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Als Dean am späten Vormittag seine Polizeistation betrat, hatte er Barnes im Schlepptau. Sally und Hilfssheriff Kimbly grüßten und schauten Dean dann fragend an.

„Das ist Max Barnes und sobald ich ihn vereidigt habe, ist er unser zweiter Hilfssheriff. Barnes, das ist Sally Fielding und Owen Kimbly, der erste Deputy hier. Er wird Ihnen alles erklären und zeigen, was Sie wissen müssen. Aber natürlich können Sie mit jeder Frage oder jedem Anliegen zu mir kommen. Jederzeit", sagte Dean. Mit diesen Worten machte er gleichzeitig Kimbly klar, wer der Boss war.

„Aber wieso brauchen wir einen zweiten Deputy? Bisher habe ich das gut alleine hingekriegt", bemerkte Kimbly, sichtlich beleidigt.

„Das hat nichts mit Ihnen zu tun, Kimbly. Sie machen ihre Arbeit wirklich gut und ich bin mehr als zufrieden mit Ihrer Leistung. Doch überlegen sie mal. Sie und ich haben kaum Freizeit, Owen, und sicher wollen Sie zu den Feiertagen auch mal einen Tag mit ihrer Familie verbringen. Mit Mr. Barnes haben wir die Unterstützung die wir brauchen."

Nach diesen Worten hellte sich der Gesichtsausdruck von Kimbly deutlich auf und er nickte zustimmend.

„Gut, das wäre geklärt. Nächster Akt. Vereidigung. Ich brauche euch als Zeugen und einen Sheriffstern", sagte Dean an Owen und Sally gewandt. Die junge Frau holte auch gleich einen aus der Lade ihres Schreibtischs und reichte ihn an Dean weiter. Der sagte sein Sprüchlein auf und als Barnes dran war zu antworten, mußte Dean ihn zwei Mal dazu auffordern, denn der junge Mann hatte offensichtlich nur Augen für Sally.

‚Na toll, jetzt verliebt sich der Trottel auch noch auf den ersten Blick. Als ob er sonst keine Probleme hätte. Das kann ja lustig werden‘, dachte Dean, während er Barnes den Stern in die Hand drückte.

„Willkommen in unserer kleinen Runde, Deputy Max Barnes", flötete Sally auch schon und lächelte den Neuen schmachtend an. Dean verdrehte die Augen, Owen bemerkte es und grinste seinen Boss an.

„Okay", sagte Dean und grinste kurz zurück. „Sally, sie sorgen dafür, dass Barnes alles bekommt was er braucht. Kleidung und so weiter. Waffe kriegen Sie irgendwann später mal von mir", klärte er Max auf. „Jetzt noch zur Diensteinteilung für die Weihnachtsfeiertage. In dieser Stadt ist es üblich, dass derjenige, der als letztes eingestellt wurde, den Hauptdienst übernimmt. In diesem Fall sind Sie das Barnes."

~*~

Sam lief durch die Strassen und verteilte Flugblätter an die Menschen die ihm entgegen kamen. Er warb für seine Zeitung und kündigte für Weihnachten Gratisexemplare an. Die Leute waren durchwegs begeistert, dass es wieder eine Tageszeitung in ihrer Stadt geben würde und hatten viele nette Worte für Sam übrig. Gerade hatte er den letzten Zettel weitergegeben, als sein Blick in eine Auslage fiel. Ein breites Lächeln huschte über sein Gesicht, dann betrat er das Geschäft.

~*~

Dean betrachtete sein Werk und grinste zufrieden. Vor einer halben Stunde war die Matratze geliefert worden und er hatte gerade eben die Bettwäsche aufgezogen. Jetzt konnte er es kaum erwarten, das neue Bett mit Sam einzuweihen. Doch das mußte warten. Nicht nur, weil es erst früher Nachmittag war. Die Tages oder Nachtzeit spielte für Dean und auch für Sam keine Rolle, um sich zu vergnügen. Allerdings würden sie das verschieben müssen, denn Dean hatte zugesagt, beim Fällen des Weihnachtsbaumes zu helfen. Bei den Hensens schien das ein besonderes Ereignis zu sein und da Dean ja, wie Sam glaubte, den Weihnachtsabend nicht mit der Familie verbringen würde, wurde der Marshall von seinem Freund genötigt, mitzufahren, um den Baum zu holen.

Ein Blick auf die Uhr verriet Dean, dass er sich beeilen musste und so eilte er zum Wagen. Als er auf der Farm ankam, standen Sam, Tessa und Aldin schon neben dem Truck und warteten ganz offensichtlich ungeduldig auf ihn.

Rasch stieg Dean aus und ging auf die Drei zu. „Hey Leute. Auf geht's, killen wir einen unschuldigen Baum."

Sam verdrehte die Augen. Tessa kicherte und Aldin schaute nur genervt, dann stiegen sie in den Wagen. Die Fahrt dauerte eine gute halbe Stunde und als sie aus dem Wagen stiegen, stellte Dean erstaunt fest, dass sie sich vor einer Tannenplantage befanden.

„Okay, wer ist der Unglückliche", sagte er dann grinsend und nahm eine der Äxte von der Ladefläche.

„Welcher die Ehre hat in unserem Wohnzimmer zu stehen, wird sich noch weisen. Machen wir uns auf die Suche", bestimmte Aldin und marschierte los.

Nachdem sie eine halbe Stunde zwischen den Bäumen herumgegangen waren und noch keinen für würdig befunden hatten, maulte Dean. „Wie lange wollen wir den noch durch diese Schneepampa latschen? Hacken wir doch irgendeinen um. Baum ist Baum. Wenn der Schmuck dranhängt sehen sie eh alle gleich aus."

„Baum ist Baum? Was redest du denn da, du Grinch", schimpfte Tessa sogleich los. „Der Baum ist das Wichtigste überhaupt und er muss perfekt sein."

Da auch Aldin und Sam zustimmten, grummelte Dean nur etwas unverständliches, schulterte seine Axt und trottete hinter den anderen her.

Endlich war der perfekte Baum gefunden. Sam und Dean hackten ihn um und kamen dabei gehörig ins Schwitzen, was Dean auch dementsprechend kommentierte, sehr zur Belustigung der anderen.

Als sie eine Stunde später wieder auf der Farm ankamen, warteten Sophia und Anna mit Plätzchen und heißem Tee auf sie, wobei den Männern ein guter Schuss Whiskey in den Tee gegossen wurde. Damit war Dean wieder mit der Welt versöhnt und er stürzte sich förmlich auf den Keksteller.

Später standen Sam und Dean in der Dusche in Sams Wohnung und genossen es sich gegenseitig zu verwöhnen. Als sie letztendlich ziemlich erschöpft im Bett lagen, schmiegte sich Sam in Deans Arme und seufzte: „Es ist trotzdem schade, dass du bei unserer Familienweihnachtsfeier nicht dabei sein kannst. Ist halt leider nicht zu ändern. Wann denkst du, dass wir uns treffen können?"

Dean grinste freudig vor sich hin: „Ich würde sagen, bei eurer Familienfeier. Wann soll ich den aufsalutieren?"

Sam wand sich aus Deans Armen und setze sich auf. Dann starrte er ihn fassungslos an. „Soll das heißen... du... kommst?"

„Hab ich doch gerade gesagt", entgegnete Dean und sein Grinsen wurde noch breiter.

„Aber wieso jetzt doch und ...ach egal", stellte Sam fest und stürzte sich auf seinen Freund, um ihn heftig zu küssen.