File 1: stories/4/219.txt
- Schriftgröße +

Den ersten Augenblick des Morgens, an dem Spike zum ersten Mal clean erwacht war, würde Angel nie vergessen. Dieser ruhige Blick aus seinen so faszinierenden Augen, erst leicht irritiert, dann fragend und dann, als hätte ihm sein Körper signalisiert, dass alles in Ordnung mit ihm sei, Entspannung, Ruhe und Frieden. Und Angel wusste, dass dies Spike wie ein Wunder vorkommen musste. Was es ja auch war. Es war ein Wunder, dass er Spike kennen gelernt hatte und es war ein Wunder, dass sie den Entzug tatsächlich gemeinsam überstanden hatten.

"Hi", sagte auch Spike und kam sich plötzlich fremd in dieser Situation vor. Er hatte vier Tage hier verbracht. Vier Tage, in denen Angel mehr von ihm gesehen hatte als jemals ein anderer zuvor. Und nun fühlte er sich fremd hier. Abgedreht. Einfach nur abgedreht.

Angel spürte, dass Spike die Situation merkwürdig vorkam. Ihm selbst ging es nicht anders, doch er hatte einen Vorteil, er war wenigstens in seiner gewohnten Umgebung, in seinem Zuhause. Und er sollte Spike das Gefühl geben, hier willkommen zu sein.

"Wie geht es dir?", wollte er darum von dem Blonden wissen und ärgerte sich darüber, dass seine Stimme so belegt klang.

"Gut", erwiderte Spike und richtete sich in dem großem Bett auf. "Denke ich ..." Er wusste nicht wirklich, was er sagen sollte und sah nach draußen zum Meer. Erst jetzt wurde im bewusst, wie schön der Ausblick war und wie verlockend das sanfte Rauschen des Meeres klang.

"Hast du Hunger?" Angel richtete sich ebenfalls auf. "Wenn du möchtest, können wir nachher runter zum Meer gehen. Spazieren... vielleicht. Wenn du möchtest..."

Spike schmunzelte leicht, als er Angels Unbeholfenheit bemerkte, aber er fühlte sich nicht besser. Es war einfach eigenartig nach diesen vier extremen Tagen. Er wandte seinen Blick vom Meer ab und sah zu Angel. "Yeah. Essen wäre gut. Ich denke, mein Magen verträgt wieder feste Nahrung."

"Ich hoffe es. Aber ein Versuch kann ja nicht schaden." Angel stand auf und kümmerte sich nicht weiter darum, dass Spike ihn in diesem Moment völlig nackt sah. Gemächlich ging er zu seinem Schrank, griff nach ein paar bequemen Klamotten und verließ das Schlafzimmer in Richtung Bad. An der Tür stoppte er kurz. "Ich dusche nur schnell, brauche nicht lange. Bleib ruhig noch liegen, du kannst nach mir ins Bad, während ich dann schon mal das Frühstück vorbereite", wandte er sich noch mal kurz an den Blonden und verließ entgültig den Raum, als er Spikes zustimmendes Nicken wahrgenommen hatte.

Spike ließ sich wieder in die Kissen fallen. Er fühlte sich noch immer schwach, aber nicht zu schwach, um Angels Figur nicht zu bemerken. Ihm war in der ersten Nacht nicht wirklich aufgefallen, was unter dem hübschen Gesicht kam. Er lächelte und wusste jetzt genau, warum Angel sich so gut angefühlt hatte. Und diese Tätowierung auf seinem rechten Schulterblatt. Spike hatte nicht wirklich erkannt, was es war, aber irgendwie war es sexy und passte nicht so ganz zu dem aalglatten Mann, den Angel auf gewisse Art und Weise verkörperte. Wieder schlich dieses merkwürdige Gefühl seinen Rücken hinauf. Unbekannt. Fremd. Ein bisschen beängstigend.

‚Spike, was ist mit dir los?’, fragte er sich in Gedanken und strich über sein Gesicht. Angels Schritte im Flur rissen ihn aus seinen Überlegungen. Träge schob er sich aus dem Bett und tapste nackt wie er war ebenfalls ins Bad.

Angel sah lächelnd auf, als Spike in die Küche kam. „Du hast die Kleider also gefunden. Sind ein paar Sachen von früher, als ich noch schlanker war und ich hatte gehofft, sie passen dir.“ Er plapperte. Angel ertappte sich selbst dabei, dass er unbeholfen wie ein kleiner Schuljunge plapperte. Aber Spikes Anblick, in den ausgewaschenen engen Jeans und dem weißen, gestrickten Wollpulli hatten ihn für einen Moment vollkommen aus der Fassung gebracht.

‚Sexy. Unverschämt sexy’, ging es ihm nur immer wieder durch den Kopf. „Ich habe Rühreier mit Speck gemacht und Pfannkuchen mit Ahornsirup. Oder möchtest du etwas anderes? Kaffee?? Kaffee habe ich auch… warte, ich hol dir eine Tasse. Setz dich… setz dich hin, wenn du magst.“

‚Gott, hör auf zu plappern’, fluchte Angel mit sich selbst, als er Spikes selbstgefälliges Grinsen bemerkte. Schnell wandte er sich um und holte eine frische Tasse aus dem Küchenschrank.

Er konnte es einfach nicht verhindern. Spike musste grinsen. Angel war Zucker, wie er in der Küche hin und herlief und versuchte, ihm alles Recht zu machen. Er sollte vielleicht etwas sagen, irgendetwas erwidern, aber ihm war nicht danach. Außerdem gefiel ihm Angels Stimme. Er grinste weiter, nickte zustimmend und nahm alles, was Angel ihm vor die Nase stellte.

Wenig später saßen sich die beiden Männer am Küchentisch gegenüber. Angel beäugte kritisch, was Spike aß. Es war nicht viel. Dabei müsste er nach vier Tagen ohne feste Nahrung am Hungertuch nagen. Entweder ging es ihm doch noch nicht so gut, wie er behauptet hatte oder aber, er hatte Angst, zu viel auf einmal zu essen und sich dann erneut übergeben zu müssen. Angel selbst wurde auf alle Fälle unruhig und fast schon aggressiv, als er Spike zuschauen musste, wie der mehr mit dem Essen spielte, anstatt zu essen.

„Schmeckt es nicht?“, fragte er wohl darum schärfer als beabsichtigt.

"Wie?", fragte Spike und zog eine Augenbraue nach oben. Erst jetzt kam Angels Frage vollkommen in seinem Kopf an und er schüttelte den Kopf. "Nein, es ist gut. Sehr gut."

"Aha, und darum isst du wie ein Spatz?", nörgelte Angel weiter.

Spike verdrehte die Augen und ließ die Gabel klirrend auf den Teller fallen. "Besser wie ein Spatz als gar nicht."

Angel zuckte bei Spikes Reaktion zusammen. Das hatte er nicht gewollt. Verlegen sah er auf seinen Teller und wusste nicht, wie er mit der Situation umgehen sollte. Das Geräusch des über den Boden gleitenden Stuhls, als Spike hektisch aufstand, riss ihn aus seiner Erstarrung. Irritiert schaute er hoch. Spike war bereits auf dem Weg ins Schlafzimmer. Schnell sprang Angel hinter ihm her. „Wo gehst du hin?“, fragte er entsetzt. Spike stand in seiner Lederjacke vor ihm.

"Ich gehe. Was hast du gedacht?“, erwiderte Spike in einem harschem Ton. Er schob sich an Angel vorbei, durchquerte das Wohnzimmer und umfasste bereits die Türklinke, als er innehielt und Angel bemerkte, der ihm gefolgt war und mit verwirrtem Blick hinter ihm stand.

"Danke für alles", sagte Spike knapp und wollte gehen.

Ohne nachzudenken schoss Angels Hand vor und drückte die bereits einen Spalt offene Haustür wieder zu. „Nein“, stieß er atemlos hervor.

„Nein?“, wiederholte Spike Angels Wort und seine Augenbraue fuhr in die Höhe. „Was soll das heißen… Nein?“

„Nein, du kannst nicht so einfach verschwinden. Nach all… nach all dem hier“, stotterte Angel und deutete mit fahrigen Bewegungen seiner Arme im Raum umher.

„Was erwartest du? Ich habe mich bedankt. Was willst du noch? Soll ich auf die Knie vor dir fallen? Ich habe dich nicht darum gebeten, mir zu helfen.“ Spike wurde sauer und versuchte, Angels Arm von der Tür zu reißen. Plötzlich fühlte er sich gefangen. Gefangen in dieser seltsamen Situation, in die er ohne seinen Willen geraten war. Die er nicht gewollt hatte und um die er nicht gebeten hatte und Angel… der biedere Freier, der keinen Sex wollte, kam ihm vor wie sein Gefängniswärter. Raus. Sein einziger Wunsch war, von hier weg zu kommen.

"Nimm deine verdammte Hand von der Tür."

"Nein!", beharrte Angel, obwohl er wusste, dass er mit Gewalt Spike garantiert nicht zum Bleiben zwingen konnte. Spike war ein Freigeist. Ruhelos. Ständig in Bewegung. Es gab nur ein Ja oder Nein. Und er konnte nicht mehr, als ihn fragen. Seufzend nahm Angel seine Hand von der Tür und trat einen Schritt zurück.

"Ich kann dich nicht zwingen ...", begann Angel und fuhr sich nervös über seinen Nacken. "Ich möchte einfach, dass du bleibst. Du hast hier ein Dach über dem Kopf. Essen ... ", versuchte er, Spike seine Bitte schmackhaft zu machen. " ... und ich ... ich biete ein bisschen Gesellschaft." Er stieß den Atem aus, den er unbewusst angehalten hatte, und sah Spike fast flehend an.

‚Verdammt!’, fluchte Spike in Gedanken. Wieso musste er ihn jetzt so ansehen? Mit diesen braunen Augen, die so verdammt traurig aussehen konnten. Spike haderte mit sich. Er wusste, dass er hier das Paradies hatte, dass es ihm hier so gut wie noch nie gehen würde seit er in L.A. war.

"Verdammt", fluchte Spike nun laut und schlug die Faust gegen die Tür. "Ich bleibe!"

Erleichtert atmete Angel aus und schenkte Spike ein Lächeln. Er war froh, dass der Blonde blieb, dass dieses Haus ihm nicht mehr so groß erscheinen würde, wenn er nach einem Tag voller Castings nach Hause kam. Doch etwas lag ihm noch auf der Seele. Niemand kannte sein Geheimnis. Niemand wusste, dass er homosexuell war und keiner sollte auf dummen Gedanken kommen, wenn er bemerkte, dass er nicht mehr allein wohnte.

"Spike", begann Angel erneut und versuchte, sich seine Anspannung nicht allzu sehr anmerken zu lassen. "Ich hätte noch eine Bitte."

Unwillkürlich verzog Spike das Gesicht. Er hätte es ahnen müssen. Selbst ein scheinbarer Engel, wie Angel es war, verlangte irgendetwas dafür, dass er hier blieb.

"Würdest du bitte jedem erzählen, der dich fragt, dass du mein Cousin bist?" Bittend sah Angel ihn an.

"Sicher", erwiderte Spike und fing an, mit seinem Feuerzeug zu spielen. "Und aus Dankbarkeit werde ich dir jeden Abend einen Blasen."

"Spike ...", entfuhr es Angel augenblicklich, als er die Bemerkung vernahm, die so voller Zynismus triefte. "Ich verlange nur das von dir. Mehr nicht!"

Für einen kurzen Moment sah Spike ihn einfach nur an. Er glaubte Angel. Das Verrückte war, er glaubte ihm wirklich. Und wenn das alles war, was ihm eine kostenlose Unterkunft verschaffte, dann würde er eben sein Cousin sein. "Alles klar."

Spike zog seine Jacke wieder aus, während er an Angel vorbei zurück ins Wohnzimmer lief, warf sie achtlos auf das Sofa und trat dann nah an Angel, der ihm erneut gefolgt war, heran und sah ihm in die Augen. "Aber dir entgeht was. Ich bin gut im Blasen."

-Zwei Monate später-

Angel betrat nach einem langen anstrengenden Drehtag seine Wohnung. Seit drei Wochen befand er sich nun am Set von *You could be mine*. Er hatte die Rolle des romantischen Helden in dieser Schnulze angenommen, da keine anderen interessanten Rollen für ihn drin gewesen waren. Es schien, als hätte man ihn in eine Schublade gesteckt. Einmal der romantische Held, immer der romantische Held. Es frustrierte ihn, aber andererseits musste er von etwas leben und er musste im Gespräch bleiben. Beides konnte er nur erreichen, wenn er drehte. Und vielleicht fiel er gerade in diesem Film irgendeinem Produzenten auf, der ihm die Möglichkeit gab, in ein anderes Charakterfach zu schlüpfen. Diese Hoffnung wollte Angel einfach nicht ganz aufgeben.

Es brannte kein Licht in der Wohnung. Nur das bläuliche Flimmern des Fernsehers erhellte das Wohnzimmer, als Angel es betrat und Spike vorfand, der wie jeden Abend auf der Couch herumlungerte. Ein Anblick, der Angel in den vergangenen Wochen zur Gewohnheit geworden war, ein Anblick, der ihn langsam aber ganz allmählich tierisch nervte. Genauso wie das Durcheinander und der Dreck, den Spike überall, wo er stand und ging, hinterließ und sich nicht einen Deut darum scherte, wer hinter ihm herräumte. Genervt beugte Angel sich vor, hob eine Chipstüte vom Boden auf und zerknüllte sie geräuschvoll. Er hatte es satt, jeden Abend, wenn er müde und geschafft von der Arbeit nach Hause kam, aufzuräumen, nur weil Spike zu faul war, auch nur einen Finger zu bewegen, wenn es den Haushalt betraf.

Sich von den Geräuschen gestört fühlend, die Angel beim nach Hause kommen machte, stellte Spike den Fernseher lauter und griff nach einem weiteren Bier aus dem Sixpack, der neben dem Sessel auf dem Fußboden stand. Er legte die Fernbedienung beiseite und öffnete die Dose. Als die Flüssigkeit anfing, heraus zu sprudeln, hielt er das Bier sorglos über den Teppich, bis es aufhörte und lehnte sich zurück.

"Hi", sagte er schließlich und warf Angel ein kurzes Grinsen zu. "Willst du auch ein Bier?"

„Nein!“, motzte Angel beleidigt und war sich doch darüber im Klaren, dass Spike seine Verstimmung nicht wahrnehmen würde. Wie er so gar nichts wahrnahm, was ihn, Angel, beschäftigte. Für Spike war er einfach nur ein goldener Esel, den er ausnutzen konnte. Er nahm und er gab nichts. Natürlich war er selbst daran schuld, um nichts anderes hatte er ihn gebeten. Aber was man aussprach und sich dabei tatsächlich wünschte, waren zwei verschiedene Paar Schuhe. Wenn er versuchte, mit Spike in ein Gespräch über dessen Vergangenheit zu kommen, blockte der Blonde dieses vollkommen ab, nicht einmal seinen richtigen Namen verriet er Angel. Sicher, er war froh, dass Spike geblieben war, aber er hatte ebenso die Hoffnung gehabt, dass mehr daraus werden könnte. Dass Spike wenigstens ein bisschen Interesse oder Zuneigung an seiner Person zeigen würde. Gott, er war doch auch nur ein Mensch aus Fleisch und Blut und er drehte irgendwann noch durch, wenn dieses Zuckerstück ständig vor seiner Nase herumtanzte und er es aber nicht kosten durfte. Und Spike war immer da. Er ging nicht aus, er gammelte den ganzen Tag einfach in der Wohnung herum, zeigte kein Interesse seine weitere Zukunft zu planen, nicht einmal der Strand reizte Spike. Angel war schon klar, warum Spike so gar nicht das Haus verließ. Zum Teil war es sicher Selbstschutz, die Sucht war noch immer allgegenwärtig. Auch wenn er den kalten Entzug hinter sich gebracht hatte, war für Spike das Verlangen nach dem nächsten Schuss groß und immer vorhanden. Um einen Rückfall zu vermeiden, schien er sich lieber selbst hier in dieser Wohnung einzusperren als nach draußen zu gehen. Dort, wo er überall die Möglichkeit hätte, seine Droge zu erwerben und Angel konnte zumindest diese Beweggründe einigermaßen nachvollziehen.

Die Abende verbrachten sie meist, nachdem Angel aufgeräumt hatte, vor dem Fernseher, bis ihm irgendwann die Augen zufielen und er ins Schlafzimmer ging. Nicht mal im gemeinsamen Bett schliefen sie. Spike schlug sich jede Nacht ein Lager auf der Ausziehcouch im Wohnzimmer auf, welches Angel dann jeden Morgen zusammenräumen durfte. Es war zum Mäuse melken. Angel stöhnte genervt und fuhr sich fahrig durch das gegeelte Haar.

"Wohl ein bisschen verspannt heute?", bemerkte Spike und erwartete nicht wirklich eine Antwort. Angel war immer gestresst, wenn er vom Dreh nach Hause kam und Spike ignorierte es für gewöhnlich. Nur gelegentlich, wenn Angel diese nervtötenden Geräusche von sich gab, versuchte Spike ein bisschen Anteilnahme zu zeigen.

"Trink' ein Bier! Das macht dich locker", forderte Spike ihn auf und warf ihm das angefangene Bier zu, das Angel nur mit Mühe und nicht ohne etwas auf seinem Hemd zu verschütten, auffing. "Du siehst immer aus, als hättest du einen Stock im Kreuz. Oder brauchst du doch mal wieder einen ordentlich Fick?"

Spike zuckte mit seiner rechten Augenbraue und stieß ein lautes Rülpsen aus. Dann hob er seine Hand, ballte sie zur Faust und klopfte sich auf seine Brust.

"Scheiße. Das hat gut getan."

„Gott, du bist ein Schwein.“ Angel verzog angewidert das Gesicht, drehte sich um und lief in die Küche. Er zog sein Hemd aus und versuchte, unter dem Wasserhand die Bierflecken rauszuwaschen. Irgendwann übermannten ihn jedoch seine Gefühle.

‚Oder brauchst du doch mal wieder einen ordentlich Fick?’

Spikes Worte hatten ihn verletzt. Brannten in ihm und am liebsten wäre er jetzt ins Wohnzimmer gestürmt, um dem blonden Miststück zu zeigen, wer hier einen ordentlichen Fick nötig hatte. Was glaubte Spike noch abziehen zu können mit ihm? Stinksauer zerknüllte Angel sein Hemd, warf es auf den Boden und kickte es mit dem Fuß in die nächste Ecke.

"Hey … solltest mal wieder einkaufen gehen", drang Spikes Stimme an sein Ohr und Angel bemerkte erst jetzt, dass dieser vor dem Kühlschrank stand und ungeniert aus dem Milchkarton trank."

"Dazu gibt es Gläser", fuhr Angel ihn an. Er versuchte, seine Wut zu beherrschen, doch es gelang ihm nicht wirklich. Er holte ein Glas aus einem der Schränke und stellte es äußerst geräuschvoll auf den Tisch.

"Die muss man nach Gebrauch eh nur abwaschen", erwiderte Spike, wischte sich den Milchbart von der Oberlippe und stellte den leeren Karton zurück in den Kühlschrank.

"Was du auch so oft tust." Der sarkastische Ton in Angels Stimme war deutlich zu hören, doch Spike schien das keinen Moment zu berühren.

"Hey, wenn du keinen hoch bekommst, nur weil du mit 'ner hübschen Frau knutschen musst, kann ich nichts dafür. Lass deinen Stress am Besten im Fitnessraum raus." Spike wollte schon zurück in seinen Fernsehsessel, als er an der Tür noch einmal innehielt. Er gestand sich ein, dass er nicht immer nett und vorbildlich zu Angel war, aber er konnte einfach nicht anders, als ihn immer und immer wieder zu necken. Wenn Angel sich aufregte, fing diese kleine Ader an seiner Stirn an zu zucken und er sah einfach himmlisch dabei aus. Aus diesem Grund grinste Spike nun auch dreist, als er Angel eine weitere Bemerkung reindrückte. "Und noch besser. Du hast zwei kräftige, große Hände. Setz sie ein. Ach, und wenn es dich heiß macht, seh' ich auch gern dabei zu, wie du dir einen runterholst."

Vollkommen entsetzt starrte Angel ihn an. Wieder etwas, was ihn getroffen hatte und dieses selbstgefällige Grinsen traf ihn noch mehr. Hatte Spike denn gar keine Gefühle? War er wirklich so blind, dass er nicht mitbekam, wie es ihn verletzte? Er schluckte den Kloß in seiner Kehle hinunter und versuchte, die Fassung zu bewahren.

"Ich habe dir durch den Entzug geholfen. Ich habe dir ein Dach über dem Kopf gegeben und du benimmst dich wie ein verdammtes Arschloch."

"Ich habe nie behauptet, etwas anderes zu sein", erwiderte Spike kalt und lehnte sich lässig gegen den Türrahmen.

"Hast du keinen Funken Dankbarkeit in dir?" Angel wollte einfach nicht glauben, dass Spike so herzlos war.

"Doch. Ich bin dankbar für das Bier. Für das Essen. Für die neuen Sachen." Er stieß sich vom Türrahmen ab, trat direkt vor Angel und legte seine Hände übereinandergefaltet auf sein Herz. "Und ich bin dankbar, dass du mein Held bist, der mich gerettet hat. Oh, mein edler Ritter!"

Angel schnaubte vor Wut. Spike war ein verwöhnter, rotzfrecher Bengel, der keinen Funken Anstand besaß. Nichts nahm er ernst. Nichts und Niemand.

"Du nimmst nicht mal diese Diskussion ernst!", stellte Angel fest und verschränkte die Arme vor seiner Brust, um Abstand zwischen ihnen zu schaffen. Spike war ihm in dieser Situation viel zu nah.

"Was ist dein Problem?", fragte Spike genervt, weil Angel einfach nicht zum Punkt kam. Eine merkwürdige Eigenart von ihm. Er redete immer um den heißen Brei, machte irgendwelche Andeutungen, die er dann verstehen sollte. Spike war kein großer Denker. Er mochte es direkt, mochte es, wenn man ihm die Dinge klar und deutlich auf einem Tablett präsentierte.

"Mein Problem??? Mein Problem?!", wiederholte Angel und klang fast hysterisch. Er war vollkommen außer sich, dass Spike anscheinend nicht genug Gehirn besaß, um zu begreifen, auf was er hinaus wollte. "Das ist mein Problem", fing er an, ging zum Kühlschrank und holte den leeren Milchkarton wieder heraus. "Der ist leer. Das schmeißt man weg."

"Da war noch was drin", verteidigte Spike sich nicht ernsthaft.

Angel rollte mit den Augen, griff nach einem Glas, stellte es auf den Tisch und ließ die zwei letzten Tropfen im Karton demonstrativ hineinlaufen. Voller Ärger zerknüllte er ihn daraufhin und warf ihn in den Müll. Dann fuhr er fort.

"Das Wohnzimmer sieht aus, als hätte eine Bombe eingeschlagen. Es stinkt dort wie in einer Kneipe, die ein Jahr nicht mehr gelüftet worden ist. Du drückst deine Zigaretten auf meinem Teppich aus, weil du zu faul bist, den Aschenbecher auszuleeren. Du schüttest Bier auf dem Boden aus. Essensreste in jeder Ecke und heute Morgen .... " Angel redete sich regelrecht in Rage. " ... ist das passiert." Er wandte sich hab und griff nach einem Schuh, den er unter der Spüle verstaut hatte und zeigte deutlich auf die Sohle. "Ich bin in einen riesigen Kaugummihaufen getreten, weil du ein faules, dreckiges Schwein bist." Wütend warf er mit dem Schuh nach Spike.

"Hey ...", zischte Spike und trat den Schuh, der ihn an der Brust getroffen hatte in eine Ecke. „Wer hat mich den angefleht zu bleiben?" Spike zog eine Schnute, legte seine Stimme eine Tonlage höher und imitierte Angel. "Ich will nicht mehr allein sein. Ich will, dass du bleibst. Ich bin ja so einsam. Wäääh…" Spike rieb sich mit seinen Händen über seine Augen und tat so, als würde er sich Tränen wegwischen.

Im nächsten Augenblick knallte eine volle Vase mit frischen Blumen knapp neben ihm an die Wand. Erschrocken und vollkommen überrascht, blickte Spike zu Angel, dessen Atem vor Wut rasselte und der ihn ansah, als würde er ihn gleich töten. Niemals hätte er geglaubt, dass Angel so weit gehen würde. Natürlich hatte er ihn mit voller Absicht provoziert, ihn versucht, an seine Grenzen zu treiben, aber niemals hatte er angenommen Angel zum Explodieren zu bringen.

"Das ....", machte sich Spike wieder bemerkbar. " ... das hätte mich umbringen können."

"Die Drogen hätten dich auch umbringen können."

Autsch. Das saß. Das war Spikes einziger wunder Punkt und Angel hatte mitten ins Schwarze getroffen. "Ich verschwinde", sagte er vollkommen kalt und verschwand aus der Küche.

"DU gehst nirgendwo hin", schrie Angel ihm hinter her und folgte dem Blonden ins Schlafzimmer.

"DU hast mir gar nix zu sagen", fauchte Spike, umfasste Angels Arme und wollte ihn von der Tür wegziehen, doch Angel packte ihn seinerseits und presste ihn an die gegenüberliegende Wand.

"ICH ... SAGTE ... DU ... GEHST ... NIRGENDWO ... HIN." Sein Griff war stark, fest und bestimmt. Spike hatte keinen Zweifel daran, dass Angel seine Worte vollkommen ernst meinte, dass er handeln würde, wenn er sich ihm widersetzen würde. Doch Spike konnte nicht handeln, wollte nicht handeln. Zu lange hatte er darauf gewartet, dass Angel endlich etwas tat. Die Initiative ergriff. Plötzlich ging sein Atem unkontrollierte, als er sich Angels Körper deutlich bewusst wurde und dessen Blick, der sich in den seinen bohrte.

Angel raste noch immer vor Wut. Er wollte Spike eine kräftige Tracht Prügel verpassen, doch plötzlich war er befangen. Nein, vielmehr gefangen von dessen Körper, von dessen blauen Augen, davon, dass er ihm so verdammt nah war.

"Was nun?", durchbrach Spike die fast bedrohlich wirkenden Stille. "Willst du ... " Weiter kam er nicht. „Halt die Klappe“, zischte Angel und hatte auch schon im nächsten Moment Besitz von Spikes Lippen ergriffen.

Peng. In Spikes Kopf knallten alle Sicherungen durch. Angels Lippen auf seinen. Der erste Kuss, der allererste Kuss von Angel. Voller Inbrunst erwiderte er die Liebkosungen, öffnete seine Lippen ein Stück, damit Angels Zunge in seinen Mund eindringen konnte, ihn erforschen, schmecken konnte. Und er ihn. Gott… köstlich, Angel schmeckte einfach köstlich. Sauber, frisch, nach mehr. Seine Hände konnten längst nicht mehr Angels Unterarme umklammern, sondern suchten sich schon fast eigenständig den Weg zu Angels nackter Haut, streichelten den Brünetten erst durch den Stoff des Unterhemdes, welches er trug, den Rücken und zupften es dann ungeduldig aus dem Hosenbund. Ein erleichtertes Stöhnen entfuhr Spike, als er die warme, weiche Haut Angels ertastete. So zart. Alles nach was er sich seit über zwei Monaten sehnte, hielt er endlich in seinen Armen. Überwältigt von all seinen Gefühlen fuhr Spikes Hand Angels Wirbelsäule hoch, glitt in dessen Haare am Hinterkopf, spielten einen Moment damit und pressten dann mit sanftem Druck Angels Kopf noch näher an den seinen. Er wollte ihm keine Gelegenheit geben, den Kuss zu beenden oder gar über das, was sie hier taten, nachzudenken. Angel sollte nicht denken, sondern handeln. Viel zu sehr brauchte er ihn.

Erst als er fast erstickte, gab Spike Angels Kopf frei. Scharf Luft einziehend, lösten sich die beiden voneinander und starrten sich in die Augen. Stille.

Außer den Geräuschen, die ihre schnelle Atmung verursachte, hörte man keinen Laut in der Wohnung. Es war wie die Grabesstille nach einem gewaltigen Erdbeben. Als würde sich die Weltkugel für den Bruchteil einer Minute nicht mehr drehen, nachdem Urgewalten über sie getobt waren. Und dann, ganz langsam eierte sie wieder los.

Angel war der Erste, der aus seiner Erstarrung erwachte. Vorsichtig hob er seine Hand und fuhr mit den Fingerspitzen die Konturen von Spikes Mund nach. „Ich wollte dich schon lange küssen“, murmelte er verträumt.

„Warum hast du so lange gewartet?“ Spike genoss diese zarte Berührung und hatte gleichzeitig Mühe, sich weiterhin auf den Beinen zu halten, da sie sich anfühlten als seien sie aus Pudding.

„Weil du so… ach scheiße…“ Angel wollte jetzt nicht sprechen. Er wollte endlich das machen, was er sich Tag ein, Tag aus erträumt hatte mit Spike zu tun. Erneut eroberte er die Lippen des Blonden, diesmal zärtlicher, einfühlsamer, forschender. Er ließ sich Zeit, knabberte genüsslich an dessen Unterlippe, biss behutsam mit den Zähnen hinein und zog sie ein Stück weg, nur um sie dann zurückschnellen zu lassen und gleichzeitig seine Zunge tief in Spikes Mundhöhle zu schieben. Seine Hände gingen auf Wanderschaft, befühlten die muskulösen Oberarme seines Geliebten, die nackten Unterarme und schoben sich dann zwischen sie beide, um seinen Bauch zärtlich zu reiben.

„Zieh mich aus“, forderte Spike heiser, der die sanfte Folter, das in die Länge ziehen nicht mehr ertrug. Zu lange wartete er bereits auf Angel. Er wollte ihn spüren, die sonnengebräunte Haut des Schauspielers auf seiner weißen. Ungeduldig hob er die Arme in die Höhe und Angel ließ sich nicht zweimal bitten. Hastig zog er Spikes Shirt aus dessen Hosenbund nach oben über den blonden Schopf und warf es achtlos in irgendeine Ecke. Dann trat er einen Schritt zurück und drückte seinen Mund auf Spikes Hals. Saugte die zarte Haut fest ein, bis er ein Wimmern von dem anderen vernahm. Er ließ ab von Spike und betrachtete sich fast schon mit Besitzerstolz den riesigen Knutschfleck, der am Hals des ehemaligen Strichers prangte. Vorsichtig rieb er mit dem Daumen darüber und lächelte zärtlich, bevor er erneut seinen Kopf herab beugte und seine Zunge um Spikes linke Brustwarze kreisen ließ.

Der Blonde zog keuchend die Luft ein, als Angel zart in seinen Nippel biss und dann eine feuchte Spur entlang seiner Bauchlinie bis zu seinem Bauchnabel zog und diesen nun feucht mit seiner Zunge umkreiste. Er zitterte. Leidenschaft. Erregung. Unsagbare Erregung floss durch jede seiner Poren und ein kehliger, flehender Laut verließ seinen Rachen. Wie lange würde Angel dieses Spiel noch mit ihm treiben? Er war schon jetzt so hart, dass er das Gefühl hatte, jeden Augenblick in seiner Jeans zu kommen.

„Uhh… gosh… Baby… ich kann … nicht mehr… stehen“, keuchte Spike. Sein Atem raste. Er konnte ihn kaum noch beruhigen.

„Mmmhhh“, gab Angel von sich und eng umschlungen torkelten sie zum Bett, fielen auf die weißen Laken und küssten sich erneut stürmisch. Ihre Hände konnten nicht mehr ruhen, jeder streichelte den anderen, neckte, liebkoste, forderte. Schon bald lagen sie sich fast nackt in den Armen, Angel zwischen Spikes Beinen. Nur Angels Unterhosen trennten die beiden noch vor der momentan drängendsten Sehnsucht, der Sehnsucht, sich ganz zu spüren, Haut an Haut, leidenschaftlich, heiß, pulsierend.

Erneut riss sich Angel von Spikes drängenden Lippen los und küsste sich eine heiße Spur bis zu dessen Bauchnabel. Der Blonde begann sich unter dem Schauspieler zu winden, wimmerte, flehte mit unverständlichen Worten und trieb Angel damit immer tiefer und tiefer, vorbei am Bauchnabel des Blonden, den er kurz genüsslich ausschleckte, über die kleinen hellen Härchen unterhalb und noch tiefer zu dessen fein säuberlich rasiertem Intimbereich. Für einen Augenblick erstarrte Angel in seiner Bewegung und betrachtete sich genießerisch, was ihm dargeboten wurde. Spikes pochendes Glied war einfach wunderschön, genau so hatte er ihn sich vorgestellt, nicht zu groß, genau richtig, die Haut etwas dunkler als der Rest von Spikes Körperhaut, die Eichel glänzend dunkelrot. Er warf einen schnellen Blick hoch in Spikes Augen und befeuchtete sich dabei die Lippen mit seiner Zunge: „Darf ich?“

„Oh Fuck… ja, verdammt… ja“, kreischte Spike schon fast hysterisch, da er es keine Sekunde länger mehr aushalten konnte, keine Millisekunde länger dieses Vorspiel ertrug, dieses Herantasten, das vorsichtige Anschmiegen.

„Fuck“, schrie er erneut, als Angel jeglichen Gedankengang Spikes unterbrach, indem er seine warmen, feuchten Lippen um dessen Eichel legte. Spikes Hüften drängten nach oben, wollten sich schneller, tiefer in den Mund seines Geliebten bohren, doch der Brünette gab ein glucksendes Geräusch von sich und drückte Spikes untere Mitte zurück in die Laken. Und dann begann er zu saugen. So langsam, so verdammt langsam saugte er Spike immer tiefer in seinen Mund. Umkreiste dabei dessen Rillen unter der Eichel genüsslich mit seiner leicht rauen Zunge und drückte ab und an fest die Hoden des Blonden zusammen.

Spike warf seinen Kopf hin und her, schloss die Augen, riss sie wieder auf und blickte hinab auf den dunklen Schopf seinen Geliebten. Schaute sich selbst zu, wie er immer wieder ein und ausglitt aus dessen Mund. Wie Angel seine Zunge über die steinharte Eichel schnalzen ließ und ihn dann erneut tief in sich aufnahm. Spike hatte das Gefühl, es nicht mehr zu ertragen. Angels Augen, die zu ihm empor schauten, während er, Spike, sich immer wieder zwischen dessen Lippen bohrte, war zuviel. Seine Erregung ergriff jetzt völlig vom ihm Besitz. Eine gewaltige Welle brauhte sich ganz tief in seinem Innern zusammen und suchte einen Ausgang. Er hatte das Gefühl, Schmerzen zu erleiden, Lustschmerzen, so sehr trieb Angel ihn voran, mit seinen Liebkosungen, so sehr hatte er es, hatte er ihn gebraucht.

Angel spürte, wie weit Spike war und ließ ab von dessen Schwanz. Schnell schob er sich selbst seine Unterhose die Beine hinab und kletterte auf allen Vieren hoch zu seinem blonden Geliebten, bis sein Gesicht in gleicher Höhe mit dessen Gesicht war.

„Fuck… Baby… hör nicht auf… bitte… nicht... jetzt“, presste Spike völlig außer sich zwischen seinen Lippen hervor. Er hatte das Gefühl, sich krümmen zu müssen, so hart traf ihn der Verlust von Angels Lippen an seinem besten Stück.

Angels Erregung war nicht kleiner als die von Spike und seine Sehnsucht nach Erlösung ebenso wenig. Er stieß mit den Hüften nach unten, ließ seinen Penis gegen den von Spike reiben, drücken. Dann schob er seine Hand zwischen sie und umfasste den Penis seines Geliebten, schob seine Vorhaut vor und zurück und keuchte auf, als er fühlte, das nun auch Spike sein stahlhartes Glied umschlang und liebevoll verwöhnte. Keuchend sahen sie sich dabei gegenseitig in die Augen.

„Ich will dich“, stieß Angel heiser hervor. „Gott, ich will dich so sehr.“ Seine Lippen pressten sich auf Spikes, seine Finger klammerten sich in das blonde Haar seines Geliebten und sein Schwanz stieß dabei immer wieder pulsierend gegen den seines Partners.

Mit den letzten vernünftigen Gedanken, zu denen Angel noch fähig war, tastete er mit einer Hand zu seiner Nachttischschublade und wühlte einen Kondom hervor. Schwer atmend löste er sich von seinem Geliebten, riss das Päckchen auf und stülpte sich den durchsichtigen Pariser über.

Den verletzten Ausdruck in Spikes Augen konnte er nicht sehen, da dieser nur kurz aufflammte und als Angel sich erneut vorbeugte und eine Plastikflasche mit Gleitgel aus der Schublade zog, war er längst verschwunden.

Angel ließ das Gel in seine Hände tropfen und wärmte es kurz dazwischen, bevor er dem Blonden erneut die Lippen mit einem Kuss verschloss, seine mit Gel beträufelte Hand um dessen Penis legte und ihn zärtlich kurz pumpte, bevor er mit drei Fingern zu dessen Anus fuhr und diesen liebevoll umkreiste, mit ihm spielte. Spike keuchte in Angels Mund. Wimmerte. Bockte sich seinem Geliebten entgegen und dieser zeigte endlich Erbarmen und stieß mit dem Mittelfinger in den Po des Blonden. Zog in wieder raus, rein, raus, rein. Ein zweiter Finger folgte, ein Dritter, weitete Spike, machte ihn bereit für sich.

Und dann konnte Angel sich nicht länger beherrschen. Mit einem Ruck rutschte er erneut zwischen die weit gespreizten Beine seines Lover, hob Spikes Beine über seine Schultern und führte seine pochende,harte Erregung vor dessen bereite Öffnung, hielt einen kurzen Augenblick inne und sah Spike in die Augen. In diese himmelblauen Augen, die sich jetzt vor Leidenschaft verdunkelt hatten und ihn zu verschlingen drohten. Er wollte in diese Augen sehen, wenn er seinen Geliebten das erste Mal eroberte, das erste Mal ganz besaß, ihn zu dem Seinen machte. Denn dies war eine Tatsache über die Angel nicht mehr nachdenken musste, er würde Spike nie wieder gehen lassen.

Und dann schob er seine Hüften nach vorne. Sah, wie sein blonder Engel den Mund öffnete und stumm schrie, wie er seine Lider aufriss und dieser Awww-Ausdruck in seinen Augen zu erkennen war. Angel schmolz. Angel brannte. Lichterloh. Alles gleichzeitig, alles auf einmal und er drang tiefer ein. Immer tiefer, bis er seinen Geliebten ganz erobert hatte. Und Spike schrie seinen Namen. Laut. Immer wieder.

Zuerst liebte Angel Spike langsam und gefühlvoll. Vorsichtig glitt er ein und aus, umfasste dabei den Penis des Blonden, pumpte ihn in seiner Hand, ließ den Daumen über dessen Eichel reiben, zog die Vorhaut straff zurück und wieder hoch, bis Spike die Muskeln seines Anus fester zusammenzog und Angel damit von einer Sekunde auf die andere alle Lichter auf einmal ausblies. Jetzt gab es kein Halten mehr, keine Vorsicht, kein Denken.

Fühlen, nur noch fühlen, spüren und die Erfüllung finden. Diesen unsagbaren Rausch, diesen fassbaren Moment des kleinen Todes. Angel keuchte. Spike schrie und umfasste sein eigenes Glied. Pumpte sich selbst seinem Höhepunkt entgegen, während er seinen Geliebten immer wieder herabzog und ihn in wilde, leidenschaftliche Küsse verwickelte.

„Gott… Spike… Spike.. ich… jaaaa“ Angel drang noch einmal in seinen Partner, stieß ein letztes Mal bewusst tief in ihn, rammte hinein, zog sich heraus und dann klammerte er sich Haltsuchend an dessen Schultern, als sein Orgasmus ihn überrollte und er immer wieder stöhnend mit seinen Hüften vorstieß, unkontrolliert.

Auch für Spike gab es kein Zurück mehr, zu viel, zu lange hatte er sich beherrscht, den Höhepunkt zurückgehalten. Sein Sperma schoss aus dem kleinen Loch in seiner Eichel auf Angels Brustkorb, troff hinab auf seinen eigenen. Aber das alles war egal, das Einzige was jetzt zählte, war dieses Gefühl, dieses Gefühl für wenige Sekunden zu schweben, diese unsagbare Glückseligkeit, diesen kurzen Moment, in dem der Kopf von jedem Gedanken freigeblasen wurde und man nur noch genoss.

Schwer atmend brach Angel auf seinem Geliebten zusammen. Wurde empfangen von einer warmen Umarmung, aufgefangen von zärtlichen, beruhigenden Liebkosungen. Er war noch immer in ihm und spürte die Feuchtigkeit von Spikes Samenerguss zwischen ihnen. Sein Gesicht in Spikes Halsbeuge drückend, murmelte er unverständliche Wörter, strich dem Blonden über den Arm, den Brustkorb und versuchte langsam wieder zurück zu finden in die Wirklichkeit, sich zu beruhigen.

Einen langen Augenblick später hob er seinen Kopf, sah Spike zum ersten Mal nach ihrem Liebesakt in die Augen und plötzlich beherrschte nur noch ein Gedanke sein Gehirn, nein, all sein Denken und Fühlen. Und er konnte nicht anders, er musste es ihm sagen, es war einfach eine Notwendigkeit, ein Grundbedürfnis wie Essen und Trinken.

„Ich liebe dich, Baby… Gott, ich liebe dich so sehr.“