File 1: stories/1/724.txt
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Dean erwachte am frühen Morgen und sein erster Blick galt Sam, der auf dem Bauch lag, das schlafende Gesicht ihm zugewandt. Der ehemalige Agent und jetzige Sheriff, oder vielmehr Marshall, strich Sam eine der langen Haarsträhnen aus dem Gesicht und hauchte einen sanften Kuss auf dessen Nase, bevor er so vorsichtig wie möglich aufstand, um seinen Geliebten nicht zu wecken. Doch bevor er das Schlafzimmer verlassen konnte, mußte er noch sein tägliches Ritual vollziehen. Daher hob er die Decke leicht an, legte somit Sams Hinterteil frei und drückte einen Kuss auf den inzwischen verblaßten Buchstaben. Sams leises Brummen entlockte Dean ein Schmunzeln. Er deckte seinen Geliebten sorgfältig zu, der sich mit einem zufriedenen Seufzen tiefer ins Kissen kuschelte und trotz Deans Attacke nicht wach geworden war.

Fünfzehn Minuten später lief Dean frisch geduscht und in Jeans, schwarzem T- Shirt, sowie seiner Lederjacke, die Treppe hinunter. Obwohl Sonntag war, musste er heute zur Arbeit, aber sein erster Weg führte ihn über den Hof zum Haus der Hensens und dort in die Küche. Sams Mutter Sophie bestand darauf, dass ihr Sohn und ebenso Dean, den sie inzwischen sehr ins Herz geschlossen hatte, zum Frühstück ins Haus kamen, bevor sie ihren Tätigkeiten nachgingen.

Anna, die Küchenperle des Hauses, stand wie gewohnt am Herd, als Dean eintrat und freundlich grüßte.

„Du kannst Eier mit Speck und Pfannkuchen haben", verkündete sie, nachdem sie den Gruß freundlich erwidert hatte.

„Du bist die beste Anna die ich kenne", entgegnete Dean und strahlte sie an, während er sich eine Tasse aus dem Bord nahm und sich Kaffee einschenkte. Anschließend nahm er am Küchentresen Platz und schaute der Köchin bei ihrer Arbeit zu.

„Wahrscheinlich, weil ich die einzige Anna bin die du kennst", gab sie lachend zurück und füllte einen Teller. Dann stellte sie ihn Dean hin und legte Besteck dazu.

„Dazu verweigere ich die Aussage. Aber soviel will ich sagen, ich tu mir jetzt schon Leid, wenn wir in der Stadt wohnen."

„Ihr hättet ja hier wohnen bleiben können, dann könntet ihr meine Köstlichkeiten weiterhin genießen, aber ihr habt euch ja dagegen entschieden." Annas Stimme klang schon etwas beleidigt, fand Dean, und deshalb erwiderte er tröstend: „Wenn ich könnte, würde ich dich mitnehmen, aber Mr. und Mrs. Doc würden mich ungespitzt in den Boden rammen, wenn ich auch nur versuchen würde, dich abzuwerben. Mal ganz davon abgesehen, dass du hier nie weg gehen würdest. Daher rechne fest damit, dass Sam und ich oft, sehr oft hier aufkreuzen werden, damit wir nicht verhungern. Zum Glück sind es nur 30 Minuten von der Stadt bis hierher." Dean kratzte noch den letzten Rest von seinem Teller und stand dann rasch auf. „Ich muss jetzt los. Danke, es war wieder köstlich."

„Es gibt Steaks und Bratkartoffel heute Abend", rief sie ihm lächelnd nach und Dean drehte sich noch mal um, bevor er die Tür erreichte. „Kuchen auch?", wollte er neugierig wissen.

Anna schüttelte lachend den Kopf. „Gab's denn schon mal keinen?"

„Sagte ich schon, dass du die Beste bist?", gab er breit grinsend zurück, was ihm ein „verschwinde du Charmeur und sei pünktlich", von der Köchin einbrachte.

Er lachte und winkte ihr zum Abschied. Dann eilte er zu seinem Wagen.

~*~

„Mhh... Dean", keuchte Sam erregt und rieb sich an seinem Freund, der ihn in immer größere Erregung versetzte und ihn dazu brachte, sich schneller zu bewegen, bis er letztendlich mit einem tiefen Stöhnen kam. Sam brauchte ein paar Minuten, um seine Augen zu öffnen, und was ihm dann bewußt wurde, trieb ihm die Schamesröte ins Gesicht. Langsam richtete er sich auf und stellte entsetzt fest, dass ein Teil seines Traumes wahr geworden war. Rasch schaute er sich um und stellte erleichtert fest, dass Dean nicht im Zimmer war. Augenblicklich fiel Sam ein, dass Dean heute Dienst hatte und daher sicher schon vor Stunden aufgestanden war.

„Wenigstens kriegt er so nicht mit, was mir in meinem Traum passiert ist. Sein Ego ist ohnehin schon groß genug", brummte Sam vor sich hin, mußte darüber aber lächeln, während er aufstand und erstmal rasch die Bettwäsche wechselte. Er nahm sich vor, später gleich in den Keller im Haupthaus aufzusuchen, um die Wäsche zu waschen. Doch erstmal brauchte er dringend selbst eine Dusche. Ein Blick auf die Uhr zeigte ihm, dass er sich beeilen mußte, wenn er noch frühstücken wollte.

Obwohl, oder gerade weil Sonntag war, würde er sich mit Joe Peters treffen. Joe hatte beim Tagesboten gearbeitet, bevor der Besitzer ums Leben gekommen war und Sam hoffte, ihn wieder als Mitarbeiter gewinnen zu können, da dieser Mann mit allen Maschinen der Zeitung arbeiten konnte.

~*~

Sam hatte sich sehr beeilt und als er die Küche seiner Eltern betrat, traf er nicht nur auf Anna, sondern auch auf den Rest seiner Familie, die um den Küchentisch saß und bereits frühstückte.

„Guten Morgen zusammen", rief er fröhlich und wurde ebenso freundlich von allen zurückgegrüßt.

„Wo ist Dean?", wollte sein Vater wissen und Sam verkniff sich eine genervte Antwort. Sein Vater traute Dean noch immer nicht und befürchtete nach wie vor, er wäre nicht gut für seinen Sohn. Aber zumindest behandelte er Dean höflich, wenn auch distanziert. Seine Mutter und Tessa jedoch verstanden sich sehr gut mit ihm und waren seinem Charme komplett erlegen.

„Dean arbeitet heute, wie jeden zweiten Sonntag im Monat", erklärte Anna spitz und wandte sich dann Sam zu, um besonders freundlich zu sagen: „Ich habe extra Waffeln gebacken, die magst du doch so gerne."