File 1: stories/1/10.txt
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„Riley Finn!“ rief Spike, streifte seinen Chech und die Chaballa ab und stĂĽrmte auf den groĂźen Mann zu, der an der Theke stand und sich erstaunt umdrehte, als er seinen Namen hörte. Noch bevor er reagieren konnte, war Spike bei ihm und schlug ihm seine Faust in den Magen, worauf  Riley zusammenklappte und mit dem Gesicht direkt auf das hochgezogene Knie Spikes krachte. Durch den Ăśberraschungseffekt ĂĽberrumpelt, brach Finn stöhnend  unter den gnadenlosen Schlägen des Blonden zusammen, der ihm nicht die geringste Chance zur Gehgewehr gab. Finns Ledermantel war ihm ĂĽber seine Schultern gerutscht und er versuchte sich ungeschickt hochzustemmen. Als ihm dies nicht sofort gelang, zog er seine Beine an und trat gegen Spikes, womit er ihn zum Sturz brachte.

„William?“ fragte Riley erstaunt als Spike neben ihm zu liegen kam.

„Richtig, und diesmal bin ich der Stärkere“, knurrte der Blonde grimmig.

Rileys Kumpanen wollten ihm zur Hilfe eilen, wurden aber von Angel gestoppt. „Na, na, wer wird sich denn einmischen? Die beiden Herren sind beschäftigt, wie ihr sehen könnt. Aber ihr könnt gern mit mir vorlieb nehmen, wenn euch danach ist, ich stehe zur Verfügung“, bemerkte der Architekt spottend und verschränkte die Arme vor seiner Brust.

Die beiden Männer dachten zu zweit im Vorteil zu sein und gingen grinsend auf Angel zu, der ihnen gelassen entgegenblickte und einen Schritt zur Seite wich, als der erste der Männer zu einem Schlag ausholte. Der wurde von seinem eignen Schwung nach vorne gerissen, stolperte über Angels Fuß, den dieser vorgestreckt hatte, und fiel zu Boden. Doch der zweite Angreifer traf indessen mit der Faust Angels Schulter, der wiederum schlug zurück, konnte einen linken Kinnhaken anbringen und drängte ihn mit weiteren Schlägen rückwärts an die Theke, Flaschen fielen klirrend zu Boden, die zum Teil zerschellten oder davon rollten. Zwei gezielte Schläge brauchte der Dunkelhaarige noch und sein Angreifer verdrehte die Augen, bevor er zusammensackte, aber bevor sich Angel zu Spike umdrehen konnte, um zu sehen wie es dem Blonden erging, wurde er von hinten angesprungen.

Finn hatte sich inzwischen unter Aufbietung seiner letzen Kräfte auf Spike geworfen und die Beiden rollten über den staubigen Holzboden, sich gegenseitig attackierend, wobei der größere Riley einige Schläge in Spikes Gesicht landen konnte.

Der Blonde jedoch spürte dies kaum, zu viel aufgestaute Wut steckte in ihm und als eine der Flaschen auf ihn zurollte, ergriff er sie geistesgegenwärtig und schlug sie seinem Gegner über den Kopf, worauf dieser endgültig besiegt bewusstlos auf Spike liegen blieb. Der Blonde wuchtete den massigen Körper mühevoll von sich und erhob sich mit wackligen mit wackligen Beinen. Er schaute auf Finn hinab und tastete über seine vernarbte Augenbraue. Jahrelang hatte er sich im Internat von Riley schikanieren und zusammenschlagen lassen müssen und nun endlich hatte er Rache nehmen können, stellte Spike mit Genugtuung fest.

Er beugte sich über Finn und zerrte ihm seinen Ledermantel von den Schultern. „Meine wohlverdiente Trophäe würde ich sagen“, murmelte Spike, schlüpfte hinein und sah sich suchend nach Angel um. Dieser drehte sich gerade im Kreis, um seinen Gegner abzuschütteln, der sich eisern an seinem Hals festklammerte.

Spike nahm eine weitere Flasche vom Boden auf, schlenderte auf Angel zu, der sich noch immer wild bewegte. „Bleib stehen verdammt“, rief der Blonde, der vergeblich versuchte den Kopf von Rileys Kumpanen zu treffen. Angel realisierte endlich was Spike vorhatte und stoppte seinen Tanz, ein Schlag des Blonden und der Architekt bekam wieder Luft, die er gierig einsog, nachdem sein Gegner kraftlos von seinem Rücken glitt.

„William?“ grinste Angel mit hochgezogenen Augenbrauen.

Spike zuckte leicht verlegen mit den Schultern. „Das war ich mal.“

„Schade, der Name gefällt mir“, entgegnete der Dunkelhaarige bedauernd.

„Ja?“

„Ja!“

„Okay, kannst mich ja hin und wieder so nennen.“

„Das freut mich William“, sagte Angel aufrichtig und ihre Blicke trafen sich, versanken ineinander,...

„Verdammt Spike, musst du immer Ärger machen? Das ist die 2. Einrichtung in diesem Monat, die ich erneuern muss.“ Kasim der Wirt, brach den Zauber zwischen Angel und Spike, der sich daraufhin wütend zu ihm drehte. „Reg dich ab, erst durch mich hat diese Bruchbude überhaupt eine Einrichtung, ich habe dir noch jeden Schaden bezahlt und das mehr als ausreichend. Diesmal lege ich sogar noch was drauf, wenn du den Abschaum hier zur Polizei bringst, die Drei wollten uns umbringen. Du bekommst 100 Dollar für alles.“ Spike drehte sich zu Angel. „Gath, du erinnerst dich? Ich bekomme den Rest, wenn ich dich herbringe. 150 bar auf die Kralle.“

Verblüfft starrte dieser ihn sekundenlang an, bevor er schallend lachte und in seine Hosentasche griff, um Spike 150 Dollar in die Hand zu drücken. „Du bist der frechste Kerl, der mir jemals untergekommen ist.“

„Und du stehst drauf“, antwortete dieser selbstgefällig, legte 100 Dollar auf den Tresen und deutete dem Wirt mit dem Kopf an, dass sie ins Hinterzimmer gehen wollten. Der nickte und streifte freudig die Geldscheine ein, während Angel und Spike den hinteren Raum betraten,

sich an einen der kleinen Tische niedersetzten und bald darauf ein kĂĽhles Bier genossen.

„Du hast den großen Kerl ganz schön platt gemacht“, meinte Angel bewundernd.

Spike nickte nicht ohne Stolz. „Wurde auch Zeit, eine uralte Rechnung, die ich endlich beglichen habe. Du warst aber auch nicht schlecht, hätte ich dir gar nicht zugetraut“, gab er das Kompliment zurück, worauf Angel ein Stück wuchs und ihm erzählte, dass er auf dem Collage dem Boxteam angehört hatte und dass es ihm richtig Spaß gemacht hatte wieder einmal zu kämpfen. Die Beiden redeten über alles mögliche, bemerkten dass sie in vielen, wenn auch nicht allen Dingen einer Meinung waren und genossen es einfach nur dazusitzen, das Prickeln auf der Haut zu spüren, wenn sie sich ansahen oder flüchtig an den Händen berührten, wenn sie nach ihren Gläsern griffen, bis Kasim erschien und sie nötigte endlich nach Hause zu gehen, da er seine Bar schleißen wollte.

Die Kamele am Halfter hinter sich herziehend, erreichten sie bald Giles’ Anwesen und Spike führte Angel am Haupthaus vorbei zu einem kleinen Nebengebäude. Auf dessen fragenden Blick, erklärte der Blonde: „Rupert jetzt noch zu wecken ist nicht ratsam. Ich habe mein eigenes kleines Reich und du schläfst bei mir, es gibt ein Gästezimmer, das ich dir anbieten kann.“

„Wie ist die Pflege dort?“ wollte der Dunkelhaarige grinsend wissen, als sie das Gebäude betraten. Angel wusste er hatte etwas zu viel getrunken, doch nicht annähernd soviel, dass es sein Denken beeinträchtigte und auch das Kribbeln, das seinen Körper durchflutete, schrieb er nicht dem Bier zu, sondern der Vorfreude auf die kommende Nacht. Er konnte es kaum erwarten Spike in seine Arme zu schließen, und setzte seinen besten Dackelblick ein, der, wie er wusste, selten seine Wirkung verfehlte, doch der Blonde schien nicht so recht darauf anzuspringen, wie Angel missmutig erkannte, denn er öffnete die Eingangstüre, ließ Angel eintreten, folgte ihm aber nicht.

„Nicht so gut wie in meinem, aber darüber können wir noch verhandeln, vielleicht darfst du ja in mein schönes großes Bett, wenn du ein gutes Argument liefern kannst“, grinste Spike und wackelte mit den Augenbrauen. „Du kannst duschen, während ich die Tiere versorge. Ich beeile mich auch, versprochen.“ Nach diesen Worten war Spike verschwunden und Angel seufzte erleichtert auf. Einen kurzen Augenblick hatte er befürchtet Spikes Interesse an ihm sei erloschen, doch der Blonde wollte sich nur schnell um die Tiere kümmern und Angel war sicher, dass ihm ein brauchbares Argument einfallen würde, um in Williams Bett zu gelangen. „William, der Name hört sich gut an“, stellte er lächelnd fest und betrat das Badezimmer.

Wenig später stand er unter der Dusche und genoss das warme Wasser auf seiner Haut, während seine Gedanken wieder bei Spike waren, dem blonden, frechen Kerl, von dem er hoffte, dass er endlich auftauchte, um sich an ihn schmiegen zu können und noch so einiges mehr. Angel stellte verwundert fest, dass der Kleine ihm fehlte, obwohl sie kaum 15 Minuten getrennt waren. „Das ist nicht gut“, murmelte er erschrocken, als ihm das bewusst wurde. ‚Habe ich mich verliebt? Und wenn ja wohin soll das führen? Er und ich, wir sind so verschieden. Das würde nie gut gehen, und wer sagt mir, dass ich für ihn nicht nur eine nette Abwechslung bin? Spike sieht unwahrscheinlich gut aus, sicher wird er andauernd angebaggert, und ein Kind von Traurigkeit scheint er auch nicht zu sein, so wie er sich an mich ranmachte wird er es auch bei anderen tun. Treue ist von ihm sicher nicht zu erwarten und in L.A. würden sie sich um den Blonden mit den beeindruckenden Wangeknochen und diesen faszinierenden Augen reißen. Verflucht, was denke ich denn da? Er und ich zusammen? Niemals könnte das gut gehen und…’

„GrĂĽbelst du schon wieder? Ăśber mich hoffe ich.“ Angel hatte tief in Gedanken nicht bemerkt, dass Spike das Bad betrat und als der nackte sehnige Körper sich an seinen RĂĽcken schmiegte und dessen Hände ĂĽber seine Brust strichen und seine Nippel stimulierte,  konnte Angel nur ergeben seufzen. Er drehte sich um, nahm das Gesicht Spikes in seine groĂźen Hände und blickte ihm tief in die Augen, als wollte er die Antwort auf seine Fragen darin finden, doch der Blick des Blonden war nicht zu deuten und Angel begrub in diesem Augenblick seine heimliche Hoffnungen einer gemeinsamen Zukunft, lieĂź keinen anderen Gedanken zu, als das Hier und Jetzt und als Spike seine Lippen fordernd auf die seinen presste, erwiderte er ihn den Kuss voller Verlangen.

‚Ich wünschte er würde bleiben, ich wünschte er könnte mich lieben, nur so viel, dass er mich bei sich haben möchte. Er ist es, nach dem ich mein ganzes Leben lang gesucht habe, doch ich konnte es sehen, in seinen Augen, er will nur noch diese eine Nacht’, dachte Spike, er hatte die Veränderung in Angels Blick bemerkt und deutete ihn so, dass für Angel das Abenteuer morgen zu Ende sein würde, doch trotzdem gab er der fordernden Zunge des Dunkelhaarigen nach, um zu nehmen was dieser ihm geben wollte. Deshalb öffnete er seinen Mund leicht, um sich gleichzeitig voller Sehnsucht an den starken Körper zu schmiegen, in der Hoffnung dieses Gefühl der Geborgenheit für alle Zeiten speichern zu können, damit es blieb, wenn er wieder alleine war.

Angel unterbrach den Kuss, ohne den Blickkontakt zu lösen, fasste Spike an den Schultern und drehte ihn dem Wasserstrahl zu, sodass das Wasser wie ein Mantel über dessen Körper lief. Kurz genoss der größere Mann diesen erotischen Anblick, bevor er zum Duschgel griff und damit begann den makellosen Körper vor sich einzuseifen, beginnend bei den Schultern und Hals, weiter über dessen Arme streichend, jeden Finger sorgfältig reinigend, bevor er dessen Hand abspülte, zum Mund führte, genüsslich an einem der Finger zu saugen begann und gleichzeitig Spikes harte Bauchmuskeln mit Schaum massierte. Spike seufzte leise, als Angels heiße Lippen seinen Finger umschlossen und die Zunge damit spielte. Er schloss die Augen und sein Kopf fiel in den Nacken, völlig gefangen von den Zärtlichkeiten, die ihm zuteil wurden. Angel beobachtete dies zufrieden und ging vor Spike auf die Knie, um die Hüften und Beine ebenso sorgfältig zu waschen, darauf achtend die begehrensvolle Mitte auszusparen, woraufhin Spike unwillig knurrte.

„Mein Spiel, süßer William“, lachte Angel leise und leckte kurz über dessen Schwanzspitze.

„Angel, bitte.“ Diesem flehenden Blick aus nun vor Verlangen dunkelblauen Augen zu widerstehen, verlangte dem Dunkelhaarigen große Beherrschung ab und er beschloss auch für sich selbst die Qual bald zu beenden. Denn den weichen Locken, die Spikes erhärteten Schaft umrahmten, konnte Angel sich nicht widersetzen und er schäumte sie ebenfalls ein und vergaß auch nicht Spikes Hoden gründlich mit einzubeziehen, indem er sie vorsichtig in seiner Hand rollte und drückte.

„Angel, verdammt, das halte ich nicht mehr aus“, flehte Spike wieder mit zitternder Stimme und dieser hatte erbarmen, fasste den Blonden bei den Hüften und schob ihn zurück unter das Wasser, um den Schaum von dessen Körper zu spülen. Kaum war dies geschehen, nahm er dessen gesamte Länge mit einer fließenden Bewegung völlig in seinen Mund auf, bewegte seinen Kopf rhythmisch und setzte seine Zunge zusätzlich geschickt ein, indem er jedes mal, wenn er den Pilzartigen Peniskopf erreichte, mit der Zungenspitze den kleinen Schlitz neckte.

Spikes Knie zitterten, er konnte sich kaum noch auf den Beinen halten, und als Angels Lippen sich fest um ihn schlossen und er intensiv zu saugen begann, legte der Blonde seine Hände auf dessen Haupt, schob seine Hüften nach vorn und murmelte Angels Namen, bis ein bisher nie gekannter Orgasmus seinen Körper erschütterte, der ihn kraftlos zusammensinken ließ, aufgefangen von den Armen seines Engels, der ihn hielt und ihn küsste, bis die Nachbeben in seinem Körper verebbten.

Spike befand, dass sich Angel seinen Platz in dem großen Bett mehr als verdient hatte und bald lagen sie frisch gewaschen in demselben, um sich küssend darauf zu rollen. Doch bald war das den Beiden nicht mehr genug und Spike griff in die Schublade seines Nachttisches, entnahm eine Tube mit Gleitgel und reichte sie stumm Angel der sie in der Hand behielt, sich jedoch den kleinen Wölbungen auf Spikes Brust widmete, indem er seine Zunge darüber schnalzen ließ und mit seinen Zähnen daran knabberte.

„Bloody hell“, fluchte Spike mit rauer Stimme und bewegte sein Becken fordernd, „ich will dich endlich spüren, ich kann nicht mehr warten, ich will dich in mir, jetzt.“

„Und du behauptest ich bin ungeduldig?“ gluckste Angel und verteilte Küsse auf Spikes Brust, während er die Tube aufschraubte.

„Klappe Peaches, ich… oh... Der Blonde verstummte, als Angel seine Beine etwas anhob und das kühle Gel auf seinem zarten Eingang auftrug, es einmassierte und ihn mit den Fingern zu dehnen begann. Spike bäumte sich der Hand entgegen, wollte mehr und bekam es Sekunden später, indem Angel seine Finger zurückzog und seine Hände unter Spikes Po schob, um in anzuheben, bevor er langsam in ihn eindrang. Der Blonde holte tief Luft als Angel sich erst vorsichtig und dann schneller bewegte, drängte sich jedem Stoß entgegen, seine Hände flogen zu seinem eigenen Schaft, um ihn zu reiben und Angel war fasziniert von diesem erotischen Anblick, wenn die empfindliche Spitze die Vorhaut durchstieß und die Lusttropfen in dem kleinen Schlitz glitzerten. Immer schneller bewegte Angel sich, besessen davon in diesem wundervollen Körper zu kommen, seinen Namen rufen zu hören, wenn William seinen Orgasmus erreichte und als Angel fühlte wie er sich seinem Höhepunkt näherte, sah, dass auch Spike bald soweit war, beugte er sich nach vorn und eroberte dessen Lippen und während sich ihre Zungen berührten, schlugen die Wellen über ihnen zusammen.

~*~

Angel erwachte, da er sich seltsam leer fühlte. Verwirrt darüber, richtete er sich auf und stellte fest, dass er daran lag, weil er alleine im Bett lag. „Spike?“ Als Angel keine Antwort erhielt, erhob er sich schnell, schlüpfte in seine Shorts und machte sich auf die Suche nach dem Blonden. Er entdeckte ihn auf der Veranda sitzend und verträumt in die Landschaft blickend, die den neuen Tag ankündigte.

~*~

‚William gehört hierher. Ich kann es deutlich sehen. In L.A. würde er verkümmern. Er braucht die Freiheit dieses Landes und ich kann ihn sogar verstehen und es ist gut, dass es so ist. Keine Probleme, kein Angst ihn an einen anderen zu verlieren, da ich ihn nicht wirklich habe. Alles läuft genauso wie ich es wollte. Warum fühle ich mich dann nur so erbärmlich?’

Spike bemerkte die Schönheit des Sonnenaufgangs nicht, denn in seinem inneren Auge ließ er die letzten Tage Revue passieren. Angel. Sein Gesichtsausdruck, als er die Big Bad sah, in Oz’ Dusche und im See, als sich die Schlange als kleiner Krebs entpuppte. Angel, wie er sich pflegen ließ, und gestern Nacht den Spieß umdrehte, um ihn, Spike, zu pflegen. „Gott, es war… Hölle aber auch, ich will das haben, für immer. Ich will ihn und…’

„Grübelst du etwa William?“ Angel bemühte sich um einen heiteren Ton und trat lächelnd an die Balustrade der Veranda.

„Angel.“ Der Blonde erhob sich erfreut und drückte Angel einen raschen Kuss auf die Lippen.

„Giles erwartet uns zum Frühstück, das heißt dich, in einer halben Stunde und Ethan sagte mir, dass Gäste anwesend sind. Mach dich hübsch, wenn eine Steigerung bei dir überhaupt möglich ist, ich warte hier auf dich und bring dich rüber, dann muss ich auf die Polizeiwache wegen der Anzeige, damit Finn und seine Freunde bekommen was sie verdienen.

Angel nickte nur und begab sich rasch ins Badezimmer. Obwohl er sich eigentlich auf das Gespräch mit Rupert Giles vorbereiten sollte, dachte er über Spikes Worte nach. ‚Hübsch? Noch niemand hat mich hübsch genannt. Ob er es wirklich so meint? Bei ihm weiß man das nie genau und ich…’ „Verdammt Angel, reiß dich zusammen, es ist unwichtig. Du bist da, um einen Auftrag zu bekommen, was schwierig genug sein wird, im Angesicht dessen, dass die Unterlagen fehlen“, rief er sich selbst zur Ordnung und 40 Minuten später betraten er und Spike das Esszimmer.

„Angel!“ Cordy war von ihrem Stuhl aufgesprungen und warf sich ihrem überraschten Bruder in die Arme.

„Schwesterherz, was macht du denn hier“, begrüßte er sie lachend und hielt sie fest in sicherer Umarmung.

„Was ich hier mache? Du warst verschollen, taaagelang, weil irgend so ein Idiot weder fliegen, noch Auto fahren kann und ich bin fast umgekommen vor Sorge“, erwiderte sie erbost.

„Der Idiot bin ich und ich KANN fliegen, ebenso wie Auto fahren zu Ihrer Information“,

bemerkte Spike grinsend, welches ihm allerdings verging, als sie auf ihn zustürmte und ihn an den Hemdaufschlägen packte. „Sie unfähiger… Mensch, wie konnten Sie meinen Bruder so in Gefahr bringen? Ich dachte er liegt irgendwo in der Wüste, verletzt, verdurstet oder Schlimmeres. Am Liebsten würde ich Ihnen jedes einzelne dieser wasserstoffblonden und, wie ich sagen muss, fürchterlichen Haare ausreißen. Und danken Sie Gott, dass Angel wohlbehalten vor mir steht denn sonst…“

„Hey Liebes, nur kein Stress, ich habe gut auf ihn aufgepasst, und ihn auch besonders gepflegt, kannst ihn fragen“, lächelte Spike und zwinkerte Angel zu, der sofort wusste worauf Spike anspielte, und auf Grund dessen etwas errötete. „Lass es gut sein Cordy, Spike trifft wirklich keine Schuld. Er hat seine Sache gut gemacht, mir fehlt nichts.“

„So? Hab ich das?“ fragte Spike mit Unschuldsmiene, doch sein Blick, den er Angel zuwarf, strafte seiner Worte Lügen und Angels Gesicht färbte sich eine Spur mehr.

Zum GlĂĽck fĂĽr ihn, ergriff seine Schwester wieder das Wort und ersparte ihm dadurch weitere Peinlichkeiten, die Spike eventuell von sich geben wĂĽrde, sollte er direkter werden, was er dem Blonden durchaus zutraute.

„Wenn das so ist, dann... tut es mir leid“, murmelte Cordy und richtete Spikes Hemd  verlegen gerade.

„Schon okay, Pet, ist ja gut, dass Angel eine so besorgte Schwester hat. Wer ist das?“ fragte er, das Thema wechselnd und auf Groo blickend.

„Groo Petersen“, stellte dieser sich vor. „Ich bin ein Freund von... Angel und habe Miss Liam hergebracht.“ Groo wollte sagen er sei Cordys Freund, doch das wagte er nicht, denn er befürchtete, sie würde das nicht billigen.

Gerade als Spike etwas erwidern wollte, betrat Rupert Giles den Raum, nickte Spike kurz zu, um sich dann an Angel zu wenden. „Wie ich sehe, sind Sie letztendlich wohlbehalten angekommen, bitte nehmen Sie Platz und stärken Sie sich erst einmal, bevor wir zum geschäftlichen Teil übergehen.“

„Ich gehe dann mal, hab mit Ethan schon gefrühstückt und will noch was erledigen“, murmelte Spike und warf noch einem kurzen Blick auf Angel, der jedoch auf Giles konzentriert war und dies daher nicht bemerkte, weil dieser ihn ansprach. „Auf meine Gesellschaft müssen Sie verzichten ich habe noch etwas zu erledigen. Mr. Liam, ich erwarte sie nach dem Frühstück in meinem Büro, Ethan wird Sie hinbringen“, bemerkte er und verließ den Raum.

Bald darauf saĂź Angel im Arbeitszimmer, Giles war noch nicht da, deshalb sah er sich

gelangweilt in dem Raum um. Nichts erregte wirklich seine Aufmerksamkeit, bis sein Blick auf einer Fotographie an der Wand hängen blieb, worauf eine junge Frau zu sehen war, den Arm um einen braungelockten Jungen gelegt, dessen Augen leuchtend blau strahlten.

„William“, erkannte Angel sofort und er lächelte den Jungen verträumt an. Erst nach einer Weile gelang es ihm sich loszureißen und ohne nachzudenken griff er nach dem Block auf Giles’ Schreibtisch, fasste nach einem Stift, um ihn, völlig in sich versunken, über das Papier zu führen.

Erst als Giles sich hinter ihm räusperte, zuckte Angel ertappt zusammen und legte den Block schnell zurück, mit der beschriebenen Seite nach unten.

„Mr. Liam, wie sehr ich die Umstände Ihrer Reise nach Gath und vor allem deren Folgen bedaure, kann ich nicht mit Worten ausdrücken, dessen seien Sie versichert. Wie auch immer, bald wird alles vergessen sein, also lasen Sie uns nun über die Pläne sprechen.“

Etwas verwundert über die Worte Giles’, der in einem, wie Angel schien, scharfen Ton gesprochen hatte, schaute Angel den älteren Mann an, der ihm einen seltsamen Blick zuwarf, bevor er fortfuhr.

„Ich möchte Ihnen aber nicht vorenthalten, dass mir schon ein Angebot vorliegt, das meinen Vorstellungen entspricht. Ich finde es nur fair Sie darüber zu informieren und Ihnen einen Einblick darauf zu gewähren.“ Giles nahm die Pläne, die er von Maggie Walsh bekommen hatte, aus der Hülle und breitete sie auf dem Tisch aus.

Angel Augen wurden groß vor Überraschung. „Das… das sind meine Pläne, sie wurden mir gestohlen, als wir in der Wüste überfallen wurden.“

Rupert zog ärgerlich die Augenbrauen zusammen. „Mr. Liam, Sie wurden mir als ehrlicher  und kompetenter Mann geschildert, daher habe ich nicht erwartet, dass Sie zu solchen Mitteln greifen, um einen Auftrag zu erhalten.“

„Hören sie Mr. Giles, ich habe es nicht notwendig Sie anzulügen. Natürlich würde ich die Anlage gerne bauen und hätte mich wohl kaum den Strapazen ausgesetzt, wenn es nicht so wäre. Doch es ist nicht meine Art mich mit fremden Federn zu schmücken und schon gar nicht eine kriminelle Handlung zu begehen. Ich weiß nicht wer mein Contrahand ist und möchte auch niemanden etwas unterstellen, aber; Das. Sind. Meine. Pläne“, sagte Angel mit Bestimmtheit, während er auf die Pläne tippte.

Giles schĂĽttelte den Kopf. „Ich kann Ihrer Behauptung keinen Glauben schenken, schlieĂźlich  hat die Agentur, die mir diese Pläne unterbreitete, einen untadeligen Ruf und die Architektin hat mir die Originalpläne vorgelegt. Dazu kommt, dass Sie nur das Anbot schickten und mir trotz Zusage keine Grundpläne beilegten. Trotzdem war ich bereit Sie zu empfangen, da mir Ihr Schreiben interessant erschein und junge Menschen zu fördern ist mir ein Anliegen, doch in Ihrem Fall bin ich wohl einem Irrtum erlegen.“

„Irrtum, ja das ist es wohl, denn ich habe den Verdacht, dass Sie derjenige sind, der mich betrĂĽgen will. Sie wissen sehr wohl, dass die Grundpläne in meinem Schreiben beigelegt waren und was immer Sie mit Ihren Machenschaften bezwecken wollen, damit kommen Sie nicht durch.“ 

Aufgebracht sprang Giles auf, „Was unterstehen Sie sich, Sie bezüchtigen mich der Lüge und des Betruges? Betrachten Sie unser Gespräch als beendet und außerdem ersuche ich Sie mein Haus umgehend zu verlassen.“

„Sehr gerne, aber das letzte Wort ist noch nicht gesprochen“, sagte Angel scharf, bevor er den Raum mit wütenden Schritten verließ und in den Speiseraum eilte, wo Cordy und Groo auf ihn warteten. „Wir fliegen ab, SOFORT“, knurrte er die Beiden an, packte die protestierende Cordelia an der Hand und zerrte sie hinter sich her, den kleinen Flugzeuglandeplatz zustrebend, gefolgt von dem Schulterzuckenden Hotelbesitzer.

Erschöpft lieĂź Rupert Giles sich in seinen Stuhl fallen. Er fĂĽhlte sich nicht wohl bei dem was er heute getan hatte, trotzdem war er ĂĽberzeugt das Richtige zu tun, nachdem was er letzte Nacht ungewollt beobachtet hatte, als er nach William sehen wollte. Dieser Angel Liam war nicht gut fĂĽr seinen Neffen und eine rasche Abreise Liams wĂĽrde ein weiteres Zusammentreffen mit William verhindern.