File 1: stories/1/135.txt
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Mit einem Satz sprang Angel aus dem Wagen, stürmte hinter Spike her, riss ich herum und knallte ihm sein Faust mitten ins Gesicht, das dieser drei Meter weg flog. Angel kniete sich auf Spikes Brust und schlug ihm ein paar Mal mit der Faust wie besessen ins Gesicht. Ohne sich zu wehren lag sein Child auf dem Rücken und sein Kopf flog bei jedem Schlag hin und her. Er sehnte sich direkt danach, von ihm geschlagen zu werden, wünschte sich, das Angel in, in seinem Zorn, aus von diesem elenden Unleben erlöste. Doch als Angel endlich von ihm abließ, und er in dessen entsetzten Augen sah, erkannte er dessen Liebe. Sein Sire würde ihn niemals freiwillig gehen lassen, oder gar von diesem Leben befreien. Also würde er Angel zu seinem Glück zwingen, und so nuschelte er zwischen seinen verschwollenen Lippen ganz ruhig hervor:“ Bist du jetzt fertig? Dann geh von mir herunter, Sire.“

Geschockt, was er getan hatte, starrte Angel ihn an, hastig stand er auf, zog Spike mit sich hoch und nahm ihn in seine Arme. Er streichelte ihn über die Haare, küsste vorsichtig seine Stirn. „Es tut mir leid, es tut mir so leid, ich bin völlig ausgerastet, weil du mich verlassen willst, obwohl du mich liebst, ich weiß das du mich liebst, du hast es mir gesagt, als du nicht wusstest das ich dich höre, darum weiß ich einfach das es wahr ist. Bitte, William, sag mir endlich was los ist. Was hat sich verändert, was ist bloß mit dir, sag es mir, bitte.“ Verzweifelt blickte er ihn an.

Nun erkannte Spike, der einzige Weg war, Angel die Wahrheit sagen, über die Orakel und den dritten Krieger.

Doch er würde nichts über die Sonne sagen, der sich vor seinem geistigen Auge, aus dem dunkel der Nacht erhob um ihn mit ihren Strahlen von diesem quälenden Unleben zu befreien, um es endlich zu Beenden, das sehnen nach dem Geliebten, den Schmerz in seiner Seele. Nur wenn er aufhörte zu existieren, würde Angel bereit sein, seiner Bestimmung mit dem dritten Krieger zu folgen. Das wurde Spikes Geschenk an seinen Engel sein, das einzige was er ihm geben konnte.

Und leise begann er zu sprechen.

„ Hör mir zu Angel, die Blaumeisen, die Orakel, meine ich, sie haben mir gesagt, dass der dritte Krieger als dein Gefährte bestimmt ist. Es ist Faith, sie ist dieser Krieger, nur sie kann es sein. Du bist der Erste, Buffy der Zweite, dann bleibt nur noch Faith, mehr gibt es nicht, also ist sie es. Du musst dein Schicksal annehmen, damit du eines Tages erlöst wirst, hörst du? Sonst wirst du ewig in dieser Hölle hier, dein Unleben verbringen müssen. Ich werde jetzt gehen, und du tust was du tun musst. Es ist zu deinem Besten, werde glücklich, mit Faith. Lass mich nun los, bitte, Angel, las mich endlich gehen.“ Flüsterte er mit erstickender Stimme, zwischen den verschwollenen Lippen hervor, schob seinen Sire von sich, senkte seinen Kopf zu Boden und drehte sich mit hängenden Schultern weg.

„Du hast vollkommen recht, ich werde tun was ich tun muss, und das erste ist, das ich mir dein schwachsinniges Gelaber nicht länger anhöre, du kommst jetzt mit, auf der Stelle, ich werde nun einiges klären und das sofort, denn ich glaube nicht was du da von dir gibst, du musst dich irren.“ Entschlossen nahm er Spike fest an den Schultern und schob ihn vor sich her zurück zum Auto, um ihm jede Flucht unmöglich zu machen, und schubste ihn auf den Beifahrersitz.

„Mann, Angel, du bist so was von stur, schlimmer als ich, verdammt, sieh es doch ein. “Murmelte Spike.

„Davon kannst du ausgehen, dass ich sturer sein kann als du, und einsehen tue ich gar nichts, bevor ich es nicht ganz genau weiß. Nun reinsetzten und Klappe halten, sonst werde ich ungemütlich.“ Knurrte Angel.

„Noch ungemütlicher? Na das ist ja mal wieder,..“ Wollte Spike erwidern, doch Angel ließ ihn nicht zu Wort kommen.

„Ich sagte du sollst ruhig sein, es muss doch verdammt noch mal möglich sein, das du nicht immer das letzte Wort hast.“ Schimpfte Angel.

„Wenn du es unbedingt willst, sag ich halt nichts mehr.“ Kam Spikes murrende Antwort.

Angel: „Gut.“

Spike: „Gut.“

„Spike!“ mahnte Angel erneut.

“Ich sag ja nicht mehr.“ Brummelte dieser.

Völlig entnervt startete Angel seinen Wagen und fuhr los. „Warum tue ich mir das eigentlich an, er bringt mich zur Weißglut, andauernd“, dachte er, „Warum bloß? Weil ich diesen wasserstoffblonden Idioten über alles liebe, darum, und genau deshalb werde ich endlich Klarheit schaffen“. Entschlossen fuhr er los und lenkte den Wagen rasch durch die Stadt. Sein Ziel waren die Orakel. Spike hatte die Aussage der °Blaumeisen° wie er sie nannte sicherlich nicht richtig verstanden, oder vielleicht doch? Angel wusste nicht was er von dem wirren Zeug, das Spike da von sich gab halten sollte.

Er hielt vor dem ehemaligen Posthaus, der den Zugang zu den Orakeln hatte, und stieg aus. “Mitkommen“, befahl schubste Spike vor sich her.

“Was das jetzt bringen soll möchte ich wissen, willst du mit dem ganzen Balaver von vorne anfangen, so ein Schwachsinn, ich verstehe überhaupt nicht, was du hier noch willst.“ Brummte er vor sich hin. “Außerdem hast du kein Geschenk, und ohne sagen die schon gar nichts, das müsstest du ja eigentlich wissen.“

Angel blieb stehen, drehte sich um, schnappte Spike beim Kragen und drückte ihn an die Wand. „Wenn du noch einen einzigen Ton von dir gibst, dann bist du das Geschenk, ist das jetzt angekommen, Boy?“ Knurrte er ihn verärgert an.

Spike nickte, “Jeep, “ Flüsterte er leise.

„Rühr dich nicht vom Fleck, ich bin sofort wider da.“

Seufzend lies er ihn los, und eilte mit schnellem Schritten zurück zu seinem Wagen, öffnete den Kofferraum, entnahm ein wertvolles Venezianisches Schwert und betrat wider den Vorraum, er bat um Einlass und gleich darauf standen die Beiden in dem kahlen, weißen Raum der Orakel, in dem nur eine Feuerschale brannte.

„Was will er schon wieder?“ Fragte der blaue Mann und sah Spike mit Desinteresse an. Dieser fasste die Gelegenheit, und sagte schnell: „Na wenn sie mich schon fragen, ich möchte für meinen Sire, da er ja schon wider einmal die Welt gerettet hat, einen Gefallen erbitten, der Fluch, könnt ihr ihn nicht abschwächen? Weil ein Mann der dauernd sexuellen Notstand hat, kann mit der Zeit nicht ordentlich kämpfen, das muss euch doch einleuchten, und er hat schließlich ein bisschen Glück verdient, wenn er für euch schon nimmer in die Bresche,..“

„Spike,“ rief Angel völlig entgeistert.

„Was? Die können doch ruhig etwas für dich tun, oder glaubst du das Faith mit kuscheln genug hat? Wenn du mich schon zu diesen bescheuerten,..“

Der blaue Mann machte eine herrische Handbewegung und Spike fand sich auf dem Boden des Vorraums wieder. „Was war das den, die sind so beklopft wie sie aussehen, das steht schon mal fest.“ Knurrte er und versuchte sich aufzurappeln, sackte jedoch benommen zurück. „Na wunderbar, soll das jetzt meine Bestrafung sein? Gelähmte Beine für Spike oder was? Bloody hell, verdammter Mist, verdammter.“ Fluchte er als auch der zweite Versuch fehlschlug.

„Der dritte Krieger zollt uns keinen gebührenden Respekt, ob es klug war ihn zu erwählen?“ Fragte der blaue Mann.

Die Frau lächelte leicht. Er ist ein guter Kämpfer, und er sprach aus selbstloser Liebe, das andere wird sich finden.“

„Verzeiht meinem Child, ich werde ihm Respekt beibringen, das verspreche ich.“ Sagte Angel schnell, sein totes Herz tat einen Sprung. „Der Dritte, er ist es, ich wusste, ich hoffte, es ist nicht Faith. William, mein William ist es,“ dachte er und hatte Mühe sich auf die Orakel zu konzentrieren.

„Gut, wir wollen Gnade über ihn walten lassen. Du hast uns den dritten Krieger gebracht, der dir wacker in einem schweren Kampf beigestanden hat, aber noch viel lernen muss obwohl er schon über 100 Jahre ist. Doch was ist Zeit? Die Welt wurde durch sein zutun gerettet, so werden wir seiner Bitte die er für dich hat, nachkommen.

Ebenso hast du den vierten Krieger zu uns geführt und somit diese Belohnung verdient.“ Lächelte die blaue Frau milde. So war Angel entlassen und fand sich sogleich im Vorraum wieder.

Spike lehnte an der Wand, bewegte vorsichtig seine Beine, und sagte mürrisch. “Dich haben sie also auch rausgeschmissen, ein freundliches Pärchen, muss ich sagen.“

„Wir gehen, los komm.“ Sagte Angel nur. Für dein Benehmen wirst du büßen, mein Lieber, dachte er, obwohl, eigentlich war es gut, das Spike dieses Mal sein loses Mundwerk nicht halten konnte, sehr gut, wundervoll genau genommen. Ein bisschen würde er ihn jedoch zappeln lassen, nicht zu lange, weil Angel es selbst nicht mehr aushielt und seinen Spike endlich in die Arme schließen wollte. Und dann würde er ihm sagen, das,..“

„Hey, renn doch nicht so, was ist denn jetzt, glaubst du mir endlich?“ Spike hastete stolpernd hinter Angel her, da seine Füße noch nicht so recht wollten.

„Du hast Recht, wie ich zugeben muss, der dritte Krieger i s t als mein Gefährte bestimmt, es stimmt also.“ Sagte Angel, mit ernster Stimme, ohne stehen zu bleiben.

„Bloddy hell, sag ich doch die ganze Zeit, dann geh ich mal, bis irgendwann.“ Spike drehte sich so rasch er konnte um, und ging in gegen gesetzter Richtung davon. Sein totes Herz krampfte sich zusammen, ihm wurde schlecht, keuchend lehnte er sich an die Wand und schloss die Augen. „Ich bin so müde, furchtbar müde, von endlosen Kämpfen, ständigen Alpträumen durch die verdammte Seele, und der unendlichen Einsamkeit. Es ist nun genug, 130 Jahre sind mehr als genug, denn jetzt ohne Angel, habe ich einfach keine Kraft mehr.“ Verzweifelt würgte er seine Tränen hinunter.

Plötzlich ertönte die Stimme seines Sires und er machte langsam die Augen auf.

„Wir sind noch nicht fertig, Spike, du kommst mit mir, los mach schon.“ Angel stand mit verschränkten Armen vor ihm.

„Was denn noch, “ blitzte er ihn mit zornigen Augen an. „Ich will nicht mehr, es reicht, verdammt. Sag deinen Mächten sie können mich mal. Ich hab mehr getan, als ich hätte müssen, Ende und Aus.“ Sagte er trotzig.

„Wir alle haben unser Schicksal zu tragen Spike, auch du, als dritter Krieger hast du an meiner Seite zu bleiben, so lange wir am leben, oder, unleben sind.“ Breit grinsend sah er ihn an.

„Ich kann das nicht, Angel, bitte, es war schon schwer genug in deiner Nähe zu sein, und zu wissen, das, du und ich nicht zusa…, der dritte W A S ?“ Entgeistert riss er die Augen weit auf. „ Ich? Ich bin doch nur ein kleiner Vampir, Meistervampir natürlich, aber dritter Krieger ich?“ Jetzt erst drangen die Worte langsam in sein Gehirn. „ Heißt das, ich kann jetzt bei dir bleiben und dich lieben, dich halten und küssen, und du mich? Einfach bei dir sein, das genügt mir, vollkommen, weißt du? Halten und küssen!“ Verunsichert, schaute er auf den grinsenden Angel.

„Das hat aber gedauert, sonst bist du nicht so schwer von Begriff.“ Lächelte sein Sire und breitete seine Arme aus. Strahlend stürzte Spike sich hinein. „ Angel, oh Gott, Angel, “ flüsterte er überwältigt und schmiegte sich an Angels Brust.

„William, mein Liebster.“

Sie umklammerten sich gegenseitig, voller Glück und Dankbarkeit, endlich zusammen sein zu können, bis Angel sich etwas löste. Fragend sah Spike zu ihm auf. Angel betrachtete ihn liebevoll mit seinen warmen braunen Augen, beugte den Kopf und berührte verlangend dessen Lippen. Willig kam sein Child ihm entgegen öffnete leicht seinen Mund, als Angels Zunge einlass begehrte. Zart begegneten sich ihre Zungenspitzen, neckten sich, um sich dann zu umschlingen, stürmischer, intensiver wurde ihr Kuss, bis sich Spike langsam löste.

„Was ist mit Faith, ich dachte sie gehört zu dir, irgendwie?“ Wollte Spike wissen.

„Irgendwie? Du wolltest mich mit ihr verkuppeln, hast alles versucht um mich loszuwerden, das schreit nach Rache mein lieber.“ Angel versuchte böse auszusehen, was ihm aber nicht ganz gelang, er war im Moment einfach zu glücklich.

„Ich wollte nur das du glücklich bist, das war alles was ich denken konnte, an dein Glück. Und ich bin ja böse, wie du weißt, also hab ich nicht im Traum daran gedacht, dass du und ich,.. das die Mächte mich meinen könnten. Gott bin ich ein Idiot, nur gut dass du so stur warst. Die reden aber auch so blöd daher, diese Orakel, eine Sprache wie aus der Steinzeit, ohne Lösungsbuch weiß doch kein Mensch, äh, Vampir,…, bin ich froh, das du so stur warst.“ Wiederholte Spike erleichtert noch ein Mal.

„Ähm, Rache, wie meinst du das den jetzt?“ Er runzelte die Stirn und sah seinen Sire forschend von der Seite an, als ihm einfiel was dieser vorhin sagte.

„Also, erstens Faith ist der vierte Krieger, und wird an unserer Seite kämpfen, denke ich. Zweitens, °Stur°, ist ab jetzt mein zweiter Vorname, also versuch erst gar nicht, mich noch ein einziges Mal verlassen zu wollen, ich lass dich nicht gehen. Und drittens, meine Rache zeige ich dir gleich.“ Angel zog Spike wieder an sich, küsste ihn zärtlich und strich ihm über den Rücken, knetete kurz seien festen Hintern und glitt mit seinen Händen zurück um Spike den Nacken zu kraulen. Langsam löste er den Kuss auf. „Hhmm ich mag deine Rache, will mehr Rache haben.“ Schnurrte Spike, und öffnete langsam die Augen.

„Dann sollten wir rasch nach Hause fahren, mein, dritter Krieger.“ Meinte Angel, und nahm glücklich Spikes Hand.

Lächelnd nickte dieser und Hand in Hand begaben sie sich zu Angels Auto.