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Kommentar:

Diese Story habe ich für Silentthunders Adventkalender 2009 geschrieben.

Storypic: Silentthunder

Beta: Lorias

„Es gießt wie aus Kübeln, mir ist kalt und dieses Monster ist nicht totzukriegen. Ich habe echt keine Lust mehr", schimpfte Buffy und blieb einfach im Matsch sitzen.

„Verdammt, Slayer, heb deinen faulen Hintern und nimm endlich seine Beine. Wir müssen ihn so hoch wie möglich in die Luft schleudern. Nur so löst er sich auf." Mit großer Anstrengung hielt Spike den Xabanan-Dämon an den Schultern umklammert. Der schüttelte sich wie ein wilder Stier und versuchte den Vampir abzuschütteln.

Buffy rappelte sich keuchend auf und stürmte erneut wild entschlossen auf den Dämon zu. „Wehe, das stimmt nicht, dann bist du es, der sich auflöst", versprach sie dem Vampir und packte dann den Xabanan-Dämon an den Füßen.

„Mit Schwung und bei drei loslassen", wies Spike sie an. Buffy nickte und sie und der Vampir schaukelten den Dämon hoch, bis Spike zu zählen begann. „Loslassen", brüllte er und gleich darauf flog der Dämon hoch in die Luft.

Sein Schrei mischte sich mit einem anderen und Buffy und Spike schauten sich verwundert an.

Doch gleich darauf platschte eine glibberige grüne Masse auf die beiden und Buffy keifte angewidert: „DAS nennst du auflösen? Jetzt bin ich nicht nur bis auf die Haut nass, sondern sehe auch noch aus, als wäre ich in Wackelpudding gefallen. Du bist so was von tot."

„Falls du es vergessen hast, ich bin schon tot. Und mach nicht so einen Aufstand. Sei froh, dass..."

Neben den beiden fiel plötzlich ein großes, rot gekleidetes Etwas in den Matsch und schimpfte und jammerte abwechselnd. „Au, au, aua. Mein Bein, meine Schulter. Ahh. Schmerz. Spike. Natürlich, wer sonst kommt auf die Idee, mich mit einem Dämon vom Himmel zu schießen."

„Hey, wie hätten wir wissen sollen, dass du da oben herum fliegst? Ich sehe zwar gut, aber so gut auch wieder nicht. Du hättest ja ausweichen können, als der Dämon geflogen kam. Oder hast du es wieder Rudi überlassen, hinzurennen, wo er will? Dann, selber schuld", behauptete Spike ungerührt und holte seine Zigaretten aus der Manteltasche.

„Du bist noch genauso unverschämt wie vor 50 Jahren, aber auch diesmal wirst du wieder gutmachen, was du angestellt hast. Jetzt hilf mir endlich auf, Vampir, bevor ich ungemütlich werde", entgegnete der dicke Mann mit bedrohlicher Stimme und Buffy beobachtete amüsiert, wie Spike schnell seine Zigaretten in der Manteltasche verschwinden ließ und sich rasch bemühte, dem Befehl Folge zu leisten.

Jedoch fruchteten alle Bemühungen nicht. Zudem sah es so komisch aus, wie Spike immer wieder versuchte, den Dicken hochzuhieven, der es partout nicht schaffte aufzukommen, weil sie immer wieder in dem Gemisch von Schlamm und der Masse, die einmal ein Xabanan-Dämon war, ausrutschten. Zudem jammerte der Alte ununterbrochen und Buffy konnte nicht mehr anders, als in schallendes Gelächter auszubrechen.

„Soviel zu Big Bad und seinem dicken Freund, der zudem einen Schneider hat, den man verklagen müsste", kicherte sie, als die beiden Männer letztendlich nebeneinander am Boden saßen.

„Du wagst es mich auszulachen, obwohl du ebenso viel Schuld hast wie William? Buffy Summers, das wird ein Nachspiel haben, denn du wirst William helfen und mit ihm mehr als nur meine Aufgabe übernehmen."

„Huhu, jetzt habe ich aber Angst. Wenn Spike glaubt, irgendwelche Dinge für Sie erledigen zu müssen, dann ist das seine Sache. Mich können Sie vergessen. In zwei Tagen ist Weihnachten und ich habe weder Zeit noch Lust für irgendwelche Spielchen. Abgesehen davon, wer sind Sie überhaupt und woher kennen Sie meinen Namen?"

„Das müsstest du doch wissen. Mich kennt jeder. Ich bin der Santa Claus und weiß alles über dich, Buffy Summers."

„Aber sicher doch und gleich kommt der Osterhase um die Ecke. Für wie blöd halten Sie mich? Jeder weiß doch, dass diese fiktiven Figuren nur die Erfindung der Eltern sind, um ihre Kinder unter Kontrolle zu halten. Ich gehe jetzt nach Hause und nehme eine heiße Dusche. Viel Spaß noch euch beiden." Buffy wandte sich ab und strebte dem Ausgang zu.

„Kein guter Plan", brummte Spike und er sollte Recht behalten, denn der Weihnachtsmann bewegte seinen kleinen Finger und schon stand Buffy wie angewurzelt da.

„Was soll denn das?", fragte Buffy verärgert, nachdem sie vergeblich versucht hatte, ihre Füße vom Boden zu heben. „Ich dachte immer, Santa Claus ist einer von den Guten und jetzt wollen Sie, dass ich mir den Tod hole mit dem ganzen nassen Zeug am Körper? Ganz toll."

„Ich dachte, du glaubst nicht an mich", erwiderte dieser listig und schmunzelte.

„Wenn ich dadurch endlich unter die Dusche komme, glaube ich, an was Sie wollen. Außerdem, vor ein paar Jahren glaubte ich auch nicht, dass es Vampire und andere Dämonen gibt, geschweige denn, dass ich diejenige bin, die diese Monster jagen wird. Also soll es von mir aus auch Sie, den Osterhasen, Schneewittchen und, was auch sonst immer Sie wollen, geben. Sind Sie jetzt zufrieden? Kann ich jetzt gehen?" Buffy rollte genervt die Augen und schaute Santa auffordernd an, doch der schüttelte den Kopf. „Mitgehangen, mitgefangen. Du wirst Spike helfen."

„Auf keinen Fall. Ich werde nicht in diesen ekligen Matsch steigen, um euch da rauszuziehen.

„Glaub mir, Slayer, wenn es nur das wäre, was wir tun müssten, hätten wir ein Riesenglück", murmelte Spike seufzend.

„Was meinst du damit?" Buffy schaute Spike Stirn runzelnd an, doch da sagte Santa in zufriedenem Tonfall: „Sehr gut, unser Taxi ist da. Auf Rudolf ist wirklich immer Verlass."

„Ganz toll", grummelte Spike erneut und ließ sich resigniert nach hinten in den Matsch fallen.

„Was? Rede endlich mit mir, Spike. Was hat das alles zu bedeuten und Sie", Buffy deutete auf Santa, „ich will mich endlich wieder von der Stelle bewegen können."

„Gleich, meine Liebe. Nur noch einen Augenblick Geduld." Der alte Mann lächelte und da in diesem Augenblick ein großer Schlitten, der von neun Rentieren gezogen wurde, neben Santa anhielt, blieb Buffy die wütende Erwiderung, welche sie von sich geben wollte, im Hals stecken.

„Hallo Rudi. Ich freue mich NICHT dich zu sehen", sagte Spike mürrisch, krabbelte aus dem Matsch, ging auf Santa zu, ignorierte dessen Jammern, schaffte es letztendlich, ihn hoch zu hieven und schleppte den verletzten Mann zum Schlitten.

„Du bist verletzt", erkannte Rudolf, das Rentier, besorgt, als er sah, wie Santa humpelte und schaute Spike tadelnd an. „Was hast du angestellt, William?"

„Hey, das sollte ich wohl dich fragen. Du bist schließlich der Leithammel dieses Ungetümes von Schlitten, der in die Flugbahn des Dämons geflogen ist, den wir vernichtet haben. Also erspare mir deine verdammten Beschuldigungen und bring deinen Boss dorthin, wo er auch immer hin will oder muss und lass mich in Ruhe."

„Netter Versuch, aber du solltest wissen, dass du dich da jetzt nicht raus winden kannst und du sollst nicht fluchen", verlangte Santa streng.

Spike knurrte, bevor er ungehalten brüllte: „Ich bekämpfe inzwischen das verfluchte Böse, verdammt. Das musst du doch wissen und anerkennen. Also nimm von mir aus den Slayer mit und lass mich da raus."

„Steigst du freiwillig ein?", war alles, was Santa lächelnd erwiderte und Spike kletterte, leise vor sich hin fluchend, in den Schlitten.

„Kluge Entscheidung und nun du, Buffy Summers." Santa bewegte den Finger und im selben Augenblick konnte Buffy sich wieder von der Stelle bewegen.

„Sicher nicht. Ich steige weder in fremde Autos, noch in fremden Schlitten. Santa Claus hin oder her. Das können Sie vielleicht mit Spike machen, wobei ich nicht verstehe, wieso er tut, was Sie sagen, aber das ist seine Sache, ich..."

Noch bevor Buffy ihre Rede beenden konnte, saß sie neben Spike im Schlitten.

„Rudolf, Dasher, Dancer, Prancer, Vixen, Comet, Cupid, Donner und Blitzen, nach Hause", befahl Santa und Sekunden später sausten sie in den nächtlichen Himmel.

Buffy war zuerst vor Schock sprachlos. Nach einer Weile fragte sie jedoch Spike: „Jetzt erklär mir mal, was ist hier los? Und wohin bringt er uns? Und woher kennst du ihn? Ist er wirklich das, was er sagt, das er ist? Dann können wir ihn nicht bekämpfen. Das alles ist unheimlich", flüsterte Buffy und schluckte, als sie erkannte, wie Sunnydale immer kleiner unter ihnen wurde.

„Genau", antwortete Spike einsilbig. Er hatte sich inzwischen in die weichen Felle zurück gelehnt und beschlossen, es einfach zu nehmen, wie es war. Denn aus Erfahrung wusste er, sie konnten es nicht ändern.

„Was heißt hier genau?", zischte die Jägerin ungehalten, die endlich Antworten wollte. „Klär mich endlich auf, wenn du nicht Staub werden willst."

„Würde Santa nicht zulassen. Nicht, dass es dir überhaupt gelingen würde, möchte ich gleich klar stellen."

„Spike!"

„Okay, okay", murmelte der Vampir resigniert. „Also, wir fliegen zum Nordpol. Ich habe Santa vor 50 Jahren kennengelernt, warum, geht dich nichts an. Ja, es gibt ihn und es ist alles echt und nein, wir können ihn nicht killen, glaub mir, ich hab's versucht. Jetzt halt die Klappe und genieße den Flug."

Spike nahm eines der großen Felle vom Sitz, wickelte Buffy, die offensichtlich fror, damit ein und verschränkte dann die Arme vor der Brust, um zu verdeutlichen, dass das Thema nun für ihn erledigt war.

Buffy lächelte ob seiner Fürsorge, fragte dann aber erneut stur. „Spike, was ist damals passiert? Rede, ich will es wissen."

„Verdammt, Slayer, lass mich in Ruhe. Das geht dich verflucht nichts an. Jägerinnen müssen nicht alles wissen."

Für Spike war eines sicher. Keine Macht der Welt, auch nicht unter der schlimmsten Folter, würde aus ihm herauskriegen, was damals geschehen war. Dabei war es nicht einmal Spikes Schuld gewesen, sondern Drusillas. Trotzdem war es wieder einmal an Spike gewesen, der es hatte ausbaden müssen und das kam so.

Seine schwarze Königin und er waren auf Beutezug unterwegs gewesen, als sie Santa Claus durch ein Fenster beobachtet hatten, wie er Spielzeug unter einem Christbaum verteilte. Drusilla hatte eine Puppe entdeckt und war sofort begeistert von ihr gewesen. „Spike? Ich will sie haben. Schenkst du sie mir?"

Spike, der immer alles für seine Dru tat, um sie glücklich zu machen, hatte nicht eine Sekunde gezögert, war in das Haus eingebrochen und hatte die Puppe schon in der Hand, als Santa plötzlich vor ihm stand und ihn durchdringend anschaute. „William, was für eine schändliche Tat, einem Kind das Weihnachtsgeschenk zu stehlen. Das verlangt nach Wiedergutmachung. Deshalb wirst du mich jetzt begleiten."

Spikes Argumentation, es bleibe ja ein Geschenk, nur halt für seine Drusilla, deswegen solle sich der Dicke nicht so anstellen, kam bei Santa nicht so gut an, wie der Vampir wenig später bemerkte, als er plötzlich neben Santa Claus im Schlitten saß und der von ihm verlangte, ihm zu helfen, die Weihnachtsgeschenke bei den Kindern abzuliefern.

Selbstredend, dass Spike sich weigerte, was nicht sein bester Plan war. Er musste zwar keine Geschenke in Kamine werfen, konnte den Schlitten aber auch nicht verlassen, weil er plötzlich nicht mal mehr den kleinen Finger rühren konnte. Letztendlich musste er Santa Claus auch noch zum Nordpol begleiten. Bei der Arbeit, die er dann dort verrichten musste, wurde Spike heute noch schlecht. Denn er malte Puppengesichter an, zwei ganze Monate lang.

Aber damit nicht genug, Santa lobte ihn auch noch ob seiner guten Arbeit und schenkte ihm eine Puppe für Drusilla. Die Existenz dieser Puppe währte jedoch nur kurz, denn als er zu Drusilla zurückkehrte und sie ihn lächelnd fragte, wie seine Reise zu den Sternen gewesen war, zerschlug er die Puppe auf dem Kopf seiner, in dem Moment überhaupt nicht so geliebten, Königin.

~*~

„Wir sind gleich da", verkündete Santa und riss somit Spike aus seinen unschönen Gedanken.

„Na toll, aber ich male nichts an, damit das klar ist", erklärte Spike nachdrücklich und ignorierte Buffys fragenden Blick.

Santa lächelte unergründlich. „Wir werden schon eine passende Aufgabe für dich finden, William, da bin ich sicher."

Tbc..