File 1: stories/1/7.txt
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Cordelia erwachte und griff tastend neben sich, doch der Mann, mit dem sie die Nacht geteilt hatte, lag nicht mehr neben ihr. Ihr Blick fiel auf den Wecker. „9 Uhr 35, wahrscheinlich musste er ins Büro“, murmelte sie und wollte sich noch einmal in die Decke kuscheln, als sie hochschreckte. „Mist, ich komme zu spät, und Joss kann sehr sauer werden, wenn die Crew nicht pünktlich ist.“ Rasch stieg sie aus dem Bett und eilte unter die Dusche, wodurch sie auch das Telefon nicht hörte, welches im Wohnraum klingelte.

~*~

„Geht es noch?“ Besorgt schaute Angel auf Spike, der mit zusammengekniffenen Augen neben ihm herstolperte und sich an seinen Arm klammerte.

„Kleine Pause wäre ganz gut.“

Angel nickte, und half Spike sich zu setzen, ließ sich neben ihm in dem Sand nieder, zog Spike an seine Brust und griff nach der Wasserflasche.

„Ich bin nicht durstig, du hast genug Wasser für mich verschwendet und wir haben fast nichts mehr, trink besser du etwas“, wehrte der Blonde ab, als Angel ihm die Flasche an die Lippen setzen wollte.

„Das hatten wir schon mehrmals, also keine Widerrede, trink“, entgegnete der dunkelhaarige Mann und wiederholte seinen Versuch, worauf Spike folgsam einige Schlucke nahm, bedacht darauf, nicht zu viel zu trinken.

„So ist es brav“, kommentierte Angel und lächelte, weil es sich einfach gut anfühlte den sehnigen Körper Spikes an sich zu fühlen.

„Blödmann“, murmelte der Blonde und ruckelte ein wenig herum, damit es nicht so offensichtlich war, wie wohl er sich an Angels starker Brust fühlte.

„Wir sollten weiter Kleiner, die Sonne dürfte bald untergehen.“

„Ja, müssen wir wohl, wenn wir die Oase erreichen wollen, bevor es ganz dunkel ist, denn sonst verlieren wir die Orientierung, und wenn ich wieder ganz auf den Beinen bin, wirst du ich nie wieder Kleiner nennen, das garantiere ich dir.“

Amüsiert fasste Angel Spike unter den Achseln und half ihm hoch. „Wie willst du das anstellen, du bist nun mal kleiner als ich.“

„Pet, du hast keine Ahnung“, grinste der Blonde und lehnte sich kurz an seinen Helfer. Nicht, dass es notwendig gewesen wäre, da er sich schon wesentlich besser fühlte, aber man muss nehmen was man kriegen kann, war Spikes Einstellung und diese Gelegenheit kam vielleicht nicht wieder.

Weitere 3 Stunden später, als sich die Sonne dem Horizont langsam näherte und die Beiden eine hohe Düne mehr kriechend, als gehend überwunden hatten, lag vor ihnen wie eine Fata Morgana der Um el Maa, umsäumt von Palmen und Schilf und die Beiden lachten erleichtert auf.

Sie schlitterten und kullerten über den Sand hinunter, um das Wasser so schnell als möglich zu erreichen und Angel warf ihm Laufen seine Kleider und Schuhe ab, bis er nur mehr mit Boxer-Shorts bekleidet war und stürzte sich in die Fluten, tauchte völlig unter und kam gleich darauf wieder prustend hoch. „Es ist herrlich, einfach wunderbar“, rief er Spike zu, der ihn lächelnd beobachtete und sich seine Docks auszog.

‚Bloody hell, er sieht zum Anbeißen aus, wenn er lacht. Das sollte er öfter tun und so wie  ihm das Wasser über den Körper läuft, ein fantaschsicher Anblick, ich wüsste gerne wie er schmeckt und ich werde es herausfinden, noch bevor wir in Gath ankommen und die Aussichten sind gut, für Beides’, dachte der Blonde selbstsicher und beeilte sich, ebenfalls rasch ins Wasser zu kommen, um seinen geschundenen Körper zu kühlen.

Der Architekt watete, von Spikes Gedanken nichts ahnend, langsam auf das Ufer zu. Als er noch bis zum Bauch im Wasser stand, stoppte er plötzlich erschrocken und blickte den Blonden Hilfe suchend an, ohne sich zu bewegen. „Spike? Da… da ist etwas in meinen Shorts, gibt es in diesen Gewässern Schlangen?“

„Ganz ruhig, meines Wissens gibt es hier keine Schlangen, zumindest nicht im Wasser, ich bin gleich da, beweg dich nicht.“ Rasch, aber vorsichtig glitt Spike ins Wasser und näherte sich dem dunkelhaarigen Mann, der ihn panisch anblickte. Der Blonde blickte durch das klare Wasser auf Angels Short, zog den Bund vorsichtig mit einer Hand ein wenig von dessen Körper und faste mit der anderen hinein. „Doch Schlange“, grinste er, als er leicht Angels Penis streife, worauf dessen Gesicht eine rötliche Färbung annahm, weil er auf die Berührung sofort reagierte.

„Lass das jetzt, was ist da drin?“

Spikes Grinsen wurde breiter und seine vernarbte Augenbraue schnellte in die Höhe.

„Nicht… das… sondern…“

„Schon klar Liebes, keine Sorge, ich werde das Ungeheuer schon bezwingen“, feixte der Blonde weiter, konzentrierte sich dann jedoch und holte wenig später einen kleinen Krebs hervor, den er Angel vor die Nase hielt. „Da ist ja der Übeltäter. Sie sind harmlos und es gibt jede Menge davon in dem See. Sie dienten den Daouadas, die hier lebten, früher als Nahrung, da drüben kannst du noch die Reste ihrer Behausungen sehen“, erläuterte Spike, doch seine Augen versanken in Angels, der ebenso seinen Blick von Spikes nicht abwendete. Der Blonde griff plötzlich nach Angels Nacken und zog ihn zu sich herunter um ihn sanft zu küssen.

Angel, völlig überrascht von Spikes unerwartetem Verhalten, war unfähig dessen verführerischen Mund zu widerstehen und als die Zunge des Blonden zärtlich über die Lippen des Dunkelhaarigen glitt und um Einlass bat, öffnete er willig seinen Mund einen kleinen Spalt breit, worauf hin Spike Angel näher an sich zog und ihn mit einer Intensität küsste, dass der Ältere weiche Knie bekam und sich an den Körper des anderen Mannes sinken ließ. Immer intensiver küssten sich die Beiden, ihre Zungen duellierten sich, um die Vorherrschaft kämpfend, während die Hände Schultern, Arme und Oberkörper streichelnd erforschten und leises Stöhnen aus ihren Kehlen drang.

Als sie aus Luftmangel den Kuss unterbrechen mussten, und sich schwer atmend, vor Erregung zitternd anschauten, bedurfte es keiner Worte und Spike fasste Angels Hand um ihn zum Ufer zu lenken. Kaum dem Wasser entstiegen, trafen sich ihre Lippen zu einem erneuten Kuss, gleichzeitig ließen sie sich in den weichen Sand sinken und Angels Hände begaben sich auf Wanderschaft über den sehnigen Körper Spikes. Die Sonne verschwand nun vollends am Horizont, doch die Beiden nahmen die Schönheit des Sonnenuntergangs nicht wahr, völlig gefangen von den Gefühlen der aufsteigenden Lust, die sie überrollte.

„You are my Sunnshine, my only Sunnshine; you make me happy, some…”

“Was? Verdammt!“ Spike rollte sich von Angel herunter und Beide richteten sich hektisch auf.

~*~

Groo saß in seinem Büro, trank schon die 4 Tasse Kaffee und überlegte immer noch, wie er Angel gegenübertreten sollte, als das Telefon klingelte.

Froh über die Ablenkung, griff er zum Hörer. „Wer? Ja, gut stellen Sie durch“, antwortete er der Vermittlung. „Mr Pryce was kann ich für Sie tun?“ fragte Peterson freundlich.

„Ich suche Mr. Liam. Er müsste vor drei Tagen abgereist sein. Auch Miss Liam kann ich nicht erreichen. Ihr Portier sagte mir, das Sie mir vielleicht weiterhelfen können?“ Wesley versuchte ruhig zu bleiben, doch es viel ihm schwer. Mr. Giles hatte ihn voller Sorge angerufen und ihm mitgeteilt, dass sein Neffe wegen eines Sandsturms in Sabath landen musste und er und Angel die Reise mit einem Landrover fortgesetzt hatten, jedoch in Gath nicht angekommen waren. Giles hatte das bei Freunden seines Neffen in Erfahrung gebracht und dessen Co-Pilot war schon unterwegs, um mit der reparierten „Big Bad“ einen Suchflug zu starten, doch bis jetzt leider ohne Erfolg. Nun suchte Wes nach Cordelia, um sie zu informieren.

„Miss Liam müsste schon auf dem Set sein, doch wenn es wichtig ist, kann ich hinfahren und ihr Bescheid geben“, bot Groo an, da die Stimme am anderen Ende der Leitung sehr besorgt klang.

„Ich bitte darum, es ist äußerst dringlich, sie soll mich sofort anrufen.“

Nachdem Groo Wes versicherte sich sofort darum zu kümmern, legten beide auf und der Hotelbesitzer machte sich auf den Weg zu den Studios.

~*~

„Bloody hell, das ist Skip, er führt Touristen mit seinen Kamelen durch die Wüste. Wir haben echt Glück“, rief Spike aus, wobei seine Stimme wütend klang.

„Ja, großes Glück“, murmelte Angel verdrießlich. ‚Natürlich ist es gut, dass ein Retter auftaucht, aber muss er ausgerechnet jetzt erscheinen?’ redete sich Angel ein und begann sich mürrisch anzuziehen. Der Dunkelhaarige hatte immer noch das Gefühl Spikes Körper auf seinem zu spüren, seinen Duft zu atmen und die forschende Zunge in seinem  Mund zu fühlen. Er hätte am Liebsten laut geschrieen vor Frust. Noch niemals hatte jemand so ein Verlangen in ihm ausgelöst, nicht einmal Penn, stellte Angel plötzlich verwundert fest und  obwohl er sich bemühte seine Gedanken in eine andere Richtung zu lenken, blitzten immer wieder Bilder durch seinen Kopf.

Spike wie er ihn küsste, wie seine wundervollen Lippen Angels Penis umschlossen und sich langsam auf und ab bewegten.

Spike, denn Angel sich zu Eigen machte. Spike, Spike. ‚Noch bevor diese Reise zu Ende ist, wird er mein sein’, dachte Angel entschlossen.

Spike schlüpfte inzwischen ebenfalls rasch in seine Kleider. Wenn ich Angel nicht in Sicherheit wissen wollte, dann würde ich Skip in die Wüste schicken und das im wahrsten Sinne des Wortes. Gott, es fühlte sich so großartig an, diese starken Arme und seine Muskeln, die sich unter der weichen Haut spannen, bloody hell, so wie Angel küsst, kann ich mir annähernd vorstellen, was er mit seinem Mund sonst noch so alles anstellen kann, verdammt warum ist Skip nicht erst in einer Stunde aufgetaucht, oder zwei. Wie auch immer, noch bevor wir in Gath ankommen, gehört der Große mir. Er ist verrückt nach mir, nicht dass mich das wundert. Ich sehe schließlich großartig aus, also ist es leicht.’


Spike Entschluss war gefasst, also beschloss er, sich nicht weiter zu ärgern, sondern seinen Plan auszuführen, sobald sie Skip wieder los waren, daher machte er sich bemerkbar, indem er laut den Namen des Mannes auf dem Kamel rief und sich gleichzeitig zu erkennen gab, wie es hier üblich war, woraufhin der Touristenführer rasch näher kam. „Hast du deine „Big Bad“ endlich dem Schrotthändler übergeben, oder sie in den Sand gesetzt? Was machst du hier sonst zu so später Stunde und wer ist der Gentleman, den du bei dir hast?“

„Kein böses Wort über mein Baby, sonst hetze ich deine Kamele gegen dich auf, verstanden? Aber wenn du eine gute Geschichte hören willst, dann rück etwas zu essen raus, wir haben seit 2 Tagen nichts im Magen“, entgegnete der Blonde grinsend und begrüßte den Kamelführer mit einem Handschlag, als dieser vor ihm stand.

„Könnt ihr haben, und wenn die Geschichte gut ist, bekommt ihr auch noch eine Salbe gegen euren Sonnenbrand, ihr seht aus wie die Krabben aus dem See. Morgen werde ich welche fangen, fürs Frühstück.“

Skip nahm eine große Satteltasche von einem der Kamele und reichte sie Spike, bevor er seine Tiere versorgte und Holz in der Umgebung aufsammelte, ehe er sich dann zu den beiden Männern gesellte, die sich bereits hungrig über die Trockenfrüchte und das Fladenbrot hermachten.

Der Karawanenführer machte Feuer, entnahm der Tasche zwei Dosen mit einem Eintopfgericht und wärmte sie in einem Gefäß. Anschließend verteilte er das Essen auf drei Blechteller und reichte je einen an Angel und Spike weiter. Angel hatte das Gefühl schon seit Jahren nicht mehr so gut gegessen zu haben und als ihm Kaffeeduft in die Nase stieg, den Skip gerade zubereitete, seufzte der Architekt zufrieden, worauf Spike ihn anlächelte, was Angel erwiderte und sie sich in die Augen blickten. Beide dachten an das Gefühl als sie sich eng umschlungen küssten und daran, was passiert wäre, wenn Skip nicht aufgetaucht wäre und der Eine konnte bei dem Anderen die Enttäuschung deswegen erkennen.

„… satt seid, möchte ich endlich eure Geschichte hören“, hörte Spike Skip sagen und riss sich schweren Herzens von Angels sehnsüchtigem Blick los.

„Was?“ fragte der Blonde, da er nicht wirklich mitbekommen hatte, was der Touristenführer wollte. Der grinste und schaute die beiden Männer an.

Angel senkte verlege die Lider. „Holz, wir brauchen mehr Holz“, murmelte er und erhob sich eilig. um die Umgebung danach abzusuchen.

„Da hast du dir ja einen tollen Burschen geangelt. Das wird Rupert nicht gefallen“, bemerkte Skip Stirnrunzelnd.

„Angel und ich… wir… Es gibt nichts worüber sich irgendwer Gedanken machen muss. Wohin geht deine Reise? Wir müssten nach Gath und könnten 2 deiner Kamele brauchen“, lenkte Spike ab und schaute den anderen Mann fragend an.

„Die Kamele kann ich dir borgen, aber ich muss in die andere Richtung. Ich hole ein paar Touristen in Al Katrun ab und bringe sie nach Gath. Das heißt, ich kann die Kamele dann bei dir abholen, außer du willst sie eintauschen, ich überlasse sie dir für den hübschen Holzsammler“, Kicherte Skip mit einem Blick auf Angel.

„Bloody hell, bist du verrückt? Er ist mehr als 100 Kamele wert, also vergiss es. Und selbst wenn er mir gehören würde, was er nicht tut, um kein Geld der Welt würde ich ihn verkaufen. Was soll der ganze Schwachsinn überhaupt? Ich sagte doch er und ich…“ bluffte Spike, verärgert darüber, dass er sich im gewissen Sinne verraten hatte. „Angel ist Architekt, will zu Rupert, ich bringe ihn hin. Basta. Also hör auf so verblödet zu grinsen und ich erzähle dir die ganze Geschichte, damit du Ruhe gibst“, motzte Spike und erzählte dem Touristenführer was sich ereignet hatte.

Angel gesellte sich wieder zu ihnen und als Skip eine Flasche Burbon aus einem der Packtaschen holte, lockerte sich die Stimmung der Drei bald.

Jeder von ihnen erzählte Anekdoten ihrer verschiedenartigen Erlebnisse, wobei auch Angel sich als brillanter Erzähler erwies, durch den Alkohol wesentlich lockerer geworden und offensichtlich bemüht Spike zu beeindrucken, wie Skip amüsiert feststellte, und bald hallte ihr Lachen durch die Wüste.

Der Mond stand schon hoch am Himmel und ließ die Landschaft in seinem Licht bizarr erscheinen, als sich die Männer in die Schlafsäcke begaben, die Skip zuvor von den Kamelen genommen hatte.

Skip war der Erste, der am nächsten Morgen erwachte und schmunzelte, als er sah, dass Spike mit dem Rücken an Angels Brust lag und dieser Besitz ergreifend den Arm um ihn gelegt hatte.

„Hätte ein Schlafsack gereicht und ich fürchte Giles wird das ganz und gar nicht gefallen“, murmelte er und suchte in seinem Gepäck nach seinem Netz, um zum See zu gehen und wie versprochen das Frühstück zu fangen.

~*~

„Miss Liam braucht noch einen Moment, warten Sie bitte inzwischen hier“, wurde Groo angewiesen.

„Miss Liam? Dieser Pryce sagte auch Miss. Sollte sie… aber warum nennt sie sich Liam? Künstlername? Wohl kaum.“ Groo Peterson ging irritiert auf und ab und versuchte sich einen Reim darauf zu machen.

~*~

Angel drückte automatisch den Körper vor sich fester an seine Brust, seufzte wohlig und öffnete langsam die Augen. Orientierungslos schaute er sich um, bis ihm plötzlich einfiel wo er sich befand. Gerade, als er sich aufrichten wollte, drehte Spike sich herum, schmiegte sein Gesicht in die Brust des Größeren und legte seinen Arm um ihn, während er zufrieden grummelte. Angel lächelte bei dem Anblick. ‚Gott, sieht der Kleine morgens süß aus, wenn sein Haar so verstrubbelt unter dem Verband hervorlugt und er fühlt sich auch verdammt gut an. Sobald er aufwacht muss ich mit seine Wunden ansehen. Ich will nicht, dass sie sich entzünden. Skip wird sicher Salbe dabei haben. Skip? Skip! Oh, mein Gott!’

Hastig richtete Angel sich auf, verhedderte sich mit den Beinen im Schlafsack und versuchte sich panisch zu befreien.

„Verdammt Pet, was soll das?“ murmelte Spike, der durch Angels abrupte Bewegung unsanft von dessen Brust rutschte und ihn verschlafen ansah. Angel, gefangen von dem verschlafenen Blick des Blonden, vergaß den Touristenführer sofort, beugte er sich über Spike und küsste ihn sanft. „Guten Morgen, Kleiner.“

„Spike, nicht Kleiner“, murmelte dieser zurück und zog Angel an sich, um ihn zurückzuküssen.

„Ein eigenartigerer Name. Ich kann mir nicht vorstellen, dass deine Eltern ihn dir gaben, oder doch?“

„Nope, ich habe ihn mir selbst ausgesucht, als ich aus dem Internat kam, ist eine lange Geschichte. Wobei mir auffällt, wie kann ein Mann Angel heißen?“ Er richtete sich auf, neigte seinen Kopf leicht zur Seite und grinste den Dunkelhaarigen neugierig an und Angel verlor sich in diesen strahlen blauen Augen, daher brauchte er eine Weile, bevor er antwortete.

„Eigentlich heiße ich Angelus, aber meine Schwester nannte mich ihren Angel, da ich sie schon als Kind öfter aus irgendeinem Schlamassel holte, und es auch heute noch hin und wieder tun muss und so ist der Name hängen geblieben.“

„Unser Frühstück ist gesichert“, rief Skip und watete aus dem Wasser, das Netzt gefüllt mit Krebsen, worauf Angel und Spike sich erhoben und zu der Feuerstelle gingen, die Skip schon entfacht hatte und auf der frischer Kaffee brodelte.

~*~

„Verschollen? Wir müssen ihn suchen, sofort.“ Hektisch zerrte Cordelia Groo zu seinem Wagen.

„Ein Suchflugzeug ist schon unterwegs und ich habe auch alle Wüstenführer, die ich erreichen konnte alarmiert. Jeder wird nach Angel Ausschau halten, mach dir keine Sorgen“, versuchte der Hotelbesitzer Cordy zu beruhigen, doch sie fuhr ihn ungehalten an.

„Keine Sorgen? Wie sollte ich mir keine Sorgen machen? Rede doch nicht so einen Unsinn daher.“

„Du liebst ihn“, stellte Groo bedrückt fest und fühlte sich in seiner Vermutung bestätigt, dass die eiden ein Paar waren.

Cordy blieb stehen und schaute ihn verwundert an. „Natürlich liebe ich ihn. Er ist immer für mich da gewesen, egal was auch immer ich anstellte, er brachte es in Ordnung. Angel ist ein wunderbarer Mensch, einfühlsam, gerecht und hilfsbereit“, Groo sankt bei Cordys Lobrede immer mehr in sich zusammen, „und der beste Bruder, den man haben kann“, beendete sie ihre Aufführung und wollte ihn an der Hand weiterziehen, doch er blieb wie angewurzelt stehen, worauf sie ihn fragend anblickte.

„Bruder? Angel ist dein… Bruder?“

„Natürlich, was dachtest du den?“ Plötzlich erkannte sie, was er meinte. „Groo Peterson, was denkst du eigentlich von mir? Glaubst du ich wäre mit dir ins Bett gegangen, wenn ich einen anderen Mann an meiner Seite hätte?“ Als er sie schuldbewusst anschaute, stampfte sie wütend mit dem Fuß auf. „Du bist widerlich, ich werde Angel alleine suchen und verzichte auf deine Hilfe. Komm mir nie wieder unter die Augen.“ Zornig reckte sie ihr Kinn und schritt hoch erhobenen Hauptes davon, denn um keinen Preis der Welt würde sie es sich anmerken lassen, wie tief es sie getroffen hatte, von Groo als leichtfertiges Mädchen angesehen zu werden. Cordy hatte sich in den stattlichen Mann verliebt, er hätte der Eine sein können, aber sie schien genauso wenig Glück mit ihren Liebschaften zu haben, wie Angel. Als sie endlich in ihrem Zimmer ankam, warf sie sich aufs Bett und weinte herzzerreißend.