File 1: stories/1/760.txt
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Genau eine Stunde später bestiegen die drei Männer das Flugzeug und verstauten ihr Gepäck. Ohne ein Wort zu wechseln, begaben sich Mark und Dean ins Cockpit, wobei Mark den Pilotensitz einnahm und Dean sich in den Copilotensessel fallen ließ. Nach dem üblichen Check und der Freigabe vom Tower rollte die Maschine über das Flugfeld, um sich wenig später in die Lüfte zu erheben.

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Sam stand mit seinen Kameraden an dem kleinen Campingtisch und hörte Smith aufmerksam zu, der ihnen die Strategie erklärte, nach der sie vorzugehen hatten. Eine Karte lag vor ihnen ausgebreitet, die sie genau studierten. Das Gebäude, in das sie in ein paar Stunden eindringen würden, war mehrfach gesichert und von einem hohen, mit Starkstrom versehenen Zaun umgeben. Zudem gab es sechs Wachen, die es auszuschalten galt. Vier außerhalb und zwei innerhalb des Hauses, wie Smith erläuterte.

„Legt euch aufs Ohr. Um genau null zweihundert beginnt die Mission und Sam wird die Operation leiten", wies er die jungen Männer an, die daraufhin wortlos nickten und das Hauptzelt verließen, um in das zu gehen, dass ihnen als Quartier diente.

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Dean rieb sich über die Augen. Eine halbe Stunde noch und sie würden landen. Mark hatte in weiser Voraussicht ein Flugzeug gechartert, das groß genug war, um ein paar Mann zusätzlich aufzunehmen. Zudem behauptete der Spezialagent, dieses Ding auf einer Briefmarke landen zu können.

Angeber, obwohl ich sicher bin, dass du das kannst‘, dachte Dean und warf Mark einen Blick zu, um festzustellen, dass der nach wie vor äußerst konzentriert das Gelände beobachtete. Sie flogen natürlich seit ihrer Ankunft auf dem fremden Kontinent unter jeglichem Radar und daher ziemlich tief. Dazu war es Nacht und die Sicht nicht die Beste. Dean bewunderte Enders insgeheim. Er war ohne Zweifel einer der besten Agenten, das sein Land vorweisen konnte, und ihn an seiner Seite zu haben, erhöhten Sams Überlebenschancen um ein vielfaches. Dasselbe galt für Bill. Dean war mehr als froh, diese beiden Männer an seiner Seite zu haben. Trotzdem wurde er mit jeder Minute nervöser. Wie würde er seinen Sammy vorfinden? ‚Wird er mich überhaupt erkennen? ‘, fragte sich Dean besorgt in Gedanken. Er wußte natürlich, er musste damit rechnen, dass das nicht der Fall war und bei diesem Gedanken zog es ihm sein Herz zusammen. ‚Aber das ist jetzt nicht wichtig. Hauptsache es geht ihm gut und er ist nicht verletzt, oder Schlimmeres‘, spann er seine Gedanken weiter.

„Hallo? Würdest du vielleicht die Güte haben und dich konzentrieren und mal was anderes denken, als an deinen Liebhaber? Landeklappen ausfahren habe ich gesagt", fuhr Mark ihn rüde an und Dean zuckte ertappt zusammen.

„Man wird sich wohl noch Sorgen machen dürfen", maulte Dean, bevor er rasch tat, was Enders von ihm verlangte. Das Flugzeug setzte bald darauf butterweich auf und nachdem sie das Gepäck an sich genommen hatten und ausgestiegen waren, tarnten sie das Flugzeug so gut es ging mit Zweigen. Dann nahm jeder von ihnen ein Maschinengewehr aus einer der Taschen. Erst dann machten sie sich auf den Weg und folgten dem Funksignal, das sie in das Lager führen sollte, wo sich hoffentlich Sam, Clemens und die anderen befinden würden. Oder zumindest zu dem Flugzeug. Damit hatten sie schon einen guten Anhaltspunkt.

Während sie durch das Gelände wanderten, behauptete Bill: „Ich bin ziemlich sicher, dass Clements das Flugzeug in der Nähe des Lagers stehen hat. Denn was immer er auch vorhat, er will bestimmt schnell wieder von hier weg, sobald er hat, was er will."

Die beiden andren Männer nickten nur dazu, da sie nicht nur auf den Weg achten mußten, sondern auch die Umgebung ständig im Auge behielten. Es dauerte auch keine 15 Minuten, und sie entdeckten das getarnte Fluggerät. Bill hatte also richtig vermutet. „Da vorne sind zwei Zelte", flüstere er und sie schlichen lautlos näher. Hinter einem Busch gingen sie in die Hocke und beobachteten erstmal das Lager. Gleich darauf bemerkten sie eine Wache, die vor einem der Zelte patrouillierte.

„Da drin wird wohl Clemens sein. Dean?", sagte Mark leise, woraufhin der verständig nickte und langsam aufstand. Noch bevor er losgehen konnte, hielt Bill ihn am Arm fest. „Nicht töten, nur ausschalten", verlangte er und Dean verdrehte die Augen. 

„Logisch", flüsterte er zurück und verschwand, ohne das geringste Geräusch zu machen. Keine fünf Minuten später sank die Wache lautlos zusammen und wurde von Dean weggeschleift. Mark konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen.

„Auch wenn ich es ihm sicher niemals sagen werde, der Kerl ist einfach nur gut", stellte er zu Bill gewandt fest. Der nickte seufzend. „Ich weiß, trotzdem hätte ich ihm gewünscht, dass er so etwas nie mehr hätte machen müssen."

„Das Schicksal will es wohl anders. Aber wie auch immer, er gibt das vereinbarte Zeichen. Also los. Du gehst mit ihm ins Zelt. Ich bleibe draußen und gebe euch Rückendeckung", erklärte Mark, der Dean nicht aus den Augen gelassen hatte. Sie entsicherten ihre Maschinengewehre und schlichen zu dem Zelt, vor dem Dean inzwischen Wache schob.

Als die Drei wieder vereint waren, schob Bill den Stoff am Eingang des Zeltes zu Seite von dem sie vermuteten, dass es jenes von Clemens war und er, sowie Dean schlichen sich hinein. Auf einem Feldbett am anderen Ende des Zeltes erkannten sie eine schlafende Gestalt. In einer Sekunde war Dean bei ihr, presste eine Hand auf dessen Mund und legte seine andere Hand wie einen Schraubstock um dessen Hals. Der dort liegende Mann riss erschrocken die Augen auf und starrte entsetzt in Deans Gesicht. „Einen wunderschönen guten Morgen wünsche ich, Dreckskerl", bemerkte Dean böse grinsend und drückte noch ein bißchen fester auf den Hals von Clemens.

„Lass ihn sofort los, Dean", hörte er Sam plötzlich mit harter Stimme hinter sich sagen. Gleichzeitig war das Entsichern mehrerer Waffen zu vernehmen.