File 1: stories/1/738.txt
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Eine knappe Stunde später, nachdem sie wunderbar gegessen hatten, begannen Sam und Dean die Kartons in ihrer beider Autos zu verteilen.

„Du bist ein verdammter Mistkerl. Ich habe mir schon die größten Sorgen gemacht, was du von dir geben wirst, und an alles was du denken kannst ist Essen", knurrte Sam Dean an und hievte seine Schachtel auf den Rücksitz, wo Dean seine gerade abgeladen hatte.

„Aber Sammy. Was denkst du nur von mir. Ich würde dich doch niemals in Verlegenheit bringen", entgegnete Dean grinsend.

„Pha, du hast bloß keine Lust auf der Couch zu schlafen."

„Okay, das auch. Aber nur deinetwegen. Du könntest gar nicht einschlafen, wenn ich nicht neben dir liege."

„Selbstherrlich bist du wohl gar nicht? Du bist es doch, der zum Oberkuschler mutiert ist. Gib es ruhig zu", konterte Sam und grinste nun seinerseits.

Dean stemmte seine Hände in die Hüften und schaute seinen Freund entrüstet an. „Ich? Davon träumst du wohl."   

Sam trat zu Dean hin, schloss ihn in die Arme und machte sich etwas kleiner, sodass er seinen Kopf in Deans Halsbeuge schmiegen konnte. Dann flüsterte er seufzend. „Mhh... Sammy, soo gut."

„Nie im Leben führ ich mich so auf. Ich bin doch kein Mädchen", behauptete Dean vehement und schob Sam energisch von sich.

„Doch, tust du. Also streite es gar nicht erst ab."

„Ach, halt einfach den Mund", knurrte Dean schmollend und eilte zurück zum Haus, um den nächsten Karton zu holen.

 ‚Toll, vom Killer zum Kuschler. Was für eine Karriere', dachte er missmutig, während er die nächste Schachtel aufnahm. Er horchte in sich hinein, indessen er wieder zurück zum Wagen ging, aber da war kein unangenehmes Gefühl, weil er sich nach Sammys Nähe sehnte. Im Gegenteil. Dennoch, peinlich war es trotzdem, wie er sich aufführte.

Als er auch diese Schachtel abgestellt hatte und zurückgehen wollte, hielt Sam ihn auf, indem er erneut die Arme um ihn schlang. „Ich steh drauf, dich im Arm zu halten und auch darauf, wenn du es tust und mich hältst. Außerdem, du hast völlig Recht. Ich kann nicht mehr ohne dich schlafen. Ich muss dich spüren. Wissen, dass du da bist. Immer."

Dean brachte kein Wort heraus. Sams wundervolles Geständnis hatte ihm buchstäblich die Kehle zugeschnürt. Daher tat er das einzige, wozu er derzeit fähig war. Er nahm Sams Kopf vorsichtig in seine Hände und küsste ihn, legte alle seine Gefühle in diesen Kuss und hoffte, dass Sam verstand.

Das tat er. Dean konnte es in Sams Augen sehen, nachdem sie den Kuss abgebrochen hatten und sich anschauten.

~*~

Am nächsten Vormittag waren die Motorradjungs gerade dabei die Kartons hinauf in die Wohnung zu tragen, als Dean eintraf.

„Ist Sam oben?", fragte er einen der Jungs, von dem er inzwischen wusste, dass er Jerry hieß. Als der nickte, schnappte sich Dean ebenfalls eine Schachtel und erklomm die Stufen in den ersten Stock. Oben angekommen, ging er gleich in die Küche, da auf dem Karton, den er trug, Geschirr stand. So wie er Sophie Hensen inzwischen kannte, brauchte er sich keine Sorgen zu machen, verschnörkelte, mit Rosen und Veilchen verzierte Tassen und Teller vorzufinden.

Daher griff er nach seinem Messer und schnitt die Schachtel auf. Wie erwartet befanden sich Teller und Tassen darin, die zu Sam und ihm passten und Dean nickte zufrieden. Er packte alles aus und stellte das Geschirr auf den Küchentresen. Dann machte er sich auf die Suche nach Sam. Er fand ihn im Schlafzimmer. Beziehungsweise in ihrem neuen Ankleidezimmer, wo er gerade Bettwäsche in einen der Schränke räumte. Ein paar Laken hatte er noch in der Hand.

„Hallo, Sam", wurde er von Dean begrüßt, der ihm auch noch einen kleinen Kuss auf die Lippen drückte.

„Hey, hast du frei?"

„Nein, aber 20 Minuten Pause und ich wüsste genau, was wir mit dieser Zeit anstellen... wow, das ist ägyptische Baumwolle", stellte er erstaunt fest und strich ehrfürchtig über den feinen Stoff.

„Woher weißt du das denn?", wollte Sam amüsiert wissen.

„Hab schon darin geschlafen und ich sage dir, es gibt nichts Besseres auf dem Markt."

„Geschlafen? Mit wem?", konnte sich Sam nicht verkneifen zu sagen und Eifersucht schwang in seiner Stimme mit.

„Falsche Frage. Wo... hätte gepasst. Die Antwort; in Ägypten natürlich und dort bleibt man besser keusch, wenn man nicht will, dass einem der Schwanz abgeschnitten wird. Also kein Grund zur Eifersucht, Babe", erklärte Dean grinsend.

Sam fühlte sich ertappt und das zeigte sich, indem sich seine Wangen färbten. Er lächelte verlegen und stahl Dean rasch einen Kuss, bevor er sagte: „Dann werde ich die Laken aufziehen, damit wir heute Nacht testen können, wie sie sich anfühlen, wenn man mehr darauf tut, als schlafen."

„Ein genialer Plan, Sammy, und ich schneide dir auch nichts ab. Im Gegenteil", erwiderte Dean und grinste breit.