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Kommentar des Autors zum Kapitel:
Spikes Gedanken sind in Kursiv geschrieben.

Kapitel 6

(von silverbird)

„Wir könnten uns als Vermittler anbieten", überlegte Angel.

„Toller Plan, Peaches und totaler Blödsinn. Wir vermitteln in was? Es gibt, verdammt noch mal nichts zu vermitteln, weil sie schlicht und einfach Angst vor Elzachiel haben, daher werden sie sich auf keine Verhandlungen einlassen. Elzachiel aufzutauen, bedeutet für Eliseus Beningus gleichviel wie seine eigene Macht abzugeben. Zumindest früher oder später. Denn wenn es stimmt, was über Elzachiel gesagt wird, ist er eines Tages mächtiger als alle anderen Zwerge. Also entweder wir finden einen Hexer, der mächtig genug ist um Eliseus Beningus so richtig Angst einzujagen, oder wir machen es so wie die Könige früher in Europa und lösen das Problem durch Heirat. °Bella gerant alii, tu felix Clan - Beningus nube°."

Zecail zog die Augenbrauen zusammen. „Was soviel heißt wie?"

„Andere mögen Kriege führen, du, glücklicher Clan - Beningus heirate", übersetzte Angel automatisch und Zecail stützte überlegend sein Kinn in die Hand.

„Obwohl du eine sehr freche Kreatur Vampir, dumm bist du nicht. Dieser Idee könnte ich durchaus etwas abgewinnen. Ich habe den ewigen Krieg zwischen uns und den Beningus wirklich satt."

Bewunderung war in Zecails Stimme zu hören und selbst Spike zog obdessen verwundert die Augenbrauen in die Höhe. Trotzdem hielt ihn das nicht ab theatralisch zu seufzen und Angel strafend anzusehen. „Schön, dass wenigstens einer mein verkanntes Genie erfasst hat."

Angel fühlte sich sofort schuldig, gleichzeitig aber auch verärgert, dass Spike ihn immer wieder, wenn dieses mal auch subtil, unter die Nase rieb, dass er, Angel, die Klugheit seines Childes nicht genügend würdigte. „Das ist ja alles schön und gut, aber so einfach ist das nicht. Denn wir sollten verschiedenes bedenken. Erstens, was wenn die Beningus absolut keinen Frieden wollen? Zweitens, was wenn Dulcia Elzachiel nicht heiraten will, oder inzwischen schon verheiratet ist? Und Drittens, wie sollen wir das alles in Erfahrung bringen? Ohne dieses Hintergrundwissen ist es gut möglich, dass Eliseus Beningus einen Hinterhalt vermutet und ein neuer Krieg bricht aus."

„Du bist so ein Pessimist und eine Grübelbacke dazu. Jawohl", ereiferte sich Spike.

„Leider muss ich aber zugeben, der Vampir Angel hat nicht Unrecht. Es wird schon schwierig genug sein Eliseus zu überzeugen den Fluch aus oben genannten Gründen zurückzunehmen. Er ist ein sturer, alter, streitbarer...wie sagst du immer...Gartenzwerg. Alleine schon wenn ich mir vorstelle neben ihm an der Hochzeitstafel zu sitzen, verursacht mir das schlimmste Übelkeit. Dennoch würde ich es tun, für meinen Neffen und für den Frieden unserer Völker."

„Ja, ja, Friede, Freude, Eierkuchen. Schon verstanden. Alles Bullshit. Im Tausch gegen einen guten, blutigen Kampf, den es bei euch ohnehin nicht gibt, weil ihr ja nur rumzaubert. Wie auch immer, dann müssen wir halt jemanden einschleusen, der rauskriegt, was rauszukriegen ist. Damit auch ihr beiden versteh was ich meine, ein Spion muss her."

„Gut gebrüllt Löwe, aber wie stellst du dir das vor? Du oder ich würden sofort auffallen, wie du dir denken kannst. Und ein Zwerg des Aeolus - Clans kann auch nicht spionieren, die Zwerge des Beningus würden ihn sofort erkennen."

„Klar, der Plan ist von mir. Logisch, dass du ihn beschissen findest", entgegnete Spike beleidigt.

Angel hatte keine Lust jetzt mit Spike zu streiten, daher erwiderte er: „Das habe ich nicht gesagt, es gibt halt nur einiges zu bedenken, das ist alles."

Noch bevor Spike erneut loszetern konnte, sagte Zecail plötzlich. „Eichhörnchen, ich werde einen von euch wieder in ein Eichhörnchen verwandeln, dann kann derjenige unauffällig bei den Beningus herausfinden, was wir wissen wollen. Tiere sind bei unseren Völkern immer und überall willkommen und daher..."

„WAS? Nein, auf keinen Fall", riefen Angel und Spike wie aus einem Munde und schüttelten vehement ihre Köpfe.

„Aber ihr ward doch bereit uns zu helfen und das ist die einzige Möglichkeit um sich ungehindert im Dorf der Beningus zu bewegen."

„Klingt logisch, also gehst du, Angel. Schließlich willst du sonst auch immer der Boss sein." Spikes hinterhältiges Grinsen brachte Angel in Rage.

„Vergiss es Childe, schließlich ist die Idee mit dem Spion von dir. Also wirst du verwandelt."

„Auf keinen verdammten Fall. Ich werde nicht wieder als Pelztierchen herumrennen über das du dich dann auch noch lustig machst."

„Das werde ich nicht, aber als dein Sire sage ich, du gehst. Ende und Aus."

Spike lachte künstlich auf. „Ahh, die Sire - Masche also wieder. Wann kapierst du es endlich, dein Sire Gehabe geht mir völlig am Arsch vorbei. Was im Klartext heißt, ich mach für dich weder Männchen noch Hörnchen. Niemals. Nein. Nope, Niente. Nada. Verstanden?"

Angel packte Spike unbeherrscht an den Aufschlägen seines Mantels und schüttelte ihn. „Pass auf was du sagst Childe, oder soll ich dir Manieren beibringen?"

„DU MIR? Wie lustig ist das denn? SIRE! Hatten wir ja länger nicht. War ja klar, dass du damit wieder ankommst. Typisch, wenn dir sonst nichts einfällt, dann..."

„Impertares Ospo", rief Zecail plötzlich laut und was den beiden Vampiren danach widerfuhr war kein Deja vu sondern grausame Wirklichkeit, denn beide hockten erneut, Angel als Streifen- , und Spike als Eichhörnchen vor Zecail am Boden.

„Sehr schön", sagte der Zwerg zufrieden grinsend. „Das war notwendig, denn so wie ihr euch aufgeführt habt, benehmen sich nicht einmal die kleinen Zwergenkinder in unserem Dorf. Ich hatte weder Lust, noch Zeit mir eure unsinnigen, kindischen Streitereinen anzuhören, daher befand ich das als beste Lösung. Ihr beide werdet herausfinden, was es von Eliseus Beningus, seiner Tochter und was sonst noch für den Deal wichtig ist, herauszufinden gibt. Es tut mir Leid, dass ich zu dieser Maßnahme greifen musste, aber bei euch beiden verliere ich die letzten meiner Nerven. Wenn ihr eure Sache gut macht, werde ich mich erkenntlich zeigen, das verspreche ich. Wenn ihr versagt, dann gewöhnt euch schon mal daran für alle Zeiten als Hörnchen euer Dasein zu fristen. Nun bringe ich euch noch zur Grenze unserer beiden Länder, dann liegt die Sache bei euch."

Ohne Umschweife packte Zecail jedes der Hörnchen am Nacken, hob sie hoch und steckte sie, getrennt voneinander, je links und rechts in seine Jackentasche. Spikes wütendes Fauchen ignorierte der Zwerg einfach.

Die beiden zu trennen war eine gute Idee und sicherte Spikes Überleben, zumindest vorläufig, denn Angel kochte vor Wut und wäre Spike in seiner Nähe gewesen, hätte Angel für nichts garantieren können. 'Dieses fürchterliche Childe. Ich bin der größte Idiot auf Erden, denn wie kann es sonst sein, dass ich mich seit über einhundert Jahren mit diesem aufsässigen, nervigen, ungehobelten Mistkerl, mit den wunderschönsten Augen und dem phantastischsten Körper, der mir je untergekommen...oh...genau, darum, und auch, weil ich mich in seiner Nähe vollkommen fühle. Okay, jetzt gerade nicht, aber immerhin...' Diese nicht neue Erkenntnis Angels, ließ das kleine Streifenhörnchen tief aufseufzen und wieder wurde ihm klar, wie sehr er Spike liebte, auch wenn er sie immer wieder in Schwierigkeiten brachte und sie daher die verrücktesten Abenteuer erlebten. Er würde keine Sekunde mehr ohne Spike sein wollen.

Angel wusste genau, wie sein Leben sonst verlaufen würde. Einsam, langweilig und voller Grübeleien.... Nachdenken über seine ewige Schuld. Nicht, dass Angel keine Schuld mehr über seine furchtbaren Tage verspürte, seitdem Spike an seiner Seite war, aber in Spikes Anwesenheit war sie leichter zu ertragen.

Angel beschloss, Spike wegen der erneuten Verwandlung, nicht mehr böse zu sein, oder zumindest es nicht zu zeigen, denn sonst würde sein Childe überhaupt nicht mehr zu bändigen sein. Wobei Spike und bändigen ohnehin eine unmögliche Kombination war, wie Angel seufzend erkannte.

„Oookay, das ist jetzt nicht so gut gelaufen. Wenn ich clever bin, dann nage ich mich durch den Jackensack und renne so weit weg, wie ich nur kann. Denn wenn Angel mich erwischt, dann bin ich das toteste Eichhörnchen, das es je gegeben hat. Shit, dabei hatte ich einen so guten Plan. Aber nein, dieser blöde Zauberzwerg mit seinem verfluchten Abrakadabra hat alles versaut. Besser ich fange gleich zu nagen an, bevor Angel mich zu Eichhörnchengulasch verarbeitet."

Doch Spike hatte kaum zwei Fäden durchgenagt, als er schon von dem Zwerg gepackt, aus der Jackentasche gezerrt und neben Angel auf den Boden gesetzt wurde.

„Eine Meile östlich und ihr seid im Dorf. Ihr habt drei Tage Zeit, dann erwarte ich euch zurück und zwar mit ausreichenden Informationen." Ohne eine Antwort abzuwarten verschwand Zecail ganz plötzlich und ließ zwei etwas ratlose Nager zurück.

Angel - Streifenhörnchen lief ein paar Schritte auf Spike - Eichhörnchen zu. Noch bevor Angel auch nur ein Wort sagen konnte, motzte Spike ihn auch schon an. „Damit du es weißt, es ist alles deine Schuld."

„Was? Das darf doch wohl nicht wahr sein. DU warst es doch, der uns in diese Situation gebracht hast. Weil du nie den Mund halten kannst und immer streiten musst."

„Hallo? Wer hat den unbedingt diesen blöden Steinzwerg mit nach Hause schleppen müssen? Aber damit nicht genug, anstatt nur ein paar Tage abzuwarten, bis er endgültig versteinert, hast du dich aufgedrängt ihm zu helfen, nur, um als großer Retter dazustehen. Wie erbärmlich."

„Ich helfe nun mal den Hilflosen. Das ist meine Aufgabe und..."

„Bla, bla, bla. Ich kann das schon nicht mehr hören. Du bist so ein verdammtes Weichei geworden. Ist dir das überhaupt schon aufgefallen?"

„Das bin ich nicht", erklärte Angel und seine Barthaare begannen zornig zu zittern.

„Doch, bist du. Und ein Jammerlappen und ein...urgh."

Angels kleine Pranken hatten sich blitzschnell um Spikes Eichhörnchenhals gelegt und er schüttelte sein Gegenüber durch, dass Spikes Augen aus den Höhlen traten und er die Sterne blitzen sah. Doch egal ob Eichhörnchen oder Vampir, dass wollte sich Spike nicht gefallen lassen und daher fuhr er mit seinen scharfen Krallen über Angels Gesicht.

„Ahhh.." Blitzartig ließ Angel das Spikeeichhörnchen los und hielt sich die Backe.

Spike hatte sein Schnäuzchen zu einem zufriedenen Grinsen verzogen und in Angel begann es zu kochen. Erneut stürzte er sich auf Spike und die beiden kugelten, in einer schönen Rauferei, den leichten Abhang hinab.

Ein umgekippter Baum stoppte die beiden. Dabei knallte Spikes Kopf an den Stamm und er hatte das Gefühl sein Schädel wäre zersprungen. Daher hielt er seine Augen geschlossen und blieb ganz ruhig liegen, in der Hoffnung, dass so der Schmerz abebbte.

In Angel kam Panik auf, als er sein Eichhörnchen so regungslos daliegen sah. „Spike? Spike!", rief Angel, und auch in seiner Stimme war die Panik zu erkennen. Doch sein Childe rührte sich nicht.

Der genoss Angels Sorge in vollen Zügen, beschloss aber noch ein bisschen totes Eichhörnchen zu spielen und dachte inzwischen. 'Wer hätte das vermutet, mein Sire kriegt Muffensausen. Glaubt er wirklich, dass sein geliebtes Childe sich jetzt im Eichhörnchenhimmel mit Nüssen voll stopft? Apropos Nüsse! Bloddy Hell, hab ich einen Hunger. Ich könnte ein bisschen an Angel knabbern, das erlaubt er jetzt sicher, weil er froh ist, dass ich noch lebe. Ja, guter Plan, sehr guter Plan.'

„William wach auf, komm schon. Bitte!" Diesem Flehen Angels und den zusätzlichen Streicheleinheiten, die sein Sire ihm angedeihen ließ, konnte Spike nun doch nicht mehr widerstehen und so öffnete er flatternd die Augen, stöhnte jedoch ein bisschen um den Effekt des Leidenden noch etwas aufrecht zu erhalten.

„Angel", wispernd und diesmal erleichtert seufzend, was soviel bedeuten sollte wie, „schön das du das bist", schmiegte sich Spike in Angels streichelnde Pfote.

„Den Mächten sei Dank, ich habe schon befürchtet..." Angel versagte die Stimme und er rieb sein Köpfchen an Spikes.

Kurz meldete sich Spikes schlechtes Gewissen, aber wirklich nur sehr kurz, denn Angel kraulte Spikes Nackenfell, hielt ihn mit der anderen Hand an sich gedrückt und murmelte wundervolle Worte in Spikes Puschelöhrchen, sodass er erneut zufrieden seufzte, die Augen wieder schloss und gleichzeitig dachte: 'Ich bin ein verdammtes Weichei, aber verfluchte Hölle, es fühlt sich so gut an. '

Sie gönnten sich noch ein paar Minuten dieser Innigkeit und rieben hin und wieder liebevoll ihre Näschen aneinander, bis Spike seinen Sire von sich schob. „Ich würde echt gerne was anderes machen, denn das ist mir echt zu wenig. Aber poppen macht als Eichhörnchen echt keinen Spaß. Daher, lass uns zusehen, dass wir diesen ganzen Scheiß hinter uns bringen und dann lasse ich dich mindestens eine Woche nicht aus dem Bett."

Angel grinste darüber verlegen, nickte jedoch zustimmend mit dem Kopf.

„Gut, dass wir wenigstens dabei einer Meinung sind", kicherte Spike, um dann aber drohend anzuhängen. „Solltest du aber jemals wieder, in unserem ganzen Unleben auch nur einen einzigen Zwerg anschleppen, egal ob Stein, tot, oder lebendig, dann schwöre ich..."

„Spike", unterbrach ihn Angel. „Ich muss helfen, wenn jemand meine Hilfe braucht, das musst du doch verstehen."

Spike verdreht die Augen. „Ja, ja, schon gut. Aber ich hasse dich dafür."

„Ich liebe dich auch William und bin froh, dich an meiner Seite zu haben", entgegnete Angel sanft.

Spike lies sich nicht anmerken wie sehr ihm diese Worte ans Herz gingen und erwiderte lässig: „Und im Bett, das wette ich. Was mich wieder auf das Thema bringt. Also auf zum Spionieren."

Angel stimmte zu und während sie nebeneinander auf das Dorf zuliefen schlug er vor. „Wir sollten uns aufteilen, dann können wir schneller Informationen sammeln. Ich fang im Osten an, du im Westen."

„Jepp, gute Idee. Wo und wann treffen wir uns wieder?", wollte Spike wissen.

Die beiden hatten inzwischen das Dorf fast erreicht und bleiben stehen. Angel schaute sich um und entdeckte am Wegrand einen Baum in dessen Mitte ein Loch zu sehen war. Rasch kletterte er hoch und guckte in das Loch. „Leer. Perfekt. Wir treffen uns in drei Stunden hier drin."

„Okay", sagte Spike nur und flitzte davon.

                                                            *~*~*~*

Angel lief ganz knapp an den Häuserwänden entlang. Sein Ziel war der Dorfplatz. Er erinnerte sich an seine Zeit als Mensch. Damals gab es auf jedem Dorfplatz einen Brunnen, an dem sich die Leute trafen, ihr Wasser holten und gleichzeitig die Gelegenheit nutzen um Neuigkeiten, oder anderen Tratsch auszutauschen.

Da hier, in der Zwergendimension eine ähnliche Lebensstruktur bestand wie Angel sie von seiner Jugend kannte, hoffte er gleiche, oder zumindest ähnliche Zustände vorzufinden. Und er hatte Recht. Sowohl ein Dorfplatz, sowie ein Brunnen waren vorhanden und zu Angels Glück standen ein paar Frauen um den Brunnen und schwemmten ihre Wäsche in dem großen Becken.

Vorsichtig schlich Angel näher und duckte sich hinter einem der Wäschekörbe.

„Sei vorsichtig mit den Tischdecken. Sie sind noch von meiner Großmutter und wenn Dulcia heiratet, gehören sie mit zu ihrer Aussteuer", hörte Angel eine der Frauen sagen.

„Du sagst es, wenn", bemerkte eine andere lachend. „Sie feiert bald ihren 180. Geburtstag. Es ist höchste Zeit, dass sie unter die Haube kommt, aber es passt ihr ja keiner."

„Sie ist noch jung, warum soll sie ihre Freiheit nicht noch ein bisschen genießen? Außerdem war ich auch erst 205 als ich mich in Eliseus verliebt und ihn geheiratet habe und soweit ich weiß, hast du erst nach deinem 260 Geburtstag deinem Basius das Ja-Wort gegeben."

„Ja, leider", seufzte die Frau und wischte sich über die Augen. „Denn selbst da war ich noch zu jung und zu dumm, denn sonst wäre ich auf den Kerl nie hereingefallen. Er liebt sein Hobby mehr als mich, dabei sind wir erst 125 Jahre verheiratet, aber er verbringt seine Zeit lieber mit seiner Schraubensammlung als mit mir."

„Du Glückliche. Für Eliseus Sammeltick mussten wir eine Scheune anbauen. Schuhe, Schuhe, Schuhe, wohin das Auge reicht und das in allen großen und Formen. Und was noch verrückter ist, es sammelt nur die für den linken Fuß. Stell dir vor, es sind sogar Schuhe von Menschen dabei. Keine Ahnung wo er die her hat. Jedenfalls, manche sind so groß, dass man fast darin wohnen könnte." Die Frau lachte und die anderen fielen mit ein.

Angel hatte genug gehört und sprang eilig davon.

                                                           *~*~*~*

Spike wartete bis der nächste Gast die Tür aufmachte und huschte mit ihm mit hinein.

'So, jetzt muss ich nur noch den Stammtisch finden. Jepp, da ist er schon', dachte Spike und wuselte rasch unter den Tisch, an dem einige Zwerge saßen und, wie Spike riechen konnte, ein Bierähnliches Getränk zu sich nahmen.

Der Zwerg, mit dem Spike in das Gasthaus gekommen war, setzte sich an den Tisch, grüße die dort sitzenden Männer kurz und wandte sich dann einem Zwerg mit einem besonders langen Bart zu. „Dein Geburtstag steht bald an Eliseus. Was wünschst du dir? Schließlich hast du einen Runden, da musst du dir ein besonderes Fest einfallen lassen."

„Ich muss los", sagte Eliseus plötzlich, trank aus und erhob sich. An der Theke bezahlte er und ging zur Tür.

Die anderen Zwerge sahen ihm verwundert nach, wie Spike so nebenbei bemerkte. Doch da er wissen wollte ob und was Eliseus vorhatte, flitzte er unter dem Tisch hervor und schaffte es gerade noch durch die Tür, die Eliseus gerade in dem Augenblick schloss, als Spike durchhuschte.

Immer in Deckung bleibend, lief Spike Eliseus nach, der auf einen Schuppen zusteuerte, eintrat und die Tür hinter sich zu machte, bevor es Spike gelang hineinzukommen. Allerdings dauerte es nicht lange, bis er einen Spalt fand, durch den er ins Innere des Schuppens gelangen konnte.

Verwundert stellte Spike fest, dass an allen Wänden Regale standen, die mit einzelnen Schuhen gefüllt waren. Eliseus saß auf einen Schemel, starrte vor sich hin und hatte den Kopf in seine Hände gestützt, während er hin und wieder seufzte.

'Bloody Hell, ist das eine trübe Tasse und der soll ein großer Zauberer sein? Der ist ein Frustbolzen erster Klasse. Mal sehen ob ich ihn aus der Reserve locken kann. Schließlich bin ich nicht zum Vergnügen hier, oder um blöde Schuhe anzugucken. Der Oberzwerg hat echt eine Macke, nur einzelne Schuhe. Wie irre ist das denn?'

Spike beschloss nicht weiter darüber nachzudenken, weil es weder was brachte, noch ihn interessierte. Daher lief er auf Eliseus zu und kletterte an seinem Bein hoch. 'Mal sehen was passiert', dachte er und schaute den Clanchef mit großen Augen an.

„Wer bist du denn?"; fragte Eliseus auch gleich verwundert und lächelte ein bisschen.

'Grins nicht so blöd, du alter Trottel. Ich bin Spike und wegen dir und dem Scheiß den du gebaut hast, renne ich jetzt als verfluchter Nager rum. Also rück mit Informationen raus, damit ich endlich wieder zu einem ordentlichen Vampir werde und Angel poppen kann', dachte Spike und machte Männchen.

Eliseus lächeln wurde breiter. „Du bist ja putzig. Hast du Hunger?"

'Ich gebe dir gleich ein putzig. Ich bin ein böser Vampir verdammt und rede bloß nicht vom Essen sonst beiße ich dich. Klar?'

Spike rieb sich an Eliseus Jacke und nun lachte der Zwerg, griff in seine Tasche und holte ein paar Nüsse heraus, die er in der offenen Hand vor Spikes Näschen hielt.

'Halloho, Vampir, was bedeutet, steck dir deine verfluchten Nüsse sonst wo hin. Außerdem stinkt sogar dein Blut, selbst als Eichhörnchen kann ich das riechen.'

Trotzdem nahm Spike eine der Nüsse in die Pfoten und begann daran zu knabbern, schließlich wollte er nicht, dass seine Tarnung als Spion aufflog.

Eliseus schaute dem Eichhörnchen eine Weile zu, dann seufzte er. „In ein paar Tagen werde ich 800 Jahre alt. Ich hatte gehofft an meinem Geburtstag mein Amt an den Mann meiner Tochter übergeben zu können, damit ich mich ganz meinem Hobby widmen kann. Aber Dulcia ist keiner recht. Aber zum Heiraten zwingen will ich sie nicht, denn ich liebe sie und will, dass sie glücklich wird. Es ist schon viele Jahre her, da hatte sie so ein glückliches Leuchten in den Augen, wie nur Verliebte es haben. Aber plötzlich war es weg und auf meine Fragen bekam ich nie eine Antwort."

Wieder seufzte Eliseus, doch plötzlich schaute er Spike mit einem Blick an, der Spike gar nicht behagte. Und sein Gefühl trog ihn nicht, denn der Zwerg packte ihn plötzlich am Genick, hob ihn hoch und schaute ihm in die Augen. „Ich habe eine Idee", sagte Eliseus. „Ich schenke dich an meine Tochter weiter, das wird sie aufheitern."

Noch bevor Spike sich versah, hatte Eliseus aus der hintersten Ecke des Schuppens einen Käfig geholt und Spike hineingesteckt.