File 1: stories/1/69.txt
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Spike pflanzte sich auf das Sofa und schaltete den Fernseher ein, als Angel bald darauf frisch geduscht mit zwei Gläsern Whiskey zu ihm kam und sie auf den Tisch stellte.

Dann begab er sich zu den Einkaufstüten, die er in die Ecke gestellt hatte, als sie vom Shoppen zurückgekommen waren und nahm einen kleinen Beutel heraus, den er seinem Childe reichte. „Ich hoffe, du magst sie immer noch…“, murmelte er etwas verlegen und setzte sich zu ihm auf das Sofa.

Spike hob verwundert seine vernarbte Augenbraue und öffnete das Säckchen. Seine Augen wurden groß. „Englische Drops? Du weißt es noch? Du hast es nicht vergessen?“ Er schob sich eine Süßigkeit in den Mund und schloss genießerisch die Augen. „Danke, Angel“, nuschelte er leise und strich ihm kurz schüchtern über den Arm. Das Verhalten seines Sires war völlig neu, verwirrend und fühlte sich unheimlich gut an.

„Gern geschehen“, antwortete Angel leicht lächelnd, griff nach seinem Glas und nahm einen kräftigen Schluck. Es war schön, so friedlich neben seinem Childe zu sitzen und ihn glücklich zu sehen. Noch schöner wäre es allerdings, wenn er in seinen Armen liegen würde, ihn küssen und seinen Namen stöhnen würde, wenn er tief in ihm begraben wäre.

‚Und wenn das nicht bald geschieht, werde ich noch wahnsinnig’, dachte Angel und vermied es, zu Spike zu blicken, da der noch immer kein Shirt angezogen hatte und mit nacktem Oberkörper neben ihm saß. Und Angel nahm nochmals einen ordentlichen Schluck aus seinem Glas.

Als Spike wenig später eingeschlafen war und sein Kopf auf Angels Schulter rutschte, hob er sein Childe vorsichtig hoch und trug ihn an sich gedrückt ins Bett. Sanft legte er ihn hin, schlüpfte daneben und deckte sie beide zu, bevor er sein Childe fest in seine Arme nahm. Und als er seinen William im Schlaf schnurren hörte, flüsterte er glücklich. „Schlaf gut, Little One.”

Spike erwachte, fest eingehüllt in Angels Armen und war sicher, dass alles nur zu träumen. Und weil es ein schöner Traum war beschloss er, die Augen wieder zu schließen und weiter zu träumen, solange es nur irgendwie möglich war.

„William, du musst aufstehen, komm schon.“ Mit sanfter Stimme, ihn an der Schulter rüttelnd, holte Angel sein Childe aus seinen Träumen.

„Will nicht“, nuschelte Spike in sein Kissen. Er hatte gerade davon geträumt, dass Angel ihn leidenschaftlich küsste und wenn er weiterträumte, würde Angel sicher noch so einiges anderes mit ihm anstellen, daher hatte er nicht die Absicht, gerade jetzt aufzuwachen.

„Los, raus aus dem Bett, sofort!“ Angel riss ihm die Decke weg und Spike setzte sich wütend auf. „Verdammt, Peaches, was soll das?“ Mit zornigen Augen funkelte er seinen Sire an und der schmolz dahin bei diesem Anblick. Sein Glied wurde in Sekunden steinhart und drückte schmerzend gegen seine Hose. Schnell drehte er Spike den Rücken zu und murmelte: „Es ist Zeit, wir müssen gehen.“ Dann flüchtete er ins Wohnzimmer.

Mürrisch verließ der blonde Vampir das Bett und folgte seinem Mentor.

Angel hatte ihre so genannte Kampfkleidung bereits aus den Tüten genommen und sie auf der Couch ausgebreitet. Mit ziemlich verzweifeltem Gesicht stand er davor.

„Soll ich dir helfen, Pet? Dich eincremen oder so?“ Mit einem unschuldigen Blick stellte sich Spike neben seinen Sire und schaute ihn fragend an.

„Wie? Äh, nein, geht schon.“ Angel nahm seine zwei Kleidungsstücke an sich und begab sich ohne ein weiteres Wort ins Badezimmer. Er würde sich auf keinen Fall von Spike berühren lassen. Seine Selbstbeherrschung hing ohnehin an einem seidenen Faden und es war sicher, wenn Spikes Finger seine nackte Haut nur ein einziges Mal berührten, war es damit endgültig vorbei.

Angel würde ihn an sich reißen und ihn verdammt noch mal, in Grund und Boden vögeln. Versprechen hin oder her. Und deshalb würde er sich diese scheußliche Kleidung selbst anlegen, selbst wenn er sich nicht überall eincremen konnte und das Material an manchen Stellen an seiner Haut kleben blieb. Eher würde er die Schmerzen in Kauf nehmen, wenn er dass Latex von seinem Körper reißen musste, als vor seinem Childe irgendeine Schwäche zu zeigen. Schließlich war er sein Sire, und hatte somit die Kontrolle über ihn und selbstverständlich auch über sich selbst. Befriedigt über seine innere Stärke begann er, die Lotion aufzutragen.

Spike tat inzwischen dasselbe im Wohnzimmer, nur ohne sich einzucremen. Er konnte es kaum erwarten seinen Sire in dem schwarzen Outfit zu sehen. Er hatte die Kleidungsstücke extra eine Nummer kleiner ausgewählt, damit sie besonders eng am Körper saßen und er jeden Muskel und jede Ausbuchtung an Angels Körper genau sehen konnte. Natürlich würde er selbst sich so bewegen, dass sein Sire vor Verlangen nach ihm fast verrückt würde. Und natürlich hatte er ihm auch nicht gesagt, dass ein Eincremen bei Vampiren nicht notwendig war, weil ihre Haut kalt war und daher das gummiartige Material nicht anklebte, weil das nur bei warmer Haut passierte. Aber das wäre nur der halbe Spaß gewesen und insgeheim hatte er gehofft, dass sie sich gegenseitig einschmierten. Aber sein verdammter Sire hatte sich gut im Griff. „Du bist wirklich gut, mein Engel“, flüsterte Spike und zwängte sich in die Hose. „Aber ich bin besser.“ Grinsend schlüpfte er auch in das ärmellose Oberteil.

Angel sah an sich hinunter. „So gehe ich nicht auf die Straße, auf keinen Fall“, brummte er und ging zum Schrank. Er nahm einen alten Mantel heraus und zog ihn sich über, bevor er ins Wohnzimmer trat. Scharf zog er die Luft ein und starrte auf Spike, der mit dem Rücken zu ihm stand. Dieser tat, als würde er seinen Sire nicht bemerken und beugte sich nach vorn um seine Docks zuzuschnüren.

Sein knackiger Hintern presste sich in das schwarze Material und spannte sich über die Pobacken, die Angel direkt anschrieen von ihm berührt zu werden.

Angel schloss verzweifelt kurz die Augen und schluckte schwer. Mühsam riss er sich von diesem erregenden Anblick los und griff nach der Tüte mit dem Pfeffer, bevor er unbeherrscht knurrte: „Los, wir gehen.“

Er stürmte an Spike vorbei zur Treppe und knöpfte im Gehen den Mantel zu, denn sein Childe musste nicht sehen, wie sein erigierter Penis versuchte, das dünne Material der Hose zu durchstoßen. Erwartungsvoll drehte sich Spike um und Enttäuschung machte sich auf seinem Gesicht breit, als er sah, dass Angel seinen Latexkörper mit einem Mantel verhüllt hatte. „Verdammter Poof“, murmelte er frustriert und stampfte zornig hinterher.

Sie schlugen den Weg zum Busbahnhof ein und Angel knurrte leise, als er beobachtete, wie die Frauen aber auch Männer, die ihnen begegneten, anerkennende Blicke auf Spike warfen und ihn zum Teil fast mit den Augen verschlangen. „Du hättest dir etwas überziehen müssen. Du fällst auf“, brummte er eifersüchtig.

„Was denn? Ich habe nur meinen Mantel und das gute Stück lass ich mir nicht mit irgendeiner Spucke ruinieren. Und außerdem sehe ich verdammt gut aus.“ Spike bewegte sich geschmeidig und provozierend neben seinem Sire und der fixierte einen besonders wichtigen Punkt irgendwo am Horizont, um nicht sofort über sein Childe herzufallen. Der blonde Vampir registrierte es allerdings grinsend.

Endlich am Bahnhof angekommen, stellten sie sich an eine Ecke, wartend und die Ankömmlinge beobachtend.

Spike begann gelangweilt den Zipp seines Oberteils rauf und runter zu ziehen. Natürlich so, dass Angel ihn beobachten konnte. „Verdammt, lass das, Spike“, knurrte Angel ungehalten. Er hatte einen Punkt erreicht, an dem er fast durchdrehte. Der erotische Anblick des blonden Mannes vor ihm, der von dieser schwarzen Haut überzogen war, die jedes kleinste Detail seines Körpers durchdrückte, brachte ihn an den Rand des Wahnsinns. Er schluckte schwer und versuchte nicht zu sabbern. Es war erbärmlich, wie er sich in der Nähe seines Childes fühlte und doch wollte er keine Sekunde missen.

„Was?“, fragte Spike unschuldig und hatte Mühe nicht zu Grinsen.

„Na das.“ Angel riss seinen eigenen Zipp zur Demonstration auf. „Oh, das“, meinte Spike ruhig und zog wieder in Zeitlupe an seinem Reißverschluss.

„Du spielst mit deinem verdammten Unleb...“ Bevor Angel den Satz beenden konnte, tauchten die zwei KnGekos auf, um sich auf die wartenden Menschen zu stürzen.

„Den Mächten sei Dank“, flüsterte Angel und stürmte von Spike gefolgt auf die beiden Dämonen zu, um sich ihnen in den Weg zu stellen. Die Menschen liefen nach allen Seiten schreiend davon, was den beiden Vampiren nur recht war, denn so hatten sie freie Bahn.

Noch bevor Angel oder Spike reagieren konnten, wurden sie auch schon von dem Schleim getroffen, den die beiden Dämonen aus ihren Mündern schleuderten. Angels Mantel löste sich großteils sofort auf, was Spike allerdings befriedigt registrierte.

Doch er hatte leider keine Zeit, den Körper seines Sires länger zu betrachten, denn die KnGekos starteten einen erneuten Angriff. Diesmal waren die zwei Vampire vorbereitet, wichen geschickt aus und liefen im Zick-Zack auf die beiden Dämonen zu. So irritiert gelang es den KnGekos nicht mehr ihr Ziel zu treffen und Spike sowie Angel kamen nahe genug an sie heran, um ihnen die Pfefferladung entgegenzuschleudern.

Ein schmerzvolles Brüllen erfüllte kurz die Luft, bis die zwei Dämonen sich in eine schleimige Substanz auflösten.

Hustend und niesend hielten sich Angel und Spike Nase und Mund zu, während sie die grüne Masse beobachteten, welche den Boden bedeckte.

„Scheiß Vampirsinne“, murmelte Spike, als ihm die Tränen über die Wangen flossen, wegen des scharfen Gewürzes, das in der Luft hing.

Angel trat an ihn heran und sah ihn mit ebenfalls geröteten Augen liebevoll an, während er ihm mit dem Daumen die Tränen wegwischte. „Alles okay, mein Kleiner“, flüsterte er und Spike versank in den warmen, braunen Rehaugen seines Sires. „Sicher, nur der Pfeffer, Luv“, erwiderte der Blonde und strich seinerseits zärtlich über die Wange seines Engels.

„Nach Hause. Sofort“, krächzte Angel und Spike gehorchte aufs Wort.

Sie rannten so schnell sie konnten zurück ins Hyperion, stürmten hinunter in die Wohnung und fielen küssend übereinander her. „Raus aus dem Zeug. Jetzt“, knurrte Angel den Kuss unterbrechend und zerrte am Reißverschluss von Spikes Oberteil.

„Nein, nicht.“ Spike riss sich los und trat einen Schritt zurück.

Angel zitterte vor Verlangen und unfähig noch klar zu denken sagte er mit scharfer Stimme:„Du tust, verdammt, was ich sage und es ist mir scheiß egal was ich dir versprochen habe. Ich will dich. Jetzt. Sofort. Auf der Stelle. Ich halte das nicht mehr aus. Komm her, sofort, denn sonst werde ich…“

„Nein, das meine ich nicht“, kicherte Spike glücklich, dass Angel endlich seine Beherrschung verlor und ihn wollte, so sehr, dass er fast durchdrehte. „Das Zeug darf unsere Haut nicht berühren, sonst haben wir schmerzhafte Brandwunden, also müssen wir duschen, damit der Schleim von der Kleidung runter ist. Und wir müssen es zusammen tun“, erklärte er bestimmt.

„Oh ja.“ Angel grinste übers ganze Gesicht. „Ich liebe es zu duschen. Und wir beide haben noch niemals zusammen unter der Dusche gestanden.“

„Das weiß ich Pet, darum wird es höchste Zeit, also komm schon.“ Spike lächelte immer noch, nahm seinen Sire bei der Hand und sie eilten ins Badezimmer. Rasch drehte Angel das Wasser auf und zog sein Childe unter den kühlen Strahl.

„Du siehst so unglaublich scharf aus in dem Fummel, Liebes. Ich möchte dich immerzu anschauen“, raunte der blonde Vampir und zog Angels Kopf zu sich herunter. „Ja? Findest du?“, fragte Angel geschmeichelt, bevor er seine Lippen auf die seines Childes senkte.

Der nickte nur andeutungsweise und als sich ihre Zungenspitzen trafen, stöhnten beide erregt auf. Sie erforschten und plünderten ihre Münder gegenseitig, fochten spielerische Duelle mit ihren Zungen aus, streichelten und kneteten ihre schleimfreien Rücken, bis Angel es nicht mehr aushielt und beschloss, dass ihre Anzüge sauber genug waren.

Er fasste Spike an den Schultern und hielt ihn von sich weg, um ihn zu betrachten. Sein Childe sah einfach unglaublich sexy aus in dem eng anliegenden Latex. Und er konnte es gar nicht erwarten, ihn herauszuschälen um dessen kühle weiße Haut darunter zu liebkosen und sich dann tief in diesen herrlichen Körper zu versenken. Langsam griff er nach dem Zipp von Spikes Oberteil und begann ihn in Zeitlupentempo hinunterzuziehen, während er seinem Childe unentwegt in die Augen blickte.

„Zur Hölle Angel, mach schneller“, keuchte Spike, unnötig nach Luft schnappend. Und als dieser ihn nur provozierend angrinste, griff der blonde Vampir ohne Vorwarnung zwischen Angels Beine und streichelte dessen harte Erektion durch den dünnen Gummianzug.

Angel knurrte und riss mit einem Ruck den Zipp auf, worauf nun Spike grinste. Doch als sein Sire seinen Hals zu küssen begann und sich weiter hinunter zu seinen Brustwarzen arbeitete, verzog sich sein Gesicht vor Lust und er bäumte sich ihm stöhnend entgegen. Verzweifelt versuchte er, den Penis seines Sires aus seinem engen Gefängnis zu befreien.

Als ihm das endlich gelang und er den knochenharten Ständer in seiner Hand hielt, knurrte Angel laut und entfernte seinem Childe die Kleidung so schnell er konnte. Er drehte Spike um, sodass er mit dem Rücken zu ihm stand, griff nach der Lotion auf der Ablage und verteilte sie mit beiden Händen auf dessen wohlgeformte Pobacken. Dann zog er sie etwas auseinander, um mit seinen Fingern immer wieder über den einladenden Eingang zu streichen, bevor er erst mit einem, dann mit zwei Fingern eindrang und den engen Muskelring dehnte.

„Zur Hölle Angel, das reicht, bitte, ich brauche mehr. Jetzt“, keuchte Spike verzweifelt und streckte seinem Sire sein Hinterteil entgegen, während er seine Beine spreizte und die Handflächen an der Wand abstützte.

Mehr brauchte es nicht und Angel verzichtete darauf sich weiter auszuziehen. Mit einer einzigen fließenden Bewegung versenkte er sich in den mehr als bereiten Eingang seines Childes, der vor Lust aufschrie, als er endlich von seinem Sire auf diese Weise ausgefüllt wurde.

Der dunkelhaarige Vampir verharrte einen Moment, um nicht sofort zu kommen, denn der Anblick, der sich ihm bot, drohte ihn zu überwältigen. Doch als er sich etwas beruhigt hatte, begann er wie besessen in den atemberaubenden Körper vor sich zu stoßen und er musste Spike festhalten, damit der nicht bei jedem Stoß mit voller Wucht an die Wand knallte.

Als sich Angel wenig später mit einem lauten Schrei tief in seinem Childe ergoss und sich zitternd an ihn lehnte, wurde ihm bewusst, dass er Spike vollkommen vernachlässigt hatte.

Dem jüngeren Vampir war es nicht möglich gewesen, sich selbst zu berühren, da er die ganze Kraft seiner Hände gebraucht hatte, um sich an der Wand abzustützen.

Vorsichtig zog Angel sich aus dem dargebotenen Körper zurück, drehte sein Childe zu sich und sah ihm tief in diese unglaublich blauen Augen. „Ich bin verrückt nach dir“, flüsterte der dunkelhaarige Vampir, bevor er seine Lippen auf die seinen Geliebten senkte, ihn unendlich zärtlich küsste, als wolle er niemals damit aufhören. Gleichzeitig begann er, Spikes schmerzenden Penis zu streicheln und der kam sofort zu einem überwältigenden Orgasmus, sodass er in den Armen seines Engels zusammenbrach.

Gemeinsam sanken sie auf den Boden, versunken in anscheinend nicht enden wollenden Küssen, schafften es irgendwann ins Bett zu kommen und sich gegenseitig immer wieder zu den unglaublichsten Höhepunkten zu bringen. Sie tranken voneinander, wiederholten ihr Spiel, bis sie in den Mittagsstunden, völlig erschöpft, in einem Gewirr aus kühlen, sich umschlingenden Gliedmaßen einschliefen.

Als Angel am Abend erwachte, bemerkte er, dass seine Mitarbeiter schon eingetroffen waren. Missmutig löste er sich vorsichtig aus Spikes Armen, stand auf und begann sich anzukleiden.

„Geh nicht weg“, flüsterte sein Childe leise hinter ihm und als er sich umdrehte, blickte er in zwei tiefblaue, vom Schlaf noch verschleierte, Augen, die ihn sehnsüchtig anschauten.

Und Angel war verloren.

Schnell ging er zurück zum Bett und drückte seinem Geliebten einen Kuss auf die Lippen. „Ich bin gleich wieder da. Ich gehe nur kurz hinauf zu Wes und den anderen, um die anstehenden Fälle zu besprechen. Dauert nicht lange.“ Angel wuselte Spike noch kurz durch die Haare und verließ schnell das Schlafzimmer, denn er wusste, wenn er nur noch eine Sekunde länger blieb, würde er sich von seinem erotischen Childe nicht mehr losreißen können.

~*~

Als er in die Lobby kam, saßen Wes und Cordy hinter ihren Tischen und der ehemalige Wächter fragte sofort, wie es gelaufen war. Angel berichtete, dass alles gut gegangen war und Spike tatkräftig geholfen hatte.

„Wo hast du nur in L.A. Gummimäntel aufgetrieben? Das ist in einer Stadt, in der es kaum regnet, gar nicht so einfach, kann ich mir vorstellen“, fragte Cordelia, ohne von ihrem Laptop aufzublicken.

„Gummimäntel?“ Angel war verwirrt.

„Ja, die Schutzkleidung gegen die KnGekos. Ich dachte, Spike wüsste über diese Viecher bescheid, daher hab ich es nicht erwähnt. Hier steht, dass ein Mantel oder ein Umhang, ganz egal, Hauptsache aus Gummi, Schutz vor dem Schleim bietet, den sie ausspucken. Hat er dir nichts über die Schutzkleidung gesagt?“ Cordy sah ihn nun an und hob fragend ihre Augenbrauen.

„Oh ja, das hat er. Er hat sie sogar für uns ausgesucht.“ Angel unterdrückte ein unwilliges Knurren und in seinem Kopf schrie er nach Rache.

„Dann ist es ja gut.“ Cordy widmete sich wieder ihrem Laptop. Für sie war die Sache erledigt, aber nicht für Angel. ‚Dieser verlogene kleine Bastard. Das wird er mir erklären müssen’, dachte er erbost über Spikes Hinterhältigkeit und konnte es gar nicht erwarten, bis Wes und Cordy endlich das Hyperion verließen. Sie arbeiteten gemeinsam noch drei Stunden, bis Angel erklärte noch etwas müde zu sein und seine Mitarbeiter dazu drängte nach Hause zu gehen. Wesley war zwar etwas verwundert über den kurzen Arbeitstag, griff sich jedoch ein paar Bücher und erklärte zu Hause noch etwas zu arbeiten. Cordy grinste nur freudig, griff nach ihrer Tasche und forderte Wes auf sich zu beeilen, bevor es sich der Boss noch anders überlegte.

Kaum waren die Beiden verschwunden, stürmte Angel, immer noch voller Zorn, hinunter in die Wohnung. Er lief gleich weiter ins Schlafzimmer, bereit Spike zur Rede zu stellen, als ihn der Anblick seines Childes abrupt stoppte.

Spike lag halb auf den Bauch gedreht in dem großen Bett, seine Arme um ein Kissen geschlungen und murmelte unaufhörlich im Schlaf: „Angel. Mein. Angel.“

Angels Zorn verrauchte zusehends und mit einem leisen Seufzen setzte er sich auf den Ohrenstuhl in der nähe des Bettes, Spike weiterhin betrachtend.

‚Ich kann ihm das nicht durchgehen lassen, das ist klar. Er würde sich immer wieder etwas einfallen lassen, um mich zu hintergehen oder vor den anderen zu blamieren. Diesmal haben es die anderen nicht mitgekriegt, zum Glück. Nicht auszudenken wie Cordy reagiert hätte, wenn sie mich in diesem Latex gesehen hätte. Wochenlang hätte sie mich damit aufgezogen.

Ich wecke Spike jetzt auf und schleife ihn eigenhändig zu seinem verdammten Schiff, dann ist alles wieder wie früher. Ruhig, friedlich und.... unendlich langweilig.’ Angel erkannte plötzlich bestürzt, wie öde sein Leben die letzten Jahre verlaufen war und wie einsam. Vor allem einsam, denn sobald er und seine Crew einen Auftrag erfüllt hatten, gingen seine Freunde nach Hause und er war allein in dem großen Hotel. Von den Wochenenden ganz abgesehen, an denen er ohnehin immer alleine war.

‚Was hat Spike überhaupt Schlimmes getan? Es war seine kleine Rache, nachdem ich mein Spielchen mit ihm getrieben habe. Und wenn ich darüber nachdenke, hatten wir letztendlich verdammt viel Spaß. Sehr, sehr viel Spaß und ich will mir gar nichts vormachen. Ich will ihn immer wieder haben. Spike ist der Partner, den ich mir wünsche. Ein großartiger Kämpfer und unglaublich sexy. Bei ihm kann ich auch mal meinen Dämon zeigen, er hält das aus. Besser noch, er mag beides, hart und sanft, die Mischung ist perfekt, für mich ebenso wie für ihn.’ Angel beugte sich nach vorn und betrachtete sein Childe liebevoll. ‚Nein, ich will, dass du bleibst. Du bringst Licht in mein düsteres Leben. Natürlich werde ich aufpassen, dass du nicht zu sehr über die Stränge schlägst, schließlich bin ich dein Sire und daher läuft es nach meinen Regeln. Zumindest meistens.’

Entschlossen stand Angel auf und begab sich ins Badezimmer. Rasch zog er die Latexhose an, griff nach dem Oberteil, um es dann jedoch wieder zur Seite zu legen, bevor er sich in sein Wohnzimmer begab, geräuschlos eine Truhe öffnete und ein Stahlseil herausnahm. Dann schlich er zurück ins Schlafzimmer und schaute, diabolisch grinsend auf sein noch immer schlafendes Childe.

„Zeit für ein weiteres Spiel mein Lieber“, murmelte der dunkelhaarige Vampir, ging zum Bett, packte Spike an den Schultern und drehte ihn vollends auf den Bauch. Noch bevor der Blonde reagieren konnte, hatte Angel dessen Handgelenke auf dem Rücken verschnürt und stand wieder auf.

„Bloody hell. Bist du irre oder was soll das, du Blödmann?“, rief Spike erschrocken und rollte sich blitzartig aus dem Bett. So auf den Knien wanderte sein Blick an Angel hoch. „Wow, du siehst verdammt heiß aus.“

Geschmeichelt verzog Angel seine Lippen zu einem kleinen Lächeln, doch dann fiel ihm sein Plan wieder ein und schnell setzte er einen grimmigen Gesichtsausdruck auf. „Das hier habe ich nicht zu deinem Vergnügen angezogen, dass möchte ich gleich klarstellen.“

„Eher zu deinem nehme ich an, gib's zu, du stehst drauf“, grinste Spike frech und wollte aufstehen, doch Angel drückte ihn mit eisernem Griff zurück auf die Knie. „Du bleibst wo du bist.“

„Hey, was habe ich getan?“

„Das wagst du noch zu fragen, Childe? Hast du ernsthaft gedacht mich belügen zu können? Der Anzug wäre niemals nötig gewesen. Jeder billige Regenmantel hätte es ebenso gut getan, wie ich erfahren habe.“

„Mantel, Hose, was macht das schon für einen Unterschied? Außerdem warst du es, der das besagte Geschäft kannte, wenn ich dich erinnern darf und jetzt mach mich endlich los!“

„Dir scheint deine Situation nicht bewusst zu sein“, erklärte Angel weiterhin streng und zum ersten Mal seit Spike aufgewacht war, schaute er seinen Sire unsicher an, doch in dessen Miene war nichts abzulesen, daher senkte Spike den Blick. ‚Er ist verflucht sauer, das ist gar nicht gut. Vielleicht bin ich mit dieser Latexgeschichte doch etwas zu weit gegangen? Pfeif drauf, die Sache war es definitiv wert. Schließlich hat es mir den besten Sex meines verdammten Unlebens beschert’, dachte Spike trotzig, überlegte aber dennoch besorgt, ob Angel ihn nun als Paket verschnürt in den Frachtraum des nächsten Schiffes werfen würde.

„Sieh mich gefälligst an, wenn ich mit dir rede, Boy“, herrschte Angel Spike an und der schaute trotzig auf. „So ist es gut“, bemerkte Angel zufrieden.

„Bastard“, murmelte Spike kaum hörbar und Angel verkniff sich ein Lächeln. ‚Noch etwas, das ich an ihm liebe, er gibt niemals auf’, dachte der dunkelhaarige Vampir und hätte sein Childe am liebsten in seine Arme gerissen, um ihn stürmisch zu küssen. ‚Doch das kommt später. Erst will ich sehen wie er seine Aufgabe löst’, beschloss er in Gedanken bevor er laut sagte: „Ich will dir trotzdem die Gelegenheit geben, auf dein Schiff zu kommen, falls du jetzt alles richtig machst. Also liegt es ganz an dir.“

„Na fein. Was willst du das ich tue, S i r e?“ Das letzte Wort zog Spike spottend in die Länge und er fluchte innerlich. ‚Klasse, wunderbar, g r o ß a r t i g. Ich will auf keinen verdammten Kahn. Was soll ich in Europa? Ich will hier bleiben verflucht. Bei ihm, in ihm, er in mir, ganz egal. Aber wie immer habe ich es vermasselt und jetzt jagt er mich zum Teufel. Dabei kann ich noch von Glück reden, dass er mich nicht gleich in Staub verwandet.’

„Wirst du mir wohl zuhören, Childe?“ Angels scharfer Ton riss Spike aus seinen Gedanken und er knurrte böse. „Leck mich.“

„Falsch, du wirst das tun. Aber eines nach dem anderen. Also, wenn es dir gelingt diese Latexhose zu öffnen ohne ihr auch nur den geringsten Kratzer zuzufügen, dann darfst du auf das Schiff. Solltest du sie aber kaputt machen, tja, dann...“ Angel stoppte seine Rede, nun doch unsicher, ob Spike das überhaupt wollen würde, was er ihm vorzuschlagen hatte, bevor er leise weitersprach. „Dann musst du hier bleiben. Nachts an meiner Seite kämpfen und tagsüber in meinem Bett schlafen, nicht nur schlafen natürlich.

Spike blickte erstaunt zu seinem Sire hoch und als er dessen unsicheren, fragenden Blick bemerkte, kehrte seine eigene Selbstsicherheit zurück. ‚Er ist verrückt nach mir, keine Frage und ich steh drauf, wenn er so unsicher aus der Wäsche guckt. Das ist Angel pur, was daher auch bedeutet, er lässt mir die Wahl. Bleiben oder gehen.

Na dann werde ich Peaches mal von seiner Qual erlösen und dabei meine ich nicht nur seinem besorgten Gesichtsausdruck, der schon leicht panisch wirkt’, dachte Spike, begann zu grinsen und sagte: „Besorg dir schon mal eine neue Hose, falls wieder einmal KnGekos auftauchen.“

Der blonde Vampir wechselte in sein Dämonisches Aussehen und grub seine Zähne in den weichen Gummi, um Angels Hose von oben bis unten aufzuschlitzen.

Ende!