File 1: stories/1/744.txt
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Die letzten paar Tage vor dem Weihnachtsfest sahen sich die Beiden vor lauter Arbeit kaum noch. Dean hatte nicht erwartet, dass er und seine Leute so viel zu tun haben würden. Die Bürger der Stadt nahmen sie für so gut wie alles in Anspruch, was auch nur im Entferntesten mit dem Weihnachtsfest zu tun hatte.

Aber auch Sam kam kaum dazu, Luft zu holen. Die Maschinen in seiner Redaktion ratterten Tag und Nacht. Tom und Jerry waren inzwischen offiziell bei ihm angestellt, dennoch hätte er im Moment noch gut ein paar weitere Leute gebrauchen können. Zum Glück half Tessa nach der Schule immer wieder mal aus, um ihr Taschengeld aufzubessern, und auch Dean packte nach seinem Dienst kräftig mit an. Durch alle diese Helfer gelang es, dass sich in der Nacht vor dem Heiligen Abend die gebündelten Zeitungen in der Halle der Redaktion stapelten.

„Fertig. Und das in jeder Hinsicht", erklärte Sam und obwohl man ihm die Erschöpfung ansehen konnte, strahlte er über das ganze Gesicht.

„Das hast du toll hingekriegt, Babe", lobte Dean und küßte seinen Sammy kurz, wobei es ihm egal war, dass Sams Mitarbeiter zuguckten.

Prompt färbten sich Sams Wangen, doch sein Lächeln blieb und der liebevolle Blick, den er Dean zuwarf, schickte sofort wieder Sonnenstrahlen in dessen Herz.

Sam unterbrach den Blickkontakt und wandte sich wieder seiner Mannschaft zu, die überall hinschaute, nur nicht zu Dean und Sam, der sagte: „Danke Leute. Ihr wart klasse. Wenn der ganze Rummel vorbei ist lade ich euch alle zum Essen ein. Aber jetzt ab mit euch nach Hause und richtig ausschlafen." 

Dann drückte er jedem seiner Leute ein Kuvert in die Hand. „Ich wünsche euch frohe Weihnachten."

Erstaunt, aber auch höchst erfreut über die unerwartete Weihnachtsgratifikation, bedankten sie sich und wünschten Sam und Dean ebenfalls ein schönes Fest. Sein Druckermeister, Joe, klopfte Sam anerkennend auf die Schulter. „Sehr gut gemacht, Junge", bemerkte er, dann verließ auch er das Gebäude.

Nun waren nur noch Tom und Jerry übrig, der leise zu Sam sagte: „Wir stehen dann um vier wieder auf der Matte, Boss. Das Zeug muss schließlich unter die Leute und ich hoffe es ist okay, dass wir die anderen Jungs mobilisiert haben, um zu helfen?"

Sam lächelte den schüchternen Jungen an. „Mehr als okay, Jerry. Danke. Aber ehrlich gesagt kann ich von euch nicht erwarten, dass ihr in drei Stunden schon wieder zur Arbeit kommt. Ihr habt wirklich schwer geschuftet, also schlaft euch besser aus."

„Ach was", winkte Tom ab. „Wir sind jung und halten das locker aus. Bis später, Boss", sagte er grinsend, packte Jerry an der Hand und zog ihn mit sich aus dem Haus.

„Die Zwei sind süß zusammen", behauptete Sam und Dean nickte. „Ich mach jedem die Hölle heiß, der sich homophob gegen sie aufführt. Aber jetzt habe ich Hunger."

Sam lachte leise. „Damit habe ich gerechnet. Der Pizzajunge müsste jeden Moment auftauchen."

„Du bist der Beste", strahlte Dean seinen Freund an. „Und verdammt sexy mit dieser Druckerfarbe im Gesicht." Er überwand die paar Schritte zu Sam, zog ihn an sich und küsste ihn erst sanft, dann stürmischer. „Wann kommt die Pizza noch mal?"

„In fünf, höchstens zehn Minuten", nuschelte Sam, um gleich darauf Deans Lippen in Beschlag zu nehmen.

„Mist, aber okay, dann halt erst essen und dann fick..."

„DEAN!", rief Sam mahnend.

„Was denn? Erzähl mir bloß nicht, dass..."

Ein lautes Klopfen an der Tür unterbrach ihren Disput und Sam atmete erleichtert aus, bevor er zur Tür lief. Dean registrierte es grinsend und beschloss gleichzeitig, das Thema in dieser Form nicht mehr zu erwähnen.

Wie erwartet stand der Pizzabote draußen und ein paar Minuten später saßen Sam und Dean in ihrer Küche. Sie waren den ganzen Tag nicht dazu gekommen etwas zu essen, und mit dementsprechendem Heißhunger fielen die Beiden über ihre Pizza her.

„Jetzt brauche ich unbedingt etwas Süßes", behauptete Dean, nachdem er seine Pizza verschlungen hatte.

„Sorry, da muss ich dich enttäuschen. Wir haben nichts da", klärte Sam ihn auf, doch Dean grinste nur. „Doch, ich habe."

„Ach ja? Was denn?", wollte Sam neugierig wissen.

Deans Grinsen wurde breiter. „Na dich", entgegnete er, beugte sich über den Tisch und küsste Sam sanft.

~*~

Dean und Sam hatten gar nicht erst geschlafen. Nach ihren Aktivitäten blieb nicht mehr genug Zeit, dass es sich wirklich gelohnt hätte. Daher standen sie um vier Uhr früh in der Lobby und teilten die Zeitungspacken an die jungen Leute aus, die pünktlich aufgetaucht waren. Auch Sam und Dean beteiligten sich an der Verteilung und so hatten sie um sechs Uhr alle Zeitungen in der ganzen Stadt verteilt.

„Schlafen", brummte Sam nur und ging ohne ein weiteres Wort die Treppe hoch. Dean folgte ihm wortlos und im Schafzimmer angekommen, schälten sich beide aus ihren Kleidern und krabbelten ins Bett. Kaum hatte sich Sam an Dean geschmiegt, schlief er auch schon. Dean bemerkte es schmunzelnd. „Schlaf gut, Sammy", murmelte er, drückte ihm einen kleinen Kuss auf die Stirn und schlief ebenfalls sofort ein.