File 1: stories/1/125.txt
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Spikes Kopfhaut zog sich merklich zusammen, als er diese Stimme hörte. Langsam drehte er sich um. „Dr. Maggie Walsh, das ich mich freue sie zu sehen wäre gelogen.“

„Wie geht es dem Chip?“, Fragte sie leicht lächelnd.

„Er ist heute genau da, wo er hingehört, würde ich sagen.“ Meinte er ebenfalls lächelnd, doch seine Augen blieben kalt.

Walsh nickte. „Gut, das sie dieser Meinung sind. Doch nun genug mit Smalltalk. Miss Morgan hat mir berichtet sie können den Vampir mit Seele liefern, Nr.17? Ein äußerst interessantes Studienobjekt.“

„Davon war zwar nie die Rede, doch es hört sich gut an. Was bieten sie mir dafür?

Und was ist das überhaupt für ein Laden hier?" Spike sah sich neugierig um.

„Zum Ersten. Wenn alles nach meiner Zufriedenheit verläuft, können sie gehen. Das ist eigentlich mehr als sie erwarten können. Und zum Zweiten. Das geht sie nichts an. Aber sie können sich etwas umsehen, da sie ja ungefährlich sind mit dem Chip, für Menschen zumindest. Außerdem wurden die Sicherheitsvorkehrungen wesentlich verbessert. Ich möchte mit Miss Morgan etwas besprechen.“

„Ah, wichtige Besprechung, der Vampir stört, dann werd ich mal. Meine Damen.“ Spike tippte sich an den nicht vorhandenen Hut und schlenderte weg.

Als er, nach Ansicht von Professor Walsh weit genug weg war, wandte sie sich zu Lilah. „Ich will beide, machen sie das möglich.“ Sagte sie bestimmt.

„Wenn sie mir gewisse Gefälligkeiten erweisen, werde ich dafür sorgen.“ Lilah Morgan ließ ihren Blick über das Labor streifen. „Was geschieht hier eigentlich genau?“

„Geheiminformationen kann ich nicht weitergeben, aber in groben Umrissen ist es so, das wir verschiedene Dämonenarten kreuzen, anderen werden Gene eingepflanzt, und wir lenken sie mit eingebauten Chips, so dass sie ganz unter unserer Kontrolle stehen. So haben wir auch eine neue Vampirart geschaffen, die wir für unsere Zwecke nutzen. Sie sind stärker als normale Vampire und auch resistent gegen einige Dinge. Es gab da einen Kongress von Wissenschaftlern, die sich gegen uns stellen wollten, da musste eine Gruppe hingeschickt werden. Leider ist diese Operation schiefgelaufen, da sich dieser Vampir mit Seele eingemischt hat. Ich will ihn haben, er kann uns sehr nützlich sein, sobald er unsere Anpassungsphase hinter sich hat. All das geschieht im Auftrag der Regierung um unser Land zu schützen.“

„Äußerst Interessant ihre Projekte, ich denke wir werden gut zusammenarbeiten, es gibt da einiges in dem wir uns ergänzen können. Auch ich habe verschiedene, sagen wir mal, Wesen, die sehr nützlich sind und im Hinblick auf die Möglichkeit,..“ Lilah zuckte leicht zusammen, als sie plötzlich Schreie hörte. Auch Maggie Walsh drehte sich ruckartig um.

Spike fand es an der Zeit Angel eine Nachricht zu schicken, er war langsam die hohe Fensterfront abgeschritten, nickte selbstgefällig und schnappte sich einen Calash-Dämon, der auf einer Liege, anscheinend unter Drogen dahindämmerte. Mit einem Ruck schmiss er ihn durch eines der Fenster, murmelte „Nachricht an Angel“ und ging knurrend in Kampfstellung.

Angel, Wes und Gunn hatten die elektronischen Sperren inzwischen einfach mit der Axt gekillt und auch der Liftwärter war schnell erledigt. Ungeduldig warteten sie auf Spikes Zeichen.

Als Spikes °Nachricht ° am Asphalt aufschlug und der Körper am Boden zerplatzte, blickte er die Häuserfront hoch, rief: „Letzter Stock, los Leute“, und sie stürmten zu den Aufzügen.

Als sie nach wenigen Minuten ankamen, sahen sie Spike schon kämpfend mit zwei Übervampiren, die ihm ziemlich zu schaffen machten. Professor Walsh hatte mittels einer Fernbedienung die Glaskäfige geöffnet und ihre Züchtungen auf Spike gehetzt.

Die Forscher im Raum, ergriffen panikartig die Flucht und es herrschte ein ziemliches durcheinander. Die verschiedenen Dämonen hinter ihren Glasbarrikaden randalierten und versuchten auszubrechen, indem sie vergeblich gegen das bruchsichere Spezialglas schlugen.

Angel und seine Kampfgefährten stürmten in das Labor, und wollten Spike zu Hilfe eilen, als Walsh 8 weitere Zuchtvampire in den Kampf schickte. Wes schaffte es bis zu Spike, warf ihm ein Schwert zu und stach einem der Vampire in den Bauch. Der klappte zusammen und Spike schlug ihm mit einem Hieb den Kopf ab. „ Tja, wieder Geld für die Forschung rausgeschmissen, kein Wunder das die Regierung pleite geht.“ Grinsend drehte sich Spike dem nächsten Vampir zu.

Angel und die anderen kämpften verbissen gegen die Angreifer, als Angel plötzlich zusammenzuckte, verwundert die Augen aufriss und zusammenbrach. Lilah und Prof. Walsh standen im Lift. Maggie Walsh hatte mit einer Pistole, auf Angel abgeschossen. Spike sah Angel fallen, schrie auf, und sah noch wie sich die Aufzugstüre hinter einer zynisch lächelnden Lilah Morgan und der Professorin schloss. Er stürmte, mit dem Schwert um sich schlagend auf Angel zu.

Wes, Gunn und seine Truppe hatten inzwischen erfolgreich die Oberhand gewonnen, der letzte gezüchtete Vampir war Staub.

Spike kniete bei Angel bette seinen Kopf auf seine Knie und strich ihm immer wieder über den Kopf. “Angel, komm schon, sag was, wach auf, bitte, du bist ein Vampir, verdammt, du packst das, komm schon.“ Spikes Stimme wurde panisch. Wesley legte ihm den Arm auf die Schulter. „Komm Spike, wir bringen ihn schnell nach Hause, dann können wir uns richtig um ihn kümmern.“ Spike nickte, erhob sich und nahm Angel auf seine Arme. Gunn und seine Freunde zerschlugen die Reagenzgläser und zerstörten die Regale mit den Substanzen die dort gelagert waren. Dann stürmten sie zu den Aufzügen. Als Wesley Spike helfen wollte Angel zu tragen, wehrte dieser mit den Worten „Lass, es geht schon“, ab. Vorsichtig drückte er ihn an sich und betrat den Lift. Unten angekommen ging er rasch zu Angels Wagen, legte ihn behutsam auf den Rücksitz und setzte sich daneben. Gunn warf noch in jeden Aufzug eine Handgranate, die Türen schlossen sich und er und seine Truppe stiegen rasch in die Autos. Gleich, nachdem sie losfuhren explodierten die Granaten mit ohrenbetäubendem Knall und Stichflammen schossen hoch.

Gunn fuhr so schnell er konnte zum Hyperion. Seine Gang hatte sich nach einem kurzen Gruß nach Hause begeben.

Vor dem Hotel hievten sie Angel mit vereinten Kräften aus dem Wagen, und trugen ihn hinein.

Cordy sprang aufgeregt von ihrem Stuhl auf. „Oh Gott, was ist passiert, was ist mit Angel?“ Fragte sie verstört.

Langsam ließen sie Angel auf das Sofa gleiten. Spike hielt ihn an den Schultern, als er plötzlich spürte, das ein kleiner Pfeil in seinem Rücken steckte. Vorsichtig zog er ihn heraus und warf ihn angewidert in die Ecke.

Wesley stand auf, ging zu Cordy und erzählte ihr was passiert war. Dann sah er sich nach dem Pfeil um, fand ihn und hob ihn auf. “Kommt ihr allein klar ich geh und untersuche das was auch immer auf dem Pfeil war.“ Sagte er und verschwand im Büro.

„Braucht ihr mich noch, ich möchte noch gerne zu den Jungs, nachsehen ob alle heil geblieben sind.“ Fragte Gunn. Er sah auf Spike, der gar nicht reagierte, sondern ständig über Angels Arm strich und irgendetwas unverständliches vor sich hinmurmelte.

„Geh nur Gunn, wir sind ja da, und momentan können wir nichts tun, wir sehen uns dann morgen.“ Antwortete Cordy stattdessen.

Nach einer halben Stunde tauchte Wes wieder auf. „Es ist ein Mittel, das einen Koma-ähnlichen zustand hervorruft. Nur stärker als für Menschen, für Vampire eben.“ Sagte Wes und schob seine Brille zurecht.

„Und was heißt das?“ Wollte Cordy wissen.

„Wird er wieder aufwachen?“ Spikes Stimme klang bedrückt.

„Das kann ich nicht so genau sagen, wir müssen abwarten. Bringen wir ihn erst mal ins Bett. Dann werden wir weitersehen.“ Wesley ging auf das Sofa zu um Spike zu helfen.

„Ich mach das.“ Knurrte Spike ihn an. Erschrocken wich Wes einen Schritt zurück, wechselte einen Blick mit Cordelia und sah zu wie Spike etwas mühsam Angels Körper hochhob und ihn nach unten in seine Wohnung trug.

Vorsichtig legte er ihn auf sein breites Bett, zog ihn bis auf die Boxer Short aus und deckte ihn sachte zu. Dann holte er sich einen Stuhl und setzte sich ans Kopfende. Langsam fuhr er mit seiner Hand unter die Decke, suchte Angels Hand und umschloss seine Finger. „Was machst du nur für Sachen Angel, lässt dich einfach anschießen. Nicht das ich mir Sorgen mache, warum sollte ich, für dich bin ich sowieso nur lästig. Das war ich immer schon für dich, nicht wahr, ein lästiges Anhängsel. Als Drusilla mich verwandelte, mich das erste Mal zu dir brachte, und ich dich sah, da fühlte ich es. Ich sah in deine braunen Augen und sie waren da, diese Gefühle. Ich wusste nicht warum. Denn du hast mich nur verachtet, verspottet, gequält, geschändet, erniedrigt. Ich hab alles versucht, um deine Achtung, Wertschätzung, Liebe, zu erlangen. Hab gemordet, obwohl ich es nicht wirklich wollte, gefoltert, und Dinge getan die heute meine Seele jede Nacht schreien lässt.

Doch was immer ich auch tat um dir zu gefallen, für dich war ich ein Nichts, ein Ding, das man benutzt, um es dann wieder in die Ecke zu schmeißen, bis man es wieder gebrauchen will.“ Er verstummte, betrachtete Angels Gesicht, und fing leise wieder zu reden an.

„Heute kann ich dir all diese Dinge sagen, jetzt da du tief schläfst und mich nicht hören kannst, ohne deinen Spott ertragen zu müssen, deine Verachtung zu spüren die sich so tief in mein totes Herz gegraben hat.“ Eine Weile schwieg er wieder, strich Angel mit seiner anderen Hand über die Wange, bevor er weitersprach.

„Als ich es dann nicht mehr aushielt und mit Dru wegging, wurde es etwas besser, weil ich dich nicht mehr jeden Tag sah. Nicht das ich Drusilla wirklich liebte, aber du liebtest sie, auf deine Art, irgendwie, und so konnte ich durch sie ein kleines Stück deiner Liebe erhaschen. Und sie behandelte mich gut, sah zu mir auf. Ich war ihr Held, ihr Ritter in schimmernder Rüstung, ihr Daddy, das tat mir gut, nach all den Demütigungen durch dich. Dann ging auch sie.

Und Buffy kam, ich dachte ich liebe sie, doch es war deine Liebe die in ihr war, die mich anzog. Deine Liebe die ich überall suchte. Aber auch für Buffy war ich nur Dreck, auch eine Seele konnte nichts ändern. Obwohl ich heute denke, ich hab mir die Seele für dich geholt, ich glaubte dir ebenbürtig zu sein, wenn ich auch eine Seele habe. Du bist mein Sire, wie könnte ich jemals gleichwertig sein wie du? Aber du weißt ja, ich bin ein Idiot, und ein Träumer.

Als ich endlich beschloss in meiner Gruft zu vermodern, kamst du daher und der ganze Scheiß fängt von vorne wieder an, was denkst du dir eigentlich Poofer?

Jetzt liegst du da und ich komme um vor Sorge. Und das alles nur weil ich dich liebe, über alles liebe, verdammt, schon über 100 Jahre lang.“

Er sah auf den regungslosen Körper seines Sires, küsste seine Handfläche und eine einsame Träne lief über sein Gesicht.