File 1: stories/1/739.txt
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„Was machst du da?", wollte Dean noch ziemlich verschlafen wissen. Er war aufgewacht, weil er Sam nicht mehr neben sich gespürt hatte, und fand ihn nun in der Küche vor. Ein Zettel lag vor ihm und Dean gab Sam einen Kuss auf die Wange, bevor er zur Kaffeemaschine ging und sie anstellte.

„Die Weihnachtsgeschenkliste", erklärte Sam und hielt Dean seine leere Tasse hin. Der war froh, dass er sich damit beschäftigen konnte Kaffee nachzufüllen. So vermochte er gleichzeitig über Sams Aussage nachdenken. ‚Mist, sicher erwarten jetzt alle aus Sams Familie, dass ich ihnen etwas schenke, und vor allem was? Weihnachten ist echt in jeder Hinsicht ätzend‘, schoß es ihm durch den Kopf, bevor er antwortete: „Geschenke, daran habe ich noch gar nicht gedacht. Das heißt, wir müssen einkaufen. Schreib bitte auch gleich für mich auf, was sich deine Leute wünschen, damit wir das rasch hinter uns bringen", forderte er Sam auf, so würde dieser Kelch an ihm vorüber gehen, hoffte er. Dann stellte Dean ihm seine gefüllte Tasse, die er mit Zucker und Milch verfeinert hatte, vor die Nase.

„Danke", sagte Sam daraufhin, lächelte Dean an und trank erstmal einen Schluck.

Dean wurde ganz warm ums Herz. ‚Für dieses Lächeln würde ich in die Hölle gehen und zurück‘, dachte er und trank ebenfalls. „Also, was muss ich kaufen?", wollte er dann erneut wissen.

Sam schüttelte leise lachend den Kopf. „So läuft das nicht in meiner Familie. Wir schenken uns Dinge, die nichts kosten. Wenn es gar nicht anders geht, dann darf ein Geschenk den Wert von zehn Dollar nicht überschreiten."

Dean riss erstaunt die Augen auf. „Was? Wie soll das denn gehen? Schenken ohne Geschenke? Schön blöd. Man kauft einfach ein paar Sachen und gut ist."

„Finde ich nicht. Weihnachten hat ja nicht den Sinn in den Konsumrausch zu verfallen. Natürlich ist es schwerer etwas zu finden, das nichts, oder fast nichts kostet, aber so denkt man wirklich über die Leute nach, die man beschenken will. Übrigens, keiner von meinen Leuten wird dir böse sein, wenn du nichts schenkst", erklärte Sam.

„Verstehe, ist ja auch eure Familiensache", entgegnete Dean und versuchte so neutral wie möglich zu klingen. Sam sollte nicht merken, wie sehr ihn dessen Worte getroffen hatten. Aber so war es nun mal. Er gehörte nicht zu dieser Familie. Im Höchstfall gehörte er zu Sam, mehr aber auch nicht.

Doch Sam hatte den Stimmungswandel sehr wohl bemerkt. „Unsere Familiensache. Falls du es noch immer nicht kapiert hast. Meine Mutter hat dich bereits so gut wie adoptiert und Tessa sieht dich inzwischen wie einen Bruder, seit sie es aufgegeben hat, für dich als ihrem Freund zu schwärmen. Pech gehabt. Alles Meines." Sam betrachtete Dean von oben bis unten mit begehrlichen Blicken und leckte sich über die Lippen. „Meins. Meins", murmelte er erneut, zog Dean an sich und küßte ihn stürmisch. Der erwiderte den Kuss nur zu gerne und seufzte enttäuscht, als die den Kuss abbrechen mußten.

 „Wann mußt du los?", wollte Sam mit belegter Stimme wissen.

„Auf jeden Fall später", gab Dean grinsend zurück, zog Sam hoch und drängte ihn mit dem Rücken an den Tresen. Seine Hände glitten unter Sams T-Shirt und er strich über die weiche Haut, die unter seinen Fingerspitzen erschauderte.

„Dean", keuchte Sam als der an seinen Nippeln ankam und mit ihnen spielte. Wieder trafen sich ihre Lippen und die nächste Zeit hörte man nur das Stöhnen der Beiden.

~*~

Dean stapfte durch den Schnee auf sein Büro zu und grinste glückselig vor sich hin. Fantastischen Sex mit seinem Sammy. Besser konnte man den Tag gar nicht beginnen und er beschloss, das in Zukunft als tägliches Ritual einzuführen, sobald sie hier in der Stadt wohnen würden. Auf der Farm waren die Wände ziemlich dünn und Sam zuliebe hielten sie sich da etwas zurück. Selbst in Deans kleiner Wohnung über der Werkstatt waren sie nicht sicher, ob nicht irgendjemand plötzlich vor der Tür stand.

„Farm, Familie, Geschenke", fiel Dean plötzlich ein und er seufzte genervt. „Ich habe nicht die geringste Ahnung was ich den Hensens schenken soll. Was für eine saublöde Idee. Nichts kaufen. Der Humbug kommt sicher von dem Doc. Nur einem Psychoheini kann so etwas Hirnrissiges einfallen. Das einzig Gute ist, dass ich wenigstens nicht anwesend sein muss, wenn die auf merry Christmas machen. Ein Hoch auf die Bürgermeisterin. Die Drachenlady weiß gar nicht, was sie mir damit für einen Gefallen getan hat", brummte Dean vor sich hin. Dabei fragte er sich, wieso er Sam noch nicht gesagt hatte, dass er bei den Festivitäten nicht anwesend sein würde.

„Na ja. Ich hatte heute Morgen halt Wichtigeres zu tun", sagte er sich und mußte grinsen, als er erneut an ihre Aktivitäten in der Küche dachte. 

„Ich sage es ihm, wenn wir uns zum Mittagessen treffen", entschied Dean und betrat sein Büro.