File 1: stories/1/148.txt
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Als Spike und Angel nach oben kamen standen sie einer grinsenden Lilah gegenüber, die einen Krummdolch an Darlas Bauch hielt. „Einen Schritt weiter und dein Sohn ist Geschichte, Angel.“

Verzweifelt wand sich Darla unter dem Griff der jungen Vampirin.

Angel bebte vor Zorn, wagte aber nicht näher zu kommen und auch Spike rührte sich nicht von der Stelle.

„Was willst du, Lilah?“ fragte Angel mit gefährlich ruhiger Stimme.

„Ich will den zukünftigen Herrscher der Finsternis, was sonst? Hol ihn her, Kleiner.“ Überheblich sah sie Angel an und blickte dann auffordernd in Spikes Richtung. Der rührte sich nicht von der Stelle.

„Spike!“ Mehr brauchte Angel nicht zu sagen. Der blonde Vampir biss die Zähne zusammen, so dass das Knirschen im ganzen Raum zu hören war, und ging mit geballten Fäusten in den Keller.

„Wenn du meinen Sohn tötest stirbst auch du, das verspreche ich dir. Und ohne das Kind habt ihr die Möglichkeit auf die Herrschaft verloren. Also… Lass. Sie. Los,“ forderte Angel.

„Wenn ich dir Darla überlasse, dann habe ich auch so alles verloren. Ich denke du wirst das Leben deines Sohnes nicht gefährden wollen, solange du noch eine Chance siehst ihn zu retten. Hab ich recht?“ Lilah lächelte ihn höhnisch an.

„Gut, ich werde euch gehen lassen. Aber gnade dir Gott wenn ich dich in die Finger kriege,“ knurrte Angel wutentbrannt.

Spike kam mit dem gefesselten Magier aus dem Keller zurück und stieß ihn zu Lilah hinüber.

„Wie dumm glaubst du bin ich? Binde ihn los, sofort.“ Lilahs Griff um Darlas Hals verstärkte sich und der Dolch ritzte die Haut auf dem Bauch der Vampirin auf, so dass einige Tropfen Blut hervorquollen. Darla gab ein leises, angstvolles Wimmern von sich.

Angel nickte seinem Child zu und Spike löste die Fesseln des Magiers. Allerdings konnte er sich nicht beherrschen und verpasste dem Inder noch schnell einen Tritt in den Hintern, so dass dieser der Länge nach auf den Boden fiel. Dann stellte sich Spike schützend neben seinen Sire.

„Das hast du nicht umsonst getan,“ giftete der Magier Spike an und rappelte sich auf.

„Oh doch, das war vollkommen gratis,“ grinste der Vampir.

„Dein Grinsen wird dir vergehen. Wir werden in die letzte Dimension reisen und euch werde ich vernichten.“ Voller Zorn umfasste der indische Magier Lilahs Arm, streckte den anderen in die Richtung der beiden Vampire und begann in einer uralten Sprache zu murmeln.

Die zwei Vampire spannten sprungbereit alle Muskeln an und blickten konzentriert auf das Trio. Ein düsteres Licht umfasste die drei als aus der Hand des indischen Magiers ein dunkler Blitz hervorschoss. Jedoch reagierte Darla geistesgegenwärtig und schlug mit aller Kraft auf den Arm des Inders, so dass dieser zur Seite taumelte bevor die drei verschwanden.

Durch Darlas besonnenes Eingreifen verfehlte der vernichtende Strahl des Zauberers die beiden Vampire und schlug statt dessen ein riesiges Loch in die Mauer des Lokals.

„Ups, unsere anderen Ichs werden sich über den neuen Ein- oder Ausgang ganz schön wundern,“ grinste Spike.

„Ups? Das ist nicht witzig, Spike, wie kannst du…“

Sie wurden von einer Woge erfasst und Sekunden später fühlte Angel süßes, wunderbares Blut, das seine Kehle hinunter rann. Genussvoll schloss er die Augen und begann stärker zu saugen, als er durch einen heftigen Schlag plötzlich zu Boden fiel und das Mädchen, von dem er getrunken hatte, aus seinen Händen gerissen wurde. Knurrend sprang er auf. Seine gelben Augen blitzten und Blut tropfte von seinen spitzen Fangzähnen. „Wie kannst du es wagen, Child, dafür wirst du büßen müssen. Auf die Knie!“

Erschrocken wich Spike zurück. „Angelus!“ flüsterte er.

~*~

Lilah, der Magier und Darla fanden sich auf einer bewaldeten Lichtung wieder. Darla sank auf die Knie und begann laut zu stöhnen.

„Stell dich nicht so an, wir müssen weiter. Fast hättest du alles ruiniert. Los, auf die Beine, Child,“ herrschte Lilah sie an. Mühsam richtete sich die blonde Vampirin auf.

„Quäle sie nicht. Du musst sie schonen, denn das Menschenkind muss noch wachsen, damit es unsere Wünsche erfüllen kann. Dafür muss die Mutter kräftig bleiben,“ meinte der Inder beschwichtigend.

„Hör auf mit deinem salbungsvollen Geschwätz. Wir müssen das letzte Opfer finden, damit wir endlich zum Ziel kommen.“ Lilah packte Darla unsanft am Arm und zog sie an sich heran.

Zorn stieg in Darla auf und mit einem kräftigen Schlag beförderte sie Lilah in den nächsten Busch. Diese rappelte sich wütend hoch um nun ihrerseits auf Darla einzuschlagen.

„Genug!“ Mit einer schnellen Handbewegung sorgte Kabir dafür, dass die beiden Frauen wie von einer unsichtbaren Hand auseinandergeschleudert wurden und auf ihren Hinterteilen landeten. „Los jetzt! Wir haben schließlich Wichtigeres zu tun.“ Mit raschen Schritten ging er weiter, und die Frauen folgten ihm wortlos.

~*~

Angelus sah sich um. Fünf junge Vampire standen mit gesenktem Haupt demütig in einigen Metern Abstand vor ihm. Sie befanden sich in einer großen Diele, die offen in einen Wohnraum überging. Das Mädchen, von dem er getrunken hatte, kauerte wimmernd auf dem Fußboden. Dann fiel sein Blick auf Spike, der vor ihm stand und ihn trotzig anstarrte.

Drohend ging Angelus auf sein Child zu und blieb ganz knapp vor ihm stehen. Seine Stimme war leise, doch man konnte sie bis in den letzten Winkel des Raumes verstehen.

„Ich sagte. Auf. Die. Knie,“ Er kam noch näher an heran und flüsterte ihm etwas ins Ohr, was nur Spike hören konnte. Daraufhin senkte der blonde Vampir unterwürfig den Blick und fiel auf die Knie. „So ist es gut, Boy,“ lobte Angelus und tätschelte ihm den Kopf. Dann wandt er sich wieder seinen Lakaien zu.

„Ich habe einen Auftrag für euch und bevor der nicht erledigt ist, werdet ihr von niemandem trinken. Habt ihr mich verstanden?“ Die fünf nickten eingeschüchtert. „Ihr werdet eine Frau suchen. Sie heißt Willow, zumindest nehme ich das an. Vermutlich ist sie eine weiße Hexe. Sucht sie, aber wehe einer von euch krümmt ihr ein Haar, verstanden? Ich will nur wissen wo sie ist. Rasch, beeilt euch! Und du… nimm das Mädchen und bring sie in meine Gemächer.“ Mit befehlendem Blick sah er zu Spike während sich die anderen Vampire beeilten, den Wünschen ihres Sires nachzukommen.

~*~

Der Magier, Lilah und Darla erreichten nach kurzer Zeit eine Straße, die über einen Hügel in die Stadt führte. „Was für ein Magier bist du überhaupt? Bist du nicht einmal in der Lage uns in die Stadt zu bringen ohne das wir zu Fuß laufen müssen?“ keifte Lilah verärgert.

„Pass auf was du sagst. Auch meine Geduld hat irgendwann ein Ende. Unterschätze meine Macht nicht. Bäume besitzen zuviel gute Energie, daher müssen wir erst den Wald hinter uns lassen, damit ich eine genaue Ortung vornehmen kann. Nun fasst euch an den Händen. Wir wollen in die Stadt.“

Als sie sich kurze Zeit später auf einem Parkplatz wiederfanden, nahm der Inder einen Ortungszauber vor um das letzte, benötigte Opfer zu finden.

„Sie ist nur vier Straßen von hier entfernt. Wir werden uns eine Unterkunft suchen und die Nacht abwarten. So ist es unauffälliger. Außerdem kann sich Darla noch ein wenig ausruhen, denn sie wird viel Kraft benötigen um die letzte Phase zu überstehen. Wo ist der Gürtel?“ Mit stechenden Augen sah der Magier Lilah an.

„Du bekommst ihn, sobald ich erhalte was mir zusteht, keine Sekunde früher,“ meinte die Vampirin bestimmt.

Kabir nickte unmutig und sah sich kurz um. „Kommt, dieses Haus wird uns beherbergen. Zielsicher steuerte er ein verlassenes Gebäude an und Lilah folgte ihm mit Darla im Schlepptau.

~*~

Als Angelus’ Lakaien nach und nach aus der Kanalisation zurückkehrten, begann es draußen bereits dunkel zu werden. Der Meistervampir saß auf dem Sofa und Spike kauerte zu seinen Füßen während sein Sire ihm übers Haar strich. Der Vampire sahen getrocknetes Blut an Spikes Gesicht und an seinem Hals und senkten erschrocken die Augen, als sie den kalten Blick ihres Meisters auf sich spürten. Sie kannten Angelus’ Bestrafungsmethoden und sie wussten aus eigener Erfahrung, wie brutal er sein konnte. Offenbar machte er in seinem Zorn noch nicht einmal vor seinem Lieblingschild William Halt.

„Was habt ihr mir zu berichten?“ fragte Angelus mit ruhiger Stimme.

Zwei der Vampire schüttelten ängstlich den Kopf, doch der Dritte hob seine Augen. „Meister, ich weiß, wo sie arbeitet. Ihr genauer Name ist Willow Rosen… Rosen… irgendwas. Sie arbeitet in einem Buchladen in der Oxford Street, der einem Mann namens Giles gehört. Sie ist hier in Lenkom ziemlich bekannt und angeblich sehr mächtig. Man fürchtet sie in Dämonenkreisen, weil sie Unseresgleichen sehr erfolgreich mit ihrer Magie bekämpft. Sie ist bei vielen Dämonen und Vampiren bekannt, daher war sie leicht auszumachen. Dieser Giles hilft ihr offenbar bei ihren Unternehmungen.“

Angelus stand auf, ging auf den Vampir zu und tätschelte sein Gesicht. „Das hast du gut gemacht. Ich werde dich belohnen… später. Ihr anderen bleibt im Haus bis wir zurückkommen. William!“ Ohne sich zu seinem Child umzudrehen ging er auf die Tür zu und William beeilte sich ihm zu folgen.

Schnell liefen sie die Strasse entlang um den Laden zu erreichen bevor er geschlossen wurde. In einem dunklen Hauseingang auf der anderen Straßenseite des Buchgeschäftes bezogen sie Stellung und beobachteten das Geschehen. Plötzlich drehte sich Angelus zu Spike um, sah ihm in die Augen und legte seine Hand um seinen Nacken. Er beugte sich zu seinem Child hinunter und küsste ihn sanft und auf die Lippen. Spike schmiegte sich eng an seinen Sire und erwiderte den Kuss zärtlich. Ihre Zungen duellierten sich leidenschaftlich und sie pressten ihre Körper eng aneinander. Beide stöhnten leise als sie ihre Hände über den Körper des anderen wandern ließen. Spike löste sich erst dann von Angelus, als er spürte, wie seine Beine drohten den Dienst zu versagen.

„Was ist mit dir?“ Besorgt sah ihn der ältere Vampir an.

„Geht schon wieder,“ murmelte Spike während er versuchte das weiche Gefühl in seinen Knien zu ignorieren.

„Du bist schwach, Darla hat zu viel genommen. Ich war nicht aufmerksam genug,“ stellte Angelus fest. Er öffnete seine oberen Hemdknöpfe und legte den Kopf zur Seite. „Trink,“ forderte er sein Child auf und der versenkte ohne Zögern seine spitzen Zähne in den Hals seines Sires. Vorsichtig saugte er den lebensspendenden Saft in seinen Mund. Während er fühlte wie das Blut langsam seine Kehle hinabrann blickte er mit verschleierten Augen über Angelus’ Schulter.

Plötzlich jedoch zog er jedoch seine Zähne zurück und leckte kurz über die Wunde am Hals seines Sires. „Sie kommt.“ Spike schob den älteren Vampir widerstrebend von sich und der seufzte frustriert auf.

Angelus drehte sich zur Straße und blickte zum Laden. „Bist du okay?“ frage er und sah Spike noch einmal intensiv an. Als dieser nickte fuhr er fort. „Gut, dann machen wir es so wie immer. Verfolgen, jagen, einfangen. Du von der anderen Seite.“ Sie nickten sich noch einmal kurz zu und dann schlichen sich Angelus und Spike in verschiede Richtungen davon.

~*~

Mit raschen Schritten lief Willow auf ihren Wohnblock zu. Es war heute spät geworden, daher beeilte sie sich besonders. Als sie in die schmale Gasse einbog, die zum Eingang ihrer Wohnung führte, verstellte ihr plötzlich eine große Gestalt den Weg. Erschrocken blieb sie stehen. Sie wich zurück und wollte anfangen zu schreien, als sie fühlte, wie sie von hinten erfasst wurde. Ein Arm legte sich um ihre Taille und eine Hand bedeckte ihren Mund um sie am Schreien zu hindern. Mit eisernem Griff hielt Spike sie fest.

Langsam kam Angelus auf das Mädchen zu und redete leise auf sie ein. „Keine Angst, ganz ruhig. Ich muss mit dir sprechen.“ Die Kleine nickte und Spike lockerte die Hand vor ihrem Mund etwas. Willow biss reflexartig zu.

„Ah, du kleines Biest,“ fluchte der blonde Vampir.

Angelus lachte leise. „Wie mir scheint bist du aus der Übung.“

„Wen wundert`s,“ murmelte Spike. Gerade als die Hexe Luft holen wollte um einen markerschütternden Schrei auszustoßen, schlug ihr Angelus ins Genick, so dass sie bewusstlos in den Armen des jüngeren Vampirs zusammensackte.

„Gut, dann werde ich eben erst in der Villa mit ihr reden,“ meinte Angelus achselzuckend während Spike den Rotschopf vorsichtig auf seine Arme hob. Die beiden begaben im Schutz der Dunkelheit zurück zum Haus.

~*~

Kabir, Lilah und Darla betraten den kleinen Buchladen und sahen sich interessiert um. Ein Mann mittleren Alters, der eine Brille auf der Nase trug, kam auf sie zu. „Ich wollte zwar eigentlich gerade schließen, aber wenn sie noch etwas möchten...“ fragte er zuvorkommend.

„Eigentlich wollte ich mit dem netten Mädchen sprechen, das sonst immer hier ist. Sie wollte ein Buch für mich bestellen.“ Lilah lächelte so freundlich wie möglich.

„Willow? Sie ist leider schon nach Hause gegangen. Aber vielleicht kann ich ihnen weiterhelfen?“ meinte der Mann.

„Äh, nein, danke. Wir werden einfach morgen wiederkommen.“ Kabir und Lilah verabschiedeten sich so schnell wie möglich und verließen hastig den Laden.

„Du bist zu spät gekommen. Was wirst du jetzt tun, du großer Zauberer?“ spottete Darla und lehnte sich erschöpft an die Wand.

„Du solltest wissen, dass es für mich kein Problem ist sie zu finden. Wir bringen dich zurück, damit du dich ausruhen kannst. Nicht dass mich interessiert wie es dir geht, aber dein Kind ist für uns wichtig… oder vielmehr sein Blut.“ Er lachte teuflisch und Darla konnte fühlen, wie sich ihr Magen bei dem Laut zusammenkrampfte. „Lilah und ich bringen die weiße Hexe zu dir und du wirst ein braves Mädchen sein und trinken. Dann werde ich endlich mein Ziel erreicht haben.“

Der Inder fasste die Vampirin mit grobem Griff am Arm und im Nu waren sie durch seine Zauberei wieder zurück in ihrer Unterkunft. Ein neuer Ortungszauber zeigte ihm, wo sich Willow im Moment aufhielt, während Lilah Darla an einem Stuhl festband.

„Dass du mir ja nicht auf dumme Gedanken kommst,“ ätzte sie und küsste ihr Child. Angewidert versuchte Darla ihren Kopf wegzudrehen, was bei Lilah jedoch nur grausames Gelächter hervorrief. Dann machten sich Kabir und die dunkelhaarige Vampirin erneut auf den Weg.

~*~

Angelus öffnete die Tür des Hauses und die fünf Vampire sprangen von ihren Sitzen hoch um hastig eine unterwürfige Stellung einzunehmen. Angelus hielt die Tür für sein Child auf. „Spike, bring sie nach unten und leg ihr Fesseln an. Hast du das andere Mädchen weggebracht, wie ich es dir gesagt habe?“

„Aber sicher, großer Meister. Ich habe sie genau dorthin gebracht, wo du sie haben wolltest. Man wird sich dort gut um sie kümmern.“ Grinsend begab sich Spike mit Willow auf den Armen in die unteren Räume des Hauses.

Angelus schritt inzwischen die Reihe seiner Lakaien ab und musterte einen nach dem anderen, als Spike wieder nach oben kam. „Alles erledigt,“ meinte der und setzte sich erschöpft auf das Sofa.

Plötzlich begann ein Licht zu flimmern und Kabir und Lilah standen im Zimmer.

„Angel!“ Erschrocken wich Lilah einen Schritt zurück. “Kabir, du Idiot, was hast du getan? Wir wollten doch zu…“

Kabir verpasste ihr einen Schlag auf den Mund und brachte sie so zum Schweigen. „Halt den Mund. Ich weiß was ich tue und hier sind wir genau richtig.“

„Aber sicher doch, ihr seid hier wirklich vollkommen richtig. Endlich kann ich dich killen, du Bastard. Und diese blöde Bitch auch gleich noch dazu.“

Spike sprang auf und stellte sich rasch neben seinen Mentor.

„Angel, was macht ihr hier?“ Lilah ignorierte Spike völlig und sah Angelus noch immer mit völlig entgeistertem Blick an.

„Irrtum, meine Liebe. Angelus ist zurück und ich will genau dasselbe wie ihr,“ erklärte der dunkelhaarige Vampir grinsend und sah Lilah mit einem hämischen Blick an.

„Wer ist Angelus?“ Verwirrt blickte Kabir zwischen Angelus und Lilah hin und her.

„Der da sicher nicht. Angelus ist einer der schlimmsten und bösartigsten Vampire aller Zeiten,“ klärte sie den Inder auf.

„Irrtum, Lilah. Ich bin Angelus und du weißt nicht einmal annähernd, wie böse ich wirklich sein kann, wenn sich mir jemand in den Weg stellt.“ Zur Verdeutlichung seiner Worte setzte Angelus sein Dämonen-Gesicht auf und verschränkte die Arme vor der Brust.

„Denkst du, nur weil du mal schnell dein Aussehen änderst, beweist das schon, dass du Angelus bist?“ fragte sie spöttisch. Sicherheitshalber stellte sie sich halb hinter den Inder, der schon seine Hände erhoben hatte um eine Schutzbarriere zwischen ihnen und den Vampiren aufzubauen.

„Wenn wir ins Geschäft kommen, werde ich euch einen Beweis liefern,“ meinte Angelus ruhig.

„Wo ist die Hexe?“ fragte Lilah.

„Wo ist Darla?“ war Angelus’ Gegenfrage.

„So kommen wir nicht weiter. Was willst du, damit ich die Hexe bekomme?“ Ungeduldig beschloss Kabir die Verhandlungen selbst in die Hand zu nehmen.

„Ich will auch einen Teil vom Kuchen abhaben. Diese Welt hier gefällt mir… mit all ihrem englischen Flair und so. Ich will sie haben. Alle anderen Dimensionen interessieren mich nicht. Bring Darla her und ich liefere dir dafür die Hexe. Dann vollziehst du das Ritual und übergibst mir anschließend diese Welt. Ich will dein Wort, Zauberer, und wir sind im Geschäft. Und versuche nicht mich zu betrügen, sonst ist die Hexe hier tot bevor Darla auch nur eine Chance auf ihr Blut bekommt. Dann kannst du dir deine Herrschaft sonstwohin stecken.“ Angelus verschränkte die Hände vor der Brust und sah die beiden unverschämt grinsend an.

„Trau ihm nicht, Kabir. Erst soll er beweisen, dass er auch wirklich Angelus ist,“ flüsterte Lilah dem Inder von der Seite zu.

„Du willst Beweise? Nun gut. William, hol den Dolch dort vom Tisch,“ befahl Angelus. Sein Child gehorchte und brachte ihm das scharfe Messer.

Angelus blickte Spike direkt in die Augen, dieser nickte leicht und dann rammte sein Sire ihm ohne mit der Wimper zu zucken den Dolch zwischen die Rippen. Spike stöhnte und presste seine Hand auf den Messergriff, bevor er zu Boden sank.

„Ist das Beweis genug?“ fragte Angelus und lächelte kalt.