File 1: stories/1/129.txt
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„Faith! Du bist schon entlassen? Warum hast du nicht angerufen, wir hätten dich abgeholt. Schön das du da bist. Natürlich bleibst du hier". Angel stürmte freudig auf sie zu und umarmte sie herzlich.

Erleichtert erwiderte die Jägerin seine Umarmung. „Gute Führung, weißt du. Da haben sie mich früher rausgelassen. Und ich wollte nur noch weg. Bis zum Abend warten, das hätte ich nicht ausgehalten, also nahm ich den Bus und kam hier her. Du hast mir bei deinem letzten Besuch ja angeboten eine Zeit lang bei dir zu wohnen. Ich war nicht sicher ob das Angebot noch gilt, dachte ich frag halt mal". Meinte sie unsicher.

„Aber sicher. Komm, ich stell dich gleich mal vor." Sagte Angel freundlich, nahm sie bei der Hand und zog sie zu Spike und Gunn.

„Das ist Charles Gunn, er gehört schon ne ganze Weile zu unserer Truppe und hilft uns in unseren Kämpfen gegen das Böse.“ Die beiden begrüßten sich mit Handschlag, Faith und Gunn sahen sie intensiv in die Augen. Dann wandte sie sich rasch Spike zu.

„Und den hier kennst du von Erzählungen Wesleys und Giles, er,..“

„Hey Jägerin“, unterbrach Spike ihn. „Ich bin Spike, früher William der Blutige, aber jetzt mit Seele, und versuche alles mögliche, damit dieser Poof hier“, er deutete auf Angel, „am Unleben bleibt.“ Spike hielt ihr die Hand hin und versuchte ein Grinsen, das jedoch kläglich misslang.

„Weil ich das nötig hätte.“ Murmelte Angel.

„Hast du!“ Sagte Spike überzeugt.

„ Nur weil du mich einmal getragen hast, kannst du nicht behaupten, du hättest mich gerettet, es war eher umgekehrt, falls du dich erinnerst, ich habe,..“

„Ah, es geht wieder los, Gott sei dank, ich war ja schon echt besorgt, weil ihr fünf Minuten nicht gestritten habt.“ Grinste Gunn.

Faith sah verständnislos zwischen den dreien hin und her.

Äh, Faith ich erklärs dir irgendwann. Komm ich zeig dir dein Zimmer, du kannst dich frisch machen und etwas ausruhen, okay?“ Wandte sich Angel zu der Jägerin.

„Ich muss auch wieder. Wir treffen uns dann, wenn es Dunkel ist.“ Sagte Gunn, warf noch einen längeren Blick auf Faith und verließ mit einem Gruß das Hotel.

„Ich geh dann mal hoch im meinem Zimmer hab was zu erledigen.“ Murmelte Spike.

„Was hast du zu erledigen, du erledigst doch sonst nie was?“ Fragte Angel verwundert.

„Na Sachen, ich hab Sachen zu erledigen, und jetzt frag nicht so viel und kümmere dich um deinen Gast, verdammt.“ Rief Spike aufgebracht und stürmte hinauf in sein Zimmer. Als er oben ankam schloss er die Tür und drehte den Schlüssel herum. Er warf sich mit dem Rücken auf sein Bett uns starrte zur Decke. Der dritte Krieger, es hatte sie sogleich erkannt. Buffy hatte ihm alles erzählt, über Faith. Sie musste der dritte Krieger sein. Es gab nur Angel, den ersten Krieger, von den Mächten ernannt, und die 2 Jägerinnen. Buffy war die Zweite, also konnte Faith nur die Dritte sein. Und die Orakel hatten gesagt, der dritte Krieger gehört zu Angel. Nicht einmal eine Woche hatten sie ihm, Spike gegönnt, keine lausige Woche. Gerade ein paar Stunden, und damit musste er zufrieden sein. Er kniff die Augen zusammen und unterdrückte seine Tränen.

„Gut, mehr ist nicht. Ich hab’s nicht anders verdient, das weiß ich,“ dachte er.

„Und weil ich ein Idiot bin, und meine Klappe nicht halten kann, muss ich das jetzt wieder hinbiegen, damit Angel und Faith zusammenkommen. Wer hätte auch gedacht, das der verdammte Poofer alles hört was ich sage, nicht einmal in einem anständigen Koma kann er liegen, nein, mein süßer Kuschelvampir liegt natürlich in einem Wachkoma, damit ich mal wieder in Schwierigkeiten bin, ist ja nichts neues, das kann ich ja besonders gut, in Scheiße bauen bin ich echt Spitze, das kann keiner so gut wie ich. Und das Schlimmste ist, das ich ihn mit der Jägerin zusammen bringen muss, dabei liebe ich ihn, das es weh tut. Sehne mich nach seinen Küssen, seinen Berührungen, ihm in seine wundervollen braunen Augen zu schauen ist der Himmel. Wie soll ich das aushalten. Warum darf ich ihn nicht lieben, ich würde auch alles tun, alles, oh Gott.“ Er vergrub seinen Kopf im Kissen und schrie aufschluchzend hinein.

Angel hatte Faith in ihr Zimmer gebracht und sich noch eine Weile mit ihr unterhalten. Nun wollte er nach Spike sehen. Er war so eigenartig gewesen, daher müsste er nach sehen was da los war. Leise klopfte er am Spikes Zimmertür.

Dieser war gerade in seinem kleinen Badezimmer und wusch sich das Gesicht. „Was ist, ich kann jetzt nicht.“ Rief er als er Angel vor der Tür spürte. Er wollte auf keinen Fall, das Angel ihn so verheult sah, ein Mann weint nicht, niemals, das hatte er schon als Kind lernen müssen, prügelnd hatte sein Vater ihm das beigebracht.

„Was ist los Spike, mach die Tür auf.“ Angel wurde ungeduldig.

„Ich sagte doch, ich hab zu tun, also verschwinde.“ Brüllte der zurück.

„Mach auf, oder ich trete die Tür ein, Boy.“ Angel wurde zornig.

Seufzend öffnete Spike die Tür. „Hat man keine Privatsphäre in diesem verdammten Haus, oder was?“ Motzte er.

Prüfend sah Angel ihn an. „Was ist mit deinen Augen, hast du etwa geweint?“

„Ich? Hast du sie nicht alle. Warum sollte ich, bin ich ein verkuschelter Poof., oder was? Ich hab Creme in die Augen bekommen, beim eincremen, jawohl, oder glaubst du ich seh so verdammt gut aus, weil ich nichts dafür tue. Frag Cordy, sie wird es dir erklären, und jetzt las mich endlich in Ruhe. Ich bin noch nicht fertig, also verschwinde endlich.“ Murmelte Spike.

„Was kommt denn noch, musst du dir noch die Beine enthaaren, oder die Augenbrauen zupfen?“ Fragte Angel, äußerst amüsiert.

„Red keinen Quatsch, raus hier.“ Spike schob ihn zur Tür raus, und hörte Angel noch lachen, als der schon an der Treppe war.

„Gut, Spike, sehr gut, du Idiot, blödere Ausrede ist dir wohl nicht eingefallen, jetzt bist du die Oberschwuchtel, des Universums. Toll gemacht.“ Brummelte er frustriert und schmiss sich wieder aufs Bett.

Als Spike kurz vor Sonnenuntergang in die Lobby kam, grinste Angel ihm schon entgegen. „Na? Ist meine Beautyqueen, schon fertig.“

„Halt ja die Klappe, Angel, wenn du nur ein Wort zu den anderen sagst, dann, dann,..“ Spike fehlten die Worte.

„Küsst du mich dann endlich.“ Grinste Angel immer noch.

„Nicht lieber als das.“ Dachte Spike. Laut aber sagte er. “Was hier, bist du verrückt, muss doch nicht gleich ein jeder mitbekommen, was los ist. Außerdem haben wir wichtigeres zu tun, als rumzuknutschen. Da ist immer noch die Walsh und die Anwältin und die Orakel haben gesagt...“ Erschrocken verstummte Spike. “Bloddy hell,ich red mich immer wieder in die Scheiße. Ich sollte ein Schweigegelübde ablegen, sonst red ich mich noch von einer Katastrophe in die nächste.“ Dachte er.

„Ach ja, das wollte ich dich schon fragen. Was war den bei den Orakeln. Wesley meinte, du hast so ungereimtes Zeug geredet, das er nicht wüsste, was das soll.“ Fragend sah Angel in an.

„ Na ja, sie wollen, das du, der erste Krieger, das Gleichgewicht zwischen gut und böse herstellst, wieder einmal. Irgendwelche idiotischen Dämonen, oder so, sind wieder da um die Weltherrschaft zu übernehmen, denke ich. Und Faith soll dir helfen. So hab ich das jedenfalls verstanden.“ Murmelte er.

„So haben die Orakel das aber ganz sicher nicht gesagt. Die reden anders, und Faith, wieso Faith? Hast du das auch richtig verstanden?“ Runzelte Angel die Stirn.

„Natürlich hab ich das verstanden, so blöd bin ich auch wieder nicht, und was weiß ich, wieso Faith. Die werden schon ihre Gründe haben. Glaubst du ich erinnere mich an den genauen Wortlaut? Das ist meine Kurzfassung von dem Gelaber, also nerv mich nicht, und tue was die sagen. Schließlich sprechen die für die Mächte,das sind doch deine Arbeitgeber, oder? Also, schnapp dir Faith, rette die blöde Welt, und las mich in Ruhe, klar?“ Maulte Spike.

Angel wollte gerade etwas erwidern, als Wes und Cordy zur Tür reinkamen. Zugleich kam Faith die Treppe herunter. Damit war Angel abgelenkt, sehr zur Erleichterung von Spike.

Überrascht sahen Wes und Cordy ihr entgegen.

„Hey, ihr beiden, ich bin raus. Angel sagt ich kann eine Zeitlang hier bleiben. Wie geht es euch?“ Fragte sie leicht verlegen.

„Schön dich hier zu haben, uns geht es gut, danke. Bei dir alles okay, soweit?“ Fragte Wes und streckte ihr die Hand entgegen.

„Geht so.“ Murmelte sie und schüttelte Wesley die Hand.

Ein unsicherer Blick von Faith traf Cordy. Diese kam auf sie zu umarmte sie einfach und sagte: „ Gut das du draußen bist. Bleib so lange du willst, außerdem können wir immer Hilfe bei der Dämonenjagd gebrauchen, also wenn du Lust hast, kannst du uns Helfen, wenn Angel einverstanden ist.“ Lächelte Cordy.

„Ja, gerne, und danke, das ihr mich aufnehmt.“ Sagte Faith erleichtert.

„Nachdem jetzt ja alle glücklich vereint sind, sollten wir uns auf den Weg zur Anwältin machen, bevor wieder einmal die Welt untergeht. Wer weiß was die zwei aushecken.“ Spike ging nervös auf und ab, beobachtet von Angel, der sich keinen Reim auf Spikes merkwürdiges verhalten machen konnte. Wieso war er auf einmal so abweisend? Warum wollte er nicht, das die anderen wussten, das sie sich liebten? Langsam ging er auf Spike zu, strich ihm über die Wange, und lächelte ihn an. „Wir warten noch auf Gunn, okay?“ „Lass das, wir sind nicht allein.“ Zischte Spike und drehte sich weg.

Verwirrt und verletzt über Spikes Verhalten begab Angel sich zu den anderen. Spike starrte an die Wand und presste verzweifelt seine Fingernägel in die Handballen bis Blut herausquoll. Rasch ging er in die Küche, lies kaltes Wasser über die Hände rinnen und starrte aus dem Fenster. „Ich brauche einen Plan, und das rasch, sonst pack ich das nicht. In Angels Nähe zu sein und nicht in seine Arme zu kriechen, lange halt ich das nicht durch. William der Blutige ist ein total verliebtes Weichei geworden. Da denkt man immer, schlimmer kann es nicht kommen, so ein Blödsinn, das ist die absolute Steigerung. Angel und Faith. Und ich muss sie zusammenbringen, verdammt. Also einen Plan.“

Doch in seinem Kopf war sofort wieder nur Angel. Seine weichen Lippen, das seidige braune Haar, das sich so gut anfühlte, wenn man darin wühlte, die starken Arme und sein wundervoller gestählter Körper. Verträumt starrte Spike vor sich hin. Plötzlich legte sich Angels Hand auf seine Schulter. Unbewusst schmiegte er sich gegen ihn und seufzte.

Angel umarmte ihn und drückte ihn an sich. „Geht es dir nicht gut, mein Liebling?“ Flüsterte er ihm besorgt ins Ohr.

„Ach Angel, es geht mir momentan so viel im Kopf herum, tut mir leid, aber ich brauche etwas Zeit für mich, sei nicht böse ja?“ Spike drückte sich noch enger an seinen Engel und schloss genüsslich die Augen. „ Ich darf das nicht, ich bin ihm nicht bestimmt. Angel muss glücklich werden und das kann er nur mit dem dritten Krieger, also mit Faith.“ Dachte Spike verzweifelt, und rückte ein Stück von Angel ab.

Dieser küsste ihn kurz. „Ist schon okay, nimm dir die Zeit die du brauchst.“ Sagte er verständnisvoll. Dann ging er zu den anderen zurück. Spike atmete tief durch und folgte seinem Boss.