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XXIII. Don`t give up

Don`t give up

`cos you have friends

Don`t give up

You`re not beaten yet

Don`t give up

I know you can make it good

(Peter Gabriel, Don`t give up)

In dem Moment, in dem die beiden Jungen von dem Feld disapparierten, fühlte Draco bereits das Zerren an seinem Körper und an seinem Geist. Es war, als würde die Magie versuchen, ihn auseinander zu reißen. Mit halb geschlossenen Augen konzentrierte er sich auf ihr Ziel, seine Hand umklammerte fest die von Harry, die auf seinem Unterarm lag.

Er merkte, wie ihn eine eigenartige Taubheit erfasste, doch Draco schüttelte sie verzweifelt ab. Nein, er musste sich zusammen reißen. Er hatte sich noch nie zersplittert und er hatte auch nicht vor, gerade heute damit anzufangen. Nach einer gefühlten Ewigkeit bemerkte er erleichtert, dass die Welt sich langsamer um sie drehte, dann tauchten die bekannten grünen Hügel auf, die Hogwarts umrandeten. Mit letzter Kraft apparierte er sie auf eine Wiese in der Talsohle, doch gerade als seine Füße den Boden berührten, knickte er ein und verlor das Bewusstsein.

„Draco!" rief Harry erschrocken aus, als er landete und ihn Dracos Gewicht mit nach unten zog. Besorgt kniete er sich neben den Blonden, der schwer atmend zusammen gesunken war. Erleichtert stellte er fest, dass sein Freund scheinbar einfach ausgepowert war. Er war selbst zum Umfallen müde und erschöpft, doch als er die Mauern von Hogwarts auf dem Hügel über ihnen sah, fühlte er eine Welle der Erleichterung in sich aufsteigen, die ihm neue Kraft gab.

Der Gryffindor traute sich nicht, erneut den Erweckungszauber durchzuführen, da er keine Erfahrung darin hatte, was passierte, wenn man ihn mehr als einmal anwendete, deshalb verpasste er Draco kurzer Hand einen Locomotor-Zauber und ließ ihn neben sich her schweben, während er den Hügel nach oben kletterte.

Noch immer war es früher Morgen und der Schein der Sonne war noch blass, als sie langsam am Horizont empor stieg. Harrys Hände, die auf der einen Seite den Besen umklammerten und auf der anderen Seite den Zauberstand auf seinen Freund gerichtet hielten, fühlten sich klamm und taub an. Der Tau auf den Gräsern, die seine Beine streiften, durchtränkte seine Hose und ließ ihn frösteln. Er hatte nicht mehr als einen dünnen Umhang über seinem T-Shirt und seiner Jeans und die frühen Morgenstunden waren doch kälter als gedacht. Sein Blick glitt zu Dracos Körper, der unnatürlich schlaff neben ihm in der Luft schwebte. Der Kopf hing nach hinten überstreckt und die Arme baumelten neben seinem Körper herab. Auch er trug nicht mehr, als die Robe, die sie am Fußende seines Bettes gefunden hatten. An einen Umhang hatten sie in der Eile nicht gedacht, doch vermutlich spürte Draco die Kälte in seinem Zustand ohnehin nicht.

„Was machst`n du hier, Harry?" fragte eine tiefe Stimme, mitten in Harrys Gedanken und der Junge wäre beinah vor Schreck nach hinten umgekippt, als Hagrid`s massige Gestalt unmittelbar vor ihm auftauchte. Der Wildhüter von Hogwarts hatte einige tote Frettchen über seiner Schulter. Wenige Meter hinter ihm hechelte Fang, der Saurüde, der ebenfalls ein totes Frettchen im Maul trug.

„Hagrid", sagte Harry erleichtert, nachdem er sich wieder gefangen hatte. „Du bist es nur."

„Ja, bin nur ich. Aber was tust du so früh hier draußen?" Der Halbriese musterte den Dunkelhaarigen besorgt, dann ließ er seinen Blick über den bewusstlosen Körper neben ihm gleiten. „Und vor allen Dingen: Was macht der hier?"

„Ehrlich gesagt, Hagrid, kann ich dir das jetzt nicht erklären. Ich war die ganze Nacht unterwegs und bin total fertig. Kannst du mir helfen, Draco in die Krankenstation zu bringen?"

Unentschlossen kratzte sich Hagrid am Bart. „Hast du Ärger Harry? Hat er dir Ärger gemacht?"

Der Gryffindor merkte, wie seine Knie zitterten und er hatte keine Lust, auf weitere Diskussionen. „Nein, Hagrid. Ich erkläre dir das später, aber jetzt muss ich Draco wirklich ins Schloss bringen und dann ins Bett."

Einen Moment schien der Halbriese noch zu überlegen, dann zuckte er die Schultern. „Okay, Harry. Weil du`s bist." Er nahm den schlaffen Slytherin wie eine Puppe und legte ihn sich über die Schulter, neben die toten Frettchen.

Auch wenn Harry zum Umfallen erschöpft war, musste er zugeben, dass das nicht einer gewissen Ironie entbehrte.

Der Junge schaffte es kaum, mit Hagrids langen Beinen Schritt zu halten, als sie den restlichen Hügel zusammen erklommen. Fang tänzelte um sie beide herum, scheinbar immer noch voller Energie von der erfolgreichen Jagd. Die Zifferblatt über dem Portal zeigte sieben Uhr, als sie die schwere Eingangstür erreichten. Mit einem knappen Befehl schickte Hagrid den Hund zu seiner Hütte am Wandrand und Fang leistete, wenn auch widerwillig, Folge. Harry war dankbar, dass es noch so früh war, denn so musste er nicht befürchten, dass sie von irgendwelchen Schülern gesehen wurden.

Das letzte, was er jetzt brauchte, waren neugierige Blicke oder penetrante Fragen. Jetzt wo sie in Sicherheit waren, wollte er nur noch Draco in der Obhut von Madame Pomfrey lassen und dann in sein herrlich weiches Bett im Gryffindor Turm schlüpfen. Es war ihm egal, was die anderen sagen würden, wenn er sich schon wieder krank meldete, aber so kaputt wie er war, war an Unterricht gar nicht erst zu denken.

Die Eingangshalle lag ausgestorben da, nur die Bewohner der Portraits an den Wänden waren bereits munter. Als Harry zusammen mit Hagrid und dem immer noch bewusstlosen Draco die Treppen nach oben hinauf stieg, reckten die gemalten Personen neugierig die Hälse. Einige deuteten mit dem Finger auf sie, andere steckten flüsternd die Köpfe zusammen und wieder andere eilten sofort in den nächsten Rahmen, um die Neuigkeiten zu verkünden. Harry runzelte unwillig die Stirn. Es würde wohl nicht sehr lange dauern, bevor sich ihre Rückkehr im Schloss herum sprach.

XXXXXX

Stöhnend streckte Harry seine steifen Glieder. Sein Kopf summte von den vielen Fragen, die er seit seiner Ankunft im Krankenflügel beantwortet hatte. Nachdem er Draco zu Madame Pomfrey gebracht hatte und ihr in kurzen Worten die Situation geschilderte, war Professor Dumbledore gekommen und hatte ihn zu den Ereignissen der Nacht befragt. Der alte Mann schien sehr besorgt, doch Harry hatte ihm versichert, dass sie beide wohl auf waren.

Kaum, dass er seine Erzählung beendet hatte, kam Professor Snape zur Tür herein gerauscht. Er würdigte Harry keines Blickes, sondern ging sofort durch die gegenüber liegende Tür zu seinem Schüler, gefolgt von Professor Dumbledore, der Harry, empfahl, sich hinzulegen, doch dieser war auf einen Schlag wieder hellwach.

Zum Einen wollte er in Dracos Nähe bleiben und zum Anderen hatte er Angst davor, dass sich die Neuigkeit von ihrer gemeinsamen Rückkehr schon bis zum Gryffindor Turm herum gesprochen hatte.

Jetzt saß er im Vorraum der Krankenstation und wartete ungeduldig darauf, dass die beiden Männer wieder heraus kamen, die vor einer gefühlten Ewigkeit den Krankensaal betreten hatten. Was dauerte da drin bloß so lange? Vorsichtig öffnete Harry die Tür einen Spalt breit und spähte hinein. Snape und Professor Dumbledore standen vor einem weißen Paravent und redeten mit gedämpfter und doch sehr eindringlicher Stimme miteinander. Die Miene der beiden Männer verhieß nichts Gutes. Durch den weißen Stoff des Paravents sah Harry die Konturen seines Freundes, der im Bett dahinter schlief.

„... kann unmöglich hier bleiben", hörte Harry Snape sagen.

Professor Dumbledore wiegte bedenklich den Kopf. „Das Risiko ist einfach zu groß."

„Zumal davon auszugehen ist, dass der Dunkle Lord von seiner Verbindung zu Potter weiß", fügte der Zaubertränke-Lehrer hinzu.

„Was schlägst du also vor, Severus?" fragte der Ältere und sah den Schwarzhaarigen durch seine Halbmondbrille ernst an.

„Er muss fort von hier. So schnell wie möglich."

„Nein!" Bevor Harry überhaupt wusste, was er tat, hatte er die Tür aufgestoßen und kam in den Raum gestürzt. „Sie dürfen Draco nicht zurück schicken!"

„Harry...", versuchte Professor Dumbledore seinen Schüler zu beruhigen.

„Sein Vater wird ihn umbringen, wenn Sie ihn zurück schicken! Er wollte ihn zu Voldmort bringen! Er sollte ein Todesser werden, wie er!"

„Es zu spät, Harry. Das hat er schon getan."

Der dunkle Gryffindor wollte gerade zu einem weiteren Widerspruch ansetzten, als Dumbledores Worte in sein Bewusstsein sickerten. Mit offenem Mund stand Harry da und sah seinen Direktor ungläubig an. Es war ihm, als hätte ihn ein Klatscher mitten in die Magengrube getroffen. Er war so erleichtert darüber gewesen, Draco unverletzt vorzufinden, dass er an diese Möglichkeit überhaupt nicht mehr gedacht hatte.

„Was?" brachte er mit krächzender Stimme hervor.

„Draco Malfoy trägt das Zeichen der Todesser auf seinem Arm", antworteter Snape mit kalter Stimme.

„Aber das...das ist unmöglich", stammelte Harry entsetzt. „Er hätte niemals freiwillig..."

„Ich weiß." Mitfühlend legte Dumbledore eine Hand auf Harrys Schulter. „Vermutlich hat er es auch nicht freiwillig getan. Professor Snape hat Spuren an Draco gefunden, die auf den Cruciatus-Fluch schließen lassen."

In Harrys Kopf drehte sich alles. Er hörte Hermine`s Stimme, wie sie zu ihm sagte: „Egal ob freiwillig oder nicht, wenn er wirklich ein Todesser ist, gibt es kein zurück mehr."

„Was...was tun wir jetzt?" hörte er sich selbst fragen.

Der alte Mann seufzte leise. „So leid es mir tut, aber Draco kann nicht in Hogwarts bleiben. Es ist zu gefährlich."

„Sie können ihn nicht weg schicken!" widersprach ihm Harry und wandte sich dann an Professor Snape. „ Er ist doch Ihr Schüler. Sie können ihn doch nicht aufgeben!"

„Wer hat etwas von `aufgeben` gesagt?" erkundigte sich Snape frostig. „Mr. Potter, als Dracos Pate liegt mir eine Menge an seinem Leben, aber als Lehrer muss ich auch an die anderen Schüler - Sie eingeschlossen - denken, die er in Gefahr bringt."

„Denken Sie, die Todesser werden kommen, um ihn zu holen?" fragte Harry besorgt.

Snape ließ ein humorloses Lachen hören. „Mr. Potter, selbst Sie sollten nicht so naiv sein zu glauben, dass Mr. Malfoy seine `Rettung` allein Ihrem leichtsinnigen Heldenmut zu verdanken hat. Ich war selbst in Malfoy Manor, mit Sicherheit öfter als Sie in der Bibliothek von Hogwarts waren. Keine Maus verlässt dieses Grundstück, ohne dass Lucius es weiß. Und dann kommen Sie so mir nichts dir nichts und fliegen mit seinem Sohn davon? Warum glauben Sie, hat niemand Sie aufgehalten?"

Harry zuckte hilflos die Achseln. „Glück?"

„Sie Narr, Glück ist eine Illusion. Er hat Sie mit voller Absicht entkommen lassen."

„Warum sollte er das tun?"

„Genau das ist die Frage, nicht wahr? Warum sollte er Draco entkommen lassen - und dann auch noch mit Ihnen, wo der Dunkle Lord doch nichts mehr will, als Sie in seiner Gewalt zu haben - wenn nicht auf Befehl seines Meisters?"

„Sie glauben, dass er Draco... dass Draco gefährlich ist?"

Snapes Augen musterten Harry kalt. „Ich glaube gar nichts, Potter. Alles was ich weiß ist, dass Mr. Malfoy mit äußerst geringen Verletzungen davon gekommen ist und ich frage mich, was wohl der Preis dafür gewesen ist."

„Sie könnten Draco fragen. Mit Veritas-Serum, wenn er wieder bei Bewusstsein ist."

„Sie denken, Sie wissen alles, nicht wahr Potter?" spottete Snape giftig. „Als ob ich daran nicht schon selbst gedacht hätte. Aber der Punkt ist, dass Mr. Malfoy nichts mehr weiß. Madame Pomfreys Diagnose-Zauber haben einen Oblivate-Zauber entdeckt: Sein Gedächtnis ist verändert worden. Egal, was er dort gesehen hat und was er dem Dunklen Lord gesagt haben mag - Draco wird es uns nicht mehr sagen können."

Harrys Hände krampften sich unwillkürlich zusammen. „Draco ist nicht Voldemorts Marionette", sagte er bestimmt.

Der Zaubertränke-Lehrer versah ihn mit einem Blick, den man beinah als mitleidig bezeichnen konnte. „Draco hat gar keine Wahl. Er ist ein Todesser. Finden Sie sich damit ab, Potter."

„Nein, das werde ich nicht und ich kann auch nicht glauben, dass Sie es so einfach tun. Ich für meinen Teil werde nicht zulassen, dass Sie Draco von hier wegschicken."

„Ihr junges Glück in allen Ehren, Potter", schnarrte Snape böse. „Aber es geht hier um die Sicherheit der Schüler."

„Ich glaube an Draco und wenn es sein muss, garantiere ich für ihre Sicherheit."

„Hochmütig wie immer, Potter. Was denken Sie, werden Sie tun, wenn der Dunkle Lord Draco zu sich ruft?"

Harry schluckte hart. „Dann werde ich ihn aufhalten." Er suchte erneut Professor Dumbledores Blick. „Bitte, geben Sie ihm eine Chance. Er mag das Zeichen der Todesser haben, aber er ist keiner von ihnen. Ich weiß es. Bitte."

Der alte Mann sah von Harry zu Snape, der kaum merklich den Kopf schüttelte und wieder zurück. Dann seufzte er leise. „Ich weiß, dir liegt etwas an Draco und ich weiß, dass deine größte Stärke dein Herz ist, Harry. Hoffentlich weißt du auch, welch große Bürde du dir selbst auferlegst, indem du ihm vertraust."

Erleichtert atmete der Gryffindor auf, erkannte er doch an den Worten, dass Dumbledore bereit war, Draco in Hogwarts zu lassen. „Ja, ich weiß es. Aber ich denke, er ist es wert. Danke, Professor. Vielen Dank."

XXXXXX

Severus hatte immer so eine herzliche Art, einem die Wahrheit zu servieren", resümierte Draco mit einem Augenzwinkern.

Muss ja unheimlich erfrischend gewesen sein, mit ihm als Paten aufzuwachsen", mutmaßte Harry sarkastisch.

Es hatte seine Vorteile", erwiderte der Blonde achselzuckend. „Ich habe meinen ersten Zaubertrank gebraut, kaum dass ich laufen konnte."

Kein Wunder, dass ich dich in dem Fach nie schlagen konnte."

Das hättest du auch nicht gekonnt, wenn Snape nicht mein Pate gewesen wäre. Für Zaubertränke fehlt dir einfach das Talent, Potter."

Hey, für meinen Schrumpfungstrank habe ich sogar mal ein `annehmbar` bekommen!"

Wahrscheinlich war er genauso `annehmbar`, wie der Eintopf, den du kochst", stichelte Draco grinsend.

Unwillig zog Harry die Augenbrauen zusammen. „Was stimmt denn nicht mit meinem Eintopf?"

Ach gar nichts. Er ist genau das, was der Name sagt: Ein Topf. Nur der Inhalt lässt zu wünschen übrig."

Noch ein Wort und du kannst sehen, was du heute ist."

Wie wäre es, wenn wir den so genannten Eintopf der Katze geben und statt dessen mal wieder ausgehen?"

Nur wenn du zahlst."

Einverstanden." Der Blonde wackelte anzüglich mit den Augenbrauen. „Du kannst es ja später bei mir abarbeiten."

                                                                                    XXIV. No sleep

No sleep

No sleep until I`m done with finding the answer

Won`t stop

Won`t stop until I find a cure for this cancer

Sometimes

I feel like going down and so disconnected

Somehow

I know that I am haunted to be wanted

( The Rasmus, In the Shadows)

Noch eine ganze Weile nachdem die beiden Männer die Krankenstation verlassen hatten, stand Harry einfach nur da, unfähig sich zu rühren oder einen klaren Gedanken zu fassen. Er wusste nicht, was er tun oder wohin er gehen sollte. Madame Pomfrey hatte ihm angeboten, sich hier auf der Krankenstation auszuschlafen, doch Harrys Kopf war zu voll, um überhaupt an Schlaf zu denken. Seine Gedanken überschlugen sich förmlich: Wie sollte es weiter gehen? Wie sollte er sich Draco gegenüber verhalten? Was würde aus ihrer Beziehung werden? Und wie würde er das Versprechen, das er Dumbledore gegeben hatte, einhalten können?

So viele Fragen und Harry hatte keine Antwort parat. Er hatte immer nur bis zu dem Punkt gedacht, an dem er Draco aus Malfoy Manor heraus holen würde. Die Möglichkeit, dass seine Rettungsmission scheitern würde, hatte er nie in Betracht gezogen. Sollte es wirklich alles umsonst gewesen sein? Hatte er Draco gerettet, nur um ihn dann doch zu verlieren? Nein, er konnte und wollte es nicht glauben. Es musste eine Lösung geben.

`Aber wenn selbst Dumbledore und Snape keine Lösung wissen?`fragte die böse, kleine Stimme in seinem Hinterkopf.

"Dann muss ich sie eben selbst finden`, erwiderte er stur.

`Dummer Gryffindor-Heldenmut`, wies ihn die Stimme zurecht, doch er verbot ihr, auch nur noch ein einziges, weiteres Wort zu sagen. Er würde eine Lösung finden und damit basta.

Mit diesem festen Vorsatz machte Harry sich schließlich auf zum Gryffindor Turm. Er konnte nicht ewig hier stehen und grübeln. Außerdem würde es dort jetzt angenehm ruhig sein, da die anderen noch bis zum Mittag im Unterricht waren.

Harry nannte der fetten Dame das gültige Passwort und sie schwang zur Seite, natürlich nicht, ohne einen Kommentar zu seiner zerknitterten und übernächtigten Erscheinung abzugeben. Zu seiner Überraschung war der Gemeinschaftsraum nicht so leer wie gehofft. Hermine saß über ein Pergament gebeugt und füllte es Zeile um Zeile mit ihrer winzigen Handschrift. Auf dem Tisch vor ihr stapelten sich ein gutes Dutzend Bücher. Als sie das Geräusch des sich öffnenden Eingangs hörte, blickte das Mädchen auf.

„Harry!" rief sie erleichtert. Sofort sprang sie von ihrem Sessel auf und stürmte auf ihn zu. „Merlin sei Dank, du bist zurück. Ich bin vor Sorge schon ganz verrückt geworden." Stürmisch schloss sie ihn in ihre Arme.

„Beruhige dich, Mine. Mir geht`s gut", beruhigte Harry sie, von der stürmischen Begrüßung etwas überrumpelt. „Was machst du überhaupt hier? Müsstest du nicht in Pflege magischer Geschöpfe sein?"

„Die Stunde fällt aus. Hagrid musste in den Verbotenen Wald. Einer der Zentauren hat sich bei einem Sturz mehrere Rippen gebrochen, aber er weigert sich, zu Madame Pomfrey in die Krankenstation zu kommen."

„Wäre vermutlich auch ein wenig schwierig bei den ganzen Treppen", erwiderte Harry. „Ich habe mich schon immer gefragt, wer auf die eigenartige Idee gekommen ist, die Krankenstation in einem der Türme unterzubringen."

„Keine Ahnung", antwortete das Mädchen schulterzuckend. „Vielleicht weil es dort ruhiger ist für die Kranken. Aber jetzt erzähl mir, was passiert ist. Die Gerüchteküche brodelt schon mächtig seit die Portraits dich und Hagrid mit einem bewusstlosen Malfoy haben zurück kommen sehen."

Harry merkte, wie sein Magen einen Satz machte. Jetzt wusste die ganze Schule, dass da irgendetwas im Gange war und zweifelsohne würden sie ihn so lange mit Fragen bestürmen, bis er ihnen eine zufriedenstellende Antwort gegeben hatte.

Interessiert musterte ihn Hermine, als ihr Freund hart schluckte. Die Ereignisse der Nacht wurden vor seinem inneren Auge erneut lebendig. „Es ging alles so glatt, Hermine. Ich konnte das Manor fast ohne Schwierigkeiten finden. Den Zauber, der das Grundstück abschirmte, konnte ich einfach überfliegen und auch im Haus selbst, gab es keine Wachzauber. Nur das Fenster zu Dracos Zimmer war vergittert und seine Tür verriegelt, aber wir konnten davon fliegen, ohne dass jemand versucht hätte, uns aufzuhalten."

Nachdenklich runzelte das Mädchen die Stirn. „Eigenartig. Du hast niemanden gesehen? Nicht einmal eine Hauselfe?"

„Nein. Es war niemand da. Das ist auch der Grund, weshalb Snape denkt, dass es eine Falle war."

„Du hast mit Snape gesprochen?" Erschrocken riss Hermine die Augen auf.

Harry nickte. „Er kam auf die Krankenstation, gleich nach Dumbledore. Er meinte, dass Dracos Vater und Voldemort gewusst haben, dass ich ihn befreien würde. Und sie haben mich ziehen lassen."

„Ich verstehe nicht", erwiderte die Freundin verwirrt. „Warum sollten sie das tun?"

Harry atmete schwer. Es auszusprechen bedeutete, es als Wirklichkeit zu akzeptieren. „Draco hat das Dunkle Mal. Ich bin zu spät gekommen."

„Oh Harry." Mitfühlend drückte Hermine seinen Arm. „Es tut mir so leid. Aber wieso ist er dann mit dir gekommen?"

„Draco ist oblivatet worden. Er war total verwirrt, als ich ihn gefunden habe. Ich denke, er weiß nicht einmal, dass er das Mal hat."

„Du kannst ihm jetzt nicht mehr trauen, Harry. Er ist ein Todesser. Auch wenn er sich nicht mehr erinnern kann, weißt du nicht, welche Befehle du-weißt-schon-wer in seinen Kopf gepflanzt hat."

„Das haben Dumbledore und Snape auch gesagt. Aber das glaube ich nicht, Hermine. Draco ist kein Todesser. Ich werde ihm helfen, dagegen anzukämpfen."

„Harry, wenn man das Dunkle Mal trägt, gibt es keine Wahl."

„Ich weiß, ich weiß", antwortete der dunkle Gryffindor erregt. „Aber ich werde eine Lösung finden. Ich muss eine Lösung finden. Ich bin nicht nach Malfoy Manor geflogen, um jetzt einfach aufzugeben!"

„Ich weiß, Harry. Und wenn es eine Möglichkeit gibt, werden wir sie finden. Ich werde gleich nach dem Unterricht anfangen, in den Büchern der Bibliothek danach zu suchen."

„Danke, Hermine."

„Wofür sind Freunde da? Aber was sagen Snape und Dumbledore? Wie soll es weiter gehen?"

„Sie wollten ihn fort bringen. Ich weiß nicht, wohin. Sie meinten, es wäre zu gefährlich, wenn er hier bleibt. Aber ich habe mein Wort gegeben, dass Draco nicht gefährlich ist und dass ich alles tun werde, um für die Sicherheit der Schüler zu garantieren."

„Und darauf sind sie eingegangen?" fragte Hermine zweifelnd.

„Dumbledore hat versprochen, Draco eine zweite Chance zu geben. Ich denkt, dass er genau wie ich daran glaubt, dass wir ihn retten können."

„Oder er will ihn ganz einfach lieber hier haben, wo er ein Auge auf Draco haben kann, als ihn irgendwo hin zu schicken, wo du-weißt-schon-wer ihn jederzeit wieder zu sich rufen kann", dachte Hermine laut.

„Egal aus welchem Grund. Ich bin einfach nur froh, dass wir erst einmal in Sicherheit sind", antwortete Harry ehrlich. „Ich bin müde, dass ich glatt im Stehen schlafen könnte, aber gleichzeitig gehen mir so viele Gedanken durch den Kopf."

„Ich habe noch ein Fläschchen Traumlostrank, den ich dir geben könnte", bot ihm die Freundin an. „Madame Pomerey hat ihn mir gegeben, als ich wegen der ZAGs nicht schlafen konnte."

„Oh ja, das wäre jetzt genau das Richtige", stimmte ihr Harry zu.

„Ich lauf schnell hoch und hole ihn aus meiner Truhe", sagte Hermine und rannte schon die Treppe zu den Mädchenschlafzimmern hinauf.

Als sie wenige Augenblicke später mit der Flasche zurück kam, betrat Ron gerade durch das Portraitloch den Gemeinschaftsraum.

„Hey Harry", begrüßte er seinen Freund. „Da bist du ja. Das ganze Schloss spricht schon von dir."

Der dunkle Gryffindor wappnete sich innerlich gegen das, was jetzt wohl kommen würde, schaffte es aber nach außen hin cool zu bleiben. „Wieso? Was ist denn passiert?"

„Nun tu mal nicht so. Die Portraits haben dich gesehen, als du heute morgen mit Hagrid ins Schloss gekommen bist. War ja eine starke Leistung, Malfoy k.o. zu schlagen, als er versucht hat, sich wieder ins Schloss zu schleichen." Der Rothaarige gab Harry einen freundschaftlichen Klaps auf den Rücken.

„Jaaa", antwortete Harry gedehnt, erleichtert darüber, dass die Bilder die Situation offensichtlich falsch interpretiert hatten. „Das war es wohl."

„Was will die falsche Schlange überhaupt wieder hier? Ich dachte, seine Eltern hätten ihn abgemeldet."

„Keine Ahnung", erwiderte der Dunkle achselzuckend. „Vielleicht hatte er einfach Sehnsucht nach Hogwarts."

„Der soll schön wieder dahin zurück, wo er hergekommen ist. Ich hatte mich schon so gefreut, dass wir den alten Schleimer los sind."

„Wie auch immer, Ron", sagte Harry, der nicht die geringste Lust verspürte, seinem Freund bei seinen Anti-Malfoy-Sprüchen weiter zuzuhören. „Ich bin echt müde. Wir sprechen später weiter, okay?"

„Alles klar, Kumpel."

Harry nahm die Flasche mit dem Traumlostrank, den Hermine ihm wortlos reichte und ging die Treppe zu seinem Schlafsaal empor. Gerade in dem Moment, in dem er die Tür hinter sich schließen wollte, hörte er Ron das Mädchen noch fragen: „Woher wusste Harry überhaupt, dass Malfoy da draußen herum schleicht?"

Er wartete Hermines Antwort nicht mehr ab, sondern schloss die Tür einfach und warf sich erschöpft auf sein Bett. Harry wusste, es würden eine Menge Fragen auf ihn zukommen, wenn er dieses Zimmer wieder verließ, aber damit würde er sich befassen, wenn es soweit war. Jetzt wollte er nur noch schlafen.

XXXXXX

Fassungslos schüttelte Draco den Kopf. „Weasley war schon immer eine taube Nuss."

Aber genau das machte ihn doch so liebenswert, Love", antwortete Harry ehrlich.

Sag nur nicht, du stehst auf taube Nüsse", stichelte der Blonde.

Dann müsstest du ja auch eine sein, denn immerhin stehe ich auf dich."

Von wegen taube Nuss. Das liegt ganz einfach an meinem umwerfenden Charme. Dem konntest du natürlich nicht auf Dauer widerstehen."

Theatralisch rollte Harry mit den Augen. „Genau. Du hast mich verpetzt, beschimpft und versucht mich zu verhexen. Einfach umwerfend charmant."

Aber gib es zu, ich war einfach total sexy dabei", forderte ihn der Blonde auf.

Absolut sexy." Grinsend zog Harry seinen Gefährten an sich.

Ich wusste, du stehst auf so was."

Auf einen arroganten Slytherin, der mir das Leben zur Hölle machte?"

Auf einen bösen, bösen Jungen, der von dir auf den rechten Weg zurück gebracht werden musste", erwiderte Draco mit einem lasziven Augenaufschlag.

Willst du, dass ich dir den Weg zeige?" fragte Harry mit rauer Stimme.

Draco leckte sich gierig über die plötzlich trockenen Lippen. „Ich will, dass du mich dafür bestrafst, dass ich so böse zu dir war."

Oh ja, für dich habe ich eine ganz besondere Bestrafung im Kopf", erwiderte der Dunkle, bevor er mit einem einzigen Ruck dem Blonden das Hemd vom Leib riss.

XXV. Broken

The worse is over now

And we can breathe again

I wanna hold you high, you steal my pain away

There`s so much left to learn

And no one left to fight

I wanna hold you high and steal your pain

Cause I`m broken when I`m open

And I don`t feel like I`m strong enough

(Evanescence, Broken)

Nachdem er einige Stunden traumlos geschlafen hatte, fühlte sich Harry schon eher in der Lage, der Welt wieder ins Gesicht zu sehen. Zwar schmerzte sein Körper noch immer von den Stunden, die er auf dem Besen verbracht hatte, aber er sehnte sich nach Draco und er wollte sicher gehen, dass er in Ordnung war, deshalb führten ihn seine Schritte vom Gryffindor-Turm als erstes in die Krankenstation.

Madame Pomfrey war gerade damit beschäftigt, ein gutes Dutzend Erstklässler aus Hufflepuff zu versorgen, die beim Umtopfen der Alraunen ihre Ohrenschützer vergessen hatten und allesamt in Ohnmacht gefallen waren. Sie nickte Harry kurz zu, als dieser die Tür zur Krankenstation öffnete und zielstrebig zu dem Bett auf der rechten Seite zusteuerte, dass immer noch hinter dem weißen Paravent verborgen stand.

Als Harry um den Sichtschutz herum ging sah er, dass Draco nicht mehr im Bett lag. Den Pyjama hatte er gegen seine Schuluniform getauscht. Auf dem Nachtisch stand das unberührte Tablett mit dem Frühstück. Erst jetzt fiel ihm ein, dass auch er seit gestern abend nichts mehr gegessen hatte, doch sein Magen war so sehr in Aufruhr, dass Harry keinen Bissen herunter bekommen hätte. Der Blonde hatte ihn nicht kommen hören. Er stand am Fenster und sah mit leeren Blick hinaus in den hellen Spätsommertag.

„Hey", sagte Harry unsicher und versuchte ein schwaches Lächeln.

Draco drehte sich halbherzig um und erwiderte das Lächeln leicht. „Hey." Er wandte sich zum Fenster zurück.

„Du siehst besser aus", versuchte Harry seinen Freund in ein Gespräch zu verwickeln.

Der Slytherin zuckte vage die Schultern. „Madame Pomefrey hat mir einige Tränke zur Stärkung gegeben."

„Das ist gut. War Snape schon bei dir?"

Der Blonde nickte ohne ihn anzusehen. „Dumbledore auch."

„Mit mir haben sie auch gesprochen. Sie sind sehr erleichtert, dass es dir gut geht."

Draco ließ ein humorloses Lachen hören. „Ja genau. Es geht mir gut." Mit der rechten Hand umklammerte er unwillkürlich den linken Unterarm.

Harry atmete tief durch. „Es ist okay. Ich weiß es. Und ich weiß, dass du es nicht freiwillig getan hast."

Mit einem Ruck drehte sich Draco zu ihm um. „Du weißt gar nichts, verstehst du? Er war in meinem Kopf, Harry. In meinem Kopf! Er hat meine Gedanken gesehen; meine intimsten Erinnerungen durch gepflügt. Und ich weiß nicht einmal, was er gesehen hat! Dich, mich, wie wir uns geküsst haben; wie wir Sex hatten! Er hat seine ekligen, roten Augen in mir drin gehabt und dann hat er die Erinnerung daran einfach gelöscht! So sehr ich es auch versuche, ich kann mich an nichts erinnern. Ich weiß, wie wir von Malfoy Manor disappariert sind und dann ist da ein Loch. Ein großes, schwarzes Nichts."

Dracos Finger krallten sich fester in den Ärmel, der das Dunkle Mal verdeckte. Bestimmt legte Harry seine Hand auf die seines Freundes und löste sie von Dracos Unterarm.

„Ich weiß", sagte der Gryffindor ruhig. „Aber es ist egal, was er gesehen hat. Soll er ruhig wissen, dass wir zusammen sind. Das ändert nichts. Wichtig ist nur, dass du jetzt wieder hier bist."

„Du verstehst es nicht!" begehrte Draco auf und riss sich los. „Was ist, wenn er mich deshalb hat gehen lassen? Wenn er mich dazu benutzt, an dich heran zu kommen? Wenn er mich dazu bringt, dich zu töten?!"

Er taumelte einige Schritte zurück, bis er die Fensterbank in seinem Rücken spürte. „Ich sollte weggehen. Von dir. Aus Hogwarts. Aus England. Weg von diesem ganzen Wahnsinn."

„Du kannst nicht weg", versuchte Harry ihn wieder zur Vernunft zu bringen. „Er würde dich finden und das weißt du auch."

„Was soll ich dann deiner Meinung nach tun? Warten, bis er dieses widerliche Brandzeichen benutzt, um mich zum Gehorsam zu zwingen?!" Wütend riss Draco den Ärmel nach oben und hielt das Dunkle Mal direkt vor Harrys Augen.

Der Dunkle schluckte schwer, als die leeren Augenhöhlen des Totenkopfs mit der Schlangenzunge ihn anzustarren schienen. Seine Hand zitterte leicht, als er sie ausstreckte und sie über das Dunkle Mal legte. „Du kannst dagegen ankämpfen, Draco. Es mag ein Teil von dir sein, aber du bist nicht automatisch sein Sklave. Bitte, gib nicht auf. Ich glaube an dich. Du wirst mir nichts antun. Weder mir, noch irgendjemandem sonst."

 Schwer atmend schloss der Blonde die Augen. Die Wärme von Harrys Hand auf seinem Unterarm versetzte seinem Herzen einen Stich. Seine Hand zitterte, wie sein ganzer Körper, als er sie auf die seines Freundes legte. Langsam lehnte er seinen Kopf nach vorn, so dass seine Stirn Harrys berührte. „Ich habe Angst", flüsterte er leise. „Ich will dir nicht weh tun, aber ich weiß nicht, ob ich es verhindern kann."

„Du kannst es", sagte Harry leise. „Wir schaffen das gemeinsam."

„Und wenn er zu mächtig ist?"

„Wir werden ihn aufhalten", antwortete Harry so überzeugend wie möglich.

„Bitte, versprich mir etwas", sagte Draco kaum hörbar. „Lass nicht zu, dass er mich benutzt. Wenn ich es nicht schaffe, dagegen anzukämpfen, töte mich, bevor es zu spät ist."

„Draco...." Harrys Stimme versagte beinah.

„Es ist mir ernst, Harry. Ich könnte nicht damit leben, wenn er mich zwingt, dir etwas anzutun."

„Er wird nicht..."

„Bitte", fiel ihm Draco ins Wort. „Versprich es mir."

„Ich kann nicht..."

 „Du musst!"

„Warum zwingst du mich dazu?"

„Weil ich dich liebe und wenn du mich liebst, dann tust du das für mich."

Harry fühlte, wie ihm die Tränen in die Augen stiegen. „Ich verspreche es."

Ein zittriges Seufzen entwich Dracos Lippen. „Danke." Er wischte die Tränen, die Harrys Wangen hinunter liefen, mit den Händen fort, bevor er den Gryffindor küsste. „Du hast mich gerettet und egal was passiert, du wirst immer mein Held sein."

Harrys Zittern wurde stärker, bis er seinen Kopf schluchzend an Dracos Schulter barg. Er fühlte, wie der Blonde seine Arme um ihn legte und tief in ihm sagte ihm eine Stimme, dass eigentlich er es sein sollte, der Draco tröstete, doch nachdem der Damm nun gebrochen war, konnte er nicht aufhören zu weinen. Es war, als würden die Tränen die Verzweiflung, die in ihm brodelte, aus ihm heraus schwemmen. Erst nachdem er eine gefühlte Ewigkeit in Dracos Armen gelegen und sich hatte trösten lassen, war ihm etwas leichter ums Herz.

                                                                                         XXXXXX

Wenn du es wirklich hättest tun müssen, hättest du mich töten können?" Fragend legte Draco den Kopf zur Seite, während er in Harrys schwarzen Haaren kraulte.

Ich bin froh, dass ich es nicht heraus finden musste", antwortete Harry leise. Er lag neben seinem Partner auf der Couch. Mit dem Kopf auf Dracos Brust, lauschte er mit geschlossenen Augen dem stetigen, ruhigen Herzschlag.

Das ist keine Antwort auf meine Frage", bohrte der Blonde nach.

Ich weiß es nicht", erwiderte Harry ehrlich.

Du hast es versprochen", erinnerte ihn Draco ernst.

Merlin, ich war sechzehn! Es war schlimm genug, dass die ganze Zauberwelt erwartet hat, ich würde sie retten und dann kommt der Mensch, für den ich durch die Hölle gegangen wäre und verlangt von mir, dass ich ihn töte! Ich hätte dir alles versprochen, wenn es nur bedeutet hätte, dass du gegen ihn ankämpfen würdest."

Ich bin froh, dass wir noch hier sind, um darüber zu sprechen."

 Harry atmete tief durch, um die aufkommenden Emotionen zu verdrängen. „Ich liebe dich", war das Einzige, was er im Stande war, zu sagen.

Ich liebe dich auch", gab der Blonde ruhig zurück und küsste die gezackte Narbe auf der Stirn seines Geliebten.


Tbc....