File 1: stories/1/756.txt
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Bill hatte nicht lange über das Kennzeichen nachdenken müssen. Dean hatte Recht, diese Nummer gehörte zu der Serie, die der Verein für sich beanspruchte.

„Okay, ich höre mich um. Ruf mich in einer Stunde wieder an", sagte er daher und beendete das Gespräch, ohne sich mir langen Erklärungen aufzuhalten. Dean steckte sein Handy ein und überlegte, was er als nächstes tun sollte. Um Sams Familie zu unterrichten war es noch zu früh. Erstmals mußte er wissen was Sache war. Daher beschloss er gleich mal seine Tasche zu packen. Leider würden er nicht die geplanten Urlaubsutensilien einpacken, sondern Dinge von denen er gedacht hatte sie nie wieder brauchen zu müssen. Nachdem er seine Tasche bereit gestellt hatte, öffnete er daher ein verborgenes Fach auf dem Schrankboden und betrachtete die Waffen und anderes Spielzeug, das er dort versteckte. Kurz überlegte er, dann tat er in seine Tasche, was er dachte zu brauchen. Anschließend suchte er Kleidung für jede Gelegenheit heraus, bedeckte die Waffen damit und ging ins Badezimmer. Er füllte den Kulturbeutel mit dem Wichtigsten und legte ihn oben auf die Kleidung, bevor er den Zipp der Tasche zuzog.  Letztendlich holte er noch die Kassette in dem sich die verschiedenen Ausweise befanden aus dem Versteck und klaubte sie durch.  „Bringt nichts, bevor ich nicht weiß wo es hingeht", brummte er und entschied sich,  alle einzustecken. Nachdem das erledigt war, blieb ihm nichts anderes übrig als das zu tun, was er in solchen Situationen am meisten hasste, nämlich zu warten.

„Kaffee", beschloss er und begab sich in die Küche um sich das Heissgetränk zuzubereiten. Während der Kaffee in die Tasse floß, dachte er ständig über das Wort, dass Sam für ihn hinterlassen hatte.

„Sentebale. Was hat das, verdammt noch mal, zu bedeuten? Ich könnte googeln. Vielleicht bringt es ja was", fiel Dean ein und das würde er dann auch gleich tun.

Zuvor holte er aber sein Handy aus der Hosentasche. Nach einem Blick auf die Uhrzeit seufzte er frustriert, da er feststellte, dass gerade einmal 20 Minuten vergangen waren, seit er mit Bill telefoniert hatte. Die Kaffeemaschine piepte gerade in diesem Augenblick, deswegen legte er das Handy auf den Tresen, um sich erst mal Kaffee einzuschenken. Indessen kreisten seine Gedanken weiterhin um seinen Geliebten. „Verdammt Sammy wo bist du und was haben sie mit dir gemacht?  Gnade ihnen Gott, wenn sie dir auch nur ein Haar gekrümmt haben und ich bete, dass du nicht meinetwegen irgendwelche schlimmen Dinge erleben musst. Denn dann müßte ich gehen, sobald ich dich, von wo auch immer, rausgeholt habe. Zu deinem Schutz müsste ich dich verlassen und das würde mich umbringen."

Der Kaffee wurde kalt, ohne dass Dean es bemerkte, denn alles an was er denken konnte was Sam. Die Sorge um ihn brachte Dean an den Rand des Wahnsinns. Dazu kam das Warten, was so gar nicht sein Ding war. Er war ein Mann der Tat. Sobald er aktiv werden konnte, lief er auf einen ganz anderen Level. Zielsicher, geplant und absolut tödlich, wenn es erforderlich war. Und ganz besonders für Sammy würde er über Leichen gehen. Das stand für ihn felsenfest.

Erschrocken zuckte Dean zusammen, als plötzlich die ersten Töne von Hells Bells aus seinem Handy zu hören waren. „Bill", stellte er erleichtert fest, froh darüber, dass sich sein Mentor schon vor der vereinbarten Zeit meldete. „Was hast du?", fragte er auch sogleich.

„Wenn es stimmt was ich in Erfahrung bringen konnte, dann hab ich nichts Gutes für dich. Allerdings hat die Sache nicht das Geringste mit dir zu tun. Höchstens wieso sie Sam persönlich abgeholt haben. Da vermute ich, es ist deinetwegen gewesen um dich gegebenenfalls auszuschalten, wenn du im Weg gestanden wärst."

„Okay, geht ein bißchen weniger kryptisch? Ich verstehe kein Wort von dem was du sagst."

„Wie solltest du auch. Selbst ich blicke noch nicht ganz durch. Wovon ich aber überzeugt bin ist, dass Sams Entführung, wenn man es so nennen kann, bestimmt nichts mit dir zu tun hat, sondern mit einem Sportprojekt, an dem er in seiner Zeit an der Uni teilgenommen hat. Aber das alles am Telefon zu erörtern bringt nichts. Am Besten du kommst zu mir ins Hauptquartier. Von hier aus können wir auch besser planen. Ich schicke dir einen Helikopter. Nenn mir einen Platz wo er gut landen kann."

„Am Stadtrand ist ein freies Feld. Dort geht es", entgegnete Dean, nachdem er kurz überlegt hatte.

„Gut, dann sagen wir in circa einer Stunden holt er dich ab. Ach ja, noch etwas. Du musst Aldin und Sophie irgend etwas erzählen, wieso Sam plötzlich verschwunden ist. Denk dir irgendeine Geschichte aus. Für alles andere ist es noch zu früh."

Dean überlegte kurz bevor er antwortete: „Nein, ich finde sie haben das Recht die Wahrheit zu erfahren. Kann aber sein, dass du umsonst auf mich wartest, weil Aldin mir die Schuld wegen Sams Verschwinden gibt und mich erschießt", erklärte Dean mit versuchtem Galgenhumor."

„Gut möglich", gab Bill zu. „Ich ruf ihn an und erkläre ihm das Nötigste."

„Hey, ich bin kein Feigling und bin sehr wohl im Stande mich Aldin zu stellen", erwiderte Dean entrüstet.

„Das weiss ich Dean. Aber Eile ist geboten und glaube mir, er würde dich mit seinen Beschuldigungen und Endlosausführungen nur unnötig Zeit kosten, die wir vermutlich nicht haben. Außerdem wird er auch noch mitkommen wollen. Wir wissen nicht was uns erwartet und du, genauso wie ich und selbst Aldin, wissen, dass Missionen nicht immer gut ausgehen. Daher ist es besser ich rede mit ihm, sodass er gar nicht erst die Möglichkeit hat sich bei dir anzuhängen. Ich will nicht, dass Sophie womöglich außer ihrem Sohn auch noch ihren Mann verliert. Das kann ich nicht verantworten."

„Das will ich nicht hören, verstanden? Ich bringe Sam zurück und wenn es das letzte ist was ich tue", knurrte Dean in das Telefon und Bill seufzte resigniert. „Schon klar, ich meine ja nur."

„Behalte deine verdammte Meinung für dich und schick mir einfach den Huby. Und bevor du dir weiteren Blödsinn ausdenkst, sag den Hensens auch noch, dass sie sich um Sams Zeitung kümmern sollen, bis er zurück ist. Ich will nicht, dass sie den Bach runtergeht. Schließlich hat Sam viel Zeit und Mühe investiert. Außerdem haben Aldin und Sophie zu ihren eigenen Jobs dann noch was zu tun und so weniger Zeit um nachzudenken. Ach ja noch etwas. Um Tratsch und Spekulationen abzuwürgen. Die Hensens sollen den Leuten von der Redaktion einfach sagen, dass ein Freund von Sam dringend Hilfe gebraucht hätte und er deswegen so unvermittelt abgereist ist."

„In Ordnung. Mach ich. Bis später", entgegnete Bill und somit war ihr Gespräch beendet.

~*~

Ein paar Minuten bevor die vereinbarte Stunde abgelaufen waren, parkte Dean sein Auto vor dem Feld. Es hatte länger gedauert als er gedacht hatte um alles in seinem Sheriffbüro für die nächsten Tage zu regeln. Zuvor hatte er noch die Mannschaft der Redaktion informiert, dass sie Hilfe von den Hensens bekommen würden und ihnen auch diese „Freund-in-Not-Geschichte" aufgetischt. Die Bestätigung würden ihnen Sams Eltern liefern. Damit müsste Ruhe sein.

Jetzt saß Dean nervös im Helikopter und konnte es kaum erwarten endlich ins Hauptquartier zu kommen, damit er erfuhr was Bill herausbekommen hatte. Dort würde er auch endlich nachforschen können, was dieses Sentebale bedeutete, denn die letzten zwei Stunden hatte er keine Zeit gehabt und im Huby war wegen des Funkverkehrs Handyverbot und auch sein Tablett dufte er natürlich nicht verwenden. Hibbelig rutschte er auf seinem Sitz hin und her. Noch niemals hatte ihn ein Einsatz wirklich nervös gemacht, aber hier ging es um Sammy, da war die Situation eine völlig andere. Er war Deans große und einzige Liebe. Für ihn würde er durch die Hölle gehen und  notfalls sogar sterben. Doch erstmal würde er alles versuchen um sie beide zu retten.

~*~

Sam und den anderen vier Leute begaben sich wie ihnen befohlen wurde  in ein getarntes, rechteckiges Zelt, wo schon ein Mann wartete, den Sam sofort erkannte. Er war damals an der Uni an dem Sportprojekt beteiligt gewesen, wußte er.

„Ich begrüße Sie, meine Herren", sagte er auch schon. „Bei dieser Mission bin ich Mister Smith für Sie. Von mir erhalten sie meine Befehle und hier Ihre Order. Je zwei Mann arbeiten zusammen. Sam mit Steve. Karl mit Olson. Treten Sie näher", befahl Smith. Sam und die anderen Männer folgten wortlos und traten an den Tisch, wo ihnen Smith ihre Aufgaben erklärte. Zwei Tage würden sie noch in dem kleinen Camp bleiben. In dieser Zeit würden sie ihr Training ein wenig auffrischen, um dann ihren Auftrag auszuführen.