File 1: stories/1/735.txt
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Ziemlich nervös trat Sam von einem Fuß auf den anderen, während er darauf wartete, dass Dean aus dem Gebäude kam. Er hoffte nach wie vor, Dean hätte ihm schon verziehen und er würde seine Einladung annehmen.

„Hallo, Sam. Was führt dich her?", wollte Dean wissen, nachdem er aus dem Gebäude gekommen und seinen Freund gewahr wurde.

‚Shit. Kein Sammy. Kein Babe. Er ist immer noch sauer auf mich. Aber was habe ich auch erwartet‘, dachte Sam niedergeschlagen. Doch er riß sich zusammen und versuchte ein Lächeln, bevor er, fast ohne Punkt und Komma antwortete: „Ich dachte... ich wollte... es tut mir Leid, Dean. Ich bin ein Idiot und habe total überzogen reagiert und... es tut mir ehrlich Leid und ich will es wieder gut machen, hab Essen besorgt und wir könnten es uns in unserem neuen Haus gemütlich machen, dachte ich und... also, wenn du willst?"

Sam schaute seinen Freund mit einem Dackelblick an, dass der nur noch ergeben seufzen konnte. Natürlich gefiel es Dean, dass er vor ihm fast auf die Knie ging, und das, obwohl Dean gar nicht böse auf ihn war. Er hatte auch gar nicht die Absicht das auszunutzen. Wozu Konflikte heraufbeschwören, die auf Grund von Nichtigkeit eigentlich jeder Grundlage entbehrten. Außerdem würde er so auf einen sehr heißen Abend verzichten. Er müsste also ein totaler Trottel sein, oder ein bescheuerter Egomane, wenn er jetzt auf einem Thema herumritt, das eigentlich gar keines war.

„Schon gut, Sammy. Entschuldigung angenommen. Was gibt's zu futtern?", fragte er und grinste breit.

Sam lachte erleichtert auf und er hätte Dean gerne kurz geküsst. Das wagte er aber doch nicht und erklärte stattdessen: „Ich habe eine chinesische Tafel bestellt. Also von allem etwas. Wir sollten uns beeilen, damit nichts kalt wird."

Dean nickte nur und sie liefen rasch zu seinem Wagen. Keine zehn Minuten später hielt der Marshall vor dem Redaktionsgebäude und nach weiteren fünf Minuten betraten sie das Wohnzimmer.

„Ich hab ganz vergessen mich für die Jungs zu bedanken, die du mir geschickt hast", sagte Sam, während er zum Kamin eilte, um das Holz darin anzuzünden. „Einer oder zwei von ihnen sind eventuell sogar an einer Ausbildung bei mir interessiert."

Dean schaute sich inzwischen neugierig um. Sein Freund hatte sich ganz schön Mühe gegeben, stellte er erfreut fest. Dann entgegnete er: „Schön. Mich interessiert jetzt aber etwas ganz anderes. Wo ist das Fell?"

Sam schaute ihn Stirn runzelnd an. „Welches Fell?"

Dean fing verrucht zu grinsen an. „Na das Eisbärfell, auf dem ich dich sehen will. Nackt, versteht sich."

Sam lächelte verlegen und seine Wangen färbten sich ein wenig, weil er genau wußte, was in Deans Kopf vorging. Doch er hatte absolut nichts dagegen und antwortete daher, wobei er nun ebenfalls grinsen musste: „Bärenfell hab ich zwar keines, aber du kannst mich nackt haben wann und wo du willst."

„Sammy, Sammy. Du bist ganz schön versaut."

„Und ich frage mich, wessen Schuld das ist", gab Sam murmelnd zurück.

„Na deine. Wer hat den die längsten und schönsten Beine, die noch dazu genau dorthin führen, wo es noch interessanter wird. Kein Wunder, dass man da ganz wuschig wird. Ach pfeiff aufs Fell", befand Dean, stürzte sich auf seinen Freund und eroberte erstmal dessen Lippen.

„Das Essen", nuschelte Sam, als sie den Kuss kurz unterbrechen mussten.

„Später. Erst verbrennen wir ganz viele Kalorien, okay?", schlug Dean vor. Sam schien mit dem Vorschlag einverstanden zu sein, denn er zog seinen Freund fest an sich und küsste ihn nun seinerseits voller Verlangen, während er ihn zu Boden drängte.

Es lag nicht am Feuer im Kamin, dass die Beiden kurz darauf gehörig ins Schwitzen kamen.

~*~

„Mhh... das sollten wir öfter machen", seufzte Dean zufrieden und legte sich ermattet zurück.

Sam brummte nur etwas Unverständliches. Um zu reden war er viel zu geschafft, aber seine Kräfte reichten noch, um sich eng an seinen Freund zu kuscheln. Lange hielt die Idylle jedoch nicht, denn plötzlich begann Deans Magen laut zu knurren.

„Nicht jetzt", jammerte Sam daraufhin, da er wusste, dass es keine zwei Sekunden dauern würde und er würde seinen gemütlichen Platz verlieren.

Dean lachte leise. „Ich gehe schon. Du darfst liegen bleiben, Babe. Kriegst ohnehin nichts mehr in die Höhe."

„Hey. Gib mir zehn Minuten und ich kann wieder", entgegnete Sam entrüstet, jedoch ohne sich zu bewegen.

Dean konnte nicht anders als schallend zu lachen. „Ich meinte, dich kriegst du nicht mehr in die Höhe. Nicht dein bestes Stück. Wobei, er hat sich echt gut geschlagen."

„Dito und ich gehe. Schließlich bist du es, den ich heute rundherum verwöhnen wollte. Also mach es dir gemütlich. Ich wärme das Essen und dann füttere ich dich", sagte Sam und erhob sich tapfer.

‚Ich steh auf mein neues Leben', dachte Dean und grinste begeistert. Dann sprang er auf und zog Sam an der Hand in die Höhe. „Komm, wir machen das zusammen und dann gucken wir mal, was man außer zu essen noch so in der Küche anstellen kann", ergänzte er und zwinkerte Sam zu.