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XIII. The Sweetest Sin

 

Your lips upon my lips

Can you just picture this?

Your fingertips on my fingertips

Your skin upon my skin

Would be the sweetest sin

That would be the sweetest sin

Yea

 

(Jessica Simpson, The sweetest sin)

Warme feuchte Lippen auf seiner Haut, die ihn neckten, ihn küssten, ihn in Ekstase brachten, bis er keuchte, stöhnte, seinen Namen rief: „Draco!"

Auf einen Schlag war Harry hellwach. Er hörte Ron im Bett nebenan herzhaft gähnen. Erschrocken fuhr er aus den Kissen hoch und sah sich panisch um. Merlin, waren sie in der Nacht tatsächlich gemeinsam eingeschlafen?! Erleichtert und doch ein wenig wehmütig stellte er fest, dass das Bett neben ihm leer war. Sollte das Ganze etwa nur ein feuchter Traum gewesen sein? Es war so echt gewesen, so realistisch. Konnte es sein, dass er Draco so sehr gewollt hatte, dass er sich seine Anwesenheit nur eingebildet hatte?

Als Harry seine rechte Hand auf der Matratze abstütze, um sich mit der anderen durch die verschwitzten Haare zu fahren, knisterte es leise. Überrascht schlug er die Decke zurück und fand ein kleines Stück Pergament, dass mit einer bekannten, schwer zu entziffernden Schrift bedeckt war:

„Freitag um Mitternacht

auf dem Balkon des Astronomie-Turmes.

Sei pünktlich.

 

D.

 

P.S.: Sorry, ich konnte dich einfach nicht

aufwecken.

P.P.S.: Weasley schnarcht schlimmer als

Crabbe und Goyle zusammen."

 

Harry konnte nicht verhindern, dass sein Herz einen Sprung machte. Es war also tatsächlich passiert. Mitten im Gryffindor Turm, mit all seinen Freunden im Zimmer, hatte ihm Draco Malfoy einen runter geholt. Und das schlimmste daran war: Ihm gefiel der Gedanke...

XXXXXX

 

„Sag mal, Alter", begann Ron vorsichtig, als sie sich auf dem Weg zu Kräuterkunde befanden. „Bist du sicher, dass mit dir alles in Ordnung ist?"

„Klar", grinste Harry und zupfte gedankenverloren die Blätter von einer Blume, die er am Wegrand abgepflückt hatte. „Warum auch nicht?"

Hermine die neben Ron ging, schaute schweigend von einem zum anderen.

„Ich weiß nicht." Der Rothaarige zuckte die Schultern. „Wochenlang bist du total mies drauf, hast zu nichts Lust und von einem Tag auf den anderen, sprühst du geradezu vor Leben."

„Ist das ein Problem?" frage Harry verwirrt und runzelte die Stirn.

„Nein, überhaupt nicht. Es kam nur so plötzlich, weiß du", antwortete sein Freund. „Du nimmst doch wohl keine Drogen oder so?"

Hermine musste sich bemühen, nicht laut los zu prusten. Sie hatte Harrys Stimmungswechsel natürlich auch bemerkt, doch auch wenn ihr der offensichtliche Grund dafür nicht wirklich gefiel, war sie erleichtert, dass er sich endlich gefangen hatte. Das Mädchen griff ihre Büchertasche fester und beschleunigte ihre Schritte, so dass sie nun vor den beiden Jungen her ging.

„Ob ich was?!" fragte der Dunkle ärgerlich. „Ob ich Drogen nehme? Sag mal Ron, wie kommst du bloß auf den Schwachsinn? Nein, natürlich nicht!"

Das Gesicht des rothaarigen Gryffindor war nun beinah identisch mit seiner Haarfarbe, als er antwortete: „Nicht dass du denkst, ich würde so was glauben, aber ich bin nicht der einzige, der dein Verhalten im Moment eigenartig findet. Seamus, Dean, Neville..., egal wen du fragst, alle machen sich Sorgen um dich."

Harry merkte, wie auch ihm das Blut ins Gesicht schoss. Es war schwierig, Ron zu erklären, warum er in solch einem Chaos der Gefühle versank, ohne seinen Freund anzulügen. Doch die neue Beziehung mit Draco war noch zu frisch und der Hass, den sein Freund dem blonden Slytherin entgegen brachte, zu stark, um das jetzt zwischen Tür und Angel zu klären.

„Es geht mir einfach besser", sagte der Dunkle stattdessen. „Es geht mir sogar sehr gut. Und das hat nicht das geringste mit Drogen zu tun, okay?"

Ron zuckte unwillig die Schultern. Er wollte sich nicht Harry streiten, aber dieses Hin und Her in seiner Stimmung stellte ihre Freundschaft auf eine echte Probe.

„Vielleicht haben die nahen Ferien Harrys Laune so durcheinander gebracht", schlug Hermine vor und ließ sich wieder zu ihren Freunden zurück fallen. „Schließlich ist am Samstag der große Tag."

Harry bemühte sich, ihr für ihre Hilfe ein dankbares Lächeln zu zuwerfen, auch wenn sein Herz bei diesen Worten schmerzhaft gegen die Wand seines Brustkorbes klopfte. Die ganze Zeit bemühte er sich, nicht darüber nachzudenken, dass die Nacht vor ihrer Abreise zugleich auch seine letzte für den Rest dieses Sommers mit Draco sein würde.

XXXXXX

 

Die letzten Tage vergingen wie im Flug. Das ganze Schloss schien zu vibrieren vor gespannter Vorfreude. Ron wurde nicht müde, jedem der ihm über den Weg lief, von der geplanten Reise seiner Familie nach Rumänien zu erzählen, wo sein Bruder Charlie mit Drachen arbeitete.

Hermine macht sich ständig und überall Notizen, welche Bücher sie nach Hause mitnehmen wollte und welchen Stoff sie in den Ferien unbedingt durcharbeiten musste.

Alle schienen vergnügt und voller Elan, nur Harry wurde von Tag zu Tag missmutiger. Einerseits freute er sich darauf, am Freitag endlich wieder ungestört mit Draco zusammen sein zu können, aber das Wissen, dass es das letzte Mal bis zum Ende der Sommerferien sein würde, belastete ihn gleichzeitig sehr. Seit ihrem Beinah-Sex im Gryffindor-Turm hatten sie sich immer wieder heimliche Blicke zugeworfen und sich einen kurzen Kuss in einer Besenkammer oder einer Toilettenkabine gegönnt, mehr aber auch nicht.

„Du willst auch nicht weg von hier", sagte Harry traurig und kraulte Hedwig zärtlich hinter dem Kopf. Er hatte den ganzen Trubel im Turm nicht mehr ausgehalten und sich wenigstens für ein paar Minuten in die Eulerei geflüchtet. Der weiße Vogel knabberte sanft an Harrys Zeigefinger, als wollte er den Jungen trösten. Der Gryffindor wusste, wie sehr Hedwig die Fahrt und das lange Eingesperrtsein bei den Dursleys hasste. „Wenigstens du verstehst mich", murmelte er und gab seiner gefiederten Freundin noch einen Eulenkeks, bevor er sich auf den Rückweg zum Schloss machte.

XXXXXX

 

Die Treppe zum Astronomie-Turm schien Harry endlos, als er nur mit Hilfe des Lichtes, das sein Zauberstab spendete, so schnell es ging die Stufen erklomm. Er war spät dran, aber es war dieses Mal wirklich nicht seine Schuld. Tatsächlich war es noch riskanter als sonst gewesen, sich in dieser Nacht aus dem Gryffindor-Turm zu schleichen.

Die Abschiedsfeier, die die Weasley Zwillinge organisiert hatten, war ihm endlos vorgekommen. Obwohl der Abend immer später wurde, war der Gemeinschaftsraum voller lachender, ausgelassener Schüler gewesen. Scheinbar sah es Professor McGonagall an ihrem letzten Tag mit der Nachtruhe nicht so eng. Immer wieder hatte Harry heimlich auf die Uhr gesehen. Was sollte er bloß tun, wenn die anderen um Mitternacht immer noch den Gemeinschaftsraum belagerten?

Mitfühlend hatte ihm Ron auf die Schulter geklopft, seine angespannte Stimmung völlig falsch auslegend. „Ich weiß, Alter. Mein Dad sagt, er wird den Dursleys eine Eule schicken, sobald wir aus Rumänien zurück sind, damit du zu uns in den Fuchsbau kommen kannst. Keine Sorge, wir lassen dich nicht bei diesen widerlichen Muggeln versauern."

Sein Freund nickte geistesabwesend. Gut, wenn Ron so dachte, dann war die Wahrscheinlichkeit groß, dass auch die anderen einfach annahmen, er habe bloß Angst vor den Ferien. Gott sein Dank hatte ihre Hauslehrerin um halb zwölf doch endlich Erbarmen mit Harrys angespannten Nerven und scheuchte die letzten Schüler in ihre Betten. Danach dauerte es keine viertel Stunde, bis der dunkle Gryffindor von einem kollektiven Schnarchen umgeben war.

So lautlos wie möglich, schlüpfte er aus dem Bett und versah es mit einem Illusionszauber, damit es für seine Mitschüler so aussehen würde, als schlafe er auch weiterhin tief und fest. Die Nacht war warm, deshalb zog Harry es vor, nur in T-Shirt und Shorts zu seiner Verabredung zu erscheinen. Vorsichtig schnappte er sich seinen Tarnumhang, die Karte des Rumtreibers und ein paar weitere Sachen und schlich sich aus dem Zimmer. Nachdem er sich im Gemeinschaftsraum den Umhang übergestreift und sich auf der Karte versichert hatte, dass niemand mehr auf den Gängen des Schlosses unterwegs war, kletterte Harry durch das Portraitloch und rannte so schnell er konnte, in die Richtung des Astronomie-Turmes.

Die Turmuhr schlug gerade das letzte Mal, als Harry das Ende der Treppe erreichte und die Tür zum Balkon öffnete. Überrascht blieb er stehen, als er die Dutzenden Kerzen sah, die überall auf dem Balkon verteilt standen und ihm eine romantische Atmosphäre verliehen. Draco lehnte vorn an der Brüstung und ließ seinen Blick in die sternenklare Nacht schweifen. Er trug ein schwarzes T-Shirt und eine schwarze Hose. Die Schuhe hatte er wegen der Wärme bereits ausgezogen.

„Just in time, Potter", sagte er, ohne sich umzudrehen.

„Widrige Umstände", antwortete der Gryffindor, stellte seine Sachen auf dem Boden ab und trat hinter seinen Freund. Er legte die Arme um Dracos Mitte und rieb sein Gesicht an dem Haar des Blonden. „Du hast mir gefehlt."

Der Slytherin drehte sich um und erwiderte die Umarmung. „Du mir auch. Doch es war eine gute Übung für die nächste Zeit." Ein Schatten legte sich für einen Moment über sein Gesicht. „Aber jetzt sind wir hier. Das ist alles war zählt." Er rang sich ein Lächeln ab.

„Hast du Hunger? Ich habe uns ein paar Kleinigkeiten aus der Küche organisiert." Eigentlich hatte Harry auf der Party schon genug gegessen, doch trotzdem folgte er Draco zu der Matratze die dieser auf den Boden gelegt hatte. Um diese herum standen einige Teller mit verschiedenen Speisen, die vermutlich für das halbe Haus Gryffindor gereicht hätten.

„Schulden dir die Hauselfen etwa auch einen Gefallen oder womit hast du sie sonst bestochen?" fragte der Dunkle mit hochgezogenen Augenbrauen, als er sich nieder ließ.

„Ob du`s glaubst oder nicht, aber die machen das ganz ohne Bestechung. Dobby fällt immer noch in das alte Herr-Diener-Schema, wenn er mich sieht und nachdem er wusste, wer mein Gast sein würde, konnte ich ihn kaum bremsen, uns die halbe Küche zu servieren." Der Blonde setzte sich seinem Freund gegenüber und naschte ein Stück kaltes Roastbeaf.

„Aha, daher die Menge. Ich dachte, du erwartest noch jemanden. Denn wir beide können das doch unmöglich allein essen", pisackte Harry ihn freundschaftlich und knabberte halbherzig an einem Stückchen Käsetoast.

„Wer weiß", meinte Draco geheimnisvoll. „Iss lieber richtig. Das könnte eine lange Nacht werden."

„Uh, ist das jetzt etwa eine Drohung?" fragte der Gryffindor mit gespieltem Entsetzen.

„Wohl eher ein Versprechen", antwortete der Blonde süffisant und ließ seine Finger über die Wange des Dunklen gleiten. Mit einer geschickten Bewegung fing Harry die Hand ab und führte sie zu seinem Mund. „Ich würde lieber dich essen", knurrte er dumpf und ließ seine Zunge über den Puls des Blonden gleiten.

Draco schluckte schwer. „Alles zu seiner Zeit." Er entwand Harry seine Hand und hielt ihm statt dessen ein Glas Kürbissaft hin. „Auch einen Schluck?"

Harry schüttelte den Kopf. „Ich habe noch was besseres." Suchend wühlte er in den Sachen, die er mitgebracht hatte und zog unter dem zusammengerollten Tarnumhang eine Flasche Feuerwhiskey hervor. „Habe ich aus der Lehrerküche organisiert", gestand er schüchtern lächelnd, als er Dracos überraschtes Gesicht sah.

„Ich habe definitiv einen schlechten Einfluss auf dich, Potter", meinte er kopfschüttelnd, hielt Harry aber dennoch sein Glas entgegen, das dieser bereitwillig füllte. Auch sich selbst goss der Gryffindor etwas Whiskey ein, dann fragte er an Draco gewand: „Einen Trinkspruch?"

„Warum nicht." Der Blonde zuckte die Schultern. „Auf uns. Unsere Dummheit, unsere Leidenschaft und unseren jugendlichen Leichtsinn. Prost!" Mit einem Schluck hatte er sein Glas geleert. Harry tat es ihm nach. Der Whiskey brannte in seiner Kehle und hinterließ ein angenehm warmes Gefühl in seinem Magen.

„Grr." Der Gryffindor schüttelte sich.

„Sag nicht, dass du noch nie getrunken hast", stichelte Draco und füllte sich bereits das nächste Glas.

„Klar habe ich", verteidigte sich Harry entrüstet. `Mal einen Schluck oder zwei`, fügte er in Gedanken hinzu. Erstaunt beobachtete, wie Draco auch den zweiten Feuerwhiskey ohne mit der Wimper zu zucken hinunter kippte. „Du scheinst aber gut in Übung zu sein", stellte er trocken fest.

Der Slytherin zuckte die Schultern. „Mein Vater war der Meinung, ein Mann muss trinken können, ohne betrunken zu werden. Und da er ungern wollte, dass ich meinen ersten Rausch in der Öffentlichkeit bekomme, hat er sich dieses `Problems` angenommen."

Harry traute seinen Ohren nicht. „Du hast Feuerwhiskey getrunken? Mit deinem Vater?"

„Er hat mich unter den Tisch gesoffen", grinste Draco bei dem Gedanken. „Du glaubst gar nicht, was der Mann weg kippen kann, ohne auch nur eine Miene zu verziehen."

Oh doch, das glaubte Harry ungesehen. „Da wäre ich gerne Mäuschen gewesen", dachte er laut.

„Aber vermutlich nur bis zu dem Punkt, an dem ich unter den Tisch gekotzt habe."

„Igitt." Angeekelt verzog der Gryffindor das Gesicht.

„Hey, ich war vierzehn", verteidigte sich der Andere. „Das würde mir heute nicht mehr so schnell passieren."

„Vierzehn?!" Der Dunkle war entsetzt. `Deine Eltern haben echt eine eigenartige Vorstellung von Erziehung`, dachte er noch, sprach es aber lieber nicht laut aus.

„Ja, vierzehn." Der Blonde kippte den nächsten Schnaps. „Oh Merlin, Potter, jetzt tu nicht so heilig. Wir sprechen ja schließlich nur vom Trinken und nicht vom Ficken."

Wenn Harrys Wangen vorher schon gerötet gewesen waren, glühten sie jetzt beinah in der Dunkelheit. Der Slytherin grinste erneut schadenfroh bei diesem Anblick. Ganz offensichtlich war Dracos Hemmschwelle gerade dabei sich aufzulösen. Doch bevor das endgültig geschah, wollte Harry noch etwas hinter sich bringen.

„Ich habe noch was für dich." Er holte ein Päckchen unter dem Tarnumhang hervor. „Es ist nichts besonderes, aber ich wollte dir gern was zum Geburtstag schenken. Als wir dann... naja, auseinander waren, habe ich`s beiseite gelegt. Nun ist es zwar etwas spät, aber ich hoffe, du magst es trotzdem."

Er gab Draco die kleine, eingewickelte Schachtel, die dieser kritisch beäugte. „Es ist doch hoffentlich kein Zauber drin, oder?" fragte der Blonde und schüttelte das Geschenk vorsichtig.

„Nein", versicherte Harry. „Wieso?"

„Ach nichts", murmelte der Slytherin und öffnete vorsichtig das Papier. Er nahm die Schachtel und klappte den Deckel beiseite. In dem samtenen Innenfutter lag eine silberne Uhr. Die Zeiger hatten die Form von Schlangen und das Zifferblatt leuchtete im Mondschein grünlich.

„Sie ist wunderschön", sagte Draco ehrlich. Er lächelte Harry an. „Danke."

Dann legte er die Schachtel beiseite und küsste seinen Freund. Der Mund des Slytherin schmeckte stark nach Feuerwhiskey und es schien Harry, dass selbst der Geschmack von Dracos Lippen in seinem Hals brannte, doch um nichts in der Welt hätte er diesen Kuss unterbrochen.

Drängend fühlte er die Zunge des Blonden an seinen Lippen und er öffnete diese bereitwillig, um ihn einzulassen. Mit beiden Händen krallte sich der Slytherin in sein schwarzes Haar, drückte seinen Mund so fest gegen Harrys, dass es beinah schmerzte. Saugend und leckend erkundete Draco die Mundhöhle seines Gegenübers. Er schmeckte das Aroma des Dunklen mit all seinen Sinnen und es kam ihm vor, als habe er nie etwas Süßeres gekostet.

„Manchmal denke ich, dass ich dabei bin, meinen verdammten Verstand zu verlieren", keuchte Draco, als sie den Kuss für einen Moment unterbrachen. „Aber was soll`s? Dann muss dein bisschen Verstand eben für uns beide reichen, Potter."

Er grinste frech und bevor Harry auch nur zu einer entsprechenden Erwiderung ansetzen konnte, verschloss der Slytherin bereits wieder die ihm dargebotenen Lippen. Seine Hände tasteten sacht von Harrys Hinterkopf nach vor, zeichneten die harte Linie seines Unterkiefers nach und wanderten weiter über seine Kehle zu seinem Schlüsselbein.

Harrys erzitterte, als die Finger des Blonden seine Brustwarzen durch den Stoff des T-Shirts berührten. Er tat es Draco gleich und schickte seine Hände auf Wanderschaft über den Körper des Anderen. Fasziniert streichelte er über die feinen Härchen in seinem Nacken, die Schulterblätter hinab zu seinem Rücken. Der Brustkorb des Slytherin hob sich schneller, während die Hände des Dunklen unter sein T-Shirt glitten und sanft über an seiner Wirbelsäule entlang glitten, bis sie das Steißbein erreicht hatten. Draco stöhnte leise auf, als er Harrys Hände in den Bund seiner Hose und über seine Kehrseite gleiten fühlte.

„Deine Hände sind so gut auf meinem Körper", murmelte er undeutlich, indem er sich seinen Weg an Harrys Hals entlang küsste. Seine Hände wanderten verlangend unter das T-Shirt, streichelten die glatte Haut auf dem Rücken des Gryffindor, bevor sie sich seiner Vorderseite widmeten.

Ungeduldig entledigten sie sich gegenseitig dieses störenden Stückes Stoff, dann führten sie ihre Reise auf dem Körper des Anderen fort. Küssend und leckend erkundeten sie jeden Zentimeter Haut, verloren sich in einer Leidenschaft, die nicht mehr aufzuhalten war.

Erregt keuchte Draco auf, als Harry die Knöpfe seiner Hose öffnete und die Jeans langsam abwärts schob. Beide Jungen trugen nur noch ihre Shorts auf der nackten Haut, als sie nebeneinander auf die Matratze sanken. Verlangend rieben sie ihre Körper aneinander, fühlten die Erektion des Anderen nur durch einen Hauch von Stoff getrennt.

Dracos Hände massierten die Pobacken des Dunklen und wanderten dabei immer weiter zur ihrer Mitte, bis er mit den Fingern leicht über die Spalte unter der Shorts streichelte. Er fühlte Harrys heißen Atem an seinem Hals, als er dieser aufkeuchte und seinen Unterleib fest gegen Dracos Erektion presste.

Warme Hände glitten unter seine Shorts, liebkosten die empfindliche Haut, bevor sie wieder federleicht in die Spalte eintauchten und sanft über die empfindliche Haut von Harrys Eingang strichen. Erneut keuchte der Dunkle auf, rieb seine Erregung an Draco, suchte mit den Händen Halt an dessen nackten Schultern.

„Merlin, Potter", knurrte der Blonde. „Ich will dich. Jetzt. Hier. Bettelnd, stöhnend, schreiend."

„Dann bring mich dazu, für dich zu betteln, zu stöhnen und zu schreien", stieß der Gryffindor erregt zwischen den Zähnen hervor.

„Das werde ich." Seine Hände entfernten die letzten beiden Stückchen Stoff, die noch zwischen ihnen standen und als sie sich nun aneinander drängten, rieben sich ihre prall gefüllten Erektionen aneinander. Draco glitt an dem Dunklen hinab und seine Lippen umschlossen die Härte des Anderen, so dass dieser verlangend aufstöhnte. Ganz sanft leckte seine Zunge über die seidige Haut, umspielte die glatte Spitze und reizte den kleinen Schlitz, aus dem einige, wenige Lusttropfen perlten.

Harry sog hart die Luft ein, dann zog er den Kopf den Blonden wieder zu sich hinauf. „Nicht. Nicht so." Er küsste die feuchten Lippen und schmeckte seinen eigenen Geschmack auf seiner Zunge, bevor auch er am Körper des Slytherin abwärts wanderte.

„Ich bin dran", flüsterte er rau, bevor er Dracos Erektion tief mit dem Mund aufnahm. Der Blonde grub seine Zähne fest in seine Unterlippe, als er das Gefühl von Harrys Lippen an seinem Schaft spürte. Ein leises Stöhnen entwich seinen Lippen. Unbewusst suchten seine Hände den Kopf des Dunklen und kraulten in seinem schwarzen Haar, während Harrys Mund ihn in Ekstase saugte.

„Stop." Dracos Atem kam heftig. „Genug."

Erneut küssten sich die beiden Jungen, streichelten und rieben sich aneinander, bevor der Blonde Harry geschickt auf den Bauch drehte. Er griff sich ein Kissen, das neben der Matratze lag und stopfte es unter das Becken des Dunklen.

„Stöhnen hatten wir jetzt schon", flüsterte er in Harrys Ohr. „Jetzt will ich dich betteln hören."

Sanft suchten seine Lippen einen Weg über den Rücken des Gryffindors abwärts. Hauchzart küsste er eine von Harrys Pobacken, was dem Dunkeln einen Schauer über den Körper jagte. Abwechselnd bissen seine Zähne leicht in das weiche Fleisch, dann leckte er mit seiner Zunge über die entstandene Markierung

Zufrieden sah er, wie Harrys seine Hände in den Rand der Matratze klammerte. Wie zufällig wanderten seine Finger wieder zu der samtenen Spalte und senkten sich flüchtig hinein. Sein eigener Penis, der hart gegen seinen Bauch drückte, zuckte bei dem Geschmack von Harrys Haut in seinem Mund. Der Körper des Dunklen zitterte und streckte sich ihm entgegen. Harry wimmerte leise.

„Gibt es etwas, was du mir sagen willst, Potter?" fragte Draco rau.

„Bitte", antwortete Harry, seine Hände öffnete und schlossen sich unkontrolliert.

„Bitte, was?" fragte der Andere gepresst.

„Bitte, ich will dich in mir." Harrys Stimme war kaum zu verstehen. Er hatte sein Gesicht fest in die Matratze gedrückt.

Draco nickte. Neben der Matratze stand eine Flasche mit Öl, von der nahm er jetzt ein wenig und benetzte damit einen Finger. Langsam, ganz vorsichtig, streichelte er über Harrys Öffnung. Der Dunkle stöhnte erneut, dann tastete sich Draco behutsam durch den engen Muskelring. Für einen kurzen Moment verspannte sich der Körper unter ihm, dann atmete Harry tief durch und versuchte sich an das Gefühl zu gewöhnen.

„Mehr", knurrte er schwach, als Draco den Finger vorsichtig bewegte.

Der Blonde zog die Hand zurück und fügte einen zweiten, glitschigen Finger hinzu. Es brannte leicht und er musste sich zwingen, sich zu entspannen, aber Harry wollte nicht länger warten.

„Noch mehr", presste er zwischen den Zähnen hindurch und Draco fügte wunschgemäß einen dritten Finger hinzu. Das Brennen wurde stärker, aber als der Slytherin seine Hand vorsichtig vor und zurück bewegte, wurde auch das Verlangen in Harry immer größer. Unwillkürlich bewegte er sein Becken und rieb dabei seine Erektion gegen das Kopfkissen unter sich.

„Jetzt dich", ließ er seinen Liebhaber wissen und Draco zog seine Finger aus dem dunklen Gryffindor zurück. Er platzierte sich zwischen Harrys Beinen und verteilte eine kleine Menge Öl auf seinem Schaft und der Öffnung des Anderen. Allein der Anblick von Harrys nacktem Körper vor sich, schien ihn an den Rand des Orgasmus zu bringen.

Vorsichtig positionierte er seine Erektion an dem zarten, rosigen Muskel und drückte sich behutsam in den Körper des anderen Jungen. Er hörte Harry aufstöhnen, die Hände krallten sich erneut in den Rand der Matratze, während er versuchte sich zu entspannen. Zentimeter für Zentimeter vergrub sich Draco in dem warmen, engen Körper. Die Welt um sie herum hörte auf zu existieren. Alles in ihm war nur auf diesen einen Akt konzentriert. Seine Hände klammerten sich in die Hüfte des Gryffindor, versuchten sein Verlangen zu steuern.

Als er schließlich ganz in ihm vergraben war, verharrte er reglos, wartete auf ein Zeichen, dass Harry sich an das Gefühl gewöhnt hatte. Langsam legte er seinen Körper auf dem unter sich ab, küsste Harrys Hals, suchte mit den Händen, die des anderen Jungen.

Der Dunkle lag ganz still, die Augen geschlossen, der Atem schnell. Als Draco seine Wange küsste, öffnete Harry die Augen und drehte den Kopf so, dass er seinen Freund ansehen konnte. Seine Lippen fanden die des Slytherin und sie küssten sich leidenschaftlich, während Draco sich vorsichtig zu bewegen begann.

Der Atem des Blonden kitzelte an Harrys Wange, als sein Becken sich träge hob und senkte. Eine Welle von Sternen fegte über den Dunklen hinweg, als die Spitze von Dracos Erektion seine Prostata stimulierte. Erregt wimmerte Harry auf. Die Hitze, die diese Bewegung in ihm auslöste, war unbeschreiblich. Es war kein Schmerz mehr, nur noch die pure Lust.

„Perfekt", hörte er Draco an seinem Ohr keuchen. „So perfekt, ficken mit dir."

„Immer nur mit dir",fügte Harry mit einiger Anstrengung hinzu.

Die Bewegungen des Slytherin beschleunigten sich, das wachsende Verlangen trieb ihn dazu. Seine Zunge leckte über den nackten Hals und hinterließ feuchte Bahnen auf der schweißnassen Haut. Seine rechte Hand war fest mit Harrys verwoben, während die andere um den Körper des Dunklen herum tastete und dessen pulsierende Härte im Rhythmus seiner Stöße pumpte.

„Oh Merlin, oh Gott", stöhnte Harry, sein Körper zitterte, sein Körper stemmte sich dem Gewicht über sich entgegen. Es würde nicht mehr lange dauern, das wusste er sicher. Mit jedem Mal, das Draco gegen diesen einen wunderbaren Punkt in seinem Inneren stieß, kam er seinem Orgasmus unaufhaltsam näher.

„Yeah, lass es mich hören, wie du schreist", hechelte der Blonde atemlos. Er musste nicht lange bitten.

„Draco!" schrie Harry, als alles in ihm zu explodieren schien und er sich heftig auf die Matratze und in die Hand seines Geliebten ergoss. Sein Mund schnappte nach Luft, sein Herz schien aus seiner Brust springen zu wollen.

Der Slytherin fühlte, wie sich der Körper des Dunklen um ihn zusammen zog. Die Enge wurde noch enger, die Hitze versengend heiß. Wie im Fieber trieb er sein Becken noch einige Stöße mehr gegen Harrys Kehrseite, bis auch sein Höhepunkt ihn über die Klippe jagte.

„Harry", stöhnte er den Namen seines Geliebten. Es war alles, was er zu sagen fähig war. Sein Körper zitterte so heftig, dass er auf dem Rücken des Gryffindor zusammen brach. Seine Stirn gegen die nackte Schulter gelehnt, versuchte er heftig atmend wieder die Kontrolle zu erlangen.

Er fühlte Harrys Hand die seine drücken. Das Gesicht des Dunklen drehte sich, auf der Suche nach den Lippen des Blonden und Draco schaffte es, den Kopf zu heben und ihn zu küssen.

Kein Verlangen war mehr in diesem Kuss, nur noch tiefe, echte Gefühle. Behutsam zog sich Draco aus dem Körper des anderen zurück und tastete mit unsicheren Fingern nach seinem Zauberstab. Nachdem er einen Reinigungszauber gesprochen hatte, sank er erschöpft neben dem Gryffindor auf die Matratze. Sein Körper war angenehm matt und schwer. Zufrieden lächelte er den Dunklen an, der ihn zärtlich an sich zog.

Entspannt räkelte sich Draco in den Armen seines Freundes. Er genoss es zu fühlen, wie Harrys eine Hand sanft über seinen Rücken streichelte, während ihn die andere Besitz ergreifend an sich drückte. Es gab ihm ein Gefühl der Geborgenheit und einer trügerischen Sicherheit. Solange er in diesen Armen lag, konnte ihm nichts passieren.

Schweigend lauschte er dem Herzschlag des dunklen Gryffindor. Seine Finger zeichneten kleine Kreise auf der Brust des Anderen, der diese Berührung mit einem leichten Schaudern quittierte.

„Harry?" fragte Draco, den Blick zu dem anderen Jungen hebend, der seine Augen versonnen in den Sternenhimmel gerichtet hatte.

„Hm?" gab dieser müde zurück. Er fühlte sich nicht in der Lage, mehr zu erwidern. Sein Körper war noch zu matt und erschöpft von den Nachwehen des Orgasmus.

„Ich wollte dir nur sagen, dass ich möchte, dass du weißt, ganz egal was passieren wird, ich liebe dich."

Irritiert senkte Harry den Blick und sah in Dracos silbergraue Augen. „Das hört sich nach einem Abschied an."

„Naja", versuchte Draco das Gewicht aus den Worten zu nehmen. „Niemand weiß, was die Zukunft bringt..."

„Draco, du machst mir Angst, wenn du so sprichst", antwortete der Dunkle alarmiert.

„Nein." Der Slytherin zwang sich zu einem Lächeln. Es war ein Fehler gewesen davon anzufangen. Er hätte nicht darüber sprechen sollen. Es war nicht richtig. Weder der richtige Ort, noch die richtige Zeit dafür. Entweder, er würde die Sache in den Ferien allein regeln oder es würde nichts mehr zu regeln geben. „Es ist alles in Ordnung. Ich bin wohl doch ein wenig angetrunken. Lass uns nicht mehr davon reden."

Er stahl sich erneut einen Kuss von seinem Geliebten. Der Gryffindor runzelte die Stirn, erwiderte den Kuss aber ohne zu zögern. Er war einfach zu müde, um sich über Dracos eigenartiges Verhalten noch länger den Kopf zu zerbrechen. Eine Weile lagen sie schweigend nebeneinander und nur der Mond war Zeuge, als sie schließlich zufrieden in einander verschlungen einschliefen.

XXXXXX

 

Warum hast du mich eigentlich gefragt, ob ich einen Zauber in die Schachtel getan habe?" fragte Harry neugierig.

Draco verzog theatralisch das Gesicht. „Theodore Nott dachte wohl, es sei besonders witzig, mir zum Geburtstag einen Furunculus-Fluch zu schenken."

Wie nett von ihm", erwiderte Harry ironisch. Er machte keinen Hehl daraus, was er über Nott dachte, der notorisch eifersüchtig auf Dracos Rang als ungekrönter „Prinz von Slytherin" gewesen war.

Nicht wahr? Aber er hatte nicht lange Freude an seinem Sieg über mich. Wenigstens konnte ich die Krankenstation nach ein paar Stunden wieder verlassen, was man von ihm nicht behaupten konnte." Ein gehässiges Lächeln spielte um den Mund des Blonden.

Harrys Mitleid hielt sich in überschaubaren Grenzen. „Selbst Schuld. Aber du dachtest doch nicht wirklich, ich würde dir so etwas antun?"

Du hättest jedes Recht dazu gehabt, dich an mir rächen zu wollen", meinte Draco nur. „Wenn die Dinge umgekehrt gestanden hätten, weiß ich nicht, ob ich dir ebenfalls einfach so vergeben hätte."

Die Liebe hat mich eben großzügig gemacht, love", erwiderte Harry grinsend.

Dann ist das jetzt wohl der richtige Augenblick, um dir zu sagen, dass ich gestern deinen Besen geschrottet habe." Abwartend hielt Draco die Luft an. Den Feuerblitz hatte sein Ehemann schon seit der Schulzeit und hütete ihn wie seinen Augapfel

Du hast was?!" fragte Harry entsetzt.

Es ist echt nicht meine Schuld, wir haben einfach viel zu viele Bäume im Garten." Entschuldigend hob der Blonde die Hände.

Sag nicht, dass du schon wieder ohne Brille geflogen bist", verlangte der andere Mann drohend.

Zum hundertsten Mal, meine Augen sind völlig in Ordnung! Ich glaube eher, mit der Lenkung stimmte was nicht. Der Besen zog auffällig nach links", versuchte sich Draco raus zu reden.

Verdammt noch mal, warum fliegst du nicht deinen eigenen Besen zu Schrott?" fuhr der Dunkle wütend auf.

Der Andere biss sich auf die Lippen, wenn Harry fluchte war das ein ganz schlechtes Zeichen. „Du weißt doch, dass geht nicht, weil da die TÜV-Plakette abgelaufen ist", warf er vorsichtig ein.

Und deshalb jagst du meinen Besen in einen Baum?!"

Er war ja ohnehin schon etwas altersschwach", erwiderte Draco trotzig. „Es gibt jetzt einen ganz neuen Nimbus auf dem Markt..."

Der Besen war völlig in Ordnung, bevor er in deine Hände geraten ist!" platzte Harry dazwischen.

Ich könnte in der Winkelgasse fragen, ob sie ihn vielleicht doch wieder zusammen flicken können", bot Draco kleinlaut an.

Ja, das solltest du wohl besser machen und bete dafür, dass es klappt, denn sonst vergesse ich einfach mal meine Großzügigkeit und zerlege deinen Besen so gründlich, dass du ihn danach als Zahnstocher benutzen kannst!"

Wütend stapfte der Dunkle aus dem Raum.

Und da behauptet er immer, ich sei empfindlich", murmelte der Blonde kopfschüttelnd.

Tbc...