File 1: stories/1/599.txt
- Schriftgröße +

Das Frachtschiff, auf dem sie sich befanden, füllte sich mehr und mehr und man konnte die Vorfreude der Anwesenden praktisch spüren. Alles wollten nur das eine: Einen Kampf sehen, der sie nicht berührte, sondern nur anspornte. „Okay, ich sag's den anderen", erwiderte Nico, trennte sich von Indigo und gab erst den Wölfen, dann Aaran Bescheid.

„Gut. Ich hoffe ehrlich, dass Jace auch dort unten ist und nicht..." Aaran schaute Nico besorgt an, doch der erwiderte nichts darauf. Er weigerte sich Aarans Worte überhaupt erst zu Ende zu denken. Jace lebte. Fertig und aus.

Aaran erkannte, wie große Sorgen sich Nico um den Jäger machte, daher sagte er, um den ehemalig aktiven Cleaner abzulenken. „Noch mal zu diesem Ding, das Paul fabriziert hat und Waffe nennt. Jedes hat nur vier Schuss und maximal acht Meter Reichweite. Erinnere deine Freunde bitte noch einmal daran."

Nico nickte wieder nur und ging davon. Wie Aaran sehen konnte, erst auf die Wölfe zu und dann wieder zurück zu Indigo.

Aaran umfasste die Waffe in seiner Hosentasche. Es handelte sich um eine kleine, umgebaute Stabtaschenlampe und war auch ähnlich zu bedienen, nur dass, wenn man sie einschaltete, ein Laserstrahl, statt des sonst üblichen Lichtes erschien.

„Paul ist offenbar Starwars Fan und spielt gern mit Laserschwertern. Wer hätte das gedacht? Okay, das Ding, das Paul da fabriziert hat, schaut zwar ein bisschen peinlich aus, aber egal, wenn's funktioniert, spiele ich gerne den Luke Skywalker." Aaran begann seinen Rundgang wieder aufzunehmen, baggerte eine hübsche Brünette an, und schlenderte ein paar Minuten später, sich mit ihr unterhaltend, über das Deck. Sie war schon einige Male hier gewesen und Aaran erfuhr, wie das ganze Spektakel ablief. Aaran ließ sich nicht anmerken, wie angewidert er von all dem war. Aber wenn es ihnen gelang den Lord und den Jäger zu befreien, würde er nicht nur dieser strohdummen Menschenfrau an seiner Seite den Hals umdrehen, das war sicher.

Ohne auf das Geplapper der jungen Frau zu achten, schaute Aaran sich unauffällig um. Sie hatten die Backbordseite erreicht und der Cleaner bemerkte eine Treppe, die nach unten führte. Zwei Männer, dessen Gesicht und Körper in Kutten verhüllt waren, hielten dort Wache.

Aaran roch, dass es sich um Vampire handelte. Aber nicht um Sekhmet, da sein Mal keine Meldung machte. 'Gut für uns', dachte der Cleaner und widmete sich wieder ganz seiner Begleiterin. Flirtend führte er sie wieder an ihren Ausgangspunkt zurück, entschuldigte sich und versprach, gleich wieder zu kommen. Dann begab er sich zu den Wölfen, um weiterzugeben, was er entdeckt hatte.

~ C ~

Die Gefangenen waren auf ein Schiff gebracht worden und Kalman erklärte ihnen den Ablauf, der bald folgen würde. „Überall, wo wir uns bewegt haben und bewegen werden, sind engmaschige Gitter mit einer Speziallegierung eingelassen. Wegen der Vampire, damit sie sich nicht teletransportieren können. Daher finden die Kämpfe auch immer in einem großen Gitterkäfig statt. Bevor es losgeht, werden wir wie Vieh vorgeführt und angepriesen. Jeder kämpft gegen jeden und die Gäste", Kalman zog das Wort spottend in die Länge, „können ihren Favoriten ersteigern. Das Höchstgebot, das für jeden Kämpfer erreicht wird, ist zugleich der niedrigste Wetteinsatz, der geboten werden muss. Erst kämpfen wir ohne Waffen. Dann beginnt ein neues Spiel und die Gäste können für den Kämpfer, auf den sie wetten, Waffen ersteigern. Wodurch, um die Spannung zu erhöhen, bald jeder von uns eine Waffe bekommen wird. Da fließen astronomische Summen, kann ich euch sagen, weil zusätzlich zum Steigern, auch noch Wetten abgeschlossen werden können. Doch derjenige, dessen ersteigerter Kämpfer gewinnt, hat einen wesentlich höheren Gewinn zu erwarten, daher wird viel und hoch gesteigert."

„Und vermutlich streicht der Veranstalter dieses Spektakels mindestens die Hälfte davon ein und verdient sich eine goldene Nase", knurrte Dwayne wütend.

„Und geht dabei im wahrsten Sinne des Wortes über Leichen, zu denen ich jetzt bald gehören werde, ohne auch nur einen Schlag angebracht zu haben, weil ich vorher erfroren bin. Hier ist es saukalt." Jace wickelte sich die Arme um die Schultern. „Wir sind schon mindestens zwei gefühlte Stunden auf diesem verdammten Schiff und es stinkt wie auf einem versifften Fischkutter", beschwerte er sich grummelnd.

„Weil es einer ist. Fischkutter meine ich. Und wir sind im Kühlraum", erklärte Kalman.

Dwayne schnaubte abfällig, weil er die Taktik der oder des Veranstalters durchschaute. „Wenn wir durch gefroren sind, bewegen wir uns langsamer. Zumindest die erste Zeit, bis sich die Muskeln durch die Bewegung erwärmen. In der Zeit treiben sie die Wetten das erste Mal in die Höhe."

„Gut erkannt", stimmte Kalman zu und begann im Stand zu hüpfen, um sich aufzuwärmen.

„Wenn ich hier rauskomme, werde ich jeden killen, der mir unter kommt und keinen Unterschied zwischen Sekhmet und den Leuten machen, die sich daran aufgeilen, wie sich Wesen wie wir gegenseitig umbringen", knurrte Jace grimmig und die beiden anderen Wölfe, die sich inzwischen an Jace gedrängt hatten, um sich, wie es bei Wölfen üblich war, gegenseitig zu wärmen, stimmten in Jaces Knurren ein.

Dwayne beobachtete das Verhalten der Wölfe verständnislos und mit ungewollter Eifersucht. Wieso ließ Jace es zu, dass sich völlig Fremde an ihn schmiegten? Er, Dwayne, sollte es sein, an den sich Jace lehnte und Dwayne wollte es sein, der schützend seine Arme um ihn legte. Doch die Vernunft hielt Dwayne davon ab, die Wölfe von Jace wegzustoßen und seinen Anspruch geltend zu machen, denn er hatte keinen Anspruch auf Jace, den hatte höchstens Nico.

„Sie werden bald kommen. Macht euch bereit." Kalman atmete tief durch und Dwayne bemerkte, dass der Zwerg bei Weitem nicht so gelassen war, wie er tat.

Drei der Vampire, die unter den Gefangenen waren, liefen plötzlich auf den Lord zu, sahen ihn mit großen Augen an und einer erklärte panisch: „Wir...wollen nicht sterben. Ich bin Anwalt und meine Freunde sind in der Verwaltung. Wir haben keine Ahnung vom Kämpfen. Bitte, wir..."

Dwayne schaute dem jungen Vampir in die Augen und erkannte, als er sich kurz dessen Leben anschaute, dass er die Wahrheit sagte. 'Erst 120 Jahre alt. Ereignislose, aber schöne Kindheit. Abendstudium, regelt die Rechtsangelegenheiten seines Clans und ist in die Stadt gekommen, um für sein Mädchen einen Verlobungsring zu kaufen, bei ...Travis, wie ich sehen kann.' Dwayne scannte schnell die anderen und auch da sah er, dass sie ein normales Leben führten.

„Ganz ruhig, Leute. Alles wird gut", redete Dwayne mit seiner beruhigenden Stimme auf die Drei ein. Der Lord wusste, dass seine hypnotischen Kräfte bei jungen Vampiren durchaus ihre Wirkung taten. „Hört mir gut zu. Ihr geht zwischen mir, Kalman und Jace, wenn wir in die Arena gehen. Haltet die Köpfe gesenkt und lasst die Schultern nach vorne fallen. Okay?" Er lächelte sie nacheinander an, die Vampire lächelten zaghaft zurück und nahmen sofort die verlangte Haltung ein.

„Sehr gut, genau so macht ihr es, wenn wir hinaus getrieben werden. Jetzt wartet hier", verlangte Dwayne und wandte sich an Jace. „Ich glaube nicht, dass wir hier einen Verräter unter uns haben. Daher rede bitte mit den Wölfen und unterrichte sie von unserem Plan."

Jace nickte und Dwayne begab sich zu den restlichen Vampiren, die sich aufgeregt unterhielten. Da sie nicht wussten, wie viel Zeit sie noch zur Verfügung hatten, bis sie in die Arena geholt wurden, fasste sich Dwayne kurz. Er erklärte worum es ging und erfuhr, dass sie sich ohnehin für den Kampf entschieden hatten und auch einiges an Kampferfahrung hatten. Somit waren sie acht Krieger hier unten und die sieben, die an Deck auf ihren Einsatz warteten. 'Keine schlechte Quote', dachte Dwayne und begab sich wieder zu Jace und Kalman, die zwischen den drei Vampiren standen, die nach wie vor mit gesenktem Kopf dastanden.

„Gute Idee", bemerkte Jace. „Mit der Haltung wirken sie unattraktiv auf die Meute. Keiner setzt auf Verlierer."

„Müsste klappen. Dieser Abschaum will zwar Blut sehen, aber sie wollen auch gewinnen, daher werden sie zuerst zwei von uns ersteigern. Hoffen wir, dass unsere Leute auftauchen, bevor sie die Jünglinge in die Arena schmeißen."

Dwayne schaute Jace an und schmunzelte. „Du bist im Schnitt hundert Jahre jünger als sie."

Jace zuckte mit den Schultern und grinste. „Da sieht man es wieder. Alter bedeutet gar nichts."

Gerade als der Lord etwas erwidern wollte, hörte er jemanden rufen: „Dwayne, Jace. Hier her."

An der Käfigtüre, über die sie hereingeführt worden waren, stand Nico und die beiden Gerufenen eilten auf ihn zu, während Kalman sich um die drei Vampire kümmerte.

„Ich bin echt froh dich zu sehen, Junge", flüsterte der abgesprungene Cleaner und man konnte ihm ansehen, wie erleichtert er war, Jace lebend vor sich stehen zu sehen.

Jace griff durch das Gitter und berührte Nico leicht an der Schulter, dann erwiderte er grinsend: „Irgendwas musste ich mir ja einfallen lassen, damit du dich mal blicken lässt."

Nico lachte leise. „Verrückt genug bist du."

Dwayne, dem diese Vertrautheit gar nicht passte, fuhr dazwischen. „Wir haben keine Zeit für Smalltalk. Was tust du hier? Wenn dich jemand sieht, ist der Plan im Eimer."

„Keine Sorge, nur eine kleine Planänderung. Wir haben die zwei Wachen oben ausgetauscht. Jetzt haben Odan und Baker den Job und ich hole euch jetzt hier raus."

„Nein", erwiderten Dwayne und Jace synchron. Nico zog die Augenbrauen hoch und schaute die beiden nacheinander an.

Jace grinste und der Lord erklärte: „Alle hier sind bereit zu kämpfen, bis auf diese Drei." Dwayne winkte die drei Vampire zu sich heran und sie liefen sofort zu ihm. „Bring sie raus. Sobald sie an Deck sind, können sie sich nach Hause teletransportieren. Wir anderen werden dieser Meute da oben eine gute Show liefern. Das lenkt sie erstens von euch ab und zweitens, werden sie so schneller Waffen in den Käfig werfen, die wir gut gebrauchen können."

Nico überlegte kurz, dann nickte er zustimmend. „Okay, da hast du recht. Da oben sind mindestens zwölf Sekhmet und das sind nur die, die wir sehen konnten. Bestimmt sind noch so einige unter Deck. Also, es gibt drei Gittertüren zu diesem Käfig. Zwei hier unten, wie ihr ja gesehen habt und eine oben, in der Mitte. Sobald der Großteil von euch bewaffnet ist, schieße ich die oben auf."

Nico zog seine Laserwaffe aus der Tasche und richtete den Strahl auf das Schloss an der Tür, vor der er stand. Der feine rote Lichtstrahl trennte das Schloss exakt und Dwayne schob die drei Vampire durch die Tür.

„Beeilt euch, wir haben kaum noch Zeit", drängte Kalman. Nico handelte sofort und jagte die drei Vampire die Treppe hoch. „Übrigens, nettes Outfit", rief er noch, bevor er den Vampiren folgte.

Er hörte aber noch, wie Dwayne und Jace ihm zugleich hinterher riefen: „Halt bloß die Klappe, Nico."

Knapp fünf Minuten später öffneten sich die Gittertüre an der gegenüberliegenden Seite und die zwei Kapuzenmänner erschienen. Dann lief alles so ab, wie Kalman prophezeit hatte.

Die Gefangenen hatten sich auf einen Haufen zusammengerottet, sodass die Kapuzenmänner nicht bemerkten, dass die drei Vampire fehlten.

„Ihr kämpft gegeneinander. Jeder gegen jeden. Also kämpft gut, denn nur einer von euch wird diese Arena verlassen. Der Beste. Verstanden? Wer sich weigert zu kämpfen, wird erschossen. Also seid gewarnt. Und jetzt raus mit euch", befahl ein Kapuzenmann den Gefangenen und trat zur Seite, damit sie die Arena betreten konnten.

Wie zuvor ausgemacht legten sie einen Auftritt hin, der jedem Gladiator Ehre gemacht hätte und die Gäste johlten vor Begeisterung.

„Fangt an. Möge der Beste gewinnen", tönte es über einen Lautsprecher und Jace verdrehte die Augen. „Möge der Beste gewinnen?", äffte er die Stimme spottend nach. „Ich komme mir vor wie in einem schlechten Gladiatorfilm. Kann der Trottel nicht irgendetwas Cooles sagen? Aber nein, alles was ihm einfällt, ist dieser blöde Spruch."

„Wenn du dich besser fühlst, können wir ja mit,- Ave, morituri te salutant-, antworten", entgegnete Dwayne schmunzelnd.

Jace schnaubte verächtlich: „Du bist auch nicht einfallsreicher als die da oben."

Kaum hatte Jace das gesagt, griff er Dwayne auch schon an und verpasste ihm einen Kinnhaken, dass der zurück stolperte. „Es soll doch echt aussehen", erklärte er grinsend, nachdem Dwayne ihn entgeistert ansah.

„Du willst echt, du kriegst echt", knurrte der Lord und stürmte auf Jace zu.

Der Schlagabtausch war heftig und sie blieben sich gegenseitig nichts schuldig, aber es machte ihnen offensichtlich Spaß.

Auch die anderen Gefangenen legten sich mächtig ins Zeug und die Menge jubelte begeistert. Es dauerte daher auch nicht lange, bis die ersten Schwerter in die Arena geworfen wurden.

~ C ~

Aaran und Indigo hielten sich in der Nähe der Brücke auf und turtelten heftig miteinander. Sollte sie jemand beobachten, so würde er annehmen, die zwei hätten sich nur deswegen von der Menge abgesondert, um sich näher kommen zu können.

Baker und Odan bewachten nach wie vor die Treppe und bisher war ihre Tarnung noch aufrecht.

Mangus, Marema und Nico standen ganz vorne an der Absperrung und beobachteten das Geschehen in der Arena, wobei Nico immer wieder einen kurzen Blick auf die beiden Turteltauben warf. Das Gefühl, das sich dabei in ihm ausbreitete, behagte ihm gar nicht und er musste all seine Beherrschung aufbieten, um nicht auf Aaran zuzustürmen, um ihm den Kopf abzureißen. Mindestens.

„Wenn die Zwei so weiter machen, können wir sie nur noch als Leichen hier rausholen", grummelte Marema, die hinunter in die Arena starrte und mit ihren Worten Nico aus seinen Gedanken holte.

„Keine Sorge, Liebes, die Beiden wissen, was sie tun und Jace hält das aus", versuchte Mangus seine Frau zu beruhigen, was ihm nicht so ganz gelang, denn sie entgegnete grimmig: „Kein Grund für den Vampir so heftig zuzuschlagen. Den knöpfe ich mir vor, wenn das vorbei ist."

Nico lachte leise. „Dann wäre es für Dwayne besser, dort unten zu bleiben."

„Sehe ich auch so", bemerkte Mangus und selbst Marema musste daraufhin lachen.

Das nächste Ereignis ließ die Drei jedoch sofort verstummen und sie warfen sich bedeutsame Blicke zu, als sie bemerkten, dass Waffen in die Arena geworfen worden waren. Nico schaute rasch zu Aaran und Indigo, die trotz ihres Spieles den alten Cleaner nie aus den Augen gelassen hatten, wie der zufrieden bemerkte. Er nickte ihnen kurz zu und Aaran erwiderte diese Geste. Nico wechselte daraufhin seine Position um ein paar Meter, und richtete seine Aufmerksamkeit wieder dem Geschehen in der Arena zu.

~ C ~

Jace und Dwayne rollten zugleich über den Boden und ergatterten die ersten Schwerter. Als sie wieder auf die Beine kamen und ihre Klingen das erste Mal aufeinander trafen, schauten sie sich an und beide grinsten. Es machte ihnen wirklich Spaß, sich miteinander zu messen, dennoch gingen sie mit den Schwertern wesentlich vorsichtiger um als zuvor mit ihren Fäusten.

'Wenn das hier vorbei ist' dachte Jace und parierte einen Schlag Dwaynes, 'nehme ich mir, was mir gehört.'

Dwayne wehrte den nächsten Hieb ab, fasste Jace am Arm und zog ihn ganz nahe an sich heran. „Es ist gleich soweit. Nico wird jeden Moment das Gittertor oben öffnen. Gib mir nach meinem nächsten Angriff eine Sekunde", flüsterte er und stieß Jace von sich. Der ließ sich fallen, hob aber gleichzeitig das Schwert und fing so den fingierten Schlag des Lords ab. Er hielt ihn so einen Augenblick in Position, damit Dwayne einen Blick nach oben werfen konnte.

Nico nickte ihm kurz zu und einen Sekundenbruchteil später durchtrennte ein Laserstrahl das Schloss am oberen Gitterkäfig. Das quadratische Teil klappte hinunter und Dwayne rief den Kämpfern zu: „Jetzt!"

Sofort hörten die Kämpfe auf. Jace, die übrigen Wölfe und Kalman, der Zwerg, rannten zurück in die Kammer und dort durch das Tor, das Nico vor dem Beginn des Spektakels geöffnet hatte. Gleichzeitig teletransportierten sich die Vampire durch die obere Öffnung.

Chaos brach unter den Gästen aus. Schreiend und in Panik rannten sie davon, auf die Treppe zu, die vom Schiff führte.

Odan und Baker hatten ihre Kutten abgeworfen und kamen angerannt, die Wölfe und Kalman folgten ihnen dicht auf den Fersen. Zwischen den flüchtenden Leuten tauchten plötzlich Sekhmet auf, die sich mit ihren Krallen rücksichtslos einen Weg durch die Menge bahnten. Wer nicht ausweichen konnte, fiel ihren Krallen zum Opfer.

Die Lichter auf dem Schiff fielen plötzlich aus und nur die Lampen am Pier erleuchteten schwach die gespenstische Szene.

Aaran verbrauchte alle vier seiner Strahlen bei Sekhmet, die von der Brücke stürmten. Jede Schuss war ein Treffer und trennte fein säuberlich die Köpfe ab.

Indigo warf ihm ihre Laser Waffe zu. Sie hatte nur einen Schuss verbraucht, indem sie einem Angreifer in die Brust geschossen hatte, der sie angreifen wollte. Zu ihrem Erstaunen verbrannte der Sekhmet gleich darauf und reaktionsschnell hatte sie sich sein Schwert gegriffen. Dennoch, Schusswaffen waren Aarans Spezialität. Sie mochte Schwerter lieber, auch wenn sie jetzt gerne ihre Sai's gehabt hätte. Paul hatte vollkommen recht gehabt. Das waren ihre Waffen. Aber jetzt musste es halt auch dieses Schwert tun.

Die Wölfe Marema, Mangus, Odan und Paker hatten ebenfalls ihre Schüsse verbraucht, ihre Ziele eliminiert und deren Schwerter angeeignet.

Inzwischen waren nur noch Dwaynes Leute, die ehemaligen Gefangenen und ihre Feinde an Bord. Zwar waren die Sekhmet noch immer in der Überzahl, doch ihre Reihen lichteten sich zusehends.

Jace sah, wie einer der Vampire fiel, der mit ihm gefangen gewesen war und stürzte sich auf den Sekhmet, der sich über den Vampir beugte. Aber Jace kam zu spät. Der Sekhmet hatte ihm schon das Schwert tief in die Brust gerammt und Jace blieb nur noch die Genugtuung dem Sekhmet den Kopf abzutrennen.

Dwayne hatte gerade einen Sekhmet erledigt und sah sich kurz nach einem weiteren Gegner um, als er bemerkte, dass sich auf der Brücke jemand bewegte. Im trüben Licht der Lampen des Piers erkannte Dwayne eine Gestalt, die ein Gewehr im Anschlag hielt und auf Jace zielte. Dwayne handelte ohne zu denken, teletransportierte sich und stand den Bruchteil einer Sekunde vor dem Wolf, als ihn auch schon zwei Kugeln trafen.

Der Lord taumelte zwei Schritte zurück, dann fiel er auf die Knie. Er hörte noch, wie Jace panisch seinen Namen schrie, dann wurde ihm schwarz vor Augen.