File 1: stories/1/732.txt
- Schriftgröße +

Ruckartig setzte Dean sich auf. Er atmete schwer und war völlig verschwitzt.

„Dean? War ist los?", fragte Sam verschlafen und strich seinem Freund über den Rücken. Der mußte sich erst einmal räuspern, bevor er antworten konnte. „Nichts, hab nur blöd geträumt."

„Albtraum, wie mir scheint. Du bist ja vollkommen durchgeschwitzt."

„Sorry, ich hol gleich mal frische Bettwäsche", entgegnete Dean verlegen und wollte aus dem Bett steigen, aber Sam ließ es nicht zu. Er hatte sich inzwischen ebenfalls aufgesetzt und nahm Dean fest in die Arme. „Geht's dir gut, Darling?", wollte er leise wissen und schmiegte sich eng an den Körper seines Freundes.

Teilweise noch immer von seinem Traum gefangen, wollte sich Dean erst aus Sams Armen winden, doch es war zu schön so gehalten zu werden. Es war wundervoll, dass es jemanden gab, der sich um ihn sorgte, und das nur wegen eines blöden Traums. Und, auch wenn er es nicht mal unter Folter zugeben würde, dass Sam ihn gerade eben als seinen Liebling bezeichnet hatte, setzte sich Deans Herz in Flammen. Es wurde von einem Licht umhüllt, das nur Sam erzeugen konnte und Dean legte seine Arme ebenfalls um ihn, vergrub seinen Kopf in Sams Halsbeuge, schloß die Augen und seufzte zufrieden, bevor er nuschelte: „Mir geht es hervorragend."

Sam lachte leise und drückte Dean noch fester an sich. „Lügner", behauptete er und verteilte Küsse auf Deans Nacken.

„Gar nicht wahr. Mir geht's wirklich gut. Was sag ich gut. Ausgezeichnet! Und wenn du so weiter machst, gibt es gar keinen Ausdruck dafür, wie ich mich fühle", entgegnete Dean und drehte seinen Hals so, dass Sam noch besser herankam.

„Ahh... Sam", keuchte Dean, als sein Freund mit seiner Zunge eine besonders empfindliche Stelle erwischte und auch noch seine Hände einsetzte, indem er sie unter Deans Schlafshirt schob und zärtlich dessen weiche Haut streichelte.

In dem Augenblick, als Dean ebenfalls tätig werden wollte, wurde er plötzlich auf den Rücken geschubst und Sam fiel endgültig über ihn her.

Als sie später gemeinsam unter der Dusche standen und sich gegenseitig einseiften, lag auf Sams Gesicht ein glückseliges Lächeln und das nicht nur, weil Dean ihn soeben mit seinem überaus talentierten Mund verwöhnt hatte, sondern weil das Gesamtpaket Dean einfach unbeschreiblich war. Er konnte sein Glück oft gar nicht fassen, denn jeder Blick, jede Geste von Dean zeigte Sam, wie sehr er geliebt wurde. Natürlich hätte er es auch gerne einmal gehört, aber Sam wußte inzwischen, dass sich Dean mit solchen Worten schwer tat. Aber er hatte auch bemerkt, dass Dean selbst es gerne hörte. Nicht nur das. Indem er Sam bei jeder sich bietenden Gelegenheit berührte,  mal nur kurz, wenn sie nicht alleine waren, manchmal ließ Dean es auch wie zufällig aussehen, so zeigte er Sam unwillkürlich, wie sehr er dessen Berührungen brauchte. Und Sam liebte es.

~*~

Um noch einmal ins Bett zu gehen, war es schon zu spät, daher beschlossen sie, in der Stadt zu frühstücken, bevor sie wieder ihren Jobs nachgingen.

„Um zehn Uhr kommt der Tischler", erinnerte Sam seinen Freund, während er sich sein Brötchen schmierte.

„Weisch isch", nuschelte Dean kauend, was ihm einen strafenden Blick Sams einbrachte. Daher schluckte Dean erstmal alles hinunter, bevor er ergänzte. „Geht sich locker aus. Ich muss nur kurz zur Bürgermeisterin. Keine Ahnung was sie will. Dann sag ich noch im Büro bescheid wo ich zu erreichen bin."

„Gut, denn es wird knapp. Generell glaube ich nicht, dass es sich mit allen Möbeln bis Weihnachten ausgeht. Schon blöd, dass das Obergeschoss so verbaut ist und man daher keine fertigen Möbel reinstellen kann", bemerkte Sam und seufzte genervt.

„Hauptsache wir haben ein Bett, in das dein langer Luxuskörper reinpasst, und zur Not tut's auch ein russischer Schrank, bis der Tischler den Verbau machen kann.

„Russischer Schrank?", fragte Sam Stirn runzelnd nach.

Dean nickte und grinste. „Jupp. Ein paar Nägel in die Wand und schon ist er fertig."

Sam schüttelte belustigt den Kopf und lachte laut auf. „Vergiss es. Ich will einen Kasten mit ordentlichen Türen."

„Alles was du willst, Sammy", entgegnete Dean und war völlig hingerissen von dem Anblick der blitzenden Augen und der hübschen Grübchen, die sich in Sams Wangen bildeten, wenn er lachte.

„Alles?", hakte Sam fragend nach und machte große Augen.

„Außer rosa Tüllvorhängen und diesen Spitzenüberdecken, die es für Betten gibt. Da streike ich, oder geh nur in unser Schlafzimmer, wenn es stockdunkel ist", wehrte Dean ab.

„Idiot", grummelte Sam, schmollend darüber, was Dean ihm unterstellte.

Der seufzte herzzerreißend. „So schnell geht das also bei dir. Vor ein paar Stunden war ich noch dein Darling und nun bin ich nur noch dein Idiot."

‚Ich habe mich schon gewundert, dass er mich nicht zu Recht gewiesen hat, weil ich ihm einen Kosenamen gegeben hatte. Aber offensichtlich mag er es', dachte Sam und ihm wurde ganz warm ums Herz. Daher sagte er laut: „Aber immerhin mein Idiot. Doch da du es offenbar vermisst, dass ich dich Darling nenne..."

„Tu ich nicht. Wer braucht schon Kosenamen", entgegnete Dean entrüstet, stand auf und warf ein paar Geldscheine auf den Tisch. „Jetzt komm schon, Babe, die Arbeit ruft", sagte er dann und grinste Sam breit an.