File 1: stories/1/155.txt
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Als Spike erwachte, fühlte er wie ihn zwei starke Arme umfangen hielten. Im ersten Moment wollte er sich sofort herauswinden und aus dem Bett springen als im bewusst wurde wer ihn festhielt, aber das Gefühl war sooo gut. Er tat weiter so als würde er schlafen. Wenn Angel wach wurde, konnte er sich immer noch auf den Zauber herausreden.

Angel war schon längst wach, aber auch er war nicht bereit diese Umarmung zu beenden. Und so lagen sie sich genießend still beieinander, bis es doch zu unrealistisch wurde. Schließlich schliefen Vampire nicht ewig und es war bereits Nachmittag. Beide begannen sich gleichzeitig zu regen, lösten sich voneinander und rückten verlegen an den äußersten Rand des Bettes.

„Blöder Zauber", murmelte Spike und stand schnell auf, damit Angel seine Verlegenheit nicht bemerkte.

„Ja", war alles was Angel herauswürgte. Er hatte natürlich gewusst, das Spike das so sah, wie sollte es auch anders sein, doch insgeheim hatte er doch gehofft,… weil er selbst,… es war schön gewesen und er versuchte das Gefühl von Spikes Umarmung tief in sich zu speichern, um es niemals zu vergessen, wenn sein Childe wieder fort ging, sobald der Bann gebrochen war. Und zum ersten Mal, seit der Dämon aufgetaucht war wünschte er sich, das der Zauber, der über sie gesprochen wurde, niemals enden würde.

Spike stand immer noch wie angewurzelt mit dem Rücken zu Angel vor dem Bett als sein Sire zu ihm trat.

„Was ist los Spike?" fragte er leise.

„Ich dachte gerade, ob der Fluch, oder was auch immer, nun vorbei ist. Wir haben zusammen gearbeitet, gegessen und geschlafen. Eigentlich haben wir die Bedingungen, ungewollt zwar, aber, sie müssten erfüllt sein." Spike bemühte sich seine Stimme nicht bedauernd klingen zu lassen.

„Tja, wäre möglich. Am Besten wir probieren es aus. Aber vorsichtig. Ich möchte nicht schon vor dem Frühstück vor Schmerzen zusammenbrechen", versuchte Angel zu witzeln. Doch Angels Witze waren noch nie komisch gewesen und so rangen sich beide nur ein mühevolles Lächeln ab, bevor sie sich zunickten und Angel langsam das Schlafzimmer verließ. Er kam jedoch nicht weit, als sich das schon bekannte Ziehen in seinem Bauch bemerkbar machte. Schnell ging er zu Spike zurück. „Funktioniert nicht", sagte er und versuchte seine Stimme nicht all zu fröhlich klingen zu lassen.

„So ein Pech", meinte Spike betont gleichgültig, doch es klang nicht so, als würde er es ehrlich bedauern. „Dann,... also vielleicht müssen wir mehr machen."

„Was meinst du mit mehr?" Angel schob seine Augenbrauen zusammen.

„Weiß nicht. Kommt darauf an was der Dämon mit nahe sein gemeint hat. Vielleicht hat er,... na ja,... es gibt da viele Möglichkeiten, und es wäre,… also was ich meine ist,... verdammt Angel, ich weiß es ja auch nicht…" Spike verdrehte die Augen. Angel brachte ihn total aus dem Konzept, wenn er ihn mit seinen Rehaugen so anschaute, zum Henker, diese warmen braunen Augen hatten es ihm angetan, in dem Moment als er ihm das Buch von Giles gebracht hatte und das erste Mal in Angels Augen gesehen hatte, kurz nur, aber das hatte genügt. Natürlich hatte er schon oft in diese Augen geblickt, nur das sie früher keine Wärme ausstrahlten, Angelus’ Augen waren immer kalt gewesen, aber Angels, Gott,…

„Küssen? Meinst du vielleicht ein Kuss könnte…" Angel sah ihn fragend an und Spike senkte seine Augen. „Könnten es ja versuchen", nuschelte er in seinen nicht vorhandenen Bart, bewegte sich aber keinen Zentimeter auf seinen Sire zu.

Der stieß hörbar die Luft aus, und ging auf Spike zu.

„Du musst nicht, wenn du denkst es bringt nichts", beeilte Spike sich zu sagen, da es Angel anscheinend unangenehm war, weil er so frustriert aufgeseufzt hatte.

„Nein, auf keinen Fall. Ich meine es ist sicher einen Versuch wert, wenn es hilft, meine ich", beeilte sich Angel zu sagen, bevor Spike es sich womöglich anders überlegte.

„Gut, dann wollen wir mal." Spike räusperte sich und legte steif seine Arme um Angels Taille.

Angel fasste ihn unbeholfen an den Schultern und zog sein Childe an sich. Er beugte sich hinunter und kam Spikes Mund immer näher. Ein Schauer durchrieselte ihre Körper als sich ihre Lippen berührten und sich zart aneinander pressten. Vorsichtig glitt Angels Zunge zwischen Spikes Lippen, um sie zu teilen und der öffnete willig seinen Mund. Als ihre Zungen sich zärtlich berührten, stöhnten Beide erregt auf. Sie zogen ihre Körper enger an sich. Angels Hand glitt in Spikes Nacken und er kraulte die feinen Härchen. Spikes Hände fuhren hinauf zu den Schulterblättern seines Sires und streichelten sie. Ihre Zungen stupsten sich an, umschlangen sich. Fochten, forschten und streichelten sich gegenseitig, bis Spike den Kuss unterbrach, da es so eng in seiner Hose wurde, das er befürchtete die Knopfe zu sprengen. Angel wimmerte leise, als sein Childe sich von ihm löste, und öffnete widerwillig seine Augen um gleich darauf in Spikes unendlichen Blauen zu versinken. Lange standen sie so da sich nur in die Augen blickend, bis Angel krächzend zu sprechen begann. „Das war…" Seine Stimme versagte kurz.

„Magisch?" flüsterte Spike.

„Ja, magisch, der Zauber", murmelte nun auch Angel.

„Sicher, der Zauber", brummelte Spike und wünschte, dass es nicht nur der verdammte Zauber wäre.

„Also, dann bin ich jetzt dran, ich gehe", entschlossen löste Spike den Augenkontakt und drehte sich zur Tür, um nun seinerseits das Schlafzimmer zu verlassen. Doch auch er kam nicht weit, das Ziehen begann schon kurz nach seinem Austritt aus dem Schlafzimmer.

„Hat auch nicht geholfen, Mist", sagte er als er sich wieder zu Angel drehte, doch seine Augen strahlten.

„Kann man nichts machen", auch Angel schien kein bisschen enttäuscht zu sein und so gingen sie einträchtig ins Wohnzimmer, um ihre Schuhe anzuziehen. Spike zog noch seinen Mantel über und sie gingen nach oben um zu essen, da Wes und Cordy bald kommen würden.

Kaum hatten sie ihr Blut getrunken, als auch schon Cordelia und Wesley das Hotel betraten.

„Hallo ihr Beiden, gut geschlafen?" Cordy legte ihre Tasche auf den Tresen und Wes zog seine Jacke aus.

„Wie zwei Tote", grinste Spike und Angel nickte lächelnd.

„Sehr witzig Spike." Cordy verdrehte die Augen.

„Spike hat nur gesagt wie es ist", meinte Angel immer noch lächelnd.

Wes und Cordy wechselten einen erstaunten Blick, der soviel sagen sollte wie: „Was ist den mit den Beiden los? Sehr merkwürdig."

„Also machen wir uns über die Bücher. Ich habe noch drei bei mir gefunden und sie mitgebracht", sagte Wesley nur. Er wollte erst einmal abwarten, bei Vampiren wusste man eigentlich nie genau woran man war.

„Ich denke wir sollten uns zuerst um diesen Vampirerzeuger kümmern. Was denkst du Angel?" fragend sah Spike seinen Sire an.

„Sehe ich auch so, bevor sie sich zu stark vermehren", stimmte Angel zu.

„Aber ich denke der Dämon ist so wichtig, den wir gestern oder heute Nacht, wie auch immer, so dringend suchen mussten", meinte Cordy verwirrt.

„Ach der, ja schon, aber, na ja, das hat Zeit." Angel griff nach seiner Jacke und ging zum Waffenschrank.

„Ja, ist nicht eilig", murmelte Spike und stellte sich neben seinen Sire, um sich eine Waffe auszusuchen.

„Jetzt auf einmal, ihr wisst echt nicht was ihr wollt." Wesley stand seufzend auf und ging nun auch zum Waffenschrank.

Beide Vampire sagten nichts dazu sondern sahen konzentriert auf die Waffen.

„Ich will das." Spike zeigte auf ein großes Schwert aus dem 16.Jahrhundert.

„Ist das nicht ein bisschen groß für dich?" Lächelte Angel, da Spike sich ein Riesending ausgesucht hat.

„Was soll das denn heißen, glaubst du etwa ich bringe es nicht mit diesem Ding?" Er nahm das Schwert heraus und schwang es in der Luft.

„Siehst du, ich kann." Triumphierend sah er Angel an.

„Daran hab ich nie gezweifelt", lächelte Angel immer noch. ‚Gott ist er süß, egal was er auch immer tut. Ich könnte ihm stundenlang zuschauen’, dachte Angel und blickte stolz auf sein Childe, das mühelos mit dem Schwert hantierte.

Spike riss ihn aus seinen Gedanken, als er ihn erstaunt fragte. „Hast du nicht?"

„Nein. Ich weiß wie stark und mutig du bist", meinte er ernst.

Spikes Brust schwoll an, bei dem Lob seines Sires. Es tat so gut gelobt zu werden und er konnte sich nicht erinnern wann es das letzte Mal gewesen war, dass jemand seine Stärke und seinen Mut anerkannt hatte, insbesondere sein Sire, Angelus, hatte niemals so zu ihm gesprochen und sofort lenkte er ein. „Du hast Recht, es ist vielleicht etwas zu unhandlich." Er griff nach einem praktischeren Exemplar und steckte es zufrieden unter seinen Mantel.

Cordy trat hinzu, griff nach einer Axt und sah die beiden Vampire an. „Ich weiß nicht was gestern mit euch passiert ist, aber ihr benehmt euch unheimlich. Streitet gefälligst und brüllt euch an, sonst krieg ich Angst", meinte sie, doch sie lächelte dabei.

„Das kommt schon wieder, Liebes, mach dir keine Sorgen. Mein Si..., äh,... Angel und ich haben nur eine Art Waffenstillstand geschlossen, für eine zeitlang zumindest. Ist doch so Angel, oder?" grinste Spike.

„Genau", grinste Angel zurück, nahm sich ebenfalls ein Schwert und schloss den Waffenschrank, nachdem er Wes seine Lieblingsaxt gegeben hatte. „Wir dachten, solange der Zauber anhält, kann Spike uns genauso gut weiter bei der Dämonen-Jagd helfen. Und wir wollen versuchen halbwegs friedlich miteinander umzugehen, bringt doch nichts herumzustreiten."

„Richtig, also gehen wir, hab schon lange niemanden gekillt", murmelte Spike und ging auf die Ausgangstüre zu.

Cordy schüttelte den Kopf. „Vampire waren wirklich eigenartige Wesen. Insbesondere diese Zwei."

Sie verließen das Hyperion, stiegen in Angels Wagen und er fuhr zum Hafen um dem Meistervampir den Gar auszumachen.

Am Hafen angekommen stellte Angel den Wagen ab und sie schlichen zu dem Haus, das Lorne beschrieben hatte, und gingen in die Hocke. „Okay, Spike und ich gehen rein. Ihr folgt uns in 10 Minuten, da dürfte das Ärgste vorbei sein. Ich will nicht, dass ihr euch unnötig in Gefahr bringt, aber ich, äh... wir brauchen eure Hilfe auf jeden Fall." Angel sagte das weil er nicht wollte, das Wes und Cordy sich unnütz vorkamen, aber mit Spike hatte er einen starken Kämpfer an seiner Seite und wahrscheinlich würden sie das sehr gut alleine hinkriegen.

Er und Spike erhoben sich stellten sich vor die Tür und sahen sich an. „Du passt auf dich auf, hast du mich verstanden?" sagte Angel eindringlich. „Schon klar. Ich pass auf dich auf", grinste Spike und hob sein Bein um die Tür einzutreten. Worauf Angel die Augen verdrehte. Manche Dinge würden sich nie ändern, sein verdammtes Childe machte ihn noch wahnsinnig mit seiner Sorglosigkeit.

Krachend brach die Tür entzwei als Spike zutrat und losstürmte. Angel blieb nichts anderes übrig als Spike zu folgen. Vor ihnen lag ein großer Raum in dem 9 Vampire vor einem Thron knieten, um den Meister, der dort saß, zu huldigen. Er trug einen langen altmodischen Samtmantel und sein langes braunes Haar war mit einer Schleife im Nacken zusammengehalten. Arrogant sah er auf, als Angel und Spike näher kamen.