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 LVII. The show must go on 

The show must go on!

The show must go on! Yeah!

Inside my heart is breaking,

My make-up may me flaking,

But my smile, still stays on 

(Queen, The show must go on) 

In seinen schlimmsten Albträumen hätte Harry nie geglaubt, dass er einmal zu so einem traurigen Anlass in den Fuchsbau kommen würde. Soweit er sich erinnern konnte, war er noch nie auf einer Beerdigung gewesen, wenn man einmal von dem Begräbnis von Dobby und Griphook absah. Doch auch wenn der Anlass in seinen Grundzügen der selbe war, so konnten die beiden Ereignisse nicht unterschiedlicher sein. Es war Nacht gewesen, als er damals die beiden Körper am Rande des Verbotenen Waldes in die Grube in der Erde legte, welche er mit seinen eigenen Händen gegraben hatte. Niemand war dabei gewesen, nur die Bäume und die Tiere des Waldes waren seine Zeugen. Da er keine andere Wahl gehabt hatte, war Harry Totengräber, Priester und einziger Trauergast in einer Person gewesen. Doch so furchtbar es damals auch war, mit seiner Trauer allein zu sein, beinah wäre es ihm lieber, wenn er jetzt nicht mit den ganzen Leuten hier wäre oder wenn er wenigstens irgendetwas tun könnte. Aber hier und heute war er zum Zuschauen verdammt. Harry fühlte sich so furchtbar hilflos und fehl am Platz, als auf dem Feld um den Fuchsbau die Zelte wie Pilze aus dem Boden schossen und immer mehr rothaarige Verwandte der Weasleys aus allen Teilen Großbritanniens herbei strömten, um gemeinsam den immensen Verlust zu betrauern, den ihre Familie erlitten hatte.

Mit aufeinander gepressten Kiefern stand er da, die Hände in den Hosentaschen vergraben und musste mit ansehen, wie ein Gast nach dem anderen Arthur und Molly in die Arme schloss und ihnen ihr Beileid zu Rons Tod bekundete. Arthur schien in den letzten Tagen um Jahre gealtert zu sein. Tiefe Falten sprachen von den durchwachten Nächten und der Trauer, die sein Herz zusammen schnürte. Doch er litt still, quittierte jede wohl gemeinte Kondolenz mit einem stummen Nicken. Molly hingegen brach bei jedem Wort, jeder gut gemeinten Geste ein weiteres Mal zusammen, schien nur noch aus Tränen, Kummer und Leid zu bestehen. Das sommersprossige Gesicht war rot und verquollen und die Haare hingen wirr auf ihre schwarze Trauerkleidung herab. Harry wünschte so sehr, dass er etwas sagen könnte, irgendetwas, um den Schmerz auch nur ein wenig erträglicher zu machen, doch er wusste, es gab nichts, was den gramgebeugten Eltern im Moment helfen konnte. Hände tätschelten seine Schulter, so wie sie es auch bei Ginny und Hermine taten, die neben ihm im Wohnzimmer standen. Während Rons Schwester leise vor sich hin weinte, war Hermine völlig erstarrt. Seit dem Moment, an dem sie von Rons Tod erfahren hatte, weinte sie beinah ununterbrochen, doch jetzt schienen alle Tränen verbraucht zu sein. Das weiße Haar, das sie sich geweigert hatte zu färben, hing ihr in einem schweren Zopf den Rücken herab, ihre Augen waren leer und aus ihrem blassen Gesicht schien jegliches Leben verschwunden zu sein.

Die Zwillinge, sonst nie um einen Scherz verlegen, standen ernst neben Percy, Bill mit seiner Frau Fleur, die er erst im Herbst geheiratet hatte und Charlie, der extra aus Rumänien angereist war. Noch nie waren Rons Geschwister Harry so erwachsen vorgekommen, wie in diesem Moment, als die Kondolierenden fest ihre Hände drückten und ihnen Mut zusprachen. Es war verrückt, aber irgendwie hatte Harry immer den Gedanken im Hinterkopf, dass Ron gleich mit einem Stück Kürbiskuchen aus der Küche kommen und ihn angrinsen würde. So wie er es immer getan hatte. Doch zugleich wusste er, dass dies nicht passieren würde. Ron würde nicht zurück kommen. Nie wieder.

Am frühen Morgen, gleich nachdem der Portschlüssel ihn und Hermine von Hogwarts hierher gebracht hatte, war Harry in dem großen, weißen Zelt gewesen, in dem Rons Körper für die letzte Ehre aufgebahrt worden war. Ganz allein war er an den Sarg getreten, um sich von seinem Freund zu verabschieden, während Hermine mit Ginny in der Küche gewartet hatte. Sie brachte es einfach nicht über sich, Ron noch einmal ins Gesicht zu sehen und an die Liebe zu denken, die sie verloren hatte. Auch Harry schnürte es die Kehle zu, als er seinen Freund in dem einfachen Holzsarg liegen sah. Er trug den kastanienbraunen Festumhang mit den Rüschen, von dem Harry wusste, wie sehr er ihn gehasst hatte und irgendjemand hatte sein Haar glatt nach hinten gekämmt, so wie Ron es niemals selbst getan hätte.

Obwohl sich die Auroren, die Ron gefunden hatten, redlich bemühten, waren die Spuren der Folter noch deutlich von seinem Gesicht abzulesen. Violette Hämatome und feine Linien, dort wo sich die Schnittwunden befunden hatten, schimmerten unter der wächsernen Haut hervor und brannten sich für immer in Harrys Gedächtnis.

Er fühlte, wie die Wut in seinen Adern zu kochen begann. Sein bester Freund war für immer aus seinem Leben heraus gerissen worden. Gefoltert und ermordet durch Voldemort oder einen seiner Schergen. Allein dafür würde er ihn töten. Er würde ihn für all die Schmerzen büßen lassen, die er Ron angetan hatte. Für all die Tränen, die Hermine seitdem geweint hatte. Für all das Leid, das er der gesamten Familie Weasley angetan hatte. Und nicht zuletzt für die Leere, die er verursacht hatte, als er Harry den ersten und besten Freund genommen hatte. Voldemort würde bezahlen, das schwor er auf Rons toten, kalten Körper und wenn es ihn selbst umbringen sollte.

XXXXXX 

Nach unzähligen Umarmungen und einem von weiteren Tränen begleiteten Abschied, reisten Harry und Hermine noch am gleichen Abend zurück nach Hogwarts. Zwar hatte Molly ihnen angeboten, die Nacht im Fuchsbau zu verbringen, doch die beiden Jugendlichen sagten unabhängig von einander ab. Obwohl jeder versuchte Harry wie ein Mitglied der Familie zu behandeln, fühlte er sich doch als Eindringling in die private Trauer der Weasleys und er hatte das Gefühl, dass es Hermine ähnlich ging. Außerdem hätte er es einfach nicht ertragen, in dem Zimmer zu schlafen, in dem er so viele Male mit Ron bis in die Nacht geredet und Pläne geschmiedet hatte. Allein bei dem Gedanken an die unzähligen Poster der Chudley Canons, die die Wände des Raumes schmückten und ihn in ein grelles Orange tauchten, fühlte er einen wehmütigen Stich im Herzen. Selbst Quidditch würde nie wieder das selbe für ihn sein.

Schweigend trennten sich die beiden Freunde vor dem Büro von Professor McGonagall, wo der Portschlüssel sie abgesetzt hatte. Hermine würde in den Turm der Gryffindors zurückkehren, während Harry in Richtung der Kerker ging. Obwohl es noch nicht sehr spät war, begegnete er keinem einzigen Schüler. Die meisten von ihnen waren bereits abgereist und diejenigen, die noch in den Mauern des Schlosses verweilten, würden in den nächsten Tagen von ihren Eltern abgeholt werden. Gleich nachdem Professor McGonagall als stellvertretende Direktorin die Nachricht von Rons Tod erhalten hatte, hatte sie das Schuljahr offiziell für abgebrochen erklärt. Die Untersuchungen darüber dauerten zwar noch an, aber da nicht geklärt werden konnte, wie Ron trotz des geschlossenen Portals und der Schutzzauber das Schloss verlassen konnte, erklärte sich die Lehrerschaft von Hogwarts außer Stande länger für die Sicherheit der Kinder zu garantieren. Nur ein paar vereinzelte Schüler, deren Eltern nicht erreicht werden konnten und einige Slytherins, die augrund ihrer Gesinnung nicht nach Hause zurückkehren konnten, würden auch weiterhin in Hogwarts bleiben.

Nicht ganz unerwartet war Harry am gestrigen Abend in Professor McGonagalls Büro gerufen worden, wo ihm seine Hauslehrerin ins Gewissen redete, dass es für seine Sicherheit unerlässlich sei, wieder zu den Dursleys zurückzukehren, doch zum ersten Mal hatte Harry sich geweigert, dieser Aufforderung nachzukommen. Auch wenn er damit den Schutz verlor, den sein so genanntes „Zuhause" ihm jedes Jahr aufs neue verschaffte, konnte und wollte er Hogwarts nicht verlassen. Nicht jetzt, wo er sich sicher war, dass der große Kampf unmittelbar bevor stand. Ron hatte das Medaillon nicht bei sich gehabt, als die Auroren ihn gefunden hatten. Dieser Umstand ließ nur einen Schluss zu: Voldemort wusste von ihrer Jagd auf seine Horcruxe und sobald er feststellen würde, dass er drei bereits verloren hatte, würde er kein Risiko eingehen und die Burg angreifen. Auch wenn Harry keine Ahnung hatte, wie es der Dunkle Lord schaffen sollte, die schier unüberwindlichen, magischen Barrieren zu durchbrechen, gegen die er schon seit Jahren erfolglos anrannte, war er sich sicher, dass Voldemort es dieses Mal schaffen würde und er wusste ebenso sicher, dass Draco ein wesentlicher Teil dieses Plans war.

Seit Rons Verschwinden war Voldemorts Einfluss auf den blonden Slytherin offensichtlicher als je zuvor. Stundenlang musste Harry dabei zusehen, wie Draco im Schlaf an seinen Fesseln riss und zerrte und sich wie wild gebärdete, doch wenn es der Gryffindor nicht mehr ertrug und ihn schließlich weckte, hatte Draco keine Erinnerung daran was geschehen war. Nur seine schmerzenden Gelenke und die bleiernde Müdigkeit zeugten davon, dass ihm keine erholsame Nachtruhe vergönnt war. Immer öfter fielen ihm mitten am Tag die Augen zu und vor kurzem war er sogar beim Mittagessen in der Großen Halle einfach eingeschlafen. Es war Harry mehr als schwer gefallen, Draco für die Dauer der Beerdigung im Schloss zurück zu lassen, aber auch wenn die Weasleys Harry zu Liebe seine Anwesenheit vielleicht akzeptiert hätten, so waren doch genug Leute anwesend, die nicht so leicht vergessen würden, dass der Slytherin der Sohn von Voldemorts rechter Hand war.

Erst nachdem Blaise ihm geschworen hatte, Draco nicht eine Minute aus den Augen zu lassen, war Harry beruhigt genug gewesen, um an der Beerdigung teilzunehmen. Trotzdem konnte er es nach seiner Rückkehr in Hogwarts kaum erwarten, Draco aus dem Gemeinschaftsraum der Slytherins abzuholen und mit ihm gemeinsam in „ihr" Zimmer zu gehen.

Als er die Steinmauer erreichte, hinter der sich der Eingang verbarg, nannte er deutlich das Passwort, das ihm Draco verraten hatte, woraufhin die Mauer knirschend zur Seite glitt. Obwohl es nicht das erste Mal war, dass Harry durch den Durchgang trat, war es schon ein eigenartiges Gefühl einfach so in den Gemeinschaftsraum der Slytherins zu gehen. Früher hätte er sich das nur mit dem Tarnumhang und mit erhobenem Zauberstab getraut, doch die Dinge hatten sich geändert. Trotzdem gefielen ihm die Räume seines eigenen Hauses wesentlich besser, als dieses Zimmer mit den rohen Steinwänden und den grünen Kugellampen, die immer ein kaltes, unwirkliches Licht verströmten. Aber wie immer vergaß er alle Gefühle, die seine Umgebung betrafen, als sein Blick auf Draco fiel, der eingerahmt zwischen Crabbe und Zabini saß und mit ihnen eine Runde „Snape explodiert" spielte. Das war auch etwas, was früher undenkbar gewesen wäre, aber inzwischen war beinah nichts mehr so, wie es früher einmal war.

Deshalb war es für Harry auch nicht weiter verwunderlich, dass ihm die anwesenden Slytherin lediglich einen kurzen Blick zuwarfen, bevor sie mit ihren Beschäftigungen fortfuhren. Pansy saß mit Millicent und einigen anderen Mädchen an einem Tisch und blätterte in einer Ausgabe der Hexenwoche. Ein paar jüngere Slytherins spielten Zauberschach oder probierten sich in einfachen Zaubern. Doch trotz dieser scheinbaren Normalität sah Harry in allen Gesichtern die Sorge darüber, wie es weiter gehen sollte. Mehr noch als alle anderen Schüler hatten die Slytherins Angst vor der heran nahenden Schlacht. Schließlich bestand eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass einige von ihnen in den Reihen des Dunklen Lords ihren Vätern, Müttern oder Geschwistern gegenüberstehen würden.

„Hey", grüßte Harry zaghaft in die Runde von Dracos Freunden.

„Potter", erwiderte Blaise den Gruß und Crabbe nickte wortlos, während Draco sich vom Sofa erhob. Stirnrunzelnd suchte er Harrys Blick, bevor er den Abstand zu ihm schloss und ihn vor allen Augen auf den Mund küsste.

„Hey", sagte er, nachdem er sich schließlich von Harry gelöst hatte. „Alles klar?"

Der Gryffindor zuckte leicht die Schultern. „Wollen wir gehen?"

„Klar." Herausfordernd drehte sich Draco in die Richtung seiner Freunde. „Ich hatte ohnehin so gut wie gewonnen."

„Sicher", gab Zabini mit einem Augenrollen zurück. „Genauso sicher wie Vince in diesem Schuljahr ein Ohnegleichen in Zaubertränke bekommen hätte."

„Also ich war in diesem Jahr wirklich nah dran!" beschwerte sich Crabbe, dessen Wangen in einem dunklen Zinnoberrot brannten.

„Nah dran, mal kein Schrecklich in einem deiner Prüfungsergebnisse zu bekommen", parierte Blaise grinsend.

Crabbe sah aus, als ob er etwas genauso Gemeines zurückgeben wollte, doch scheinbar fiel ihm nichts Passendes ein, deshalb schloss er seinen bereits geöffneten Mund wieder und starrte Zabini stattdessen finster an, während er seinen Zauberstab zwischen den Fingern rollte.

„Beruhige dich, Vince ", beschwichtigte Draco seinen stämmigen Freund. „Du weißt doch, dass Zabini seinen Mund nicht öffnen kann, ohne jemanden zu ärgern. Aber falls du ihm trotzdem eine Lektion verpassen willst, denk dran, dass du ihm nichts abfluchst, was er im Kampf noch brauchen könnte."

Ohne auf Blaise Erwiderung zu warten, schnappte er sich seine Tasche, die neben der Couch auf dem Boden stand und ging mit Harry an der Hand in Richtung des Ausgangs.

XXXXXX 

Auf einen Wink von Dracos Zauberstab entzündeten sich die Kerzen eine nach der anderen, so dass der unbenutzte Klassenraum nach und nach von einem sanften Leuchten erhellt wurde. Wortlos transformierte Harry das bereits bezogene Bett, bevor er seine Schuhe von den Füßen kickte und sich kraftlos auf den Rand der Matratze setzte. Er legte seine Brille neben das Kopfkissen und massierte mit den Fingern über seine schmerzenden Augen. Still stellte Draco seine Tasche ab und zog sich ebenfalls die Schuhe aus, bevor er sich neben seinen Freund setzte.

„Willst du reden?" fragte er ruhig.

Seufzend schüttelte Harry den Kopf. „Lass uns einfach eine Weile hier sitzen, okay?" antwortete er leise. „Nur sitzen und gar nichts sagen."

„Okay." Draco rutschte mit dem Rücken an das Kopfende des Bettes und lehnte sich an das schmiedeeiserne Gitter, während Harry die Augen schloss und das Gesicht in seinen Händen verbarg. Immer wieder rauschten die Bilder der letzten Tage an ihm vorbei. Quälten ihn. Ließen ihm keine Ruhe. Steigerten die in ihm schwelende Wut immer weiter, bis er meinte das Blut in seinen Adern kochen zu fühlen. Harry merkte die sanften, kreisenden Bewegungen, die Dracos Hand auf seinem Rücken machte, um ihn zu beruhigen, aber im Moment war er so aufgewühlt, dass er sogar diese Geste des Trosts nicht ertrug. Unwirsch schüttelte er sie ab, schnappte sich seine Brille und begann im Zimmer auf und ab zu laufen. Er musste etwas tun. Je eher desto besser. Er konnte einfach nicht darauf warten, dass Voldemort den ersten Schritt tat. Wenn er gewusst hätte, wo sich der Unterschlupf dieser Schlange befand, wäre er sofort dorthin appariert, auch wenn das wahrscheinlich sein Verderben gewesen wäre. Diese Untätigkeit brachte ihn noch um.

Eine Weile sah ihm Draco schweigend dabei zu, wie er seine Kreise durch das Zimmer zog, bereit für ihn da zu sein, wenn Harry es zu ließ, doch als der Gryffindor keine Anstalten machte, sich erneut zu setzten, holte er seinen Block und den Graphitstift aus der Tasche hervor und begann zu zeichnen. Er wusste, wenn der Augenblick gekommen war, an dem Harry seinen Trost wollte, würde er es ihn wissen lassen.

Minutenlang durchmaß Harry den Raum mit seinen Schritten, dann hielt er am Fenster an und starrte hinaus in die sternklare Nacht. Er dachte an all Nächte, in denen er nicht hatte schlafen können, weil Ron im Bett neben ihm geschnarcht hatte und er wünschte sich, alle zukünftigen, ruhigen Nächte eintauschen zu können, wenn es nur seinen Freund zurück bringen würde. Entschlossen wandte er sich schließlich ab und ging hinüber zum Bett. Dieses Mal würde er es nicht zulassen, dass er in Trauer und Selbstvorwürfen versank. Er würde einen klaren und ausgeschlafenen Kopf brauchen, wenn er sich einen Plan zurecht legen wollte, wie er Rons Mörder zur Strecke bringen konnte.

„Was machst du da?" fragte er seinen Freund eher um zu zeigen, dass er wieder ansprechbar war, als aus echtem Interesse.

„Fingerübungen", erwiderte Draco leicht, während er den Stift über das Papier wandern ließ. „Ich habe festgestellt, dass ich die Bewegungen mit dem Zauberstab besser hin bekomme, wenn ich regelmäßig zeichne."

Mit einem flüchtigen Blick auf die halb fertige Zeichnung wollte sich Harry neben dem Slytherin auf das Bett setzten, doch kaum dass seine Augen das Bild erfasst hatten, gefror er in seiner Bewegung. Ungläubig starrte er auf die schwarz-weiße Zeichnung, so als könnte er nicht fassen, was er dort sah. Sie zeigte einen schrecklich hässlichen, alten Zauberer, der eine Perücke auf dem Kopf hatte, auf der ein ramponiertes, angelaufenes Diadem thronte.

„Draco", fragte er mit plötzlich krächzender Stimme. „Wo hast du das gesehen?"

„Was? Das hier?" fragte der Blonde und sah ihn verdutzt an. „Vor ein paar Wochen kam ich gerade von unseren Kampfübungen, als ich einige Erstklässler aus meinem Haus dabei erwischt habe, wie sie mit einer ganzen Kiste Feuerwhiskey „Wahrheit oder Pflicht" gespielt haben. Also habe ich die Flaschen beschlagnahmt und im Raum der Wünsche versteckt. Man kann ja nie wissen, ob man das Zeug nicht noch mal braucht und da stand diese total hässliche Büste neben einem verstaubten Kleiderschrank mit zerbrochenem Spiegel..."

Harry fühlte sich auf einen Schlag so high, als ob er selbst gerade eine Kiste Feuerwhiskey getrunken hätte. Es gab keinen Zweifel, das Diadem auf dem Bild war das verschwundene Diadem von Rowena Ravenclaw und es befand sich tatsächlich in Hogwarts! Er hatte es ja gewusst! Er hatte es die ganze Zeit gewusst! Sie mochten das Medaillon erneut verloren haben, aber nun war wenigstens das Diadem zum Greifen nahe. Harry hörte nur noch mit einem Ohr zu, als Draco ihm davon erzählte, dass die betrunkenen Erstklässler damals den ganzen Gemeinschaftsraum vollgekotzt hatten und Blaise als Vertrauensschüler die halbe Nacht damit beschäftigt war, die Sauerei wegzuzaubern, bevor Professor Snape bemerkte, dass er seine Pflichten vernachlässigt hatte und lieber mit Pansy in einem der Gewächshäuser herum gemacht hatte.

Es erschien ihm geradezu endlos, bis Draco endlich erste Anzeichen von Müdigkeit zeigte und Harry war beinah versucht, ihn einfach unter einem Vorwand zurück zu lassen, um endlich zum Raum der Wünsche aufzubrechen, doch er wusste, wie leichtsinnig diese Gedanken waren und deshalb mahnte er sich zur Ruhe. Gegen zweiundzwanzig Uhr ließ Draco es zu, von seinem Freund an das Bettgitter gefesselt zu werden, dann löschte Harry mit einem Zauber die Kerzen und kuschelte sich neben dem Blonden unter die weiße Daunendecke. So reglos wie möglich horchte er auf Dracos gleichmäßige Atemzüge, die von Minute zu Minute immer langsamer wurden, bis er schließlich sicher war, dass der Slytherin eingeschlafen war. Trotzdem wartete er noch weitere, quälend langsam verstreichende Minuten, bevor er sich vorsichtig aus der Umarmung seines Freundes entwand. Im schwachen Licht des Mondes schlüpfte er in seine Kleidung, bevor er auf Zehenspitzen aus dem Raum schlich.

XXXXXX 

„Hermine! Hermine!" Behutsam rüttelte Harry die Freundin an der Schulter. Obwohl er vorsichtshalber einen Muffliato über ihr Bett verhängt hatte, traute er sich kaum, ihren Namen laut zu sagen, um das schlafende Mädchen nicht zu erschrecken. Es tat ihm ohnehin schon leid genug, sie aus ihrem bitter nötigen Schlaf zu reißen, aber es ließ sich leider nicht vermeiden.

Schon beim zweiten Mal, als Harry ihren Namen aussprach, schlug Hermine ihre Augen auf. Obwohl sie einen Traumlos-Trank genommen hatte, schlief sie nicht besonders tief und die Dringlichkeit in seiner Stimme ließ sie sofort hellwach werden. „Harry", fragte sie, als sie sich eine ihrer weißen Haarsträhnen aus dem Gesicht strich und sich verwundert aufsetzte. „Was ist passiert?"

„Ich brauche einen der Basiliskenzähne", sprudelte es sofort aus dem Dunkelhaarigen heraus. „Ich weiß jetzt, wo das Diadem versteckt ist."

Das erste Mal seit vielen Tagen sah Harry in den Augen seiner Freundin wieder einen Funken Leben aufblitzen. „Großartig. Warte, ich ziehe nur schnell etwas über." Doch als Hermine aus dem Bett steigen wollte, hielt sie der Junge am Arm zurück.

„Nein, du kommst nicht mit", erwiderte er bestimmt. „Sag mir nur, wo ich die Zähne finde."

„Und ob ich mitkomme!" Entschlossen schüttelte das Mädchen Harrys Hand ab. „Du glaubst doch nicht, dass ich dich allein gehen lasse."

„Sei vernünftig, Hermine. Das letzte Mal hat dich der Horcrux beinah umgebracht", versuchte der Freund sie zu überzeugen.

„Und deshalb willst du jetzt allein gehen? Willst du unbedingt bei der Zerstörung sterben?" fragte Hermine erregt.

„Ich will vor allem keinen meiner Freunde mehr sterben sehen!" schleuderte ihr Harry entgegen.

„Dann lass mich mitkommen! Nur gemeinsam sind wir stark, hast du das immer noch nicht begriffen?!" Einen Moment lang sahen sich die beiden Jugendlichen in die Augen, dann wandte sich der dunkle Gryffindor ab.

„Wenn dir auch etwas passiert, könnte ich mir das nicht verzeihen", brachte Harry mühsam hervor.

Behutsam legte Hermine ihre Hand auf die Schulter des Freundes. „Es gibt nichts zu verzeihen. Ich will es so. Versteh doch bitte, dass ich das tun muss. Ich kann nicht einfach nur hier sitzen und warten. Das hätte Ron nicht gewollt."

„Ron hätte vor allen Dingen gewollt, dass du weiter lebst, Mine."

„Ron wusste, dass es nicht meine Art ist, den Kopf in den Sand zu stecken und das werde ich auch nicht tun." Entschlossen streckte Hermine das Kinn nach oben. „Wir haben bisher immer alles gemeinsam gemacht und ich habe nicht vor, jetzt damit aufzuhören. Also lass uns den Horcrux zerstören, bevor die Nacht zu Ende ist."

XXXXXX 

Der Flur im siebten Stock lag in samtener Dunkelheit, als die beiden Freunde vor der Wand gegenüber des Teppichs mit dem Bild von Barnabas, dem Bekloppten, ankamen. Sofort begann Harry damit sich darauf zu konzentrieren, was er brauchte, während er langsam auf und ab ging. Genau drei Mal wanderte er hin und her, bis plötzlich eine Klinke in der eben noch glatten Fläche erschien, welche er dankbar ergriff. Als er die Tür schließlich öffnete und mit seinem Zauberstab in das Innere leuchtete, stockte ihm für einen Moment der Atem, bei dem Anblick des Chaos, welches sich dahinter erstreckte.

In endlosen Haufen tummelten sich all die Gegenstände, die Generationen von Hogwarts-Schülern und - Lehrern vor ungebetenen Augen versteckt hatten. Hier lagerten Dutzende volle und leere Butterbier-, Goldwasser- und Feuerwhiskey Flaschen, Kisten voller Knallkörper und Produkte von Zonkos und Weasleys Zauberhafte Zauberscherze. Regale voller verbotener Bücher standen neben zerbrochenen Kristallkugeln, illegalen, magischen Artefakten und vergilbten Ausgaben der Playwitch. Besen verschiedener Fabrikate verstaubten neben mottenzerfressenen Roben und Umhängen, Phiolen mit heimlich beschafften Zaubertränken und Konfektdosen, deren Inhalt längst verschimmelt war. Der ganze Raum roch nach Moder, Staub und abgestandener Luft.

„Das Diadem muss auf der Büste eines hässlichen Zauberers mit einer Lockenperücke sein", informierte Harry die Freundin. „Direkt neben einem Schrank mit einem kaputten Spiegel. Ich gehe rechts an der Wand entlang, du links. Wenn einer etwas findet, ruft er entweder oder sprüht rote Funken. Wage es ja nicht, allein etwas zu unternehmen. Wir werden das Ding zusammen vernichten, okay?"

Hermine nickte ernst. Mit der einen Hand presste sie den Beutel mit den Basiliskenzähnen eng an sich, während der Zauberstab in der anderen Hand ihr den Weg leuchtete. Mit klopfendem Herzen entfernte sie sich von ihrem Freund und schon bald war er hinter den Bergen an Unrat verschwunden, so dass sie nur noch den Widerschein seines Zauberstabs sehen konnte, wenn sie sich umdrehte. Es war schon ziemlich unheimlich in diesem riesigen Raum in fast völliger Dunkelheit umher zu streifen. Von Zeit zu Zeit raschelte es leise und Hermine fragte sich unwillkürlich, ob Ratten es schafften, in den Raum der Wünsche zu gelangen, aber wenn sie in die Richtung leuchtete, aus der das Geräusch kam, war der Verursacher schon wieder verschwunden. Das schwache Licht ihres Stabes streifte mal den einen, mal den anderen Gegenstand und ließen ihn beinah lebendig erscheinen. Da war ein misslungenes Bild einer Meerjungfrau, die sie zornig anfunkelte, eine mumifizierte Hand, die beim Lichteinfall gierig ihre Finger bewegte und schließlich ein ausgestopftes Einhorn, dessen tote, gläserne Augen ihre einen Stich im Herz versetzten.

Hermine konnte nicht sagen, wie viel Zeit verstrichen war, als sie vor sich einen Lichtschein wahrnahm. Zuerst dachte sie, dass es wahrscheinlich Harry war, der ihr entgegen kam, aber auf ihr Rufen kam keine Antwort und das Leuchten bewegte sich auch nicht, weshalb sie vorsichtig näher ging. Als sie nur noch wenige Meter von der Quelle des Lichtes entfernt war, stellte Hermine fest, dass es sich um einen gesprungenen Spiegel handelte, der den Widerschein ihres Zauberstabs zurück warf. Er nahm fast die ganze Front eines alten Schranks ein, der früher einmal ein wahres Schmuckstück gewesen sein mochte. Verzierungen und Ornamente umfassten das ovale Glas und die bronzenen Griffe waren in Form von Vögeln gearbeitet. Doch jetzt war der Spiegel - einem Spinnennetz gleich - zerbrochen und blind und die Tür, an der er befestigt war, hing halb aus den Angeln.

Moment, ein Schrank mit einem kaputten Spiegel?!

Hecktisch drehte sich Hermine um die eigene Achse und leuchtete dabei die Umgebung ab. Plötzlich machte ihr Herz einen Sprung. Da war sie: Die Büste des hässlichen Zauberers, der eine Lockenperücke trug und oben drauf thronte das Diadem. Ihre Hände zitterten leicht, als Hermine sie ausstreckte und das Schmuckstück vom Kopf des Zauberers nahm. Sie hatten es gefunden, Merlin, sie hatten es wirklich geschafft! Sie wollte schon ihren Zauberstab heben, um daraus rote Funken als verabredetes Zeichen sprühen zu lassen, als ihr plötzlich Zweifel kamen. Würde er wirklich mit ihr zusammen den Horcrux vernichten? Oder würde er doch versuchen, sie daran zu hindern, so wie er es auch bei Hufflepuffs Trinkpokal versucht hatte? Hatte sie nicht bewiesen, dass sie genauso gut, nein, besser noch als die Jungen war? Wozu also sollte sie ihn her rufen? Damit er den Ruhm an sich riss, so wie er es immer tat?

„Nein", sagte Hermine laut und deutlich. „Du kannst meine Gedanken nicht vergiften, so wie du es mit Ron getan hast. Ich bin stärker als du. Nichts wird zwischen mich und Harry kommen, nur damit du es weißt. Also spar dir deine Puste."

Entschlossen streckte sie den Stab zur Decke und nur Sekunden später stoben rote Funken, hundert winzigen Sternen gleich, heraus. Es dauerte danach nicht lange, bis sie das Leuchten von Harrys Zauberstab hinter einem Stapel kaputter Pulte auftauchen sah. Rasch kam er näher und näher und schließlich stand er direkt vor ihr.

„Mine", sagte er noch ganz außer Atem, weil er sich so beeilt hatte. „Du hast ihn gefunden."

Bestätigend hielt ihm das Mädchen den Horcrux entgegen. „Er hat versucht, mich zu beeinflussen, genau wie bei Ron, aber wie du siehst, hatte er keinen Erfolg. Trotzdem kann ich nicht erwarten, ihn endlich loszuwerden."

„Je eher desto besser", bestätigte Harry.

Vorsichtig legte Hermine das Diadem auf dem Boden ab, dann holte sie einen der zwei übrig gebliebenen Basiliskenzähne aus ihrem Beutel hervor. In ihren Augen lag die stumme Frage, als sie ihm den Zahn entgegen streckte. Harry antwortete mit einem Nicken, dann schloss sich seine Hand um die von Hermine.

Der dunkle Gryffindor atmete tief durch. „Auf drei", sagte er fest. „Eins, zwei, drei."

Mit aller Kraft, die die beiden Jugendlichen aufbringen konnten, rammten sie die Spitzes des Basiliskenzahns in die Mitte des Diadems, so dass es in zwei Teile zerbrach. Wie schon beim letzten Mal ertönte ein Schrei, so laut und so schrill, dass Harry glaubte, seine Trommelfelle müssten platzten. Doch es dauerte nicht lange, dann verstummte die Stimme und es wurde still. Totenstill.

„Wie, das war`s?" fragte er perplex in die Ruhe hinein.

Hermine wollte schon den Mund aufmachen, um etwas zu sagen, als das Dunkel des Raumes plötzlich von einem Blitz zerrissen wurde. Er schien mitten aus dem zerbrochenem Diadem zu kommen, stieg von dort in die Höhe und teilte sich in alle Himmelrichtungen.

Verdutzt starrte Harry auf den zerstörten Horcrux. „Was ....?"

Doch bevor er noch wusste, wie ihm geschah, wurde er unsanft von Hermine auf die Beine gezogen. „Lauf!" rief ihm das Mädchen zu. „Lauf so schnell du kannst!"

Ein Stapel Lumpen neben ihm ging in Flammen auf und machte Harry den Ernst der Lage bewusst. Gemeinsam rannten sie den Gang hinunter in die Richtung, in der sie die Tür vermuteten. Innerhalb von Minuten war die Luft schwer von Qualm und Rauch und die beiden Freunde konnten kaum die Hand vor Augen sehen. Die Hitze ließ ihnen den Schweiß in die Augen rinnen und machte das Atmen schwer. Obwohl sie rannten wie noch nie in ihrem Leben, kamen die Flammen immer näher.

„Wir schaffen es nicht", keuchte das Mädchen. „Ich weiß überhaupt nicht mehr, wo wir sind."

„Nicht aufgeben", gab Harry kurzatmig zurück. „Die Tür kann nicht mehr weit sein. Das Trollbein da vorn kommt mir ziemlich bekannt vor."

Die beiden Jugendlichen mobilisierten noch einmal alle Kraftreserven, doch plötzlich stolperte Hermine und fiel der Länge nach auf den Boden.

„Mine!"

Als hätten die Flammen nur auf diesen Moment gewartet, stürzten sie sich gierig auf ihren Pullover und versengten ihn am Rücken.

„Aguamenti!" Eine blaue Fontäne schoss aus Harrys Zauberstab und löschte das schwelende Feuer, bevor er sich besorgt über sie beugte. „Bist du okay?"

„Ja, mir fehlt nichts." Schnell kämpfte sich das Mädchen wieder auf die Füße, gerade noch rechtzeitig bevor ein Funkenregen über der Stelle niederging, an der sie eben noch gelegen hatte.

„Da drüben!" rief Harry und deutete neben die Kiste mit den zerbrochenen Kristallkugeln. „Die Tür!"

Tatsächlich konnte auch Hermine durch den Rauch die Umrisse des Ausgangs ausmachen und eine Welle der Erleichterung durchflutete sie. Gemeinsam spurteten sie los, streckten beinah gleichzeitig die Hände nach der Klinke aus und öffneten die Tür. Sie fielen fast mehr nach draußen, als dass sie rannten. Mit letzter Kraft warfen sie die Tür hinter sich ins Schloss, in der Hoffnung, dass damit der Rest des Schlosses vom Feuer verschont werden würde. In Sicherheit... Merlin sei Dank.

Schwer atmend ließ sich Harry auf den Boden fallen. Seine Augen schmerzten und seine Lunge brannte wie Feuer. Doch sie hatten es geschafft. Sie hatten es wirklich geschafft! Zitternd ging auch Hermine in die Knie. Der letzte Spurt hatte ihr alles abverlangt.

„Er ist zerstört", sagte Harry erleichtert, als er wieder zu Atem gekommen war. „Wir haben ihn zerstört."

„Gemeinsam", gab Hermine zurück und ein schwaches Lächeln huschte über ihr vom Laufen gerötetes Gesicht.

„Gemeinsam", bestätigte Harry und auch er lächelte leicht. So kaputt wie er sich im Moment auch fühlte, das Triumphgefühl war stärker als die Schwäche. Wortlos nahm er das Mädchen in die Arme und hielt sie einen Moment fest. Es war ein kleiner Sieg auf ihrem Weg, auch wenn sie wussten, dass der eigentliche Kampf noch kommen würde.

Mit wackeligen Knien standen sie auf und klopften sich die Asche von der Kleidung. „Wir sollten zurück gehen", schlug Hermine vor und wandte sich zum Fenster. „Bevor...."

„Bevor was?" Harry setzte sich gerade die Brille wieder auf, die er vom Ruß befreit hatte, als er sah, wie das Mädchen in der Bewegung erstarrte. „Hermine?"

Ahnungslos folgte er ihrem Blick hinaus aus dem Fenster. „Nein, nein!" stieß er entsetzt hervor. Unheilvoll prangte das Dunkle Mal in der sternklaren Nacht. Die leeren Augenhöhlen des Totenkopfes starrten ihn an, schienen eine Botschaft direkt an ihn persönlich zu senden. Und Harry wusste es. Er wusste es einfach. „Draco!"

XXXXXX 

Müde legte Harry die Feder zur Seite und pustete auf die noch trockene Tinte. Die Kerze an seinem Schreibtisch flackerte leicht, als er das Pergament noch einmal glatt strich und zu den anderen in den Schrank legte. Seine Augen brannten und die Hand schmerzte vom langen Schreiben, doch er wusste, es war beinah geschafft. Nicht mehr lange und er würde ihre Geschichte vollendet haben. Doch der schwierigste Teil fehlte noch.

Tbc.....