File 1: stories/1/600.txt
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Jace kniete neben Dwayne und bekam überhaupt nicht mit, was rund um ihn passierte. Auf dem Schiff war die Hölle los, er hörte Stimmen, die seinen Namen schrieen, doch er hatte keine Zeit, sich umzusehen. Er presste seine Hände auf die zwei Schusslöcher in Dwaynes blutverschmierte Brust und redete unablässig auf den Lord ein.

Plötzlich berührte jemand Jace an der Schulter. Er knurrte bösartig, wandte blitzschnell den Kopf und der Wolf in ihm trat hervor.

„Ganz ruhig, Jace, ich bin's nur, Nico."

Jaces Blick klärte sich, die Haare bildeten sich wieder zurück und er schaute den Freund hilflos an.

„Komm, ich helfe dir", sagte Nico sanft. „Bringen wir ihn nach Hause."

Jace war froh, dass ihm jemand sagte, was er tun sollte. Doch noch, bevor Nico Hand an Dwayne legen konnte, hob Jace ihn schon auf seine Arme.

Obwohl im Moment kein Sekhmet mehr zu sehen war, waren sie plötzlich von den Wölfen umringt, die einen Schutzkreis um sie bildeten, während sie rasch von Bord eilten. Aaran hatte schon die Tür ihres Wagens geöffnet und Jace kletterte, ohne Dwayne aus seinen Armen zu entlassen, etwas umständlich in den Fond.

Sie hatten die meisten Sekhmet vernichtet, trotzdem war Eile geboten. Erstens wussten sie nicht, ob nicht weitere Sekhmet auftauchen würden und zweitens musste Dwayne rasch versorgt werden. Sein Glück war gewesen, dass es sich um Silberkugeln gehandelt hatte. Ein Material, das Vampire nicht töten konnte. Dennoch war er noch nicht außer Gefahr, denn die Kugeln steckten tief und er blutete heftig. Wenn er weiterhin so viel Blut verlor, würde er austrocknen und dadurch sterben.

Aaran hatte beschlossen, die vier Wölfe, Kalman und Nico in ihr Shelter mitzunehmen. Dwayne würde ihm zwar vermutlich den Kopf abreißen, aber Aaran hatte während des Kampfes beschlossen, Nico und seinen Freunden zu vertrauen. Dass Aaran die Wölfe nun mit anderen Augen sah, lag daran, dass sie, obwohl sie wegen Jace gekommen waren, auch immer wieder Indigo, oder ihm, Aaran, den Rücken gedeckt hatten. Bessere Kämpfer an ihrer Seite hätten sie sich gar nicht wünschen können. Daher forderte er sie alle auf, sich irgendwie in den Wagen zu schichten.

Kaum waren alle im Auto, fuhr Aaran auch schon los. Während er den Hafen verließ und durch die Stadt fuhr, dachte er an die fremden Vampire, die ihren toten Freund gerade nach Hause brachten. Sie hatten sich gut geschlagen und genauso wie die fremden Wölfe, waren sie nicht verschwunden, ohne sich für ihre Befreiung zu bedanken.

Aaran hätte sich gewünscht, sie hätten den Vampir retten können, aber wenn man bedachte, welchen Kampf sie hinter sich hatten, waren die Verluste gering gewesen. Ein Toter, ein Schwerverletzter waren das Schlimmste. Odan hatte eine Fleischwunde am Arm, Mangus eine von der Hüfte bis zum Knie und zwei der Wölfe, die zu den Gefangenen gehört hatten, waren mit geringen Krallenspuren der Sekhmet davon gekommen. Alle anderen hatten geringe Verletzungen davon getragen, die vermutlich noch nicht mal behandelt werden mussten.

Dreißig Minuten später fuhr Aaran in die Garage. Nachdem alle ausgestiegen waren, hatte Jace genug Platz, um mit Dwayne aus dem Wagen zu klettern. Nach wie vor ließ er keinen an Dwayne heran, daher lief Aaran voraus, um den Lift zu holen.

Kaum hatte Jace mit Dwayne den Aufzug betreten, drückte Aaran auf den Knopf, um die Beiden in den zweiten Stock zu schicken. Als die restliche Gruppe fünf Minuten später folgte, erwartete sie schon Indigo, die sich inzwischen ins Shelter teletransportiert und Martha informiert hatte. Daher war auch schon alles vorbereitet, sodass die Wölfe auf ihre Zimmer gebracht wurden, in denen sie alles vorfinden würden, was sie brauchten.

Indigo hatte noch keine Zeit gehabt sich umzuziehen und so trug sie noch immer ihr Kleid, das ihr allerdings in Fetzen am Körper hing und mehr von ihrem Körper zeigte als verbarg. Doch um frische Kleidung konnte sie sich später kümmern. Jetzt hatte sie anderes zu tun. Wobei ihre erste Priorität war, zu sehen, ob Nico in Ordnung war. Weder auf dem Schiff noch nachdem sie es verlassen hatten, war dafür Zeit gewesen. Die Kreolin wusste zwar, dass nur der Lord ernsthaft verletzt worden war, aber dennoch, sie musste sich selbst überzeugen, ob Nico wohlauf war.

Kaum war er aus dem Aufzug gestiegen, musterte Indigo ihn auch schon von oben bis unten und stellte erleichtert fest, dass er nur ein paar Kratzer hatte, die schon begannen zu heilen.

Als sie bemerkte, dass auch Nico sie betrachtete, schaute sie schnell weg und begann ein  Gespräch mit Aaran, wobei sie nicht wirklich klärten, wie es weiter gehen sollte.

Nico konnte inzwischen die Augen von Indigo nicht abwenden. Natürlich schaute er zuerst, ob sie unverletzt war, doch nachdem er keine Verletzungen entdecken konnte, glitt sein Blick über den atemberaubenden Körper der Kreolin. Ihre Haut war wie Milchkaffee und das zerfetzte Kleid zeigte sehr viel Haut. Zu viel Haut, stellte Nico fest, da ihm dieser Anblick das Atmen erschwerte. Während er die schlanken, endlos scheinenden Beine betrachtete, dann den biegsamen Leib bis zu dem eleganten Schwung ihres Nackens, der nur zu sehen war, weil Indigo ihr Haar, aus gegebenen Anlass, hoch gesteckt hatte. Einige Strähnen hatten sich gelöst und die glänzenden Locken umspielten ihr Gesicht. Nicos Mund verzog sich zu einem verhaltenen Lächeln. 'Im Licht schimmert ihr Haar ähnlich wie...' Als ihm in den Sinn kam, an wen ihn das erinnerte, wurde ihm plötzlich kalt, und das lag nicht am Mangel seiner Kleidung. Er wandte den Blick von Indigo ab und sein Gesichtsausdruck zeigte plötzlich wieder die für ihn typische Maske der Gleichgültigkeit. Er vernahm wieder die Stimmen von Aaran und Indigo, die er zuvor ausgeblendet hatte, und bemerkte auch den Diener, der offensichtlich darauf wartete, Nico zu seinem Zimmer bringen zu dürfen. 

Nico nickte dem Diener zu und der verstand sofort und eilte voraus. Ohne einen weiteren Blick auf Indigo zu werfen, folgte er dem Diener. Indigo lächelte und schaute Nico nach. ‚Dieses Kleid, beziehungsweise Fetzen, werde ich auf jeden Fall behalten. Ich habe gesehen, wie er darauf abfährt.'

~ C ~

Jace wich Dwayne nicht von der Seite. Der Lord war inzwischen wach und Martha versuchte gerade die zweite Kugel aus seiner Brust zu holen, was ihr nicht gelingen wollte.

„Wo hast du den diesen alten Krempel von Instrumenten her? Von Pare'?", schimpfte Jace der bemerkte, dass Dwayne zusammen zuckte.

Martha schnaubte ungehalten. „Sie werden es nicht glauben, aber ich habe seit dem 16. Jahrhundert etwas dazu gelernt. Es ist nur so, dass das verflixte Ding ... oh, hab es." Die Heilerin zog die Kugel heraus und ließ sie auf die Gaze fallen, die neben dem Bett auf einem sterilen Tablett lag. Durch das Bohren in der Wunde blutete sie wieder stärker. Martha streute aus einer dickbauchigen Glasflasche ein undefinierbares Pulver drauf und legte einen festen Verband an.

„Fertig. Sorgen Sie dafür, dass er sich nicht bewegt. Auf dem Tisch stehen zwei Thermosflaschen. Sorgen Sie dafür, dass....."

Jace unterbrach die Heilerin. „Alles klar. Aufpassen. Pflegen. Füttern. Wird gemacht."

Martha schaute Jace prüfend an, dann lachte sie leise. „Na dann viel Spaß. Ich beneide Sie nicht um diesen Job." Sie packte ihre Utensilien zusammen und verließ das Zimmer, um sich um die anderen Verletzten zu kümmern.

„Wurde auch Zeit. Sie ist wirklich eine gute Seele, aber man wird sie nicht los, wenn man mal ein bisschen angeschlagen ist ", bemerkte Dwayne und wollte sich aufrichten. Doch Jace drückte ihn sanft, aber energisch zurück.

„Ein bisschen angeschlagen? Du musst hohes Fieber haben, wenn du so einen Unsinn redest. Du hast zwei Kugeln abgefangen. Was war denn das für eine hirnverbrannte Aktion, dich vor diese Flinte zu schmeißen? Was, wenn die Kugeln aus einer für Vampire tödlichen Legierung gewesen wären? DU WÄRST TOT!", brüllte Jace unbeherrscht. Die Sorge um Dwayne hatte ihn völlig fertig gemacht und er atmete ein paar Mal tief durch, um seine Fassung wieder zu erlangen, bevor er Dwayne wieder anschaute und drohend verlangte. „Also wage es ja nicht, auch nur einen Finger zu rühren, ohne das ich es dir erlaube."

Dwayne zog erstaunt die Augenbrauen hoch, dann entgegnete er verwundert. „Was regst du dich so auf? Ich habe eigentlich schon ein bisschen Dankbarkeit erwartet, schließlich habe ich die Silberkugeln für dich eingefangen, die dich getötet hätten, wie ich anmerken möchte."

„Quatsch. Als ob du gewusst hättest, dass sie aus Silber sind. Außerdem wäre das egal gewesen. Was ich meine: Tu das nie wieder! Wieso hast du es überhaupt getan?", schob Jace noch hinterdrein und schaute Dwayne intensiv in die Augen.

Der wich dessen Blick aus und strich unentwegt unsichtbare Falten seiner Decke glatt. „Wie ich schon sagte, Silberkugeln..."

„Warum, Dwayne?", fragte Jace leise, setzte sich auf das Bett, nahm das Gesicht des Verwundeten in beide Hände und zwang ihn so, ihm direkt ins Gesicht zu sehen.

Der Lord schluckte schwer, sagte aber kein Wort. Was hätte er auch sagen sollen, ohne sich zu verraten? Er konnte Jace nicht gestehen, dass er sich in ihn verliebt hatte. In den Mann, der zu einem anderen gehörte. Und dass er, obwohl das so war, alles tun würde, um Jace zu beschützen. Dass er gerne die Kugeln eingefangen hatte, nur um diesen einen ganz besonderen Mann unversehrt zu sehen. Natürlich hatte er nicht gewusst, aus welchem Material die Kugeln waren, aber das hatte keine Rolle gespielt. Es wäre ein guter Tod gewesen. Für Jace zu sterben hätte sich gelohnt. Jace war es wert, alles zu geben, was Dwayne hatte. Auch sein Leben.

Diese Erkenntnis erschreckte Dwayne gleichermaßen, wie es ihn erleichterte. Vielleicht hatte genau das passieren müssen, dass er endlich vor sich selbst zugab, dass dieser atemberaubende Wolf der Eine war, der für immer in seinem Herzen sein und bleiben würde. 'Doch es wird immer nur ein unerfüllter Traum bleiben. Nie werde ich diese wundervollen Lippen küssen dürfen, seinen prachtvollen Körper erkunden und ihn zum Stöhnen und Schreien bringen, um anschließend  erschöpft und befriedigt mit ihm  zusammen einzuschlafen. Den er gehört zu einem anderen.'

Die schmerzhafte Sehnsucht nach Jace und die Erkenntnis, dass sich nie erfüllen würde, was er sich so sehr wünschte, schnürte Dwayne die Kehle zu und er stöhnte leise.

Sofort ließ Jace ihn los und sagte besorgt. „Wir klären das später. Du hast Schmerzen. Soll ich Martha holen? Nein", entschied er dann. „Sicher liegt das an dem Blutverlust. Füttern wir dich erst mal."

Jace erhob sich und begab sich zum Tisch und Dwayne stieß erleichtert die Luft aus. Er würde trinken und sich dann schlafend stellen, dann würde Jace keine Fragen stellen können, die er, Dwayne, nicht beantworten konnte und wollte.

Dwayne hatte sich bereits aufgesetzt, als Jace zum Bett zurückkam. Gehorsam trank der Lord einen Becher nach dem anderen leer und er fühlte sich bald darauf schon besser.

Doch als er sich wieder ins Kissen zurück sinken lassen wollte, hielt Jace ihn auf. „Warte einen Moment", verlangte er, zog das Kissen hoch und lehnte es an die Rückwand des Bettes.

Dwayne runzelte die Stirn. Was hatte der Junge vor? Er würde doch nicht zu ihm ins Bett kommen wollen? Wölfe brauchten Nähe und Berührungen, das wusste Dwayne, aber wieso ging Jace dann nicht zu Nico? 'Natürlich', erkannte Dwayne. 'Er fühlt sich mir verpflichtet, weil ich ihm das Leben gerettet habe. Doch das ist kein Grund, gleich zu mir ins Bett zu steigen. Und er hat noch immer nur diesen Lendenschurz um. Himmel, weiß er überhaupt, was er mir damit antut? Sicher nicht.'

Gerade wollte Dwayne protestieren, als Jace sich auch schon hinter ihn setzte und Dwayne einfach an seine Brust zog. „Du brauchst Wärme und ich gebe sie dir. Schlaf jetzt", ordnete Jace an, drückte Dwaynes Kopf an seine Brust und zog die Decke über ihn, sodass nur noch der Kopf heraus schaute.

'Das geht nicht. Ich darf das nicht zulassen', dachte Dwayne. Doch es fühlte sich so unbeschreiblich gut an, an dieser starken, breiten Brust zu liegen und schützende Arme um sich zu spüren.

Starke Arme.

Jaces Arme.

Und Dwayne war so müde. Sicher, weil die Sonne gerade den höchsten Stand erreicht hatte. Da war er immer besonders müde. Seine tote Zeit sozusagen, daher war es verständlich, dass er sich gegen den Wolf nicht wehren konnte. Das war der einzige Grund, wieso er sich nicht dagegen sträubte, dass Jace ihm durch die Haare strich und ihm einen Kuss auf die Stirn drückte. In den Mittagsstunden war er schwach, wie ein Mensch, und dazu seine Verletzung. Wie hätte er da einen großen, starken Wolf abwehren können? Unmöglich. Mit dieser lahmen Ausrede schmiegte Dwayne sein Gesicht an Jaces Brust, zog dessen unvergleichlichen, wunderbaren Duft ein, seufzte zufrieden und schlief ein.

Jace grinste etwas dümmlich vor sich hin und genoss den herrlichen Männerkörper in seinen Armen. Jaces Entscheidung stand fest. Dwayne gehörte zu ihm. Es würde nicht einfach sein, dass dem Vampir klar zu machen, aber Jace war sich sicher, Dwayne wollte es auch. Warum machte er es nur so kompliziert? 'Egal. Ich werde ihm schon zeigen, wo es lang geht', dachte Jace und grinste. 'Allerdings werde ich vorher duschen. Hätte ich ja gleich gemacht, nachdem wir hier her gekommen sind, aber dann hätte ich Dwayne alleine lassen müssen. Unmöglich, das ist ja wohl klar.'

~ C ~

Indigo hatte rasch geduscht und sich umgezogen. Nicht zu sexy, damit es nicht auffiel, aber dennoch sehr figurbetont.

Mangus wollte eine Videoschaltung zu seinem Clan. „Aber nur über eine sichere Leitung. „Wenn das nicht machbar ist, verzichte ich. Das Risiko, das mein Cave entdeckt wird, werde ich auf keinen Fall eingehen", ahmte Indio Mangus Stimme spottend nach. „Was denkt der Wolf, wen er vor sich hat? Ich bin Mrs. Sichere Leitung höchstpersönlich. Jede Wette, dass keiner in seiner Höhle an mich herankommt, aber der Oberwolf spuckt große Töne. Typisch für diese Fellträger."

Aaran würde Mangus und Marema zur ihr in den Computerraum bringen, sobald ihre Verletzungen versorgt waren und Indigo hoffte, dass Nico ebenfalls kommen würde. Sie überprüfte ihr Aussehen im Computerbildschirm und tippte nervös auf den Tasten herum, während sie wartete.

Nico war nicht mit gekommen. Indigo konnte ihre Enttäuschung kaum verbergen. 'Diese blöden Vampire sind alle gleich. Schmachten einen mit sehnsuchtvollen Augen an und dann...nichts. Ich hasse ihn', dachte Indigo wütend und klopfte fester als nötig auf die Tasten.

„Alles in Ordnung mit dir?", wollte Aaran wissen, legte der Kreolin die Hand auf die Schulter und schaute sie besorgt an.

„Sicher", murmelte sie nur und stellte die Verbindung her.

Mangus versicherte seinem Stellvertreter, dass sie unversehrt waren, Jace gefunden hatten und sie alle am nächsten Tag zurückkehren würden. Indigo hörte nicht, was noch weiter gesprochen wurde. Ihre Gedanken waren bei Nico und sie traf eine Entscheidung. „Wenn sie fertig sind, kappst du hier die Verbindung", erklärte sie Aaran und zeigte auf einen Knopf. Ohne eine Antwort abzuwarten, lief sie aus dem Raum.

~ C ~

Nico klopfte an Dwaynes Zimmertür und wurde aufgefordert einzutreten. Er hob kurz die Augenbrauen bei dem Anblick, der sich ihm bot, verlor aber kein Wort darüber. „Ich bleibe bei ihm, wenn du duschen willst", sagte er stattdessen leise.

Jace schaute Dwayne an. Er schlief ruhig und es ging ihm offensichtlich schon viel besser. Jace nickte daher zustimmend und versuchte sich vorsichtig von Dwayne zu lösen. Der grummelte plötzlich und schloss im Schlaf seine Arme fester um Jace.

„Oder auch nicht", bemerkte Nico grinsend. „Passt auf euch auf und viel Glück dabei, das deinen Großeltern beizubringen. Wenn etwas ist, meine Nummer hast du." Nico nickte Jace noch einmal zu, dann verließ er rasch das Zimmer.

„Ja, das wird lustig", murmelte Jace hinterher, doch dann schmiegte Dwayne seinen Kopf fester an Jaces Brust und seufzte leise und er beschloss, sich mit dem Problem Großeltern später zu befassen und mit Nico. 'Der Trottel glaubt doch nicht ernsthaft entkommen zu können', dachte Jace, zog die Decke zurecht und schloss die Augen.

~ C ~

Martha war in ihrem Element. Der duftende Braten lag bereits auf der Platte und auch die Schüsseln waren gut gefüllt. Martha wies ihr Personal an, die Speisen aufzutragen und wachte mit strengem Blick darüber, dass alles perfekt ablief.

Dwayne ging es schon wieder gut genug, um mit seinen Freunden und seinen Gästen am Tisch zu sitzen und es sich schmecken zu lassen. Die Wölfe und auch Aaran langten ordentlich zu und lobten immer wieder Marthas Kochkünste.

Indigo jedoch stocherte nur in ihrem Essen herum und auch Jace aß nicht mit der Begeisterung, die er sonst an den Tag legte, denn seine Gedanken kreisten um die letzte Stunde. Er war aufgewacht und Dwayne war nicht da gewesen. Erst hatte Jace gedacht der Lord sei unter der Dusche, doch auch im Badezimmer hatte er ihn nicht gefunden.

Daher hatte sich Jace auf die Suche nach Dwayne machen wollen, doch als er das Zimmer verließ, wartete schon ein Diener vor der Tür, der ihn auf Anweisung des Lords auf das Zimmer bringen sollte, das für Jace hergerichtet worden war. Verwirrt folgte Jace dem Diener, der ihn in das Stockwerk brachte, in dem die Gäste untergebracht waren.

Frische Kleidung lag auf dem Bett bereit, wie Jace registrierte. Er ging automatisch ins Badezimmer und überlegte, was das eigenartige Verhalten des Lords zu bedeuten hatte. Eines war für Jace sicher, Dwayne mochte ihn, mehr als das. „Kann sein, dass er es nicht zugeben will, aber sein Unterbewusstsein hat ihn verraten. Ich rede mit ihm. Schließlich sind wir erwachsene Männer und werden daher wohl im Stande sein zu klären, wie wir zu einander stehen."

Doch bisher hatte er noch keine Zeit gefunden, mit dem Lord zu sprechen, da ein Diener ihn zum Essen abgeholt hatte. Nun wartete Jace darauf, dass die Tafel endlich aufgehoben wurde, doch das würde leider noch dauern, denn sein Großvater unterhielt sich angeregt mit Dwayne und es war kein Ende abzusehen. Aaran, Baker und Odan betrieben Waffenkunde, wobei ihre Meinungen offensichtlich auseinander gingen und Jace seufzte genervt.