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Eagle`s calling and he`s calling your name

Tides are turning bringing winds of change

Why do I feel this way

The promise of a new day 

(Paula Abdul, The promise of a new day) 

Harrys erstes Silvester in Hogwarts verlief in Anbetracht der Umstände sehr ruhig. Professor Dumbledores Zustand hatte sich nicht verändert und so wurde von Feierlichkeiten und dem üblichen Feuerwerk abgesehen. Die wenigen verbliebenen Schüler murrten leise, gab es doch das Gerücht, dass nichts mit dem Sternenregen vergleichbar sei, dass die Raketen von Hogwarts in den Dezemberhimmel malten.

Den Jungen und Mädchen war durch Professor McGonagall mitgeteilt worden, dass der Direktor ernstlich erkrankt war und dass die Hauslehrerin der Gryffindors vorübergehend zur Schulleiterin ernannt worden war. Nur Harry wusste die Wahrheit über das Leiden, das den alten Mann ans Bett gefesselt und ihn in einen tiefen Schlaf versetzt hatte. Die Verantwortung lastete schwer auf den Schultern des jungen Gryffindors, doch er hoffte im Notizbuch des alten Mannes Hinweise darüber zu finden, wie er die Horcrux-Jagd auch ohne den Schulleiter fortsetzen konnte.

Schweigend standen die beiden Jungen am Fenster von Harrys Schlafraum und sahen in der Ferne die Raketen über dem kleinen Zaubererdorf Hogsmeade aufsteigen. Die große Turmuhr hatte gerade Mitternacht geschlagen und somit den Anbruch eines neuen Jahres verkündet. Harrys Arm, der um Dracos Hüfte gewickelt war, zog ihn näher an sich und die beiden Jungen tauschten einen kurzen Blick, bevor sie sich küssten. Vor ihnen auf der Fensterbank standen zwei Gläser Goldwasser, das munter vor sich hin sprudelte und dabei immer wieder goldene Blasen in die Luft steigen ließ. Als sie es schließlich an die Lippen hoben, um einen Tost auf das neue Jahr zu sprechen, schwor sich Harry innerlich, dass dies das letzte Jahr sein würde, in dem die Zauberwelt in Angst und Schrecken verharrte. Er würde die Horcruxe finden und Lord Voldemort ein für alle Mal töten, bevor sich dieses Jahr dem Ende zuneigen würde. Dann würde nächstes Silvester eine Feier in Hogwarts Mauern stattfinden, wie sie diese Schule noch nie zuvor gesehen hatte.

XXXXXX 

„Er hat was?" Entgeistert sah Hermine den dunklenhaarigen Gryffindor an, der ihr gegenüber im Schneidersitz auf der Bettdecke saß. Erst vor wenigen Stunden hatte der Hogwarts-Expresss die Schüler aus den Ferien zurück ins Schloss gebracht und direkt nach dem Abendbrot hatten Harry und seine Freunde damit begonnen, die wichtigsten Neuigkeiten auszutauschen.

Seit Tagen hatte er mit sich darum gerungen, wie viel er seinen Freunden über Dumbledores mysteriöse Krankheit erzählen wollte, doch Harry hatte schließlich eingesehen, dass er bei der Suche nach den Horcruxen Hilfe brauchen würde und wenn er Ron und Hermine nicht trauen konnte, wem sollte er es dann tun?

Vorsorglich hatte der Gryffindor den Schlafraum mit einem Muffliato-Zauber gegen unerwünschte Zuhörer gesichert und seine beiden Freunde schwören lassen, dass sie selbst unter Folter niemandem erzählen würden, was er ihnen jetzt anvertraute. Rons Augen wurden immer größer während Harry von den Ereignissen in der Höhle erzählte und Hermine schlug entsetzt eine Hand vor den Mund, als er von dem Zaubertrank berichtete, der den Schulleiter beinah das Leben gekostet hätte. Nachdem Harry geendet hatte, hing eine bedrohliche Stille über dem Zimmer. Jedem von ihnen war klar, was für eine enorme Bürde nun auf ihnen lastete.

„Dieser Teufel", entfuhr es schließlich Ron, während sein Blick wie gebannt auf dem Medaillon lag, das Harry zwischen ihnen auf die Bettdecke gelegt hatte.

„Er ist genial", erwiderte Hermine seufzend. „Abgrundtief böse und wahnsinnig, aber genial."

Die beiden Jungen murmelten etwas, das man als eine vage Zustimmung auslegen konnte.

„Wie soll es nun weiter gehen?" fragte das Mädchen tonlos. „Wie sollen wir die Horcruxe finden? Vom Zerstören gar nicht erst zu sprechen."

„Dumbledore sagte etwas von einem Notizbuch, das in seinem Büro liegt. Er selbst hat den Ring der Gaunts vernichtet, also wird er gewusst haben, wie man das tut. Wenn wir dieses Buch bekommen könnten..."

„... du meinst stehlen", korrigierte ihn Hermine.

„...haben wir den Schlüssel in unseren Händen", beendete Harry den Satz, ohne auf Hermines Einwand einzugehen.

„Und wie stellst du dir das vor?" fragte Ron. „Es ist ja nicht so, dass du da einfach rein marschieren könntest und das Buch mitnimmst."

„Doch, genauso habe ich mir das vorgestellt", gab der dunkle Gryffindor zurück.

„Das ist nicht dein Ernst!" rief der Rothaarige aus. „Wenn dich ein Lehrer dabei erwischt, wie du in das Büro einbrichst, fliegst du von der Schule!"

„Deshalb werde ich es nachts versuchen", erwiderte Harry bestimmt.

„Kennst du denn das Passwort?" fragte Hermine erstaunt. „Ich glaube nicht, dass es noch das selbe ist, das Dumbledore festgelegt hat."

Selbstzufrieden erzählte der Dunkle: „Zufällig mussten die Creeveys gestern in das Büro. Scheinbar haben sie sich vorgenommen, in Freds und Georges Fußstapfen zu treten. Ich bin nicht ganz schlau daraus geworden, weshalb McGonagall sie sehen wollte, aber es hat irgendetwas mit Filch und einer geblümten Unterhose zu tun... Jedenfalls ist Colin ja immer ganz scharf darauf bei mir Pluspunkte zu sammeln und da hat er mir das Passwort ohne Probleme verraten."

„Was ist mit den Portraits?" gab Hermine zu bedenken. „Wenn sie dich sehen, werden sie es mit Sicherheit Professor McGonagall verraten."

„Ganz einfach, ich nehme den Tarnumhang", sagte Harry triumphierend. „Selbst wenn sie merken, dass jemand im Büro ist, können sie später nicht sagen, wer es war."

„Scheinbar hast du an alles gedacht", erwiderte Ron beeindruckt.

„Außer daran, dass du dabei gegen mindestens zwei Dutzend Schulregeln verstößt", fügte Hermine hinzu.

Harry schüttelte den Kopf, dann nahm er das Medaillon in die Hand und schloss seine Finger fest darum. „Leute, eins muss euch klar sein. Es geht hier um alles oder nichts. Da können wir keine Rücksicht mehr auf irgendwelche Regeln nehmen. Dumbledore hat mich ins Vertrauen gezogen, nicht Professor McGonagall oder sonst jemanden und ich werde alles daran setzen, dieses Vertrauen zu würdigen. Es wird gefährlich werden, wir könnten von der Schule fliegen oder im schlimmsten Fall sogar sterben. Wollt ihr mir trotz dieses Risikos helfen?"

„Da fragst du noch?" fragte Ron entrüstet. „Nicht, dass ich scharf darauf wäre von der Schule geworfen zu werden - Mum würde ausflippen - oder zu sterben, aber mal ganz ehrlich: Ohne uns bist du doch aufgeschmissen."

Harry konnte sich bei diesen Worten ein Grinsen nicht verkneifen, dann sah er erwartungsvoll zu Hermine.

„Natürlich bin ich mit dabei", sagte das Mädchen ehrlich. „Wir haben bisher alles zusammen durch gestanden, dann werden wir den Weg auch bis zum Ende gemeinsam bewältigen. Aber was ist mit Draco? Du hast ihm doch wohl nicht von den Horcruxen erzählt?"

„Nein." Harry schüttelte traurig den Kopf. Er hatte nicht vor, seinen Freunden von Dracos nächtlichen Ausflügen zu erzählen, solange die Chance bestand, dass der Fesselungszauber das Problem behoben hatte. Schließlich waren sowohl Hermine als auch Ron der Meinung, dass Dracos Anwesenheit in Hogwarts eine unnötige Gefahr für sie alle darstellte. Doch da sie von der Möglichkeit wussten, dass Voldemort Zugang zu Dracos Gedanken hatte, erübrigte sich eine weitere Erklärung.

Die Freunde schienen beruhigt. „Okay, wann soll die Aktion starten?" fragte Ron und man merkte ihm an, dass er am Liebsten sofort los gestürmt wäre.

„Heute Nacht", antwortete Harry. „Wenn der Aufsicht habende Lehrer um Mitternacht seinen Rundgang gemacht hat, schleichen wir uns aus dem Turm."

„Oh, Merlin", seufzte Hermine, als sie das nervöse Flattern fühlte, das von ihrem Magen Besitz ergriff. „Und ich dachte, dass die Vorbereitungen für die UTZ unser größtes Problem werden."

„Sieh es so, Hermine: Wenn du in dieser Prüfung versagst, brauchst du zu den Anderen gar nicht mehr anzutreten, weil du dann schon tot bist", tröstete Ron seine Freundin wenig erfolgreich.

„Jetzt fühle ich mich doch gleich viel besser", gab das Mädchen sarkastisch zurück und Harry merkte, wie sich ein Lächeln auf sein Gesicht stahl. Es war gut, dass er sein Geheimnis mit seinen Freunden geteilt hatte. Allein schon das Wissen, dass er nicht mehr allein mit dieser schweren Aufgabe war, machte es ihm leichter damit umzugehen.

XXXXXX 

Beim letzten Schlag der Turmuhr setzte sich Harry vorsichtig in seinem Bett auf. Um sich herum hörte er das leise Schnarchen seiner Mitschüler. Sogar Ron schlief friedlich, den Kopf hatte er unter seinem Kopfkissen vergraben. Harry selbst war viel zu aufgeregt gewesen, um ein Auge zu zumachen, nachdem er von seinem allabendlichen Date mit Draco zurück gekommen war. Vorsichtig tastete er nach der Brille, die auf seinem Nachttisch lag und nachdem er sie aufgesetzt hatte, zog er die Karte des Rumtreibers unter dem Kopfkissen hervor.

„Lumos", flüsterte er mit erhobenem Zauberstab und sofort brach aus der Spitze ein kleiner Lichtstrahl hervor. Harry brauchte nicht lange zu suchen, um den Punkt, der mit „Professsor Sprout" beschriftet war zu finden. Ihr Punkt war der Einzige, der sich auf der Karte bewegte. Sämtliche Schüler befanden sich in den Schlafräumen und von den Lehrern wanderte nur der Punkt von Professor Snape in seinem Büro auf und ab. Das Büro des Schulleiters lag wie erwartet verlassen da. Gespannt beobachtete Harry, wie die Hauslehrerin der Hufflepuffs gerade ihre Runde beendete und auf dem Rückweg zu ihren privaten Räumen war.

Zufrieden rollte Harry die Karte wieder zusammen und schlüpfte aus dem Bett.

„Ron", flüsterte er leise, während er den rothaarigen Jungen an der Schulter rüttelte.

„Ich habe den Kürbiskuchen nicht gegessen, Mum", nuschelte Ron verschlafen, dann blinzelte er nach oben. Der dunkelhaarige Gryffindor legte warnend den Finger auf die Lippen.

„Harry? Was?" fragte der andere Junge verwirrt, bevor er sich auf setzte. „Ist gut, ich bin wach. Ich bin wach."

Mit einem herzhaften Gähnen schwang der Junge die Beine aus dem Bett und stand auf. Während Ron seinen Zauberstab unter dem Kopfkissen hervor holte, schnappte sich Harry den Tarnumhang, aus seinem Koffer. Auf Zehenspitzen verließen die beiden Jungen das Zimmer und schlichen die Treppe hinab in den Gemeinschaftsraum.

Hermine erwartete ihre Freunde bereits ungeduldig. „Ich dachte schon, ihr habt verschlafen."

„Sorry, ich hatte etwas Probleme das Murmeltier hier wach zu bekommen", erwiderte Harry grinsend, während Ron erneut gähnte.

„Dann lasst uns keine Zeit mehr verlieren", gab das Mädchen zurück. „Bringen wir es hinter uns."

Das Portrait mit der fetten Dame schwang missmutig beiseite. Noch im Halbschlaf ließ sie die Teenager hinaus in die dunklen Gänge des Schlosses. Im schwachen Licht ihrer Zauberstäbe gingen die drei Jugendlichen in Richtung des Schulleiterbüros, gewissenhaft darauf bedachte, so wenig Lärm wie möglich zu verursachen, während Harry die ganze Zeit die Augen auf der Karte hatte. Doch alles blieb ruhig. Die Flure lagen verlassen vor ihnen und auch der Punkt, der mit „Professor Snape" betitelt war, hatte sich nun in seine privaten Räume zurück gezogen.

Vor den beiden Wasserspeiern hielten sie schließlich an. Wortlos nickte Harry seinen Freunden zu, die sich trennten und auf beiden Seiten von ihm hinter einer Säule verstecken. Sorgfältig zog der dunkle Gryffindor den Tarnumhang über seinen Kopf, darauf bedacht, dass auch nicht der kleinste Zipfel seines Pyjamas hervor lugte.

„Hoffnung", nannte er das Passwort und sofort erhob sich die steinerne Wendeltreppe aus dem Fußboden. Es war offensichtlich, warum Professor McGonagall dieses Passwort ausgewählt hatte. Sie war eine von Professor Dumbledores engsten Freunden und sein Zustand belastete die Hauslehrerin der Gryffindors sehr. In diesem Moment hätte kein Wort besser das Gefühl beschreiben können, das Harry fühlte, als er von den Stufen in die Höhe getragen wurde.

Sein Herz klopfte laut in seiner Brust, als die Wendeltreppe zum Stillstand kam und er vor der Tür zu Dumbledores Büro stand. Vorsichtig drückte er die Klinke herunter, nur um festzustellen, dass die Tür verschlossen war.

„Alohomora", flüsterte er leise und erleichtert registrierte er ein Klicken bevor die Tür plötzlich aufschwang. Wie immer summten und brummten die vielen komplizierten Geräte im Büro des Schulleiters emsig vor sich hin, als Harry den Raum betrat. Komplettiert wurde die Geräuschkulisse durch das Schnarchen einiger ehemaliger Schulleiter, die auf ihren Portraits in ihren Sessel zusammen gesunken waren und selig schliefen.

Trotz des Zauberstabs, den er mit einer Hand außerhalb des Tarnumhangs hielt, konnte Harry durch den Stoff nur schlecht sehen, daher tastete er sich langsam und vorsichtig zu Dumbledores Schreibtisch. Die Tischplatte sah noch genauso aus, wie er sie in Erinnerung hatte. Rechts und links der Schreibfläche stapelten sich die Pergamentrollen und Feder und Tintenfass lagen da, als ob der alte Mann gleich zur Tür herein kommen würde, um die Arbeit erneut fortzuführen.

So leise wie möglich öffnete Harry die erste Schublade. Sie enthielt mehrere zerbrochene Federkiele, einen herrlich verzierten Brieföffner, Siegelwachs und ein dazu gehöriges Siegel.

Die zweite Schublade wurde vollständig von einem großen Teller mit Zimtsternen eingenommen. Scheinbar hatten die Hauselfen Dumbeldores Vorrat wieder aufgefüllt.

In der dritten Schublade fand Harry einen ganzen Stapel Briefe. Einige rochen stark nach Parfüm und einer gab Laute von sich, die wie ein schmachtender Minimuff klangen. Doch obwohl Harry eine gewisse Neugierde aufsteigen fühlte, schloss er die Schublade schnell wieder. Dumbledores Liebesleben ging ihn nichts an und außerdem war er aus wichtigeren Gründen hier.

In der vierten und letzten Schublade waren schließlich eine Reihe von Büchern und Heften. Mehrere Wörterbücher waren darunter. Eines war rumänisch, eines indisch und sogar eines in atlantisch war dabei. Desweiteren ein Buch darüber, wie man sich schmackhafte Pralinen hext und ein Ratgeber zur Haltung von Phoenixen. Ganz unten in der Schublade, unter einer knurrenden Ausgabe des „Monsterbuches der Monster" fand Harry ein abgegriffenes, unscheinbares Heft in einem schlichten Ledereinband. Direkt in dem Moment, in dem er es in die Hand nahm, wusste er, dass er gefunden hatte, wonach er gesucht hatte.

Eines der Portraits gähnte herzhaft und Harry beeilte sich, die Schublade wieder zu verschließen, bevor er den Rückzug antrat. Das Heft unter dem Tarnumhang fest an seine Brust gepresst, verließ er das Büro. Gerade als er die Wendeltreppe herunter eilen wollte, fiel ihm ein, dass er die Tür verschlossen vorgefunden hatte. Einen schnellen Zauber später, eilte er die Stufen hinab und blieb nicht stehen, bis er sich am Ende der Treppe den Tarnumhang vom Kopf riss.

„Hast du es?" fragte Ron gespannt, als er und Hermine neugierig aus ihren Verstecken hervor kamen.

Harry nickte ernst und hielt das kleine Heft erklärend in die Höhe.

„Dann nichts wie weg hier", resümierte Hermine und gemeinsam rannten sie den Weg zurück bis zum Gryffindor Turm. Die fette Dame schimpfte verärgert über die Unverschämtheit der heutigen Jugend, doch da die Teenager das Passwort kannten, blieb ihr nichts anderes übrig, als die Gryffindors herein zu lassen.

„Incendio", sagte Hermine und sofort entzündete sich im Kamin ein gemütliches Feuer, während sich die Jugendlichen auf dem Fußboden davor nieder ließen. Gespannt blickten sie auf das unscheinbare Heft in Harrys Händen.

„Los, spann uns nicht auf die Folter", drängte Ron. „Schlag es auf."

Das ließ sich Harry nicht zwei Mal sagen. Mit zitternden Fingern öffnete er das kleine Lederband, das das Heft verschloss und blätterte in den vergilbten Seiten.

„Und?" frage Hermine.

„Nichts", erwiderte Harry enttäuscht und senkte das Buch, so dass die Freunde mit hinein gucken konnten. „Das Buch ist leer."

„Das kann nicht sein", gab das Mädchen entschieden zurück. „Gib mal her."

Wortlos reichte ihr Harry das Buch, in dem die Freundin hektisch zu blättern begann. „Das gibt es nicht... unmöglich...", murmelte sie mit einem Blick auf die leeren Seiten.

„Dann war das alles umsonst?" fragte Ron entgeistert.

„Aber Dumbledore hat gesagt, dass ich das Notizbuch holen soll", ereiferte sich Harry. „Es muss etwas darin stehen, was uns weiter bringt. Es muss einfach!"

„Ich glaube, ich habe etwas gefunden", verkündete Hermine in diesem Augenblick. Ganz vorn, direkt hinter dem Einband stand in einer winzigen, kaum lesbaren Schrift ein einziger Satz.

Wenn Feinde zusammen arbeiten, wenn Geschwister an einem Strang ziehen und wenn Freundschaft mehr zählt als der Blutstatus, kann das Böse besiegt werden."

Nachdenklich blickten die drei Gryffindors in die Flammen des Kamins.

„Es war anzunehmen, dass Dumbledore seine Notizen schützend würde. Ich denke, es ist ein Rätsel", sagte Hemine schließlich. „Nur demjenigen der es löst, wird das Buch seine Geheimnisse anvertrauen."

Frustriert seufzte der Rothaarige auf. „Es wäre ja auch zu schön, wenn es mal einfach gewesen wäre."

„Wir haben schon ganz andere Rätsel geknackt", erwiderte Harry zuversichtlich. „Wenn Dumbledore mir zugetraut hat, das Buch zu holen, wird er auch das Rätsel so verfasst haben, dass wir es lösen können."

„Aber nicht vor morgen früh." Ron gähnte herzhaft und Hermine fügte hinzu: „Ich gebe es ja ungern zu, aber Ronald hat recht. Wir haben morgen in der ersten Stunde Zaubertränke und wenn wir da einschlafen, wird Snape uns so lange nachsitzen lassen, dass wir mit der Horcrux-Jagd erst nach unserem Schulabschluss anfangen können."

„In Ordnung." Fürsorglich wickelte Harry das Heft in seinen Tarnumhang, bevor er aufstand. „Vielleicht ist es ohnehin besser, eine Nacht darüber zu schlafen, bevor wir uns ans Rätselraten machen. Gute Nacht, Mine!"

Die Freunde taten es ihm gleich und erhoben sich. „Gute Nacht, Jungs", erwiderte Hermine und löschte schnell noch das Feuer im Kamin. Als Harry die Treppe zu den Jungenschlafräumen empor ging, hörte er, wie Ron dem Mädchen noch eine gute Nacht wünscht und ihr einen Kuss auf die Wange drückte, bevor er seinem Freund nach folgte. Nicht zum ersten Mal wünschte sich der dunkle Gryffindor, dass Draco im gleichen Haus wäre wie er selbst. Es würde viele Dinge sehr viel einfacher machen.

XXXXXX

Bei Salazar Slytherin! Ich und ein Gryffindor?" entrüstete sich Draco. „Wir Malfoys sind seit Generationen in Slytherin! Das wäre ja beinah als würdest du Minerva mit Nevilles Kröte Trevor vergleichen!"

Bin ich in deinen Augen vielleicht ein Frosch?" fragte Harry gespielt verärgert.

Um ehrlich zu sein, warst du mal einer, aber inzwischen habe ich dich ja oft genug geküsst, um einen Prinzen aus dir zu machen", grinste der Blonde.

Der Eisprinz von Slytherin und der Prinz der Frösche?" meinte Harry neckend.

Klingt doch gut, oder?" fragte Draco lachend.

Von mir aus, Love", gab der Dunkle schulterzuckend zurück. „Für dich spiele ich auch gern den Frosch."

Dann hüpf doch mal schnell ins Bad und lass uns eine Badewanne ein", schlug der ehemalige Slytherin vor.

Harry deutete eine halbe Verbeugung an. „Quack!"

Tbc....