File 1: stories/1/753.txt
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Dean hörte die schrille Stimme der Bürgermeisterin schon, bevor er das Bürogebäude betrat. Er seufzte genervt und schritt durch die Tür. Dort sah er die Frau vor dem Pult stehen, Owen Kimbly sowie Max Barnes standen auf der anderen Seite. Ihnen war anzusehen, dass sie froh waren, hinter der Abtrennung zu stehen, die ihnen einen gewissen Schutz vor der keifenden Frau bot.

Mit festem Schritt ging Dean auf sie zu und lächelte sie an. „Einen wunderschönen guten Tag, Frau Bürgermeisterin. Darf ich Sie in mein Büro bitten? Wir haben einiges zu besprechen. Kaffee?", fragte er freundlich, fasste die Frau am Ellenbogen und lenkte sie bestimmend in Richtung seines Amtszimmers. Noch bevor sie etwas erwidern konnte, sagte er während des Gehens an seine Sekretärin gewandt: „Sie sind doch so nett, Sally?"

Die nickte grinsend, indessen der Marshall mit der Bürgermeisterin in seinem Büro verschwand. „Bitte, nehmen Sie doch Platz", bat er, geleitete sie zu dem Besucherstuhl und setzte sich dann hinter seinen Schreibtisch auf seinen Sessel. „Wie kann ich Ihnen helfen?", wollte er gleich darauf wissen und schaute die Bürgermeisterin aufmerksam an.

Die war immer noch perplex von Deans freundlicher Bestimmtheit und räusperte sich erstmal, bevor sie antwortete: „Nun, Sie haben diesen Max Barnes eingestellt und ich muss schon sagen, dass ich..."

„Sie hatten ja so Recht, Regina. Ich darf Sie doch Regina nennen?", fragte Dean charmant lächelnd, woraufhin sie, völlig aus dem Konzept gebracht, zustimmend nickte. Als sie dann weitersprechen wollte, ließ Dean das gar nicht erst zu, sondern sagte sogleich: „Wie gesagt, Sie hatten völlig Recht. Selbstverständlich muss rund um die Uhr jemand da sein, der für die Sicherheit der Leute in Ihrer Stadt sorgt. Verständlich, dass sich eine derartig umsichtige Frau wie Sie um die Sicherheit der Bevölkerung sorgt; und das tue ich auch. Zumindest diesbezüglich ist es ja auch meine Stadt und zweifellos arbeiten wir deswegen auch zusammen. Sie und ich. Für die Sicherheit der Menschen, die uns anvertraut sind."

Sally unterbrach Deans Rede, als sie eintrat und ein Tablett auf den Schreibtisch stellte. Dean bedankte sich und sie nickte lächelnd, bevor sie das Zimmer wieder verließ.

„Wo war ich? Ach ja. Auf Grund Ihrer Anregung habe ich Barnes eingestellt. Wissend, Ihre Unterstützung zu haben. Auch wenn ich weiß, dass die Kompetenz ausschließlich bei mir liegt, ist es sehr erfreulich, dass wir so gut zusammen arbeiten", erklärte Dean lächelnd und dachte. ‚Na Drachenlady, jetzt bin ich mal gespannt wie du dich da rauswindest. Wobei du ohnehin keine Chance gegen mich hast. Und wenn du mir ganz blöd kommst, kenne ich immer noch mindestens 20 Arten, dich über den Jordan zu schicken, ohne dass man mir was nachweisen könnte. Na gut, so was mache ich nicht mehr. Hast also Glück gehabt.'

„Milch? Zucker?", fragte er nach wie vor freundlich lächelnd und schob ihr die Utensilien zu. Sie griff automatisch zur Milch und goss sich ein wenig in den Kaffee. So verschaffte sie sich ein wenig Zeit, um über das Gehörte nachzudenken. Hatte sie wirklich angeregt, einen weiteren Hilfssheriff einzustellen? Offenbar hatte der Marshall das so aufgefasst und eigentlich war auch gar nichts dagegen zu sagen. ‚Die Stadt ist gewachsen und daher ist es unbestritten, dass das Personal aufgestockt werden muss', dachte sie.' Trotzdem wollte sie in Zukunft informiert werden und es nicht aus zweiter Hand erfahren. Das sagte sie Dean auch.

„Selbstredend. Schließlich zahlt die Stadt ja die Gehälter. Daher habe ich Ihnen auch eine Mail geschickt", entgegnete Dean und trank einen Schluck aus seiner Tasse.

„Mail? Ich habe keine bekommen", behauptete die Bürgermeisterin Stirn runzelnd.

„Hm... eigenartig. Vielleicht ist sie in den Spam Ordner gerutscht? Jedenfalls finde ich es gut, dass wir uns ausgesprochen haben."

Regina stellte die Tasse ab. „Ja, diese Meinung teile ich und ich hoffe, dass wir auch weiterhin auf dieser Basis arbeiten."

„Halte ich für eine gute Idee", erwiderte Dean und erhob sich. Auch die Bürgermeisterin stand auf und lächelte das erste Mal, seit sie und Dean zusammen getroffen waren. Sie reichte ihm zum Abschied die Hand und ging. Kaum hatte sie den Raum verlassen, ließ sich Dean schnaufend in seinen Sessel fallen. Dann grinste er. „Eins zu Null für mich und jetzt nichts wie raus hier. Sammy wartet sicher schon."

~*~

Als Dean mit zwei Tüten chinesischem Essen die Wohnung betrat, hörte er das Wasser im Badezimmer rauschen. Sofort stahl sich ein Grinsen auf sein Gesicht und rasch trug er die Tüten in die Küche, wo er sie abstellte. Anschließend lief er in Richtung Badezimmer und bemerkte, dass die Tür einen Spalt offen stand. ‚Die Gelegenheit, um Sam zu überraschen‘, dachte er und lugte durch den Türspalt, um sich zu vergewissern, dass sein Freund schon unter der Dusche stand. Doch dem war nicht so, denn Sam stand vor dem Spiegel und musterte sich offenbar äußerst kritisch.

„Narzisstische Anwandlungen, Babe?", fragte Dean grinsend, während er die Tür ganz aufstieß.

Erschrocken darüber, ertappt worden zu sein, zuckte Sam zusammen. Seine Wangen nahmen einen rötlichen Schimmer an und er stotterte: „Was? Nein... ich... es... bin... bin ich noch... das, was du willst?", fragte er dann leise und schaute Dean unsicher an.

Der runzelte verwundert die Stirn. „Natürlich bist du das. Wie kannst du nur so etwas fragen?"


„Weil du mich seit Tagen nicht mehr anfasst. Nicht im Haus meiner Schwester... keinen Quicky... zu Hause... weggegangen... Essen wichtiger..." war alles was Dean den genuschelten Worten seines Geliebten entnehmen konnte, doch zum Glück konnte er sich zusammenreimen, was sein Sammy da mit hochrotem, gesenktem Kopf von sich gab.

Dean ging die zwei Schritte auf Sam zu, die sie voneinander trennten, und nahm ihn fest in die Arme. „Ich finde dich nach wie vor rattenscharf und das wird auch immer so bleiben. Ich will dich. Immer. Im Haus von Kate hab ich mich zurückgehalten, weil ich dachte, dort willst du es bestimmt nicht treiben. Offenbar ist es nicht so, daher hättest du nur etwas sagen müssen und schon wäre ich über dich hergefallen", erklärte Dean lächelnd und küsste Sam kurz.

Der schaute aber noch immer skeptisch drein, woraufhin Dean seufzte und weiter erklärte: „Du erinnerst dich an den Anruf? Die Drachenlady hat wieder mal den Aufstand geprobt und ich bin nun mal der Boss, also musste ich das regeln. Was das Essen betrifft: Ich habe es nicht mitgebracht, weil es mir wichtiger ist als du. Denk das ja nie wieder. Ich hab's geholt, weil du nicht mal mehr im Stande sein wirst, dir ein Sandwich zu machen, wenn ich mit dir fertig bin", behauptete Dean, grinste anzüglich und eroberte dann stürmisch Sams Lippen.

~*~

Als Sam am nächsten Morgen erwachte, wusste er sofort, dass er ziemlich dümmlich vor sich hingrinste. Dean hatte seine Drohung wahr gemacht. Oh ja, und wie er das hatte. Und er hatte ihn hingehalten. Stundenlang war es Sam vorgekommen, und er hatte jede Sekunde mehr als genossen. Schon in der Dusche hatte ihn sein Freund so scharf gemacht, dass er befürchtet hatte, es nicht mehr ins Bett zu schaffen, weil sich seine Beine wie aus Gummi angefühlt hatten. Dann diese zarten Küsse, die Sams Bauchdecke zum Flattern gebracht hatten. Er hatte nur noch abgehackt atmen können und irgendwann zu betteln begonnen, das wusste er noch.

Aber Dean hatte keine Gnade gekannt und wieder von ihm abgelassen. Dann hatte er ihm noch gezeigt, dass er nicht nur ein Gourmand war, sondern durchaus auch ein Gourmet sein konnte, als er die Früchte, die er auf Sams Körper verteilt hatte, herunter naschte. Erst als die letzte Köstlichkeit von Deans Lippen aufgenommen worden war und er sie mit Sam teilte, erlöste er ihn endlich von seinen Qualen. Nach dieser Nacht hatte Sam nicht mehr den geringsten Zweifel, von Dean begehrt zu werden, und es hatte durchaus etwas für sich, ein paar Tage abstinent zu sein. Trotzdem konnte er es kaum erwarten, bis sie ihren Gutschein von Weihnachten einlösen konnten, denn dann würde er es Dean heimzahlen. Schließlich hatte er sich im Internet schlau gemacht, und auch wenn er mit den meisten Dingen die er da gefunden hatte nichts anfangen konnte, aber das, was man mit Schokoladeneis anstellen konnte, würde er auf jeden Fall an Dean erproben.