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XXXII. I wanna sex you up

I wanna sex you up

All night

You make me feel real good

I want to

I wanna rub you down

I wanna sex you up
 

( Color Me Badd, I wanna sex you up)
 

Zufrieden betrachtete Draco seine Reflektion im Spiegel des Waschraums. Die Schwellungen waren zurück gegangen und die Blutergüsse waren dank Snapes Tränken nur noch als dunkle Schatten wahrnehmbar. Sorgfältig kämmte er sich die blonden Haare zurück, doch als er den Kopf bewegte, rutschte eine vorwitzige Strähne wieder nach vorne und kitzelte ihn am Auge. Ärgerlich schob er sie wieder an ihren Platz. Die Haare wurden langsam zu lang, er würde in den nächsten Tagen einen Zauber durchführen müssen, um sie zu kürzen. Draco wusste, dass Harry es mochte, die Finger durch die hellen Strähnen gleiten zu lassen und auch er selbst fand es angenehm, wenn der Gryffindor damit spielte, doch achtete er peinlich genau darauf, dass die Haare eine gewisse Länge nicht überschritten. Nichts wollte Draco weniger, als noch mehr auszusehen wie sein Vater.

Unwillkürlich traf ein leichter Stich sein Herz, als er an sein Zuhause dachte. Seit dem Tag an dem Harry ihn aus seiner Gefangenschaft im Manor gerettet hatte, hatte er kein Wort von seinen Eltern gehört. Snape war gemeinsam mit zwei Auroren im Manor gewesen, um Kleidung und Dracos Sachen für den Unterricht zu holen, doch er hatte ihm berichtet, dass das Anwesen verlassen gewesen war. Die Schutzzauber waren nicht aktiviert und weder von Lucius noch von Narcissa war irgendein Hineweis über ihren Aufenthaltsort zu finden gewesen. Er wusste, er sollte nicht so fühlen, doch trotz allem was passiert war, fühlte Draco Sorge um seine Eltern. Sicher, sein Vater konnte gut selbst auf sich aufpassen, aber seine Mutter hatte mit dem ganzen Todesserkram noch nie etwas zu tun haben wollen. Dass sie jetzt auch fort war, konnte kein gutes Zeichen sein.

Unwillig ruckte der Blonde mit dem Kopf, um die dunklen Gedanken zu vertreiben. Er hatte genug Probleme, auch ohne dass er über seine Eltern nachdachte. Ganz egal wo sie auch sein mochten, er konnte ihnen ohnehin nicht helfen. Ein letztes Mal rückte er sich die Krawatte zurecht, bevor Draco schließlich den Waschraum verließ. Er war früh dran, bis zum Frühstück war es noch eine gute Stunde, weshalb der Gemeinschaftsraum nur von wenigen, verschlafenen Schülern belagert wurde, die noch auf die Schnelle ihre Hausaufgaben erledigten. Aus dem Augenwinkel nahm er wahr, wie einige Erstklässler bei seinem Eintreffen eilig das Weite suchten und seine Stimmung stieg schlagartig an. Grinsend nahm er seine Tasche von einem der Sessel und verließ leise vor sich hin summend den Kerker in Richtung der Treppe. Die alten Verhältnisse waren wieder hergestellt und er hatte eine Verabredung mit Harry an ihrem geheimen Treffpunkt in dem Klassenraum im zweiten Stock. Besser konnte ein Tag doch gar nicht beginnen.

XXXXXX

Er hatte fast die Treppe erreicht, die - wenn sie ihre Meinung nicht noch änderte - in den zweiten Stock hinauf führte, als ihn eine scharfe Stimme in der Bewegung inne halten ließ.

„Mr. Malfoy, darf ich fragen, wohin Sie so früh wollen?" fragte Professor McGonagall.

Die hatte ihm gerade noch gefehlt. Ergeben drehte sich Draco um und taxierte die Lehrerin, um heraus zu finden, ob Dumbledore sie als Wachhund auf ihn angesetzt hatte. Doch in den Zügen der alten Frau erkannte Draco lediglich routinemäßige Wachsamkeit. So höflich wie möglich antwortete er: „Ich bin auf dem Weg in die Bibliothek. Schließlich muss ich doch den Stoff nachholen, den ich versäumt habe."

Professor McGonagall nickte zustimmend. „Das ist lobenswert, Mr. Malfoy. Aber sehen Sie zu, dass Sie zum Frühstück fertig sind. Sie sehen aus, als ob Sie es gebrauchen könnten."

„Ja, Professor", antwortete der Slytherin und wandte sich ab, um seinen Weg fortzusetzen.

Vorsichtshalber nahm er die Treppe in den vierten Stock und wartete dort einige Minuten, bevor er eine weitere Treppe abwärts nahm. Dann vergewisserte er sich mehrfach, dass die Lehrerin auch wirklich nicht in der Nähe war, bevor er den Korridor zu dem unbenutzten Klassenraum einschlug. Er hörte ein leises Lachen zu seiner Linken, als er die Treppe hinter sich ließ. Einen Moment lang tat er so, als habe er es nicht gehört, dann machte Draco einen schnellen Schritt zur Seite und griff mit der Hand in die Luft. Seine Finger erwischten Harrys Tarnumhang und rissen ihn dem Gryffindor vom Kopf.

Ein fettes Grinsen lag auf den Lippen des Dunklen, als sein Gesicht sichtbar wurde. „Sieh an, Malfoy", feixte er und konnte sich das Lachen kaum verkneifen. „Seit wann bist du denn so ein Musterschüler?"

„Wäre es dir lieber gewesen, ich hätte zu ihr gesagt:`Verzeihung Professor, aber ich habe ein Date mit ihrem Lieblingsschüler`, Potter?" Der Blonde grinste dämonisch, als er sah, wie sein Freund errötete. „Siehst du, das habe ich mir gedacht."

Hart packte er den Gryffindor am Arm und zog ihn mit sich. Per Zauberstab entriegelte er den unbenutzten Klassenraum und stieß Harry unsanft ins Innere.

„Hey! Jetzt mach aber mal langsam!" protestierte der Dunkle launig und rieb sich die Stelle am Arm, an der der Slytherin zugegriffen hatte.

„Kommt gar nicht in Frage." Auf einen Wink des Zauberstabs fiel die Tür erneut ins Schloss und verriegelte sich. Ungeduldig warf Draco seine Tasche auf ein altes Pult, so dass der Staub in alle Richtungen rieselte, dann machte er sich an seinem Gürtel zu schaffen. „Die alte Vogelscheuche hat uns kostbare Zeit gekostet. Die müssen wir wieder aufholen."

Mit verschränkten Armen sah Harry dabei zu, wie sein Freund die Vorderseite seiner Robe öffnete. Er selbst war noch vollständig bekleidet und rührte auch keine Finger, um den Zustand zu ändern. Als Draco sah, dass der andere ihn schweigend beobachtete, hielt er in der Bewegung inne.

„Was ist?" fragte er ungehalten. „Sag bloß, du willst nicht...?"

„Jedenfalls nicht so", erwiderte Harry steif.

„Oh Merlin, ich habe jetzt wirklich keine Zeit für sowas!" Frustriert warf Draco die Hände in die Luft. „Soll ich etwa die Stühle in Kerzen verzaubern und das Pult in ein Bett? Wäre dir das lieber?"

„Es wäre ein Anfang", gab der Gryffindor zurück.

„Ist dir vielleicht schon aufgefallen, dass wir in etwas über einer halben Stunde beim Frühstück sein müssen? Tut mir leid, wenn ich da den romantischen Teil etwas kürzer halten wollte", grollte der Blonde beleidigt.

„Du könntest ja einfach mal etwas netter sein, das würde eventuell schon reichen", schnappte der Dunkle zurück.

Genervt fuhr sich Draco mit den Fingern durch die Haare, während er versuchte sich zu beruhigen. Er hatte Harry nicht verletzten wollen, doch scheinbar waren seine Malfoy-Gene mal wieder mit ihm durchgegangen. Er schenkte dem Gryffindor ein entschuldigendes Lächeln, bevor er mit lasziven Schritten langsam auf ihn zu stolzierte. „Tut mir leid", lenkte er ein. „Die ganze Sache mit der Prügelei steckt mir einfach noch in den Knochen. Das Adrenalin, weißt du, da muss ich mal Dampf ablassen."

„Ach und das tust du ausgerechnet bei mir?" fragte Harry, der noch nicht ganz versöhnt war.

„Wäre es dir lieber, ich tue es bei jemand anderem?" Spielerisch zog Draco seinen Zauberstab hervor und zeichnete mit der Spitze kleine Kreise auf die Vorderseite von Harrys Robe. „Du machst mich einfach an. So sehr, dass ich manchmal nicht an mich halten kann."

„So schlimm?" fragte der Dunkle, dem die leichten Berührungen einen wohligen Schauer über den Körper jagten. Das Blitzen in den Augen seines Gegenübers sagte dem Slytherin, dass er bereits gewonnen hatte.

„Wahnsinnig", gab er leidend zurück.

„Dann zeig mir, wie sehr ich dich anmache." Mit wenigen Schritten war der Abstand zwischen ihnen geschlossen und Draco stahl sich gierig einen langen Kuss von den Lippen seines Freundes. Fordernd presste er seine Zunge in den Mund des Gryffindor, saugte fest an dessen Unterlippe, während seine Hände nun seinerseits am Gürtel des Dunklen herum fingerten.

Kurze Zeit später rutschte die Hose hinunter bis auf Harrys Knöchel, dann folgte die Shorts und ehe er wirklich zu sich kam, drückte ihn der Blonde auch schon mit dem Rücken an die Wand. „Merlin, Potter, seit ich aufgestanden bin, wollte ich nur das eine", knurrte Draco rau.

„In der Bibliothek lernen?" Obwohl er durch Dracos Hände, die in gleichmäßigen Bewegungen seinen halbsteifen Schaft pumpten, kaum noch zusammen hängend denken konnte, musste er diese Spitze unbedingt noch los werden.

„Für das hier brauche ich nichts zu lernen", erwiderte Draco gepresst. „Das kann ich gut genug." Geschwind drehte er Harry herum, so dass dieser nun mit dem Gesicht zur Wand stand. „Accio Oleum", flüsterte Draco, den Zauberstab ergreifend, den er vorsorglich neben sich in ein leeres Regal gelegt hatte.

Die kleine Phiole kam aus Dracos Tasche hervor und schwebte zu ihm herüber. Der Blonde legte den Zauberstab zurück ins Regal und entnahm dem Röhrchen eine kleine Menge Öl.

Der dunkle Gryffindor zischte leise auf, als die kalte Flüssigkeit seine entblößten Pobacken traf. Automatisch stützten sich seine Hände an der Wand ab, während Draco das Öl vorsichtig in seinen Muskelring brachte. Der Atem des Jungen beschleunigte sich unwillkürlich und er musste sich zwingen sich zu entspannen, aber als er schließlich die Finger des Blonden in sich fühlte, entwich seinen Lippen ein verlangendes Stöhnen.

Erregt stemmte er sein Becken zurück, drückte sich selbst in die Berührung hinein. „Oh Gott, ja", entfuhr es ihm heiser, dann zog Draco seine Finger zurück und ersetzte sie durch sein errigiertes Glied. Seine Hände fassten Harrys Hüftknochen, als er sich zentimeterweise in dem Dunklen versenkte, das Gesicht gefangen in einem Ausdruck zwischen Schmerz und Lust.

Mit gesenktem Kopf stand der Gryffindor da, die Zähne in die Unterlippe vergraben, die Stirn gegen die kalte Mauer gelehnt und wartete darauf, dass sein Körper sich an das brennende Gefühl gewöhnen würde. In seinem Nacken fühlte er Dracos heißen Atem, als der Blonde den Kopf senkte und leichte Küsse auf Harrys Schulter verteilte. Erst als er merkte, dass sich der Körper des Dunklen entspannte, begann sich Draco endlich zu bewegen. In einer einzigen, fließenden Bewegung zog er sich fast völlig zurück, nur um sich dann erneut komplett zu vergraben.

Ein erstickter Laut entkam Harrys Lippen, seine Hände krampften sich zusammen, doch der Blonde hatte sich schon wieder zurück gezogen. Ein weiterer Stoß folgte, noch tiefer als zuvor und dieses Mal traf er genau auf Harrys Prostata. Sein Kopf flog nach hinten, die Augen wurden weit, als ein Gefühl wie ein Stromstoß durch seinen Körper raste. Zufrieden sah Draco, wie Harrys Körper zitterte, der Mund sich zu einem stummen Schrei öffnete.

Seine linke Hand fasste noch fester zu, fixierte den Unterleib des Dunklen, damit er sich noch stärker in Harry pumpen konnte, während die andere Hand um seinen Freund herum griff und den aufgerichteten Penis mit seiner Faust umschloss. Ein Wimmern entfuhr dem Gryffindor und er lehnte sich zurück, gegen den Körper des Blonden, als sich dieser immer schneller in seinen Körper hämmerte. Längst war die Welt zu einem Strudel von Farben verschwommen, bestand nur noch aus dem Verlangen, das so dringend nach Erlösung verlangte.

„Oh Merlin, Draco!" stieß Harry in dem Augenblick hervor, in dem sich seine Erregung mit einem Mal entlud und er hart und heftig in Dracos Hand kam. Atemlos schnappte er nach Luft, überwältigt von der Stärke seines Höhepunktes. Vorangetrieben durch Harrys Orgasmus stieß der Blonde noch einige Male fest in den warmen, engen Körper, bevor auch er zu seinem ersehnten Höhepunkt kam.

Mit einem tiefen Grollen ergoss er sich schließlich, schoss sein Sperma tief in den Körper seines Freundes. Das Blut rauschte in seinen Ohren und er musste für einen Moment seinen Kopf gegen die Schulter des Gryffindor lehnen, um wieder zu Besinnung zu kommen.

Schwer atmend zog er sich aus dem Körper des Dunklen zurück und sprach für sie beide einen schnellen Reinigungszauber, bevor er wieder seine Kleidung richtete. Sein Freund hatte sich mittlerweile umgedreht und lehnte mit glasigen Augen mit dem Rücken an der Wand. Sein Körper erholte sich gerade erst von den Nachwehen, so dass er es nicht eilig hatte, so schnell in seine Kleidung zu kommen. Draco, der schon fertig angezogen war, trat lässig vor ihn hin. Seine Hände umfassten Harrys Taille und er hauchte ihm einen schnellen Kuss auf die Lippen.

„Sehen wir uns heute nach dem Nachmittagsunterricht? Du könntest mich deine Geschichte der Zauberei Hausaufgabe abschreiben lassen." fragte er spitzbübisch.

Der Dunkle schüttelte den Kopf. „Gryffindor hat heute Training, da kann ich erst nach dem Abendessen. Außerdem schadet es dir auch nicht, wenn du deine Hausaufgaben zur Abwechslung mal selbst erledigst."

Draco griff sich gespielt theatralisch an die Brust. „Bei Merlins Bart, das wäre gegen meine Ehre!"

Harry schnaubte leise. „Es ist mir echt ein Rätsel, wie du so viele ZAGs bekommen hast."

„Tja, das würdest du gerne wissen, was?"gab der Blonde grinsend zurück. „Ich sag`s dir: Durch Zauberei."

„Oh Gott, jetzt auch noch Witze", murmelte der Gryffindor, während er die Hose hochzog. „Und das auf nüchternen Magen."

„Oh ja, Frühstück", seufzte Draco. „Ich könnte einen ganzen Hippogreif verdrücken."

„Na dann, guten Appetit."

XXXXXX

Als Harry die Tür zur Küche öffnete, glaubte er seinen Augen nicht zu trauen. Der ganze Küchentisch war über und über mit Esswaren bedeckt. Auf einem Teller häuften sich Pfannkuchen, daneben standen Eier mit Speck, ein Teller Cornflakes und ein ganzer Berg Scones.

Du hast doch wohl nicht vor, das alles zu essen?" fragte der Dunkle seinen Ehemann entsetzt, der sich gerade mit einem großen Becher Tee an den Tisch setzte.

Oh doch", grinste Draco und schaufelte sich zwei Pfannkuchen auf den Teller, die er genüsslich mit Sirup übergoss.

Das ist kein Frühstück, das ist ein Gelage", stellte Harry trocken fest und nahm sich einen Toast aus dem Brotkasten.
 

Ich habe eben Hunger", murmelte der Blonde undeutlich zwischen zwei Bissen.

Eine Weile sah ihm der Dunkle schweigend beim Essen zu, dann schüttelte er seufzend den Kopf.„Es ist mir absolut schleierhaft, wo du das alles lässt", sagte er, während er seinen Toast mit Marmelade bestrich.

Ich habe einfach einen rasanten Stoffwechsel", erwiderte Draco überzeugt und griff sich den Teller mit den Eiern.

Und offensichtlich einen Magen wie ein Pferd", antwortete Harry grinsend, als er sich zu ihm an den Tisch setzte.

Nur kein Neid, Potter", gab der andere Mann zurück und leerte in Rekordzeit seinen Teller.

Auf dich?" fragte sein Ehemann gespielt entsetzt. „Wohl kaum."

Es kann halt nicht jeder ein Malfoy sein", resümierte der Blonde schulterzuckend.

Lächelnd hob Harry die Augen zur Zimmerdecke. „Merlin sei Dank."

XXXXXX
 

XXXIII. Maneater

(Oh-oh, here she comes) Watch up boy she`ll chew you up

(Oh-oh, here she comes) She`s a maneater

(Oh-oh, here she comes) Watch up boy she`ll chew you up

(Oh-oh, here she comes) She`s a maneater

(Hall & Oates, Maneater)

Gedankenverloren kaute Draco auf seiner Feder herum, während er in dem dicken Buch vor sich blätterte. Er hatte noch nicht einmal die Hälfte der Hausaufgabe beendet, gerade mal eine halbe Seite Pergament hatte er geschrieben und das obwohl er schon eine Stunde hier saß und sich bemühte, seine Buchstaben zu groß wie möglich zu schreiben. Geschichte der Zauberei war einfach nicht sein Fach. Einen kurzen Moment dachte er darüber nach, den Aufsatz einfach bei Blaise abzuschreiben, aber den Gedanken verwarf er schnell wieder. Das wäre ja beinah wie ein Eingeständnis, dass er es nicht selbst konnte. Nein, so tief würde er nicht sinken und wenn es ihn den ganzen Nachmittag kosten würde.

Unwillig seufzte er auf, dann klappte er das Buch zu. Sein Blick fiel aus dem Fenster in den strahlend blauen Herbsthimmel. Kleine weiße Schäfchenwolken trieben im frischen Wind schnell dahin. Ein paar bunte Blätter drehten seichte Loopings und segelten dicht am Fenster vorbei. Was für ideale Bedingungen für ein Quidditch Training...

Die Bibliothek war wie ausgestorben, nur eine jüngere Hufflepuff Schülerin saß ein paar Tische weiter und schrieb emsig auf ihrem Pergament. Das Kratzen ihrer Feder trug nicht gerade dazu bei, Dracos Konzentration zu verbessern. Mit einem Ruck stand er auf, nahm das Buch und stellte es zurück ins Regal, bevor er sich das nächste heraus nahm.

Himmel, was interessierten ihn Riesenkriege und Zwergenaufstände? Draußen lauerte ein viel schlimmerer Feind, doch die Schrecken, die er verbreitete, wurden im Unterricht lieber außen vor gelassen. Der blonde Slytherin kehrte an seinen Tisch zurück und setzte sich auf den braunen Holzstuhl. Kurzfristig spielte er mit dem Gedanken das unbequeme Sitzmöbel in einen Sessel zu verwandeln, ließ es aber lieber doch bleiben. Madame Pince hatte Augen wie ein Habicht und wenn man in ihrer Bibliothek auch nur eine Feder vom Tisch fallen ließ, hatte man schneller Nachsitzen am Hals, als man „Bücherwurm" sagen konnte.

`Reiß dich zusammen oder du sitzt wirklich noch bis heute abend hier`, mahnte er sich streng, dann schlug er den dicken Wälzer vor sich auf und suchte im Inhaltsverzeichnis nach der richtigen Seite.

„Draco, kann ich dich kurz stören?"

Irritiert hob er den Blick. Pansy. Wer auch sonst? Nur seine dunkelhaarige Mitschülerin hatte so ein schlechtes Timing.

„Was willst du, Parkinson?" murmelte er genervt.

Unsicher knetete sie den Saum ihrer Robe zwischen den schlanken Fingern. „Ich wollte einen Moment allein mit dir sprechen. Hast du was dagegen, wenn ich mich setzte?"

Klar hatte er was dagegen! Er wollte endlich mit diesem dämlichen Aufsatz fertig werden! Aber Draco kannte Pansy gut genug um zu wissen, dass sie ihn ja doch nicht in Ruhe lassen würde, bevor sie ihm gesagt hatte, was sie sagen wollte.

„In Ordnung, setzt dich. Aber nur fünf Minuten." Er legte die Feder neben sein Pergament und sah sie gelangweilt an, während Pansy einen Stuhl heran zog und sich ihm gegenüber setzte.

„Weißt du, die Sache mit Nott... Das ist alles total dumm gelaufen..."

Das konnte sie wirklich laut sagen.

„Ich wollte nicht, dass er davon erfährt. Ich war nur so wütend wegen Potter. Er hat Blaise geschlagen... Und wegen dir. Du schläfst mit diesem.. diesem.. diesem Jungen und erzählst mir nichts und dann fährst du nach Hause, ohne mir zu sagen, dass du wahrscheinlich nicht wieder kommst...."

„Pansy, was soll das?" fragte er dazwischen. „Warum sollte ich ausgerechnet dir Rechenschaft darüber ablegen, was ich tue oder lasse?"

„Wir waren Freunde und auch mal mehr..."

Das „mehr" war allerdings ziemlich einseitig gewesen.

„Trotzdem geht es dich überhaupt nichts an, mit wem ich schlafe und mit wem nicht", stellte er in einem Ton klar, der Pansy kurz erschaudern ließ. „Ich mische mich auch nicht in die Sache zwischen dir und Blaise."

„Nein, ist schon klar", ruderte sie zurück. „Es ist nur...wusstest du damals - ich meine, als wir...zusammen waren - dass du schwul bist?"

Das wollte sie bestimmt nicht ernstlich wissen.

„Sagen wir, ich hatte so eine Ahnung", gab er so diplomatisch wie möglich zurück.

Sie schluckte schwer. „ Und von allen Jungen, warum musste es ausgerechnet Potter sein?"

„Ich wiederhole mich nicht gern, Pansy", erwiderte er eisig. „Mein Privatleben geht dich gar nichts an. Also wenn du dann fertig bist..."

„Ganz kurz noch", beeilte sie sich zu erwidern. „Ich wollte dir nur sagen, wie leid mir das Ganze tut. Wenn ich gewusst hätte, dass Milli es Nott erzählen würde... Sind wir noch Freunde, oder Dray?"

Am liebsten hätte er ihr gesagt, dass sie erst dann wieder Freunde sein würden, wenn sie mindestens genauso zusammen geschlagen worden war wie er, aber ein Blick in Pansys große, feuchte Augen ließ ihn die aufgestaute Wut herunter schlucken. Sie waren schon so lange Freunde. Die Parkinsons waren Reinblüter, ebenso wie die Malfoys. Schon vor Hogwarts hatten sie sich oft gegenseitig besucht. Mit ihr hatte er seine ersten Doktorspiele gemacht, mit ihr hatte er sich betrunken und mit ihr hatte er geschlafen.. Okay, an letzteres wollte er lieber nicht zurück denken.

„Natürlich sind wir noch Freunde, Pans", antwortete er zu seiner eigenen Überraschung. „Wir werden immer Freunde sein."

Das Mädchen strahlte, als sie sich zu Draco herüber beugte. „Du weißt, dass ich immer hinter dir stehen werde, Dray. Auch wenn du dich jetzt an Potter verschwendest."

Sie beugte sich über den Tisch und drückte ihre Lippen auf die seinen. Überrascht riss er die Augen auf. Einen Moment lang war er völlig perplex, zu plötzlich war der Kuss passiert.

In seinem Schock sah er nicht die Person, die wie erstarrt im Türrahmen stand und ungläubig auf die Szene vor ihm starrte. Im Bruchteil einer Sekunde drehte sich Harry um und stürmte Hals über Kopf aus der Bibliothek.

XXXXXX

Wer war denn an der Tür?" erkundigte sich Draco und sah von seinem Buch auf.

Die Nachbarn", antwortete Harry. „Scheinbar hat Minerva ihren Hund gebissen."

Braves Tier", lobte der Blonde die Katze grinsend, die gerade durch die Terassentür herein getigert kam.
 

Du musst sie nicht auch noch darin bestärken, dass sie etwas Tolles gemacht hat", tadelte ihn sein Ehemann und setzte sich neben ihn auf die Couch.

Wieso nicht? Sie mag die Hansons genauso wenig wie ich."

Nicht das du auch noch auf die Idee kommst, einen von ihnen zu beissen", murmelte Harry ironisch.

Ich bin doch kein Tier", gab Draco entrüstet zurück. „Aber mal so ein kleiner Fluch über den Gartenzaun..."

Untersteh dich bloß!" Unsanft knuffte der Dunkle seinen Partner in die Seite. „Mr. Hanson arbeitet in der Magischen Strafverfolgung im Ministerium."

Nicht umsonst war ich in Slytherin. Nie im Leben kommt er drauf, dass der Fluch von mir war."

Stöhnend warf Harry den Kopf nach hinten. „Sag nicht, du hast schon...?"

Nur ein ganz kleines bisschen", gab der Blonde unschuldig zurück.

Und was verstehe ich unter „ein kleines bisschen" ?" fragte Harry seufzend.

Sagen wir mal so, wenn Mrs. Hanson demnächst ihre Karotten erntet, sollte sie lieber Ohrenschützer aufsetzten."

Und warum das?"

Ich habe die Karotten in Alraunen verwandelt und du weißt, wie sehr es diese Pflanzen hassen, aus der Erde gerissen zu werden."

Ja, Harry konnte sich aus Hogwarts Zeiten gut an das Geschrei der Alraunen erinnern. Nicht wenige Schüler, deren Ohrenschützer verrutscht waren, fielen beim Umtopfen dieser Pflanzen in Ohnmacht.

Bei Merlins Socken, Draco werd endlich erwachsen." Kopfschüttelnd sah Harry seinen Partner an, der sich freute wie ein kleiner Junge.

Aber so macht das Leben viel mehr Spass", erwiderte der Blonde grinsend. „Und außerdem sagst du immer, du liebst mich so wie ich bin."

Ich wusste, dass ich den Satz einmal bereuen würde."

Spitzbübisch grinsend beugte sich Draco über seinen Ehemann und hauchte ihm einen Kuss auf die Lippen. „Sieh es positiv, mit mir wird es nie langweilig."

Nein, das wird es wohl nicht", erwiderte Harry ergeben und küsste ihn zärtlich zurück.

XXXXXX 

XXXIV. You don`t fool me 

You don`t fool me - those pretty eyes

That sexy smile- you don`t fool me

You don`t rule me - you`re no surprise

You`re telling lies - you don`t fool me 

(Queen, You don`t fool me))

Wütend rannte Harry die Treppe hinab. Das Blut rauschte in seinen Ohren und er ballte die Hände unwillkürlich zu Fäusten. Die Szene, deren Zeuge er eben geworden war, wollte einfach nicht wieder aus seinem Kopf verschwinden. Dieser Mistkerl! Erzählte ihm etwas von Liebe und Vertrauen und machte hinter seinem Rücken mit Pansy rum! Oh, wie er diese Slytherin Schlampe hasste! Seit Dracos Rückkehr war sie ständig um ihn herum geschlichen und kaum, dass Harry den beiden mal den Rücken zudrehte, steckte sie ihm auch schon die Zunge in den Hals!

Wie hatte er nur so blind sein können! Jeder wusste, dass Draco mal was mit Pansy gehabt hatte, aber der Blonde hatte ihm geschworen - geschworen! - dass da nichts mehr lief. Dieser Lügner! Dieses Scheusal!

Immer noch rasend vor Zorn lief Harry aus dem Schloss, zurück zum Quidditch Feld. Er hatte das Training abbrechen müssen, nachdem Katie Bell vom Besen gestürzt war. Ein schlecht geworfener Klatscher hatte sie am Kopf erwischt. Sie würde wohl die Nacht auf der Krankenstation verbringen müssen. Laut Madame Pomfrey hatte sie eine Gehirnerschütterung, aber nach einem Schmerztrank und etwas Schlaf würde sie morgen wieder zum Unterricht gehen können.

Mit einem Ruck riss Harry die Tür zur Umkleidekabine auf. Der Raum lag ruhig und verlassen da. Die anderen Spieler waren schon zum Schloss zurück gekehrt. Als Kapitän war es seine Aufgabe gewesen, Katie zur Krankenstation zu bringen und - dumm und verliebt wie er war - hatte er Draco auf dem Rückweg überraschen wollen. Erneut fühlte er das warme Gefühl der Eifersucht in seinem Magen hoch kochen, als er sich die Beinschützer herunter riss und aus seiner Quidditch-Uniform schlüpfte.

Er brauchte eine Dusche, am besten eine kalte, bevor er noch ins Schloss zurück ging und den beiden Turteltauben einen Fluch an den Kopf warf, der sie in Flubberwürmer verwandelte... Mit einer fließenden Bewegung griff er sich sein Handtuch und die Seife und ging barfuss in den Duschraum. Die Luft war feucht und roch noch nach der Seife und den Ausdünstungen seiner Vorgänger, doch Harry war so in Gedanken, dass er es gar nicht bemerkte. Schnell drehte er das kalte Wasser auf und ließ sich den harten Wasserstrahl ins Gesicht regnen.

Verfluchter Draco! Verfluchte Pansy! Verfluchte Slytherins!

Das kalte Wasser ließ ihn zittern, als er den Kopf in den Nacken legte und sich die Haare aus der Stirn strich. Langsam merkte er, wie sein Körper zur Ruhe kam. Die Wut war noch da, aber sie hatte sich in eine dumpfes Poch in seinem Inneren verwandelt. Er drehte den Regler für das Wasser auf warm und schloss erneut die Augen.

Er würde sich nicht die Blöße geben zu jammern oder zu weinen. Wenn Draco lieber mit ihr zusammen war als mit ihm, sollte es ihm recht sein. Er würde würde Schluss machen. Heute noch. Niemals würde er sich nicht zu einem Gelegenheitsfick degradieren lassen. Er war Harry Potter! Draco würde sich noch wünschen, dass er das niemals getan hatte.

Wie auf Kommando spürte er plötzlich zwei Hände, die langsam seinen Rücken hinab fuhren. Mit einem scharfen Zischen atmete Harry ein und drehte sich herum. Wie konnte er es wagen! Ein schiefes Lächeln auf den Lippen, stand Draco Malfoy vor ihm, nackt wie Gott ihn geschaffen hatte.

„Ich habe dich gesucht", flüsterte er rau. „Deine Teamkollegen meinten, du wärst noch in der Kabine."

„Ach ja?" erwiderte Harry hart und wehrte Dracos Hände ab. „Bist du schon fertig mit deiner kleinen Freundin?"

Überrascht sah Draco ihn an. „Ich weiß nicht, wovon du redest."

„Ach komm schon, Malfoy", sagte der Gryffindor bissig. „Tu nicht so. Ich war in der Bibliothek. Ich habe euch gesehen, dich und Pansy. Wie du sie geküsst hast..."

Das Wasser hatte Dracos Haare benetzt und er schob sie sich genervt aus der Stirn.„Moment mal, sie hat mich geküsst!"

„Ist mir egal, wer angefangen hat!" spuckte Harry ihm ins Gesicht. „Seit wann läuft das zwischen euch?"

„Bist du irre? Es läuft überhaupt nichts zwischen mir und Pansy!"

„Genau, deshalb küsst sie dich auch!"

„Sie hat sich bei mir entschuldigt wegen der Sache mit Nott!"

„Nach einem Entschuldigungskuss sah das für mich aber nicht aus."

„Du siehst nur, was du sehen willst, Potter. Dass ich sie weg geschoben und ihr gesagt habe, dass sie ihre Lippen gefälligst auf ihren Freund drücken soll und nicht auf mich, das hast du vermutlich nicht gesehen!"

Nein, das hatte Harry wirklich nicht. Dafür war er viel zu geladen gewesen.

„Jeder weiß, dass du etwas mit Pansy hattest", beharrte der Gryffindor.

„Das habe ich auch nie verheimlicht, aber es ist schon ewig vorbei! Potter, ich weiß das vergisst man leicht, wenn man sie kennt, aber Pansy ist ein Mädchen! Ich stehe nicht auf Muschis!"

„Vielleicht haben sich deine Vorlieben ja wieder geändert", erwiderte Harry nicht vollständig überzeugt.

„Ach ja?" Fragend sah Draco an sich herunter auf seine steinharte Erektion. „Offenbar sieht mein Körper das etwas anders." Er machte einen Schritt auf seinen Freund zu und legte eine Hand auf seine nasse Brust. „Da ist nichts zwischen mir und Pansy und da wird auch niemals etwas sein. Ich würde dir sogar einen unbrechbaren Schwur darauf geben, wenn du dich dann besser fühlst."

Der Gryffindor atmete zitternd durch. „Es tut mir leid. Ich kann einfach den Gedanken nicht ertragen, dich an jemand anderen zu verlieren."

Dracos zog den feuchten Körper des anderen Jungen an sich und drückte die Lippen auf die seinen. „Warum sollte ich etwas anderes haben wollen als das hier? Nichts könnte perfekter für mich sein als du."

Seine Hände wanderten abwärts über Harrys nassen Bauch und entlockten dem Jungen ein tiefes Stöhnen. „Mein Golden Boy", murmelte er ganz nah an seinem Ohr. Seine Finger schlossen sich um ihr Ziel und Harrys Kopf kippte nach hinten gegen die gekachelte Wand. „Ich werde dafür sorgen, dass du nie wieder daran zweifelst, dass ich etwas anderes will als das hier."

Der Dampf bildete einen dichten Nebel, während das Wasser unaufhörlich auf die beiden Körper nieder prasselte, die sich in Ekstase wandten und das leise Plätschern der Wassertropfen vermischte sich mit den nur mühsam unterdrückten Lustgeräuschen.

XXXXXX

Weißt du, wo wir es noch nie gemacht haben?" fragte Draco, der gedankenverloren auf die Notizen starrte. „Auf einem Besen."

Das wird statisch auch nicht funktionieren", antwortete der ehemalige Gryffindor pragmatisch.

Naja, wenn wir uns beide einen Schwebezauber verpassen würden, vielleicht doch", überlegte Draco laut.

Nur mühsam unterdrückte der Dunkle ein Auflachen. „Und wozu? Ich glaube kaum, dass das Ministerium begeistert wäre, wenn wir nackt über den Dächern von London fliegen. Das würde mit Sicherheit einige Gedächtnismodifikationen bei der Muggel-Bevölkerung nach sich ziehen."

Immer musst du alles mies machen", schmollte Draco. „Für den Anfang könnten wir es ja über dem Garten probieren."

Fragend zog Harry die Augenbrauen hoch.„Wozu, wenn wir doch ein sehr bequemes Bett haben?"

So was nennt sich `Schwung in das Sexualleben bringen`", erklärte der Blonde ernst.

Ich wüsste nicht, dass wir das nötig haben."

Genau da liegt ja das Problem.
 

Mit einem Ruck stand Harry auf. „Okay, jetzt reichts. Hose runter und Handschellen her!"

Frech grinste Draco seinen Partner an. „Dass man dich immer erst auf die Palme bringen muss, um zu bekommen, was man will."

Tbc...