ich befürchtete, dich nicht zu erreichen. Mr. Giles, du weißt schon der Auftraggeber für die Ferienanlage in Gath, er hat deine Pläne schon bekommen, sie gefallen ihm soweit auch, sagte er, aber es wäre ein weiteres Anbot bei ihm eingegangen und nun will Giles dich und deinen Konkurrenten  persönlich kennen lernen und dann entscheiden, wer den Auftrag bekommen soll. Angel, du weißt wie wichtig dieser Auftrag für unsere Firma ist und…“

„Schon gut Wes, damit haben wir ja eigentlich gerechnet“, unterbrach Angel seinen Freund beruhigend, da er die leichte Panik in Wesleys Stimme bemerkte. „Ich werde mein Möglichstes versuchen, damit wir den Zuschlag bekommen. Ich muss nur sehen wie ich nach Gath komme. Wie viel Zeit habe ich?“

„Mr. Giles hat soweit schon alles arrangiert, du müsstest um 9 Uhr am Flughafen sein, die Maschine, die dich zu ihm bringen wird, heißt Big Bad, du brauchst nur nach dem Flugzeug zu fragen, jeder kennt es, sagt Giles.“

Nicht wirklich erfreut von der unerwarteten Wendung seines Urlaubes, da Angel gehofft hatte sich Tripolis genauer ansehen zu können und eventuell auch ein paar Zeichnungen von den Kunstdenkmälern anzufertigen, beendete Angel das Gespräch und beschloss, nach oben in die Suite zu gehen und Cordelia zu informieren, was seiner Ansicht nach das Schwierigste des ganzen Unternehmens war, und seine Vermutung bestätigte sich auch sofort, als er ihr von dem Telefonat berichtete.

„Und was mache ich am Abend, wenn die Dreharbeiten vorbei sind? Wie du weißt, sind wir hier in einem arabischen Land, da kann eine Frau nicht so einfach ohne Begleitung ausgehen, zumindest nicht überall hin, und von der Filmcrew kenne ich so gut wie niemanden. Deswegen habe ich dich schließlich mitgenommen. Wie lange wirst du denn weg sein?“ motzte sie ihn an.

Langsam wurde Angel ärgerlich, nicht genug damit, dass Wesley ihn in die Wüste schickte, um sich von den Launen eines alten Geldsacks auf die Nerven gehen zu lassen, nein, nun setzte ihn auch noch Cordy unter Druck. „Soweit ich dich kenne, meine Liebe, hattest du noch niemals Schwierigkeiten jemanden kennen zu lernen, und außerdem bin ich in drei, höchstens vier Tagen zurück. Und nun lass uns essen gehen und die Dinge nehmen wie sie nun mal sind.“

Cordelia wusste, dass es jetzt besser war Angel nicht mehr zu reizen und begab sich in ihr Zimmer, um sich fertig zu machen.

Als sie wenig später den Speisesaal betraten und Cordelia die bewundernden Blicke der anwesenden Männer und die neidischen der Frauen auf sich, spürte hob sich ihre Stimmung sofort, was Angel lächelnd registrierte. Daher schlug er vor, nach dem Essen noch in die Hotelbar zu gehen, um den Abend nett ausklingen zu lassen.

Die Bar war schon gut besucht, doch einige der kleinen Tische waren noch frei und ein beflissener Kellner eilte herbei, um ihnen einen Platz anzubieten, als plötzlich jemand Angel auf die Schulter klopfte. Verwundert drehte Angel sich um und ein Lächeln huschte über sein Gesicht, als er den Mann erkannte. „Groo Peterson, was machst du denn hier?“

Lachend umarmten sich die beiden Männer bevor der Angesprochene antwortete: „Mir gehört der Laden hier, aber was führt dich hierher? Noch dazu mit so einer reizenden Begleiterin?“ fragte dieser, Cordy bewundernd musternd.

„Sie sind also der Besitzer dieses wunderbaren Hotels? Ich bin Cordelia und Angel begleitete mich ursprünglich zu Filmaufnahmen hier in dieser schönen Stadt. Doch morgen muss er leider beruflich in irgend so ein Wüstenkaff und lässt mich hier alleine zurück“, beantwortete Cordy Groos Frage und blickte betrübt drein.

Der Hotelbesitzer bemerkte daraufhin galant: „Dann würde ich mich während Angels Abwesenheit gerne als vorübergehender Adjutant anbieten, wenn ich darf und Angel nichts dagegen hat.“

„Hat er nicht“, antwortete Cordy sofort mit einem Seitenblick auf Angel, der zustimmend nickte.

Lachend und scherzend verbrachten die Drei einen wunderbaren Abend, Angel und Groo erzählten Anekdoten aus ihrer gemeinsamen College-Zeit, bis Angel darauf drängte den Abend zu beenden, da er noch packen und noch ein wenig schlafen wollte, um wenigstens halbwegs ausgeruht seine Reise anzutreten.

Groo bot sich an, seinen Freund auf den Flughafen zu bringen, was dieser dankend annahm und so verabschiedeten sie sich mit der zusätzlichen Option des Hotelbesitzers, sich während Angels Abwesenheit um Cordelia zu kümmern und sie zu den Film-Aufnahmen zu begleiten.

Am nächsten Morgen

„Kennst du diesen Giles? Was ist das für ein Typ? Es wäre hilfreich für mich, wenn ich ein paar Informationen hätte“, sagte Angel seinem Freund, während dieser seinen Wagen geschickt durch den turbulenten Verkehr von Tripolis lenkte.

„Allzu viel kann ich dir über ihn nicht sagen, nur das, was allgemein bekannt ist. Er ist  Engländer und hat sich vor einigen Jahren in Gath niedergelassen, keiner kennt den Grund dafür.

Jedenfalls ist er ein tüchtiger Geschäftsmann und hat erkannt, dass der Tourismus in diesem Land einen großen Aufschwung erlebt, vor allem die Wüstenfahrten mit Autos und Motorrädern. Daher wahrscheinlich auch seine Pläne hinsichtlich der Bungalows an verschiedenen Knotenpunkten, um den Leuten etwas Komfort anzubieten, wenn sie eine, oder mehrere Wochen in der Wüste verbracht haben.

Giles hat sehr viel Land erworben und viele wundern sich wie ihm das als Engländer gelungen ist. Mehr weiß ich auch nicht“, beendete Groo seine Ausführungen und hielt zugleich auf dem Parkplatz vor dem Flughafengebäude.

„Dann werde ich mir halt selbst ein Bild machen müssen. Bitte achte mir auf Cordelia, ich müsste ja in ein paar Tagen zurück sein, dann kann ich dich über Giles informieren“, grinste Angel, stieg aus dem Wagen, hievte seine 2 Koffer und die Aktenmappe heraus und nickte Groo zu, bevor er das Flughafengebäude betrat.

Der junge Architekt begab sich zum Informationsschalter, um nach dem Flugzeug zu fragen, das ihn nach Gath bringen sollte. Der Steward grinste daraufhin, was Angel zwar verwunderte, aber er beachtete es nicht weiter und ging zu dem angewiesenen Ausgang. Dort stand eine größere silberne Maschine, an der ein Mann Gepäck einlud und Angel schritt darauf zu. „Ich nehme an, das ist die Big-Bad?“

Der Angesprochene drehte sich zu Angel und lachte. „Nein Sir, die „Big“ steht hinter diesem Vogel hier, am Besten Sie gehen dem Fluchen nach, das Sie deutlich hören können.“

Angel hob leicht erstaunt die Augenbrauen, nahm seine Koffer wieder auf, umrundete das silberne Flugzeug, blieb abrupt stehen, als er einen Blonden und einen dunkelhäutigen Mann an einem schwarzen Flieger, aus dem –l auf die Erde tropfte, hantieren sah, wobei der Blonde laut vor sich hinfluchte. „Verdammter Vogel, wenn ich nicht so an dir hängen würde, hätte ich dich schon längst unter der nächsten Düne vergraben.“

„Engländer“, stellte Angel fest und trat kritisch näher, denn obwohl auf dem Rumpf der Maschine in großen Lettern „Big-Bad“ zu lesen war, fragte er die beiden Männer, welche in Mechanikeroverall mit dem Rücken zu Angel gewand an dem Flugzeug herumschraubten. „Ist das die Big-Bad, die mich nach Gath fliegen soll? Wer von Ihnen ist der Pilot?“

Die Beiden drehten sich um, ihre  Augen maßen Angel kurz von oben bis untern, bevor er Blonde freundlich antwortete: „Hi, Sie müssten Mr. Liam sein und Sie haben es richtig erkannt, dieses Baby hier ist die „Big-Bad“. Ich bin Ihr Pilot, man nennt mich Spike und ich werde Sie nach Gath bringen.“

Kapitel 2 von silverbird

„Es ist kaputt“, stellte Angel besorgt fest und deutete auf die Ölspur.

„Hölle, nein. Wir haben nur ein Service gemacht und müssen die Ölschraube noch festziehen, das ist alles. Sie werden keine bessere Maschine finden, die Sie nach Gath bringen kann. Das heißt, Sie werden gar keine finden, denn die *Big Bad* ist hier die einzige, die auf dem kleinen privat Flughafen landen kann, zu dem Sie wollen. Keine Sorge, bei mir sind Sie sicher. Zahlen Sie in Dollar, oder lybischen Dinar?“ grinste der Pilot Angel an, der wieder einen zweifelnden Blick auf das Fluggerät warf.

„Dollar, wie viel? Nehmen Sie auch einen Scheck? Ich habe nicht viel Bargeld bei mir.“

Spike schüttelte den Kopf. „300 Dollar und nur Bares ist Wahres.“

„Okay, der Preis ist… annehmbar“, entgegnete Angel wieder einen zweifelnden Blick auf das Flugzeug werfend, entnahm das Geld jedoch seiner Börse und reichte es Spike, der es zufrieden einsteckte und, auf den dunkelhäutigen Mann deutend, sagte: „Das ist übrigens ein Freund von mir, gleichzeitig mein Mechaniker und Flugbegleiter, sein Name ist Gunn“, stellte er den schwarzen Mann vor, der Angel daraufhin zunickte und nach einem Blick auf Angels Gepäck murmelte:

„Dann werde ich mal Ihre Koffer einladen, wie ich da allerdings noch Platz haben soll, ist mir ein Rätsel.“

„Wenn du willst, kannst du hier bleiben und Fred besuchen, ich brauche dich bei diesem Flug nicht unbedingt und in ein paar Tagen hole ich dich wieder ab“, bemerkte Spike, worauf Gunn ihn freudig anlächelte und sich nach kurzen Abschiedsworten rasch davonmachte.

Spike sah ihm grinsend nach, bevor er sich wieder Angel zuwandte. „Na dann wollen wir mal losfliegen, bevor wir Wurzeln schlagen.“

Er öffnete die Tür des Cockpits für Angel, der daraufhin hineinkletterte, Spike entledigte sich schnell des Overalls, bevor er selbst in die Maschine stieg und sich per Funkt mit dem Tower in Verbindung setzte, um die Starterlaubnis einzuholen.

Nachdem ihm diese erteilt wurde, bat er Angel sich anzuschnallen und drückte auf den Startknopf, doch nichts geschah. Spike schlug mit seiner Faust fest auf das Armaturenbrett und beim zweiten Versuch sprang der Motor zögernd an. „Das frisch eingefüllte Öl musste sich erst verteilen“, erklärte Spike seinem argwöhnisch dreinblickenden Passagier, um ihn zu beruhigen und langsam rollte das Flugzeug die Startbahn entlang, um wenig später abzuheben.

Spike flog nicht zu hoch, damit sein Fluggast die traumhafte Wüstenlandschaft unter sich bewundern konnte und bei diesem Anblick entspannte Angel sich sichtlich.

Weißer Sand, der oft bizarre Muster aufwies, in hohe schneidige Dünen wechselte, an deren Fuß Kamelkarawanen langsam ihren Weg verfolgten, waren ebenso zu sehen, wie Motorradfahrer, die die harten Steinpisten entlang rasten, welche die wenigen Straßen darstellten, die durch dieses Land führten und, mit feinen Sandschichten bedeckt, kaum als Straßen zu erkennen waren.

Bis Sabath wechselte die Landschaft kaum, doch kurz bevor sie diese Stadt erreichten, verdunkelte sich der Himmel plötzlich.

„Ich dachte hier regnet es so gut wie nie, aber nun scheinen Wolken aufzuziehen“, bemerkte Angel und blickte den Piloten neben sich fragend an.

„Sandsturm“, antwortete Spike nur lakonisch. „Schnallen Sie sich besser an, es kann holprig werden, aber keine Sorge, da vorne ist schon der Flughafen, am Besten wir landen erst mal und fliegen weiter, wenn der Sturm vorbei ist.“

Kurz bevor sie die Landepiste erreichten und Spike per Funk um Landeerlaubnis bat, wurde das Flugzeug von dem Sturm erfasst und erst hoch und danach wieder hinunter gedrückt. Geschickt fing Spike die Maschine ab, brachte sie wieder auf Kurs, während Angel, leise vor sich hinfluchend, den Auftrag verwünschend, seine Hände an den Sitz klammerte.

Spike versuchte unterdessen die Landebahn zu erkennen, doch sie war kaum auszumachen. „Wir müssen runter und zwar schnell, nehmen Sie das Funkgerät, ich habe gerade alle Hände voll zu tun, und sagen Sie diesen Turmwächtern da unten, dass wir runterkommen, sie sollen die Pisten von anderen Flugzeugen freimachen und das so verdammt rasch wie möglich“, murmelte er, nach wie vor voll konzentriert auf die Landebahn starrend.

Mit zitternden Händen tat Angel wie ihm geheißen, doch durch das sandige Inferno kam keine Verbindung zustande, so sehr Angel auch in das Mikrophon brüllte.

Spike verzog das Gesicht. „Bloody hell, mir platzt gleich das Trommelfell. Es reicht, ich bin sicher die da unten haben Sie gehört, auch ohne Mikro, festhalten, ich gehe jetzt runter“, schrie Spike Angel an, der daraufhin murmelte:

„Das geht nicht gut, wir werden abstürzen und…“

„Klappe Pet, ich bringe uns runter und zwar in einem Stück, schließlich bin ich der Beste“, unterbrach ihn der Blonde und drückte den Steuerhebel nach vorn.

Das Flugzeug reagierte sofort und Spike setzte fast im Blindflug, mit Hilfe des Navigationssystems, bald darauf zur Landung an. Hart setzte die Maschine am Boden auf, wurde durch den Sturm herumgeschleudert, drehte sich zweimal um ihre eigene Achse und kam letztendlich krachend zum Stehen, wobei sie an Angels Seite absackte, da anscheinend ein Rad des Fahrwerkes abgebrochen war. Kreidebleich klammerte dieser sich immer noch an dem Sitz fest, selbst als Spike den Motor ausgeschaltet hatte. „Der Adler ist gelandet“, murmelte Spike grinsend. „Sie können den Sitz jetzt loslassen Mr. Liam. Mr. Liam?“ sagte er noch mal, als dieser nicht reagierte. „Wir sind unten und wie ich Ihnen versprochen habe in einem Stück, nur mein Baby hat etwas abbekommen wie ich fürchte.“

„Was? Baby?“ fragte Angel verwirrt und versuchte sich zu beruhigen. Es war ihm sehr unangenehm, dass er sich so panisch verhalten hatte. Dieser Spike musste ja denken er sei ein völliges Weichei und daher löste er seine Finger von dem Sitz und schnallte sich ab.

„Na meine Big Bad, ich fürchte ein Rad ist abgebrochen. Mit ihr können wir nicht weiterfliegen und die Reparatur wird eine Weile dauern, denn Bestandteile sind hier schwer zu bekommen. Ein Freund von mir könnte Sie mit dem Landrover nach Gath bringen, wenn Sie nicht warten können, bis mein Vogel wieder fit ist.“

Angel unterdrückte ein erleichtertes Seufzen, alles, wirklich alles, war ihm lieber als nochmals in dieses Flugzeug zu steigen, daher antwortete er:

„Sie haben Recht, so lange kann ich nicht warten, bitte setzen Sie sich mit ihrem Freund in Verbindung. Und ich will mein Geld zurück“, sagte er mit Nachdruck, da er sich schon wieder gefangen hatte. „Schließlich war ausgemacht, dass Sie mich nach Gath bringen, was somit nicht geschehen ist.“

„Was? Haben Sie nicht mehr alle? Es ist schließlich nicht meine Schuld, dass ein Sandsturm aufkam, keine Chance, das Geld behalte ich“, entgegnete Spike aufgebracht.

Angel schüttelte bestimmt den Kopf und entgegnete stur: „Halbe Stecke, halber Preis. Mein Geld.“

Wortlos, aber wütend, nahm der Blonde das Geld aus seiner Hosentasche und zählte penibel 150 Dollar ab, bevor er es Angel in die Hand klatschte.

Bevor dieser einen Kommentar dazu abgeben konnte, wurden die Türen zum Cockpit aufgerissen, Sand wirbelte herein und hilfreiche Männer, die den Beiden schützende Djaballas überwarfen, halfen ihnen aus dem Flugzeug, um sie in einen Geländewagen zu verfrachten, der sie zum Flughafengebäude fuhr.

Spike teilte seinem Fluggast mit, dass er schnell in der Werkstatt bescheid sage wollte und auch telefonieren würde und verschwand.

Angel sehnte sich nach einer Dusche, der Schutz der Djaballas hatte nicht ausgereicht, um den Sand völlig fernzuhalten und so befand er sich überall auf seinem Körper, sowie auch in Mund Nase und Ohren. Dem Architekten war anzusehen wie unwohl er sich fühlte.

Spike schien es nicht viel besser zu gehen, denn als er zurückkehrte, klopfte er ständig Sand aus seiner Kleidung. „Ich habe meinen Freund erreicht, er ist in fünf Minuten hier und wir können uns bei ihm duschen, das ist angenehmer als hier, außerdem können wir uns dort in Ruhe umziehen, etwas essen und mit ihm über Ihre Weiterreise reden.“

Angel erwiderte nichts darauf, da er gerade überlegte die Reise überhaupt noch fortzusetzen. Der Auftrag stand unter keinem guten Stern und es war nicht einmal sicher, ob sie den Zuschlag für die Bauten überhaupt bekommen würden, was Angel jedoch sehr hoffte, denn er wusste, dass er einer der Besten in seiner Branche war, doch es kam auch viel auf die Sympathie an, die Giles Angel entgegenbrachte, auch das war oft ausschlaggebend und Angel hatte keine Ahnung wer sein Konkurrent war, daher konnte er sich auch nicht vorbereiten.

„Mr. Liam? Oz ist da, kommen Sie“, wurde Angel plötzlich von Spike aus seinen Gedankengängen gerissen. Ein junger rothaariger Mann begrüßte ihn freundlich lächelnd und ging voraus durch die Halle zu seinem Landrover, in dem Angels Koffer und Spikes Tasche schon eingeladen waren und Angel wunderte sich wann dies geschehen war, ohne das er es bemerkt hatte. Anscheinend hatte der Blonde das arrangiert und Angel betrachtete seinen Piloten während der Autofahrt das erste Mal genauer.

Blonde, zerzauste Haare umrahmten ein schönes, jedoch männliches Gesicht mit scharf geschnittenen Wangenknochen, die Nase konnte man in ihrer Linienführung griechisch-römisch nennen, wie Angel mit seinem kunstverständigen Blick feststellte, die Lippen voll und schön geformt.

Doch die Augen waren wohl das Faszinierernste an diesem Mann, denn sie leuchteten in einem Blau, welches Angel nicht beschreiben konnte und seine besondere Aufmerksamkeit erregte. Soweit er unter Spikes Kleidung ausmachen konnte, war der Körper sehr schlank und unter dem Shirt zeichneten sich die Muskeln ab. Das erste Mal seit langer Zeit, verspürte der Architekt wieder den Drang zu zeichnen so wie er es früher oft und leidenschaftlich getan hatte, bevor er sich entschloss, die Firma seines Vaters zu übernehmen, tat diesen Wunsch, jedoch schnell als Absurdität ab. Erstens hatte er weder die Zeit dazu und zweitens, wie würde der Blonde wohl darauf reagieren, wenn Angel ihn bitten würde für ihn Modell zu stehen? Außerdem war er ein ungehobelter Bursche und geldgierig dazu, stellte Angel nüchtern fest und verwarf den Gedanken Spike zu zeichnen sofort wieder.

Der Wagen hielt und die Männer stiegen aus, um ins Haus zu gehen. Dort wurden sie von einer freundlichen Frau begrüßt, die Oz als seine Ehefrau Willow vorstellte. Sie umarmte Spike herzlich und reichte Angel die Hand.

„Wir leben in einem wirklich schönen Land, aber diese Sandstürme kann ich nicht leiden. Spike, du lässt sicherlich unserem Gast den Vortritt in das Badezimmer?“ bestimmte sie mehr als sie fragte.

Der blonde Mann murmelte daraufhin etwas von „verdammt unfair auch er habe den verfluchten Sand überall und wieso zur Hölle sie nur ein Badezimmer hätten“, worauf Willow ihn lachend in die Küche schob und ihm eisgekühlte Schokolade versprach, was Spike sofort besänftigte.

Oz zeigte Angel inzwischen das Bad und erleichtert schloss dieser die Tür hinter sich, froh, sich endlich waschen zu können. Rasch zog er sich aus und stieg unter die Dusche. Genüsslich schloss er die Augen, als das warme Wasser seinen Körper umfloss und den lästigen Sand hinfort spülte.

Der Blonde saß indessen mit Willow in der Küche und genoss das eisgekühlte Getränk, als Oz sich zu ihnen gesellte. „Der Amerikaner muss nach Gath, kannst du ihn hinbringen? Bei der Big Bad ist ein Rad durch die harte Landung abgebrochen und ich will mich darum kümmern, dass sie rasch repariert wird. Aber wie du ja weißt, kann das dauern und Rupert wartet auf ihn wegen der Baubesprechung.“

Tut mir Leid, mein Freund, aber ich habe morgen eine größere Gruppe, die ich nach Waw al Kabir bringen soll und das bringt gutes Geld“, lehnte Oz ab.

„Xander?“ fragte Spike hoffnungsvoll.

Wieder verneinte der rothaarige Mann kopfschüttelnd. „Der ist in der Ghadames Route unterwegs und kommt erst in vier Tagen zurück, aber du kannst einen Wagen haben und den Ami selbst fahren.“

„Bloody hell, das hat mir gerade noch gefehlt, sieh dir den Kerl doch mal an mit seinem Armani-Anzug und den Designer-Schuhen. Kannst du dir den am Lagerfeuer mit Dosennahrung, oder in einem Autodachzelt vorstellen? Außerdem ist er ein arroganter Schnösel, komm schon Oz, fass dir ein Herz für einen guten Freund“, versuchte es Spike noch einmal und warf ihm einen bettelnden Blick zu.

„Der Blick zieht bei mir nicht, für mich gibt es nur Willow, also spar dir das für den Ami auf, der springt vielleicht darauf an, wenn du ihn durch die Wüste karrst“, erwiderte Oz trocken.

„Hast du sie nicht alle? Ich kann ihn nicht leiden. Was denkst du, warum ich ihn dir aufhalsen wollte?“

„Eben, darum vergiss es, was fliegst du auch in einen Sandsturm.“

„Als ob ich es mir ausgesucht hätte.“

„Auch wieder wahr. Ich leihe dir das Auto, das ist Freundschaftsdienst genug, aber ich will ihn in einem Stück zurück. Gute Reise und viel Spaß, ich muss alles für morgen vorbereiten und richte auch gleich den Wagen für dich her, wir sehen uns“, verabschiedete Oz sich und verließ das Haus.

Willow lächelte Spike an. „Du schaffst das schon, vielleicht ist er ja ganz nett, wenn du ihn besser kennen lernst. Die paar Tage hältst du schon aus, Spike. Geh erst einmal duschen, dann sieht die Welt schon anders aus, ich mache euch inzwischen etwas zu essen.“

Brummig erhob sich der Blonde. „Nett? Der? Nicht mal in 100 Jahren, mit ihm durch die Wüste zu fahren wird die Hölle, da bin ich sicher. Ohne Strom und fließendem Wasser ist der aufgeschmissen und wie er reagiert, wenn er in der Natur auf die Toilette gehen muss, will ich mir erst gar nicht ausmalen. Ich wäre den Typ schon längst los, wenn der verdammte Sandsturm…“ maulte Spike weiter, bis er von der lachenden Willow aus der Küche geschoben wurde. Daraufhin holte er resigniert seine Tasche und stand kurz darauf vor dem Badezimmer und machte, in der Annahme, dass dieser Architekt den Raum schon verlassen hatte, die Türe auf.

Dort stand Angel jedoch vor dem Spiegel, nur mit einem Handtuch um die Hüften und stieß einen erschrockenen Laut aus, da Spike unmittelbar hinter ihm stand.

„Was machen Sie denn hier?“

Kapitel 3 von silverbird

Spikes Augen glitten über den muskulösen Körper seines Gegenübers, der sich gerade zu ihm umwandte. Ein süffisantes Lächeln machte sich auf Spikes Gesicht breit, bevor er erklärte. „Ich möchte ebenfalls duschen, wie Sie sich vielleicht vorstellen können, und wusste nicht, dass Sie eine Ewigkeit brauchen, um sich hübsch zu machen, also Beeilung Pet, oder rücken Sie ein Stück, wenn Sie sich dünner machen, dann habe ich Platz.“

„Auf keinen Fall, warten Sie gefälligst, bis ich fertig bin“, entgegnete Angel entrüstet und schaute böse drein, während er Spike aus dem Bad wies.

Dieser verließ daraufhin den kleinen Raum und lehnte sich draußen grinsend an die Wand.

„Ohne diese aufreißerischen Klamotten sieht er fast gut aus. Okay er sieht gut aus,… bloody hell. Wen interessiert es wie der Schnösel aussieht? Es wird höchste Zeit, dass ich mal wieder unter die Leute komme und das sofort“, murmelte Spike, ignorierte das Kribbeln, das seinen Körper durchlief, und begab sich zu Willow, um ihr mitzuteilen, dass er noch mal weg musste. „Heb mir bitte etwas von deinem köstlichen Braten auf Liebes. Wartet aber nicht auf mich, es kann spät werden. Ich nehme mir alles selbst, kenne ja den Hausbrauch.“ Trotz Willows Protestes drückte er ihr lachend einen Kuss auf die Wange und verließ schnell das Haus, denn er war sicher ein paar Gläser Whiskey würden alles wieder ins rechte Licht rücken und seine Gedanken von dem Stadtfrack ablenken.

Angel fuhr rasch in seine Kleider und schimpfte. ‚Dieser eingebildete, blondierte, ungehobelte Kerl. Was glaubt er eigentlich wer er ist? Ich soll mich dünner machen, wie meinte er denn das? Ich bin gut durchtrainiert… schließlich trainiere ich dreimal die Woche im besten Fitnessstudio LA’s.’ Angel musterte seinen Körper kritisch, bevor er sein Hemd zufrieden zuknöpfte und sein Haar mit Gel in Form brachte, bevor er das Badezimmer verließ. Erleichtert darüber, dass dieser Pilot nicht vor der Tür stand, begab er sich ins Wohnzimmer, wo Willow schon mit einem kühlen Drink auf ihn wartete, den er dankend entgegennahm.

„Ich bin sehr erleichtert, dass Ihr Mann mich nach Gath bringt. Es ist für mich und meine Firma wichtig rechtzeitig dort einzutreffen“, begann Angel das Gespräch und nahm einen kräftigen Schluck aus seinem Glas.

„Werde ich nicht, Spike fährt Sie“, sagte Oz, der gerade aus der Küche kam und Angels Worte gehört hatte.

Angel war der Schock über diese Information anzusehen. „Was? Aber warum denn? Mr. Spike sagte mir, dass Sie…“

„Tut mir Leid, aber ich bin ausgebucht.“

„Das kann ja heiter werden“, murmelte Angel, doch ehe er sich darüber Gedanken machen konnte, war schon Willows fröhliche Stimme zu hören.

„Spike kann sehr nett sein und er kennt die Wüste wie seine Westentasche, Sie werden in null Komma nichts in Gath sein und jetzt sollten wir essen, bevor mein Braten kalt wird. Mr. Angel, das hier ist Ihr Platz, ich hoffe es schmeckt Ihnen.“ Ohne auf eine Antwort zu warten, begab sie sich in die Küche und bald darauf genossen die Drei die gut zubereiteten Speisen.

~*~

Groo stand in der Kulisse und wartete darauf, dass die Szene abgedreht wurde.

Wenig später rief der Regisseur „gestorben“ und die Leute am Set gingen erleichtert in die verschiedenen Richtungen davon.

Cordelia jedoch begab sich direkt zu dem Hotelbesitzer. „Schön, dass du mich abholst, unternehmen wir noch etwas, wenn du Zeit hast? Heute war es stressig, daher hab ich noch nichts gegessen und bin hungrig.“

Gro lächelte, erfreut darüber, dass sie seine Gesellschaft wollte. „Gerne. Es gibt in der Stadt ein ausgezeichnetes Restaurant, dem eine Tanzbar angeschlossen ist, wenn du nach dem Essen noch Lust hättest?“ Fragend blickte sie der junge Mann an und Cordy stimmte erfreut zu.

Nach zwanzig Minuten saßen sie gemütlich beim Essen und unterhielten sich angeregt. Cordy erzählte von ihren Dreharbeiten und Groo berichtete von lustigen Erlebnissen, die sich im Hotel abspielten.

Nach einigen Gläsern Wein beschlossen sie, in die Bar überzuwechseln. Als sie eintraten, begann gerade eine Bauchtänzerin ihre Kunst vorzuführen und Cordelia beobachtete interessiert wie diese Frau sich bewegte.

Groo führte sie zu einem der kleinen Tischen und bestellte erneut Wein, dem beide in ziemlichen Mengen zusprachen und als die Bauchtänzerin die anderen Damen des Clubs aufforderte mitzutanzen, stimmte Cordelia übermütig zu. Sie bewegte sich geschmeidig zu den orientalischen Klängen, immer wieder auf Groo verführerisch zutanzend, der wie hypnotisiert die Augen nicht von ihr nehmen konnte.

Einige Flaschen Wein später, betraten sie kichernd das Hotel, um sich im Lift heftig zu küssen, bevor sie in Cordys und Angels Suite verschwanden.

~*~

Spike schlich etwas wankend ins Haus und ließ sich auf die Couch fallen.

Er war in Willis Bar gewesen, um dort im Hinterzimmer ein bisschen zu zocken und einige Whiskeys zu trinken. Offiziell war das in diesem Land zwar verboten, aber in „privaten Räumen“, wie der Wirt das Spielzimmer deklarierte, trafen sich alle Nationen und Religionen, um, während sie dem Alkohol zusprachen, einige Dollars oder Dinars loszuwerden. Sehr zur Freude Spikes, der dieses Mal ein hübsches Sümmchen gewonnen hatte.

Zufrieden rollte er sich auf dem Sofa zusammen und war Sekunden später eingeschlafen. Doch seine Ruhe währte kurz, denn schon 4 Stunden später wachte er durch ein unerbittliches Rütteln an seine Schulter auf.

„Was? …“ murmelte er und öffnete mühsam die Augen.

„Aufstehen Spike, die Sonne ist schon aufgegangen. Ihr müsst los, und eine Dusche vorher könnte dir auch nicht schaden“, bemerkte Oz trocken und rümpfte die Nase.

„Bloody hell, kein Grund so zu brüllen, ich mach ja schon“, motzte Spike und quälte sich vom Sofa, um sich in die Dusche zu schleppen, während Angel und Willow in der Wohnküche saßen und frühstückten.

Wenig späte schlurfte Spike ebenfalls in die Küche und nahm Wortlos die Tasse Kaffee aus Willows Hand in Empfang.

„Morgen“, grüßte Angel nicht sehr freundlich. Er war sehr verärgert. Nicht genug, dass sein Pilot ihn nach Gath fahren sollte, was Angel sowieso nicht passte, nein, der Mann hatte sich offensichtlich auch noch in der letzten Nacht betrunken.

Morgen, ja das wäre gut’, dachte Spike und verfluchte sich innerlich, weil er sich bei Willi so hatte vollaufen lassen und der Stadtfrack ihn in diesem jetzt unrühmlichen Zustand sah.

„Wir sollten endlich los, schließlich will ich auch mal bei Mr. Giles ankommen.“ Energisch schob Angel seinen Stuhl zurück, verabschiedete sich von Willow und begab sich zur Tür. „Kommen Sie endlich“, sagte er noch befehlend zu Spike, der knurrend den Rest seines Kaffees austrank, bevor er Angel folgte, der schon aus der Tür war und auf den Wagen zuging.

Willow drückte Spike noch lächelnd ein Lunchpaket in die Hand. „Gute Fahrt und melde dich, wenn ihr angekommen seid.“

Angel saß bereits auf dem Fahrersitz, als Spike den Wagen erreichte. „Ich fahre, in Ihrem Zustand, wer weiß wo wir da landen.“ Angel war mehr als sauer, die ganze Reise entwickelte sich immer mehr zu einem Desaster und diesen Spike würde er lieber heute als Morgen zum Teufel jagen, wenn er könnte. Aber da dieser Bursche anscheinend der einzige war, der ihn nach Gath bringen konnte, blieb dem Architekten nichts anderes übrig, als dessen Anwesenheit zu ertragen, doch zurzeit würde er ihn unter keinen Umständen hinter das Steuer lassen, da war er sich sicher und so fuhr er, Spikes Proteste, die, soweit Angel verstand, nach „falsche Entscheidung“ klangen, ignorierend, aus dem Ort.

Angels Selbstsicherheit verschwand allerdings als sie das Ortsende erreichten und nichts als Wüste vor ihnen zu sehnen war. Der dunkelhaarige Mann stoppte den Wagen abrupt. „Äh… wohin? Ich meine, wie geht es weiter?“ fragend blickte er in Spikes Gesicht, der ihn süffisant angrinste.

„Kommt darauf an, wo Sie hinwollen.“

„Was soll das jetzt? Sie wissen wo ich hin will, also hören Sie mit dem Unsinn auf.“

„Sie hätten zuhören sollen. Ich sagte: falsche Entscheidung, doch es kümmerte Sie nicht, also dachte ich, Sie wollen nicht mehr nach Gath, da Sie in die Gegenrichtung gefahren sind, aber ich sage Ihnen wo es langgeht, wenn ich mein Geld wiederkriege.“ Spikes Grinsen wurde breiter und Angel kochte vor Wut, seinen Drang unterdrückend, diesem selbstgefälligen Wüstenkauz seine Faust in den Magen zu rammen, der ihn so hatte auflaufen lassen.

„Geld?“ Fragte Angel trotzdem verwundert.

„Japp. Es war ausgemacht, dass ich 300 Dollar bekomme bis Gath, wie ich Sie hinbringe war nicht relevant, also, ich bekomme noch 150 Dollar, dann können wir weiter.“

„Nicht einen Cent, bevor ich nicht bei Mr. Giles angekommen bin, vergessen Sie es“, entgegnete Angel energisch.

„Auch recht, Hauptsache ich kriege mein Geld“, murmelte Spike nur und Angel wendete, ohne ein Wort zu erwidern, den Wagen und fuhr wieder zurück, durchquerte Sabath, um am anderen Ende der Stadt auf der harte Pistenstraße, sich immer südlich haltend, wie Spike ihm anhand des Navigationssystems erläuterte, entlang zu fahren. Dieser hatte es sich inzwischen gemütlich gemacht und war bald eingeschlafen.

Nach einigen Stunden veränderte sich die Landschaft und die Piste wechselte von hartem Schotter in Sand. Angel hatte das Gefühl, dass der Wagen etwas zu schwimmen anfing und verringerte das Tempo. Obwohl er verunsichert war, ob die Richtung noch stimmte, widerstrebte es ihm, den Blonden zu wecken. Das Navigationssystem zeigte an, dass er sich nach wie vor auf dem rechten Weg befand und Angel war es als Stadtmensch gewohnt sich auf die Technik zu verlassen.

Er warf einen Blick auf die schlafende Gestalt neben sich und wieder überkam ihn der Drang dieses Gesicht mit dem Zeichenstift auf Papier festhalten zu wollen. Angel studierte die scharfen Linien der hohen Wangenknochen, zog im Geiste jede einzelne Linie nach, bis sein Blick an den langen Wimpern hängen blieb, deren  Spitzen leicht noch oben gebogen waren. Gerade als er seinen Blick auf den Mund des Schlafenden fokussierte, bockte der Wagen unerwartet und blieb stehen. Erschrocken gab Angel Gas, der Motor heulte auf und erstarb sodann.

„Was zur Hölle…?“ Spike war durch den plötzlichen Ruck auf den Boden gerutscht und rappelte sich mühsam hoch.

„Verdammter Mist“, murmelte er, als er die Bescherung sah. „Wieso haben Sie mich nicht geweckt, als die Straße zu Ende war, verflucht?“ motzte er Angel an, während er ausstieg.

„Straße? Was bitte schön nennen Sie Straße? Wie hätte ich wissen sollen, dass der Sand auf einmal unter uns nachgibt?“ schimpfte Angel zurück und stieg ebenfalls aus, um sich die Bescherung anzusehen. Die Räder des Autos steckten zur Hälfte im Sand, sodass der Wagen nicht mehr weiter konnte.

„Sie sind zum Henker in eine Sandbank gefahren. Was verflucht hat Sie dazu veranlasst?“

„Ich war kurz abgelenkt“, gestand Angel kleinlaut.

„Abgelenkt? Hier? Von was, verflucht? Hier gibt es nichts als verdammten Sand.“

Angels Gesicht überzog sich mit einer leichten Röte. Niemals würde er diesem ungehobelten Burschen eingestehen, dass er es war, der ihn ablenkte, deshalb fragte er betreten: „Was machen wir jetzt?“

„Schaufeln was sonst, und zwar Sie. Holen wir die Sandbleche und in Zukunft werden ich fahren. Ist das angekommen?“

„Es hätte nie soweit zu kommen brauchen, wenn sie nicht betrunken gewesen wären und…“

„Bloody hell, ich hatte bloß ein paar Gläser, davon war ich nicht betrunken und jetzt sehen wir zu, dass wir den Wagen wieder flottkriegen“, setzte Spike der Diskussion ein Ende und ging nach hinten, um aus dem Kofferraum die Bleche zu holen.

Als Spike die Bleche hinter die Räder legte und Angel aufforderte, endlich den Sand darunter mit den Händen wegzuschaufeln, fragte dieser empört: „ Mit den Händen? Sind Sie verrückt? Wenn Sie das als Abenteuer ansehen, ist das Ihre Sache, ich werde auf keinen Fall wie ein Maulwurf hier herumbuddeln. Sie wurden dafür bezahlt, und mehr als gut möchte ich betonen, mich nach Gath zu bringen, also sehen Sie zu wie Sie das machen.“

„Jetzt hör mal gut zu Pet. So läuft das hier nicht, entweder wir arbeiten zusammen, oder du kannst hier vergammeln, vertrocknen, was auch immer. Du hast den Wagen in den Sand gesetzt und kannst froh sein, dass ich dir helfe. Also auf die Knie und weg mit dem Sand“, rief Spike ungehalten, automatisch ins du übergehend, während er schon eines der Räder freilegte.


(pic von spikeschild)

Angel verschränkte seine Arme vor der Brust. „Das mag ja ein Gesetz der Wüste sein, dem ich mich eventuell beuge, aber per du sind wir deswegen noch lange nicht.“

Spike, der gerade das zweite Blech unter das Rad schieben wollte, zerrte es wieder hervor und warf es wütend weit von sich. „Okay du eingebildeter Fatzke, es reicht, das ist mir zu kindisch, mach verdammt was du willst, ich gehe.“ Das tat er dann auch, schnappte sich eine der Wasserflaschen und hängte sie an den Gürtel.

Anschließend seine Zigaretten aus der Tasche nehmend, stapfte er durch den Sand davon, aus der Richtung, aus der sie gekommen waren.

Entgeistert blickte Angel ihm nach, sagte dann aber zu sich selbst: „Ach was, der beruhigt sich schon wieder, wo soll er denn schon hin, hier ist weit und breit kein anderes Auto in Sicht, der kommt wieder - bestimmt.“

Doch sein Führer entfernte sich immer weiter, wie Angel bald besorgt feststellte und leichte Panik stieg in dem Architekten auf, als Spikes Gestalt immer kleiner wurde. Bald würde er gar nicht mehr zu sehen sein und Angel überlegte, ob er sich überwinden und nach Spike zu rufen sollte, doch sein Stolz ließ es nicht zu. Zudem kam ihm der Gedanke, dass sein Führer es nicht wagen würde, ihn hier alleine zurückzulassen. Schließlich wussten eine Menge Leute über ihre gemeinsame Reise nach Gath Bescheid.

Als der Blonde seine Schritte aber nicht stoppte, schlichen sich doch schön langsam Zweifel bei Angel ein. ‚Wie ich den Blondschopf bis jetzt kennen gelernt habe, kann er ganz schön stur sein, wenn es nicht nach seinem Kopf geht, von seiner selbstgefälligen Art rede ich erst gar nicht. Anscheinend glaubt er, weil er verdammt gut aussieht, kann er sich alles erlauben.’ Angel stutzte plötzlich, als ihm bewusst wurde Spike gut aussehend zu finden. ‚Im künstlerischen Sinne, als Modell, das meine ich natürlich’, beruhigte er sich selbst schnell. ‚Sonst ist er eine Nervensäge, nicht auszuhalten, sein Benehmen, unmöglich. Und mit der Bildung wird es auch nicht weit her sein. Wahrscheinlich hat er außer fliegen nichts weiter gelernt. In LA würde er sich bis auf die Knochen blamieren, wenn er sich in meinen Kreisen bewegen müsste.

Aus diesem Grund hält er sich anscheinend hier in der Wüste auf, genau so wird es sein.’

Als Spike nun fast völlig aus seinem Blickwinkel verschwunden war, stieg in Angel der Drang wieder hoch doch nach ihm zu rufen. 

Spike wanderte inzwischen gemächlich vor sich hin. ‚Sicher wird es nicht mehr lange dauern und der Poof wird mir hinterher rennen. Zumindest, sobald ich hinter der kleinen Düne da vorne verschwunden bin, wird er mir nachbrüllen, keine Frage, Weichei wie er ist, und dann habe ich das Sagen, egal wie er mich mit seinen braunen Augen auch anschaut, oder sich in Positur setzt damit ich sehen kann wie gut er gebaut ist, das zieht bei mir nicht, nein, niente, nope’, schimpfte er, sich selbst überzeugen wollend.

„Schön, langsam wird es aber Zeit, dass er nach mir ruft, denn ich habe schon eine ganz schöne Strecke zwischen uns gebracht“, stellte Spike fest und drehte seinen Kopf etwas zurück, gerade soviel, dass seine Neugierde nicht offensichtlich wurde, und sah einen Wagen auf Angel zufahren. ‚Bloody hell, verdammt, das ist Chashids Wagen. Das ist nicht gut’, erkannte er bestürzt, ‚ich bin schon zu weit weg, verflucht, hoffentlich komme ich noch rechtzeitig zu Angel zurück’, dachte er, während er losrannte.

Angel jedoch winkte dem herannahenden Auto nichts ahnend freudig zu. ‚Das hat dieser Blondschopf nun davon, denkt, wenn er mit seinem süßen Hintern wackelt, renne ich ihn nach. Falsch gedacht mein Lieber, nur weil du verdammt scharf aussiehst, lasse ich nicht alles mit mir machen. Die in dem Auto nehmen mich sicher mit, soweit ich diese Wüstengesetze verstanden habe und er hat das Nachsehen, obwohl… schade eigentlich, wenn ich  mir vorstelle… warum kommen mir immer diese Gedanken?’

Noch bevor Angel seine Gedankengänge weiterführen konnte, hielt der Wagen und 3 Männer stiegen aus. Freundlich lächelnd kamen sie auf ihn zu. „Na? Hängen geblieben?“ fragte einer der Männer in Angels Muttersprache. Offensichtlich war er Amerikaner, auch dem Aussehen nach zu beurteilen, die Beiden anderen stufte Angel als Einheimische ein.

„Ja, schön hier einen Landsmann zu treffen.“

„Freut mich auch auf Sie zu treffen, ganz alleine Unterwegs?“ fragte er, während er sich umblickte.

„Ursprünglich nicht, aber mein Führer hat sich abgesetzt und ich…“ begann Angel dessen Frage zu beantworten, als er die Waffe in der Hand des Mannes bemerkte.

Erschrocken wich er etwas zurück. „Was soll dass? Was wollen Sie?“

„Alles was sie haben“, knurrte der Angesprochene gefährlich und hob seine Waffe zur Verdeutlichung an.

„Wir haben doch gar nichts Wertvolles, nur den Wagen und ein paar persönliche Dinge.“

„Eben und genau die wollen wir.“

Inzwischen buddelten die zwei anderen Männer schnell die Reifen frei, legten die Bleche unter, um wenig später einzusteigen.

„Der Aktenkoffer, seht nach ob er im Wagen ist“, rief der Anführer den Beiden noch schnell zu, bevor er zurück in seinen Wagen stieg, Angel weiter im Auge behaltend und gleichzeitig auf den herbeilaufenden Führer Angels schielend.

„Beeilt euch, sein Führer kommt zurück“, sagte der Amerikaner und lehnte sich aus dem Wagenfenster, den heraneilenden Blonden beobachtend. „Los macht schneller“, der Mann stieg rasch wieder aus, hob seine Waffe, zielte auf Spike, den er jedoch nur schemenhaft ausnehmen konnte, da der Blonde die Sonne im Rüchen hatte und dem Räuber somit direkt ins Gesicht schien.

Der blieb stehen, stutzte. ‚Riley Finn. Was zur Hölle macht der denn hier?’ Erkannte er trotz der Entfernung, wer der Mann war, der Angel bedrohte. Immer und überall würde er ihn erkennen, wusste ob seiner Gefährlichkeit und rannte wieder los, sich selbst verfluchend Angel alleine gelassen zu haben, nur dieses dummen Spielchens von wegen wer das Sagen hatte.

Obwohl der Amerikaner die auf ihn zueilende Gestalt in dem gleißenden Licht nur ungenau erkennen konnte, feuerte er drei Schüsse auf Spike ab und lachte siegessicher, als dieser daraufhin mit einem Aufschrei zusammenbrach.

„Nein!“ schrie Angel und stürzte sich auf Riley, entwand ihm die Waffe und schlug wie von Sinnen damit auf ihn ein. Sofort eilten ihm seine beiden Kumpane zur Hilfe. Angel konnte sich gegen diese Übermacht nicht wehren und bald darauf fiel er bewusstlos in den weichen Sand.

„Wollen wir nicht Beide gleich ganz erledigen, was, wenn der Blonde noch lebt und der hier wird auch bald wieder zu sich kommen.“

„Unnötig, das erledigt die Wüste für uns“, entgegnete Riley, stieg in eines der Autos und fuhr los, worauf die beiden Anderen es ihm gleichtaten und wenig später waren sie am Horizont verschwunden.

Kapitel 4 von silverbird

Stöhnend öffnete Angel die Augen, um sie sofort wieder zu schließen, als dröhnende Kopfschmerzen durch seinen Schädel jagten. Trotzdem richtete er sich mühsam auf, da seine Sorge Spike galt, der, wie Angel befürchtete, schwer verletzt, oder sogar tot dort drüben im Sand lag.

Der Architekt versuchte den Schmerz zu ignorieren und bemühte sich, die Distanz zu Spike so schnell wie möglich zu überwinden. Bei ihm angekommen, fiel er vor dem leblosen Körper auf die Knie und drehte ihn vorsichtig auf den Rücken. Spikes linke Gesichtshälfte war blutverschmiert und Angel keuchte erschrocken auf, als er die Wunde an der Schläfe entdeckte. Auch die Schulter schien etwas abbekommen zu haben.

„Großer Gott, hoffentlich ist er noch am Leben“, murmelte Angel und bettete den Kopf des Engländers behutsam in seinen Schoß, löste die Wasserflasche von dessen Gürtel und nahm ein Taschentuch aus seiner Hosentasche, um es mit Wasser zu benetzen, bevor er das Gesicht des Blonden zu reinigen begann. Angel hoffte, dass es sich nur um  Streifschüsse handelte, doch das konnte er erst beurteilen, wenn er all das Blut abgewaschen hatte. „Spike?“ rief der dunkelhaarige Mann immer wieder leise, in der Hoffnung eine Reaktion zu erhalten, doch der Mann in seinen Armen reagierte nicht.

Zusammengekrümmt und das Gesicht blutig geschlagen, lag William in einer versteckten Ecke des Schulgeländes. Vorsichtig versuchte er sich zu bewegen, krümmte sich aber wieder vor Schmerzen zusammen, als er das Stechen in seinem Brustkorb verspürte. So schlimm wie dieses Mal hatten sie ihn noch nie verprügelt und William konnte es kaum erwarten bis das Schuljahr zu Ende ging und er das verhasste Internat verlassen konnte, in welches sein Onkel ihn steckte, nachdem seine Eltern bei einem Unfall gestorben waren.

Mühsam rappelte sich der Junge nun doch auf, um in sein Zimmer zu stolpern. Dort angekommen, ließ er sich auf das Bett fallen und stöhnte gequält auf.

„Will?“ Sein Zimmergenosse richtete sich verschlafen auf. “Was ist passiert? Wieder Riley und Warren?“ Oz wusste natürlich, dass es die Beiden gewesen waren und stand auf, um das Licht anzumachen. „Du siehst beschissen aus, wenn du nicht endlich die Schulleitung informierst und aufzeigst, was die Zwei mir dir treiben, bringen sie dich noch um, bevor wir hier rauskommen“, stellte der rothaarige Junge erschrocken fest und begab sich in das kleine Badezimmer, das zu dem Wohnraum gehörte. William antwortete nicht. Er war zu geschwächt und zu müde, um sich überhaupt zu regen.

Oz kam zurück, einen nassen Lappen in der Hand, und begann Wills Gesicht zu reinigen.

„Deine Augenbraue, da wird eine Narbe zurückbleiben. Du musst auf die Krankenstation, diesmal genügt es nicht, wenn ich dich versorge.“

„Nein“, murmelte William kraftlos und wollte sich protestierend aufrichten, doch Oz drückte ihn sanft zurück auf das Bett.

„Es geht nicht anders Will, sei vernünftig.“ Daniel Osborn, genannt Oz, und William teilten sich seit nun fast 4 Jahren dieses Zimmer und waren in der Zwischenzeit Freunde geworden. Oz war Amerikaner, der zur Erziehung nach England geschickt wurde, und machte zusammen mit Will in diesem Jahr den Abschluss, um anschließend in die Heimat zurückzukehren. Er hatte seinem Freund angeboten, ihn zu begleiten und in den Staaten zu studieren. Nach langen Gesprächen mit seinem Onkel, hatte dieser zugestimmt und in zwei Monaten würde William diesem verhassten Internat für immer den Rücken zukehren. Schon seit Monaten malte Will sich aus, was er als erstes machen würde, wenn er endlich über sein Leben frei entscheiden konnte und das erste war seine verhassten braunen Locken, wegen denen er dem ständigen Spott der Mitschüler ausgesetzt war, zu färben und mit Gel zu glätten. Ebenso würde er die biedere altmodische Kleidung, die sein Onkel ihm aufzwang, für alle Zeiten ad Acta legen und das Wort Tweed aus seinem Wortschatz bannen, soviel war sicher. Bevor er sich weiteres ausmalen konnte, betrat Oz wider das Zimmer mit Miss Calendar im Schlepptau, die einen Verbandskasten trug und sich besorgt über den jungen Mann beugte.

„Unfall“, behauptete William.

„Das sagst du immer, doch ich weiß es besser“, seufzte die Frau. „Direktor Snyder wird dir die Hölle heiß machen. Sag ihm endlich die Wahrheit. Ich versorge dich erst mal und dann bringen wir dich in die Krankenabteilung.“ Sie begann mit der Wunde an der Schläfe und… 

Erst als Angel die Wunde an der Schläfe reinigte, antwortete ihm Spike mit einem klagenden Laut. Ein erleichtertes Lächeln erschien auf Angels Gesicht, als die Augenlider des Blonden zu flattern begannen und sich letztendlich etwas öffneten. „Bloody hell, was ist passiert und wieso verschwendest du kostbares Wasser?“ murmelte Spike, griff sich stöhnend an den Kopf und versuchte seine Gedanken zu ordnen. ‚Miss. Calandar, Oz Riley? Nein, falsch was… Angel ja genau.’ Spike wusste wieder wo er war. „Verdammt, mir platzt der Schädel und was ist mit meinem Arm? Wenn ich Riley erwische, wird er sich wünschen, tot zu sein. Wie geht es dir?“ fragte der Blonde plötzlich erschrocken und versuchte sich besorgt aufzurichten, doch Angel drückte ihn sanft, aber bestimmt in seine Position zurück.

„Mir geht es gut, keine Sorge Kleiner, aber du bist ziemlich verletzt. Deine Schläfe hat anscheinend einen Streifschuss abbekommen, ich muss die Wunden erst versorgen.“

„Bin nicht klein verflucht, und so eine Verletzung stecke ich locker weg“, nuschelte Spike halbherzig protestierend, bewegte sich aber nicht, sondern schloss wieder die Augen, die Fürsorge Angels tat ihm gut und er hatte den Eindruck, dass sich die Schmerzen in seinem Schädel alleine schon durch die sanften Berührungen von Angels Fingern besserte, sodass er dachte:

‚Er hat gute, starke Hände, und wenn er nicht sofort aufhört mein Gesicht zu streicheln… bloody hell, fühlt sich das gut an. Wie muss es erst sein wenn er… oh, was macht er jetzt? Wieso knöpft er mein Hemd auf?’

„Dein Arm hat auch etwas abbekommen, ich muss dir das Hemd ausziehen, um ihn zu verbinden.“

„Oh, ja sicher“, murmelte Spike und ärgerte sich über die Endtäuschung, die sich in ihm breitmachte. ‚Wahrscheinlich habe ich einen Gehirnschaden abbekommen, denn wie sonst konnte ich mir einbilden, er hätte Interesse an mir? Er kann mich nicht mal leiden und jetzt hilft er mir nur, weil er mich braucht, damit ich ihn durch die Wüste führe, ist ja wohl offensichtlich. Und er ist überhaupt nicht mein Typ, rennt sogar hier in Designerklamotten rum, selbst seine Stiefel sind von Dolce und Gabani, und die Frisur, grauenhaft, das macht nicht mal sein toller Körper, oder diese schokobraunen Augen wett, und zu groß ist er auch. Jawohl!’

Trotz dieser Erkenntnisse, ließ Spike sich von Angel widerstandslos das Hemd ausziehen und genoss die vorsichtigen Berührungen der Hände Angels, die bedacht das Hemd abstreiften und über seine Schulter und seinen verletzen Arm tasteten.

„Genau wie ich dachte, sein Körper ist sehr schlank, mit klar definierten Muskeln von den Armen, bis hin zu dem Waschbrettbauch, den ich gerne… oh Gott, bloß nicht hinsehen, nur um die Wundern geht es. Säubern, verbinden, säubern, verbinden.“ Betete sich Angel wie eine Mantra vor und riss, nachdem er die Wunden ausgewaschen hatte, einen Streifen seines Hemdes ab und verband Spikes Kopfwunde, die, nachdem das Blut entfernt war, bei weitem nicht mehr so schlimm aussah.

„Bilde dir nicht ein, dass ich dir das Hemd ersetzte“, brummelte Spike, während er Angel unter halb geschlossenen Lidern beobachtete.

Angel antwortete unwirsch. „Das habe ich auch nicht verlangt, oder? Warum bist du immer so unfreundlich, wenn ich mich nicht um dich kümmern würde, könntest du hier verrecken.“

„Wenn du den Wagen nicht in den Sand gesetzt hättest, wäre ich gar nicht in dieser Situation, also ist es deine verdammte Pflicht, dich um mich zu kümmern, dass das schon mal klar ist.“

Angel schubste Spike von seinem Schoß und sprang auf. „Wer ist denn schmollend weggerannt, weil nicht alles nach seinem Kopf ging und hat mich den Räubern überlassen? Deinetwegen wurde ich ausgeraubt und niedergeschlagen, saß in einem Flugzeug, in das sich nicht mal Lindbergh gesetzt hätte, und musste durch die Wüste fahren, weil mein Führer besoffen war. Meine Koffer sind weg und von den Bauplänen rede ich gar nicht. Also halt bloß die Klappe, Spike, denn sonst, das schwöre ich, lasse ich dich hier liegen und die Geier, oder was da sonst so herum kreucht und fleucht, können dich fressen.“

„Ist ja schon gut Pet, reg dich nicht so auf, hab’s nicht so gemeint. Hölle aber auch, du bist aber schnell auf die Palme zu bringen. Jetzt hilf mir auf, dass wir hier wegkommen, bevor es dunkel wird. Außerdem würdest du ohne mich nicht mal die nächste Düne finden, also bist du auf mich angewiesen“, bemerkte Spike selbstgefällig und richtete sie mühevoll auf.

„Weißt du was? Es ist mir egal“, brüllte Angel aufgebracht über Spikes arrogantes Gehabe. „Lieber verdurste ich, als dich noch eine Sekunde länger zu ertragen. Das ist ja nicht zum Aushalten.“ Als Angel tatsächlich Anstalten machte sich zu entfernen, wurde Spike doch etwas mulmig zumute, denn mit seinen Verletzungen konnte er alleine nicht weiter, er brauchte den anderen Mann als Stütze, deshalb lenkte er ein.

„Es tut mir Leid, okay? Und außerdem bin ich verletzt, schwer möchte ich betonen, das gilt als Entschuldigung. Und nun hilf mir schon, ich zeige dir auch wo es langgeht.“

Angel verdrehte genervt die Augen und begab sich die paar Schritte zu Spike zurück, half ihm hoch, legte seinen Arm um ihn und grummelte: „Wohin?“

„Ca. 15-18 km 40° Südwest von hier ist das eine Oase, wenn wir die erreichen, sind wir gerettet. Aber das schaffen wir wohl heute nicht mehr und zwei Tage werden wir schon brauchen“, murmelte der Blonde und verzog sein Gesicht, als ein scharfer Schmerz durch seinen Kopf blitzte.

„Dann sollten wir los, bevor die Dunkelheit hereinbricht“, entgegnete Angel entschlossen und schleppte Spike mit sich.

~*~

Groo schlich leise aus Cordelias Zimmer und huschte nach unten in die Lobby, dort griff er nach dem Anmeldebuch und sah hektisch die Eintragungen durch. ‚Angel und Cordelia Liam. Sie ist seine Frau. Oh mein Gott, was habe ich getan? Wie konnte das geschehen? Angel wird mir den Kopf abreißen, wenn er erfährt, dass ich mit seiner Frau geschlafen habe.’

Auf die Fragen des Portiers, ob er etwas für ihn tun könnte, reagierte der Hotelbesitzer nicht, sondern begab sich in seine Räume und versuchte wenig später, unter der heißen Dusche stehend, seine Panik in den Griff zu kriegen. Nicht nur wegen Angel, sondern hauptsächlich wegen der Gefühle, die er für Cordelia hegte. Diese Frau hatte ihn mit ihrem Charme überrollt, ihr Lächeln überstrahlte die Sonne Afrikas und ihr Körper glich Aphrodite, so göttlich erschien sie ihm und sie gehörte Angel, stellte er ernüchternd fest. Wie also sollte es weitergehen? Für sie war es wahrscheinlich nur ein Abenteuer, doch er hatte sich unsterblich in diese Frau verliebt. In den Jahren seit der das Hotel besaß, hatte es einige Frauen in seinem Leben gegeben, doch nie konnte eine sein Herz erobern, doch nun hatte er die Frau getroffen, die er sich immer wünschte und ausgerechnet sie war mit seinem Freund verheiratet. Groo stöhnte verzweifelt auf und stellte die Dusche auf kaltes Wasser um, in der Hoffnung einen klaren Kopf zu bekommen.

~*~

Müde und verschwitzt, ließ Angel Spike an den zwei Tamariskenbüschen niedersinken, die einsam aus dem Sand ragten. Die Sonne hatte den Horizont erreicht und Dunkelheit machte sich breit. Besorgt blickte der Architekt auf den Blonden, der sich über seine trockenen aufgesprungenen Lippen leckte und sich erschöpft an den Strauch lehnte. Angel nahm die Wasserflasche und setzte sie Spike an den Mund, der nahm einen kleinen Schluck und schob sie weg.

„Trink.“

„Nein, das reicht mir, trink du.“

„Tut es nicht, du brauchst es dringender als ich, also mach was ich dir sage.“

„Wer bist du, dass du glaubst mir befehlen zu können?“ Spike versuchte zu grinsen und blickte den Mann, der sich über ihn gebeugt hatte, durch halb geschlossene Augenlider spöttisch an.

„Ich bin derjenige, der dafür sorgt, dass du in dieser Hölle nicht verdurstest, also spiel nicht den Helden und trink.“ Angels scharfer Ton brachte Spike dazu seine ozeanblauen Augen ganz zu öffnen. Er bemerkte verwundert den besorgten Blick des Dunkelhaarigen, murrte ein „Jawohl Boss“, und ließ daraufhin widerstandslos zu, dass er ihm erneut die Flasche an die Lippen setzte.

„Gut, dass du es erkannt hast“, lächelte Angel daraufhin und konnte sich nicht beherrschen über die blonden Haare zu streichen, die sich um den wohlgeformten Kopf kringelten, weil kein Haargel es mehr bändigte.

Spike spürte die Hand an seinem Haupt und seine Augenbraue schnellte erstaunt in die Höhe, was Angel dazu veranlasste seine Hand schnell in Spikes Nacken zu legen, damit es aussah als wollte er ihn beim Trinken stützen.

Angels Puls erhöhte sich schlagartig, er spürte die weiche Haut unter seinen Fingern, stellte sich vor wie es sich anfühlen würde sie mit seinem Mund zu erforschen und biss sich auf seine ebenfalls trockenen Lippen, um ein Stöhnen zu unterdrücken. Lange, zu lange, war es her, als er das letzte Mal zarte Haut berührt und bebende Lippen geküsst hatte. Er sehnte sich danach, wieder in den Armen eines Mannes zu liegen, der ihn in einen lustvollen Orgasmus trieb.

Angel wurde aus seinen Gedanken gerissen, als Spike die Flasche erneut von sich schob. „Jetzt du, Pet.“

Fragend blickte dieser ihn an, worauf der Blonde erklärte. „Trinken. Du. Alles klar? Du scheinst ein Grübler zu sein. Mach dir keine Sorgen wir kriegen das hin und wenn nicht, bloody hell, wenn es zu Ende sein soll, dann hier. Sieh dich um, es ist wundervoll.“ Verträumt glitt Spikes Blick über die Landschaft, die in der Abenddämmerung golden schimmerte, und lehnte sich wieder an den Strauch.

Angel tat es ihm gleich und ließ sich neben dem Blonden nieder. ‚Ich wünschte er würde mir so einen Blick schenken, wie dieser verdammten Wüste. Er gehört hierher, das ist offensichtlich. In LA würde er verkümmern. Nicht, dass ich ihn mitnehmen will, auf keinen Fall, denn das Desaster mit Penn reicht mir für den Rest meines Lebens.

Penn war sein erster intimer Freund gewesen. Darla, seine damalige Verlobte, war es, die erkannte, dass Angel mit Frauen nicht wirklich etwas anfangen konnte und machte ihn mit Penn bekannt. Der junge Mann hatte Angels Herz im Sturm erobert und nach ihrer ersten gemeinsamen Nacht, wusste Angel, was ihm bei Frauen immer gefehlt hatte. Fast ein Jahr dauerte ihre Beziehung, bevor Angel, blind vor Liebe, endlich merkte, dass er nicht der Einzige in Penns Leben war. Tief getroffen, stellte er den blonden zur Rede und noch immer klangen dem Architekten die spottenden Worte in den Ohren. „Hast du erwartet, dass mir der Blümchensex, den du mir bietest, genügt? Du bist langweilig und einfallslos. Okay, du siehst ganz gut aus und hast Geld, das war’s aber auch schon. Wenn es dir nicht passt, dass ich mich anderweitig vergnüge, dann ist das dein Pech. Akzeptiere es oder lass es, deine Entscheidung.“

Daraufhin hatte Angel ihn aus dem Haus gejagt und sich tagelang eingeschlossen, bis seine Schwester Cordelia ihm drohte, die Tür einzuschlagen, wenn er sie nicht reinließ und ihr endlich sagte, was mit ihm los ist. Cordy zu widersprechen war eine völlig sinnlose Sache und als er ihr letztendlich alles erzählte und darauf wartete, dass sie ihn angewidert wieder alleine ließ, stellte er fest wie großartig seine Schwester war. Nicht nur, dass sie es als selbstverständlich ansah, dass Angel auf Männer stand, sie ermunterte ihn sogar dazu sich einen neuen Freund zu suchen, schimpfte Penn einen Idioten, der Angel gar nicht verdient hatte und sagte ihrem Bruder, dass er froh sein kann, den gefühllosen Kerl los zu sein. Als sie ihn allerdings auf einen ihrer zahllosen Partys verkuppeln wollte, setzte er ihrem Tun ein Ende, indem er ihr unmissverständlich erkläre, sich seine Liebhaber selbst auszusuchen. Sie akzeptierte es beleidigt, verstand es aber. Seit dem ließ sie ihn in Ruhe, fragte nur hin und wieder, ob er einen neuen Freund hätte.

Durch sein Erlebnis mit Penn hatte er sich entschlossen nie wieder eine feste Beziehung einzugehen, sondern frei zu bleiben hin und wieder kurze Affären zu haben. Das war eine gute Sache, wie er fand, weil keine Gefühle involviert waren, sondern nur mehr oder weniger guten Sex beinhaltete. Das ersparte Herzschmerz und Einsamkeit konnte man mit viel Arbeit gut wettmachen.

Angels Gedanken wurden durch das Zähneklappern Spikes unterbrochen, der zitternd seine Arme um den Körper geschlungen hatte.

„Ist dir kalt?“

„Wonach hört es sich denn an? Denkst du meine Zähne klappern Morsezeichen?“ knurrte Spike frustriert und zog die Schultern fröstelnd hoch.

Angel musste schmunzeln. Irgendwie mochte er die Art des Blonden. „Dann solltest du herkommen.“

„Warum sollte ich, bin ich ein Kuscheltier, oder was?“

„Nein ein sturer Holzkopf, nun stell dich nicht so an und rück näher, so wird uns Beiden wärmer.“

„Glaube ich nicht“, murmelte Spike, rückte jedoch näher, ließ sich von Angel in die Arme nehmen, legte seinen Kopf auf dessen breite Brust und seufzte leise.

„Und?“ kicherte Angel verhalten.

„Geht so.“

„Lügner.“

„Klappe.“ Der Blonde schmiegte sein Gesicht in das weiche Hemd, lächelte zufrieden und schlief sofort ein.

Angel blickte auf die entspannen Gesichtszüge Spikes und fuhr die scharfen Konturen der Wangenknochen des blonden Mannes mit seinem Finger nach. „Du siehst verdammt gut aus, Kleiner, zu gut und ich habe so meine Prinzipien. Wenn du mehr als Spaß willst, sollten wir es besser gleich lassen.“ Angel umschloss Spike schmalen Körper jedoch fester, vergrub sein Gesicht in dem blonden Haar, zog dessen Duft durch seine Nase und schloss genüsslich die Augen, um ebenso sofort einzuschlafen.

Kapitel 5 von silverbird

Cordelia erwachte und griff tastend neben sich, doch der Mann, mit dem sie die Nacht geteilt hatte, lag nicht mehr neben ihr. Ihr Blick fiel auf den Wecker. „9 Uhr 35, wahrscheinlich musste er ins Büro“, murmelte sie und wollte sich noch einmal in die Decke kuscheln, als sie hochschreckte. „Mist, ich komme zu spät, und Joss kann sehr sauer werden, wenn die Crew nicht pünktlich ist.“ Rasch stieg sie aus dem Bett und eilte unter die Dusche, wodurch sie auch das Telefon nicht hörte, welches im Wohnraum klingelte.

~*~

„Geht es noch?“ Besorgt schaute Angel auf Spike, der mit zusammengekniffenen Augen neben ihm herstolperte und sich an seinen Arm klammerte.

„Kleine Pause wäre ganz gut.“

Angel nickte, und half Spike sich zu setzen, ließ sich neben ihm in dem Sand nieder, zog Spike an seine Brust und griff nach der Wasserflasche.

„Ich bin nicht durstig, du hast genug Wasser für mich verschwendet und wir haben fast nichts mehr, trink besser du etwas“, wehrte der Blonde ab, als Angel ihm die Flasche an die Lippen setzen wollte.

„Das hatten wir schon mehrmals, also keine Widerrede, trink“, entgegnete der dunkelhaarige Mann und wiederholte seinen Versuch, worauf Spike folgsam einige Schlucke nahm, bedacht darauf, nicht zu viel zu trinken.

„So ist es brav“, kommentierte Angel und lächelte, weil es sich einfach gut anfühlte den sehnigen Körper Spikes an sich zu fühlen.

„Blödmann“, murmelte der Blonde und ruckelte ein wenig herum, damit es nicht so offensichtlich war, wie wohl er sich an Angels starker Brust fühlte.

„Wir sollten weiter Kleiner, die Sonne dürfte bald untergehen.“

„Ja, müssen wir wohl, wenn wir die Oase erreichen wollen, bevor es ganz dunkel ist, denn sonst verlieren wir die Orientierung, und wenn ich wieder ganz auf den Beinen bin, wirst du ich nie wieder Kleiner nennen, das garantiere ich dir.“

Amüsiert fasste Angel Spike unter den Achseln und half ihm hoch. „Wie willst du das anstellen, du bist nun mal kleiner als ich.“

„Pet, du hast keine Ahnung“, grinste der Blonde und lehnte sich kurz an seinen Helfer. Nicht, dass es notwendig gewesen wäre, da er sich schon wesentlich besser fühlte, aber man muss nehmen was man kriegen kann, war Spikes Einstellung und diese Gelegenheit kam vielleicht nicht wieder.

Weitere 3 Stunden später, als sich die Sonne dem Horizont langsam näherte und die Beiden eine hohe Düne mehr kriechend, als gehend überwunden hatten, lag vor ihnen wie eine Fata Morgana der Um el Maa, umsäumt von Palmen und Schilf und die Beiden lachten erleichtert auf.

Sie schlitterten und kullerten über den Sand hinunter, um das Wasser so schnell als möglich zu erreichen und Angel warf ihm Laufen seine Kleider und Schuhe ab, bis er nur mehr mit Boxer-Shorts bekleidet war und stürzte sich in die Fluten, tauchte völlig unter und kam gleich darauf wieder prustend hoch. „Es ist herrlich, einfach wunderbar“, rief er Spike zu, der ihn lächelnd beobachtete und sich seine Docks auszog.

‚Bloody hell, er sieht zum Anbeißen aus, wenn er lacht. Das sollte er öfter tun und so wie  ihm das Wasser über den Körper läuft, ein fantaschsicher Anblick, ich wüsste gerne wie er schmeckt und ich werde es herausfinden, noch bevor wir in Gath ankommen und die Aussichten sind gut, für Beides’, dachte der Blonde selbstsicher und beeilte sich, ebenfalls rasch ins Wasser zu kommen, um seinen geschundenen Körper zu kühlen.

Der Architekt watete, von Spikes Gedanken nichts ahnend, langsam auf das Ufer zu. Als er noch bis zum Bauch im Wasser stand, stoppte er plötzlich erschrocken und blickte den Blonden Hilfe suchend an, ohne sich zu bewegen. „Spike? Da… da ist etwas in meinen Shorts, gibt es in diesen Gewässern Schlangen?“

„Ganz ruhig, meines Wissens gibt es hier keine Schlangen, zumindest nicht im Wasser, ich bin gleich da, beweg dich nicht.“ Rasch, aber vorsichtig glitt Spike ins Wasser und näherte sich dem dunkelhaarigen Mann, der ihn panisch anblickte. Der Blonde blickte durch das klare Wasser auf Angels Short, zog den Bund vorsichtig mit einer Hand ein wenig von dessen Körper und faste mit der anderen hinein. „Doch Schlange“, grinste er, als er leicht Angels Penis streife, worauf dessen Gesicht eine rötliche Färbung annahm, weil er auf die Berührung sofort reagierte.

„Lass das jetzt, was ist da drin?“

Spikes Grinsen wurde breiter und seine vernarbte Augenbraue schnellte in die Höhe.

„Nicht… das… sondern…“

„Schon klar Liebes, keine Sorge, ich werde das Ungeheuer schon bezwingen“, feixte der Blonde weiter, konzentrierte sich dann jedoch und holte wenig später einen kleinen Krebs hervor, den er Angel vor die Nase hielt. „Da ist ja der Übeltäter. Sie sind harmlos und es gibt jede Menge davon in dem See. Sie dienten den Daouadas, die hier lebten, früher als Nahrung, da drüben kannst du noch die Reste ihrer Behausungen sehen“, erläuterte Spike, doch seine Augen versanken in Angels, der ebenso seinen Blick von Spikes nicht abwendete. Der Blonde griff plötzlich nach Angels Nacken und zog ihn zu sich herunter um ihn sanft zu küssen.

Angel, völlig überrascht von Spikes unerwartetem Verhalten, war unfähig dessen verführerischen Mund zu widerstehen und als die Zunge des Blonden zärtlich über die Lippen des Dunkelhaarigen glitt und um Einlass bat, öffnete er willig seinen Mund einen kleinen Spalt breit, worauf hin Spike Angel näher an sich zog und ihn mit einer Intensität küsste, dass der Ältere weiche Knie bekam und sich an den Körper des anderen Mannes sinken ließ. Immer intensiver küssten sich die Beiden, ihre Zungen duellierten sich, um die Vorherrschaft kämpfend, während die Hände Schultern, Arme und Oberkörper streichelnd erforschten und leises Stöhnen aus ihren Kehlen drang.

Als sie aus Luftmangel den Kuss unterbrechen mussten, und sich schwer atmend, vor Erregung zitternd anschauten, bedurfte es keiner Worte und Spike fasste Angels Hand um ihn zum Ufer zu lenken. Kaum dem Wasser entstiegen, trafen sich ihre Lippen zu einem erneuten Kuss, gleichzeitig ließen sie sich in den weichen Sand sinken und Angels Hände begaben sich auf Wanderschaft über den sehnigen Körper Spikes. Die Sonne verschwand nun vollends am Horizont, doch die Beiden nahmen die Schönheit des Sonnenuntergangs nicht wahr, völlig gefangen von den Gefühlen der aufsteigenden Lust, die sie überrollte.

„You are my Sunnshine, my only Sunnshine; you make me happy, some…”

“Was? Verdammt!“ Spike rollte sich von Angel herunter und Beide richteten sich hektisch auf.

~*~

Groo saß in seinem Büro, trank schon die 4 Tasse Kaffee und überlegte immer noch, wie er Angel gegenübertreten sollte, als das Telefon klingelte.

Froh über die Ablenkung, griff er zum Hörer. „Wer? Ja, gut stellen Sie durch“, antwortete er der Vermittlung. „Mr Pryce was kann ich für Sie tun?“ fragte Peterson freundlich.

„Ich suche Mr. Liam. Er müsste vor drei Tagen abgereist sein. Auch Miss Liam kann ich nicht erreichen. Ihr Portier sagte mir, das Sie mir vielleicht weiterhelfen können?“ Wesley versuchte ruhig zu bleiben, doch es viel ihm schwer. Mr. Giles hatte ihn voller Sorge angerufen und ihm mitgeteilt, dass sein Neffe wegen eines Sandsturms in Sabath landen musste und er und Angel die Reise mit einem Landrover fortgesetzt hatten, jedoch in Gath nicht angekommen waren. Giles hatte das bei Freunden seines Neffen in Erfahrung gebracht und dessen Co-Pilot war schon unterwegs, um mit der reparierten „Big Bad“ einen Suchflug zu starten, doch bis jetzt leider ohne Erfolg. Nun suchte Wes nach Cordelia, um sie zu informieren.

„Miss Liam müsste schon auf dem Set sein, doch wenn es wichtig ist, kann ich hinfahren und ihr Bescheid geben“, bot Groo an, da die Stimme am anderen Ende der Leitung sehr besorgt klang.

„Ich bitte darum, es ist äußerst dringlich, sie soll mich sofort anrufen.“

Nachdem Groo Wes versicherte sich sofort darum zu kümmern, legten beide auf und der Hotelbesitzer machte sich auf den Weg zu den Studios.

~*~

„Bloody hell, das ist Skip, er führt Touristen mit seinen Kamelen durch die Wüste. Wir haben echt Glück“, rief Spike aus, wobei seine Stimme wütend klang.

„Ja, großes Glück“, murmelte Angel verdrießlich. ‚Natürlich ist es gut, dass ein Retter auftaucht, aber muss er ausgerechnet jetzt erscheinen?’ redete sich Angel ein und begann sich mürrisch anzuziehen. Der Dunkelhaarige hatte immer noch das Gefühl Spikes Körper auf seinem zu spüren, seinen Duft zu atmen und die forschende Zunge in seinem  Mund zu fühlen. Er hätte am Liebsten laut geschrieen vor Frust. Noch niemals hatte jemand so ein Verlangen in ihm ausgelöst, nicht einmal Penn, stellte Angel plötzlich verwundert fest und  obwohl er sich bemühte seine Gedanken in eine andere Richtung zu lenken, blitzten immer wieder Bilder durch seinen Kopf.

Spike wie er ihn küsste, wie seine wundervollen Lippen Angels Penis umschlossen und sich langsam auf und ab bewegten.

Spike, denn Angel sich zu Eigen machte. Spike, Spike. ‚Noch bevor diese Reise zu Ende ist, wird er mein sein’, dachte Angel entschlossen.

Spike schlüpfte inzwischen ebenfalls rasch in seine Kleider. Wenn ich Angel nicht in Sicherheit wissen wollte, dann würde ich Skip in die Wüste schicken und das im wahrsten Sinne des Wortes. Gott, es fühlte sich so großartig an, diese starken Arme und seine Muskeln, die sich unter der weichen Haut spannen, bloody hell, so wie Angel küsst, kann ich mir annähernd vorstellen, was er mit seinem Mund sonst noch so alles anstellen kann, verdammt warum ist Skip nicht erst in einer Stunde aufgetaucht, oder zwei. Wie auch immer, noch bevor wir in Gath ankommen, gehört der Große mir. Er ist verrückt nach mir, nicht dass mich das wundert. Ich sehe schließlich großartig aus, also ist es leicht.’


Spike Entschluss war gefasst, also beschloss er, sich nicht weiter zu ärgern, sondern seinen Plan auszuführen, sobald sie Skip wieder los waren, daher machte er sich bemerkbar, indem er laut den Namen des Mannes auf dem Kamel rief und sich gleichzeitig zu erkennen gab, wie es hier üblich war, woraufhin der Touristenführer rasch näher kam. „Hast du deine „Big Bad“ endlich dem Schrotthändler übergeben, oder sie in den Sand gesetzt? Was machst du hier sonst zu so später Stunde und wer ist der Gentleman, den du bei dir hast?“

„Kein böses Wort über mein Baby, sonst hetze ich deine Kamele gegen dich auf, verstanden? Aber wenn du eine gute Geschichte hören willst, dann rück etwas zu essen raus, wir haben seit 2 Tagen nichts im Magen“, entgegnete der Blonde grinsend und begrüßte den Kamelführer mit einem Handschlag, als dieser vor ihm stand.

„Könnt ihr haben, und wenn die Geschichte gut ist, bekommt ihr auch noch eine Salbe gegen euren Sonnenbrand, ihr seht aus wie die Krabben aus dem See. Morgen werde ich welche fangen, fürs Frühstück.“

Skip nahm eine große Satteltasche von einem der Kamele und reichte sie Spike, bevor er seine Tiere versorgte und Holz in der Umgebung aufsammelte, ehe er sich dann zu den beiden Männern gesellte, die sich bereits hungrig über die Trockenfrüchte und das Fladenbrot hermachten.

Der Karawanenführer machte Feuer, entnahm der Tasche zwei Dosen mit einem Eintopfgericht und wärmte sie in einem Gefäß. Anschließend verteilte er das Essen auf drei Blechteller und reichte je einen an Angel und Spike weiter. Angel hatte das Gefühl schon seit Jahren nicht mehr so gut gegessen zu haben und als ihm Kaffeeduft in die Nase stieg, den Skip gerade zubereitete, seufzte der Architekt zufrieden, worauf Spike ihn anlächelte, was Angel erwiderte und sie sich in die Augen blickten. Beide dachten an das Gefühl als sie sich eng umschlungen küssten und daran, was passiert wäre, wenn Skip nicht aufgetaucht wäre und der Eine konnte bei dem Anderen die Enttäuschung deswegen erkennen.

„… satt seid, möchte ich endlich eure Geschichte hören“, hörte Spike Skip sagen und riss sich schweren Herzens von Angels sehnsüchtigem Blick los.

„Was?“ fragte der Blonde, da er nicht wirklich mitbekommen hatte, was der Touristenführer wollte. Der grinste und schaute die beiden Männer an.

Angel senkte verlege die Lider. „Holz, wir brauchen mehr Holz“, murmelte er und erhob sich eilig. um die Umgebung danach abzusuchen.

„Da hast du dir ja einen tollen Burschen geangelt. Das wird Rupert nicht gefallen“, bemerkte Skip Stirnrunzelnd.

„Angel und ich… wir… Es gibt nichts worüber sich irgendwer Gedanken machen muss. Wohin geht deine Reise? Wir müssten nach Gath und könnten 2 deiner Kamele brauchen“, lenkte Spike ab und schaute den anderen Mann fragend an.

„Die Kamele kann ich dir borgen, aber ich muss in die andere Richtung. Ich hole ein paar Touristen in Al Katrun ab und bringe sie nach Gath. Das heißt, ich kann die Kamele dann bei dir abholen, außer du willst sie eintauschen, ich überlasse sie dir für den hübschen Holzsammler“, Kicherte Skip mit einem Blick auf Angel.

„Bloody hell, bist du verrückt? Er ist mehr als 100 Kamele wert, also vergiss es. Und selbst wenn er mir gehören würde, was er nicht tut, um kein Geld der Welt würde ich ihn verkaufen. Was soll der ganze Schwachsinn überhaupt? Ich sagte doch er und ich…“ bluffte Spike, verärgert darüber, dass er sich im gewissen Sinne verraten hatte. „Angel ist Architekt, will zu Rupert, ich bringe ihn hin. Basta. Also hör auf so verblödet zu grinsen und ich erzähle dir die ganze Geschichte, damit du Ruhe gibst“, motzte Spike und erzählte dem Touristenführer was sich ereignet hatte.

Angel gesellte sich wieder zu ihnen und als Skip eine Flasche Burbon aus einem der Packtaschen holte, lockerte sich die Stimmung der Drei bald.

Jeder von ihnen erzählte Anekdoten ihrer verschiedenartigen Erlebnisse, wobei auch Angel sich als brillanter Erzähler erwies, durch den Alkohol wesentlich lockerer geworden und offensichtlich bemüht Spike zu beeindrucken, wie Skip amüsiert feststellte, und bald hallte ihr Lachen durch die Wüste.

Der Mond stand schon hoch am Himmel und ließ die Landschaft in seinem Licht bizarr erscheinen, als sich die Männer in die Schlafsäcke begaben, die Skip zuvor von den Kamelen genommen hatte.

Skip war der Erste, der am nächsten Morgen erwachte und schmunzelte, als er sah, dass Spike mit dem Rücken an Angels Brust lag und dieser Besitz ergreifend den Arm um ihn gelegt hatte.

„Hätte ein Schlafsack gereicht und ich fürchte Giles wird das ganz und gar nicht gefallen“, murmelte er und suchte in seinem Gepäck nach seinem Netz, um zum See zu gehen und wie versprochen das Frühstück zu fangen.

~*~

„Miss Liam braucht noch einen Moment, warten Sie bitte inzwischen hier“, wurde Groo angewiesen.

„Miss Liam? Dieser Pryce sagte auch Miss. Sollte sie… aber warum nennt sie sich Liam? Künstlername? Wohl kaum.“ Groo Peterson ging irritiert auf und ab und versuchte sich einen Reim darauf zu machen.

~*~

Angel drückte automatisch den Körper vor sich fester an seine Brust, seufzte wohlig und öffnete langsam die Augen. Orientierungslos schaute er sich um, bis ihm plötzlich einfiel wo er sich befand. Gerade, als er sich aufrichten wollte, drehte Spike sich herum, schmiegte sein Gesicht in die Brust des Größeren und legte seinen Arm um ihn, während er zufrieden grummelte. Angel lächelte bei dem Anblick. ‚Gott, sieht der Kleine morgens süß aus, wenn sein Haar so verstrubbelt unter dem Verband hervorlugt und er fühlt sich auch verdammt gut an. Sobald er aufwacht muss ich mit seine Wunden ansehen. Ich will nicht, dass sie sich entzünden. Skip wird sicher Salbe dabei haben. Skip? Skip! Oh, mein Gott!’

Hastig richtete Angel sich auf, verhedderte sich mit den Beinen im Schlafsack und versuchte sich panisch zu befreien.

„Verdammt Pet, was soll das?“ murmelte Spike, der durch Angels abrupte Bewegung unsanft von dessen Brust rutschte und ihn verschlafen ansah. Angel, gefangen von dem verschlafenen Blick des Blonden, vergaß den Touristenführer sofort, beugte er sich über Spike und küsste ihn sanft. „Guten Morgen, Kleiner.“

„Spike, nicht Kleiner“, murmelte dieser zurück und zog Angel an sich, um ihn zurückzuküssen.

„Ein eigenartigerer Name. Ich kann mir nicht vorstellen, dass deine Eltern ihn dir gaben, oder doch?“

„Nope, ich habe ihn mir selbst ausgesucht, als ich aus dem Internat kam, ist eine lange Geschichte. Wobei mir auffällt, wie kann ein Mann Angel heißen?“ Er richtete sich auf, neigte seinen Kopf leicht zur Seite und grinste den Dunkelhaarigen neugierig an und Angel verlor sich in diesen strahlen blauen Augen, daher brauchte er eine Weile, bevor er antwortete.

„Eigentlich heiße ich Angelus, aber meine Schwester nannte mich ihren Angel, da ich sie schon als Kind öfter aus irgendeinem Schlamassel holte, und es auch heute noch hin und wieder tun muss und so ist der Name hängen geblieben.“

„Unser Frühstück ist gesichert“, rief Skip und watete aus dem Wasser, das Netzt gefüllt mit Krebsen, worauf Angel und Spike sich erhoben und zu der Feuerstelle gingen, die Skip schon entfacht hatte und auf der frischer Kaffee brodelte.

~*~

„Verschollen? Wir müssen ihn suchen, sofort.“ Hektisch zerrte Cordelia Groo zu seinem Wagen.

„Ein Suchflugzeug ist schon unterwegs und ich habe auch alle Wüstenführer, die ich erreichen konnte alarmiert. Jeder wird nach Angel Ausschau halten, mach dir keine Sorgen“, versuchte der Hotelbesitzer Cordy zu beruhigen, doch sie fuhr ihn ungehalten an.

„Keine Sorgen? Wie sollte ich mir keine Sorgen machen? Rede doch nicht so einen Unsinn daher.“

„Du liebst ihn“, stellte Groo bedrückt fest und fühlte sich in seiner Vermutung bestätigt, dass die eiden ein Paar waren.

Cordy blieb stehen und schaute ihn verwundert an. „Natürlich liebe ich ihn. Er ist immer für mich da gewesen, egal was auch immer ich anstellte, er brachte es in Ordnung. Angel ist ein wunderbarer Mensch, einfühlsam, gerecht und hilfsbereit“, Groo sankt bei Cordys Lobrede immer mehr in sich zusammen, „und der beste Bruder, den man haben kann“, beendete sie ihre Aufführung und wollte ihn an der Hand weiterziehen, doch er blieb wie angewurzelt stehen, worauf sie ihn fragend anblickte.

„Bruder? Angel ist dein… Bruder?“

„Natürlich, was dachtest du den?“ Plötzlich erkannte sie, was er meinte. „Groo Peterson, was denkst du eigentlich von mir? Glaubst du ich wäre mit dir ins Bett gegangen, wenn ich einen anderen Mann an meiner Seite hätte?“ Als er sie schuldbewusst anschaute, stampfte sie wütend mit dem Fuß auf. „Du bist widerlich, ich werde Angel alleine suchen und verzichte auf deine Hilfe. Komm mir nie wieder unter die Augen.“ Zornig reckte sie ihr Kinn und schritt hoch erhobenen Hauptes davon, denn um keinen Preis der Welt würde sie es sich anmerken lassen, wie tief es sie getroffen hatte, von Groo als leichtfertiges Mädchen angesehen zu werden. Cordy hatte sich in den stattlichen Mann verliebt, er hätte der Eine sein können, aber sie schien genauso wenig Glück mit ihren Liebschaften zu haben, wie Angel. Als sie endlich in ihrem Zimmer ankam, warf sie sich aufs Bett und weinte herzzerreißend.

Kapitel 6 von silverbird

Skip hatte Spike und Angel mit schützender Wüstenkleidung ausgestattet, ihren Kopf schützten sie vor der heißen Sonne mit einem Chech, und so vermummt waren sie von den Tuareg, die diese Wüste bewohnten, nicht mehr zu unterscheiden.

Nun saßen die Drei auf den Kamelen, um ihre Reise fortzusetzen.

~*~

Ein paar Kilometer ritten sie noch zusammen, bis Skip sich von ihnen verabschiedete und seinen Weg nach Al Katrun fortzuführen.

~*~

„Tut dir dein Hintern weh?“ fragte Spike am späten Nachmittag amüsiert, da er  beobachtete wie Angel unruhig auf dem Sattel hin und her rutschte und immer wieder verhalten stöhnte. Sie waren schon den ganzen Tag unterwegs und der Dunkelhaarige konnte kaum noch sitzen.

Diese Reise war die reinste Qual für Angel und das vom ersten Tag an, wobei er am Meisten vermisste, nicht mehrmals täglich duschen zu können, wie er es gewohnt es gewohnt war, obwohl er verwundert feststellte, überhaupt nicht zu schwitzen. Doch noch mehr als alles andere fehlte ihm Spikes Körper auf dem Seinen. Das beunruhigte ihn sehr, denn er konnte an so gut wie nichts anderes mehr denken, als an die warmen Lippen des Blonden, die forschende Zunge in seinem Mund, den sehnigen Körper, der sich an ihn presste, und an seine verdammte Dauererektion, die ihn wesentlich mehr schmerzte, als sein Hinterteil.

„Angel?“

„Was?“ Irritiert aus seinen Gedanken gerissen, blickte er in die belustigten blauen Augen Spikes und versuchte sich zu erinnern, was dieser gesagt hatte, riss sich letztendlich von dem intensiven Blick los, der ihm ein Prickeln durch den Körper jagte, und antwortete frustriert. „Ich bin das Reiten nicht gewohnt, erst recht nicht auf so einem Tier, aber der  Seegang ist schlimmer. Jetzt weiß ich wo der Ausdruck Wüstenschiff herkommt. Wie weit ist es noch?“

„Weil ich nicht will, dass du ernsthaft beschädigt wirst, werden wir bei diesen Felsen dort vorne unser Lager aufschlagen, Wasser gibt es da auch, nur zum Baden reicht es nicht, aber man kann sich ordentlich waschen.“

„Du sorgst dich um mich“, stellte Angel befriedigt fest, während er wiederholt versuchte eine andere Sitzposition zu finden, was kläglich misslang.

Spikes Grinsen war unter dem Chech nicht auszunehmen. „Nein um mich, Rupert macht mich fertig, wenn du nicht in einem Stück bei ihm ankommst.“

„Deshalb also.“ Angels enttäuschter Ton war Spike nicht entgangen.

‚Hab dich’, dachte er, unterdrückte ein Kichern und sagte laut. „Aber sicher, aber zuvor werde ich mich um dein wundes Hinterteil kümmern.“

„Oh, wirst du?“

„Japp.“

„Und du denkst, ich erlaube es dir?“

„Du kannst es kaum erwarten, Pet.“

Spike lachte selbstsicher und trieb sein Kamel an, damit sie die Felsen schneller erreichten, und Angel versuchte mitzuhalten. Teilweise verärgert, da der Blonde ihn durchschaut hatte, beschloss er jedoch, sollten sie da wieder fortfahren, wo sie unterbrochen wurden, weil Skip aufgetaucht war, die Führung zu übernehmen, so wie er es nach Penn immer gehalten hatte. Der Kleine sollte von Anfang an wissen, dass Angel keine Dominanz duldete, selbst die wenigen Tage nicht, die sie zusammen verbringen würden, bevor er nach LA zurückkehrte.

~*~

„Cordelia, bitte mach auf“, rief Groo und klopfte laut an die Tür, „ich habe etwas herumtelefoniert und einiges erfahren wegen Angel.“

Die junge Frau öffnete die Tür, verschränkte die Arme und blickte den Hotelbesitzer hochmütig an. „Bilde dir nicht ein, dass ich dir verzeihe“, meinte sie wütend. Ich rede jetzt nur mit dir, weil es um Angel geht, also, was hast du erfahren?“

„Sie haben den Wagen gefunden, Getriebeschaden, im Wadi Mathendous, aber von den Beiden keine Spur, es tut mir Leid, Cordelia, es sieht nicht gut aus. Ich verstehe allerdings nicht wieso Spike die Wasserkanister nicht mitgenommen hat, und ohne Wasser? Drei Liter ist das Mindeste, was man täglich trinken muss, ich denke…“

„Hör auf zu denken, besorg mir lieber ein Flugzeug. Ich will zu diesem Giles und ihm gehörig in den Hintern treten, für den Idioten, den er geschickt hat, um Angel zu ihm zu bringen. Und, ich will, dass der Pilot die Strecke abfliegt, die sie genommen haben müssen. Sag mir nicht, die Anderen haben schon gesucht, das ist mir egal. Wenn du mir wirklich helfen willst, dann organisiere das für mich“, forderte sie den Hotelbesitzer auf, der sie perplex ansah.

„Es ist… heute geht es aber nicht mehr, es wird bald dunkel, wir können nichts sehen.“

„Dann gleich morgen, wenn die Sonne aufgeht. Bitte, ich will gar nicht daran denken, dass Angel etwas passiert ist.“ Tränen der Angst und Verzweiflung liefen der jungen Frau über die Wangen und Groo wollte sie tröstend in den Arm nehmen, doch sie stieß ihn ungehalten von sich. „Nein, ich will das nicht, du hast mich benutzt und…“

„Um Himmels willen nein, bitte Cordy, denk das nicht von mir. Du hast mich in deinen Bann gezogen, vom ersten Augenblick an. Ich… ich… habe mich in dich verliebt.“ Die letzten Worte flüsterte Groo nur, doch Cordelia hörte sie genau.

„So? Hast du?“ Ein feines Lächeln stahl sich auf ihr Gesicht.

Der junge Mann nickte. „Und als wir dann in deinem Zimmer… und am nächsten Tag, nachdem ich realisierte was ich getan hatte… was wir… und… und… auf einmal ist mir Angel eingefallen, ich bin in die Lobby gerannt, hab nachgesehen und… ihr hattet den gleichen Nachnamen, da dachte ich… Gott, ich bin so ein Idiot.“

„Ja, das bist du, schließlich hättest du mich fragen können, doch stattdessen hältst du mich für eine Frau, die mit jedem ins Bett steigt. Das ist so erniedrigend, ich finde kaum die passenden Worte für dein Verhalten. 

Beschämt senkte Groo den Kopf. „Ich weiß und es tut mir so leid. Ich konnte nicht mehr klar denken, du hast mich völlig verzaubert. Gib mir bitte noch eine Chance alles wieder gutzumachen, du wirst es nicht bereuen.“

~*~

„Langsam mein Großer, erst müssen die Tiere versorgt werden“, gluckste Spike, als Angel ihn ungestüm, kaum dass sie den Kamelen entstiegen waren, zu sich drehte, um ihn zu küssen. „Ich muss auch versorgt werden, dringend“, murmelte er fordernd.

„Geduld ist nicht gerade deine Stärke, was?“

„Ich war geduldig, lange genug, zu lange“, murmelte Angel und eroberte erneut Spikes Mund, der es willig geschehen ließ. Doch als der Dunkelhaarige seine Hände benutzte, um die Kleider des Blonden zu entfernen, stoppte dieser ihn.

„Genug Liebes. Erst die Tiere, sie sind unsere Lebensversicherung. Aber du kannst schon mal die Schlafsäcke ausbreiten und dich ausziehen, damit ich dich pflegen kann.“

Angel kam der Aufforderung murrend nach. Der Kleine hatte Recht und je eher sie alles erledigt hatten, desto schneller konnten sie sich einander widmen. Als ihm klar wurde, was das genau bedeutete, zerrte er eifrig die Schlafsäcke von einem der Kamele und trug sie zu der schützenden Felswand nahe der kleinen Wasserstelle, breitete sie nebeneinander aus und entledigte sich in Windeseile seiner Kleider, um bald darauf nackt  auf einem der Schlafgelegenheiten auf seinen Pfleger zu warten.

Der kam wenig später gemächlich auf ihn zu, eine Wasserflasche in der Hand. „Trink sie mindestens zur Hälfte aus.“ Angel hob ungehalten den Kopf. „Was soll das alles. Erst diese verdammten Kamele, jetzt soll ich trinken.“ Angel deckte den Schlafsack über seinen nackten Körper, verärgert dass er anscheinend alles falsch verstanden hatte und  der Blonde sich mit ihm nur einen Spaß erlaubte, indem er mit ihm flirtete, sich küssen ließ, sich an ihm rieb und so weiter. ‚Ich gefalle ihm nicht, jetzt wo er mich nackt gesehen hat, will  er mich nicht mehr. In Osbournes Haus hat er gesagt ich soll meinen Bauch einziehen. Ich bin ihm zu dick, aber ich bin nicht dick, er ist dünn, hager könnte man fast sagen, doch jetzt ist Schluss mit den Spielchen, da mach ich nicht mehr mit.’ Demonstrativ rollte er sich in den Schlafsack und schloss die Augen.

„Blödmann, hör auf dich wie eine Diva zu benehmen“, herrschte Spike Angel ungehalten an. „In der Wüste ist man oft der Meinung nicht viel trinken zu müssen, da die Luft trocken, und daher das Durstgefühl nicht stark ist, aber es ist wichtig. Also komm schon Pet, wenigstens die halbe Flasche.“

Verunsichert tat Angel wie ihm geheißen und  gab wenig später die halbvolle Flasche an Spike zurück. „Du trinkst nicht?“ fragte Angel, als Spike sich niederkniete und die Flasche weiter in der Hand behielt. „Leg dich zurück, und stillhalten. Ich habe meine eigene Methode Wasser aufzunehmen.“ Befahl er und entfernte den Stoff von Angels Oberkörper, als dieser murrend seinen Anweisungen folgte und verkrampft wartete was nun geschehen würde.

Spike zog seine Chaballa aus und entfernte den Turban, während er ein kleines Rinnsal des Wassers auf Angels Brust fließen ließ, bevor er sich hinunterbeugte und es mit der Zunge vorsichtig abschleckte, worauf Angel erregt aufkeuchte.

„Hmm… viel besser als aus der Flasche“, säuselte der Blonde und wiederholte die Prozedur an Angels Schlüsselbeinen, die er ausgiebig küsste und leckte, bevor er sich Angels Brust widmete und ihm die gleiche Aufmerksamkeit schenkte, auch hier seinen Mund und seine Zunge einsetzte, während seine Hände jede erreichbare Stelle erforschten. 

Der junge Architekt keuchte unkontrolliert vor Erregung. Noch niemals zuvor hatte ihm jemand so viel Aufmerksamkeit geschenkt, sein ganzer Körper war in Aufruhr, heiße und kalte Schauer überfluteten ihn, er krallte seine Hände in den weichen Sand und schob seinen Becken auffordernd diesem wunderbaren Mund entgegen, welcher die Wassertröpfchen von seinem Körper saugte.

Spike hatte sich inzwischen etwas mühevoll all seiner Kleider entledigt und einen Tiegel, den er aus der Tasche nahm, neben sich gestellt, um seine Hände rasch wieder auf Angels Körper zu legen, denn zu gut fühlte sich die zarte Haut unter seinen Fingerspitzen an, als den Kontakt für länger als 2 Sekunden zu unterbrechen. Der Blonde ignorierte jedoch die verlangende Bewegung von Angels Becken und widmete sich stattdessen seinen langen Beinen, was ihm ein frustriertes Knurren Angels einbrachte, wie er amüsiert registrierte. Nicht im Mindesten davon beeindruckt, fuhr er fort, die festen Muskeln zu streicheln, bis er an den Knöcheln angelangt war und von dort seine Lippen wieder nach oben führte, den empfindlichen Kniekehlen besondere Aufmerksamkeit widmete und dem erregten Stöhnen Angels lauschte, welches Spike fast in den Wahnsinn trieb und ihn dazu anspornte, sich noch mehr zu bemühen, mit dem Vorsatz, das Spiel so lange zu treiben, bis Angel ihn um Erlösung anflehte.

Als der Blonde bemerkte, dass Angel seine Hand ungeduldig auf seinen steifen Schaft zugbewegte, hörte auf Angels Körper zu verwöhnen und befahl grinsend: „Lass die Hände wo sie sind.“

Ertappt zuckte der Dunkelhaarige zusammen. „Was? Ich…wollte..“

„Selbst Hand anlegen? Du möchtest also, dass ich aufhöre auf diese Weise mein Wasser zu trinken?“ Fragend hob der Blonde eine seiner Augenbrauen.

„Ja, ich meine… nein, ich…“

„Ich habe aber noch Durst“, verkündete Spike leise, mit sinnlicher Stimme, warf ihm einen verführerischen Blick zu und strich Angel hauchzart über seine Schenkel.

Mehr brauchte es nicht, und Angel legte gehorsam seine Hände seitlich auf den Schlafsack, blickte Spike flehend an und leckte sich unbewusst über die Lippen. Spike keuchte auf bei diesem Blick, der ihm zugeworfen wurde. Schokobraune Augen trafen auf tiefblaue, in denen sich dasselbe Verlangen widerspiegelte, das auch Spike empfand. Ihre bebenden Lippen prallten stürmisch aufeinander, Zungen kämpften den ewigen Kampf um die Vorherrschaft, während ihre Hände fiebrig über ihre Körper tanzten, bis sie ihre Münder lösten, da ihre brennenden Lungen dringend Luft benötigte. Wieder begegnete sich ihr Blick, wieder trafen sich ihre Lippen, bis Spike den Kuss beendete, seine Zunge über Angels Hals führte, tiefer wanderte, um letztendlich die vor Erregung verhärtete Brustwarze in seinen Mund zu saugen, daran zu knabbern und mit der kleinen Wölbung zu spielen. Angel Hände griffen in die Haare des Blonden und versuchte ihn weiter nach unten zu schieben, damit sich dieser seinem Penis widmete, der stolz emporragte. Spike ließ es willig geschehen, selbst begierig darauf die ersten Lusttropfen auf seiner Zunge zu schmecken, welche auf Angels Schwanzspitze glitzerten. Seine Zungenspitze schnellte hervor und nahm die Tropfen auf, worauf Angel sich ihm entgegenbäumte und einen lustvollen Laut ausstieß. Spike nahm das aus Aufforderung und leckte die ganze Länge des Schaftes entlang, seine Hand umfasste den weichen Hoden und rollte ihn vorsichtig, während sein Mund den Peniskopf aufnahm und er genüsslich daran saugte, bevor er seinen Kopf auf und ab bewegte und dadurch Angel ein tiefes Stöhnen entlockte und dieser Spike sein Becken entgegendrückte, damit er sich schneller bewegte, was dieser dann auch tat.

Immer schneller bewegte sich der blonde Mann und Angel hob den Kopf, beobachtete mit verschleiertem Blick wie dieser heiße feuchte Mund ihn verwöhnte und atmete abgehackt, als sich das Feuer in ihm ausbreitete, den herannahenden Orgasmus ankündigend.

Auch Spike bemerkte, dass der Dunkelhaarige bald soweit war und entließ dessen pralles Glied aus seinem Mund. Der Blonde war nicht bereit Angel jetzt schon kommen zu lassen, zu faszinierend war das Spiel mit dessen Körper. 

„Nein, bitte… Spike…“ Zufrieden erkannte der Blonde das Verzweifeln in Angels Stimme, strich ihm beruhigend über seine empfindlichen Flanken und robbte an dessen Körper hoch, um Angel hingebungsvoll zu küssen, während seine Hände unablässig über Angels Körper fuhren. Völlig gefangen von der Flut der Gefühle, die Spike in ihm auslöste, schlang der Dunkelhaarige seine Arme um den Blonden, glitt mit seinen Fingerspitzen über dessen Rücken, ertastete die zarte Haut und die harten Muskeln und hatte nur den Wunsch sich mit ihm zu vereinigen, daher wand und rieb er sich an dessen Körper, dem Drang folgend, ihm noch näher zu sein.

Spike schloss überwältigt die Augen und versuchte sich in den Griff zu kriegen, doch sein Verlangen, Angel ganz zu erobern, war zu groß, daher rollte er sich von dessen Torso und hauchte ihm ins Ohr. „Dreh dich um, mein Hübscher, du bist noch nicht so versorgt wie du es brauchst.“

Konfus runzelte Angel die Stirn. ‚Was sollte das jetzt? Ist der Blonde verrückt? Erst macht er mich mit seinem wundervollen Mund fast wahnsinnig egal wo diese Lippen mich berühren, okay nicht ganz egal, aber  jetzt will er zur Tagesordnung übergehen und mein wundes Hinterteil versorgen, das mir überhaupt nicht mehr weh tut, zumindest kaum. Das lasse ich mir auf keinen Fall bieten’, dachte Angel wütend und um das kundzutun richtete er sich verärgert auf. „Was bildest du dir eigentlich ein, glaubst du ich…“

„Und wenn ich dich darum bitte, Angel Liam?“ widersprach Spike mit dunkler, sinnlicher Stimme und Angel war verloren, willenlos bei dem Blick in diese ozeanblauen Augen und ohne Erwiderung folgte er der Bitte und präsentierte sich bäuchlings dem Blonden. Der grinste über die Reaktion des Architekten, genoss die Macht, die er über ihn hatte, und  griff er nach der Dose Heilsalbe, welche Skip vorsorglich in eine ihrer Satteltaschen verpackt hatte, und die Spike unbemerkt von Angel in den Sand neben sich gestellt hatte, als er sich gleich zu Anfang vor ihm niederkniete.

Spike bebte vor Erwartung, sein Penis ragte schon schmerzhaft auf und Lusttropfen glitzerten darauf. Er konnte sich kaum noch beherrschen, dennoch nahm er sich zurück, er wusste nicht genau warum, aber Angel war etwas besonderes, jemand, für den er wollte, dass es ein besonderes Erlebnis wurde und instinktiv war ihm klar, dass auch auf ihn selbst etwas Einmaliges zukam.

Daher beugte er sich noch einmal über Angel um begierig seinen Mund zu erobern. Wieder begann ein erregendes Zungenspiel, beide stöhnen in den Mund des jeweils anderen, die Luft knisterte vor Spannung, doch plötzlich brach Spike den Kuss und keuchte ein „Bloody hell“, griff zur Wasserflasche und schüttete sich die Flüssigkeit über den Kopf, um sich schnellstens abzukühlen, den fast wäre er gekommen ohne von Angel überhaupt intim berührt worden zu sein. So etwas war ihm noch nie passiert und er schüttelte energisch den Kopf, um sich in den Griff zu kriegen. Angel bemerkte es amüsiert, als er die ganze Szene beobachtete, indem er seinen Kopf zu Spike wandte. ‚Der Kleine ist doch nicht so cool wie er tut“, dachte er grinsend, doch seine Gesichtszüge erstarrten, als Spike die kühle Creme auf seinem Hintern verteilte und sorgfältig einmassierte, mit seinen Fingern auch zwischen die Pobacken fuhr und den zarten Eingang stimulierte, worauf Angel sich sofort verspannte.

 Er hatte es nie sonderlich gemocht, wenn ein anderer die Führung übernahm, auch genoss er es bisher nicht besonders, genommen zu werden, weil kein besonderes Gefühl in ihm dabei aufkam, aber als Spike Küsse auf seinem Rücken verteilte und geduldig weitermachte, lockerte Angel seine Muskeln und Spike konnte mühelos mit einem Finger eindringen, bald mit einem zweiten den engen Muskelring dehnen und Angel begann es zu genießen.

Spike zitterte vor Anspannung, er war mit seiner Selbstbeherrschung am Ende und so zog er seine Finger zurück, tat reichlich Creme auf seinen Penis und verteilte sie rasch, bevor er vorsichtig in Angel ein kleines Stück eindrang, um sich langsam ganz zu versenken und lustvoll aufzustöhnen. „Gott, du bist so heiß Peaches, so eng“, knurrte er überwältigt, fasste Angels Hüfen und zog ihn höher, begann sich langsam zu bewegen und als er dann die kleine Erhöhung in Angel auf seinem Peniskopf fühlte, stieß er nach vorne.

„Spike!“ Keuchte Angel und riss die Augen auf. ‚Penn hatte sich niemals bemüht diesen Punkt in mir zu treffen, aber dieser Mann…’ Gott, er tat es immer wieder und sensationelle Stromstöße durchfluteten Angels Körper, er wollte mehr davon und die Langsamkeit, mit der sich der Blonde bewegte, machte ihn fast verrückt. „Spike… bitte…“ Angel fasste seine eigne Erektion, begann sie frenetisch zu reiben und stemmte sich Spikes Bewegungen entgegen, der sich augenblicklich schneller bewegte, mit der einer Hand Angels Hüfte festhielt und die andere über Angels legte, um das feste Fleisch synchron zu seinen Stoßbewegungen zu bearbeiten. Spikes Stöhnen ging in ein Keuchen über, die Penetration in dem engen Kanal ließ ihm fast die Sinne schwinden, eine feine Schweißschicht bedeckte seinen Körper, immer schneller bewegte er sich, fühlte wie sich seine Hoden zusammenzogen und wusste, er würde nicht mehr lange durchhalten und er keuchte Angels ins Ohr. „Komm mit mir.“

Kaum hatte dieser die Worte vernommen, zuckten seine inneren Muskeln um Spikes Schwanz und Beide schrieen in Ekstase, als sie ihr Höhepunkt überrollte.

„Jetzt bist du versorgt“, grinste der Blonde und schmiegte sich eng an Angel.

Angel hatte seinen Kopf auf Spikes Bauch gebettet und dieser spielte mit seien Haaren.

Befriedigt und erschöpft hingen sie ihren Gedanken nach, während der Wüstenwind ihre erhitzten Körper kühlten.


(Pic von spikeschild)

‚Daran könnte ich mich gewöhnen’, dachte Spike zufrieden. Es fühlte sich wunderbar an Angel zu kraulen, ihn hier liegen zu haben, nicht alleine zu sein. ‚Ich wusste das mit Angel ist es etwas besonderes, kein „nur“ poppen, es war mehr als das. Ich denke ich werde ihn behalten. Peaches ist großartig, bis auf die paar kleinen Macken, aber damit kann ich leben.’

Angel dachte darüber nach was passiert war, während er mit geschlossenen Augen dalag und es genoss, wie seine sonst korrekten Haare von dem Blonden durcheinander gebracht wurden. Amüsiert stellte er fest, dass es ihn nicht störte, im Gegenteil, es fühlte sich gut an. Der Blonde war nervig, unberechenbar und hatte ihn benutzt, indem er einfach über ihn bestimmte, sich nahm was er wollte und erstaunlicher Weise fühlte sich Angel behütet und beschützt wie niemals zuvor. Angel dachte über das Wort benutzt nach und stellte fest, dass es in diesem Fall nicht zutreffend war. Spike hatte ihm genauso viel gegeben, wie er sich selbst nahm, mehr eigentlich, denn er hatte ihn verwöhnt in jeder erdenklichen Weise, das konnte man auf keinen Fall benutzt nennen, eher den starken Partner, den Angel sich immer gewünscht hatte. ‚Aber er ist nicht mein Partner oder Gefährte und das ist gut so, denn ich muss ihn nur ansehen, um zu wissen, dass er niemals treu sein kann. So wie er aussieht, er ist zu perfekt, das Gesicht und  diese Augen, von dem Körper ganz zu schweigen. Die Kerle sind mit Sicherheit verrückt nach ihm und bei dem Ego, das Spike hat, ist er sicher empfänglich dafür. Das könnte ich nicht noch mal ertragen. Niemals wieder.’

Kapitel 7 von silverbird

Cordelia suchte mit ihren Augen die Landschaft unter sich ab. "Nichts, nur zwei  Einheimische auf ihren Kamelen", murmelte sie niedergeschlagen und beobachtete wie die beiden Reiter aus ihrem Blickwinkel verschwanden, da das Flugzeug eine Schleife drehte und sie die Stadt Gath vor sich sehen konnten.

Groo versuchte Cordy zu beruhigen. "Wir landen in ca. 10 Minuten auf Mr. Giles’ Privatflughafen, vielleicht sind Angel und Spike ja schon anwesend und du sorgst dich unnötig."

"Das denke ich nicht, denn Angel hätte mich bestimmt angerufen, wenn es so wäre. Schließlich kann er sich denken, dass ich mir Sorgen mache."

"Erstens weiß er nicht, dass wir ihn vermissen und zweitens ist es hier nicht immer leicht zu telefonieren. Warten wir erst einmal ab."

Cordelia nickte nur, schnallte sich an, als der Pilot sie darum bat, und wenig später landeten sie auf dem Anwesen Rupert Giles’.

~*~

"Kurz vor Dunkelheit werden wir in Gath eintreffen“, bemerkte Spike und lenkte das Kamel zu ein paar Büschen, die ausreichend Schatten spendeten. "Wir machen jetzt Rast, bis die größte Hitze vorbei ist, und heute Abend sitzen wir mit einem kühlen Bier bei Rupert."

Angel nickte zustimmend und zwang sein Kamel in die Knie, wie Spike es ihm gezeigt hatte, um absteigen zu können. Ihm gefiel es in der Wüste immer besser, der Wechsel der Landschaft, die Farben des Sandes, welche Schattierungen von hellem Weiß bis zu dunklem Orange aufwiesen, lösten in ihm einen unwiderstehlichen Drang aus zu malen und die Bilder, die sich in seinem Kopf bildeten, auf Papier festzuhalten.

Besonders jenes, welches immer genauere Formen annahm. Spike im roten Sand, nackt, und der Architekt stöhnte verhalten bei dieser Vorstellung.

"Es ist zu heiß, Pet", lachte Spike wissend und schaute den Dunkelhaarigen an.

Angel war froh über den Chech, sodass man nicht erkennen konnte wie sich sein Gesicht rot färbte. "Was? Nein oder ja, heiß…" 'Spike ist unmöglich in seiner Direktheit, in L.A würde er mich von einer Peinlichkeit in die andere befördern. Gut, dass sich unsere Wege bald trennen', dachte Angel und ignorierte das Ziehen in seinem Herzen, welches sich dabei einschlich.

"Ich habe gerade über das Ferienprojekt nachgedacht", sagte er schnell, um von seinen Gedanken abzulenken, denn obwohl er sich bemühte, konnte er die Bilder von einem nackten Spike, der sich ihm willig ergab, nicht vertreiben und so wurde es in seiner Hose immer enger.

"Zeig mir was du dir vorgestellt hast", forderte der Blonde ihn auf, brach einen Zweig von einem der Büsche und reichte ihn Angel. Dieser war zwar verwundert, dass ein Abenteurer wie Spike Interesse an seiner Arbeit hatte, kam der Aufforderung jedoch nach, skizzierte  die von ihm erdachte Ferienanlage und bemerkte dazu:

"Ein Hauptgebäude mit Speisesaal, Aufenthaltsräume für Poolbillard oder ähnliches mit einem Swimmingpool davor, überdachte Sonnenliegen und so weiter. Das Haupthaus von kleinen Bungalows umgeben. Wie man es anlegt, hängt von dem Geologischen Gutachten ab, wie mein Statiker meinte."

"Das ist kein Problem. Der Untergrund ist bestens geeignet und du hast die Gebäude ebenerdig geplant wie ich sehen kann", entgegnete Spike und blickte interessiert auf die Zeichnung im Sand. 'Luv versteht was davon, das ist offensichtlich.'

'Was versteht Spike von Geologie? Wahrscheinlich hat Mr. Giles davon gesprochen, sie scheinen ja gut miteinander bekannt zu sein', kam es Angel in den Sinn und er erläuterte seine Pläne genauer, da Spikes Interesse ernsthaft zu sein schien, da er interessiert Fragen stellte.

"Das Problem allerdings ist, dass zu unseren anderen Sachen auch die Pläne gestohlen wurden und es gibt einen Konkurrenten, der sein Angebot sicher termingerecht abgegeben hat, also war alles umsonst. Der Auftrag wäre sehr wichtig für uns gewesen, denn auch wenn meine Firma gut läuft, außerhalb von Amerika bekannt zu werden ist ein großer Sprung in unserer Branche."

"Noch ist nichts verloren, oder entschieden. Du hast sicher Kopien von deinen Plänen, die dein Büro herfaxen kann. Rede mit Rupert und erkläre ihm alles. Er ist zwar ein verschrobener Engländer, aber verständnisvoller als es den Anschein hat und ich bin auch noch da, um deine Aussage zu bestätigen. Aber nun wird es Zeit, wir sollten weiter, doch zuerst..." Spike blickte Angel tief in die Augen, nahm ihm den Ast weg und zog ihn an sich, um ihn hingebensvoll zu küssen. Dieser reagierte sofort, schlang seine Arme um den Blonden und öffnete seinen Mund, um Spikes Zunge freudig zu begrüßen.

Erst Mangel an Luft brachte die Beiden dazu, ihren Kuss abzubrechen und Angel knurrte widerwillig.

"Ich weiß Pet, geht mir genauso und nichts geht über poppen im warmen weichen Sand, aber ein Bett ist auch nicht schlecht, vor allem meines, es hat genau die richtige Größe für uns, das Badezimmer nicht zu vergessen, nach dem du dich mit Sicherheit sehnst. Dazu kommt, dass Rupert mich ungespitzt in den Boden stampft, wenn wir erst morgen ankommen. Obwohl mich sein Gemotzte nicht wirklich kümmert", lachte Spike fröhlich.

"Du bist ziemlich... direkt", murmelte Angel verlegen und erhob sich rasch. 

"Und du stehst drauf, das wette ich", antwortete der Blonde unbekümmert mit einem Augenzwinkern und stieg auf sein Kamel, gefolgt von Angel, der ebenfalls in den Sattel seines Tieres kletterte.

~*~

"Nun beruhigen Sie sich, meine Liebe. Spike findet immer einen Ausweg, ganz egal was passiert. Glauben Sie mir", redete Rupert Giles auf Cordelia ein, die vor sich hinschimpfend im großen Wohnraum hin- und herlief.

"Wollen Sie mir ernsthaft einreden, dass ein Mann, der sich S p i k e nennt, vertrauenswürdig ist? Das ist absurd und sollte ich ihn jemals in die Finger kriegen, dann Gnade ihm Gott", rief Cordelia wütend. Gerade als sie mit ihrer Schimpf-Tirade fortfahren wollte, betrat der Butler den Raum. "Der Tee Mr. Giles und Prof. Walsh ist eingetroffen."

"Danke Ethan. Führen Sie die Dame ins Arbeitszimmer bitte."

Giles nickte seinem Butler zu. Ethan Rayne war schon in England sein Butler gewesen und als er sich nach dem Tod seiner Frau entschloss nach Lybien auszuwandern, begleitete ihn diese treue Seele, wofür er ihm heute noch dankbar war.

Auf Ryne war Verlass und sie beredeten so gut wie alles miteinander, er war mehr Freund als Butler, legte aber großen Wert auf seinen Status und führte das Personal nach althergebrachten Regeln. Rupert legte großen Wert auf Ethans Rat, besonders im Bezug auf Spike. Der Junge war in seiner Eigenart oft schwierig und Giles hatte so manches Mal Mühe

ihn zu verstehen. Giles hatte jedoch erkannt, dass Spike anders war, als er sich gab. Sein ruppiges Verhalten überdeckte einen gefühlvollen, sensiblen Menschen, der auf der Suche nach Liebe war, die ihm das Schicksal bisher verwehrte und Rupert hoffte, dass der junge Mann fündig wurde, denn er gönnte es ihm vom Herzen. Obwohl sie sich des –fteren in den Haaren lagen, hatte Giles erkannt, wie klug Spike war, aber auch wie verletzlich.

Doch wenn Spike ein bestimmtes Ziel vor Augen hatte, verfolgte er es stur und wenn er auf geraden Weg nicht erreichte, was er wollte, scheute er auch keine Umwege, wenn es nötig sein sollte, um sein Ziel zu erreichen. Dies bewunderte Rupert, auch die Flexibilität, mit der Spike sich den gegebenen Situationen anpassen konnte.

Als ihm bewusst wurde, dass seine Gedanken abschweift waren, nahm er seine Brille ab und putzte sie mit dem Taschentuch, das er seiner Hosentasche entnahm. "Sie entschuldigen mich bitte einen Moment, eine geschäftliche Besprechung. Rayne wird sich um Sie kümmern", sagte er zu Cordelia und Groo bevor er den Raum verließ.

~*~

"Gath“, bemerkte Spike, als sie das Eingangstor der Stadt vor sich sahen, „wir haben es geschafft."

„Dusche, Bett, Bier. Die Reihenfolge ist mir egal. Okay, nicht wirklich egal. Aber weil du es bist, darfst du aussuchen. Ich wette du wählst die Dusche zuerst, obwohl ich deine erste Priorität sein sollte, aber ich will mal nicht so sein", grinste Spike Angel unverhohlen an.

"Gut, wenn ich die Wahl habe, dann nehme ich ein einkühles Blondes", ging Angel auf Spikes Geplänkel ein. Dem Dunkelhaarigen machte es mittlerweile Spaß lockere Konversation zu treiben und nicht so wie in LA auf jedes Wort achten zu müssen, um nicht falsch verstanden zu werden. 

"Also doch mich. ich wusste es", entgegnete Spike selbstgefällig.

"Nein, eines zum trinken."

"Eben, kann ich alles anbieten."

Nun kam Angel doch ins Stottern. "Oh, das... könnte mich schon... ist das nicht der Wagen der Männer, die uns überfallen haben?" stellte Angel überrascht fest, als sie die Hauptstraße passierten und er den Wagen vor einem Lokal erblickte, mit dem Riley und seine Freunde vor ein paar Tagen in der Wüste bei ihnen aufgetaucht war.

"Und ob er das ist. Finn hat wohl nicht damit gerechnet, dass wir jemals in Gath auftauchen. Wie gut bist du mit deinen Fäusten? Okay, blöde Frage, sorry. Körperkontakt ist wohl nichts für dich, zumindest nicht in dieser Form, kommst ja aus der noblen Stadt. Warte besser draußen, ich knöpfe mir Riley und seine Spießgesellen vor", entschlossen brachte Spike sein Kamel dazu niederzuknien und sprang vom Sattel.

"Du solltest mich nicht unterschätzen, Kleiner, ich komme mit, schließlich habe ich auch noch eine Rechnung offen."

Verwundert bemerkte Spike den grimmigen Ton in Angels Stimme und blickte ihn erstaunt an.

"Tja", meinte dieser, während er neben den Blonden trat. "Wie sagst du immer? Du hast keine Ahnung, Pet." Schmunzelnd über den perplexen Ausdruck in Spikes Augen, ging er voran und betrat das Lokal.

~*~

„Mrs. Walsh, schön, dass Sie den Termin einhalten konnten. Sie haben Ihre Unterlagen also noch rechzeitig erhalten?"

"Ja Mr. Giles, mein Angestellter hat sie mir gestern Abend gebracht." Die Frau rollte die Pläne auf und Giles beugte sich darüber.

"Wie Sie sehen, dachte ich an ein Haupthaus, in dem sich er Speisesaal und Aufenthaltsräume befinden, ebenso ein Swimmingpool und Bungalows, die um das Haupthaus gruppiert sind. Alle Gebäude sind so konzipiert, dass sie sich gut in die Landschaft einfügen", erklärte Maggie Walsh, während sie auf die verschiedenen Punkte des Plans deutete. „Natürlich kann ich die Pläne noch nach Ihren Wünschen überarbeiten, sollten Sie Änderungen wollen“, hängte sie noch geflissentlich hinten an.

"Ich denke nicht, denn genauso habe ich mir das vorgestellt. Das zweite Angebot ist zwar noch ausständig, und ich möchte fairer Weise darauf noch warten, was Sie sicher verstehen werden. Nebenbei möchte ich jedoch bemerken, dass mir Ihre Pläne außerordentlich gefallen und ich könnte mir vorstellen Ihnen den Zuschlag für das Projekt zu erteilen.“

Die Beiden besprachen noch verschiedene Einzelheiten, wobei die Frau sich Notizen machte und sich nach einer Stunde verabschiedete, mit der Option am nächsten Tag wieder vorzusprechen, um den Vorvertrag zu unterzeichnen, welchen Giles Anwalt vorbereitet hatte.

Mit einem selbstgefälligen Lächeln stieg Maggie Walsh in dem Mietwagen. Dieser Auftrag war ihr sicher, denn ihr Bauleiter Riley Finn hatte seine Sache gut gemacht. Der Architekt Liam war keine Konkurrenz mehr, denn mit ziemlicher Sicherheit lag er schon irgendwo im Wüstensand und verdorrte.

Als Riley ihr Angel Liams Koffer mit den Plänen übergab und sie darin Einsicht nahm, musste sie neidvoll feststellen, dass seine Vorstellungen der Ferienanlage wesentlich besser als ihre eigenen waren, daher hatte sie die Papiere kurzerhand umsigniert und als ihre eigenen ausgegeben. Wie sich soeben bei dem Gespräch mit Mr. Giles herausgestellt hatte, war das ein kluger Schachzug von ihr gewesen, denn mit diesem Auftrag würde sie ihr Architekturbüro aus den roten Zahlen holen können. Die Schulden wuchsen ihr über den Kopf und die Forderungen der Gläubiger häuften sich. Doch ab morgen würden ihre finanziellen Probleme der Vergangenheit angehören, endlich.

Kapitel 8 von silverbird

„Riley Finn!“ rief Spike, streifte seinen Chech und die Chaballa ab und stürmte auf den großen Mann zu, der an der Theke stand und sich erstaunt umdrehte, als er seinen Namen hörte. Noch bevor er reagieren konnte, war Spike bei ihm und schlug ihm seine Faust in den Magen, worauf  Riley zusammenklappte und mit dem Gesicht direkt auf das hochgezogene Knie Spikes krachte. Durch den Überraschungseffekt überrumpelt, brach Finn stöhnend  unter den gnadenlosen Schlägen des Blonden zusammen, der ihm nicht die geringste Chance zur Gehgewehr gab. Finns Ledermantel war ihm über seine Schultern gerutscht und er versuchte sich ungeschickt hochzustemmen. Als ihm dies nicht sofort gelang, zog er seine Beine an und trat gegen Spikes, womit er ihn zum Sturz brachte.

„William?“ fragte Riley erstaunt als Spike neben ihm zu liegen kam.

„Richtig, und diesmal bin ich der Stärkere“, knurrte der Blonde grimmig.

Rileys Kumpanen wollten ihm zur Hilfe eilen, wurden aber von Angel gestoppt. „Na, na, wer wird sich denn einmischen? Die beiden Herren sind beschäftigt, wie ihr sehen könnt. Aber ihr könnt gern mit mir vorlieb nehmen, wenn euch danach ist, ich stehe zur Verfügung“, bemerkte der Architekt spottend und verschränkte die Arme vor seiner Brust.

Die beiden Männer dachten zu zweit im Vorteil zu sein und gingen grinsend auf Angel zu, der ihnen gelassen entgegenblickte und einen Schritt zur Seite wich, als der erste der Männer zu einem Schlag ausholte. Der wurde von seinem eignen Schwung nach vorne gerissen, stolperte über Angels Fuß, den dieser vorgestreckt hatte, und fiel zu Boden. Doch der zweite Angreifer traf indessen mit der Faust Angels Schulter, der wiederum schlug zurück, konnte einen linken Kinnhaken anbringen und drängte ihn mit weiteren Schlägen rückwärts an die Theke, Flaschen fielen klirrend zu Boden, die zum Teil zerschellten oder davon rollten. Zwei gezielte Schläge brauchte der Dunkelhaarige noch und sein Angreifer verdrehte die Augen, bevor er zusammensackte, aber bevor sich Angel zu Spike umdrehen konnte, um zu sehen wie es dem Blonden erging, wurde er von hinten angesprungen.

Finn hatte sich inzwischen unter Aufbietung seiner letzen Kräfte auf Spike geworfen und die Beiden rollten über den staubigen Holzboden, sich gegenseitig attackierend, wobei der größere Riley einige Schläge in Spikes Gesicht landen konnte.

Der Blonde jedoch spürte dies kaum, zu viel aufgestaute Wut steckte in ihm und als eine der Flaschen auf ihn zurollte, ergriff er sie geistesgegenwärtig und schlug sie seinem Gegner über den Kopf, worauf dieser endgültig besiegt bewusstlos auf Spike liegen blieb. Der Blonde wuchtete den massigen Körper mühevoll von sich und erhob sich mit wackligen mit wackligen Beinen. Er schaute auf Finn hinab und tastete über seine vernarbte Augenbraue. Jahrelang hatte er sich im Internat von Riley schikanieren und zusammenschlagen lassen müssen und nun endlich hatte er Rache nehmen können, stellte Spike mit Genugtuung fest.

Er beugte sich über Finn und zerrte ihm seinen Ledermantel von den Schultern. „Meine wohlverdiente Trophäe würde ich sagen“, murmelte Spike, schlüpfte hinein und sah sich suchend nach Angel um. Dieser drehte sich gerade im Kreis, um seinen Gegner abzuschütteln, der sich eisern an seinem Hals festklammerte.

Spike nahm eine weitere Flasche vom Boden auf, schlenderte auf Angel zu, der sich noch immer wild bewegte. „Bleib stehen verdammt“, rief der Blonde, der vergeblich versuchte den Kopf von Rileys Kumpanen zu treffen. Angel realisierte endlich was Spike vorhatte und stoppte seinen Tanz, ein Schlag des Blonden und der Architekt bekam wieder Luft, die er gierig einsog, nachdem sein Gegner kraftlos von seinem Rücken glitt.

„William?“ grinste Angel mit hochgezogenen Augenbrauen.

Spike zuckte leicht verlegen mit den Schultern. „Das war ich mal.“

„Schade, der Name gefällt mir“, entgegnete der Dunkelhaarige bedauernd.

„Ja?“

„Ja!“

„Okay, kannst mich ja hin und wieder so nennen.“

„Das freut mich William“, sagte Angel aufrichtig und ihre Blicke trafen sich, versanken ineinander,...

„Verdammt Spike, musst du immer Ärger machen? Das ist die 2. Einrichtung in diesem Monat, die ich erneuern muss.“ Kasim der Wirt, brach den Zauber zwischen Angel und Spike, der sich daraufhin wütend zu ihm drehte. „Reg dich ab, erst durch mich hat diese Bruchbude überhaupt eine Einrichtung, ich habe dir noch jeden Schaden bezahlt und das mehr als ausreichend. Diesmal lege ich sogar noch was drauf, wenn du den Abschaum hier zur Polizei bringst, die Drei wollten uns umbringen. Du bekommst 100 Dollar für alles.“ Spike drehte sich zu Angel. „Gath, du erinnerst dich? Ich bekomme den Rest, wenn ich dich herbringe. 150 bar auf die Kralle.“

Verblüfft starrte dieser ihn sekundenlang an, bevor er schallend lachte und in seine Hosentasche griff, um Spike 150 Dollar in die Hand zu drücken. „Du bist der frechste Kerl, der mir jemals untergekommen ist.“

„Und du stehst drauf“, antwortete dieser selbstgefällig, legte 100 Dollar auf den Tresen und deutete dem Wirt mit dem Kopf an, dass sie ins Hinterzimmer gehen wollten. Der nickte und streifte freudig die Geldscheine ein, während Angel und Spike den hinteren Raum betraten,

sich an einen der kleinen Tische niedersetzten und bald darauf ein kühles Bier genossen.

„Du hast den großen Kerl ganz schön platt gemacht“, meinte Angel bewundernd.

Spike nickte nicht ohne Stolz. „Wurde auch Zeit, eine uralte Rechnung, die ich endlich beglichen habe. Du warst aber auch nicht schlecht, hätte ich dir gar nicht zugetraut“, gab er das Kompliment zurück, worauf Angel ein Stück wuchs und ihm erzählte, dass er auf dem Collage dem Boxteam angehört hatte und dass es ihm richtig Spaß gemacht hatte wieder einmal zu kämpfen. Die Beiden redeten über alles mögliche, bemerkten dass sie in vielen, wenn auch nicht allen Dingen einer Meinung waren und genossen es einfach nur dazusitzen, das Prickeln auf der Haut zu spüren, wenn sie sich ansahen oder flüchtig an den Händen berührten, wenn sie nach ihren Gläsern griffen, bis Kasim erschien und sie nötigte endlich nach Hause zu gehen, da er seine Bar schleißen wollte.

Die Kamele am Halfter hinter sich herziehend, erreichten sie bald Giles’ Anwesen und Spike führte Angel am Haupthaus vorbei zu einem kleinen Nebengebäude. Auf dessen fragenden Blick, erklärte der Blonde: „Rupert jetzt noch zu wecken ist nicht ratsam. Ich habe mein eigenes kleines Reich und du schläfst bei mir, es gibt ein Gästezimmer, das ich dir anbieten kann.“

„Wie ist die Pflege dort?“ wollte der Dunkelhaarige grinsend wissen, als sie das Gebäude betraten. Angel wusste er hatte etwas zu viel getrunken, doch nicht annähernd soviel, dass es sein Denken beeinträchtigte und auch das Kribbeln, das seinen Körper durchflutete, schrieb er nicht dem Bier zu, sondern der Vorfreude auf die kommende Nacht. Er konnte es kaum erwarten Spike in seine Arme zu schließen, und setzte seinen besten Dackelblick ein, der, wie er wusste, selten seine Wirkung verfehlte, doch der Blonde schien nicht so recht darauf anzuspringen, wie Angel missmutig erkannte, denn er öffnete die Eingangstüre, ließ Angel eintreten, folgte ihm aber nicht.

„Nicht so gut wie in meinem, aber darüber können wir noch verhandeln, vielleicht darfst du ja in mein schönes großes Bett, wenn du ein gutes Argument liefern kannst“, grinste Spike und wackelte mit den Augenbrauen. „Du kannst duschen, während ich die Tiere versorge. Ich beeile mich auch, versprochen.“ Nach diesen Worten war Spike verschwunden und Angel seufzte erleichtert auf. Einen kurzen Augenblick hatte er befürchtet Spikes Interesse an ihm sei erloschen, doch der Blonde wollte sich nur schnell um die Tiere kümmern und Angel war sicher, dass ihm ein brauchbares Argument einfallen würde, um in Williams Bett zu gelangen. „William, der Name hört sich gut an“, stellte er lächelnd fest und betrat das Badezimmer.

Wenig später stand er unter der Dusche und genoss das warme Wasser auf seiner Haut, während seine Gedanken wieder bei Spike waren, dem blonden, frechen Kerl, von dem er hoffte, dass er endlich auftauchte, um sich an ihn schmiegen zu können und noch so einiges mehr. Angel stellte verwundert fest, dass der Kleine ihm fehlte, obwohl sie kaum 15 Minuten getrennt waren. „Das ist nicht gut“, murmelte er erschrocken, als ihm das bewusst wurde. ‚Habe ich mich verliebt? Und wenn ja wohin soll das führen? Er und ich, wir sind so verschieden. Das würde nie gut gehen, und wer sagt mir, dass ich für ihn nicht nur eine nette Abwechslung bin? Spike sieht unwahrscheinlich gut aus, sicher wird er andauernd angebaggert, und ein Kind von Traurigkeit scheint er auch nicht zu sein, so wie er sich an mich ranmachte wird er es auch bei anderen tun. Treue ist von ihm sicher nicht zu erwarten und in L.A. würden sie sich um den Blonden mit den beeindruckenden Wangeknochen und diesen faszinierenden Augen reißen. Verflucht, was denke ich denn da? Er und ich zusammen? Niemals könnte das gut gehen und…’

„Grübelst du schon wieder? Über mich hoffe ich.“ Angel hatte tief in Gedanken nicht bemerkt, dass Spike das Bad betrat und als der nackte sehnige Körper sich an seinen Rücken schmiegte und dessen Hände über seine Brust strichen und seine Nippel stimulierte,  konnte Angel nur ergeben seufzen. Er drehte sich um, nahm das Gesicht Spikes in seine großen Hände und blickte ihm tief in die Augen, als wollte er die Antwort auf seine Fragen darin finden, doch der Blick des Blonden war nicht zu deuten und Angel begrub in diesem Augenblick seine heimliche Hoffnungen einer gemeinsamen Zukunft, ließ keinen anderen Gedanken zu, als das Hier und Jetzt und als Spike seine Lippen fordernd auf die seinen presste, erwiderte er ihn den Kuss voller Verlangen.

‚Ich wünschte er würde bleiben, ich wünschte er könnte mich lieben, nur so viel, dass er mich bei sich haben möchte. Er ist es, nach dem ich mein ganzes Leben lang gesucht habe, doch ich konnte es sehen, in seinen Augen, er will nur noch diese eine Nacht’, dachte Spike, er hatte die Veränderung in Angels Blick bemerkt und deutete ihn so, dass für Angel das Abenteuer morgen zu Ende sein würde, doch trotzdem gab er der fordernden Zunge des Dunkelhaarigen nach, um zu nehmen was dieser ihm geben wollte. Deshalb öffnete er seinen Mund leicht, um sich gleichzeitig voller Sehnsucht an den starken Körper zu schmiegen, in der Hoffnung dieses Gefühl der Geborgenheit für alle Zeiten speichern zu können, damit es blieb, wenn er wieder alleine war.

Angel unterbrach den Kuss, ohne den Blickkontakt zu lösen, fasste Spike an den Schultern und drehte ihn dem Wasserstrahl zu, sodass das Wasser wie ein Mantel über dessen Körper lief. Kurz genoss der größere Mann diesen erotischen Anblick, bevor er zum Duschgel griff und damit begann den makellosen Körper vor sich einzuseifen, beginnend bei den Schultern und Hals, weiter über dessen Arme streichend, jeden Finger sorgfältig reinigend, bevor er dessen Hand abspülte, zum Mund führte, genüsslich an einem der Finger zu saugen begann und gleichzeitig Spikes harte Bauchmuskeln mit Schaum massierte. Spike seufzte leise, als Angels heiße Lippen seinen Finger umschlossen und die Zunge damit spielte. Er schloss die Augen und sein Kopf fiel in den Nacken, völlig gefangen von den Zärtlichkeiten, die ihm zuteil wurden. Angel beobachtete dies zufrieden und ging vor Spike auf die Knie, um die Hüften und Beine ebenso sorgfältig zu waschen, darauf achtend die begehrensvolle Mitte auszusparen, woraufhin Spike unwillig knurrte.

„Mein Spiel, süßer William“, lachte Angel leise und leckte kurz über dessen Schwanzspitze.

„Angel, bitte.“ Diesem flehenden Blick aus nun vor Verlangen dunkelblauen Augen zu widerstehen, verlangte dem Dunkelhaarigen große Beherrschung ab und er beschloss auch für sich selbst die Qual bald zu beenden. Denn den weichen Locken, die Spikes erhärteten Schaft umrahmten, konnte Angel sich nicht widersetzen und er schäumte sie ebenfalls ein und vergaß auch nicht Spikes Hoden gründlich mit einzubeziehen, indem er sie vorsichtig in seiner Hand rollte und drückte.

„Angel, verdammt, das halte ich nicht mehr aus“, flehte Spike wieder mit zitternder Stimme und dieser hatte erbarmen, fasste den Blonden bei den Hüften und schob ihn zurück unter das Wasser, um den Schaum von dessen Körper zu spülen. Kaum war dies geschehen, nahm er dessen gesamte Länge mit einer fließenden Bewegung völlig in seinen Mund auf, bewegte seinen Kopf rhythmisch und setzte seine Zunge zusätzlich geschickt ein, indem er jedes mal, wenn er den Pilzartigen Peniskopf erreichte, mit der Zungenspitze den kleinen Schlitz neckte.

Spikes Knie zitterten, er konnte sich kaum noch auf den Beinen halten, und als Angels Lippen sich fest um ihn schlossen und er intensiv zu saugen begann, legte der Blonde seine Hände auf dessen Haupt, schob seine Hüften nach vorn und murmelte Angels Namen, bis ein bisher nie gekannter Orgasmus seinen Körper erschütterte, der ihn kraftlos zusammensinken ließ, aufgefangen von den Armen seines Engels, der ihn hielt und ihn küsste, bis die Nachbeben in seinem Körper verebbten.

Spike befand, dass sich Angel seinen Platz in dem großen Bett mehr als verdient hatte und bald lagen sie frisch gewaschen in demselben, um sich küssend darauf zu rollen. Doch bald war das den Beiden nicht mehr genug und Spike griff in die Schublade seines Nachttisches, entnahm eine Tube mit Gleitgel und reichte sie stumm Angel der sie in der Hand behielt, sich jedoch den kleinen Wölbungen auf Spikes Brust widmete, indem er seine Zunge darüber schnalzen ließ und mit seinen Zähnen daran knabberte.

„Bloody hell“, fluchte Spike mit rauer Stimme und bewegte sein Becken fordernd, „ich will dich endlich spüren, ich kann nicht mehr warten, ich will dich in mir, jetzt.“

„Und du behauptest ich bin ungeduldig?“ gluckste Angel und verteilte Küsse auf Spikes Brust, während er die Tube aufschraubte.

„Klappe Peaches, ich… oh... Der Blonde verstummte, als Angel seine Beine etwas anhob und das kühle Gel auf seinem zarten Eingang auftrug, es einmassierte und ihn mit den Fingern zu dehnen begann. Spike bäumte sich der Hand entgegen, wollte mehr und bekam es Sekunden später, indem Angel seine Finger zurückzog und seine Hände unter Spikes Po schob, um in anzuheben, bevor er langsam in ihn eindrang. Der Blonde holte tief Luft als Angel sich erst vorsichtig und dann schneller bewegte, drängte sich jedem Stoß entgegen, seine Hände flogen zu seinem eigenen Schaft, um ihn zu reiben und Angel war fasziniert von diesem erotischen Anblick, wenn die empfindliche Spitze die Vorhaut durchstieß und die Lusttropfen in dem kleinen Schlitz glitzerten. Immer schneller bewegte Angel sich, besessen davon in diesem wundervollen Körper zu kommen, seinen Namen rufen zu hören, wenn William seinen Orgasmus erreichte und als Angel fühlte wie er sich seinem Höhepunkt näherte, sah, dass auch Spike bald soweit war, beugte er sich nach vorn und eroberte dessen Lippen und während sich ihre Zungen berührten, schlugen die Wellen über ihnen zusammen.

~*~

Angel erwachte, da er sich seltsam leer fühlte. Verwirrt darüber, richtete er sich auf und stellte fest, dass er daran lag, weil er alleine im Bett lag. „Spike?“ Als Angel keine Antwort erhielt, erhob er sich schnell, schlüpfte in seine Shorts und machte sich auf die Suche nach dem Blonden. Er entdeckte ihn auf der Veranda sitzend und verträumt in die Landschaft blickend, die den neuen Tag ankündigte.

~*~

‚William gehört hierher. Ich kann es deutlich sehen. In L.A. würde er verkümmern. Er braucht die Freiheit dieses Landes und ich kann ihn sogar verstehen und es ist gut, dass es so ist. Keine Probleme, kein Angst ihn an einen anderen zu verlieren, da ich ihn nicht wirklich habe. Alles läuft genauso wie ich es wollte. Warum fühle ich mich dann nur so erbärmlich?’

Spike bemerkte die Schönheit des Sonnenaufgangs nicht, denn in seinem inneren Auge ließ er die letzten Tage Revue passieren. Angel. Sein Gesichtsausdruck, als er die Big Bad sah, in Oz’ Dusche und im See, als sich die Schlange als kleiner Krebs entpuppte. Angel, wie er sich pflegen ließ, und gestern Nacht den Spieß umdrehte, um ihn, Spike, zu pflegen. „Gott, es war… Hölle aber auch, ich will das haben, für immer. Ich will ihn und…’

„Grübelst du etwa William?“ Angel bemühte sich um einen heiteren Ton und trat lächelnd an die Balustrade der Veranda.

„Angel.“ Der Blonde erhob sich erfreut und drückte Angel einen raschen Kuss auf die Lippen.

„Giles erwartet uns zum Frühstück, das heißt dich, in einer halben Stunde und Ethan sagte mir, dass Gäste anwesend sind. Mach dich hübsch, wenn eine Steigerung bei dir überhaupt möglich ist, ich warte hier auf dich und bring dich rüber, dann muss ich auf die Polizeiwache wegen der Anzeige, damit Finn und seine Freunde bekommen was sie verdienen.

Angel nickte nur und begab sich rasch ins Badezimmer. Obwohl er sich eigentlich auf das Gespräch mit Rupert Giles vorbereiten sollte, dachte er über Spikes Worte nach. ‚Hübsch? Noch niemand hat mich hübsch genannt. Ob er es wirklich so meint? Bei ihm weiß man das nie genau und ich…’ „Verdammt Angel, reiß dich zusammen, es ist unwichtig. Du bist da, um einen Auftrag zu bekommen, was schwierig genug sein wird, im Angesicht dessen, dass die Unterlagen fehlen“, rief er sich selbst zur Ordnung und 40 Minuten später betraten er und Spike das Esszimmer.

„Angel!“ Cordy war von ihrem Stuhl aufgesprungen und warf sich ihrem überraschten Bruder in die Arme.

„Schwesterherz, was macht du denn hier“, begrüßte er sie lachend und hielt sie fest in sicherer Umarmung.

„Was ich hier mache? Du warst verschollen, taaagelang, weil irgend so ein Idiot weder fliegen, noch Auto fahren kann und ich bin fast umgekommen vor Sorge“, erwiderte sie erbost.

„Der Idiot bin ich und ich KANN fliegen, ebenso wie Auto fahren zu Ihrer Information“,

bemerkte Spike grinsend, welches ihm allerdings verging, als sie auf ihn zustürmte und ihn an den Hemdaufschlägen packte. „Sie unfähiger… Mensch, wie konnten Sie meinen Bruder so in Gefahr bringen? Ich dachte er liegt irgendwo in der Wüste, verletzt, verdurstet oder Schlimmeres. Am Liebsten würde ich Ihnen jedes einzelne dieser wasserstoffblonden und, wie ich sagen muss, fürchterlichen Haare ausreißen. Und danken Sie Gott, dass Angel wohlbehalten vor mir steht denn sonst…“

„Hey Liebes, nur kein Stress, ich habe gut auf ihn aufgepasst, und ihn auch besonders gepflegt, kannst ihn fragen“, lächelte Spike und zwinkerte Angel zu, der sofort wusste worauf Spike anspielte, und auf Grund dessen etwas errötete. „Lass es gut sein Cordy, Spike trifft wirklich keine Schuld. Er hat seine Sache gut gemacht, mir fehlt nichts.“

„So? Hab ich das?“ fragte Spike mit Unschuldsmiene, doch sein Blick, den er Angel zuwarf, strafte seiner Worte Lügen und Angels Gesicht färbte sich eine Spur mehr.

Zum Glück für ihn, ergriff seine Schwester wieder das Wort und ersparte ihm dadurch weitere Peinlichkeiten, die Spike eventuell von sich geben würde, sollte er direkter werden, was er dem Blonden durchaus zutraute.

„Wenn das so ist, dann... tut es mir leid“, murmelte Cordy und richtete Spikes Hemd  verlegen gerade.

„Schon okay, Pet, ist ja gut, dass Angel eine so besorgte Schwester hat. Wer ist das?“ fragte er, das Thema wechselnd und auf Groo blickend.

„Groo Petersen“, stellte dieser sich vor. „Ich bin ein Freund von... Angel und habe Miss Liam hergebracht.“ Groo wollte sagen er sei Cordys Freund, doch das wagte er nicht, denn er befürchtete, sie würde das nicht billigen.

Gerade als Spike etwas erwidern wollte, betrat Rupert Giles den Raum, nickte Spike kurz zu, um sich dann an Angel zu wenden. „Wie ich sehe, sind Sie letztendlich wohlbehalten angekommen, bitte nehmen Sie Platz und stärken Sie sich erst einmal, bevor wir zum geschäftlichen Teil übergehen.“

„Ich gehe dann mal, hab mit Ethan schon gefrühstückt und will noch was erledigen“, murmelte Spike und warf noch einem kurzen Blick auf Angel, der jedoch auf Giles konzentriert war und dies daher nicht bemerkte, weil dieser ihn ansprach. „Auf meine Gesellschaft müssen Sie verzichten ich habe noch etwas zu erledigen. Mr. Liam, ich erwarte sie nach dem Frühstück in meinem Büro, Ethan wird Sie hinbringen“, bemerkte er und verließ den Raum.

Bald darauf saß Angel im Arbeitszimmer, Giles war noch nicht da, deshalb sah er sich

gelangweilt in dem Raum um. Nichts erregte wirklich seine Aufmerksamkeit, bis sein Blick auf einer Fotographie an der Wand hängen blieb, worauf eine junge Frau zu sehen war, den Arm um einen braungelockten Jungen gelegt, dessen Augen leuchtend blau strahlten.

„William“, erkannte Angel sofort und er lächelte den Jungen verträumt an. Erst nach einer Weile gelang es ihm sich loszureißen und ohne nachzudenken griff er nach dem Block auf Giles’ Schreibtisch, fasste nach einem Stift, um ihn, völlig in sich versunken, über das Papier zu führen.

Erst als Giles sich hinter ihm räusperte, zuckte Angel ertappt zusammen und legte den Block schnell zurück, mit der beschriebenen Seite nach unten.

„Mr. Liam, wie sehr ich die Umstände Ihrer Reise nach Gath und vor allem deren Folgen bedaure, kann ich nicht mit Worten ausdrücken, dessen seien Sie versichert. Wie auch immer, bald wird alles vergessen sein, also lasen Sie uns nun über die Pläne sprechen.“

Etwas verwundert über die Worte Giles’, der in einem, wie Angel schien, scharfen Ton gesprochen hatte, schaute Angel den älteren Mann an, der ihm einen seltsamen Blick zuwarf, bevor er fortfuhr.

„Ich möchte Ihnen aber nicht vorenthalten, dass mir schon ein Angebot vorliegt, das meinen Vorstellungen entspricht. Ich finde es nur fair Sie darüber zu informieren und Ihnen einen Einblick darauf zu gewähren.“ Giles nahm die Pläne, die er von Maggie Walsh bekommen hatte, aus der Hülle und breitete sie auf dem Tisch aus.

Angel Augen wurden groß vor Überraschung. „Das… das sind meine Pläne, sie wurden mir gestohlen, als wir in der Wüste überfallen wurden.“

Rupert zog ärgerlich die Augenbrauen zusammen. „Mr. Liam, Sie wurden mir als ehrlicher  und kompetenter Mann geschildert, daher habe ich nicht erwartet, dass Sie zu solchen Mitteln greifen, um einen Auftrag zu erhalten.“

„Hören sie Mr. Giles, ich habe es nicht notwendig Sie anzulügen. Natürlich würde ich die Anlage gerne bauen und hätte mich wohl kaum den Strapazen ausgesetzt, wenn es nicht so wäre. Doch es ist nicht meine Art mich mit fremden Federn zu schmücken und schon gar nicht eine kriminelle Handlung zu begehen. Ich weiß nicht wer mein Contrahand ist und möchte auch niemanden etwas unterstellen, aber; Das. Sind. Meine. Pläne“, sagte Angel mit Bestimmtheit, während er auf die Pläne tippte.

Giles schüttelte den Kopf. „Ich kann Ihrer Behauptung keinen Glauben schenken, schließlich  hat die Agentur, die mir diese Pläne unterbreitete, einen untadeligen Ruf und die Architektin hat mir die Originalpläne vorgelegt. Dazu kommt, dass Sie nur das Anbot schickten und mir trotz Zusage keine Grundpläne beilegten. Trotzdem war ich bereit Sie zu empfangen, da mir Ihr Schreiben interessant erschein und junge Menschen zu fördern ist mir ein Anliegen, doch in Ihrem Fall bin ich wohl einem Irrtum erlegen.“

„Irrtum, ja das ist es wohl, denn ich habe den Verdacht, dass Sie derjenige sind, der mich betrügen will. Sie wissen sehr wohl, dass die Grundpläne in meinem Schreiben beigelegt waren und was immer Sie mit Ihren Machenschaften bezwecken wollen, damit kommen Sie nicht durch.“ 

Aufgebracht sprang Giles auf, „Was unterstehen Sie sich, Sie bezüchtigen mich der Lüge und des Betruges? Betrachten Sie unser Gespräch als beendet und außerdem ersuche ich Sie mein Haus umgehend zu verlassen.“

„Sehr gerne, aber das letzte Wort ist noch nicht gesprochen“, sagte Angel scharf, bevor er den Raum mit wütenden Schritten verließ und in den Speiseraum eilte, wo Cordy und Groo auf ihn warteten. „Wir fliegen ab, SOFORT“, knurrte er die Beiden an, packte die protestierende Cordelia an der Hand und zerrte sie hinter sich her, den kleinen Flugzeuglandeplatz zustrebend, gefolgt von dem Schulterzuckenden Hotelbesitzer.

Erschöpft ließ Rupert Giles sich in seinen Stuhl fallen. Er fühlte sich nicht wohl bei dem was er heute getan hatte, trotzdem war er überzeugt das Richtige zu tun, nachdem was er letzte Nacht ungewollt beobachtet hatte, als er nach William sehen wollte. Dieser Angel Liam war nicht gut für seinen Neffen und eine rasche Abreise Liams würde ein weiteres Zusammentreffen mit William verhindern.  

Kapitel 9 von silverbird

„Ich kann nichts für Sie tun, Finn. Das ist Ihr Problem. Ich stehe durch Ihre Unfähigkeit vor dem Ruin, daher wagen Sie es nie wieder mich zu belästigen."

Maggie Walsh warf emotionslos den Hörer auf die Gabel und murmelte: „Wie kann er es wagen mich um Hilfe zu bitten, seinetwegen ist alles schief gegangen. Mein Plan war perfekt. Nur weil Finn meine Anweisungen nicht genau befolgte, stehe ich nun vor dem Nichts, und dieser verhinderte Söldner erwartet allen ernstes, dass ich ihn aus dem Gefängnis hole? Ich kann froh sein nicht selbst dort zu landen.“ 

Nachdem Maggie Walsh erfahren hatte, dass Riley Finn verhaftet worden, und Angel Liam lebend und wohlbehalten in Gath und somit bei Giles angelangt war, wusste sie, sie hatte verloren, denn sie hatte sich genau über ihren Mitbieter erkundigt. Der junge Mann hatte einen guten Namen in der Branche und mit Sicherheit war er nicht dumm. Ein Fax an seine Mitarbeiter in L.A. genügte, um den Betrug, den Maggie begangen hatte, aufzudecken, daher tat sie das Einzige, dass in ihrer Situation zu tun war, und verließ Lybien auf schnellstem Wege. Sie rechnete sich aus noch genügend Zeit zu haben, um die notwendigsten Dinge aus ihrer New Yorker Wohnung zu holen und sich dann nach Mexiko absetzten. Und Riley Finn? Diesen Mann strich sie aus ihrem Gedächtnis.

~*~

„Du hast was? Hast du sie nicht mehr alle?“ Spike brüllte, sodass man ihn im ganzen Haus hören konnte. Gleich nachdem er von der Polizeiwache zurückgekommen war, erfuhr er was sich zugetragen hatte und nun stand er in dem Arbeitszimmer seines Onkels und brüllte ihn ungehalten an.

„Mäßige dich William, dieser Ton steht dir nicht zu, und außerdem ist es offensichtlich dass dieser Liam versuchte…“

„Wie zum Geier kannst du über Angel deinen verfluchten selbstherrlichen Stab brechen, ohne seine Angaben zu hinterfragen? Aber das ist ja wieder typisch für dich. Du glaubst nur was die siehst, oder sehen willst, und das auch nur soweit es in dein Schema passt. Genau so hast du es mit mir gemacht, als meine Mutter starb. Ich passte nicht in deine Pläne, also ab ins Internat mit William, und dein Gewissen beruhigtest du, indem du dir sagtest, ich bezahle alles, also muss mir der Junge auf ewig dankbar sein. Was du mir damit antatest, kannst du dir überhaupt nicht vorstellen, aber ich denke es hätte dich auch nicht interessiert.“ Spike wusste, dass seine Worte nicht ganz gerecht waren, aber er war so in Rage, dass er sie seinem Onkel wütend entgegenschleuderte, bevor er den Raum verließ und die Tür so fest er konnte zuknallte.

Rupert Giles setzte sich, niedergeschlagen durch Williams Vorhaltungen, in seinen Stuhl, schloss müde die Augen, nahm die Brille ab und rieb sich den Nasenrücken. Er hatte immer angenommen das Beste für William zu tun, indem er ein Internat für seinen Neffen auswählte, das für seine Ausbildung weltweit einen guten Ruf genoss. Doch der Junge schien das anders empfunden zu haben. Und nun hatte er wieder eine Entscheidung getroffen, die Spike ablehnte, doch Giles war nach wie vor überzeugt das Richtige getan zu haben und sein Neffe würde das früher oder später einsehen.

~*~

Spike schmiss wütend einige Kleidungsstücke in seine Reisetasche und fluchte vor sich hin. „Alter verstaubter Engländer, er kann mich mal, soll er sehen wo er seine geologischen Gutachten herbekommt, von mir nie wieder. Ich war so ein Idiot, immer habe ich ihm nachgegeben, sogar studiert habe ich das, was er wollte und tanze nach seiner Pfeife, okay nicht wirklich, nur wenn es mir selbst in den Kram passt, aber immerhin habe ich Angel für ihn hergebracht und er schmeißst ihn raus, weil er ihn für einen Lügner hält? Bloody hell verdammt. Angel ist der ehrlichste und bestaussehendste Mann, der mir je begegnet ist, und, ... ’kay, das mit dem guten Aussehen ist für Onkel Rupert nicht wirklich wichtig, aber für mich verflucht, und dazu hat Angel Humor, versteckt zwar, aber er ist da, man kann mit ihm über alles reden und wie er mir den Rücken gedeckt hat, bloody hell, das war verdammt großartig, vom Poppen rede ich erst gar nicht und Rupert schmeißt ihn raus. Was aber tut Angel, anstatt mit mir zu reden? Schließlich hätte ich alles bezeugen können, aber nein, der eingebildete Sturkopf verschwindet einfach und...’ Spike unterbrach seine Tätigkeit und er riss seine Augen geschockt auf. „Er wollte mich nicht sehen und der Streit mit Rupert war ein guter Grund für ihn sofort abzufliegen.“ Als den Blonden diese Erkenntnis traf, spürte er wie sein ganzer Körper von Schmerz überflutet wurde und er ließ sich zusammengekrümmt auf sein Bett fallen.

~*~

„Ich erwarte dich, sobald die Dreharbeiten abgeschlossen sind“, sagte Angel und versuchte zu lächeln, was kläglich misslang, als er seine Schwester umarmte, da sein Flug schon aufgerufen wurde und er sich beeilen musste.

„Ich.. ja, sicher, denn die Hochzeit von Wes und Lilah will ich auf keinen Fall versäumen, und dann wirst du reden müssen. Glaub bloß nicht, ich habe es nicht bemerkt. Irgendetwas stimmt nicht, und das hat nichts mit diesem Giles zu tun“, erkannte Cordy mit dem Scharfblick einer Schwester.

Groo beobachtete die ganze Szene und machte sich seine eigenen Gedanken. Cordelia würde zurück nach Amerika fliegen, das war der einzige Satz, den er wirklich realisierte, dabei hatte er insgeheim gehofft, dass er ihr genug bedeutete, um bei ihm bleiben zu wollen.

Erst als Angel ihm die Hand auf die Schulter legte und ihm auftrug gut auf Cordy zu achten, blickte er auf und murmelte. „Das werde ich Angel, soweit sie mich lässt.“

Der junge Architekt musste auf diese Äußerung hin lachen. „Tja, Cordy ist schon etwas Besonderes.“ ‚So wie William.’ Schoss es ihm sogleich durch den Kopf und seine Gesichtszüge würden sofort wieder ernst. „Ich muss jetzt... das Flugzeug, also dann, bis bald.“ Nach diesen Worten stürmte er davon und nachdem Cordelia hinterher gewinkt hatte, nahm sie Groos Arm. „Dir gehört also das größte und schönste Hotel von Tripolis. Erzähl mir einmal, wer da so alles absteigt. Sicher berühmte Schauspieler und Produzenten.“

~*~

Zwei Tage waren nun schon vergangen, ohne dass Spike seine Unterkunft verlassen hatte und Rupert machte sich große Sorgen deswegen. Auch gingen ihm Williams Worte ständig durch den Kopf. „Was hat der Junge damit gemeint, er, Rupert Giles, sehe nur das, was er wolle?“ überlegte Giles und begann nachdenklich seine Brille zu putzen. „Ethan“, schoss es ihm durch den Kopf. Sein Butler hatte einen besonderen Draht zu Spike, daher klingelte er nach seinem Diener, der wenig später eintrat. „Sie haben einen Wunsch Mr. Giles?“

„Setzen Sie sich bitte zu mir und bringen uns 2 Gläser Whiskey mit.“

Der Butler tat wie ihm geheißen, stellte die vollen Gläser auf den Schreibtisch und setzte sich seinem Boss gegenüber.

„Denken Sie ich bin kurzsichtig, Ethan?“

„Nun Sir, Ihre Brille wurde schon lange nicht überprüft, wenn Sie wünschen, mache ich einen Termin...“

„Das meine ich doch nicht. William warf mir vor, dass ich eine mir eigene Sichtweise hätte und alles in mein persönliches Schema presse. Halten Sie seinen Vorwurf für berechtigt?“

„Eine Ehrliche Antwort, Sir?“

„Ich bitte darum.“

„Gut, dann muss ich mit JA antworten.“

~*~

Spike saß am Boden, mit dem Rücken ans Bett gelehnt, starrte mit glasigen Augen vor sich hin und setzte sich erneut die Flasche an den Mund, um einen tiefen Schluck zu nehmen, bevor er sie leergetrunken in die Ecke schmiss. „Liam, verdammter Pofter“, lallte er beschwerlich, „bilde dir bloß nicht ein, dass ich dir eine Träne nachweine, ich hätte dich sowieso nie behalten, nicht mal wenn du deinen schokobraunen Dackelblick eingesetzt hättest. Nein. Niemals. Nope.“ Mühsam versuchte er sich aufzurichten und nach mehreren Versuchen gelang es ihm auf den Schreibtisch zuzuwanken, da sich seine Zunge wie ein Pelztierchen anfühlte und er dringend einen Schluck Wasser trinken wollte, doch er sankt über dem Schreibtisch zusammen. „Bloody hell, seit wann habe ich ein Wasserbett? Fragte er verwundert. „Verflucht ist mir schlecht. Alles nur deine Schuld Angel, ich wünsche dir dass du nie wieder einen hochkriegst.“ Murmelte Spike noch, bevor er einschlief.

~*~

„Wie soll ich das verstehen?“ Giles blickte seinen Butler erstaunt an, der fein lächelte.

„Damit will ich nicht behaupten, dass Sie den Jungen nicht lieben, Sir, ich weiß es, jedoch sollten Sie akzeptieren, dass er nicht das Leben führen wird, wie Sie es sich wünschen.“

„Ich wünsche mir nur, dass er glücklich ist.“

„Tun Sie das wirklich, Sir? Diesen Eindruck haben Sie ihm nie vermittelt? Stattdessen bemängeln Sie seine Haarfarbe und Kleidung und ich bin mir ziemlich sicher, Sie wissen auch nicht, dass er ein anerkannter Gutachter ist. Er hätte es nicht notwendig nach wie vor für Sie zu arbeiten, und doch tut er es, obwohl Sie ihn mehr als schlecht bezahlen. Sie wollten eine ehrliche Antwort und ich gab sie Ihnen“, bemerkte der Butler, als Giles ihn erstaunt ansah. „Und wenn wir schon dabei sind, es wäre auch gut, wenn Sie sich damit abfinden, dass William nun... wie soll ich sagen... Frauen sind nicht seine Passion.“

~*~

Seit Angel wieder in L.A. war, hatte sich sein Ärger über Mr. Giles soweit gelegt, dass er fähig war wieder klar zu denken. Er grübelte über seinen raschen Aufbruch aus Gath nach, mit dem Ergebnis, dass es die Flucht vor Spike war, die ihn dazu veranlasst hatte, denn Mr. Giles’ These zu widerlegen und den Beweis zu erbringen, dass es sich sehr wohl um seine Pläne handelte, wäre für den Architekten ein Leichtes gewesen. Doch stattdessen war er feige davongerannt, nur weil er Angst davor hatte sich in den faszinierendsten Mann, der ihm je begegnet war, zu verlieben.

„Wie erbärmlich“, gestand er sich murmelnd ein, „aber der Verstand sollte nicht über das Gefühl siegen, das bringt nur Kummer, ich habe also richtig entschieden“, versuchte er sich einzureden und griff nach den Stapel Papier, auf dessen Blättern Zeichnungen von William waren. Jede Einzelne zeigte den jungen Mann in einer anderen Pose, die verschiedensten Gesichtsausdrücke waren von Angel perfekt ausgearbeitet worden und auf den meisten Blättern war Spike nicht einmal nackt zu sehen, wie Angel erst jetzt, als er die Bilder zum wiederholten Mal betrachtete, erstaunt feststellte. Und plötzlich erkannte er, dass es nicht nur der phantastische Sex mit Spike war, der ihn gefesselt hatte. Nein, dieser Mann war ihm ebenbürtig, forderte und nahm, genauso wie Angel es brauchte, konnte zuhören und brachte ihn zum Lachen, auch wenn die Situation noch so vertrackt war. „Zu einer anderen Zeit, an einem andren Ort, hätte William der Richtige sein können, aber wahrscheinlich ist es besser so wie es gekommen ist, denn letztendlich wäre es niemals gut gegangen, wir sind zu verschieden.“ Mehr oder weniger davon überzeugt, was er sagte, legte er sie Zeichnungen in die unterste Schublade und verließ sein Büro, um zu Wes und Lilah zu gehen.

Wesleys Verlobte hatte ihm geraten diese ganze Gath Angelegenheit einem Anwalt zu übertagen, und da es Lilahs Zeit nicht erlaubte, dies als Anwältin selbst zu erledigen, weil sie völlig mit den Hochzeitsvorbereitungen beschäftigt war, empfahl sie Angel einen ehemaligen Arbeitskollegen, dessen Kompetenz sie in den höchsten Tönen lobte.

Angel wollte ihn abends zum Lunch in Lornes Lokal treffen, um ihn kennen zu lernen und, sollten ihm dessen Vorschläge zusagen, die Einzelheiten zu besprechen.

~*~

Cordelia stand in ihrem Hotelzimmer und schmiss frustriert einen Teil ihrer Sachen in den Koffer. Die Dreharbeiten waren abgeschlossen und obwohl ihr das Filmen Spaß gemacht hatte, war sie zu der Erkenntnis gelangt, dass es nicht ganz das war, was sie den Rest ihres  Lebens machen wollte. Abends würde noch eine Abschiedsparty für die Crew stattfinden und Groo hatte ihr versprochen sie zu begleiten. Der Hotelbesitzer benahm sich allerdings eigenartig, seit Angel abgereist war, und Cordelia konnte sein Verhalten nicht einordnen, was sie verärgerte. „Warum sind Männer nur so kompliziert, erst behauptet Groo verliebt in mich zu sein und plötzlich zieht er sich zurück, kriegt kaum den Mund auf und schaut immer so komisch. Wenn er sich einbildet, dass ich ihm nachlaufe, bloß weil er ein Hotel hat, ein großes, okay das größte in Tripolis, was ja nicht allzu viel heißen mag, also soll er sich bloß nichts darauf einbilden. ICH kann ich an jedem Finger 10 Männer haben, m i n d e s t e n s, ihn brauche ich nicht. Jawohl!“ Mit einer einstudierten Bewegung warf sie ihr Haar in den Nacken und stapfte ins Bad, die Tür hinter sich zuschlagend.

~*~

„Woher wissen Sie, dass...“ geschockt starrte Giles seinen Butler an, der aufgrund dessen distinguiert eine Augenbraue hob. „William befand mir vertrauen zu können und das schon seit einigen Jahren, da er mit Ihrem Unverständnis rechnete, Sir. Welches, wie ich auch heute wieder feststellen kann, berechtigt ist.“

„Seit wann? Ich meine, seit wann wissen Sie, dass er… Männer... wie soll ich mich ausdrücken...“

„Bevorzugt?“ half Ethan Rayne seinem Boss auf die Sprünge, ohne eine Miene zu verziehen. „Nun, seit genau zwei Jahren, wenn ich mich recht erinnere, doch es war nie etwas Ernstes, bis er nach seinem Wüstentrip des Morgens zu mir in die Küche kam, dieses Funkeln in seinen Augen war nicht zu übersehen, er strahlte innerlich möchte ich behaupten und obwohl er kein Wort sagte, war mir sofort klar woran es lag, der Junge hatte sich verliebt. Als ich Mr. Liam im Frühstückszimmer erblickte, bestätigte sich mein Verdacht und wie viel William an den jungen Architekten wirklich liegt, bemerkte ich an dem… Disput, den sie Beide hatten, der nicht zu überhören war, wie ich betonen möchte. Wenn Ihnen wirklich etwas an William liegt, dann wäre es nun an der Zeit ihm das zu beweisen, und vermutlich auch Ihre letzte Gelegenheit, Sir. Wenn Sie mich jetzt entschuldigen, das Dinner ist vorzubereiten.“ Ethan erhob sich und schritt in vorbildlicher Haltung zur Tür, ein Schmunzeln auf den Lippen. Es hatte ihm gut getan, Rupert endlich einmal, wenn auch auf subtile Weise, die Meinung zu sagen, und den alten Engländer aus seinen verstaubten Ansichten zu rütteln. Rayne hoffte nur, dass es fruchtete, denn William war für den Butler fast wie ein Sohn. Schon in den Internatsferien hatte er Vertrauen zu dem alten Butler gefasst und ihm mit der Zeit all seine Sorgen und Wünsche anvertraut, von dem Giles nicht einen Bruchteil ahnte, doch er mochte seinen Arbeitgeber und wusste, dass dieser seinen Neffen, wenn auch auf seine etwas verschrobene Art, liebte, daher hoffe er, Rupert würde diesmal seine Vorurteile über Bord werfen und das Richtige tun.

Rupert dachte gründlich über die Worte seines Butlers nach und beschloss ein paar dringende Telefonate führen zu müssen.

~*~

„Was ist denn los, mein Sahnetörtchen? War deine Reise nicht erfolgreich? Du schaust so betrübt. Du solltest dir endlich wieder einen hübschen Freund zulegen, aber erst bringe ich dir einen meiner berühmten Cocktails, dann befassen wir uns mit deinem anderen Problemchen“, befand Lorne und eilte geflissentlich davon.

Angel verdrehte genervt die Augen. Lorne war ja ein netter Kerl, und er hatte den besten Koch in L.A., aber seine ewigen Verkuppelungsversuche gingen dem jungen Architekten erheblich auf die Nerven, vor allem, weil der Restaurantbesitzer durch nichts davon abzubringen war. „Ich werde ihm sagen, dass ich nie mehr hierher komme, wenn er das nicht endlich lässt“, beschloss Angel, als er Lorne mit einer seiner bunten Cocktailkreationen auf sich zukommen sah. „Hör mal Lorne“, sagte er daher sofort, als dieser das Getränkt auf den Tisch stellte, „ich bin durchaus selbst im Stande…“

„Mr. Liam? Angel Liam?“ wurde der Architekt plötzlich von einem jungen Mann unterbrochen, der ihn fragend ansah.

„Mr. McDonald, wie ich annehme“, entgegnete Angel und erhob sich, um den Kollegen Lilahs zu begrüßen, der ihn unverhohlen musterte.

„Na dann hole ich mal die Speisekarte meine Süßen, nachdem ich sehe, dass unser Engel wirklich selbst im Stande ist sich eine Honigschnecke zu besorgen“, bemerkte Lorne mit gedämpfter Stimme, bevor er die beiden Männer alleine ließ.

~*~

„Bloody hell, kann mich bitte irgendjemand umbringen, damit ich dieses Hämmern nicht mehr ertragen muss“, stöhnte Spike, seinen Kopf mit den Händen umklammernd. „Ich bin ein Idiot, der Poof ist es gar nicht wert, schließlich hatte er nicht mal ein Abschiedswort für mich übrig.“ Mühsam stemmte Spike sich hoch und schleppte sich ins Bad. Er drehte das kalte Wasser auf und stellte sich drunter, um sofort wieder laut vor sich hinzufluchen, als der eisige Wasserstrahl ihn traf. Doch nach ein paar Minuten ging es seinem Kopf besser und er wusch sich schnell. „Noch vor ein paar Tagen hat Angel genau hier…“ Spike weigerte sich seine Gedanken weiterzuführen und versuchte sich auf etwas anderes zu konzentrieren, während er aus der Dusche stieg und sich rasch abtrocknete, als jemand fest an seine Tür pochte.

„Ich bin nicht da, lasst mich in Ruhe“, brüllte Spike, bereute es sofort, als die kleinen Männchen in seinem Kopf wieder die Hämmer schwangen, um sie an seine Schädeldecke zu schlagen. Zusätzlich wurde das Klopfen an der Tür lauter und ging Spike durch und durch. „Ich komme ja schon verdammt“, murmelte der Blonde und schlüpfte rasch in seine Trainingshose und eilte, so schnell es sein schmerzender Kopf erlaubte, zur Tür, um sie zu öffnen. „Was willst du Rupert?“ fragte er seinen Onkel mürrisch, der ihm ein Glas mit einer undefinierbaren Flüssigkeit hinhielt.

„Von Ethan, er sagt es hilft. Darf ich reinkommen?“

„Nein“, entgegnete Spike und nahm das Glas entgegen.

Der ältere Mann ignorierte die Antwort, ging an seinem Neffen vorbei und legte einen Ordner auf den Tisch.

„Was willst du?“

„Ich muss mit dir reden.“

„Ich aber nicht mit dir.“

„William bitte, es ist wichtig.“

„Nicht für mich, geh wieder“, entgegnete Spike stur und nahm einen Schluck von Ethans Getränkt, um sich dann angewidert zu schütteln. „Igitt.. und nimm dieses widerliche Zeug da gleich wieder mit.“

„Das werde ich nicht, wir haben etwas zu besprechen“, sagte Giles bestimmend und setzte sich.

„Vergiss es, kein Interesse.“ Spike machte Anstallten den Raum zu verlassen.

„Verdammt William, du wirst mir jetzt zuhören.“

„Verdammt?“ Seine vernarbte Augenbraue hochziehend, drehte Spike sich amüsiert zu seinem Onkel um.

„Nun ja, das scheint ein Wort zu sein, auf das du ansprichst. Setzt dich endlich und unterbrich mich nicht. Ich habe lange nachgedacht und bin zu dem Schluss gekommen, mich möglicherweise geirrt zu haben.“

„Erstaunlich“, meinte Spike spottend, worauf sein Onkel ihn strafend ansah.

„Wie auch immer, ich habe noch einmal alles überprüft und Mr. Liam hat die Wahrheit gesagt, daher möchte ich, dass du nach Los Angeles fliegst und mit Mr. Liam die Verhandlungen wieder aufnimmst. Sag ihm, mein Verhalten tut mir Leid und ich bin mit allen seinen Bedingungen einverstanden. Ich habe alle Unterlagen plus Verträge vorbereiten lassen, sie sind hier in diesem Ordner“, endete der ältere Mann und sah seinen Neffen auffordernd an.

„Nein Onkel Rupert, wenn du was von Angel willst, dann mach das selbst, ich will ihn nicht sehen... treffen... weil... ich habe keine Zeit und...“

„Ich weiß, dass Mr. Liam und du... eine engere Verbindung eingegangen seid.“

Nervös rutschte Rupert auf seinem Stuhl herum, es war ihm sehr unangenehm mit Spike über seine Neigung zu reden, doch er hatte eingesehen, dass Ethan recht hatte und nun wollte er den Schaden, den er verursacht hatte, wieder gutmachen.

„Spike riss die Augen auf und eine feine Röte überzog sein Gesicht. „Bloody hell, na ja, irgendwann musstest du es ja erfahren“, gestand er und senkte seinen Blick. „Ich hätte nur nicht gedacht, dass du es so ruhig hinnimmst. Doch Angel und ich... wir sind nicht zusammen“, murmelte er und Giles entging der deprimierte Unterton in Spikes Stimme nicht und so erwiderte er.

„Dann ändere das.“

Verwundert schaute sein Neffe ihn an. „Was? Das ausgerechnet du das einmal zu mir sagst, hätte ich nie gedacht.“

„Auch wenn es nicht oft den Anschein hatte, es liegt mir sehr viel an dir und wenn du mit diesem Angel glücklich bist, dann soll es so sein.“

„Nett von dir Onkel, aber er will mich nicht“, meinte Spike leise.

„Das sehe ich anders, und seit wann gibst du so einfach auf? Das ist doch sonst nicht deine Art. So wie ich dich kenne erreichst du immer was du willst“, lächelte Rupert milde, „und  außerdem habe ich sehr wohl den Eindruck, dass Mr. Liam… wie soll ich sagen... Gefühle für dich hegt.“ Giles versuchte das Bild von Spike und Angel in inniger Umarmung aus seinen Kopf zu verdrängen und hoffte Spike merkte nicht wie schwer ihm diese Worte fielen. Er zog daher rasch ein Stück Papier aus dem Ordner, das er seinem Neffen reichte.

~*~

Maggie Walsh stopfte nervös einige Papiere in den Aktenvernichter. ‚Drei Ordner noch und man wird mir so gut wie Nichts nachweisen können’, dachte sie zufrieden. Ihre Koffer waren bereits gepackt und nun wollte sie noch alle Akten, die sie in irgendeiner Weise belasten konnten, entsorgen, um in Mexiko ein neues Leben zu beginnen. Sie schaute noch in alle Schreibtischschubladen, um sicher zu gehen nichts übersehen zu haben, als ihre Sekretärin  den Raum betrat. „Mrs. Walsh, da sind zwei Herrschaften, die Sie sprechen möchten.“

Kapitel 10 von silverbird

Detektiv Kate Lockley und Francis Doyle schoben Walshs Sekretärin zur Seite und betraten das Büro. Doyle eilte zu dem Aktenvernichter und schaltete ihn rasch aus, während er gleichzeitig den Ordner an sich nahm, den Maggie noch in der Hand hielt, und Kate griff nach ihren Handschellen. „Mrs. Walsh wir verhaften Sie wegen Anstiftung zum Mord, Dokumentenfälschung und Betrugs.“

„Das müssen Sie mir erst beweisen“, entgegnete die Frau patzig.

Kate lächelte überlegen. „Oh, das dürfte kein Problem sein. Auf Grund eines Anrufes hatten wir ein anregendes Gespräch im den Libyschen Behörden und Finn, den Sie gut kennen, wie ich gehört habe, ebenso wie seine Kumpanen werden dieser Tage noch in New York eintreffen, unter bester Aufsicht natürlich.“

„Und für das hier“, Doyle wedelte mit dem Ordner, „ wird sich sicher die Steuerfahndung interessieren.“

„Nein“, war alles was Maggie entsetzt hauchte, bevor sie abgeführt wurde.

~*~

Groo klopfte an Cordelias Zimmertür, ein großes Tablett in der Hand, und atmete tief durch. „Ganz ruhig Groo alter Junge, mehr als nein sagen kann sie nicht. Gott, ich fühle mich wie ein Primaner vor seinem ersten Date, diese Frau bringt mich um den Verstand und ich würde so gut wie alles tun, damit sie...“ noch bevor er seine Gedanken zu ende führen konnte, hörte er Cordy rufen; „Kommen Sie rein die Tür ist offen und bringen Sie die Koffer in die Lobby. Außerdem brauche ich ein Taxi.“

Die Junge Frau stand mit dem Rücken zur Tür und schloss gerade ihren Kosmetikkoffer.

Die Party gestern Abend hätte ihr gefallen, wenn Groo nicht so distanziert gewesen wäre und Cordy somit in ihrer Vermutung bestätigte, dass für ihn alles nur ein Spiel war. Verbittert über diese niederschmetternde Erkenntnis hatte sie beschlossen heute das erste Flugzeug zurück nach L.A. zu nehmen, um zu Hause ihre wunde Seele zu pflegen. Sie drehte sich um, in der Annahme den Pagen in ihrem Zimmer vorzufinden, und wich erschrocken einen Schritt zurück, da Groo vor ihr stand, verlegen lächelnd und ein großes Frühstückstablett in den Händen.

Sofort verschränkte sie ihre Arme vor der Brust und schaute finster drein. „Der Herr hat also beschlossen mir wenigstens zum Abschied Beachtung zu schenken?“

„Was? Nein, ich... so ist das nicht, es... ich…“

„Hör auf herumzustottern Groo Peterson und lüge mich nicht an. Seit Angel abgeflogen ist, hast du mich wie Luft behandelt und nur weil mein Bruder dich gebeten hat auf mich zu achten, hast du mich begleitet oder zum Set gefahren.“

„Das war nicht der Grund, weißt du?“

„So? Was dann? Du hast kaum ein Wort mit mir geredet und gestern auf der Party sah ich dich kaum. Welche Gründe hast du also für dein Verhalten?“

„Weil ich dich liebe.“

„Pf… was du nicht sagst, eine wunderbare Art mir das zu zeigen, treib deine Spielchen mit jemand anderem, ich falle nicht mehr darauf rein.“ Cordelia griff wütend nach ihrer Handtasche und wandte sich zur Tür.

„Cordy, bitte hör mich an. Nur 5 Minuten, bitte.“

„Du hast drei und die Zeit läuft“, entgegnete sie und drehte sich mit einem hochmütigen Blick zu dem Hotelbesitzer um.

Der schaute betreten zu Boden. „Ich weiß, ich kann dir nicht viel bieten, bin kein Produzent oder so, du bist Schauspielerin und eine gute noch dazu, natürlich ist mir klar, dass deine Kariere gerade beginnt und ich...“

„Komm auf den Punkt, mein Flugzeug wartet“, unterbrach sie ihn ungehalten, da sie seinen Worten nicht entnehmen konnte, was er da von sich gab.

Groo atmete tief durch und blickte sie unsicher an, bevor er mit fester Stimme fragte: „Cordelia Liam, willst du mich heiraten?“

~*~

„Wo hast du das her?“ Gebannt starrte Spike auf die Zeichnung, die sein Onkel ihm gegeben hatte.

„Mr. Liam hat sie wohl gemacht, als er auf mich wartete und dann wohl in der... Hitze des  ähm... Gefechtes auf meinem Schreibtisch vergessen. Es ist offensichtlich, dass ihm etwas an dir liegt, auch wenn er sich dessen vielleicht nicht so richtig bewusst ist. Nun ist es an dir William, ihm das klar zu machen.“

„Worauf du dich verlassen kannst. Der Sturkopf hat ja keine Ahnung was da auf ihn zukommt.“ Hektisch zerrte Spike seine halbgepackte Reisetasche und stopfte ein paar T-Shirts hinein, als er plötzlich stoppte. „Verdammt die Big-Bad, sie ist in Sabath. Bloody hell mit dem Rover dauert das ewig und...“

„Ich habe mir erlaubt Gunn anzurufen, er hat dein... nun nennen wir es Flugzeug, obwohl... nun ja, das steht jetzt nicht zur Debatte. Jedenfalls steht sie aufgetankt draußen und wartet auf dich. Außerdem habe ich ordentliche Kleidung für dich in die Maschine legen lassen, schließlich vertrittst du mein Unternehmen und da erwarte ich, dass du... umpf…“

Spike umarmte seinen Onkel fest. „Du bist der Beste“, murmelte er freudig, bevor er ihn wieder losließ. Der, um seine Rührung zu verbergen, die Brille abnahm und sie heftig zu putzen begann.

„Ordentliche Kleidung?“ fragte Spike plötzlich mit zusammengezogenen Augenbrauen. „Ich hoffe doch es ist nicht Tweed?“ Worauf sein Onkel ihn unverständig ansah.

~*~

Angel und Lindsey hatten ihr Essen beendet und unterhielten sich bei einem Glas Whiskey über die Möglichkeiten der Klage gegen Rupert Giles.

Der Anwalt verstand sein Geschäft, wie Angel zufrieden bemerkte und außerdem schien er ein netter Kerl zu sein.

Lindsey ging es nicht anders. Als Lilah ihn bat sich des Falls anzunehmen, sagte er sofort zu, denn sie hatte ihm des –fteren von Angel erzählt, ihm auch dessen Homosexualität nicht verschwiegen und Lin war neugierig auf diesen Mann geworden, mit dem Hintergedanken, dass, sollte ihm der Architekt gefallen, sich etwas zwischen ihnen entwickeln könnte.

Nun aber stellte er fest, dass da nichts war außer Sympathie, das gewisse Prickeln kam nicht auf, wenn er den jungen Architekten ansah.

Angel war mit seinen Gedanken jedoch ganz woanders, während er einen kurzen Blick in Lindseys blaue Augen warf. ‚Sie sind blau, dachte er, ‚aber nicht DAS Blau, diese einzigartige Farbe, die in allen Schattierungen schimmert, nach Stimmung wechselt und in ein dunkles Kobalt übergeht, wenn ich William küsse. Mir fehlt der betont unschuldige Ausdruck darin, wenn er mich in Verlegenheit bringt, und das Glitzern, wenn er mich Pet oder Luv nennt. Und verdammt, ich steh drauf, wenn er mir Kosenamen gibt, auch wen...’

„Mr. Liam?“

Angel zuckte erschrocken zusammen und schaute irritiert in das Gesicht des Anwalts, der ihn  amüsiert anlächelte.

„Tut mir Leid, Mr. McDonald, es ist... schon spät und ich bin etwas müde. Wenn wir soweit alles besprochen haben würde ich vorschlagen aufzubrechen.“

„Gute Idee“, entgegnete dieser und erhob sich, „sobald die Schriftstücke aufgesetzt sind melde ich mich bei Ihnen.“

~*~

„Spike schnaubte, stellte sich im Gedanken die Landkarte und seine Flugroute vor und fluchte über die lange Strecke, die vor ihm lag.

Bis zu diesem Zeitpunkt hatte er es immer geliebt über die Wüste zu fliegen, Zeit spielte hier kaum eine Rolle, aber dieses Mal galt es den Flug in Tripolis zu erreichen, so holte Spike alles an Geschwindigkeit heraus, was seine ‚Big Bad’ hergab und sie enttäuschte ihn nicht.

~*~

„Harmony, das sind die falschen Unterlagen, Herrgott noch mal es muss doch möglich sein wenigstens einmal von Ihnen das zu bekommen, was ich verlange“, brüllte Angel in die Gegensprechanlage zu seiner Sekretärin.

„Wozu benutzt du das Ding überhaupt, du schreist so, dass man dich locker im ganzen Bürogebäude hören kann“, bemerkte Wesley tadelnd, welcher gerade ins Zimmer trat, um Angel ein paar statische Berechnungen auf den Tisch zu legen. „Seit dem Debakel mit diesem Giles ist es mit dir nicht mehr auszuhalten. Ich verstehe nicht wieso dich diese Sache so aufregt, gut wir haben einen lukrativen Auftrag verloren, aber es ist ja nicht so, dass wir darauf angewiesen sind.“

Angel fuhr sich seufzend durch die Haare. „Du hast ja Recht, manchmal geht mir einfach alles auf die Nerven.“

„Es ist schon spät, wir sollten Schluss machen für heute. Wieso nimmst du dir nicht einmal einen freien Tag, oder auch ein paar Tage, du hast es dir verdient. Seit Tagen hast du nur gearbeitet, es wird dir gut tun einmal abzuschalten und dich zu entspannen. Geh ins Fitnesscenter, Sauna, irgendetwas das dir Spaß macht.“

„Gute Idee“, murmelte Angel wenig begeistert, doch Wes bemerkte es nicht und nickte nur, bevor er den Raum wieder verließ. Er hatte anderes in Kopf. Lilah holte ihn in einer Stunde ab, da sie sich mit der Hochzeitplanerin treffen mussten und Wesley musste heute auch noch seine Eltern abholen, die eine Woche vor der Trauung eintrafen, um sich von Wes Los Angeles zeigen zu lassen, was den Statiker jetzt schon nervte, denn sein Vater würde alles über seine Arbeit wissen wollen und mit Kritik nicht sparen. Er wünschte sich wirklich diese Woche wäre schon vorbei. Nur Lilah zuliebe nahm er das alles auf sich, denn sie war wirklich eine bemerkenswerte Frau, daher wollte er dass ihre Hochzeit perfekt wurde.

~*~

„Wo ist der Ring?“

„Der was?“ Völlig perplex starrte Groo Cordelia an.

„D e r Ring, du kannst mir doch keinen Antrag machen, ohne das dazugehörige Ding für den Finger“, bemerkte Cordelia, einen Schmollmund ziehend, ihre Augen blitzten jedoch.

„Nein, ja... natürlich ich habe ihn... Der Hotelbesitzer schaute erst verwirrt zu Cordelia, dann suchend an sich hinunter, wieder zurück zu der Frau seines Herzens. „Du willst mich?“ flüsterte er, sich der Tragweite ihrer Antwort erst jetzt bewusst werdend und als sie grinsend nickte, schmiss er das Tablett, welches er immer noch in den Händen hielt, in die Ecke, lief auf sie zu, umarmte sie stürmisch und wirbelte sie im Kreis herum, bevor er sie zärtlich küsste.

„Ich liebe dich, Groo Peters“, hauchte sie und küsste ihn nun ihrerseits, jedoch nur kurz, um ergänzend hinzuzufügen: „Weißt du ich lege ja auf materielle Dinge nicht wirklich wert, aber es ist üblich seiner zukünftigen Frau...“ mehr sagte sie nicht, sondern wedelte nur mit ihrer Hand vor seinem Gesicht herum.

Der Hotelbesitzer lachte daraufhin schallend: „Gott Cordy, du bist einmalig“, bemerkte er, bevor er mit ernstem Gesicht vor ihr auf die Knie fiel und ein kleines Kästchen aus seiner Hosentasche zog.

~*~

Angel saß immer noch an seinem Schreibtisch. Er hatte einfach keine Lust nach hause zu gehen. Wozu auch, die Einsamkeit in seinem Dachapartment erdrückte ihn in letzter Zeit und so blieb er lieber länger im Büro, denn auch Ausgehen machte ihm nicht mehr so viel  Spaß wie früher. „Ich werde alt“, seufzte er deprimiert, öffnete das letzte Fach seiner  Schreibtischschublade und starrte auf die Zeichnung, auf der ihm Spike entgegenlächelte, als Harmony den Kopf durch die Tür steckte. „Bossi? Ein Mr. Giles möchte Sie sprechen.“

Der Angesprochene hob erstaunt die Augenbrauen? „Was will der denn von mir, also gut, stellen Sie durch.“

„Nicht am Telefon, er ist hier.“

Das verwundere den Architekten noch mehr, dachte aber vielleicht wollte der alte Zausel nun doch zu einer friedlichen Einigung kommen, daher forderte er seine Sekretärin auf. „Bitte führen Sie ihn herein.“

Angel erhob sich und ging um seinen Schreibtisch herum, schließlich wollte er sich als höflicher erweisen, als Giles sich ihm gegenüber verhalten hatte und als er erwartungsvoll zur Tür blickte, vergaß er plötzlich Luft zu holen, denn durch die Tür trat Spike, der ihn unverschämt angrinste.

„William du? Aber meine Sekretärin sagte Mr. Giles...“

„Japp, ich bin William Giles und Rupert ist mein Onkel.“

„Onkel!“ Angel Kinnlade klappte hinunter und er starrte Spike sprachlos an.

„Krieg dich wieder ein, für Verwandtschaft kann man nichts und mach deinen hübschen Mund zu, bevor ein Vogel sein Nest drin baut“, erwiderte Spike amüsiert und fasste in die Taschen seines Ledermantels, um seine Zigaretten herauszunehmen. Spike war nervös, wollte es sich aber nicht anmerken lassen und wenn er seine Hände beschäftigte, war es leichter für ihn. Da Angel in keiner Weise reagierte, nahm er einen der Glimmstängel heraus und steckte ihn sich in den Mund. Diese kleine Pause genügte Angel, um sich wieder zu fangen.

„Würdest du hier bitte nicht rauchen.“

Spike verdrehte die Augen und steckte die Packung wieder weg. „Na wenigstens hast du deine Stimme wieder gefunden. Sicher willst du wissen warum ich hier bin und um gleich mit der Tür ins Haus zu fallen, es geht um deine Pläne, Rupert entschuldigt sich bei dir und bietet dir an die Anlage zu bauen, das heißt, wenn du es noch willst. Ich könnte allerdings verstehen, dass du mit meinen Onkel nichts mehr zu tun haben willst. Er ist manchmal ein Idiot, aber wenn man ihn besser kennt, ist er gar nicht so übel.“

Spike wurde immer nervöser. Irgendwie hatte er gehofft von Angel freundlicher begrüßt zu werden, doch da Angel ihn immer noch wortlos anstarrte, begann der Blonde unruhig zu zappeln.

‚Er ist da, William, hier in meinem Büro, und ich habe nicht die geringste Ahnung wie ich reagieren soll’, war das einzige, das Angel ständig durch den Kopf ging.

‚Okay, das wird schwieriger als ich dachte, der Poof hat wie immer keine Schimmer was er tun soll, also werde ich ihm auf die Sprünge helfen, schließlich habe ich einen perfekten Plan.’

Kurz doch etwas verunsichert, überlegte er, ob es nicht doch ein Fehler war hierher zu kommen, beschloss jedoch, nachdem er schon mal hier war, nicht sofort aufzugeben.

„Was ist jetzt, willst du es dir überlegen oder nicht? Ich habe nicht ewig Zeit hier rumzustehen, schließlich bin ich das erste Mal in der Stadt der Engel, daher möchte ich mir so einiges ansehen und Hunger habe ich auch. Hör mal Angel, falls du dir Gedanken darüber machst, was zwischen uns passiert ist und du deswegen überlegst, vergiss es, wir hatten Spaß und es war... nett, das hier ist rein geschäftlich. Ich bin nur hier, weil mein Onkel gemerkt hat was für einen großen Fehler er begangen hat und er möchte, dass alles wieder in Ordnung kommt. Ich habe dir hier das Hotel und die Telefonnummer aufgeschrieben, wo du mich erreichen kannst“, bemerkte der Blonde und legte einen Zettel auf den Tisch.

Angel hatte das Gefühl als hätte Spike ihm mitten ins Gesicht geschlagen und umrundete schnell seinen Schreibtisch weil er den Drang verspürte sich setzen zu müssen, da seine Beine ihm den Dienst versagten. ‚Spaß? Nett? So sieht er das also und ich dachte... aber war es nicht genau das, was ich wollte? Unkompliziert und ohne Verpflichtung? Wieso wundere ich mich dann eigentlich, dass er genauso denkt? Er sieht so gut aus, selbst mit dem Ledermantel von diesem Riley, obwohl er ihm zu groß ist. Was will er mit einem Kerl wie mir, wenn er jeden haben kann. Ich sollte ihn gehen lassen, jetzt sofort, bevor es zu spät ist’, dachte der Dunkelhaarige, doch er sagte: „Gut, dass du es auch so siehst, dann erübrigt sich das Thema. Wie ich über die Sache mit Mr. Giles entscheide bin ich mir noch unklar, das verstehst du hoffentlich.“

„Schon okay“, nickte Spike, „schließlich hast du nicht damit gerechnet, dass er seine Meinung so plötzlich ändert und ich auch nicht, dass kannst du ruhig glauben. Wie auch immer, ich bin am Verhungern und mach mich jetzt vom Acker“, sagte Spike noch und verließ, Angel noch mal zunickend, das Büro.

Dieser nahm Gedankenverloren den Zettel in die Hand, las Spikes Hoteladresse und riss die Augen auf, um gleich darauf aufzuspringen und Spike nachzulaufen.

Der Blonde stieg gerade in den Aufzug ein, als Angel angestürmt kam. „Warte.“

‚Das ging ja schnell’, dachte Spike, innerlich schmunzelnd und brachte die Lifttüre zum stoppen, als diese sich schließen wollte.

„Du wirst nicht in diesem Hotel wohnen“, sagte Angel bestimmt und betrat den Aufzug.

Spike hob seine vernarbte Augenbraue an. „Ach, werde ich nicht?“

„Nein. Auf keinen Fall. Wie bist du überhaupt auf die Idee gekommen dich dort ein zu quartieren?“

„Ich sagte zum Taxifahrer ich brauche ein günstiges Einzellzimmer für ein paar Tage und er hat mich dort hingebracht? Und was geht dich das überhaupt an wo ich wohne?“

„Diesen Fahrer sollte man verklagen“, schimpfte Angel grimmig. „Wie konnte er dich in so eine Gegend bringen? Der östliche Skid Row ist keine gute Gegend. Am Tag geht es dort ja noch, aber nachts? Auf keinen Fall! Du wirst woanders wohnen.“

Der Aufzug hielt in der Tiefgarage und der Dunkelhaarige ging voran, auf seinen Wagen zu.

„Hör mal Angel, ich bin kein ängstlicher Mensch und außerdem habe ich meine Sachen schon im Hotel. Mach dir keine Gedanken, ich komme schon zurecht. Außerdem habe ich keine Lust mir jetzt noch irgendwo ein Zimmer zu suchen und ich kann mich wehren, wenn es darauf ankommt wie du weißt.“

„Wenn 3 oder 4 Männer dich ausrauben wollen dann nicht mehr. Das hier ist meine Stadt, daher wirst du auf mich hören und ich sage dir, du fährst nicht zurück in diese Gegend, du wohnst bei mir, denn so spät findest du kein anderes Hotel.“ ‚Bei mir? Wieso habe ich das gesagt? Aber ich kann William unmöglich in der Skid Row wohnen lassen, das wäre unverantwortlich. Es ist zu gefährlich. Schließlich ist er in gewissem Sinne meinetwegen in L.A., daher muss ich mich um ihn kümmern.’  

‚Klappt ja perfekt’, dachte Spike doch laut sagte er. „Okay, deine Stadt, also nehme ich mal an das du recht hast, aber ich müsste meine Tasche holen und auschecken, doch ich will dir keine Umstände machen.“

„Du machst mir keine Umstände und deine Sachen holen wir morgen, bei Tageslicht.

Wenn du was essen möchtest, ich kann dir ein gutes Restaurant zeigen, oder ich koche uns etwas.“

Spike schaute Angel mit großen Augen an. „Du kannst kochen?“

„Ja, stell dir vor, und es ist essbar. Wir müssten nur ein paar Dinge einkaufen, aber das liegt am Weg.“ ‚Gott, seine Augen sind blauer als ich sie in Erinnerung habe’, dachte Angel und sperrte seinen Plimyth auf, den sie gerade erreicht hatten.

„Schicke Karre, ich stehe auf schwarze Autos.“ Grinsend warf Spike seinen Mantel auf die Rückbank und ließ sich auf den Sitz fallen.

‚Und wenn ich Glück habe bist du mein Nachtisch, Pet.’

Angel, der von den Gedanken des Blonden nichts ahnte, entgegnete stolz. „Ist ein Klassiker, so einen Wagen siehst du nur noch selten.“

Spike nickte. „Ich kann dich verstehen, hab ’nen DeSoto, schwarz natürlich, aber ich fahre ihn nur wenn ich in der Stadt bin.“

„Den hätte ich gerne gesehen.“

„Vielleicht ergibt es sich einmal.“

„Eher nicht, es ist doch etwas weit bis zu deinem Wohnort.“

„Ach was, die paar Flugmeilen“, grinste Spike und Angel schüttelte lachend den Kopf. ‚Der Kleine hatte wirklich eine völlig andere Ansicht der Dinge, aber es war schön wieder einmal ein richtiges Männergespräch zu führen.’

Das Einkaufen war für Angel mehr als anstrengend und brachte ihn trotz des gut klimatisierten Geschäftes ins Schwitzen, da Spike sich immer wieder tief ins Kühlregal beugte und dem Architekten so sein perfektes Hinterteil präsentierte, weil er verschiedene Lebensmittel herausholte, um sie Angel mit unschuldig fragenden Augen zu zeigen.

‚Er hat nicht die geringste Ahnung wie sexy er ist’, stellte Angel fest, als er beobachtete wie die Leute in dem Laden, egal ob Frauen oder Männer, bewundernde Blicke auf Spike warfen, doch der Blonde schien es nicht zu bemerken, sondern stürmte auf ein Regal zu, in dem er die verschiedensten Packungen mit Mashmellows entdeckt hatte und warf sie freudestrahlend in den Einkaufswagen. Angel schaute ihn erst verwundert an, lachte aber dann, den Kopf schüttelnd.

„Was? Sie schmecken großartig, besonders in heißer Schokolade.“

~*~

Zwei Stunden später saßen die beiden Männer gesättigt von einem hervorragenden Essen auf dem Sofa in Angels Wohnung, tranken Wein und Spike erzählte von Riley. „Finn hat alles gestanden und auch seine Auftraggeberin belastet, ihm sowie seinen Freunden wird in New York der Prozess gemacht und du wirst als Zeuge erscheinen müssen, sobald der Staatsanwalt...“

Angels Telefon klingelte, dieser hob entschuldigend die Schultern und nahm das Gespräch entgegen. „Mr. McDonald, was veranlasst Sie... Ja natürlich, aber es hat sich etwas geändert. Jetzt möchte ich genau das Gegenteil, Sie sollen einige Verträge für einen Vertragsabschluß überprüfen.“ Angel hörte einen Weile zu was der Anwalt zu sagen hatte, bevor er bedauernd antwortete: „Heute noch ist etwas ungünstig, ich habe einen Gast, aber...“

Spike, der mitbekommen hatte, dass Angel anscheinend noch etwas Wichtiges erledigen sollte, gab dem Dunkelhaarigen ein Handzeichen, dass es ihn nicht störte, wenn Angel noch jemanden treffen wollte, daher sagte dieser; „Okay, es geht doch, aber es wäre mir angenehmer, wenn Sie zu mir kommen könnten.“ Der Anwalt stimmte zu und 20 Minuten später klingelte es an der Tür.

„Ich gehe schon“, bot Spike an, da Angel noch in der Küche war, um Getränke kühl zu stellen, dem Blonden aber sogleich folgte, da er es für unhöflich fand, wenn der Anwalt von einem ihm Fremden an der Tür empfangen wurde.

Lindsey trat gerade ein, seine und Spikes Blicke trafen sich und Angel sah wie McDonalds Augen aufblitzten, als dieser Spike betrachtete. Der Anwalt bemerkte Angel überhaupt nicht, sonder hielt Spike die Hand hin.

„Hi, ich bin Lindsey McDonald, nenn mich bitte Lin.“

„Ich bin Spike“, grinste dieser zurück.

Kapitel 11 von silverbird

„Nachdem ihr euch jetzt bekannt gemacht habt, kommen wir zu dem weswegen Sie hier sind Lindsey. Am Besten wir gehen sofort in mein Büro.“ Angel drängte sich zwischen die beiden Männer und packte den Anwalt etwas unsanft am Arm, um ihn in sein Büro am Ende des Flurs zu zerren.

„Wir sehen uns doch noch?“ rief Lin Spike über die Schulter zu.

„Ist anzunehmen“, antwortete der Blonde, bevor der Anwalt mit Angel im Büroraum verschwand.

Spike ließ sich auf die Couch fallen und schaltete den Fernseher ein. „Was war das jetzt?

Meinem Großen scheint es nicht zu passen, dass dieser Lindsey mich angemacht hat. Diese unerwartete Gelegenheit muss ich nützen, also Planänderung.“ Diese neue Erkenntnis veranlasste Spike dazu aufzustehen und, ein Grinsen unterdrückend, auf Angels Büro zuzugehen. Er klopfte kurz und öffnete die Tür, steckte jedoch nur den Kopf durch. „Braucht ihr mich vielleicht? Gibt es Fragen wegen Rupert?“ Wollte Spike mit Unschuldsmiene wissen.

Angels „Nein“ und Lindseys „Ja“ brachten Spike dazu einen verwirrten Blick aufzusetzen.

„Was jetzt?“

„Danke Spike wir kommen zurecht“, beeilte Angel sich zu sagen, „wir brauchen auch nicht lange. Wenn du willst, kannst du Fernsehen, oder im Haus ist auch ein Fitnessraum und eine Sauna, die du nutzen kannst.“

„In der Flimmerkiste laufen nur Widerholungen, hab schon reingeschaut. Aber Sauna wäre klasse, nach der langen Fliegerei ist das eine gute Entspannung. Ihr könnt ja nachkommen, wenn ihr fertig seid.“

„Guter Vorschlag, ich war schon seit Ewigkeiten in keiner Sauna mehr. Es macht Ihnen doch nichts aus, wenn ich mich anschließe, Angel?“

„Nein, natürlich nicht“, würgte dieser heraus. Angel war in einer Zwickmühle und hatte keine Ahnung wie er da herauskommen sollte. Er ärgerte sich, dass er Spike diesen idiotischen Vorschlag gemacht hatte, in die hauseigene Sauna zu gehen, doch eigentlich hatte er nicht damit gerechnet, dass der Kleine zustimmen würde, da Angel dachte Spike war sicher zu müde für irgendwelche Aktivitäten nach seiner langen Reise.

Aber Spike war ein Energiebündel so wie es aussah, also war das einzige, das Angel machen konnte, die Besprechung mit Lindsey so lange wie möglich hinauszuzögern. Am Besten bis Spike wieder zurück in die Wohnung kam.

„Wunderbar“, bemerkte Spike, „dann bis später, ich schwitze inzwischen eine Runde.“ Und schon war er verschwunden.

Angel versuchte inzwischen alles Mögliche, um den Anwalt in seinem Büro zu halten, doch nach einer Stunde gab es nicht einmal mehr einen Beistrich zu besprechen und so bleib ihm nichts anderes übrig, als Lindsey nach unten zu führen.

Inzwischen war er bereits drei Uhr nachts und weder im Fitnessraum, noch in dem angrenzenden Umkleideraum war noch jemand anzutreffen. Angel zeigte dem Anwalt wo er sich einen Bademantel und Saunatücher nehmen konnte und bald darauf betraten die Beiden mit einem Handtuch um die Hüften die finnische Sauna, auf deren oberster Stufe Spike lag, entspannt und einen Arm über seine Augen gelegt. Als die Beiden eintraten, richtete er sich auf, sein Handtuch verrutschte und gab einen Teil der dunklen Locken  seines Unterleib frei, was ihn aber überhaupt nicht zu stören schien, wie Angel etwas wütend feststellte und als er Lindseys begehrlichen Blick bemerkte, mit dem er Spikes Körper betrachtete, war nicht der heiße Raum der Grund dafür, dass er innerlich zu kochen begann.

„Wird aber auch Zeit, dass ihr auftaucht, ich verbrutzle hier schon fast“, maulte er und Angel schaute fasziniert auf den Schmollmund, den Spike dabei machte.

‚Gott, was für ein Anblick, sein schmaler und doch muskulöser Körper, der vor Schweiß glänzt und die hübschen Locken, die sich feucht um sein Gesicht kringeln, er sollte sein Haar  immer so tragen, er sieht so sexy aus, so perfekt. Ich wäre ein Idiot ihn gehen zu lassen und noch ein größerer, wenn ich McDonald das Feld überlassen wurde.

Aber Spike hat gesagt wir hatten Spaß in der Wüste, mehr nicht. Und wie er und Lindsey sich angesehen haben, war doch ziemlich eindeutig, ich habe die Funken zwischen ihnen fast fliegen sehen vielleicht, will er jetzt mit dem Spaß haben?

Andererseits, noch ist zwischen den Beiden nichts gelaufen und vielleicht sollte ich mich einmal ernsthaft um eine Beziehung bemühen, mit dem Kleinen könnte ich mir das durchaus vorstellen. Außerdem habe ich es satt alleine zu sein und nicht alle sind wie Penn, Spike ist auf keinen Fall wie Penn, und auch ich habe mich verändert. Heute sehe ich die Dinge anders. Vielleicht könnte ich Spike sogar verzeihen, wenn er mit ...nein könnte ich nicht. Ich will, dass er nur mir gehört.’

Gelächter holte Angel aus seinen Gedanken und als er hochschaute, bemerkte er, dass sich Spike und Lindsey bestens unterhielten.

„Wenn du willst, kann ich dir morgen die Stadt zeigen, nachdem wir deine Sachen aus dem Hotel geholt haben“, unterbrach Angel die Beiden unvermittelt, da er nicht wusste wie er sich sonst in das Gespräch einschalten sollte und hatte damit sofort Spikes Aufmerksamkeit, der ihn freudig anstrahlte.

„Wenn ich deine Pläne nicht durcheinander bringe, wäre das wunderbar. Ich müsste sowieso einiges für Rupert und Ethan besorgen, und ich bin sicher du bist der perfekte Führer.“

„Sie müssen sich nicht extra frei nehmen Angel, ich hätte Zeit und könnte Spike übernehmen“, warf Lindsey ein.

‚Das könnte dir so passen ihn zu übernehmen’, dachte Angel grimmig, doch laut sagte er: „Ist kein Problem, ich hatte sowieso vor, ein paar Tage frei zu nehmen, da passt es gut, dass Spike jetzt hier ist, außer die willst lieber mit Lindsey?“ stellte Angle in den Raum und ärgerte sich gleichzeitig den Vorschlag überhaupt zu machen. Was, wenn der Blonde lieber mit dem Anwalt gehen würde?

„Danke für das Angebot, Lin, aber wenn Angel schon mal frei hat, nerve ich lieber ihn, wir können ja irgendwann mal etwas trinken gehen, solange ich in der Stadt bin und jetzt muss ich hier raus, schließlich brate ich schon wesentlich länger als ihr.“ Lachend erhob sich Spike und stieg die Holzstufen hinab, das Handtuch lässig über seine rechte Schulter werfend. Zwei Augenpaare folgten jeder seiner Bewegungen, glitten über dessen fantastischen Körper und als der Blonde an Angel vorbeiging, streifte er wie unbeabsichtigt dessen Arm, was diesen erschaudern ließ. „Ich habe auch genug“, murmelte er daraufhin und erhob sich ebenfalls, um Spike nach draußen zu folgen.

Wenig später standen sie unter der Dusche, um sich zu waschen und abzukühlen, und betrachteten sich gegenseitig bewundernd, wenn sie dachten der andere bemerkte es nicht.

Auch später im Whirlpool, als sie sich gegenüber saßen, war es nicht anders, nur dass sich ihre Blicke hin und wieder trafen, kurz nur, dann immer länger und öfter, bis sich auf Angels  Gesicht ein kleines Lächeln zeigte, das Spike fast schüchtern erwiderte.

Er fühlte sich so anders diesmal in Angels Gesellschaft, als in Libyen. Irgendwie hatte der Blonde erwartet, dass ihn nur die sexuelle Anziehungskraft zu Angel dazu bewogen hatte nach L.A. zu kommen, aber das war kein, ich will dich, ich krieg dich, was er von Angel wollte.

‚Okay, das ist jetzt gelogen, sein Körper ist atemberaubend und der Sex mit ihm... bloody Hell, unbeschreiblich, aber... das alleine ist nicht der Grund warum ich mit ihm zusammen sein will.’ Stellte Spike plötzlich verwundert fest und Verblüffung zeichnete sich auf seinem Gesicht ob dieser Erkenntnis ab.

Angel entging diese Veränderung nicht und er rutschte in dem sprudelnden Wasser eine Spur näher an Spike. „Ein Penny für deine Gedanken“, murmelte er leise und dieses Mal lösten sie ihren Blickkontakt nicht. Spike verspürte den Wunsch dieses Gesicht vor ihm mit den Händen zu umfassen, die feuchten Haare, welche Angel etwas wirr vom Kopf standen, mit seinen Fingern zu kämmen und in diesen sanften braunen Augen zu versinken, während sich ihre Lippen langsam näher kamen. Er verlor sich in der Fantasie, Angels breite Schultern zu streicheln und seine Brustmuskeln zu erforschen, über die starken Arme zu gleiten und dessen wohlgeformten Hände dazu zu bringen bei ihm das selbe zu tun. Der Blonde stellte sich vor, wie es sich anfühlte sich stundenlang Zeit zu lassen um...

„Ahh… ist das herrlich. Ich war wirklich schon ewig nicht mehr in einer Sauna und hatte schon völlig vergessen wie gut das tut.“ Lindsey platschte neben Angel und Spike ins Becken, lehnte sich genüsslich zurück.

Mit einem Mal war der Zauber zwischen den Beiden gebrochen und Spike kehrte in die Realität zurück. „Vielleicht erzähle ich es dir einmal, Pet“, bemerkte er leise zu Angel gewandt, auf dessen Frage zurückkehrend, bevor auch er die Augen schloss, um sich zu entspannen und  das warme sprudelnde Wasser zu genießen, wobei er das Prickeln auf seiner Haut mit Sicherheit Angels Gegenwart zuschrieb und nicht dem Pool.

Angel hingegen war mehr als sauer und zwar auf Lin. Dieser verdammte Anwalt ging ihm mit jeder Minute mehr auf die Nerven und er wünschte ihn zum Teufel, oder noch besser in die Wüste, und zwar an eine Stelle, an der Skip nie vorbeikam, um ihn raus zu holen.

Doch der Anwalt war leider mehr als präsent, denn er redete ununterbrochen, wobei er seine Worte letztendlich an Angel richtete, da Spike nicht auf ihn reagierte, wenn er ihn ansprach, sodass der Anwalt vermutete der Blonde sei einschlafen. Dieser dämmerte tatsächlich etwas schläfrig vor sich hin und hatte einfach keine Lust sich mit Lindsey zu unterhalten, außerdem war der Tag lang und anstrengend gewesen und sein Körper forderte nun seinen Tribut.

Angel bemerkte, dass Spike am Einschlafen war, ignorierte Lindseys Geplapper und berührte Spike vorsichtig am Arm. Der schreckte hoch und schaute Angel verwirrt an. „Du gehörst ins Bett“, bemerkte er mit sanfter Stimme.

‚Ja, und zwar in meines. Er weiß es zwar noch nicht, aber bis zum Ende dieser Woche wird er genau dort sein, in meinem Bett. Angel ist viel zu soft, der Blonde braucht es hart und schnell, da bin ich sicher, und ich bin der, der es ihm geben kann’, dachte Lindsey selbstsicher und betrachtete wieder begehrlich Spikes Körper, der sich mit Hilfe Angels erhob und aus dem Pool kletterte.

Spike genoss es indessen von Angel fürsorglich in einen warmen Bademantel gehüllt zu werden. Es war neu für ihn umsorgt zu werden und es fühlte sich so gut an. Daher widersprach er auch nicht, als der Dunkelhaarige den Arm um ihn legte und ihn zur Tür führte. Kurz bevor sie hindurchgingen, sagte er zu Lindsey gewandt: „Wir telefonieren morgen, Spike braucht Schlaf, Sie verstehen das sicher.“ 

Der Anwalt nickte zustimmend und hob die Hand zum Gruß, bevor er wieder die Augen schloss und seine Gedanken wandern ließ. ‚Klar werde ich telefonieren und zwar mit dem süßen Spike. Angel ist ein Arbeitstier wie ich von Lilah weiß. Der hält es keine zwei Tage aus ohne ins Büro zu gehen und im Krieg oder für Sex ist jedes Mittel erlaubt. Der Junge kommt aus der Wüste, kennt nichts anderes wie ich vermute, da dürfte es ein leichtes für mich sein ihn zu beeindrucken, indem ich ihn in das Nachtleben LA’s einführe und der Vertrag mit der Firma Liam bringt kaum was ein, also kann ich mir jede Rücksichtnahme deswegen ersparen. Sollte Angel so sauer werden, weil ich ihm Spike weggenommen habe, und unseren Auftrag kündigen, was soll’s, der Blonde ist es auf alle Fälle wert.’

Vollkommen von sich überzeugt, beschloss der junge Anwalt ebenfalls das Wasser zu verlassen und Pläne zu schmieden, wie er an Spike herankommen könnte.

Inzwischen waren Spike und Angel in dessen Apartment angekommen und der Dunkelhaarige brachte Spike zur Tür des Gästezimmers. „Schlaf gut Kleiner, ich hole noch schnell unsere Sachen von unten.“

„Bin nicht müde“, murmelte Spike und schaute Angel mit verschleierten Augen an, bemüht sie offen zu halten.

Amüsiert schaute der Größere ihn an und strich ihm liebevoll das Haar aus der Stirn. „Ach? Bist du nicht? Wie lange hast du nicht geschlafen?“

„Weiß nicht 30… 36 Stunden?“ antwortete Spike und versuchte vergebens ein Gähnen zu unterdrücken, worauf Angel leise lachte.

„Ja, ich kann sehen wie wach du bist. Mach, dass du ins Bett kommst.“

Spike wusste, Angel hatte Recht, trotzdem zog er einen Schmollmund, der seine Wirkung nicht verfehlte, denn Angel konnte nicht widerstehen, beugte sich über den Blonden und drückte ihm einen sanften Kuss auf die Lippen. „Wir sehen uns morgen“, flüsterte er, bevor er ihn nochmals küsste, „beim Frühstück, gute Nacht.“ Nach diesen Worten schob er Spike durch die Tür und schloss sie rasch hinter ihm, wissend, wenn er nur noch eine Sekunde länger in dieses Gesicht schaute, war er hoffnungslos verloren.

„’Nacht Peaches“, murmelte Spike, während er auf das Bett zuwankte und mühevoll unter die Decke kroch, da er sich kaum noch aufrecht halten konnte. „Zudecken hätte er mich wenigstens noch können“, maulte er, als sich seine Beine in der Decke verhedderten, doch er lächelte dabei und leckte sich über die Lippen, um noch ein bisschen von Angels Geschmack aufzunehmen, der an seinem Mund haftete, bevor er einschlief und von ihm träumte.

~*~

„Morgen Peaches, Frühstück?“ Gut gelaunt und ausgeschlafen stand Spike in der Küche und wendete gerade einen Pfannkuchen, als Angel frisch geduscht und ausgehfertig eintrat.

„Guten Morgen, ja, Kaffee“, antwortete Angel und setzte sich an die Küchentheke, jede Bewegung Spikes beobachtend, als wäre es etwas Besonderes.

„Meine Pfannkuchen sind legendär, also zick’ nicht rum sondern iss“, bestimmte Spike und stellte dem Dunkelhaarigen einen gefüllten Teller hin, bevor er sich selbst setzte und kräftig zulangte.

Angel griff zum Besteck und schnitt sich ein Stück ab, welches er vorsichtig in den Mund schon. „Mhh... schmecken wirklich gut.“

„Sag ich doch“, grinste Spike und setzte sich Angel gegenüber.

Der konnte sich nicht erinnern, dass ihm irgendjemand jemals Frühstück oder sonst eine Mahlzeit zubereitet hatte, zumindest nicht seit er von seinen Eltern weggezogen war. Immer war er derjenige gewesen, der kochte, aufräumte sich um alles kümmere. Penn war nicht ein einziges Mal bereit gewesen wenigsten einzukaufen, geschweige denn sonst etwas zu tun. Für Spike schien das selbstverständlich zu sein, geben und nehmen, wie es unter Partnern sein sollte. Partner? Nein, das waren sie nicht, noch nicht, aber heute Nacht hatte sich etwas verändert, ganz ohne ihr Zutun war es einfach geschehen, plötzlich, ohne Plan, einfach so und es fühlte sich gut und richtig an, dass wussten Beide. Und sowohl Angel  als auch Spike entschieden im Gedanken synchron, es langsam angehen zu lassen, sich richtig kennen lernen, und sollte es funktionieren, würde sich alles Weitere mit der Zeit ergeben.

Eine halbe Stunde später, nachdem Angel zuvor noch telefonisch einen Tisch fürs Dinner um  18 Uhr bestellt hatte, saßen sie in seinem Wagen, um Spikes Sachen aus dem Hotel zu holen. Als dies geschehen war, beschloss der Dunkelhaarige sein Versprechen wahr zu machen und Spike die Stadt zu zeigen. „Was möchtest du sehen, Hollywood, Civic Center, Pasadena, Long Beach?“

„Überrasch mich, Luv und zeig mir die Plätze, die dir besonders gefallen, aber vergiss Hollywood, ist nur ein Hügel mit Buchstaben drauf, also wen interessiert’s?“ entgegnete der Blonde und lehnte sich entspannt zurück. Er mochte Los Angeles, war schon unzählige Male, hauptsächlich beruflich, hier gewesen und jedes mal, wenn es seine Zeit erlaubte, hatte er das Theatre Center aufgesucht, um sich in einem der Theater eine Vorführung anzusehen, doch das sagte er Angel nicht, den er wollte heute die Stadt mit Angels Augen betrachten, wollte wissen was ihn interessierte, was er besonders mochte und ob sie in manchen Dingen übereinstimmten.

„Nicht nur, aber im Grunde hast du Recht“, stimmte Angel ihm zu, da man die Studios nur durch Führungen besichtigen konnte und dies einen ziemlich ernüchternden Einblick auf die Filmwelt gab. „Also ich gehe hin und wieder ins Huntington Museum, aber ich denke das ist für dich weniger ansprechend“, lachte Angel verlegen.

„Wieso nicht? Ich wollte immer schon mal Gainsbrough’s *Blue Boy* sehen und der Shakespeare Garden soll phantastisch sein.“

Verblüfft über Spikes Wissen trat Angel ungewollt auf die Bremse und der Wagen schlingerte leicht, sodass der Architekt ihn abfangen musste.

„Scheinst nicht damit gerechnet zu haben“, meinte Spike amüsiert, „was hast du erwartet, dass ich nach Disneyland will?“

„Nun ja... eigentlich... so etwas in der Art. Es tut mir Leid, es war nicht meine Absicht... es ist... ich weiß gar nichts von dir.“ Angel hoffte Spike nicht zu sehr verärgert zu haben, weil er ihn als unwissend und ungebildet einschätzt hatte.

„Mach dir keine Gedanken, Pet, ich weiß ja auch kaum etwas von dir, aber wir haben ja die Absicht das zu ändern. Sehe ich das richtig?“ entgegnete Spike mit ruhiger Stimme und schenkte Angel ein kleines Lächeln.

Angel lächelte, erfreut über Spikes Redaktion, zurück und griff zögernd nach dessen Hand und drückte sie leicht. „Ja, das tust du und ich will alles über dich wissen.“

„Glaub mir, das willst du nicht“, lachte der Blonde und schloss seine Finger um Angels. Solche zärtliche Gesten waren für ihn neu und ungewohnt, doch es fühlte sich wundervoll an. ‚Wenn das so weitergeht mutiere ich noch zum Romantiker und ich mag verdammt sein, aber ich steh drauf.’  Spike grinste etwas dümmlich vor sich hin und hoffte Angel würde seine Hand nicht gleich wieder zurückziehen, doch dieser strich mit seinem Daumen immer wieder zärtlich darüber, was Beiden einen Schauer über den Rücken schickte.

‚Penn hat mir nie erlaubt zärtlich zu sein, wie habe ich es nur so lange mit diesem groben unsensiblen Kerl ausgehalten? Heute ist mir das ein Rätsel. Spike ist da ganz anders, er ist Manns genug, um selbstsicher zu seinen Gefühlen zu stehen. Ich wünschte er würde bleiben, aber kann ich das verlangen? Erwarten, dass er die Freiheit der Wüste den Rücken kehrt, meinetwegen? Das wird nicht passieren und ich sollte ihn wegschicken, solange ich noch kann, bevor er es mir das Herz zerreißt, wenn er wieder geht. Vielleicht sollte ich mit ihm gehen. Könnte ich das? In der Wüste leben? Ich glaube nicht, zumindest kann ich es mir nicht vorstellen. Gott, ich habe keine Ahnung was ich tun soll.’ Seit Jahren war Angel nicht mehr so ratlos gewesen und gegen seine Art schob er feige alle weiteren Gedanken von sich, mit dem Wunsch den Augenblick einfach zu genießen.

‚Irgendwie habe ich LA nicht so toll in Erinnerung, kein Wunder, ich kannte Angel nicht, als ich das letzte mal hier war. Spike, alter Junge, du bist drauf und dran dich zu verlieben und es fühlt sich verdammt gut an, die Schmetterlinge im Bauch und das alles. Bei Angel muss ich auch nicht den harten Kerl spielen, so wie es aussieht. Nicht dass ich ein Weichei bin, zur Hölle nein, dass stelle ich hiermit gleich deutlich klar. Okay, ich bin’s, aber hey, er hat für mich gekocht, das tat bisher nicht mal eine Frau, als ich noch dachte ich stehe auf Frauen, und er hüllt mich in weiche Bademäntel, bringt mich ins Bett, gut, er kam nur bis zur Tür mit, ins Bett musste ich alleine, aber das wird sich ändern. Bloody hell was er noch immer mit seinem Daumen macht, ich hätte nie gedacht, dass man davon steinhart werden kann. Das mit dem „alleine im Bett“ wird sich definitiv ändern.’

„Schau dir bloß mal diese Kleidung an, möchtest du im 18. Jahrhundert leben? Grauenhafte Vorstellung, stell dir vor du willst poppen, bis du aus den Klamotten raus bist, ist dir die Lust mit Sicherheit vergangen, da lobe ich mir Jeans und Shirt“, bemerkte Spike, das Bild  *Blue Boy* betrachtend, bevor er zu Angel schaute, der ihn mit verschleiertem Blick anstarte und leicht errötend die Augen senkte, als der Blonde unverschämt zu grinsen anfing. „Wie ich sehe, bist du ganz meiner Meinung“, gluckste Spike. Sein Körper prickelte immer noch von Angels sanfter Berührung und dauernd schossen ihm Bilder durch den Kopf: Angel, Wüste, nackt. Angel, Sauna, nackt.

Dem Dunkelhaarigen schien es nicht anders zu ergehen und Spike war sicher, bis zum Abend würden sie über einander herfallen, sollten sie überhaupt so lange durchhalten.

Um sich abzulenken, schlenderte Angel von einem Bild zum nächsten, doch nahm er sie nicht wirklich wahr, denn vor seinem geistigen Auge sah er: Spike, Wüste, nackt. Spike, Sauna, nackt, und als sie letztendlich durch Shakespeares Garten spazierten, überlegte Angel ernsthaft, alle Anstandsregeln hinter sich lassend, Spike hinter einen der Bäume zu zerren, um ihn wenigstens zu küssen.

„Okay, das reicht, genug Kultur, gehen wir was trinken und die Sachen für Giles besorgen“, holte Spike den Dunkelhaarigen aus seinen Gedanken und somit war dessen Chance vertan, als der Blonde ihn erbarmungslos hinter sich herzog und Angel unterdrückte ein frustriertes Stöhnen.

Spike rannte fast, er musste hier weg, zu viele Bäume, was hieß zu viele Gelegenheiten, um Angel hinter einen derselben zu zerren und ihn wie verrückt zu küssen. Doch Angel, verklemmt wie er war, würde das sicher nicht gut heißen, und Spike wollte die schöne Stimmung, die zwischen ihnen herrschte, nicht zerstören, also war es wohl das Beste schnellstens von hier zu verschwinden, bevor es ihm egal war wie Angel reagierte.

~*~

„Liams Architekturbüro, was kann ich für sie tun?“ flötete Harmonie in den Hörer, während sie ihr Make-up überprüfte.

„Was für eine angenehme, und ich möchte sagen sexy Stimme, wenn Sie nur halb so gut aussehen, wie Sie sich anhören, muss ich Sie unbedingt kennen lernen“, flirtete Lindsey McDonald am anderen Ende der Leitung.

„Wenn Sie jung und gutaussehend sind, ließe sich das einrichten, ich mache um 17 Uhr Büroschluss.“

‚Wen interessiert das, du dumme Pute’, dachte Lin, doch laut sagte er: „Mit diesen Attributen kann ich dienen, nur bin ich heute leider geschäftlich verhindert, aber wie wäre es mit morgen? Das ginge aber nur, wenn Sie mir jetzt helfen könnten. Ich bin mit Angel zu einem Geschäftsessen verabredet, habe aber leider vergessen wie sein Stammlokal heißt, in dem wir uns treffen wollten. Ob Sie mir da aus der Klemme helfen könnten?“

„Morgen, ja da habe ich Zeit, Sie können mich um 18 Uhr abholen, hier im Büro.“

Lindsey verdrehte die Augen, ‚die ist noch dümmer als sie sich anhört.’

„Fein und nun die Adresse.“

„Na hier vor Liams Büro. Ich werde vor dem Eingang warten.“

Der Anwalt atmete tief durch. ‚Wo hat Angel die bloß her, ein Wunder, dass er sein Büro noch nicht schließen musste.’

„Das Lokal, in dem Angel Stammgast ist. Wie. Heißt. Es“, fragte er, bemüht nicht zu brüllen oder allzu ungehalten zu klingen.

„Ach so“, kicherte Harmonie in den Hörer, „wieso haben Sie das nicht gleich gesagt. Ins Lorne’s natürlich.“

Ohne zu antworten legte der Anwalt auf.

~*~

„I love LA? Das willst du wirklich für deinen Onkel und seinen Butler kaufen?”

„Worauf du Gift nehmen kannst. Die sind perfekt“, grinste Spike und reichte zwei knallroten Shirts der Verkäuferin, bevor er ihr zur Kasse folgte.“

Angel schüttelte lachend den Kopf und folgte dem Blonden. Der Nachmittag war wundervoll gewesen, voller Flirten und kleinen Berührungen. Alles in Angel summte, und er fühlte sich so wunderbar wie noch nie. Bei Wallmart hatte Spike ihn in den Lift gezerrt und als eine ältere Dame zusteigen wollte, grinste er sie an. „Nur herein Liebes, ich mag Zuschauer“ und drückte sich fest an Angel, um sich an ihm zu reiben. Der Architekt wäre am liebsten in den Boden versunken, doch als die Aufzugstüre sich schloss und Spike ihn an die Wand pinnte, um ihn leidenschaftlich zu küssen, blendete Angel alles um sich herum aus, vergaß wo er war und vergaß das Gezeter der Frau, die vor der Lifttüre zu hören war. In diesem Augenblick gab es für ihn nur Spike und dessen geschickten Mund.

„Bevor du noch zu sabbern anfängst, sollten wir gehen“, holte Spike Angel aus seinen Gedanken und dessen Wangen bekamen Farbe, da der Blonde anscheinend genau wusste woran Angel gedacht hatte.

„Der Tisch, Lorne... essen weil... es ist gleich 18 Uhr“, stotterte er verlegen und strebte dem Ausgang des Kaufhausees zu, dicht gefolgt von Spike. „Wir essen einen Lorne, was auch immer das ist um 18 Uhr, wenn ich das recht verstanden habe?“ lachte dieser über Angels konfuses Gerede.

„Er ist der Besitzer, Lorne meinte ich, von dem Speiselokal, in das wir gehen. Das Essen dort ist fantastisch und es wird dir gefallen. Lorne ist zwar etwas merkwürdig, aber wenn man ihn kennt, muss man ihn mögen“, erklärte Angel, während sie die Straße entlang gingen. ‚Spike hält mich sicher für total verklemmt, aber das bin ich nicht und das werde ich ihm beweisen, auf der Stelle’, dachte Angel entschlossen, blieb abrupt mitten am Gehsteig stehen und zog Spike an sich. Der gar nicht wusste wie ihm geschah, als Angel ihn plötzlich innig küsste.

„Oh“, war alles was Spike herausbrachte und hatte Mühe sich in den Griff zu kriegen nachdem Angel den Kuss abbrach und ihn aufforderte weiter zu gehen. „Und gewöhn dich schon mal dran“, sagte der Dunkelhaarige noch leicht lächelnd, vorauf Spike erstaunt die Augen aufriss.


(Pic von spikeschild)

Der Blonde hatte nicht erwartet, dass Angel ihn mitten in LA, unter all den Leuten, küssen würde und seine Verwunderung stand ihm ins Gesicht geschrieben, als sie die Straße entlang gingen und bald darauf  das Restaurant betraten.

Als Lorne Angel bemerkte, eilte er auf die Beiden zu. „Da bist du ja mein Engel und was für einen Butterkeks hast du denn da mitgebracht“, fragte er, Spike eingehend betrachtend.

Spike hob erstaunt seine Augenbrauen und blickte Angel fragend an, der lachte leise und zwinkerte ihm zu. Der Blonde verstand sofort und konterte.

„Also hör mal, Butterkeks? Ich bin mindestens eine Schokosahne, wenn nicht Champagnertorte.“

„Und überhaupt nicht eingebildet, ich mag ihn, er passt zu dir.“  Lorne lachte Spike an und führte die Beiden zu ihrem Tisch.

„Wie meinst du das? Ich bin nicht eingebildet“, sagte Angel eingeschnappt, worauf der Lokalbesitzer lachte und Spike verschwörerisch zublinzelte.

Angel murmelte irgendetwas Unverständliches vor sich hin und setzte sich Spike gegenüber.

„Ein komischer Vogel, aber sympathisch“, stellte der Blonde fest, ging nicht auf Angels Gemurmel ein und griff nach der Karte.

Bald saßen sie bei einem fantastischen Essen und kalifornischen Rotwein, doch irgendwie kam kein Gespräch zwischen ihnen auf und verlegenes Schweigen breitete sich aus. Beide hingen ihren Gedanken nach, die im Grunde dieselben waren. Wie sollte es nun weitergehen?

Spike war richtig froh, als er Lindsey an Bar-Tresen stehen sah. ‚Wenn ich den Anwalt an unseren Tisch hole, kann ich mit der blöden Grübelei aufhören, bringt sowieso nichts und so können wir über die Verträge reden, damit wir endlich zu einem Abschluss kommen’, beschloss Spike und wandte sich an Angel. „Dein Anwalt sitzt dort Bar, ich gehe mal und hole ihn zu uns rüber, wenn er die Verträge fertig hat, können wir sie morgen unterzeichnen wenn es dir recht ist.“

Angel wusste nicht auf was sich das „wenn es dir Recht ist“ bezog, auf die Verträge oder das Herholen des Anwalts und nickte daher nur stumm, woraufhin der Blonde aufstand und auf die Bar zuging.

‚Klappt ja perfekt’, dachte Lindsey, als er Spike auf sich zukommen sah und unterdrückte ein Grinsen.

Von seinem Tisch aus konnte Angel gut zur Bar sehen, beobachtete wie Lindsey und Spike redeten und Spike eine Handbewegung Richtung Angel machte, die dieser nicht deuten konnte. Es war dem Architekten gleich, ob es unhöflich war zu starren, er konnte nicht anders als die Beiden zu beobachten und ungewollte Eifersucht kam in ihm hoch. ‚Ich muss endlich damit aufhören, sonst zerstöre ich noch alles was sich zwischen uns langsam aufbaut, sie reden doch nur und...’ Angel erstarrte, als Lindsey Spike plötzlich an sich zog und ihn küsste.

Alles verschwamm vor Angels Augen, er konnte weder klar sehen noch denken, Bilder schossen durch seinen Kopf, indem sich Penns und Spikes Gesicht vermischten. Er sah plötzlich Spike auf sich zukommen, hörte ihn etwas sagen, verstand es in seinem Schock nicht, versuchte sich zu konzentrieren: „Sorry Peaches, aber ...“ Angel gelang es nicht das Bild der beiden Küssenden auszublenden, doch erneut versuchte er zu verstehen was Spike sagte.

„Peaches? Pet? Angel verdammt, es tut mir ja Leid, dass du jetzt keinen Anwalt mehr hast, aber er hat mich angegraben und geküsst, obwohl ich ihm sagte, dass ich zu dir gehöre, das tut ich doch, oder?“ Spikes Stimme wurde immer leiser und sein Blick unsicher, da Angel nicht reagierte, sondern ihn nur abwesend anstarrte, bis er endlich ansprang. „WAS?“

Spikes Augen wurden hart. „Okay mein Fehler, wird Zeit dorthin zu gehen, wohin ich gehöre. Schick die Verträge an Rupert.“ Nach diesen Worten drehte Spike sich um und stürmte aus dem Lokal und Angel realisierte endlich was Spike gesagt, und vor allem getan hatte, nämlich Lindsey einen Schlag verpasst, als dieser ihn küsste, was bedeutete...

„Oh mein Gott.“ Der junge Architekt sprang auf und wollte Spike nacheilen, doch Lorne stellte sich in den Weg. „Angelcake so geht das nicht, dein Freund kann nicht einfach einem meiner Gäste ein blaues Auge verpassen, nun ist der arme auf einer Seite ganz verunstaltet, komm mit und sieh dir das an.“ Unerbittlich zog der Restaurantbesitzer Angel mit sich, bis sie vor dem Anwalt standen, der sich klagend das rechte Auge zuhielt. Angel schaute ihn kurz mit zusammengezogenen Augenbrauen an und knallte ihm ohne Vorwarnung seine Faust auf das linke Auge.

„Angel?“ rief Lorne entsetzt und beugte sich über Lin, der jammernd in die Knie gegangen war.

„Keine Aufregung, ich habe nur dafür gesorgt, dass sein Gesicht wieder auf beiden Seiten gleich aussieht“, entgegnete der Architekt ungerührt, bevor er sich leicht zu dem Anwalt hinunterbeugte und knurrte. „Merk dir gut McDonald, fass nie wieder etwas an, das mir gehört.“

Daraufhin rannte er hinaus und sah sich suchend nach Spike um, der nicht weit von ihm entfernt nach einem Taxi brüllte, sich der Sinnlosigkeit nicht bewusst, dass in der Rushhour  seine Bemühungen umsonst waren und zum ersten Mal war Angel froh über den Verkehr in LA.

Rasch eilte er auf ihn zu und griff nach seinem Arm. „Wir müssen reden.“

„Fass mich verdammt nicht an.“

„Spike, bitte.“

Doch der Blonde ignorierte Angels Dackelblick, schüttelte dessen Hand ab und ging schnell den Gehsteig entlang, von dem Gedanken getrieben sich so weit wie möglich von dem Mann zu entfernen, der ihn zum Narren gehalten hatte, ihm Dinge vorgegaukelt und ihm Hoffnungen gemacht hatte, die sich nie erfüllen würden, doch Angel blieb ihm dicht auf den Fersen.

„Es tut mir Leid, ich bin ein Idiot. Ich dachte du und der Anwalt... als ihr euch geküsst habt, ich...“

Spike drehte sich zu Angel und brüllte ihn an.

„Ich habe ihn zur Hölle nicht geküsst, sondern er mich, doch er hat nicht kapiert, dass ich ihn nicht will, bis ich deutlicher geworden bin, aber was kümmert dich das? Ich konnte ja eindeutig sehen wie du reagiert hast, also lass mich gefälligst in Ruhe.“

„Das werde ich nicht verflucht, du wirst mir jetzt zuhören“, brüllte dieser zurück, die Leute um sie herum ignorierend, die sie verwundert anstarrten.

„Ich will nichts hören, und jetzt verpiss dich, Poof.“

„Nein, ich werde nicht tatenlos zusehen wie unsere Beziehung kaputt geht, nur weil ich einen Fehler begangen habe.“

„Beziehung? Hast du sie nicht mehr alle? Wir haben so etwas nicht, du bist dazu nicht mal am Rande fähig, weil du von dir selbst davonrennst und dir Dinge einbildest, die nicht da sind. Wir haben gepoppt, 2 Mal um genau zu sein, und das ist schon eine Ewigkeit her und ich kann mich gar nicht mehr erinnern wie es war, wahrscheinlich l a n g w e i l i g.“ Spikes Stimme überschlug sich fast vor Wut und er ballte die Hände zu Fäusten, die er in seiner Manteltasche vergrub. Niemals würde er zugeben wie genau er sich erinnerte und wie sehr er es vermisste in Angels Armen zu liegen und er in seinen. Ihre Gespräche und das Prickeln, wenn er ihn nur anschaute, und das Küssen, Gott, sein Großer hatte so einen talentierten Mund.

„Für mich nicht, ich habe keinen Augenblick vergessen, jede Sekunde mit dir ist für mich wundervoll gewesen, in der Wüste und auch hier in LA und ich würde gerne mit dir zusammen sein, für länger, sehr viel länger“, flüsterte Angel und senkte den Kopf.

„Ich würde auch alles tun, um es dir zu beweisen. „Wenn du willst lebe ich mit dir in Gath oder sonst wo in der Wüste, mir ist klar, dass du dort hingehörst. Natürlich müsste ich oft in die Staaten reisen, aber du könntest mich begleiten, wenn du willst und…“ Angel versagte die Stimme und er wagte nicht den Kopf zu heben und in die von ihm so geliebten blauen Augen zu blicken, aus Angst den Spott und die Verachtung darin zu sehen, weil er seine Seele vor Spike völlig bloßlegte.

Doch der Blonde überraschte ihn, denn er reagierte völlig anders, als Angel erwartete. „Ich bitte dich Angel, die Wüste ist toll und ja, ich bin gerne dort, aber nach zwei bis drei Wochen im Jahr habe ich es satt mein Bier in Hinterzimmern zu trinken und ständig nur Schaffleisch zu essen. Dazu kommt, dass man sich verstecken muss, wenn man jemanden küssen will, und wenn es noch dazu ein Mann ist, ist man schneller im Gefängnis, als man Climax sagen kann. Bloody hell nein, das ist auf die Dauer nichts für mich, denn ich brauche das Pulsieren der Großstadt, Fastfood, schnelle Autos, mein Penthouse in New York und küssen wo und wann mir gerade danach ist, vorzugsweise dich.“

Auch Spike sprach seine letzten Worte leise aus.

„Du hast ein Apartment in New York?“ fragte Angel völlig perplex und versuchte die gerade erhaltenen Informationen zu verarbeiten.

„Ja, stell dir vor der Wüstenfuchs ist im Grunde keiner, bringt wohl dein Weltbild über mich ins Wanken.“

„Aber wieso hast du dich dann in der Skid Row einquartiert, du könntest dir vermutlich das Hilton leisten.“

„Um Paris dort zu treffen? Gott bewahre mich“, entgegnete Spike und verdrehte die Augen, doch plötzlich grinste er Angel an. „Außerdem hättest du mich dann nicht in dein Apartment geholt.“

„Und du hast das alles gemacht weil...?“ Angel wollte, dass Spike es aussprach, er brauchte diese Bestätigung und blickte den Blonden gespannt an.

Wieder hob Spike die Augen zum Himmel. „Na was denkst du wohl, weil ich dich will, immer an meiner Seite, um genau zu sein, also was blieb mir übrig als dich subtil darauf hinzuweisen dass du mich auch willst. Du wusstest es zwar, aber wolltest aber kein Risiko eingehen, keine Ahnung wer dich so verletzt hat, aber ich bin nicht so Angel, für mich gibt es nur dich, verstehst du.“

„Nur mich?“ Angel konnte noch immer nicht fassen was Spike eben gesagt hatte, als dieser ernst entgegnete:

„Für niemanden außer dir würde ich so einen Aufwand betreiben, glaube es ruhig“, hing er noch an, als Angel ihn immer noch erstaunt ansah.

Doch plötzlich stahl sich ein Lächeln auf Angels Gesicht. „Ich will alles von dir wissen.“

„Ach? Und was genau?“

„Einfach alles, was du in New York machst, wo du dort wohnst, wie deine Freizeit aussieht, eben alles.“

Spike grinste spitzbübisch. „Kann sein, dass ich es dir erzähle, aber nur wenn deine Gästezimmerpflege gut ist, du weißt schon, so wie in Gath.“

„Erpressung also.“

„Japp“, nickte Spike.

„Und du denkst ich lasse das so einfach mit mir machen.“

Wieder nickte der Blonde und lachte.

„Du bist ein durchtriebener Bastard“, grinste Angel, worauf Spike verführerisch mit seinen Augenbrauen wackelte.

„Und du stehst drauf.“

„Kann gut sein, dass du Recht hast, also dann, ab nach Hause, wir haben zu tun.“

Ende!

Diese Geschichte wurde archiviert am http://www.eternallovers.de/efiction/viewstory.php?sid=3