File 1: stories/1/6.txt
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Stöhnend öffnete Angel die Augen, um sie sofort wieder zu schließen, als dröhnende Kopfschmerzen durch seinen Schädel jagten. Trotzdem richtete er sich mühsam auf, da seine Sorge Spike galt, der, wie Angel befürchtete, schwer verletzt, oder sogar tot dort drüben im Sand lag.

Der Architekt versuchte den Schmerz zu ignorieren und bemühte sich, die Distanz zu Spike so schnell wie möglich zu überwinden. Bei ihm angekommen, fiel er vor dem leblosen Körper auf die Knie und drehte ihn vorsichtig auf den Rücken. Spikes linke Gesichtshälfte war blutverschmiert und Angel keuchte erschrocken auf, als er die Wunde an der Schläfe entdeckte. Auch die Schulter schien etwas abbekommen zu haben.

„GroĂźer Gott, hoffentlich ist er noch am Leben“, murmelte Angel und bettete den Kopf des Engländers behutsam in seinen SchoĂź, löste die Wasserflasche von dessen GĂĽrtel und nahm ein Taschentuch aus seiner Hosentasche, um es mit Wasser zu benetzen, bevor er das Gesicht des Blonden zu reinigen begann. Angel hoffte, dass es sich nur um  StreifschĂĽsse handelte, doch das konnte er erst beurteilen, wenn er all das Blut abgewaschen hatte. „Spike?“ rief der dunkelhaarige Mann immer wieder leise, in der Hoffnung eine Reaktion zu erhalten, doch der Mann in seinen Armen reagierte nicht.

Zusammengekrümmt und das Gesicht blutig geschlagen, lag William in einer versteckten Ecke des Schulgeländes. Vorsichtig versuchte er sich zu bewegen, krümmte sich aber wieder vor Schmerzen zusammen, als er das Stechen in seinem Brustkorb verspürte. So schlimm wie dieses Mal hatten sie ihn noch nie verprügelt und William konnte es kaum erwarten bis das Schuljahr zu Ende ging und er das verhasste Internat verlassen konnte, in welches sein Onkel ihn steckte, nachdem seine Eltern bei einem Unfall gestorben waren.

Mühsam rappelte sich der Junge nun doch auf, um in sein Zimmer zu stolpern. Dort angekommen, ließ er sich auf das Bett fallen und stöhnte gequält auf.

„Will?“ Sein Zimmergenosse richtete sich verschlafen auf. “Was ist passiert? Wieder Riley und Warren?“ Oz wusste natürlich, dass es die Beiden gewesen waren und stand auf, um das Licht anzumachen. „Du siehst beschissen aus, wenn du nicht endlich die Schulleitung informierst und aufzeigst, was die Zwei mir dir treiben, bringen sie dich noch um, bevor wir hier rauskommen“, stellte der rothaarige Junge erschrocken fest und begab sich in das kleine Badezimmer, das zu dem Wohnraum gehörte. William antwortete nicht. Er war zu geschwächt und zu müde, um sich überhaupt zu regen.

Oz kam zurĂĽck, einen nassen Lappen in der Hand, und begann Wills Gesicht zu reinigen.

„Deine Augenbraue, da wird eine Narbe zurückbleiben. Du musst auf die Krankenstation, diesmal genügt es nicht, wenn ich dich versorge.“

„Nein“, murmelte William kraftlos und wollte sich protestierend aufrichten, doch Oz drückte ihn sanft zurück auf das Bett.

„Es geht nicht anders Will, sei vernünftig.“ Daniel Osborn, genannt Oz, und William teilten sich seit nun fast 4 Jahren dieses Zimmer und waren in der Zwischenzeit Freunde geworden. Oz war Amerikaner, der zur Erziehung nach England geschickt wurde, und machte zusammen mit Will in diesem Jahr den Abschluss, um anschließend in die Heimat zurückzukehren. Er hatte seinem Freund angeboten, ihn zu begleiten und in den Staaten zu studieren. Nach langen Gesprächen mit seinem Onkel, hatte dieser zugestimmt und in zwei Monaten würde William diesem verhassten Internat für immer den Rücken zukehren. Schon seit Monaten malte Will sich aus, was er als erstes machen würde, wenn er endlich über sein Leben frei entscheiden konnte und das erste war seine verhassten braunen Locken, wegen denen er dem ständigen Spott der Mitschüler ausgesetzt war, zu färben und mit Gel zu glätten. Ebenso würde er die biedere altmodische Kleidung, die sein Onkel ihm aufzwang, für alle Zeiten ad Acta legen und das Wort Tweed aus seinem Wortschatz bannen, soviel war sicher. Bevor er sich weiteres ausmalen konnte, betrat Oz wider das Zimmer mit Miss Calendar im Schlepptau, die einen Verbandskasten trug und sich besorgt über den jungen Mann beugte.

„Unfall“, behauptete William.

„Das sagst du immer, doch ich weiĂź es besser“, seufzte die Frau. „Direktor Snyder wird dir die Hölle heiĂź machen. Sag ihm endlich die Wahrheit. Ich versorge dich erst mal und dann bringen wir dich in die Krankenabteilung.“ Sie begann mit der Wunde an der Schläfe und… 

Erst als Angel die Wunde an der Schläfe reinigte, antwortete ihm Spike mit einem klagenden Laut. Ein erleichtertes Lächeln erschien auf Angels Gesicht, als die Augenlider des Blonden zu flattern begannen und sich letztendlich etwas öffneten. „Bloody hell, was ist passiert und wieso verschwendest du kostbares Wasser?“ murmelte Spike, griff sich stöhnend an den Kopf und versuchte seine Gedanken zu ordnen. ‚Miss. Calandar, Oz Riley? Nein, falsch was… Angel ja genau.’ Spike wusste wieder wo er war. „Verdammt, mir platzt der Schädel und was ist mit meinem Arm? Wenn ich Riley erwische, wird er sich wünschen, tot zu sein. Wie geht es dir?“ fragte der Blonde plötzlich erschrocken und versuchte sich besorgt aufzurichten, doch Angel drückte ihn sanft, aber bestimmt in seine Position zurück.

„Mir geht es gut, keine Sorge Kleiner, aber du bist ziemlich verletzt. Deine Schläfe hat anscheinend einen Streifschuss abbekommen, ich muss die Wunden erst versorgen.“

„Bin nicht klein verflucht, und so eine Verletzung stecke ich locker weg“, nuschelte Spike halbherzig protestierend, bewegte sich aber nicht, sondern schloss wieder die Augen, die Fürsorge Angels tat ihm gut und er hatte den Eindruck, dass sich die Schmerzen in seinem Schädel alleine schon durch die sanften Berührungen von Angels Fingern besserte, sodass er dachte:

‚Er hat gute, starke Hände, und wenn er nicht sofort aufhört mein Gesicht zu streicheln… bloody hell, fühlt sich das gut an. Wie muss es erst sein wenn er… oh, was macht er jetzt? Wieso knöpft er mein Hemd auf?’

„Dein Arm hat auch etwas abbekommen, ich muss dir das Hemd ausziehen, um ihn zu verbinden.“

„Oh, ja sicher“, murmelte Spike und ärgerte sich über die Endtäuschung, die sich in ihm breitmachte. ‚Wahrscheinlich habe ich einen Gehirnschaden abbekommen, denn wie sonst konnte ich mir einbilden, er hätte Interesse an mir? Er kann mich nicht mal leiden und jetzt hilft er mir nur, weil er mich braucht, damit ich ihn durch die Wüste führe, ist ja wohl offensichtlich. Und er ist überhaupt nicht mein Typ, rennt sogar hier in Designerklamotten rum, selbst seine Stiefel sind von Dolce und Gabani, und die Frisur, grauenhaft, das macht nicht mal sein toller Körper, oder diese schokobraunen Augen wett, und zu groß ist er auch. Jawohl!’

Trotz dieser Erkenntnisse, ließ Spike sich von Angel widerstandslos das Hemd ausziehen und genoss die vorsichtigen Berührungen der Hände Angels, die bedacht das Hemd abstreiften und über seine Schulter und seinen verletzen Arm tasteten.

„Genau wie ich dachte, sein Körper ist sehr schlank, mit klar definierten Muskeln von den Armen, bis hin zu dem Waschbrettbauch, den ich gerne… oh Gott, bloß nicht hinsehen, nur um die Wundern geht es. Säubern, verbinden, säubern, verbinden.“ Betete sich Angel wie eine Mantra vor und riss, nachdem er die Wunden ausgewaschen hatte, einen Streifen seines Hemdes ab und verband Spikes Kopfwunde, die, nachdem das Blut entfernt war, bei weitem nicht mehr so schlimm aussah.

„Bilde dir nicht ein, dass ich dir das Hemd ersetzte“, brummelte Spike, während er Angel unter halb geschlossenen Lidern beobachtete.

Angel antwortete unwirsch. „Das habe ich auch nicht verlangt, oder? Warum bist du immer so unfreundlich, wenn ich mich nicht um dich kümmern würde, könntest du hier verrecken.“

„Wenn du den Wagen nicht in den Sand gesetzt hättest, wäre ich gar nicht in dieser Situation, also ist es deine verdammte Pflicht, dich um mich zu kümmern, dass das schon mal klar ist.“

Angel schubste Spike von seinem Schoß und sprang auf. „Wer ist denn schmollend weggerannt, weil nicht alles nach seinem Kopf ging und hat mich den Räubern überlassen? Deinetwegen wurde ich ausgeraubt und niedergeschlagen, saß in einem Flugzeug, in das sich nicht mal Lindbergh gesetzt hätte, und musste durch die Wüste fahren, weil mein Führer besoffen war. Meine Koffer sind weg und von den Bauplänen rede ich gar nicht. Also halt bloß die Klappe, Spike, denn sonst, das schwöre ich, lasse ich dich hier liegen und die Geier, oder was da sonst so herum kreucht und fleucht, können dich fressen.“

„Ist ja schon gut Pet, reg dich nicht so auf, hab’s nicht so gemeint. Hölle aber auch, du bist aber schnell auf die Palme zu bringen. Jetzt hilf mir auf, dass wir hier wegkommen, bevor es dunkel wird. Außerdem würdest du ohne mich nicht mal die nächste Düne finden, also bist du auf mich angewiesen“, bemerkte Spike selbstgefällig und richtete sie mühevoll auf.

„Weißt du was? Es ist mir egal“, brüllte Angel aufgebracht über Spikes arrogantes Gehabe. „Lieber verdurste ich, als dich noch eine Sekunde länger zu ertragen. Das ist ja nicht zum Aushalten.“ Als Angel tatsächlich Anstalten machte sich zu entfernen, wurde Spike doch etwas mulmig zumute, denn mit seinen Verletzungen konnte er alleine nicht weiter, er brauchte den anderen Mann als Stütze, deshalb lenkte er ein.

„Es tut mir Leid, okay? Und außerdem bin ich verletzt, schwer möchte ich betonen, das gilt als Entschuldigung. Und nun hilf mir schon, ich zeige dir auch wo es langgeht.“

Angel verdrehte genervt die Augen und begab sich die paar Schritte zu Spike zurück, half ihm hoch, legte seinen Arm um ihn und grummelte: „Wohin?“

„Ca. 15-18 km 40° Südwest von hier ist das eine Oase, wenn wir die erreichen, sind wir gerettet. Aber das schaffen wir wohl heute nicht mehr und zwei Tage werden wir schon brauchen“, murmelte der Blonde und verzog sein Gesicht, als ein scharfer Schmerz durch seinen Kopf blitzte.

„Dann sollten wir los, bevor die Dunkelheit hereinbricht“, entgegnete Angel entschlossen und schleppte Spike mit sich.

~*~

Groo schlich leise aus Cordelias Zimmer und huschte nach unten in die Lobby, dort griff er nach dem Anmeldebuch und sah hektisch die Eintragungen durch. ‚Angel und Cordelia Liam. Sie ist seine Frau. Oh mein Gott, was habe ich getan? Wie konnte das geschehen? Angel wird mir den Kopf abreißen, wenn er erfährt, dass ich mit seiner Frau geschlafen habe.’

Auf die Fragen des Portiers, ob er etwas für ihn tun könnte, reagierte der Hotelbesitzer nicht, sondern begab sich in seine Räume und versuchte wenig später, unter der heißen Dusche stehend, seine Panik in den Griff zu kriegen. Nicht nur wegen Angel, sondern hauptsächlich wegen der Gefühle, die er für Cordelia hegte. Diese Frau hatte ihn mit ihrem Charme überrollt, ihr Lächeln überstrahlte die Sonne Afrikas und ihr Körper glich Aphrodite, so göttlich erschien sie ihm und sie gehörte Angel, stellte er ernüchternd fest. Wie also sollte es weitergehen? Für sie war es wahrscheinlich nur ein Abenteuer, doch er hatte sich unsterblich in diese Frau verliebt. In den Jahren seit der das Hotel besaß, hatte es einige Frauen in seinem Leben gegeben, doch nie konnte eine sein Herz erobern, doch nun hatte er die Frau getroffen, die er sich immer wünschte und ausgerechnet sie war mit seinem Freund verheiratet. Groo stöhnte verzweifelt auf und stellte die Dusche auf kaltes Wasser um, in der Hoffnung einen klaren Kopf zu bekommen.

~*~

Müde und verschwitzt, ließ Angel Spike an den zwei Tamariskenbüschen niedersinken, die einsam aus dem Sand ragten. Die Sonne hatte den Horizont erreicht und Dunkelheit machte sich breit. Besorgt blickte der Architekt auf den Blonden, der sich über seine trockenen aufgesprungenen Lippen leckte und sich erschöpft an den Strauch lehnte. Angel nahm die Wasserflasche und setzte sie Spike an den Mund, der nahm einen kleinen Schluck und schob sie weg.

„Trink.“

„Nein, das reicht mir, trink du.“

„Tut es nicht, du brauchst es dringender als ich, also mach was ich dir sage.“

„Wer bist du, dass du glaubst mir befehlen zu können?“ Spike versuchte zu grinsen und blickte den Mann, der sich über ihn gebeugt hatte, durch halb geschlossene Augenlider spöttisch an.

„Ich bin derjenige, der dafür sorgt, dass du in dieser Hölle nicht verdurstest, also spiel nicht den Helden und trink.“ Angels scharfer Ton brachte Spike dazu seine ozeanblauen Augen ganz zu öffnen. Er bemerkte verwundert den besorgten Blick des Dunkelhaarigen, murrte ein „Jawohl Boss“, und ließ daraufhin widerstandslos zu, dass er ihm erneut die Flasche an die Lippen setzte.

„Gut, dass du es erkannt hast“, lächelte Angel daraufhin und konnte sich nicht beherrschen über die blonden Haare zu streichen, die sich um den wohlgeformten Kopf kringelten, weil kein Haargel es mehr bändigte.

Spike spürte die Hand an seinem Haupt und seine Augenbraue schnellte erstaunt in die Höhe, was Angel dazu veranlasste seine Hand schnell in Spikes Nacken zu legen, damit es aussah als wollte er ihn beim Trinken stützen.

Angels Puls erhöhte sich schlagartig, er spürte die weiche Haut unter seinen Fingern, stellte sich vor wie es sich anfühlen würde sie mit seinem Mund zu erforschen und biss sich auf seine ebenfalls trockenen Lippen, um ein Stöhnen zu unterdrücken. Lange, zu lange, war es her, als er das letzte Mal zarte Haut berührt und bebende Lippen geküsst hatte. Er sehnte sich danach, wieder in den Armen eines Mannes zu liegen, der ihn in einen lustvollen Orgasmus trieb.

Angel wurde aus seinen Gedanken gerissen, als Spike die Flasche erneut von sich schob. „Jetzt du, Pet.“

Fragend blickte dieser ihn an, worauf der Blonde erklärte. „Trinken. Du. Alles klar? Du scheinst ein Grübler zu sein. Mach dir keine Sorgen wir kriegen das hin und wenn nicht, bloody hell, wenn es zu Ende sein soll, dann hier. Sieh dich um, es ist wundervoll.“ Verträumt glitt Spikes Blick über die Landschaft, die in der Abenddämmerung golden schimmerte, und lehnte sich wieder an den Strauch.

Angel tat es ihm gleich und ließ sich neben dem Blonden nieder. ‚Ich wünschte er würde mir so einen Blick schenken, wie dieser verdammten Wüste. Er gehört hierher, das ist offensichtlich. In LA würde er verkümmern. Nicht, dass ich ihn mitnehmen will, auf keinen Fall, denn das Desaster mit Penn reicht mir für den Rest meines Lebens.

Penn war sein erster intimer Freund gewesen. Darla, seine damalige Verlobte, war es, die erkannte, dass Angel mit Frauen nicht wirklich etwas anfangen konnte und machte ihn mit Penn bekannt. Der junge Mann hatte Angels Herz im Sturm erobert und nach ihrer ersten gemeinsamen Nacht, wusste Angel, was ihm bei Frauen immer gefehlt hatte. Fast ein Jahr dauerte ihre Beziehung, bevor Angel, blind vor Liebe, endlich merkte, dass er nicht der Einzige in Penns Leben war. Tief getroffen, stellte er den blonden zur Rede und noch immer klangen dem Architekten die spottenden Worte in den Ohren. „Hast du erwartet, dass mir der Blümchensex, den du mir bietest, genügt? Du bist langweilig und einfallslos. Okay, du siehst ganz gut aus und hast Geld, das war’s aber auch schon. Wenn es dir nicht passt, dass ich mich anderweitig vergnüge, dann ist das dein Pech. Akzeptiere es oder lass es, deine Entscheidung.“

Daraufhin hatte Angel ihn aus dem Haus gejagt und sich tagelang eingeschlossen, bis seine Schwester Cordelia ihm drohte, die Tür einzuschlagen, wenn er sie nicht reinließ und ihr endlich sagte, was mit ihm los ist. Cordy zu widersprechen war eine völlig sinnlose Sache und als er ihr letztendlich alles erzählte und darauf wartete, dass sie ihn angewidert wieder alleine ließ, stellte er fest wie großartig seine Schwester war. Nicht nur, dass sie es als selbstverständlich ansah, dass Angel auf Männer stand, sie ermunterte ihn sogar dazu sich einen neuen Freund zu suchen, schimpfte Penn einen Idioten, der Angel gar nicht verdient hatte und sagte ihrem Bruder, dass er froh sein kann, den gefühllosen Kerl los zu sein. Als sie ihn allerdings auf einen ihrer zahllosen Partys verkuppeln wollte, setzte er ihrem Tun ein Ende, indem er ihr unmissverständlich erkläre, sich seine Liebhaber selbst auszusuchen. Sie akzeptierte es beleidigt, verstand es aber. Seit dem ließ sie ihn in Ruhe, fragte nur hin und wieder, ob er einen neuen Freund hätte.

Durch sein Erlebnis mit Penn hatte er sich entschlossen nie wieder eine feste Beziehung einzugehen, sondern frei zu bleiben hin und wieder kurze Affären zu haben. Das war eine gute Sache, wie er fand, weil keine Gefühle involviert waren, sondern nur mehr oder weniger guten Sex beinhaltete. Das ersparte Herzschmerz und Einsamkeit konnte man mit viel Arbeit gut wettmachen.

Angels Gedanken wurden durch das Zähneklappern Spikes unterbrochen, der zitternd seine Arme um den Körper geschlungen hatte.

„Ist dir kalt?“

„Wonach hört es sich denn an? Denkst du meine Zähne klappern Morsezeichen?“ knurrte Spike frustriert und zog die Schultern fröstelnd hoch.

Angel musste schmunzeln. Irgendwie mochte er die Art des Blonden. „Dann solltest du herkommen.“

„Warum sollte ich, bin ich ein Kuscheltier, oder was?“

„Nein ein sturer Holzkopf, nun stell dich nicht so an und rück näher, so wird uns Beiden wärmer.“

„Glaube ich nicht“, murmelte Spike, rückte jedoch näher, ließ sich von Angel in die Arme nehmen, legte seinen Kopf auf dessen breite Brust und seufzte leise.

„Und?“ kicherte Angel verhalten.

„Geht so.“

„Lügner.“

„Klappe.“ Der Blonde schmiegte sein Gesicht in das weiche Hemd, lächelte zufrieden und schlief sofort ein.

Angel blickte auf die entspannen Gesichtszüge Spikes und fuhr die scharfen Konturen der Wangenknochen des blonden Mannes mit seinem Finger nach. „Du siehst verdammt gut aus, Kleiner, zu gut und ich habe so meine Prinzipien. Wenn du mehr als Spaß willst, sollten wir es besser gleich lassen.“ Angel umschloss Spike schmalen Körper jedoch fester, vergrub sein Gesicht in dem blonden Haar, zog dessen Duft durch seine Nase und schloss genüsslich die Augen, um ebenso sofort einzuschlafen.