File 1: stories/6/421.txt
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Das Einfache an seinem Vorhaben war das gute Gefühl, das er hatte. Cody hatte ihn zum zweiten Mal vor vollendete Tatsachen gestellt, als er mit ihm in dieser Nacht die Straße zu Hobbs' Haus eingeschlagen hatte. Der Unterschied war, dass er diesmal bereit war. Cody hatte ihn ausgiebig bearbeitet und gepusht. Und auch die vorherige ‚Auseinandersetzung', die sie mit ihrem Aufräumstreifzug des Pink Posse-Duo, das es inzwischen nur noch war, durch das Viertel, provoziert hatten, hatte ihn in einen schönen Rausch versetzt. Codys Revolver war der letzte Kick, der ihn seine Angst und Sprachlosigkeit vergessen ließen.

I want you to apologize. For bashing me.

Cody war mit einer Begeisterung und Befriedigung bei der Sache. Er hatte gelacht, als Justin Hobbs die Waffe zwischen die Lippen drückte. Sein Humor war boshaft. Seine Stimme laut und ätzend. Er drängte ihn, weiter zu gehen. Sich an Hobbs' zu rächen. Er lachte auf Kosten von ihm. Eine Fratze des Hasses. Aber damit kam er nur auf ein Niveau mit Hobbs.

For causing me brain damage and permanent injury.

Seine einst verkrüppelte Hand zitterte. Justin nahm seine linke zur Hilfe, so wie es ihm Cody im Schießtraining gezeigt hatte, und stabilisierte seinen Griff. Er spannte den Hahn. Sein Zeigefinger lag am Abzug. Unter Strom atmete Justin hörbar aus und ein. Sein Atem kondensierte in der kalten Luft. Sein Herz raste in der Brust.

For giving me nightmares every night for two years.

Ratternd rauschte der Zug am Grundstück vorbei, aber Justin hörte nur Codys Stimme, die ihn anfeuerte; seine eigene Stimme, die die Zeilen wiederholte, die er auswendig herunterbeten konnte.

For filling me with fear every time I walk out of the door. For treating me like a subhuman who doesn't deserve to live.

Cody liebte es, dass er Hobbs die Kanone lutschen ließ und Justin genoss es ebenso. Er umklammerte die Waffe fester. Das Gefühl, Macht über das Leben seines Peinigers zu haben, war fantastisch. Alles, was Cody mit ihm gemacht hatte, schien ihm jetzt im Nachein nur eine Vorbereitung für das hier. Auf diesen Moment hatte er zu lange gewartet, zu oft beträumt, wie er Hobbs' das antun würde, was dieser ihm angetan hatte. Er sollte leiden, zittern, sich fürchten und heulen.

Say sorry. Say it.

Hier in Hobbs kanalisierte sich all seine Wut, seine Angst, seine Hilflosigkeit und sein Hass und trat an die Oberfläche wie ein ausbrechender Vulkan.

Now I want you to feel the fear that all faggots feel all their lives. Walking down the streeets, holding hands... because of assholes like you. We're tired of it.

„Tu es! Tu es!", brüllte Cody.

Und er tat es.

***

Bang.

Justin saß aufrecht im Bett. Aus seinem Mund kam ein erschreckter Laut. Er schlug die Hände angsterfüllt vors Gesicht. Als er sie wieder fortnahm, klebte kein Blut an seinen Fingern. Er sah sich um. Cody lag neben ihm seelenruhig schlummernd in seine Bettwäsche gekuschelt.

Justin hatte Brian nicht in diesem Zustand gegenübertreten können und wollen. Er hätte es sofort gewusst.

Das Bett knarrte unter seinen Bewegungen. Er war dabei zu fliehen, als eine Hand sein Kreuz berührte. „Bleib. Die Nacht ist noch jung."

„Ich muss los."

„Du hast das richtige getan, glaub mir." Er hörte sich an wie Justins Gewissen, nicht mehr mit der gleichen fordernden Eindringlichkeit, sondern mit sanftem Druck. Er spürte die Hand deutlicher an seinem Rücken.

Justin drehte sich zu Cody um.

Gott, er hatte es ausgesprochen. Zu real, die Bilder, die vor seinem geistigen Auge auftauchten. Die Wucht hatte Hobbs zurückgeworfen. Das Projektil hatte ein Loch in seine Brust geschlagen. Die Kleidung war dunkelrot. Die Augen seines Opfers - seines Opfers - hatten ihn mit einer Mischung aus Todesangst und Ungläubigkeit angestarrt.

Justin hatte Hobbs das Licht ausgeknipst. Er hatte ihn tatsächlich erschossen. In seinem Kopf drehte sich alles. Wie hatte er es soweit kommen lassen können? Durch seine verfluchte Krüppelhand war jemand gestorben. Er hatte ein Menschenleben ausgelöscht.

Justin blickte auf seine Hände, als ob er Blut oder Schmauchspuren daran sehen konnte, aber sie sahen aus wie immer. Für einen Moment schloss er die Augen, um sich zu sammeln. Er versuchte sich zu entsinnen, ob Hobbs wirklich tot war. Real tot. Vielleicht hatte der Krankenwagen, die Sanitäter etwas ausrichten können, die er über sein Handy gerufen hatte, nachdem er rennend den Tatort verlassen hatte. Seine Lungen hatten gebrannt und seine Stimme war brüchig gewesen.

Unmöglich. Justin schluchzte. Unmöglich, dass Hobbs überlebt hatte. Und er war dafür verantwortlich.

Er zuckte zusammen, als Cody seinen Arm anfasste.

Cody hatte sich hingesetzt. Er versuchte zu trösten oder zu flirten, doch es war eher kläglich. Er war ein Mensch der direkten Worte, die kein Schmeicheln umfassten. Seine Schlagfertigkeit konnte ihm allerdings niemand nehmen. Er hätte Motivationstrainer oder etwas Ähnliches werden sollen, befand Justin ironisch. „Du sollst nichts bereuen. Er hat es ebenso wenig bereut. Daran solltest du dich erinnern!"

Statt sich weiter in unzulänglichen Worten zu verheddern, rückte Cody näher zu Justin und schlang seine Arme um den bebenden Körper. Er roch nach Gras. Sie hatten, vor allem Justin hatte sich mit Alkohol und etwas Gras beruhigt. Justin konnte nicht aufhören zu weinen, er stand komplett unter Schock, aber die Berührung tat ihm gut. Er legte seinen schweren Kopf auf Codys Schulter, während Codys Hand über seinen Rücken streichelte. Justin hatte diese Seite von ihm bisher nicht kennen gelernt. Der Junge hatte eine panzerhaft-harte Schale. Zu Recht wahrscheinlich.

„Er hat es so gewollt", sagte Cody in sein Ohr, nachdem Justin ruhig geworden war.

Justin antwortete schnaubend sarkastisch: „Er hat es so wenig gewollt, wie ich wollte, dass er mich krankenhausreif prügelt!"

„Niemand will Opfer sein! Im Leben geht es darum, lieber Täter als Opfer zu sein", widersprach Cody heftig, „Sei keine Pussy! Du hattest jedes Recht, nachdem dir Justitia Gerechtigkeit versagt hat. Auge um Auge, Zahn um Zahn, so steht es doch in der Bibel." Den letzten Teil hatte er fast ausgespuckt. Nach ihrem hässlichen Besuch in der Kirche konnte man ihm das nicht verdenken.

„Ich hätte es nicht..." Justin strich sich feuchte Tränen aus seinem Gesicht und löste sich von ihm. Er zeigte ihm die kalte Schulter.

„Du musst es mal so sehen: Die Bibel enthält sechs Verwarnungen für Homos und dreihundertzweiundsechzig für Heteros. Das bedeutet nicht, dass Gott sie nicht liebt, nur dass sie ein wenig mehr Aufsicht brauchen", grinste Cody perfide.

„Gott muss dumme Menschen lieben, da er so viele geschaffen hat...", murmelte Justin.

„Zu viele, die anderen Menschen die Hölle bereiten, ohne drüber auch nur nachzudenken. Eine Hölle, die Menschen uns bereiten, ohne auch nur auf den Gedanken zu kommen, dass sie Menschen vor sich haben", führte er seine Predigt fort. „Sollte ich mich verstecken, um ihn und andere, die sind wie er, nicht anzupissen? Sollte ich auf hetero machen und mich verstellen?"

Cody war definitiv die treibende Kraft an seiner Seite. Er hatte diese stechenden Augen. In die konnte man sich verlieben. Sie machten neben seiner Stimme seine Entschlossenheit deutlich.

„DU BIST GOTT, wenn du dein Schicksal kontrollierst!" Er sprach langsam, laut und eindringlich.

Die Verführung fand kurz nach vier Uhr in der Nacht statt. Cody legte seine Hand auf Justins Kieferpartie und küsste ihn. Justin war zögerlich, schlussendlich konnte er dem Lächeln nicht widerstehen. Sie machten eine Weile rum. Justin strich ihm hart durch die kurzen Haare, die seinen so ähnlich waren. Er mochte das viele Küssen und Cody war kein übler Küsser.

Am meisten hatte ihn jedoch der Quickie an der Straßenecke fasziniert, wo sie sich in die Augen sehen konnten, ohne nachzulassen oder auszuweichen, während sie gegenseitig ihre Schwänze hielten.

Aber Justin konnte Brian nicht entkommen. Sein Handy klingelte. Erst wollte er nicht drangehen, weil sie so schön, knutschend und streichelnd, im Bett lagen, aber die Anrufzeit war zu ungewöhnlich, dass er sich gezwungen fühlte, es aus seiner Jacketasche, die achtlos auf dem Boden lag, zu kramen.

„Ja?", fragte er und zupfte seine Unterhose zurecht.

Brian. Vic war im Krankenhaus. Rodney hatte ihn bewusstlos im Badezimmer ihres neuen Heims gefunden und sofort den Notruf gewählt. Es stand schlecht um ihn. Und alle versammelten sich nun um ihn - vielleicht das letzte Mal.

Justin sah zum Bett hinüber, wo Cody abwartend saß.

***

„Anstrengende nächtliche Patrouille?", fragte Brian stichelnd nach, als sie sich im Krankenhaus trafen. Gemeinsam gingen sie den Flur hinunter zum Fahrstuhl.

„Wie geht es Vic?" Justin ignorierte seine Provokation.

Brian unterließ es, weiter nachzuhaken. Stattdessen setzte er eine neutrale Miene auf, hinter der er seine Besorgnis versteckte. „Schlecht. Rodney hat ihn wiederbelebt, bis die Sanitöter gekommen sind. Jetzt liegt er auf der Intensivstation. Eigentlich hätten wir alle in unseren Betten bleiben können."

„Wohl eher im Babylon", antwortete Justin trocken.

„Ich bin froh, wenn diese ganze Pink-Cody-Pose vorüber ist. Dann muss ich nicht nur ausschließlich mit irgendwelchen, wildfremden Männern bedeutungslosen Sex haben..." Brian bestellte den Fahrstuhl in ihre Etage.

„Wildfremd? Die meisten hattest du doch schon mindestens einmal."

„Glückliche Sexualität löst einen großen Teil der seelischen Leiden. Solltest du auch mal versuchen. An Morphium gewöhnt man sich, an Sex nicht. Das ist das Schöne."

Justin zuckte mit den Schultern. „Hast du das in der Cosmo gelesen?" Auf die Diskussion musste er sich nicht einlassen. Hartnäckig versuchte er, nicht an Hobbs' leblosen Körper zu denken. Das Licht und der Geruch hier erinnerten an seinen eigenen Krankenhausaufenthalt und die Reha.

Brian blickte Justin an, der vís a vís zu ihm stand. Wenn Justin gewusst hätte, mit welchen Gedanken Brian die Nacht im Babylon verbracht hatte, hätte er ihn nicht ausgeschlossen: Kein Sex, nur eine Unterhaltung über Rache mit Mickey und Ben, die ihn nicht weitergebracht hatte. Den Scheiß, den er Daphne in der Agentur verkauft hatte, hatte er selbst nicht geglaubt. Es war offenkundig, dass er Angst um Justin hatte. Brian beschäftigte das Ganze mehr, als er zugeben wollte. Seine harschen Worte wegen der Kanone hatten überhaupt nichts genützt, Justin war die Tonart zu sehr von ihm gewohnt.

So standen sie einen Augenblick schweigend und wartend vor der Fahrstuhltür, bis diese mit einem Bing aufging.

„Cody ist verrückt. Durchgeknallt", griff Brian das Thema wieder auf, als sie eingestiegen waren. Vic´s Zusammenbruch schien ihn mehr in Panik zu versetzen, als sein ruhiges Auftreten weismachen wollte. Er liebte Ärzte nur, wenn sie sich zum einem Blowjob zu ihm bemühten. Krankenhäuser hasste er seit Justin.

„Er beschützt die Community."

„Vor allem eines macht er: nämlich Ärger suchen. Ich hoffe, du bekommst es auch irgendwann neben seinem sexy Arsch mit..."

„Hör auf, über ihn herzuziehen! Ende der Diskussion! Wir sind wegen Vic hier!", fauchte ihnJustin aufgebracht und genervt an. Am liebsten hätte er fest Brians Hand ergriffen, weil seine zitterte, aber er hielt sich standhaft zurück.

„Wenn ihn einer fragt, sollte Cody sagen: Tief in meinem Inneren weiß ich, dass ich nicht auf Kerle stehe." Mit perfektem Timing öffnete sich die Fahrstuhltür und Brian schritt arrogant an Justin vorbei raus. „Und jetzt komm. Vic wartet nicht ewig."

Als sie das gesuchte Zimmer gefunden hatten, standen bereits alle davor. Debbie hatte rote Augen. Ihr Streit mit Vic kam ihr unglaublich dumm und mies vor. Gott, wenn sie ihm nicht mehr sagen könnte, wie leid es ihr tat... „Sonnenschein...", krächzte sie und Justin umschlang sie mit seinen Armen und herzte sie.

„Ist Vic...? Geht es...?"

„Er lebt. Sie haben ihm etwas zur Ruhigstellung gegeben, er schläft tief und fest." klärte Debbie ihn auf.

„Die alte Queen ist tot, lang lebe die Queen", kommentierte Brian.

„Brian!", zischte Mickey, was dieser mit einem Schulterzucken quittierte.

„Das war Notwehr. Vic hat behauptet, ich wäre schon in den späten Dreißigern! - Das bin ich nicht." Brian freute sich über seine Retourkutsche, während die anderen es nicht sonderlich passend fanden, dass er noch seine Kommentare riss. Dafür war die Situation einfach zu lebensbedrohlich.

„Pass auf, wenn du einmal in das Alter kommst und die aufgerissenen Kerle zu dir sagen, du würdest sie an ihren Dad erinnern", spielte Justin ihm den Ball zurück, obwohl es ihm in der Kehle drückte. Er wäre jetzt lieber sonst wo als hier.

„Stell dir einmal Mickey vor, wie er sein Tête-á-tête unterbricht, um mit seiner Mum zu telefonieren." Fast hätte Brian Justin zugezwinkert. „Das kann durchaus passieren!"

Mickey sah ihn stinkig an, Ben hatte ihm beruhigend die Hand auf die Schulter gelegt, seine Mutter nahm Brians Maßregelung eigenhändig vor. Sie packte ihn beim Kragen seiner Jacke und zog ihn zu sich. Ihr Kaugummi war durch das nervöse Dauerkauen schon völlig geschmacklos, aber sie konnte es nicht lassen. „Jetzt hör mir mal zu, Jungchen! Du magst auch noch so einen geschmeidigen Arsch haben, irgendwann wird auch der schrumplig und du kannst verdammt froh sein, wenn du mit deinem Nachtleben dir noch nicht irgendeinen Virus, Tripper oder Hepatitis C eingefangen hast! Aber jetzt verdammt noch mal, solltest du respektieren, dass wir wegen Vic hier sind. Es geht ihm schlecht und Gott weiß, er hat das nicht gewollt und auch nicht verdient."

„Gott ist auf dem Feld der Ironie ungeschlagen", bestätigte Brian.

Debbie fletschte die Zähne.

„Deb, er hat Recht", ging Justin zwischen die beiden, „Wir können hier nichts tun. Sie werden uns kaum zu ihm lassen. - Lass uns gehen, ja, Brian?" Sein Freund stimmte zu. Justin sah zu Mickey. „Ihr sagt uns Bescheid, wenn etwas passiert. Wir werden kommen. Auf jeden Fall."

Justins Fürsorge besänftigte Mickey, auch wenn der eigentlich nie wirklich böse auf Brian sein konnte. Brian war für ihn der Moralist schlechthin mit seiner puren, brutalen Ehrlichkeit, die einem manchmal unerwartet mitten ins Gesicht traf. Er war ein totaler Individualist. Allein die Verbissenheit, mit der er seine Ziele verfolgte, empfanden viele als Provokation.

Justin zog ihn am Ärmel und so gingen sie wieder den Gang hinunter zum Fahrstuhl.

„Du siehst scheiße aus", sagte Brian, dem Justins Verfassung nicht entgangen war. Jetzt hatte er einen Grund mit ihm zu Verschwinden, ihn von diesen schlechten Krankenhauserinnerungen zu befreien.

„Danke. - Du warst wirklich nicht sehr nett eben."

Brian zog die Augenbrauen hoch. „Wer hat gesagt, dass ich nett bin?"

„Wir sollten alle so sein wie deine Lieblingsassistentin: Charmant, um Kinnetics Klienten um den Finger zu wickeln, und Bitch genug, um Brian zu handhaben."

„Richtig."

„Lass uns fahren", bat Justin matt. Seine müden Augen blickten Brian an, doch als dieser in ihnen zu forschen schien, wich er Brians Blick aus. Brian sagte nichts. Justin würde alles sagen, wenn er soweit war. Sie machten sich schweigend auf den Weg in Brians Loft.

***

Justin seufzte erleichtert, nachdem er die Tür des Loft geöffnet hatte und eingetreten war. Er fühlte sich unglaublich müde.

Brian umarmte ihn von hinten. Er hatte, wie verlangt, nicht gesprochen und hatte es auch jetzt nicht vor. Was immer Justin belastete, er würde es ihn vergessen machen. „Du bist doch noch nicht müde", flüsterte er, die Nase an Justins Ohr. Seine Lippen berührten die Ohrmuschel. Er drehte Justin zu sich, während seine Lippen über die Wange zum Mund wanderten. Brian hatte die Arme um ihn geschlungen, als wären sie eins.

Justin lächelte ein wenig. Sie bewegten sich zusammen träge wie Wellen an einem Sonntag. Eine Hand schob sich unter sein T-Shirt, hoch über seinen Bauch, die Rippen fühlend und schließlich erreichten Brians Daumen und Zeigefinger Justins Brustwarze und neckten sie

Er war ungewöhnlich passiv, dass Brian so verharrte und ihn anstarrte. Justin schien abwesend.


"Vergiss den Sex, lass uns einfach kuscheln."

„Mh?" Justin sah ihn mit großen Augen an. Hatte er ihn richtig verstanden? „Was hast du gesagt?"

„Hat Cody irgendwas gemacht? Ist heute Nacht etwas passiert?" Brian war plötzlich aufmerksam. Er hob Justins Arme hoch, zog ihm das T-Shirt vom Leib und drehte ihn um. Die blauen Flecken waren inzwischen lila, es gab keine neuen. Justin ließ sich von ihm erneut herumwirbeln, aber auch seine Brust wies keine Spuren eines Kampfes auf.

Justin warf ihm einen trotzigen Blick zu.

Brian sah ihn ernst an. „Du siehst aus wie ein achtziger Jahre-Pornodarsteller: Böse aber ausdruckslos", versuchte er ihn zu provozieren.

„Süß."

„Was ist?"

„Ich bin einfach müde!"

Brian gab sich vorerst damit zufrieden. Es sollte ihm recht sein, wenn sich Justin mit Cody gestritten hatte und er das Patrouillieren ließe. Vielleicht war er selbst zu Verstand gekommen, dachte sich Brian vielversprechend und schupste Justin Richtung Bett. Da der Junge schon halb ausgezogen war, brauchte er nicht mehr viel, um ihn unter die Decke zu schicken und sich am Ende dazuzulegen.

Justin hatte ihm den Rücken zugewandt und sah mit offenen Augen starr geradeaus. Brian legte seinen Arm um ihn und zog sich zu ihm ran. Die vertraute Nähe nahm Justin mit den Zähnen auf der Unterlippe wahr. Dann schloss er die Augen und drückte die aufkeimenden Tränen zurück. Brian küsste seinen Nacken.

Statt zu verlieren, griff Justin sich Brians Hand, die sich vor seinem Bauch befand. Und sie wurde zurückgedrückt. So würde er schlafen können. Er atmete seufzend aus und entspannte sich ganz langsam.