File 1: stories/1/593.txt
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Dwayne, alles okay?", rief Aaran und eilte auch schon auf seinen Lord zu. Dwayne wandte den Blick von der Stelle ab, wo der Fremde verschwunden war und schaute zu seinen Freunden.

„Bei mir schon, wie steht's bei euch?"

„Indigo hat es erwischt."

„Ist nur ein Kratzer", erklärte Indigo und zeigte den beiden kurz ihren Rücken, auf dem einige, tiefe Kratzer zu sehen waren. Dwayne inspizierte die Wunde trotz Indigos Protest.

 „Ja, nicht schlimm. Machen wir, dass wir weg kommen, bevor die Menschen aus der Halle rennen. Um Spuren brauchen wir uns nicht zu kümmern. Das Blut der Sekhmet verdampft bei den ersten Sonnenstrahlen."

Die Rückfahrt verlief stiller, als Dwayne erwartet hatte. Selbst Aaran redete kaum ein Wort.

„Sie sind hier aggressiver als zu Hause", bemerkte Aaran, als sie mit dem Lift in das obere Stockwerk fuhren.

„Ihre Krallen sind auch länger... und die Zähne. Sie haben vier Fangzähne", warf Indigo, so emotionslos wie sie konnte, ein.

Der Aufzug hielt und Dwayne trat zur Seite, um Indigo hinaus zu lassen. „Martha soll sich um deine Wunde kümmern. Wir treffen uns in einer Stunde im Speisezimmer." Der Lord wartete eine Antwort gar nicht erst ab, sondern drückte auf den Knopf, damit der Lift ihn und Aaran in den ersten Stock beförderte.

Die kurze Fahrt verlief wieder schweigend, und als sie auf den Flur hinaustraten, nickten sich die beiden nur kurz zu, bevor sie ihre Zimmer aufsuchten.

~ C ~

Dwayne warf seine Kleider auf den Boden und stieg dann unter die Dusche. Das heiße Wasser wusch zwar Dreck und Blut von seinem Körper, aber die Vorwürfe, die er sich machte, konnte es nicht weg spülen. 'Ich hätte sie vorbereiten müssen. Besonders Indigo. Ich hätte besser hinsehen müssen, als ich die Bilder ihrer Vergangenheit aufgerufen habe.'

Dwayne warf sich vor, seine Gabe, die Vergangenheit der Leute zu sehen, zu ungenau benutzt zu haben. Er hatte seine Mitstreiterin gegen einen Sekhmet kämpfen gesehen und sie hatte souverän gewonnen. Ihre Bewegungen waren mühelos und sicher gewesen.

„Doch sie hatte nur einen Gegner und ihre Brüder waren in der Nähe, um gegebenenfalls einzugreifen. Ich habe nur auf ihren Kampf geachtet und alles andere außer Acht gelassen. Wenn ihr etwas passiert wäre, wäre das meine Schuld gewesen", flüsterte Dwayne geschockt.

Diese Erkenntnis brachte den Lord dazu, gründlich darüber nachzudenken, was es wirklich bedeutete, der Boss dieser Cleaner Einheit zu sein.

~ C ~

„Deine Wunde gut versorgt, Indigo?", wollte Dwayne wissen, während er sich an die Stirnseite des Tisches setzte.

„Wie gesagt, ist nur ein Kratzer. Martha hat ihn gut versorgt und morgen ist sicher nichts mehr davon zu sehen."

„Gut, doch du wirst trotzdem in nächster Zeit nicht mehr auf Jagd gehen", erklärte Dwayne.

„Wieso nicht? Ich habe zwei von den Kerlen erwischt. Okay, ich gebe zu, es war mein Fehler, dass ich den Sekhmet hinter mir nicht bemerkt habe, aber..."

„Nein!", unterbrach Dwayne sie schneidend. „Es war mein Fehler. Ich hätte dich gar nicht erst mitnehmen dürfen. Dir fehlt es an Erfahrung und das hätte ich erkennen müssen. Daher bleibt es dabei, du kommst nicht mit."

„Das ist nicht fair, Mylord. Ich kann kämpfen. Ich will kämpfen. Deswegen bin ich doch schließlich hergekommen."

„Das finde ich auch", mischte sich Aaran ein. „Sie hat sich verdammt gut geschlagen und das weißt du."

Dwayne schaute seinen Freund an und es dauerte eine Weile, bis er das Wort an ihn richtete. „Wir sind schon seit einiger Zeit sehr gut befreundet, Aaran, und deine Freundschaft ist mir wichtig. Doch nun bin ich mehr als dein Freund. Ich bin auch dein Boss. Ich entscheide wer, wann und wo eingesetzt wird und das ist nicht verhandelbar. Wenn du damit nicht klar kommst, werde ich dich einer anderen Cleaner Einheit zuteilen."

Aaran schnaubte ungehalten und sprang wütend auf. „So läuft das jetzt also. Wenn ich dir nicht nach dem Mund rede, schmeißt du mich raus? Das kannst du dir sparen, ich gehe freiwillig. Auf so einen Mist habe ich echt keinen Bock. Soviel zu Freundschaften, auf die ich wirklich verzichten kann."

Aaran wollte davon stürmen, als Dwayne mit scharfer Stimme knurrte: „Keiner geht hier. Setz. Dich. SOFORT!"

Zu Aarans eigenem Erstaunen folgte er dem Befehl seines Anführers auf der Stelle, maulte jedoch leise vor sich hin.

Dwayne atmete ein paar Mal tief durch, um sich zu beruhigen, dann sagte er: „Ihr habt beide gut gekämpft, doch die heutige Nacht hat mir gezeigt, dass wir einiges ändern müssen. Ich will euch nicht verlieren, versteht ihr?" Noch bevor einer der Beiden antworten konnte, fuhr der Lord fort. „Daher erster Punkt; Training. Von heute an werden wir jeden Tag mindestens drei Stunden dafür aufwenden, wobei ich dir, Aaran, die Aufgabe übertrage, unsere zukünftigen Mitstreiter an der Kandare zu halten. Bis dahin werden wir gemeinsam trainieren und dir, Indigo, zeigen, worauf du besonders achten musst. Selbst Aaran und ich sind dieser anderen Art Sekhmet noch nicht begegnet. Außerdem ist es auch für dich wichtig, auf die Warnungen deines Mals zu hören. Schließlich warst du all die Jahre eine Art freier Mitarbeiter. Wobei ich dir deine Kampferfahrung keineswegs abspreche, aber auch du hast die Weihe zum Cleaner zugleich mit Indigo erfahren. Du stimmst mir in allen diesen Punkten doch zu, mein Freund?"

Aaran musste unweigerlich grinsen. Dwayne hatte seine Worte sehr geschickt gewählt und so ihm, Aaran, das Fahrwasser genommen. „Aye", stimmte er daher zu. Wir müssen mit unserer Gabe erst genauer vertraut werden und was die Sekhmet betrifft, Zähne und Klauen sind mindestens doppelt so lange. Nur wieso sagst du, dass dir so einer auch noch nicht begegnet ist? Du bist doch schon vor ein paar Tagen auf einen getroffen."

„Schon, aber der war normal. Wobei ich mit normal meine, nicht so einer wie diese Super- Sekhmets, auf die wir gemeinsam gestoßen sind. Aus irgendeinem Grund haben sich anscheinend einige von ihnen verändert und das ist gar nicht gut. Wie und warum? Keine Ahnung. Vielleicht kriegen wir das noch heraus. Wichtiger ist es aber, dass wir sie stoppen. Wodurch ich gleich zu Punkt Zwei komme. Wir brauchen unbedingt noch mindestens zwei Cleaner. Alleine schon das Hafengebiet ist offenbar von Sekhmets verseucht. Was sich in der restlichen Stadt abspielt, wissen wir nicht mal. Jetzt kommen du und deine Computerfähigkeiten ins Spiel, Indigo. Ich möchte, dass du einen Vampir aufspürst, den ich für unsere Truppe in Betracht ziehe. Er ist seit 10 Jahren verschwunden, aber ich bin ziemlich sicher, dass er noch lebt. Ich gebe dir später alle Informationen, die ich habe."

Indigo nickte. „Ich finde ihn. Jeder hinterlässt so seine Spuren."

„Nico nicht", seufzte Dwayne. „Aber vielleicht hast du ja Glück."

„Nico Rayhl?", fragte Aaran Stirn runzelnd. „Der ist doch bei dem Anschlag auf das Shelter seines Clans umgekommen."

Dwayne schüttelte den Kopf. „Er hat als Einziger überlebt."

„Er war eine Legende, oder ist eine, wenn du sagst, er lebt noch. Wo hast du ihn kennen gelernt?"

„Colorado", antwortete Dwayne einsilbig.

„Du warst in seinem Shelter? Wow. Ich habe gehört, dass die Rayhls niemals jemanden in ihr Shelter eingeladen haben. Angeblich hat nicht einmal der Bund gewusst, wo es genau liegt und du warst dort?"

„Nein, ich habe ihn erst später kennen gelernt", erklärte Dwayne, verschwieg aber, dass er damals, nach dem Anschlag, Nico zufällig gefunden hatte. Blut überströmt und mit  tiefen Wunden, hatte Dwayne den Vampir bei einen seiner Streifzüge durch die Wälder Colorados entdeckt, mit zu sich nach Hause genommen und mit Marthas Hilfe gesund gepflegt. Zwei Monate hatte es gedauert, bis Nico wieder völlig hergestellt war, zumindest körperlich. Dwayne hatte immer noch die Worte Nicos im Ohr, der sagte, bevor er das Haus verließ: „Du hast mich zum Leben verurteilt. Das war ein Fehler."

Bis heute wusste Dwayne nicht, ob das eine Drohung gewesen war. Nun, er würde es herausfinden, sollten sie Nico finden.

Aaran riss den Lord aus seinen Gedanken. „Nachher? Dann lebt er also wirklich noch und wenn es stimmt, was man über ihn erzählt, wäre er der perfekte Mann für uns."

Dwayne ging auf diese Bemerkung nicht ein, sondern fuhr fort: „Dritter Punkt. Waffen. Wendet euch an Paul. Er ist ein wahrer Meister und wird euch die Waffe schmieden, die genau auf euch zugeschnitten sind."

~ C ~

Die nächsten Tage waren ausgefüllt mit Training und Jagd, wobei, wie von Dwayne angeordnet, Indigo nicht mit nach draußen ging und nach den ersten Lektionen, die sie von Dwayne erhielt, verstand sie auch, wieso der Lord darauf bestand. Er trainierte weniger ihre Kampfkunst, sondern mehr ihre Sinne, denn die waren ihr eigentliches Handicap, wie sie glaubte. Doch sie irrte sich. Es lag nicht nur an ihrer Wahrnehmung.

Paul schaute ihnen beim Training zu und bat Indigo, den Lord mit den verschiedensten Schwertern anzugreifen. Der Zwerg beobachtete die Beiden eine gute Stunde, sowie er es bei Aaran und Dwayne ein paar Stunden zuvor gemacht hatte. Dann nickte er zufrieden und ging davon.

„Was bedeutet das jetzt?", wollte Indigo Stirn runzelnd wissen und starrte auf die Tür, hinter der Paul verschwunden war.

„Er weiß jetzt, welche Waffen die besten für dich sind. Paul wird sie bald fertig haben und wenn sie sich so anfühlt, als wäre sie dein verlängerter Arm, gehen wir alle gemeinsam auf die Jagd." Dwayne steckte sein Kurzschwert in die Scheide auf dem Rücken. „Schluss für heute. Wir trainieren weiter, wenn du deine Waffe hast", sagte er an Indigo gewandt. Aaran war gut genug, um mit seiner alten Waffe zu kämpfen. Außerdem konnte es gut sein, dass Paul Aarans Schwert für passend befand und daher kein neues anfertigte.

„Okay, wenn was ist, ich bin im Überwachungsraum. Mal sehen, ob mein Programm schon was über diesen Nico ausgespuckt hat", entgegnete sie und lief davon.

Dwayne schüttelte den Kopf, sammelte die Schwerter auf, um sie in die Halterungen an der Wand zu verstauen und murmelte währenddessen: „Würden wir so einen Saustall in ihrem geheiligten Computerraum hinterlassen, würde sie uns den Kopf abreißen."

Nach einer raschen Dusche stieg er in seine Kampfkleidung und bewaffnete sich. Wie jede Nacht, würden er und Aaran auch heute auf Jagd gehen, doch dieses Mal hatte Dwayne etwas Besonderes geplant.

Da er wusste, wo er Aaran finden würde, lief er die Treppe hinab und von dort direkt in die Küche. Wie erwartet saß Dwaynes Kampfgefährte an dem großen Holztisch und schaufelte Haggis in sich hinein, das Martha offenbar extra für ihn gemacht hatte.

Als Aaran Dwayne bemerkte, zog er rasch die Vorlegeplatte zu sich. „Alles meins, damit das klar ist", erklärte er grinsend, um gleich darauf den Teller seinem Lord zuzuschieben. „Das musst du kosten."

Dwayne schüttelte den Kopf. „Ich esse später. Wir treffen uns in zehn Minuten in der Garage. Und bring zwei Stahlseile mit." Schon war der Lord verschwunden.

Aaran erhob sich sofort, nahm aber noch einen großen Bissen, bevor er Martha sein Bedauern aussprach und seine Waffen holte. Kurz darauf ließ er sich neben Dwayne in den Van fallen. „Heute machen wir also mal was anderes", stellte er fest. „Was ist der Plan?"

„Wir besorgen Indigo etwas zum Spielen", entgegnete Dwayne grinsend.

~ C ~

„Das sind Sai - Gabeln", erkannte Indigo überrascht und drehte die Waffen Stirn runzelnd in den Händen.

„Allerdings, Mrs. Indigo", erwiderte Paul mit undurchdringlicher Miene.

„Damit kann ich nicht kämpfen. Die sind...zu kurz, zu dünn zu...damit kann ich nicht kämpfen", erklärte Indigo noch einmal und diesmal mit Nachdruck.

„Doch. Sie sind perfekt für Sie", widersprach Paul.

Indigo wandte sich an Dwayne. „Ich kam gut mit meinem Schwert zurecht. Sehr gut. Seit über 100 Jahren. Warum verlangst du jetzt, dass ich mich mit diesen...Messern rumplagen muss? Die sind ja gerade mal so lange wie die Klauen der Sekhmet. Außerdem bin ich Linkshändler", fügte sie trotzig hinzu, obwohl sie wusste, dass das völlig irrelevant war.

Indigo war sauer. Sie hatte erwartet, ein cooles Schwert zu bekommen. Eines, das wirklich zu ihr passte. Nicht solche...Zahnstocher.

„Wenn Paul sagt, sie sind richtig für dich, dann sind sie es auch. Vertraue ihm", verlangte der Lord.

Indigo seufzte, als sie bemerkte, wie kränkend ihre Worte für Paul sein mussten. Auch wenn sie sich sicher war, dass die Sai in ihrem Zimmer verstauben würden, so wollte sie den Butler und Waffenschmied nicht noch mehr beleidigen. Daher wandte sie sich Paul zu und rang sich ein Lächeln ab. „Danke, sie sind sehr schön gearbeitet." Und das stimmte sogar. Die Messer waren scharf wie eine Rasierklinge, trugen entlang der Klinge Verzierungen und das besonders behandelte Leder des Schaftes schmiegte sich perfekt in ihre Hand.

„Wenn Sie dem Knauf genauere Aufmerksamkeit schenken wollen", fordere Paul, und Indigo betrachtete das glänzende Teil.

Indigo!"

Die Kreolin reagierte auf den scharfen Warnruf sofort. Sie fuhr herum, ging in die Knie und kreuzte gleichzeitig ihre Sai und streckte sie abwehrend nach vorne. Sie tat das instinktiv und als das Schwert auf sie nieder sauste, blieb es zwischen den Klingen der Sai hängen.

„Wie ich schon sagte. Perfekt." Auf Pauls Gesicht erschien andeutungsweise ein Lächeln und er verließ den Trainingsraum.

Und plötzlich fühlten sich die Sai nicht nur gut, sondern perfekt in Indigos Händen an. Dwayne lächelte und nahm sein Schwert zurück. „Du solltest heute noch üben. Morgen Abend wird sich zeigen, ob du bereit bist."

„Ich bin bereit", erwiderte Indigo selbstsicher und warf ein Sai zielsicher auf eine der Holzpuppen, die zu Trainingszwecken an einer der Wände stand. Das Sai steckte mitten in der Stirn und sie lächelte zufrieden.

~ C ~

Indigo stand in der Mitte des Trainingsraums. Wie schon Tags zuvor, hatte Dwayne ihr die Augen verbunden. Sie sollte sich nur auf ihre Sinne verlassen. Konzentriert lauschte sie auf Geräusche, als plötzlich ihr Mal zu prickeln anfing. Sofort gingen alle Alarmglocken in ihr an. „Wie kann das sein?", fragte sie irritiert. Sie waren hier im sicheren Haus, es war unmöglich, dass sich ein Sekhmet hier befand.

„Verlass dich auf deinen Instinkt. Immer", hörte sie Dwayne plötzlich sagen und Aaran fügte lachend an. „Und sei lieb zu unserem Geschenk."

„Worauf du dich..." ein tiefes, gefährliches Knurren brachte Indigo dazu, den Satz nicht zu beenden. Dwayne hatte dem Sekhmet die Stahlseile abgenommen, was den Dämon zum Knurren brachte, während er sich, seiner Meinung nach, das leichteste Opfer suchte.

Dwayne und Aaran verhielten sich vollkommen still, während sie beobachteten, wie der Sekhmet auf Indigo zu schlich. Und die Kreolin hatte in den paar Tagen viel gelernt. Sie verließ sich auf das Mal, das sie spüren ließ, wie der Sekhmet immer näher kam. Das erneute Knurren des Dämons veränderte sich, Indigo wusste, er griff an, sie hob die Sai, drehte sich genau im richtigen Moment und schlitzte den Sekhmet diagonal auf.

Ein dumpfer Schlag folgte, als der Dämon zu Boden ging. Er röchelte noch ein paar Mal, dann war es still und Indigo nahm die Augenbinde ab.

„Perfekt gekillt", stellte Aaran fest. „Und jetzt mach die Sauerei weg. Ich kann so etwas in meinem Trainingszentrum nicht leiden", fügte er grinsend hinzu.

Es war klar, dass Indigo das nicht hinnahm und wie üblich begannen sich die zwei zu streiten, bis es Dwayne zu bunt wurde. „Schluss jetzt. Ihr macht das zusammen. Wenn ihr fertig seid, kommt ins Arbeitszimmer. Ich habe euch noch wegen des Mals etwas zu sagen."

Dwayne wartete eine Erwiderung gar nicht erst ab, sondern verließ schnellen Schrittes den Raum, um jeder weiteren Diskussion zu entgehen. Zudem hatte er sie neugierig gemacht, daher wusste er, sie würden schnell arbeiten.

Als die Beiden nach kurzer Zeit bei ihm auftauchten, saß er gemütlich auf dem schweren Lederstuhl, ein Glas Whisky in der Hand. „Bedient euch, wenn ihr wollt", forderte er seine Mitstreiter auf und zeigte auf Flasche und Gläser auf dem Bestelltisch. Indigo schüttelte den Kopf und nahm auf der Couch gegenüber des Lords Platz. Aaran holte sich erst zu trinken und setzte sich dann ebenfalls. Jetzt konnte er sich endlich beschweren und motzte Dwayne an. „Du hättest ruhig helfen können."

„Sehe ich nicht so. Schließlich habe ich das Spielzeug für Indigo eingefangen."

„Nicht du, wir, möchte ich fest halten."

„Richtig, ich erinnere mich. Du hast an der Mauer gelehnt und mir Anweisungen gegeben. Ach ja und das Seil hast du mir gereicht, nachdem ich ihn bewusstlos geschlagen hatte", entgegnete Dwayne.

„Und ich hab den Sekhmet nach Hause getragen."

„Du hast ihn in den Kofferraum des Wagens geschmissen. Das waren höchstens drei Meter, also gib nicht so an."

Als Aaran nur grinsend mit den Schultern zuckte, lachte Indigo laut auf. „Wer die Arbeit kennt und sich nicht drückt, ist verrückt. Das scheint Aarans Wahlspruch zu sein."

„Hey." Mit einem beleidigtem Gesichtsausdruck lehnte Aaran sich zurück und verschränkte die Arme vor der Brust.

„Was? Stimmt doch", erwiderte sie, doch bevor die beiden wieder mit ihrem verbalen Schlagabtausch anfangen konnten, stellte Dwayne sein Whiskyglas geräuschvoll auf den Tisch und beide zuckten betroffen zusammen, wie der Lord befriedigt fest stellte. „Lasst die Kindereien. Ich will euch noch etwas über das Mal sagen", begann er.